28.09.2025 – Der Löwe „Austria“ und die Palme.

29. September 2025

Das Wappen von Palmanova. Als Gründungsdatum gilt der 7. Oktober 1593, der 22. Jahrestag des Sieges von Lepanto und der Tag der Hl. Justina von Padua, die zur Schutzheiligen von Palmanova bestimmt wurde. Palmanova war als Festungsstadt der Republik Venedig zum Schutz vor den Türken angelegt.

Das Wappen von Palmanova

Später diente die Festung der Verteidigung gegen die Habsburger, die das benachbarte Friaul und Görz beherrschten. Diese Aufgabe erfüllte die Stadt über zweihundert Jahre, ehe sie von Napoleon erobert wurde, der Venetien im Frieden von Campo Formio 1797 Österreich überließ, von 1806 bis 1814 seinem Königreich Italien eingliederte, dann aber endgültig den Österreichern abtreten musste. Die Kapitulation Venedigs wurde in Palmanova unterzeichnet. 1866 fiel Palmanova schließlich an Italien.

Palmanove, die Festungsstadt

Waum der Löwe „Austria“ hiess. Klar, wegen Don Juan. Dem berühmten Regensburger Sohn Barbara Blomberg’s und Kaiser Karl des 5. Auf einem Ölgemälde aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich von Juan Pantoja de la Cruz, im Museo del Prado, Madrid, sieht man den Löwen zu Füssen Don Juans liegen. Auch auf seinem Grabstein in der Grablege der Habsburger El Corial liegt der Löwe zu seinen Füssen.

Ursprung des Löwen: Der Löwe war ein Abschiedsgeschenk von König Mulei Jamida Emir von Tunis an Don Juan von Österreich.

Aussehen und Verhalten: Trotz seines Namens und seines wilden Aussehens war der Löwe zahm und gehorsam und wurde als sehr anhängliches und Don Juan treues Tier beschrieben.

Gewohnheiten: Er lag Don Juan beim Essen zu Füßen, schlief in seinem Schlafzimmer und bewegte sich wie ein Lakai neben ihm. Selbst wenn er wütend wurde, beruhigte ihn ein einfacher Befehl von Don Juan.

Die Geschichte des Löwen Austria

Symbolik: Mulei Jamida selbst sagte bei der Übergabe des Löwen, er könne so zwei Löwen betrachten: „den Löwen des Krieges“ (Don Juan) und „den Löwen der Wüste“ (den Löwen).

Ende der Geschichte: Der Löwe blieb im Palast in Neapel, als Don Juan nach Flandern aufbrach. Es heißt, der Löwe sei nach tagelangem Brüllen vor Kummer gestorben, als er von Don Juans Tod in den Niederlanden erfuhr.

Noch heute wird jedes Jahr die Stadtgründung und so der Sieg Don Juan de Austria’s gefeiert.


20.02.2025 – Die Galeere „Real“ von Don Juan de Austria

21. Februar 2025

Anfang Februar besuchte ich das Museu Maritim in Barcelona. Dort steht die Replika der Galeere „Real“. Diese Galeere war unter anderem das Flagschiff der grössten Galeerenschlacht ever in Lepanto. Der in Regensburg geborene Sohn Kaiser Karl V. und Halbbruder von König Philipp II. Don Juan de Austria führte die Flotte der Heilige Liga in die Schlacht gegen die Osmanen bei Lepanto.

Die Real war das 1568 in den Drassanes Reials de Barcelona erbaute Flaggschiff von Don Juan de Austria in der Seeschlacht von Lepanto 1571, der größten Galeerenschlacht der Weltgeschichte, in der die Flotte der vereinten christlichen Mittelmeermächte, der sogenannten Heiligen Liga, eine osmanische Flotte vernichtend schlug. Die Real und die Galeere Sultana, das Flaggschiff des türkischen Oberbefehlshabers Ali Pascha, waren schon bald nach Beginn der Schlacht in direktem Kampf Mann gegen Mann verwickelt. Dabei fiel Ali Pascha, von Musketenkugeln getroffen, verwundet auf Deck und wurde von einem spanischen Söldner enthauptet.

Anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971 wurde die Real im Museu Marítim von Barcelona originalgetreu nachgebaut und ist dort seitdem ausgestellt. Das Schiff war 60 m lang und 6,2 m breit, hatte 2,1 m Tiefgang und zwei Masten, und wog leer 237 Tonnen. Es wurde von 290 Ruderern bewegt und hatte in der Schlacht von Lepanto etwa 400 Seeleute und Soldaten an Bord. Während der Schlacht waren 50 Mann auf der oberen Plattform des Vorderdecks postiert, 50 auf der Mittschiffsrampe, jeweils 50 entlang beiden Seiten am Bug, 50 auf der Bootsplattform, 50 auf der Herdplattform, 50 an den Heckseiten, und noch einmal 50 auf der Heckplattform.


18.12.2024 – Das Leben von Barbara Blomberg

17. Dezember 2024

Servus. Mal wieder ein paar Infos über das „Drama Don Juan de Austria“. Diesmal geht es aber um seine leibliche Mutter:

Barbara wurde in der Regensburger Kramgasse 1527 als Tochter von Wolfgang Blomberg (Plumberger, Blombergh) und seiner Frau Sybilla Lohman (Loham) geboren.

Als Kaiser Karl V. Im Sommer 1546 zu einem Reichtag von April bis August anwesend war, zeugte er mit ihr einen später als Held von Lepanto bekannten Sohn.

Soweit, so bekannt (in Regensburg).

Dass Karl und Barbara sich nicht zufällig auf der Strasse trafen, muss wegen des erheblichsten Standesunterschiedes angenommen werden. Auch ist nichts bekannt, dass die Ratsherren, wie in Augsburg 1530, die 60 schönsten Jungfrauen der Bürger dem Kaiser bei der Ankunft anboten.

Der Reichtag bzw. die Diskussionen im Rat betreffend Religionsfragen fand damals noch im Erdgeschoss statt (dort ist heute das Tourismusbüro) und war für den 46-jährigen Kaise, der ohne feste Residenz ständig in seinem Reich von Neapel bis Saragossa per Pferd unterwegs war, eher ermüdend und langweilig.

Im ersten Stock (heute Reichssaal) befand sich ein grosser Tanzssaal, der von aussen von der Herzfleckseite (gab es damals noch nicht) per hölzerner Aussentreppe zugänglich war. Man feierte oft und viel. Es gab Gelage mit bis zu 100 Gängen (siehe München und Neapel). Viel Prunk und Weiberei während der 4 Monate Anwesenheit des gesamten Hofstaates mit Gefolge (etwa 1200 Personen).

Karl V. und Barbara in der Fotonevella aus Spanien. Dort kommt auch Jeronim (später Don Juan de Austria) vor.

Karl war zwar hochkatholisch und fest im Glauben, aber kein Kostverächter. Weder kulinarisch (Gicht vom vielen Fleisch in allen Gliedern) und der weiblichen Schönheit angetan. 7 Jahre früher (1539) war seine Königin Habsburger (Austria) Isabel von Portugal gestorben.

Und im logischen Sinne „auf der anderen Seite“ in der Kramgasse lebte eine Hübsche „Gürtelschnalle“, die gerne bei den Bällen einem jungen oder nichtmehrsojungen Sprössling gefällig war, beim Tanzen, Essen und sonst. Sie war dabei sicherlich nicht die einzige leichte Dame. Nur als Beispiel: Zum Konzil in Konstanz waren 700 Dirnen gemeldet. Nochmal 700 arbeiteten „freiberuflich ohne Anmeldung“. Also kann man davon ausgehen, dass ebenso viele Damen die 1000 Gefolgsleute von Kaiser Karl V. auf seinen Reichstagen „belustigten“.

Barbara Blomberg

Auch wenn es nicht die Regel war, Frau hatte durchaus Chancen und es war auch durchaus üblich, mit einem Fehltritt eines Edelmannes hinterher „ausgesorgt“ zu haben. Auf jeden Fall muss Barbara bei diesen Bällen aufgefallen positiv sein. Denn wie sonst hätte eine standmässig so weit untenstehende jemals Zutritt zu den Gemächern des Kaisers im „Goldenen Kreuz“ finden können?

Skandale konnte sich der Kaiser nicht leisten. Und es standen in Europa von Italien, über England, Frankreich, Flandern und Spanien ausreichend politisch heiratsfähige Edeldamen zur Verfügung. Trotzdem passierte es ein Jahr später.

Mit 15 Monaten später holten Kaiserliche Gesandten Hyronimus (Geronimo, erst mit 13 Don Juan) heimlich bei den Eltern von Barbara in Regensburg ab. Er kam zuerst unter die Obhut von Adrián Du Bois, dem Kammerdiener des Kaisers. Bis er 1550 nach Spanien versetzt wurde, um unter der Anleitung von Ana Medina, verheiratet mit Francisco Massy, ​​einem Bratschisten in der kaiserlichen Kapelle, erzogen zu werden.

Zurück zu Barbara. Wer war dieses Luder? Dieses junge Mädchen gehörte dem deutschen Bürgertum an und ihr Leben verlief, wie das jeder anderen Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns. Sie besuchte Gesangskurse und kultivierte sich in verschiedenen Künsten.

Im Jahr 1550 heiratete Barbara Blomberg (auf Kaiserliches Geheiss) Jeronimo Píramus Kegell (Jerome Pyramus Kegell). Im Gegenzug erhielt er die Position eines Kommissars der Armee des Kaisers am Hofe Marias von Ungarn in Brüssel (damals Flandern). Dort wachte der Vertraute des Kaisers Herzog (Duque) de Alba als Gouverneur von Flandern über „das Wirken von Barbara“.

Barbara schenkte Hieronymus zwei weitere Söhne. Einer ertrank unter ungeklärten Umständen 1569 in einem Brunnen. Der ältestere Sohn Pyramus diente unter Alba in der spanischen Armee in Flandern und schaffte es bis zum Oberst. Pyramus heiratete die Baroness de Saint-Martin und bekam 4 Kinder. Also hatte Barbara 4 Enkel.

Im Jahr 1569 starb neben dem jüngeren Sohn auch der Ehemann nach kurzer Krankheit. Dadurch fehlte es an Einkommen. Deshalb sprach ihr der Herzog von Alba über Kaiser Karl V. 4500 Gulden Jahresrente zu. Barabara war da 42 Jahre alt und hatte wenig Schönheit eingebüsst und Dank der großzügigen Jahresrente auch an Wert gewonnen.

Sie war nie ein Kind von Traurigkeit und hatte viele Verehrer. Und sie verkehrte in Bordellen. Das ist dokumentiert. Es bestand in Brüssel die Gefahr, dass die leibliche Mutter des Kaisersohnes Schande über den Sohn bringen könnte. Wegen ihres Lotterlebens und weil sie „unkontrolliert“ einen ihrer Verehrer heiraten könnte. Deshalb versetzte der Herzog von Alba sie nach Antwerpen, Gent und Luxemburg. Es half nichts.

Es kam dann 1576 zum einzigen und letzten Aufeinandertreffen des Sohnes mit der Mutter. In Absprache mit seinem Bruder König Philippe griff Don Juan zu einer List und überredete Barbara mit ihrem gesamten Haushalt nach Genua zu gehen, um sich von dort nach Neapel einschiffen zu lassen.

Das Schiff seglte dann aber nicht nach Neapel, sondern nach Nordspanien! Denn am 13. März 1577 ging sie im Hafen der kantabrischen Stadt Laredo von Bord. Magdalena de Ulloa, die Witwe von Luis Méndez Quijada, bei dem ihr Sohn (Don Juan) aufgewachsen und erzogen worden war, wartete am Hafen auf sie. Man hatte alles vorbereitet. Doch Barbara gebärdete sich ob dieser Täuschung „wie eine Wildkatze“.

Barbara zog begleitet von ihrem Sohn Conrado de Píramo, ihrer Schwiegertochter, der Baronin von Saint-Martín María de Algora, und ihren vier Enkelkinder und dem gesamten Haushalt in eine Villa, welcher der Magdalena de Ulloa gehörte.

Barbara Blomberg

Verschiedene Protokolle und historische Dokumente aus dieser Zeit dokumentierten den Besuch von Barbara Blomberg an verschiedenen Orten und Städten in Trasmiera, wo sie an verschiedenen Festen ihr zu Ehren teilnahm, die in der Provinz Merindad gefeiert wurden.

Magdalena de Ulloa zahlte alle Kosten der Unterbringung Barbaras und des mitgebrachten „Hofstaates“ inkl. Verpflegung zuerst aus eigener Kasse. Später beschwerte sie sich, dass von den 1,35 Mio Gulden von der Staatskasse von König Philippe nur 990.000 Gulden eingegangen waren.

Von dort aus lebte Barbara (nachdem sie sich beruhigt hatte) im kastilischen Kloster Santa María das Real de San Cebrián de Mazote, etwa 70 Kilometer von Valladolid entfernt. In einem eigenen Haus etwas abseits der Nonnen. Bis zum frühen Tod von Don Juan de Austria im Alter von 33 Jahren in Namur 1578.

Barbara war es im Kloster zu langweilig und sie bat König Philippe darum umzuziehen. Sie bekam in der kleinen Ortschaft Ambrosero einen Gutsitz und von König Philippe 3000 Gulden Jahresrente. Das Viertel dort wird heute noch „Madame“ genannt. Wie sie auch bereits in der Zeit in Flandern nach dem Tod ihres Ehemannes Jeronimo Kegel genannt wurde. Sie lebte dort vom Einkommen ihres Gutes zusammen mit der Familie ihres Sohnes.

Am 17. Dezember 1597 beendete die Geliebte von Kaiser Karl V. ihr Leben und wurde in der Märtyrerkirche San Sebastián des Klosters Monte Hano in Escalante (Kantabrien) beigesetzt. Sie wurde 70 Jahre alt.

Mehr Infos über das Kloster Monte Hano

Und hier mein Artikel zum Sterbeort Kloster Monte Hano hier auf WordPress.


17.12.2024 – Wo Barbara Blomberg ihre letzte Ruhe fand: San Sebastian de Hano

17. Dezember 2024

San Sebastián de Hano ist ein Kloster, das derzeit von Kapuzinerpatres bewohnt wird und sich in der Gemeinde Escalante (Kantabrien, Spanien) neben dem Berg Hano und den Santoña-Sümpfen auf der Insel Montehano befindet. Es wird auch Montehano-Kloster genannt. Am 6. November 1981 wurde es zum Nationaldenkmal erklärt.

Quelle https://maps.app.goo.gl/TbhELNg1RLCywV9X8?g_st=ac

Seine Ursprünge reichen bis ins Spätmittelalter zurück. Obwohl es vage Nachrichten gibt, dass an diesem Ort im 14. Jahrhundert ein Kloster existierte, wurde das Kloster erst im Jahr 1441 unter der Schirmherrschaft von Beltrán Ladrón de Guevara, Herr von Escalante und Graf von Zahalú, auf dem ehemaligen Kloster gegründet Einsiedelei oder Kapelle, die Unserer Lieben Frau vom Berg geweiht war und vom Franziskanerorden bewohnt wurde.

In seinen Anfängen befand sich das Kloster neben dem Hano auf einer von Sümpfen umgebenen Insel. Gegenwärtig ist diese geomorphologische Konfiguration verloren gegangen, aber aus dieser Bedingung leitete sich das 1491 von den Katholischen Königen gewährte Privileg ab, ein Boot zu besitzen, das zur Überquerung der Flussmündungen verwendet wurde, wenn der Zugang nicht über die Hano-Brücke möglich war. Die erhaltene historische Dokumentation ist reich an Streitigkeiten mit der nahegelegenen Stadt Escalante (Brennholzstreitigkeiten, Streitigkeiten über die Kontrolle der Flussmündungen usw.), die jahrhundertelang andauerten.

Im Jahr 1597 war es die Grabstätte von Barbara Blomberg, Mutter von Don Juan von Österreich und Geliebte von Kaiser Karl V.

Quelle: https://maps.app.goo.gl/rLdjgRo7r7Qi7T6z6?g_st=ac

Im 17. Jahrhundert wurde das Kloster einer umfassenden Renovierung unterzogen, die dazu führte, dass der Großteil der heutigen Architektur aus diesem Jahrhundert stammt. Bereits im Jahr 1808 gibt es Hinweise auf die Unterbringung napoleonischer Soldaten während der französischen Invasion. Im Jahr 1835 wurde das Kloster von Mendizábal beschlagnahmt und ging in private Hände über. Im Jahr 1879 schenkte die Gräfin von Casa Puente das Gebäude dem Bistum und es wurde vom Orden der Kleinen Kapuzinerbrüder bewohnt. Dort ist seine Tochter Joaquina de la Pezuela begraben.

1978 wurde das Kloster erneut restauriert.

Quelle: https://es.wikipedia.org/wiki/San_Sebasti%C3%A1n_de_Hano

Genauer Ort auf Maps: https://maps.app.goo.gl/SgGAkaVgLBiBHW9s8


06.11.2024 – Das Herz von Don Juan de Austria liegt in Namur (BE)

7. November 2024

Mit meinem Kollegen und Freund Axel bin ich von Tübingen aus auf dem Weg nach Gent zu einem international Workshop. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Namur bei der Kathedrale.

Was hat das mit Regensburg zu tun?

Gut, Kaiser Karl der 5. ist in Gent geboren. Und zwar am 24. Februar 1500 im Prinzenhof, Gent, Burgundische Niederlande; († 21. September 1558 in Cuacos de Yuste, Spanien) Er war ein Angehöriger des Herrscherhauses Habsburg, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als Karl I. König von Spanien.

Das Herz von Don Juan de Austria ist hinter dem Altar in dieser Kathedrale bestattet. Dort erinnert nur eine kleine Tafel an den „Superstar“ des 16. Jahrhunderts und Sieger bei Lepanto.

Der in Regensburg mit dem leichten Mädchen Barbara Blomberg (18) mit Karl dem V. (55) in der Herberge Goldenen Kreuz gezeugte Don Juan d’Austria war neben dem leiblichen Sohn Philippe II. der einzige aussereheliche Bastard, der von Kaiser Karl V. testamentarisch offiziell anerkannt wurde.

Die schöne Barbara muss Kaiser Karl V nachhaltig in Erinnerung geblieben sein. Denn Sie wurde finanziell und privat vom Kaiser. „versorgt“, der Sohn Don Juan wuchs bei gut situierten Pflefeeltern auf, bekam die gleiche Ausbildung, wie Philippe umd dessen Cousins.

Auf Befehl von König Philippe II. führt er mit nur 27 Jahren die Flotte der Heiligen Liga in die Schlacht von Lepanto und schlug die weit überlegenen Osmanen unter Ali Pascha vernichtend. Lepanto liegt in der Bucht bei Patras im Ionischen Meer

Danach diente Don Juan d’Austria dem spanischen König Philippe II. als Statthalter der Niederlande. Die immer stärker werdenden Generalstaaten der Niederlande zwangen ihn 1577 jedoch, Brüssel zu verlassen. Er zog mit einer selbst aufgestellten Streitmacht nach Namur, eroberte mit einem Handstreich die Zitadelle und begann. Er gewann in diesen letzten Tagen auch gegen die Protestanten.

Don Juan d’Austria verstarb am 1. Oktober 1578 im Feldlager Bouge bei Namur nach monatelangem Siechtum vermutlich an Typhus. Im Alter von 31 Jahre.

Oder er wurde vergiftet, denn drei Mordanschläge durch die Englische Krone schlugen fehl. Elisabeth die Erste befürchtete, dass sich Don Juan, wie nach dem Sieg von Lepanto vom Papst vorgeschlagen, mit Maria Stuart vermählen könnte. Philippe liess diese Ehe aber nicht zu, nachdem auch auf ihn ein Mordanschlag durchgeführt wurde. Maria Stuart starb durch die Axt.

Auf Wunsch seines Halbbruders, König Philipp II. von Spanien, sollte der Leichnam von Don Juan de Austria nach Spanien überführt werden. Dazu wurde dieser zerteilt und in Satteltaschen durch Frankreich nach Madrid geschmuggelt, um dort wieder zusammengesetzt zu werden. Letztlich wurde er im El Escorial, der Grablege der spanischen Könige, beigesetzt. Sein Leichnam ruht in Kapelle 5 des Pantheon der Infanten.

Kathedrale von Namur – Saint-Aubain (St. Alban) Spätbarock Kirche

Sein Herz wurde in Namur bestattet und ruht in einem Behältnis hinter der Erinnerungstafel im Chor von St. Aubain. (Sankt Alban).

Weil gerade eine Beichte abgehalten wurde, konnten wir nicht hinter den Altar schauen. Leider.

Don Juan de Austria und seine Zeit (16 Seiten Vortrag, PDF)

https://www.heimatforschung-regensburg.de/1980/1/973749_DTL1615.pdf

https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Namur

Die Königliche Stätte San Lorenzo de El Escorial (spanisch Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial)

https://de.wikipedia.org/wiki/Real_Sitio_de_San_Lorenzo_de_El_Escorial


01.10.2024 – Konstanz: Die Imperia

1. Oktober 2024

Die Imperia ist eine Statue im Hafen von Konstanz am Bodensee, entworfen und ausgeführt von Peter Lenk.

Die am 24. April 1993 aufgestellte Figur ist aus Beton gegossen, neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer und dreht sich tagsüber mit Hilfe eines Drehtisches innerhalb von vier Minuten einmal um die eigene Achse.

Im Sockelbauwerk ist eine ältere Pegelmessstation integriert, die von einem begehbaren Steg umgeben ist. Die satirische Darstellung des Konzils von Konstanz geht auf eine frivole Erzählung von Honoré de Balzac aus dessen Tolldreisten Geschichten zurück.

Die Statue der Imperia erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Sie zeigt eine üppige Kurtisane, der ein tiefes Dekolleté und ein Umhang, der nur von einem Gürtel notdürftig geschlossen wird, eindeutige erotische Ausstrahlung verleihen.

Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei zwergenhafte nackte Männlein. Der Mann in ihrer rechten Hand trägt auf seinem Haupt die Krone eines Königs und hält einen Reichsapfel in der Hand; die Figur in ihrer Linken trägt eine päpstliche Tiara und sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen.

Es ist nicht eindeutig, ob die Figuren Porträts von den Machthabern zur Zeit des Konstanzer Konzils, Kaiser Sigismund und Papst Martin V., darstellen, oder ob sie allgemein als Personifikationen die weltliche und die geistliche Macht repräsentieren sollen.

Während der 4 Jahre des Konstanzer Konzils befanden sich durchschnittlich 700 gemeldete Huren in der Stadt. Man schätzt, dass nochmals die doppelte Anzahl nicht gemelderter Damen anwesend waren und gutes Geld sowohl unter den weltlichen, wie auch mit den geistlichen Vertretern verdienten.


06.09.2024 – Das Reichstagsgebäude in Regensburg

6. September 2024

Die Fenster zum Erker wurden dann geöffnet, wenn der Kaier selbst anwesend war. Dann liess er sich dort sehen und von den Bürgern huldigen.

Angeblich traten Gesetze und Beschlüsse nur dann in Kraft, wenn diese vom Schreiber vom Erker aus ausgerufen wurden. Das ist allerdings nicht nachweisbar. Aber eine schöne Geschichte.

Altes Rathaus in Regensburg. Blick vom Rathausplatz, links die Neue-Waag-Gasse.

Der Versammlungssaal befand sich übrigens zuerst im Erdgeschoss. Im Obergeschoss war ein öffentlicher Tanzsaal, der nur über eine hölzerne Aussentreppe erreichbar war. Die heutige Treppe mit dem berühmten Portal mit „Schutz und Trutz“ entstand erst, als der Verbindungsbau zwischen Altem Rathaus und Reichtagsgebäude gebaut wurde.

Das Gebäude mit dem Erker ist übrigens nicht das „Alte Rathaus“, Sondern das Gebäude rechts vom Torbogen zum „Roten Herzfleck“. Die Patrizierburg mit dem 55 Meter hohen Turm ist das ursprüngliche „Alte Rathaus“. Und zwar Mitte des 13. Jahrhunderts. Östlich davon verlief der nördliche Teil der Römermauer zur Porta Prätoria und am Schnittpunkt zum Kohlenmarkt in südlicher Richtung die Westmauer.

Im „Tanzsaal“, welcher heute zum document.Reichstag gehört, entstand ausserdem eines der längsten Worte im deutschen Wortschatz. Und zwar 1803.

„Der Reichsdeputationshauptschluss (genauer: Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation) wurde am 25. Februar 1803 im Alten Rathaus von Regensburg gefasst. Der Beschluss war die Grundlage für das letzte bedeutende Gesetz, das während der Zeit des Heiligen Römischen Reiches beschlossen wurde.“

Die Leitung der Deputation oblag Johann Aloys Josef Freiherr von Hügel, dem kaiserlichen Konkommissar (unter Kaiser Franz II.) am Immerwährenden Reichstag zu Regensburg. An den 50 Versammlungen ab 1802 waren auch Vertreter des Deutschen Ordens anwesend.

Der Immerwährende Reichstag war von 1663 bis 1806 die Bezeichnung für eine dauerhafte Versammlung der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich. Die Versammlung tagte im Reichssaal und in weiteren Sälen des Alten Rathauses in Regensburg. Die Geschichte der Reichstage in Regensburg begann jedoch schon früher.

Während vor 1594 die Reichstage immer an anderen Orten im Reich stattfanden, traf man sich ab diesem Jahr nur noch in Regensburg mit wechselnden Vertretern von Kirche und Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Gesandten anderer Staaten (Russland, Rom, Venedig, Frankreich, Schweden, Niederlanden etc.). Erst ab 1663 nahmen immer die selben Vertreter teil, was dieser Versammlung den Namen „Immerwährender Reichstag“ gab.

Beachtenswert ist, dass seit der Umwandlung des Reichstags in den Immerwährenden Reichstag die regierenden Landesherren kaum noch selbst vor Ort anwesend waren, sondern sich durch sogenannte Komitialgesandte vertreten ließen, die in Regensburg häufig mit Familien sesshaft wurden. Damit handelte es sich also um einen Gesandtenkongress.

Der Kaiser selbst wurde ebenfalls durch kaiserliche Prinzipalkommissare vertreten, die ab 1748 durchgehend der Familie Thurn und Taxis angehörten. Auf diese Weise wurde Regensburg zum Sitz von etwa 70 Komitialgesandtschaften von Staaten, die Landbesitz im Heiligen Römischen Reich hatten und von reichsunmittelbaren deutschen Fürstentümern, Reichsstädten und Reichsklöstern.

Das Museum zu den Reichstagen und die Räume im Kellergeschoss (Gefängnis und Folterkammer) sind immer einen Besuch wert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Rathaus_(Regensburg)


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