09.12.2024 – Der Löwe von Don Juan hiess „Austria“

9. Dezember 2024

Die Geschichte fesselte mich: Don Juan hatte aus Nordafrika einen zahmen Löwen mitgenommen. Dieser begleitete ihn nun fortan, wo auch immer er hinging. Don Juan hielt den Löwen, wie ein Haustier. Und er nannte ihn „Austria“.

Deshalb suchte ich heute Nacht nach weiteren Quellen. Im Deutschsprachigen Raum gibt es nichts. Nur das Ölgemälde mit Don Juan und dem Löwen ist in Wikipedia zu finden.

Warum lässt der Superstar des Mittelalters sich mit einem Löwen abbilden? Er hält ihn an einem Stab, er liegt hinter ihm zu seinen Füssen. Eine Vertrautheit strahlt das Bild aus. Zuneigung. Auf eine gewisse Art. Es muss eine besondere Beziehung bestanden haben.

Zudem hatte ich über den Prinzenhof in Gent etwas seltsames gelesen. Ein Löwe hätte 3 Personen verletzt. War es derselbe Löwe von Don Juan? Nein, es war 1360 und es waren 3 Personen. Im Prinzenhof gab es einen Tiergarten. Erst später bekam Kaiser Karl V. vom Bey of Tunis weitere Löwen geschenkt.

Also durchsuchte ich internationale Quellen nach dem Löwen von Don Juan und wurde fündig.

„In der Alcazaba [von Tunis] passierte D. John etwas ganz Außergewöhnliches. Dieses Schloss, das, wie wir bereits gesagt haben, groß und stark war, hatte innerhalb seiner Mauern große, von Kreuzgängen umgebene Höfe, Obstgärten und Gärten, komfortable Räume, die im maurischen Stil reich ausgestattet waren, mit Gehwegen und Springbrunnen aus weißem Marmor. Dies waren die Gemächer des Königs Muley Hamida, und in ihnen lebte D. John.

Es gab eine Wendeltreppe, über die man in einen schattigen kleinen Garten mit Myrtenhecken und wunderschönen Blumenrabatten sowie Orangen und Zitronen, Quitten und Granatäpfeln hinabstieg. Dahinter befanden sich die Bäder und dahinter der alte, verfallene Teil der Alcazaba.

Am Tag nach seiner Ankunft ging D. John zur Siestazeit in diesen Garten, um sich abzukühlen. Er wurde von Gabrio Cervelloni, Generalkapitän der Artillerie, und von Juan de Soto begleitet, und sie setzten sich im Schatten einiger Kletterpflanzen auf eine Art Sitz aus maurischen Fliesen.

Die Hitze, die späte Stunde, das Geräusch des fließenden Wassers und die süße Ruhe dieses bezaubernden Ortes verdrängten bald die schwache Unterhaltung und sie befanden sich in jenem behaglichen, bezauberten Zustand, der dem Schlaf vorausgeht.“

Don Juan de Austria mit seinem Löwen Austria

„Plötzlich sprang Cervelloni von seinem Sitz auf und legte die Hand auf seinen Dolch. D. John und Soto taten dasselbe: Auf einem der mit Myrten gesäumten Pfade sahen sie einen riesigen Löwen mit wirrer Mähne langsam herankommen. Das Tier schien erstaunt, diese Personen zu sehen, und hielt einen Moment inne, blickte überrascht umher und streckte eine Pfote in die Luft.

Dann setzte es ruhig seinen Weg fort und ging auf D. John zu, der ihm entgegengegangen war, rieb sich wie ein Hund an seinen Beinen und warf sich demütig vor seine Füße. Dann erschien ein nubischer Sklave von der Seite der Bäder und erklärte mit malerischen Zeichen, dass sein schönes Tier ein zahmer Löwe zum Trost von König Hamida sei und dass es in vertrauter Gemeinschaft mit allen Bewohnern der Alcazaba lebe.

Dann streichelte D. John sanft die Mähne, und zwischen dem Löwen aus Österreich und dem Löwen aus der Wüste entstand eine solche Zuneigung, dass letzterer zum ergebenen Sklaven des ersteren wurde.

So beschreibt ihn der große Ritter D. Luis Zapata de Calatayud, der ihn oft gesehen hatte: „D. John gab ihm seinen eigenen Namen Österreich“, sagt der bereits zitierte Zapata in seinem Sammelband, „und wie ein treuer Kapitän verließ er weder bei Tag noch bei Nacht jemals seinen Posten.

Wenn er in Neapel Geschäfte abwickelte, lag er wie ein Windhund zu seinen Füßen, den Kopf auf der Erde, und war zufrieden mit der Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde. Wenn er zu Abend aß, saß er am Tisch und aß, was D. John ihm gab.

Er kam, wenn er ihn rief, und auf der Galeere, dem Boot, war er zu Hause. Wenn er ritt, lief er wie ein Lakai an seinen Steigbügeln entlang, und wenn er zu Fuß ging, hinter ihm wie ein Page.

Es gab nichts in seinem königlichen Haus, wo dieser sanfte und gehorsame Löwe nicht anwesend war, sogar bei Tag und bei Nacht in seinem Schlafzimmer. Und wenn er wütend auf jemanden war, der ihn festhielt, um ihn aufzuwecken, beruhigte ihn ein Wort von Lord D. John, der rief: „Österreich, sei ruhig, komm her“, und er warf sich in sein Bett.

Als D. John Neapel verließ, um nach Flandern zu gehen, stieß dieses schöne und seltene Tier solche Seufzer und Brüller aus, dass es alle Bewohner dieses Königreichs betrübte und erstaunte, bis es schließlich aus Kummer über den Verlust und die Abwesenheit seines Herrn starb, viel und wenig aß.“

Quelle: Rev. Fr. Luis Coloma, The Story of Don John of Austria, trans. Lady Moreton, (New York: John Lane Company, 1912), pp. 316-317.

Quelle Web: https://nobility.org/2010/10/short-stories-on-honor-chivalry-and-the-world-of-nobility-no-18/

The Stors of Don John de Austria / Projekt Gutenberg. Englisch https://www.gutenberg.org/files/53383/53383-h/53383-h.htm


09.12.2024 – „Nafpaktos“ oder die Schlacht bei Lepanto

9. Dezember 2024

Wenn Du weisst, dass 1571 in nur 5 Stunden Seeschlacht die wohl grösste Seeschlacht des Mittelalters stattfand. Wo? Vor Lepanto! Das heisst heute griechisch „Nafpaktos“ und liegt im Golf von Korinth.

In Nafpaktos/Lepanto hat die Stadt Regensburg eine Tafel anbringen lassen.

Bei der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 besiegte die venezianisch-spanische Flotte unter Don Juan de Austria die dort stationierte Flotte der Osmanen. Es war die letzte große und äußerst blutige Galeerenschlacht im Mittelmeer, die das Ende der türkischen Vorherrschaft einleitete. Ein Denkmal am venezianischen Hafen erinnert an Miguel de Cervantes, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor.


08.12.2024 – Der Löwe von Don Juan de Austria

8. Dezember 2024

(Google Translate. Original unten) 🇪🇸 Nach dem Feldzug in Nordafrika nahm er ihn mit nach Neapel und von da an erhielt der Säugling selbst den Spitznamen „Ritter des Löwen“ oder „Löwe von Österreich“. Laut dem Chronisten Luis Zapata de Chaves hatte er nichts weniger als einen Löwen. Im Kloster Escorial und bis zum Pantheon der Könige gibt es eine kleine Kapelle, in der das Marmorbildnis eines Ritters ruht. Dies ist kein anderer als Don Juan von Österreich (1547-1578), natürlicher Sohn von Kaiser Karl V. und Halbbruder von Philipp II., unter dessen Herrschaft er zum Militär und heldenhaften Feldherrn der Meere an der Spitze einiger von ihnen wurde Die erfolgreichsten Feldzüge der hispanischen Monarchie im Mittelmeerraum, wie die Seeschlacht von Lepanto (1571). In dem 1864 von Ponciano Ponzano entworfenen Komplex ist es zweifellos der Löwe mit wachsamer Haltung, der zu seinen Füßen liegt. Der Humanist und Zeitgenosse Luis Zapata de Chaves: „Er lag immer vor ihm und mit seinem Bart auf dem Boden. er setzte seinen Fuß auf ihn und trottete wie ein Windhund, dankbar für einen solchen Gefallen, weiter; Er saß zum Essen am Tisch und aß, was Herr Don Juan ihm gab. Und in der Galerie war ihr Boot ihr Aufenthaltsort, und wenn sie zu Pferd war, ging sie wie ein Diener zu dessen Steigbügel, und wenn sie zu Fuß ging, folgte sie ihm wie ein Page. Und wenn er vielleicht wütend auf jemanden wurde und ihn angreifen wollte, würde ihn eine Stimme von Don Juan, die ihm sagte: „Österreich, Tate, hör hier auf“, beruhigen und in sein eigenes Bett gehen. „Als Herr Don Juan nach Flandern aufbrach, stöhnte und heulte dieses schöne und seltene Tier so viel, dass es jeden in diesem Königreich mit großer Verwunderung und Angst erfüllte, bis es aus reiner Trauer über die Abwesenheit seines Herrn kam.“ zu beenden».⚓️ Quelle Fidelma.

🇪🇸 Tras la campaña en el norte de África, se lo llevó consigo a Nápoles y, a partir de entonces, el propio infante fue apodado como el «Caballero del León» o el «León de los Austria» .Don Juan de Austria, pues según el cronista Luis Zapata de Chaves, tuvo nada menos que un león. En el monasterio del Escorial y bajar al Panteón de Reyes, hay una pequeña capilla donde reposa la efigie en mármol de un caballero . Este no es otro que don Juan de Austria (1547-1578), hijo natural del emperador Carlos V y medio hermano de Felipe II, bajo cuyo reinado se convirtió en un militar y heroico general de los mares a la cabeza de algunas de las campañas más laureadas de la Monarquía Hispánica en el Mediterráneo, como la batalla naval de Lepanto (1571). En el conjunto diseñado por Ponciano Ponzano en 1864 es sin duda el león de actitud vigilante que aparece tumbado a sus pies El humanista y contemporáneo Luis Zapata de Chaves: «Siempre estaba echado ante él y con la barba en tierra, le ponía el pie encima y, como un lebrel, agradecido a tal favor, coleaba; estaba a su comer a la mesa, y comía de lo que el señor don Juan le daba. Y en la galería, el esquife de ella era su morada, y cuando iba a caballo iba a su estribo, como un lacayo, y si a pie, detrás, como un paje. Y tal vez si se enojaba con alguno e iba a arremeter contra él, una voz de don Juan, diciéndole: “Austria, tate, para aquí” se ponía en paz y se iba a echar a su misma cama». «Este hermoso y raro animal, partido el señor don Juan hacia Flandes, fueron tantos los gemidos y aullidos que dio, que puso a todos los de este reino gran maravilla y espanto, hasta que de pura tristeza de la ausencia de su amo, vino a acabarse».⚓️ Fuente Fidelma

https://www.facebook.com/share/p/1CKe3a5quo/


10.11.2024 – Don Juan de Austria und Kaiser Karl V.

10. November 2024

Während Regensburg im Allgemeinen mit dem Erbe von Don Juan de Austria eher stiefmütterlich umgeht (Ausser einer Tafel an der Wand der Geburtshauses und einer Kopie der Statue von Messina gibt es keine Informationen) ging und geht man in Spanien ganz anders mit der Beziehung von Don Juan zu Karl V. um. Auch heute noch im Geschichtsunterricht.

Anekdote: Don Juan’s Geburt fiel exakt auf den Geburtstag von Karl V. am 24.02.1500. Nur 47 Jahre später.

Presentación de don Juan de Austria al emperador Carlos V, en Yuste

Zeugnis dessen ist ein Ölgemälde aus 1869, welches die Vorstellung von Don Juan zeigt. Bis dahin lebte er als „Geronimo“ bei einer „Pflegefamilie“ – einer vertrauten Familie von Karl: Luis de Quijada in Leganes.

Tatsächlich sah Karl V. seinen Sohn von Klein auf aufwachsen. Bei Festen und Audienzen war die Pflegefamilie samt Don Juan anwesend. Nur Don Juan/Geronimo wusste bis zur Testamentseröffnung nach dem Tod von Karl V. nichts davon.

Karl V. liess sich auch sonst über die Situation und Lernerfolge seines Sohnes informieren. In schriftlichen Aufzeichnungen wird seine Begeisterung für die stattliche Figur, die Lebhaftigkeit, Zielstebigkei, Lernbereitschaft und für das gutes Benehmen von Don Juan bezeugt.

Den Spaniern bzw. damals dem Heiligen römische Reich Deutscher Nationen war die erste Vorstellung so wichtig, dass diese in einem Ölgemälde in allen Feinheiten festgehalten wurde.

Gemälde von Eduardo Rosales  https://es.wikipedia.org/wiki/Presentaci%C3%B3n_de_don_Juan_de_Austria_al_emperador_Carlos_V,_en_Yuste

Biografie von Don Juan de Austria

https://www.deutsche-biographie.de/sfz57285.html#adbcontent

Weitere Biografie von Don Juan

https://www.heimatforschung-regensburg.de/1980/1/973749_DTL1615.pdf

Kloster San Yuste. Dort fand die Vorstellung statt und dort lebte Karl V. bis zu seinem Tod.

https://www.spain.info/de/reiseziel/cuacos-yuste/

Videoserie mit den Begegnungen


06.11.2024 – Abendessen in der Altstadt von Gent

7. November 2024

06.11.2024 – Nach dem kurzen Abstecher nach Namur zur Kathedrale, wo das Herz von Don Juan de Austria liegt, kamen wir gegen 18:30 Uhr in Gent in unserer schönen Herberge in der Altstadt von Gent an.

Nach dem Einchecken verabredeten wir uns mit den Kollegen aus Österreich rund um „Super-Mario“ zum Abendessen. Neben den anstehenden KNX Workshop Themen diskutierten wir natürlich auch die aktuelle Wahl in Amerika und Österreich, sowie die Entscheidung Lindner zu entlassen. Wir liessen uns davon aber nicht den Abend verderben.

Die historische Altstadt von Gent ist fantastisch. Und die Krachten lassen es wir Klein-Venedig erscheinen. Die Burg ist toll erhalten. Man fühlt sich ins Mittelalter versetzt.

Belgien ist kulinarisch berühmt für Pommes, Kroketten, Schokolade und Bier aus verschiedensten Brauereien. Alles sehr abträglich, um meine Figur zu halten.

Gent in Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Gent

Besuch in der Katedrale Nemur https://peterpanch.wordpress.com/2024/11/07/06-11-2024-das-herz-von-don-juan-de-austria-liegt-in-namur-be/


06.11.2024 – Das Herz von Don Juan de Austria liegt in Namur (BE)

7. November 2024

Mit meinem Kollegen und Freund Axel bin ich von Tübingen aus auf dem Weg nach Gent zu einem international Workshop. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Namur bei der Kathedrale.

Was hat das mit Regensburg zu tun?

Gut, Kaiser Karl der 5. ist in Gent geboren. Und zwar am 24. Februar 1500 im Prinzenhof, Gent, Burgundische Niederlande; († 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) Er war ein Angehöriger des Herrscherhauses Habsburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als Karl I. König von Spanien.

Das Herz von Don Juan de Austria ist hinter dem Altar in dieser Kathedrale bestattet. Dort erinnert nur eine kleine Tafel an den „Superstar“ des 16. Jahrhunderts und Sieger bei Lepanto.

Der in Regensburg mit dem leichten Mädchen Barbara Blomberg (18) mit Karl dem V. (55) in der Herberge Goldenen Kreuz gezeugte Don Juan d’Austria war neben dem leiblichen Sohn Philippe II. der einzige aussereheliche Bastard, der von Kaiser Karl V. testamentarisch offiziell anerkannt wurde.

Die schöne Barbara muss Kaiser Karl V nachhaltig in Erinnerung geblieben sein. Denn Sie wurde finanziell und privat vom Kaiser. „versorgt“, der Sohn Don Juan wuchs bei gut situierten Pflefeeltern auf, bekam die gleiche Ausbildung, wie Philippe umd dessen Cousins.

Auf Befehl von König Philippe II. führt er mit nur 27 Jahren die Flotte der Heiligen Liga in die Schlacht von Lepanto und schlug die weit überlegenen Osmanen unter Ali Pascha vernichtend. Lepanto liegt in der Bucht bei Patras im Ionischen Meer

Danach diente Don Juan d’Austria dem spanischen König Philippe II. als Statthalter der Niederlande. Die immer stärker werdenden Generalstaaten der Niederlande zwangen ihn 1577 jedoch, Brüssel zu verlassen. Er zog mit einer selbst aufgestellten Streitmacht nach Namur, eroberte mit einem Handstreich die Zitadelle und begann. Er gewann in diesen letzten Tagen auch gegen die Protestanten.

Don Juan d’Austria verstarb am 1. Oktober 1578 im Feldlager Bouge bei Namur nach monatelangem Siechtum vermutlich an Typhus. Im Alter von 31 Jahre.

Oder er wurde vergiftet, denn drei Mordanschläge durch die Englische Krone schlugen fehl. Elisabeth die Erste befürchtete, dass sich Don Juan, wie nach dem Sieg von Lepanto vom Papst vorgeschlagen, mit Maria Stuart vermählen könnte. Philippe liess diese Ehe aber nicht zu, nachdem auch auf ihn ein Mordanschlag durchgeführt wurde. Maria Stuart starb durch die Axt.

Auf Wunsch seines Halbbruders, König Philipp II. von Spanien, sollte der Leichnam von Don Juan de Austria nach Spanien überführt werden. Dazu wurde dieser zerteilt und in Satteltaschen durch Frankreich nach Madrid geschmuggelt, um dort wieder zusammengesetzt zu werden. Letztlich wurde er im El Escorial, der Grablege der spanischen Könige, beigesetzt. Sein Leichnam ruht in Kapelle 5 des Pantheon der Infanten.

Kathedrale von Namur – Saint-Aubain (St. Alban) Spätbarock Kirche

Sein Herz wurde in Namur bestattet und ruht in einem Behältnis hinter der Erinnerungstafel im Chor von St. Aubain. (Sankt Alban).

Weil gerade eine Beichte abgehalten wurde, konnten wir nicht hinter den Altar schauen. Leider.

Don Juan de Austria und seine Zeit (16 Seiten Vortrag, PDF)

https://www.heimatforschung-regensburg.de/1980/1/973749_DTL1615.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Namur

Die Königliche Stätte San Lorenzo de El Escorial (spanisch Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial)

https://de.wikipedia.org/wiki/Real_Sitio_de_San_Lorenzo_de_El_Escorial


01.10.2024 – Konstanz: Die Imperia

1. Oktober 2024

Die Imperia ist eine Statue im Hafen von Konstanz am Bodensee, entworfen und ausgeführt von Peter Lenk.

Die am 24. April 1993 aufgestellte Figur ist aus Beton gegossen, neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer und dreht sich tagsüber mit Hilfe eines Drehtisches innerhalb von vier Minuten einmal um die eigene Achse.

Im Sockelbauwerk ist eine ältere Pegelmessstation integriert, die von einem begehbaren Steg umgeben ist. Die satirische Darstellung des Konzils von Konstanz geht auf eine frivole Erzählung von Honoré de Balzac aus dessen Tolldreisten Geschichten zurück.

Die Statue der Imperia erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Sie zeigt eine üppige Kurtisane, der ein tiefes Dekolleté und ein Umhang, der nur von einem Gürtel notdürftig geschlossen wird, eindeutige erotische Ausstrahlung verleihen.

Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei zwergenhafte nackte Männlein. Der Mann in ihrer rechten Hand trägt auf seinem Haupt die Krone eines Königs und hält einen Reichsapfel in der Hand; die Figur in ihrer Linken trägt eine päpstliche Tiara und sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen.

Es ist nicht eindeutig, ob die Figuren Porträts von den Machthabern zur Zeit des Konstanzer Konzils, Kaiser Sigismund und Papst Martin V., darstellen, oder ob sie allgemein als Personifikationen die weltliche und die geistliche Macht repräsentieren sollen.

Während der 4 Jahre des Konstanzer Konzils befanden sich durchschnittlich 700 gemeldete Huren in der Stadt. Man schätzt, dass nochmals die doppelte Anzahl nicht gemelderter Damen anwesend waren und gutes Geld sowohl unter den weltlichen, wie auch mit den geistlichen Vertretern verdienten.


23.09.2024 – Das Jahr 79 nach Christus

23. September 2024

Pompeji (lateinisch Pompeii, altgriechisch Πομπηΐα Pompēḯa, italienisch Pompei) war eine antike Stadt in Kampanien am Golf von Neapel, die wie Herculaneum, Stabiae und Oplontis beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde, unter der Vulkanasche aber weitgehend konserviert blieb. Dort wurde in einem Haus eines Bäckers die älteste Darstellung einer Pizza gefunden.

https://www.theartnewspaper.com/2023/06/28/pompeii-fresco-may-show-pizzas-2000-year-old-ancestor-archaeologist-says

Älteste Fresko einer Pizza

100 Jahre später gründeten die Römer unter Marc Aurel die Stadt Regensburg. Regensburg kann mit der Einrichtung eines römischen Lagers im Jahr 179 eine frühe Ersterwähnung durch den Kaiser Mark Aurel nachweisen. Im Laufe der Jahrhunderte ist Regensburg mit einer Vielzahl von Namen bedacht worden. Das weist auf die reichhaltige Geschichte hin. Der Name Radaspona ist erstmals um 770 bei Arbeo von Freising in der Literatur zu finden, geht aber vermutlich auf ältere keltische Bezeichnungen zurück. Daraus entstand die französische Benennung Regensburgs „Ratisbonne“ und die italienische „Ratisbona“. Der Namensursprung beruht auf zwei keltischen Wörtern: rate oder ratis ‚Wall, Stadtmauer‘ und bona ‚Gründung‘ oder ‚Stadt‘. Dort wurde bei Ausgrabungen die älteste Breze der Geschichte gefunden.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/alteste-brezel-der-welt-gefunden-6891490.html


06.09.2024 – Das Reichstagsgebäude in Regensburg

6. September 2024

Die Fenster zum Erker wurden dann geöffnet, wenn der Kaier selbst anwesend war. Dann liess er sich dort sehen und von den Bürgern huldigen.

Angeblich traten Gesetze und Beschlüsse nur dann in Kraft, wenn diese vom Schreiber vom Erker aus ausgerufen wurden. Das ist allerdings nicht nachweisbar. Aber eine schöne Geschichte.

Altes Rathaus in Regensburg. Blick vom Rathausplatz, links die Neue-Waag-Gasse.

Der Versammlungssaal befand sich übrigens zuerst im Erdgeschoss. Im Obergeschoss war ein öffentlicher Tanzsaal, der nur über eine hölzerne Aussentreppe erreichbar war. Die heutige Treppe mit dem berühmten Portal mit „Schutz und Trutz“ entstand erst, als der Verbindungsbau zwischen Altem Rathaus und Reichtagsgebäude gebaut wurde.

Das Gebäude mit dem Erker ist übrigens nicht das „Alte Rathaus“, Sondern das Gebäude rechts vom Torbogen zum „Roten Herzfleck“. Die Patrizierburg mit dem 55 Meter hohen Turm ist das ursprüngliche „Alte Rathaus“. Und zwar Mitte des 13. Jahrhunderts. Östlich davon verlief der nördliche Teil der Römermauer zur Porta Prätoria und am Schnittpunkt zum Kohlenmarkt in südlicher Richtung die Westmauer.

Im „Tanzsaal“, welcher heute zum document.Reichstag gehört, entstand ausserdem eines der längsten Worte im deutschen Wortschatz. Und zwar 1803.

„Der Reichsdeputationshauptschluss (genauer: Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation) wurde am 25. Februar 1803 im Alten Rathaus von Regensburg gefasst. Der Beschluss war die Grundlage für das letzte bedeutende Gesetz, das während der Zeit des Heiligen Römischen Reiches beschlossen wurde.“

Die Leitung der Deputation oblag Johann Aloys Josef Freiherr von Hügel, dem kaiserlichen Konkommissar (unter Kaiser Franz II.) am Immerwährenden Reichstag zu Regensburg. An den 50 Versammlungen ab 1802 waren auch Vertreter des Deutschen Ordens anwesend.

Der Immerwährende Reichstag war von 1663 bis 1806 die Bezeichnung für eine dauerhafte Versammlung der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich. Die Versammlung tagte im Reichssaal und in weiteren Sälen des Alten Rathauses in Regensburg. Die Geschichte der Reichstage in Regensburg begann jedoch schon früher.

Während vor 1594 die Reichstage immer an anderen Orten im Reich stattfanden, traf man sich ab diesem Jahr nur noch in Regensburg mit wechselnden Vertretern von Kirche und Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Gesandten anderer Staaten (Russland, Rom, Venedig, Frankreich, Schweden, Niederlanden etc.). Erst ab 1663 nahmen immer die selben Vertreter teil, was dieser Versammlung den Namen „Immerwährender Reichstag“ gab.

Beachtenswert ist, dass seit der Umwandlung des Reichstags in den Immerwährenden Reichstag die regierenden Landesherren kaum noch selbst vor Ort anwesend waren, sondern sich durch sogenannte Komitialgesandte vertreten ließen, die in Regensburg häufig mit Familien sesshaft wurden. Damit handelte es sich also um einen Gesandtenkongress.

Der Kaiser selbst wurde ebenfalls durch kaiserliche Prinzipalkommissare vertreten, die ab 1748 durchgehend der Familie Thurn und Taxis angehörten. Auf diese Weise wurde Regensburg zum Sitz von etwa 70 Komitialgesandtschaften von Staaten, die Landbesitz im Heiligen Römischen Reich hatten und von reichsunmittelbaren deutschen Fürstentümern, Reichsstädten und Reichsklöstern.

Das Museum zu den Reichstagen und die Räume im Kellergeschoss (Gefängnis und Folterkammer) sind immer einen Besuch wert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Rathaus_(Regensburg)