Weil kulttouren gerade über den Josef Habbel Verlag (Regensburg) schrieben: Vor zwei Wochen fand ich die Deutsche (!!!) Übersetzung der Biografie von Don Juan de Austria. Und zwar im Original in Spanisch geschrieben von Pater Luis Coloma (* 9. Januar 1851 in Jerez de la Frontera; † 11. Juni 1915 in Madrid).
Jeromin. Don Juan de Austria. Roman eines großen Lebens aus dem 16 Jahrhundert von P. Luis Coloma Verlag: Regensburg, Druck und Verlag von Josef Habbel.
Bisher kannte ich nur die Englische Übersetzung von Lady Moreton von „The Story of Don Juan de Austria“ aus dem Gutenberg Projekt. Und diese hatte ich auch genau letztes Jahr auf Teneriffa gelesen.
Das Wappen von Palmanova. Als Gründungsdatum gilt der 7. Oktober 1593, der 22. Jahrestag des Sieges von Lepanto und der Tag der Hl. Justina von Padua, die zur Schutzheiligen von Palmanova bestimmt wurde. Palmanova war als Festungsstadt der Republik Venedig zum Schutz vor den Türken angelegt.
Das Wappen von Palmanova
Später diente die Festung der Verteidigung gegen die Habsburger, die das benachbarte Friaul und Görz beherrschten. Diese Aufgabe erfüllte die Stadt über zweihundert Jahre, ehe sie von Napoleon erobert wurde, der Venetien im Frieden von Campo Formio 1797 Österreich überließ, von 1806 bis 1814 seinem Königreich Italien eingliederte, dann aber endgültig den Österreichern abtreten musste. Die Kapitulation Venedigs wurde in Palmanova unterzeichnet. 1866 fiel Palmanova schließlich an Italien.
Palmanove, die Festungsstadt
Waum der Löwe „Austria“ hiess. Klar, wegen Don Juan. Dem berühmten Regensburger Sohn Barbara Blomberg’s und Kaiser Karl des 5. Auf einem Ölgemälde aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich von Juan Pantoja de la Cruz, im Museo del Prado, Madrid, sieht man den Löwen zu Füssen Don Juans liegen. Auch auf seinem Grabstein in der Grablege der Habsburger El Corial liegt der Löwe zu seinen Füssen.
Ursprung des Löwen: Der Löwe war ein Abschiedsgeschenk von König Mulei Jamida Emir von Tunis an Don Juan von Österreich.
Aussehen und Verhalten: Trotz seines Namens und seines wilden Aussehens war der Löwe zahm und gehorsam und wurde als sehr anhängliches und Don Juan treues Tier beschrieben.
Gewohnheiten: Er lag Don Juan beim Essen zu Füßen, schlief in seinem Schlafzimmer und bewegte sich wie ein Lakai neben ihm. Selbst wenn er wütend wurde, beruhigte ihn ein einfacher Befehl von Don Juan.
Die Geschichte des Löwen Austria
Symbolik: Mulei Jamida selbst sagte bei der Übergabe des Löwen, er könne so zwei Löwen betrachten: „den Löwen des Krieges“ (Don Juan) und „den Löwen der Wüste“ (den Löwen).
Ende der Geschichte: Der Löwe blieb im Palast in Neapel, als Don Juan nach Flandern aufbrach. Es heißt, der Löwe sei nach tagelangem Brüllen vor Kummer gestorben, als er von Don Juans Tod in den Niederlanden erfuhr.
Noch heute wird jedes Jahr die Stadtgründung und so der Sieg Don Juan de Austria’s gefeiert.
Auf ARTE läuft gerade „Krieg der Königinnen“ – Eine Doku über Elisabeth I. und Mary Stuart.
Was das mit Regensburg zu tun hat? Nach den Plänen von Papst Pius V. und seinem Bruder Philipp II. König von Spanien, hätte Don Juan de Austria Mary Stuart heiraten sollen.
Papst Pius V. hatte Don Juan nach seinem Sieg bei Lepanto ein Königreich versprochen. Ausserdem war England und dir Hälfte des Adels in Schottland zum Protestantismus übergetreten, was Papst Pius V. und dem streng gläubigen Philipp II. gar nicht passte. Das heilige Römische Reich sollte katholisch bleiben.
Deshalb kämpfte ja auch zu diesem Zeitpunkt Don Juan de Austria gegen die Aufständischen in den Niederlanden. Vorher war er zuerst nach Madrid gereist.
Dort besprach er mit seinem Bruder Philipp die Heiratspläne mit Mary Stuart. Philipp II. beförderte Don Juan zum Statthalter der Niederlande und schickte ihn aber zuerst nach Luxemburg. Dort traf er zum einzigen und letzten Mal auf seine Mutter Barbara Blomberg. Er überzeugte sie mit ihrem „Hofstaat“ nach Neapel zu gehen. (Das Schiff fuhr allerdings nach Nordspanien).
Don Juan de Austria mit seinem Löwen Austria zu seinen Füssen
Don Juan stellte selbst eine Armee auf (Teusche und Schweizer Söldner) und kämpfte gegen die aufständischen Niederländer. 1577 unteschrieb er einen Friedensvertrag und zog pompös in Brüssel ein.
Don Juan überlebte in den Niederlanden nur knapp einen Mordanschlag, der von englischer Seite aus auf ihn geplant war, da die englische Königin Elisabeth I. befürchtete, dass er Maria Stuart heiraten und sie gewaltsam mit einem Heer befreien könnte.
In Feldlager Namur befiel Don Juan eine rätselhafte Krankheit. Es sei Typhus gewesen an dessen Folgen er mit nur 31 Jahren wahrscheinlich starb. Am 1. Oktober 1578. Es gibt aber auch Gründe anzunehmen, dass er über einen langen Zeitraum durch Gift im Essen getötet wurde, zumal Juan de Austria monatelang dahingesiecht war. Auch phantasierte er kurz vor seinem Tod, was eher gegen Typhus spricht.
Mary Stuart Königin von Schottland
So kam es nie zum Krieg unter Don Juan de Austria gegen Elisabeth I. von England, zur Befreiung von Mary Stuart und zur prunkvollen Hochzeit. Das Heer und die Flotte wäre riesig gewesen. Spanien, Venedig, Rom hätten es aufgestellt. England hätte keine Chance gehabt. Die Geschichte wäre umgeschrieben worden.
Als Don Juan starb, soll sein zahmer Löwe „Austria“ stundenlang gebrüllt und geheult haben. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt in Neapel.
Mary Stuart Königin von Schottland starb 9 Jahre nach Don Juan am 8. Februar 1587 nach 18 Jahren Gefangenschaft im Alter von 44 Jahren auf dem Schaffott durch Enthauptung.
BTW: Man stelle sich vor, der Plan hätte geklappt. Elisabeth I. wäre besiegt worden, Don Juan hätte Mary geehelicht, sie hätten Kinder bekommen. Dann würde heute ein Erbe von Don Juan auf dem Englischen Thron sitzen.
Ausserdem: Vielleicht war es ein Fehler von Philipp II. Don Juan zuerst in die Niederlande zu schicken. Papst Pius V. hatte über Gesandte das Spanische Königshaus darauf gedrängt sich vorrangig um England zu kümmern. Im Namen der Katholischen Kirche.
Nach der Eroberung von England und Schottland hätte man sich gemeinsam um die Niederlande kümmern können. Ich nehme aber an, dass Philipp seinen Halbbruder nach Lepanto nicht noch berühmter und mächtiger machen wollte. Sein Berater beeinflusste ihn dahingehend. Dabei geht aus den Memoiren klar hervor, dass Don Juan seinem Bruder voll ergeben war.
Und: Schöne Kinder hätten die beiden sicher bekommen. Barbara Blomberg galt als eine der Schönsten und war auch im hohen Alter in Luxemburg heftig umworben. Ihr kam Don Juan nach. Er war sehr attraktiv und begehrt. Ein paar uneheliche Kinder hatte er bereits gezeugt. Auch wenn er sich der Überlieferung nach eher der Kriegskunst als den Mädels zugeneigt sah. Mary Stuart war eine grosse Persönlichkeit. Mit über 1,80 Metern stach sie aus den sonst eher zierlichen Ladys heraus. Sie hatte lockiges feuerrotes Haar und einen damals begehrten Porzellan-artigen hellen Teint. Dazu braun/blaue Augen. Ausserdem war sie schlank und streng katholisch. Hätte somit alles „gepasst“.
Servus. Mal wieder ein paar Infos über das „Drama Don Juan de Austria“. Diesmal geht es aber um seine leibliche Mutter:
Barbara wurde in der Regensburger Kramgasse 1527 als Tochter von Wolfgang Blomberg (Plumberger, Blombergh) und seiner Frau Sybilla Lohman (Loham) geboren.
Als Kaiser Karl V. Im Sommer 1546 zu einem Reichtag von April bis August anwesend war, zeugte er mit ihr einen später als Held von Lepanto bekannten Sohn.
Soweit, so bekannt (in Regensburg).
Dass Karl und Barbara sich nicht zufällig auf der Strasse trafen, muss wegen des erheblichsten Standesunterschiedes angenommen werden. Auch ist nichts bekannt, dass die Ratsherren, wie in Augsburg 1530, die 60 schönsten Jungfrauen der Bürger dem Kaiser bei der Ankunft anboten.
Der Reichtag bzw. die Diskussionen im Rat betreffend Religionsfragen fand damals noch im Erdgeschoss statt (dort ist heute das Tourismusbüro) und war für den 46-jährigen Kaise, der ohne feste Residenz ständig in seinem Reich von Neapel bis Saragossa per Pferd unterwegs war, eher ermüdend und langweilig.
Im ersten Stock (heute Reichssaal) befand sich ein grosser Tanzssaal, der von aussen von der Herzfleckseite (gab es damals noch nicht) per hölzerner Aussentreppe zugänglich war. Man feierte oft und viel. Es gab Gelage mit bis zu 100 Gängen (siehe München und Neapel). Viel Prunk und Weiberei während der 4 Monate Anwesenheit des gesamten Hofstaates mit Gefolge (etwa 1200 Personen).
Karl V. und Barbara in der Fotonevella aus Spanien. Dort kommt auch Jeronim (später Don Juan de Austria) vor.
Karl war zwar hochkatholisch und fest im Glauben, aber kein Kostverächter. Weder kulinarisch (Gicht vom vielen Fleisch in allen Gliedern) und der weiblichen Schönheit angetan. 7 Jahre früher (1539) war seine Königin Habsburger (Austria) Isabel von Portugal gestorben.
Und im logischen Sinne „auf der anderen Seite“ in der Kramgasse lebte eine Hübsche „Gürtelschnalle“, die gerne bei den Bällen einem jungen oder nichtmehrsojungen Sprössling gefällig war, beim Tanzen, Essen und sonst. Sie war dabei sicherlich nicht die einzige leichte Dame. Nur als Beispiel: Zum Konzil in Konstanz waren 700 Dirnen gemeldet. Nochmal 700 arbeiteten „freiberuflich ohne Anmeldung“. Also kann man davon ausgehen, dass ebenso viele Damen die 1000 Gefolgsleute von Kaiser Karl V. auf seinen Reichstagen „belustigten“.
Barbara Blomberg
Auch wenn es nicht die Regel war, Frau hatte durchaus Chancen und es war auch durchaus üblich, mit einem Fehltritt eines Edelmannes hinterher „ausgesorgt“ zu haben. Auf jeden Fall muss Barbara bei diesen Bällen aufgefallen positiv sein. Denn wie sonst hätte eine standmässig so weit untenstehende jemals Zutritt zu den Gemächern des Kaisers im „Goldenen Kreuz“ finden können?
Skandale konnte sich der Kaiser nicht leisten. Und es standen in Europa von Italien, über England, Frankreich, Flandern und Spanien ausreichend politisch heiratsfähige Edeldamen zur Verfügung. Trotzdem passierte es ein Jahr später.
Mit 15 Monaten später holten Kaiserliche Gesandten Hyronimus (Geronimo, erst mit 13 Don Juan) heimlich bei den Eltern von Barbara in Regensburg ab. Er kam zuerst unter die Obhut von Adrián Du Bois, dem Kammerdiener des Kaisers. Bis er 1550 nach Spanien versetzt wurde, um unter der Anleitung von Ana Medina, verheiratet mit Francisco Massy, einem Bratschisten in der kaiserlichen Kapelle, erzogen zu werden.
Zurück zu Barbara. Wer war dieses Luder? Dieses junge Mädchen gehörte dem deutschen Bürgertum an und ihr Leben verlief, wie das jeder anderen Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Sie besuchte Gesangskurse und kultivierte sich in verschiedenen Künsten.
Im Jahr 1550 heiratete Barbara Blomberg (auf Kaiserliches Geheiss) Jeronimo Píramus Kegell (Jerome Pyramus Kegell). Im Gegenzug erhielt er die Position eines Kommissars der Armee des Kaisers am Hofe Marias von Ungarn in Brüssel (damals Flandern). Dort wachte der Vertraute des Kaisers Herzog (Duque) de Alba als Gouverneur von Flandern über „das Wirken von Barbara“.
Barbara schenkte Hieronymus zwei weitere Söhne. Einer ertrank unter ungeklärten Umständen 1569 in einem Brunnen. Der ältestere Sohn Pyramus diente unter Alba in der spanischen Armee in Flandern und schaffte es bis zum Oberst. Pyramus heiratete die Baroness de Saint-Martin und bekam 4 Kinder. Also hatte Barbara 4 Enkel.
Im Jahr 1569 starb neben dem jüngeren Sohn auch der Ehemann nach kurzer Krankheit. Dadurch fehlte es an Einkommen. Deshalb sprach ihr der Herzog von Alba über Kaiser Karl V. 4500 Gulden Jahresrente zu. Barabara war da 42 Jahre alt und hatte wenig Schönheit eingebüsst und Dank der großzügigen Jahresrente auch an Wert gewonnen.
Sie war nie ein Kind von Traurigkeit und hatte viele Verehrer. Und sie verkehrte in Bordellen. Das ist dokumentiert. Es bestand in Brüssel die Gefahr, dass die leibliche Mutter des Kaisersohnes Schande über den Sohn bringen könnte. Wegen ihres Lotterlebens und weil sie „unkontrolliert“ einen ihrer Verehrer heiraten könnte. Deshalb versetzte der Herzog von Alba sie nach Antwerpen, Gent und Luxemburg. Es half nichts.
Es kam dann 1576 zum einzigen und letzten Aufeinandertreffen des Sohnes mit der Mutter. In Absprache mit seinem Bruder König Philippe griff Don Juan zu einer List und überredete Barbara mit ihrem gesamten Haushalt nach Genua zu gehen, um sich von dort nach Neapel einschiffen zu lassen.
Das Schiff seglte dann aber nicht nach Neapel, sondern nach Nordspanien! Denn am 13. März 1577 ging sie im Hafen der kantabrischen Stadt Laredo von Bord. Magdalena de Ulloa, die Witwe von Luis Méndez Quijada, bei dem ihr Sohn (Don Juan) aufgewachsen und erzogen worden war, wartete am Hafen auf sie. Man hatte alles vorbereitet. Doch Barbara gebärdete sich ob dieser Täuschung „wie eine Wildkatze“.
Barbara zog begleitet von ihrem Sohn Conrado de Píramo, ihrer Schwiegertochter, der Baronin von Saint-Martín María de Algora, und ihren vier Enkelkinder und dem gesamten Haushalt in eine Villa, welcher der Magdalena de Ulloa gehörte.
Verschiedene Protokolle und historische Dokumente aus dieser Zeit dokumentierten den Besuch von Barbara Blomberg an verschiedenen Orten und Städten in Trasmiera, wo sie an verschiedenen Festen ihr zu Ehren teilnahm, die in der Provinz Merindad gefeiert wurden.
Magdalena de Ulloa zahlte alle Kosten der Unterbringung Barbaras und des mitgebrachten „Hofstaates“ inkl. Verpflegung zuerst aus eigener Kasse. Später beschwerte sie sich, dass von den 1,35 Mio Gulden von der Staatskasse von König Philippe nur 990.000 Gulden eingegangen waren.
Von dort aus lebte Barbara (nachdem sie sich beruhigt hatte) im kastilischen Kloster Santa María das Real de San Cebrián de Mazote, etwa 70 Kilometer von Valladolid entfernt. In einem eigenen Haus etwas abseits der Nonnen. Bis zum frühen Tod von Don Juan de Austria im Alter von 33 Jahren in Namur 1578.
Barbara war es im Kloster zu langweilig und sie bat König Philippe darum umzuziehen. Sie bekam in der kleinen Ortschaft Ambrosero einen Gutsitz und von König Philippe 3000 Gulden Jahresrente. Das Viertel dort wird heute noch „Madame“ genannt. Wie sie auch bereits in der Zeit in Flandern nach dem Tod ihres Ehemannes Jeronimo Kegel genannt wurde. Sie lebte dort vom Einkommen ihres Gutes zusammen mit der Familie ihres Sohnes.
Am 17. Dezember 1597 beendete die Geliebte von Kaiser Karl V. ihr Leben und wurde in der Märtyrerkirche San Sebastián des Klosters Monte Hano in Escalante (Kantabrien) beigesetzt. Sie wurde 70 Jahre alt.
San Sebastián de Hano ist ein Kloster, das derzeit von Kapuzinerpatres bewohnt wird und sich in der Gemeinde Escalante (Kantabrien, Spanien) neben dem Berg Hano und den Santoña-Sümpfen auf der Insel Montehano befindet. Es wird auch Montehano-Kloster genannt. Am 6. November 1981 wurde es zum Nationaldenkmal erklärt.
Seine Ursprünge reichen bis ins Spätmittelalter zurück. Obwohl es vage Nachrichten gibt, dass an diesem Ort im 14. Jahrhundert ein Kloster existierte, wurde das Kloster erst im Jahr 1441 unter der Schirmherrschaft von Beltrán Ladrón de Guevara, Herr von Escalante und Graf von Zahalú, auf dem ehemaligen Kloster gegründet Einsiedelei oder Kapelle, die Unserer Lieben Frau vom Berg geweiht war und vom Franziskanerorden bewohnt wurde.
In seinen Anfängen befand sich das Kloster neben dem Hano auf einer von Sümpfen umgebenen Insel. Gegenwärtig ist diese geomorphologische Konfiguration verloren gegangen, aber aus dieser Bedingung leitete sich das 1491 von den Katholischen Königen gewährte Privileg ab, ein Boot zu besitzen, das zur Überquerung der Flussmündungen verwendet wurde, wenn der Zugang nicht über die Hano-Brücke möglich war. Die erhaltene historische Dokumentation ist reich an Streitigkeiten mit der nahegelegenen Stadt Escalante (Brennholzstreitigkeiten, Streitigkeiten über die Kontrolle der Flussmündungen usw.), die jahrhundertelang andauerten.
Im Jahr 1597 war es die Grabstätte von Barbara Blomberg, Mutter von Don Juan von Österreich und Geliebte von Kaiser Karl V.
Im 17. Jahrhundert wurde das Kloster einer umfassenden Renovierung unterzogen, die dazu führte, dass der Großteil der heutigen Architektur aus diesem Jahrhundert stammt. Bereits im Jahr 1808 gibt es Hinweise auf die Unterbringung napoleonischer Soldaten während der französischen Invasion. Im Jahr 1835 wurde das Kloster von Mendizábal beschlagnahmt und ging in private Hände über. Im Jahr 1879 schenkte die Gräfin von Casa Puente das Gebäude dem Bistum und es wurde vom Orden der Kleinen Kapuzinerbrüder bewohnt. Dort ist seine Tochter Joaquina de la Pezuela begraben.
Als Juan de Austria von der Ermordung seines Sekretärs Escobedo am 31. März 1578 erfuhr, als er sich auf die Rückkehr nach Flandern vorbereitete, und von den Umständen, unter denen sie geschehen war, während er über die Entsendung weiterer Truppen und Geld in die Niederlande verhandelte , (ein Verbrechen, das sicherlich von Antonio Pérez mit Zustimmung des Königs geplant wurde und dessen Hintergrund das Misstrauen hatte, das in der königlichen Person gegenüber seinem Halbbruder herrschte, seit der Intrigant Antonio Pérez Felipe II. davon überzeugt hatte (sein Bruder plante hinter seinem Rücken einen Angriff auf England und die Heirat mit Maria Stuart), verfiel er in eine tiefe Depression, während die Krankheit, an der er seit einiger Zeit litt, fortschritt: Tabardillo, wie Typhus damals genannt wurde. An manchen Tagen musste er sogar im Bett bleiben.
Wappen von Don Juan de Austria
Ende April verlegte er sein Hauptquartier nach Namur, doch als September kam, ließ er sich, um näher bei seinen Soldaten zu sein, in das 3 km von Namur und 6 km entfernt errichtete Lager verlegen. von Tirlemont, auf den befestigten Hügeln von Bouges, von wo aus der Zusammenfluss von Sambre und Maas beherrscht wurde, und da er keinen besseren Ort für die Errichtung seines Kommandopostens hatte, wurde der Taubenschlag eines Bauernhofs ausgewählt, der als Unterkunft für die Infanterie diente Kapitän, Bernardino de Zuñiga. Der Taubenschlag, der durch die Kanonenschüsse zerstört wurde, wurde hastig gereinigt und um ihn angenehmer zu machen, wurde er mit Wandteppichen, Teppichen, Damasten und Vorhängen geschmückt, wobei der gesamte Raum mit duftendem Wasser besprüht wurde.
Mitte September, und zwar in der Abenddämmerung am Dienstag, dem 16., wurde ihm plötzlich schlecht, mit großem Fieber und Unwohlsein in allen Gliedern, das die ganze Nacht anhielt. Am nächsten Tag stand er immer noch mit Fieber und Kopfschmerzen zur gewohnten Zeit auf, frühstückte, hörte sich die Messe an, kümmerte sich um ein paar alltägliche Angelegenheiten und hielt dann einen Rat ab. Anschließend besuchte er die Truppenkaserne in Tirlemont , aber als er in die schmutzige Hütte zurückkehrte, die ihm als Wohnsitz diente, musste er wegen des Fiebers, das ihn verzehrte, zu Bett gehen.
Am 28. befahl er, seine Feldherren, die Staatsräte und andere hohe Autoritäten der Armee zu rufen, und vor ihnen legte er als Zeugen sein Kommando nieder und übergab den Stab des Kommandos an Alexander von Farnese, Prinz von Parma, der am Boden lag Seine Knie waren am Fußende seines Bettes so verzweifelt, dass der Graf von Mansfeld ihn hochheben und trösten musste. Dann wandte sich Don Juan an seinen Beichtvater, Fray Francisco de Orantes, und sagte ihm mit der lautesten Stimme, die er äußern konnte, damit jeder ihn hören konnte:
„Dass er kein Testament hinterlassen hat, weil er nichts auf der Welt besaß, was nicht seinem Bruder und Herrn, dem König, gehörte, und dass es daher an ihm lag, über alles zu verfügen.“
„Dass er seine Seele und seinen Körper dem König anvertraute; seine Seele, damit er ihm befehlen konnte, Weihen zu machen, und seinen Körper, damit er ihn neben seinem Vater begraben konnte.“
„Dass sein Bruder die Ernennung respektieren würde, die er seinem Neffen Alejandro Farnesio gegeben hatte“
Ende des Briefes an seinen Bruder Philipp II.
Anschließend gab er Alexander von Farnese und den übrigen Anwesenden einige Empfehlungen und Ratschläge und verfiel kurz darauf in tiefe Schläfrigkeit und litt unter einem ständigen Delirium, das zwei Tage anhielt.
Im Morgengrauen des 1. Oktobers erlangte er für kurze Zeit wieder Klarheit. Während dieser Zeit hörte er, liegend im Bett, der Messe zu und nahm eine kleine Haube ab, die ihm bei der Hebung des Allerheiligsten Sakraments aufgesetzt worden war. Als das Heilige Opfer vorüber war, empfing er die letzte Salbung, aber kurz darauf überfiel ihn ein neuer Delirium mit äußerster Wucht, in dem er, im Glauben, dass er eine Schlacht befehligte, seinen Männern Ansprachen hielt, seine Bataillone militärisch befahl und seine Soldaten beim Namen rief Kapitäne, um sie dafür zu tadeln, dass sie sich von ihren Feinden abschneiden ließen. Während all dies geschah, schrie er ständig nach dem Marquis von Santa Cruz, den er „Don Álvaro, Freund“ nannte.
Nach und nach beruhigte er sich, bis er in eine sehr tiefe Schläfrigkeit verfiel, zweifellos ein Vorbote des sofortigen Todes. Gegen elf Uhr seufzte Don Juan tief und sagte mit sehr schwacher Stimme: „Tante!…Tante!…Madame, Tante!“ Es waren seine letzten Worte und um halb eins starb der Held von Lepanto. Es war der 1. Oktober 1578 im Alter von 31 Jahren. Der Christus der Mauren ruhte auf seiner Brust.
Nun, ist Don Juan von Österreich wirklich am Wappenrock (Bachfellentzündung) gestorben, wie uns die Geschichtsschreibung glauben macht? Nun nein. Die Realität ist prosaischer und vulgärer. Don Juan litt tatsächlich wie die meisten seiner Kapitäne an Typhus, aber die unmittelbare und wahre Ursache waren schlecht behandelte Hämorrhoiden, aber es wäre ehrenhafter und feierlicher zu sagen, dass er an „Fieber“ gestorben sei.
Der leibliche Sohn des Kaisers litt wie sein Vater an der gleichen Krankheit, die beim Reiten äußerst schmerzhaft war. Nach Aussage seines Arztes in der Schlacht von Lepanto, Dario Daza, beendeten eine gescheiterte Hämorrhoidenoperation und die durch Typhus verursachte Schwäche sein Leben.
Dieser Arzt sagt uns:
„Die Behandlung von Hämorrhoiden mit Blutegeln ist sicherer als das Aufschlitzen oder Öffnen mit einer Lanzette, da das Aufschlitzen manchmal zu sehr ätzenden Wunden führt und das Öffnen mit einer Lanzette am häufigsten zu einer Fistel führt , und manchmal ist es das auch.“ eine Ursache für einen plötzlichen Tod; wie es dem gelassensten Don Juan von Österreich widerfuhr, der nach so vielen Siegen durch die Hände von Ärzten und Chirurgen elend starb, weil sie ihn konsultierten und sehr schlimm in einen Haufen aufspießten, der schwere Blutungen im Körper des Generals verursachte, ließ ihn innerhalb weniger Stunden ausbluten .
Der von Philipp II. erhaltene Befehl sah vor, dass seine Beerdigung abgehalten und sein Leichnam in der Kathedrale von Namur beigesetzt werden sollte.
Um ihn transportieren zu können, wurde sein Körper im nahegelegenen Dorf Bouges einbalsamiert und seine Eingeweide in ein Gefäß gelegt. Wenige Tage später wurde er in einer feierlichen Prozession nach Namur gebracht. Der Leichnam, der mit einem holländischen Wams mit silbernen und goldenen Besätzen bekleidet war, seine Rüstung mit dem goldenen Fleecekragen auf der Brust und auf dem Kopf, eine purpurrote Satinhaube (da sie vollständig rasiert war) und darauf eine herzogliche Krone Ein mit Edelsteinen verzierter Stoff aus Gold (zur Erinnerung an die Kronen, die er nie trug ), an den Füßen, der Kopfschmuck und die Fäustlinge, wurde in einen reich verzierten zeremoniellen Sarg gelegt. mit schwarzem Brokat verziert.
Jeder wollte die Ehre haben, es zu tragen; die Spanier, weil er der Bruder ihres Königs war; die Deutschen, weil er in Deutschland geboren war, und die Flamen, weil er ihr Gouverneur war, so sehr, dass sie abwechselnd Soldaten aus jeder Einheit auswählen mussten, damit sie alle an der Prozession teilnehmen konnten, die Pfeifen heiser, die Logen offen Die umgedrehten Arkebusen, Fahnen und Schleppspieße trugen die sterblichen Überreste des jungen Generals. Spanische und wallonische Truppen deckten in Doppelreihen die Prozession von Bouges nach Namur ab. Zuerst wurde er auf den Schultern von Herren getragen, denen er vertraute, dann von Feldherren, die vom Grafen von Mansfeld, Octavio Gonzaga, Pedro de Toledo und dem Marquis von Villafranca begleitet wurden und hinter ihnen, in einiger Entfernung, Alejandro de Farnesio begleitete des Bischofs von Arras, und schließlich folgten die gewählten Offiziere und Soldaten.
Die traurige Prozession durchquerte die gesamte Stadt Namur zur Kathedrale Saint-Aubain im gotischen Stil, von der heute nur noch der Turm erhalten ist. Der Leichnam von Don Juan von Österreich wurde dort im Mittelschiff, umgeben von einem Wald aus brennenden Kerzen, beigesetzt, und die Beerdigung begann unter dem Vorsitz des Bischofs von Namur und dauerte von zehn Uhr morgens bis zur Abenddämmerung. Nach der Beerdigung wurde der Sarg beerdigt.
Fünf Monate später befahl Philipp II., ihn nach El Escorial zu versetzen, jedoch mit größtmöglicher Diskretion und Geheimhaltung. Von Frankreich wurde die Erlaubnis beantragt, sein Territorium ungestört durchqueren zu dürfen, und der wahre Grund wurde in dem Antrag verschwiegen. Sie wollten eine offizielle Überstellung vermeiden, da dies eine feierliche Prozession mit zahlreichen Stopps bedeutete, die die Reise verzögern und sie zweifelhaften Höflichkeiten, kalten Empfängen und möglichen Reibereien aussetzen würde, und das in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen beiden Nachbarn, wie bei so vielen Gelegenheiten, schlecht waren.
Don Juans einbalsamierter Körper wurde ausgegraben, entkleidet und entsprechend parfümiert, und es wurde festgestellt, dass seine Nase „ein wenig abgenutzt “ war. Um peinliche Fragen nicht beantworten zu müssen, wurde beschlossen, die Leiche zu zerschneiden. Die Mumie wurde an zwei Stellen aufgeschnitten, eine am „Ende der Wirbelsäule“ (am Halsansatz) und eine weitere an den Kniegelenken, so dass der Körper zum Zeitpunkt der endgültigen Bestattung wieder ganz war. Die drei Teile wurden in separate Lederbeutel gesteckt, die mit duftenden Kräutern und Myrrhe aromatisiert waren, und diese wiederum in eine geschlossene, mit schwarzem Samt ausgekleidete Truhe gelegt, die als persönliches Gepäck auf dem Rücken der Pferde der Soldaten getragen wurde.
Einen Monat nachdem er ihn aus dem Grab geholt hatte, am 18. März 1579, machte sich eine Delegation von hundert Soldaten zu Fuß auf den Rückweg nach Spanien, ohne jegliches Banner oder Flagge.
Was seine Eingeweide betrifft, die, wie bereits erwähnt, in einem Gefäß deponiert wurden und in Namur zurückgelassen wurden, befahl Alexander Farnese, das Herz zu entfernen und in einer Urne zur Aufbewahrung in der Kathedrale von Namur zu deponieren. Als die neue Kathedrale gebaut wurde, wurde das Herz des Prinzen hinter dem Hauptaltar unter seinem ursprünglichen Grabstein deponiert, den Farnese anfertigen ließ.
„Der heitere Prinz Don Juan von Österreich, Sohn des Kaisers Karl V., starb in der Blüte seines Alters in Bouges, nachdem er die aufständischen Mauren in Baetica besiegt, die riesige türkische Flotte in Patras in die Flucht geschlagen und völlig zerstört hatte. Als Vizekönig in Belgien befahl sein geliebter Onkel Alexander Farnese, Prinz von Parma und Placencia, Nachfolger im Reich im Auftrag von Philipp, dem mächtigen König von Spanien, in Erinnerung an ihn, diesen Grabstein auf seinem Ehrenmal anzubringen. 1578“
Aber zurück zum Trauerzug. Wie bereits erwähnt, verließen sie am 18. März 1579 die Stadt Namur in Richtung der französischen Stadt Nantes, wo sie sich ohne nennenswerte Rückschläge in Richtung Santander einschifften.
An Land angelangt, formierte sich die graue und stille Prozession erneut, bis sie die Provinz Segovia erreichten, wo sie direkt zur Abtei von Parraces aufbrachen, die sie am 21. Mai 1579 erreichten.
In der Abtei wurde Don Juans Leichnam wieder zusammengesetzt und in einen luxuriösen zweitürigen, schwarz ausgekleideten Sarg gelegt, um ihn dann der Öffentlichkeit auszustellen und die Gerüchte zu zerstreuen, die kursierten, dass der Leichnam nicht in einem Stück in Spanien angekommen sei. Die ganze Nacht über wurde eine Mahnwache abgehalten, und am Morgen wurde mit großer Zeremonie der Trauerzug mit einer Eskorte von vierhundert Männern zu Pferd zusammengestellt, um die 60 km zurückzulegen, wobei alle Diskretion während der Reise durch fremde Länder aufgegeben wurde. die die Abtei vom Kloster El Escorial trennen. Bürgermeister, Kapläne, Ordensbrüder, Ritter und sogar Mateo Vázquez de Leca, Sekretär des Königs und Bischof von Ávila, mit seinem Gefolge bildeten die Begleitung.
In jeder Stadt, in der das Gefolge die Nacht verbrachte, wurden die ganze Nacht über Gottesdienste und Gottesdienste abgehalten. Immer mehr Menschen schlossen sich dem Trauerzug an.
Sie kamen am 24. Mai um sieben Uhr nachmittags in San Lorenzo an, wo alle vom Pfarrer angeführten Geistlichen herauskamen, um ihn zu empfangen. Sie warteten dort auf ihn
alle großen Männer des Königreichs. Einschließlich Don Juan de Tarsis, dem Kurier Seiner Majestät. Am nächsten Tag hielt der Bischof in Anwesenheit von Philipp II. und dem Hofstaat die Pontifikalmesse ab, mit all dem Prunk und der Zeremonie, die der Anlass erforderte, d. h. mit der Behandlung, die den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten war. Am Ende der Zeremonie wurde ein Dokument des Königs verlesen, in dem er anordnete: „Der Leichnam seines „sehr geliebten Bruders“ soll dort belassen werden, wo sich die anderen königlichen Leichname befinden, bis er zur Beerdigung gebracht wird Hauptkirche.“
Seine sterblichen Überreste ruhen derzeit im Pantheon der Infanten von San Lorenzo de El Escorial in der 5. Kammer.
Das Grab aus weißem Carrara-Marmor befindet sich in der Mitte der Kammer. Darauf liegt, bedeckt mit einem Sarg aus demselben Marmor, die lebensgroße Statue des Helden. Er trägt eine komplette Kriegsrüstung, trägt die Halskette des Goldenen Vlieses, hält in beiden Händen das Schwert, an dem er sechzehn Ringe zur Schau stellt, und stützt seinen nackten Kopf auf zwei Kissen. Auf beiden Seiten der Füße sieht man die Stulpen und in der Mitte einen Löwen. Diese wunderschöne Statue.
Auf der dem Altar zugewandten Tafel ist folgende Inschrift zu lesen:
JOHANNES AVSTRIACVS
CAROLI V FIL. NATVRALIS
(Johannes von Österreich – natürlicher Sohn von Karl V.)
Kurioserweise ist anzumerken, dass er, um nicht im Kampf zu sterben, mit abgenommenen Panzerhandschuhen dargestellt wird. Es handelt sich zweifellos um ein Grab von außerordentlicher Bedeutung, nicht nur wegen der betreffenden Figur, sondern auch wegen der Meisterschaft der Schnitzerei. Die Feinheit der Schnitzerei und der Details ist wirklich erstaunlich. Das Werk wurde vom italienischen Bildhauer Giuseppe Galleoti nach Zeichnungen von Ponciano Ponzano geschnitzt.
Die Geschichte fesselte mich: Don Juan hatte aus Nordafrika einen zahmen Löwen mitgenommen. Dieser begleitete ihn nun fortan, wo auch immer er hinging. Don Juan hielt den Löwen, wie ein Haustier. Und er nannte ihn „Austria“.
Deshalb suchte ich heute Nacht nach weiteren Quellen. Im Deutschsprachigen Raum gibt es nichts. Nur das Ölgemälde mit Don Juan und dem Löwen ist in Wikipedia zu finden.
Warum lässt der Superstar des Mittelalters sich mit einem Löwen abbilden? Er hält ihn an einem Stab, er liegt hinter ihm zu seinen Füssen. Eine Vertrautheit strahlt das Bild aus. Zuneigung. Auf eine gewisse Art. Es muss eine besondere Beziehung bestanden haben.
Zudem hatte ich über den Prinzenhof in Gent etwas seltsames gelesen. Ein Löwe hätte 3 Personen verletzt. War es derselbe Löwe von Don Juan? Nein, es war 1360 und es waren 3 Personen. Im Prinzenhof gab es einen Tiergarten. Erst später bekam Kaiser Karl V. vom Bey of Tunis weitere Löwen geschenkt.
Also durchsuchte ich internationale Quellen nach dem Löwen von Don Juan und wurde fündig.
„In der Alcazaba [von Tunis] passierte D. John etwas ganz Außergewöhnliches. Dieses Schloss, das, wie wir bereits gesagt haben, groß und stark war, hatte innerhalb seiner Mauern große, von Kreuzgängen umgebene Höfe, Obstgärten und Gärten, komfortable Räume, die im maurischen Stil reich ausgestattet waren, mit Gehwegen und Springbrunnen aus weißem Marmor. Dies waren die Gemächer des Königs Muley Hamida, und in ihnen lebte D. John.
Es gab eine Wendeltreppe, über die man in einen schattigen kleinen Garten mit Myrtenhecken und wunderschönen Blumenrabatten sowie Orangen und Zitronen, Quitten und Granatäpfeln hinabstieg. Dahinter befanden sich die Bäder und dahinter der alte, verfallene Teil der Alcazaba.
Am Tag nach seiner Ankunft ging D. John zur Siestazeit in diesen Garten, um sich abzukühlen. Er wurde von Gabrio Cervelloni, Generalkapitän der Artillerie, und von Juan de Soto begleitet, und sie setzten sich im Schatten einiger Kletterpflanzen auf eine Art Sitz aus maurischen Fliesen.
Die Hitze, die späte Stunde, das Geräusch des fließenden Wassers und die süße Ruhe dieses bezaubernden Ortes verdrängten bald die schwache Unterhaltung und sie befanden sich in jenem behaglichen, bezauberten Zustand, der dem Schlaf vorausgeht.“
Don Juan de Austria mit seinem Löwen Austria
„Plötzlich sprang Cervelloni von seinem Sitz auf und legte die Hand auf seinen Dolch. D. John und Soto taten dasselbe: Auf einem der mit Myrten gesäumten Pfade sahen sie einen riesigen Löwen mit wirrer Mähne langsam herankommen. Das Tier schien erstaunt, diese Personen zu sehen, und hielt einen Moment inne, blickte überrascht umher und streckte eine Pfote in die Luft.
Dann setzte es ruhig seinen Weg fort und ging auf D. John zu, der ihm entgegengegangen war, rieb sich wie ein Hund an seinen Beinen und warf sich demütig vor seine Füße. Dann erschien ein nubischer Sklave von der Seite der Bäder und erklärte mit malerischen Zeichen, dass sein schönes Tier ein zahmer Löwe zum Trost von König Hamida sei und dass es in vertrauter Gemeinschaft mit allen Bewohnern der Alcazaba lebe.
Dann streichelte D. John sanft die Mähne, und zwischen dem Löwen aus Österreich und dem Löwen aus der Wüste entstand eine solche Zuneigung, dass letzterer zum ergebenen Sklaven des ersteren wurde.
So beschreibt ihn der große Ritter D. Luis Zapata de Calatayud, der ihn oft gesehen hatte: „D. John gab ihm seinen eigenen Namen Österreich“, sagt der bereits zitierte Zapata in seinem Sammelband, „und wie ein treuer Kapitän verließ er weder bei Tag noch bei Nacht jemals seinen Posten.
Wenn er in Neapel Geschäfte abwickelte, lag er wie ein Windhund zu seinen Füßen, den Kopf auf der Erde, und war zufrieden mit der Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wurde. Wenn er zu Abend aß, saß er am Tisch und aß, was D. John ihm gab.
Er kam, wenn er ihn rief, und auf der Galeere, dem Boot, war er zu Hause. Wenn er ritt, lief er wie ein Lakai an seinen Steigbügeln entlang, und wenn er zu Fuß ging, hinter ihm wie ein Page.
Es gab nichts in seinem königlichen Haus, wo dieser sanfte und gehorsame Löwe nicht anwesend war, sogar bei Tag und bei Nacht in seinem Schlafzimmer. Und wenn er wütend auf jemanden war, der ihn festhielt, um ihn aufzuwecken, beruhigte ihn ein Wort von Lord D. John, der rief: „Österreich, sei ruhig, komm her“, und er warf sich in sein Bett.
Als D. John Neapel verließ, um nach Flandern zu gehen, stieß dieses schöne und seltene Tier solche Seufzer und Brüller aus, dass es alle Bewohner dieses Königreichs betrübte und erstaunte, bis es schließlich aus Kummer über den Verlust und die Abwesenheit seines Herrn starb, viel und wenig aß.“
Quelle: Rev. Fr. Luis Coloma, The Story of Don John of Austria, trans. Lady Moreton, (New York: John Lane Company, 1912), pp. 316-317.
Wenn Du weisst, dass 1571 in nur 5 Stunden Seeschlacht die wohl grösste Seeschlacht des Mittelalters stattfand. Wo? Vor Lepanto! Das heisst heute griechisch „Nafpaktos“ und liegt im Golf von Korinth.
In Nafpaktos/Lepanto hat die Stadt Regensburg eine Tafel anbringen lassen.
Bei der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 besiegte die venezianisch-spanische Flotte unter Don Juan de Austria die dort stationierte Flotte der Osmanen. Es war die letzte große und äußerst blutige Galeerenschlacht im Mittelmeer, die das Ende der türkischen Vorherrschaft einleitete. Ein Denkmal am venezianischen Hafen erinnert an Miguel de Cervantes, der in dieser Schlacht seine linke Hand verlor.
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