20.02.2025 – Die Galeere „Real“ von Don Juan de Austria

21. Februar 2025

Anfang Februar besuchte ich das Museu Maritim in Barcelona. Dort steht die Replika der Galeere „Real“. Diese Galeere war unter anderem das Flagschiff der grössten Galeerenschlacht ever in Lepanto. Der in Regensburg geborene Sohn Kaiser Karl V. und Halbbruder von König Philipp II. Don Juan de Austria führte die Flotte der Heilige Liga in die Schlacht gegen die Osmanen bei Lepanto.

Die Real war das 1568 in den Drassanes Reials de Barcelona erbaute Flaggschiff von Don Juan de Austria in der Seeschlacht von Lepanto 1571, der größten Galeerenschlacht der Weltgeschichte, in der die Flotte der vereinten christlichen Mittelmeermächte, der sogenannten Heiligen Liga, eine osmanische Flotte vernichtend schlug. Die Real und die Galeere Sultana, das Flaggschiff des türkischen Oberbefehlshabers Ali Pascha, waren schon bald nach Beginn der Schlacht in direktem Kampf Mann gegen Mann verwickelt. Dabei fiel Ali Pascha, von Musketenkugeln getroffen, verwundet auf Deck und wurde von einem spanischen Söldner enthauptet.

Anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971 wurde die Real im Museu Marítim von Barcelona originalgetreu nachgebaut und ist dort seitdem ausgestellt. Das Schiff war 60 m lang und 6,2 m breit, hatte 2,1 m Tiefgang und zwei Masten, und wog leer 237 Tonnen. Es wurde von 290 Ruderern bewegt und hatte in der Schlacht von Lepanto etwa 400 Seeleute und Soldaten an Bord. Während der Schlacht waren 50 Mann auf der oberen Plattform des Vorderdecks postiert, 50 auf der Mittschiffsrampe, jeweils 50 entlang beiden Seiten am Bug, 50 auf der Bootsplattform, 50 auf der Herdplattform, 50 an den Heckseiten, und noch einmal 50 auf der Heckplattform.


01.10.2024 – Konstanz: Die Imperia

1. Oktober 2024

Die Imperia ist eine Statue im Hafen von Konstanz am Bodensee, entworfen und ausgeführt von Peter Lenk.

Die am 24. April 1993 aufgestellte Figur ist aus Beton gegossen, neun Meter hoch, 18 Tonnen schwer und dreht sich tagsüber mit Hilfe eines Drehtisches innerhalb von vier Minuten einmal um die eigene Achse.

Im Sockelbauwerk ist eine ältere Pegelmessstation integriert, die von einem begehbaren Steg umgeben ist. Die satirische Darstellung des Konzils von Konstanz geht auf eine frivole Erzählung von Honoré de Balzac aus dessen Tolldreisten Geschichten zurück.

Die Statue der Imperia erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418). Sie zeigt eine üppige Kurtisane, der ein tiefes Dekolleté und ein Umhang, der nur von einem Gürtel notdürftig geschlossen wird, eindeutige erotische Ausstrahlung verleihen.

Auf ihren erhobenen Händen trägt sie zwei zwergenhafte nackte Männlein. Der Mann in ihrer rechten Hand trägt auf seinem Haupt die Krone eines Königs und hält einen Reichsapfel in der Hand; die Figur in ihrer Linken trägt eine päpstliche Tiara und sitzt mit übereinandergeschlagenen Beinen.

Es ist nicht eindeutig, ob die Figuren Porträts von den Machthabern zur Zeit des Konstanzer Konzils, Kaiser Sigismund und Papst Martin V., darstellen, oder ob sie allgemein als Personifikationen die weltliche und die geistliche Macht repräsentieren sollen.

Während der 4 Jahre des Konstanzer Konzils befanden sich durchschnittlich 700 gemeldete Huren in der Stadt. Man schätzt, dass nochmals die doppelte Anzahl nicht gemelderter Damen anwesend waren und gutes Geld sowohl unter den weltlichen, wie auch mit den geistlichen Vertretern verdienten.


13.07.2024 – Die Orgel im Regensburger Dom St. Peter

13. August 2024

Im Regensburger Dom hängt die mit 18 Metern grösste und mit 37 Tonnen schwerste Kirchenorgel der Welt. Eben: Weltrekord! (Die grösste stehende Orgel befindet sich im benachbarten Passau)

Der Regensburger Dom gehört neben dem Kölner Dom zu den bedeutendsten gotischen Kathedralen in Deutschland. Er entstand in Nachfolge eines romanischen Doms, der jedoch abbrannte und von dem noch ein Turm (Eselsturm) erhalten ist.

Nachdem der alte Dom infolge von Bränden in den Jahren 1272 und 1273 endgültig zerstört worden war, wurde im Jahr 1275 mit einem Neubau begonnen. Ab 1450 war das Gebäude überdacht und nutzbar.

Die grösste hängende Domorgel der Welt

Die Vervollständigung der beiden Türme und Turmhelme erfolgte zwischen 1859 und 1869 finanziert durch König Ludwig den I. von Bayern, der in diesem Zeitraum auch die Walhalla umd die Befreiungshalle bauen liess.

Über 700 Jahre hat es gedauert, bis der Dom eine ihm angemessene Orgel erhielt. Bis dahin war es vor allem eine Orgel, welche im Chorraum stad und die Regensburger Domspatzen, die mit ihrem Gesang die lange Geschichte der Musica Sac­ra am Regensburger Dom geschrieben haben. Gebaut wurde sie in jahrelanger Arbeit von der vorarlberger Firma Rieger Orgelbau

Die Bauzeit dauerte 7 Monate. Bischof Gerhard Ludwig Müller weihte die 1,7 Millionen Euro teure Orgel am 21.11.2009 bei einem Vespergottesdient ein. Die Orgel hängt an einer in 35 Metern unter dem Dachstuhl nachträglich montierten Stahlkonstruktion an nur zwei 3 Zentimeter dicken Stahlseilen.

Der Spieltisch (ca. 15 m über dem Boden) ist zugänglich über einen Aufzug, der frei hängend an vier Seilen auf den Boden des Kirchenschiffs abgesenkt werden kann.

Termine der Orgelkonzerte

https://domplatz-5.de/dom/domorgel/


20.11.2022 – Rückblick: Sheik Al Thani bei Siemens in Regensburg Oktober 2000

20. November 2022

Übrigens: Das heutige Staatsoberhaupt Tamim bin Hamad Al Thani durfte ich 2000 durch die „Blaue Lagune“ – dem Showroom bei Siemens Regensburg führen. Damals war er noch Prinz von Katar.

Geschichte am Rande: Er kam von München her mit seinem Security mit dem Helikopter und landete auf dem Parkplatz Siemensstrasse 10 – dem heutigen Gelände des Entwicklungszentrums von Continental.

Wir begrüssten uns, dann klingelte sein Mobile. Er entschuldigte sich bei mir für die Unterbrechung mit den Worten „Meine Mam wollte wissen, ob ich sicher angekommen sei!“. Ich antwortete „Dont worry. Meine Mam will das auch jedesmal wissen“. Wir lachten und hatten viel Spass einen tollen Nachmittag. Alles nur Menschen.

Er hat übrigens eins seiner „Häuschen“ mit instsbus ausgestattet. Erwin Dewies kann da mehr erzählen. Ich erinnere mich noch an ein rundes Bett, dass man durch die Decke fahren konnte und an Glasschiebetüren, die sich wegen Sand in den Schienen nicht oft öffnen liessen.

Sheik Al Thani in Regensburg Oktober 2000

Bildbeschreibung: Beim Aufräumen fiel mir eine alte Siemens Zeitschrift in die Hand: „A&D Konkret Oktober 2000“. Damals war Sheik Al-Thani (der damalige Sohn des Herrschers über Katar) in Regensburg zu Besuch in der Siemensstrasse betreffend KNX (damals noch instabus EIB). Er kam mit einem Helikopter von München her (wohnte im Münchner Hof) und hatte einen Bodyguard und Übersetzer dabei. Kurz nach der Landung während der Begrüssung klingelte sein Mobiltelefon. Es war seine Mama, die sich Sorgen machte, ob er auch gut angekommen sei. Und er solle sofort anrufen, wenn er wieder zurück fliegt. Damit war zwischen uns das Eis gebrochen. Wir lachten und meinten, dass es wohl überall auf der Welt mit Mamas gleich sei.


19.05.2010 – Thailändische Regierung verhängt nächtliche Ausgangssperre für Bangkok

19. Mai 2010

Wir sind gerade von einem Ausflug an die Südspitze von Koh Chang zurück gekommen. Nach dem Duschen schaltete Nanee den Fernseher ein, um sich über die aktuelle Situation in Bangkok zu informieren. Ihr Eltern hätten sie schon mindestens 10x angerufen, da sie wissen, dass wir eventuell diese Tage in Bangkok verbringen könnten – was aber nicht ist. Wir sind in Koh Chang! Das einzige was für mich gefährlich ist: Die Sonne! Ich hab mir an den Armen einen Sonnenbrand geholt. Mal sehen, wie er sich heute Nacht entwickelt.

ABER: Zur Lage in Bangkok und immer aktuell (siehe unten)

Ein Regierungssprecher teilte soeben in Englischer Sprache mit, dass heute Abend ab 20 Uhr bis morgen Früh 6 Uhr eine AUSGANGSSPERRE (Curfew) für Bangkok ausgesprochen wird – zum ersten Mal in der Geschichte Thailands. Ausserdem wird das Fernsehprogramm auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Fernsehsendern gleichgeschaltet, damit jeder immer über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden ist.


Lad Prao Live Webcam Bangkok 18:40 Uhr
Weitere Webcam HIER

Aktuelle Verkehrssituation in Bangkok MIT Webcams HIER

Man solle sich als Thailänder möglichst nur in dringendsten Fällen auf die Strasse begeben. Darüber hinaus werde speziell für die Sicherheit der ausländischen Bürger und Reisenden gesorgt. Wenn Urlauber in dieser heutigen Nacht (19.05. auf 20.05.) von 20 Uhr bis 6 Uhr Ortszeit in Bangkok unterwegs sein müssten (wegen Transfer etc.), so sind auf jeden Fall REISEPASS und TICKETS griffbereit zu halten, damit die Abfertigung an den Strassensperren zügig von Statten gehen können. Es bestehe kein Grund zur Sorge. Die Transferrouten seien speziell abgesichert. Die Truppen und Volunteers würden heute Nacht überall in Bangkok Poste beziehen und Strassenkontrollen durchführen.

Die Situation eskalierte heute am frühen Morgen gegen 6 Uhr, als Regierungstruppen mit gepanzerten Fahrzeugen und Baggern die Barrikaden rund um das Konsularviertel Silom beseitigten. Dabei sei es vereinzelt zu Schusswechseln und Molotowwürfen gekommen. Der itialienischer Photojournalist Fabio Polenghi aus Milano kam dabei ums Leben. Die Redshirt-Demonstranten hätten Reifenbarrikaden entzündet, worauf das Militär vorrückte. Bei einer gezielten Operation seien vier leitende Führer der Redshirts festgenommen worden.

Daraufhin zündeten versprengte Demonstranden Teile des Einkaufszentrums CENTRAL WORLD PLAZA an und behinderten die Rettungskräfte und anrückenden Feuerwehren das Feuer zu löschen. Die Sendestation des Fernsehsenders HSTV Thai TV Color Ch3 im MALONEEN TOWER (3199 Maleenon Tower, Rama-4 Road, Klongtoey, Bangkok) wurde von den Redshirts gestürmt, besetzt und teilweise in Brand gesetzt – aktuell sendet er nicht – Mattscheibe. Während der Maloneen Tower brannte, wurden über die Helikopterplattform Menschen gerettet. In einigen Gebäuden und Strassenzügen fällt der Strom ganz oder teilweise aus.

Ebenso betroffen ist die THAI STOCK EXCHANGE im selben Viertel. Das Gebäude wurde gestürmt und angezündet. Auch das Areal rund um den Lumpini Park (Nightmarket) steht teilweise in Flammen. Darüber hinaus existieren Bericht von mindestens 5 weiteren nördliche Provinzen neben Bangkok. Dort wurden zeitgleich mehrere Gebäude der Regierung gestürmt, besetzt und beschädigt. 7/11-Geschäfte und Bankfilialen in Bangkok sind dem Redshirt-Feldzug zum Opfer gefallen.

Wärend es in den Urlaubsgebieten sehr ruhig zugeht und nichts von den fernen Ausschreitungen zu spüren ist, kann von Ruhe in Bangkok leider nicht mehr gesprochen werden – zumindest ist jetzt unsicherer, als bis heute Morgen, als man noch wusste, wo sich die Redshirt-Demonstranden aufhalten. Ausserdem fehlen ihnen nun die Führer, die regulierend eingreifen könnten und der Mob regiert. Oder es handelt sich um eine von langer Hand eingefädelte und geplante Aktion nach dem Motto: „Wenn wir gefangen werden, dann stehen 10x so viele auf!“. Das wird sich noch zeigen. 

Gerade wird berichtet, dass die THAI STOCK EXCHANGE und ALLE BANKEN in THAILAND am Donnerstag und am Freitag schliessen werden.

Ich werde versuchen die aktuellen Ereignisse zeitnah hier zu ergänzen.

18:25 Uhr: Es wird von mindestens 20 brennenden Gebäuden in Bangkok gesprochen. Das Fernsehbild zeigt menschenleere Strassen und nur vereinzelt Fahrzeuge.

Update 20.05.2010: In Bangkok scheint weitgehend Ruhe eingekehrt zu sein. Recht eindrucksvolle Bilder zeigt der Tagesanzeiger in einer Online-Serie. Das grösste Einkaufszentrum Thailands (das zweitgrösste Süd-Ost-Asiens) – das Central World Plaza – ist komplett ausgebrannt. Der Lumpinipark gleicht einem ehemaligem Schlachtfeld. Die Rama IV-Road ist von abgebrannten Reifenstapeln in Mitleidenschaft gezogen und von Müll übersäht.

Die Ausgangssperre für Bangkok wurde mittlerweile bis Samstag (Quelle) auf weitere 23 Provinzen ausgedehnt (Quelle). Insgesamt wurden seit Beginn der Proteste Mitte März 82 Menschen – darunter ein italienischer Photojournalist – getötet und rund 1800 verletzt. 45 51 der 82 Menschen starben bei im Zeitraum der Ausschreitungen.

Update 15:41 Uhr: Die Bankfilialen in Thailand werden am Freitag wieder geöffnet sein, nachdem Beschwerden eintrafen, weil dadurch Zahlungen und Buchungen über Tage nicht mehr durchgeführt werden könnten. Die Tourismusbehörde vermutet mittlerweile einen Verlust im Tourismussektor bis zu 120 Milliarden Baht (120 billion baht in revenue). (Quelle)

Update 21:03 Uhr: Der Bangkok Skytrain und die Subway werden am Freitag 21.05.2010 den Betrieb einstellen. (Quelle)

Kommentar:
Welche Auswirkungen die anhaltenden Unruhen auf die Wirtschaft und den Ruf von Thailand – das Land des Lächelns – haben wird, ist noch unabsehbar. Manche Quellen sprechen bereits von einem Schaden von über 3 Milliarden US-Dollar allein für die Tourismusindustrie, welchee 15% des Bruttosozialproduktes von Thailand ausmacht und woran auch Tausende von Arbeitsplätzen hängen. Auch wenn es in den südlichen Urlaubsgebieten ruhig ung gelassen zugeht, wird sich dies in den Buchungszahlen niederschlagen; denn für die Reiseanbieter ist es ein absolutes Übel Reisende in ein unsicheres Land zu senden bzw. ein unruhiges Reiseland zu empfehlen. Quellen sprechen z.B. von Buchungsrückgängen von über 20% im Vergleich zum Vorjahr, in welchem die Gelbhemden schon einmal den Hauptflughafen Thailands für Tage blockierten. Zuerst der Tsunami und nun politische Zerwürfnisse mit einem noch noch nie dagewesenen aufeinandertreffen von Demonstranden und Militär wird das Land für Jahre im Schockzustand behalten.


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