Wieder habe ich den ersten Flug Fuchs-Teufels-früh morgens gebucht. Aber man kommt mit dem ÖV nicht rechtzeitig zum Flieger. Kein Zug fährt und meine Lieben Kollegen wollte ich nicht wieder belästigen.
Ergo bin ich am Abend zuvor zum Airport gefahren. Bis um 22 Uhr kann man Gepäck einchecken. Dann kann man in den Sicherheitsbereich/Passagierbereich reingehen. Oder ins Hotel gehen.
Da eine liebe Freundin extra wegen mir *freufreu* ihre eigene Anreise über Zwischenstopp Zürich mit exakt dem gleichen Flieger gebucht hatte, verbrachten wir die Nacht gemeinsam einsam am Airport.
Und es wird einsam. Ab 22 Uhr schließt der letzte Rollläden. Die letzten Flieger landen um 23:30 Uhr. Die Passagiere kommen aber nicht im Zentralbereich zwischen Terminal A und B durch, sondern werden direkt zu den Gepäckbändern geleitet und dann ab dafür.


















Nur Transitgäste bleiben übrig und verteilen sich auf die grossen Terminals, deren Beleuchtung ebenso ab 11 Uhr reduziert wird, wie die Flutlichter auf dem Flughafengelände.
Einsam Streifen Security und Putztrupps durch die Gebäude. Schweiz typisch fährt eine Hebebühne durch den Zentralbereich. Man hört nur das Warn-Piepsen beim Fahren und die Hydraulik beim auf und ab. Oben im Korb sitzt ein weiterer Einsamer und putzt mit einem überdimensional langen Wischmob die filigranen Träger der Glaskonstruktion.
Von Menschen gesäubert versprüht die Flughafenarchitektur in Zürich einen eigenen Charme. Ganz anders, als sonst, wo ein Ameiaenhafen an Reisenden meist entweder in Reisestress oder in Reisefiber durch den Dutyfree eilen, versuchen die Anzeigen auf den grossen Displays zu verstehen und dann doch in Richtung des falschen Gate laufen.
Aber in Zürich ist wie in der ganzen Schweiz alles sauber. Alles glänzt. Auch die Beschilderung und Leitlinien sind vorbildlich. Sie müssen ja auch international verständlich sein. Nicht zuletzt räumt der Flughafen Zürich jedes Jahr satte Preise im Flughafenranking ab.
Aber auch bei den Preisen für die Verpflegung zwischendurch ist der Flughafen einsame Spitze. Zwei Kaffee Creme und zwei Buttergipfli zum Frühstück schlagen mit satten 18 CHF ins Kontor.
Apropos Frühstück. Gegen halb Fünf morgens belebt sich das Treiben in den Terminals langsam wieder. Zwar haben noch keine Geschäfte geöffnet, aber es gibt Frühstück im NZZ Café, Märchen und Prince. Zu den oben genannten Spitzenpreisen.
Aber dafür ist der Service typisch international, immer original schweizerisch korrekt, eben einer europäischen Verkehrsdrehscheibe würdig.

So war unsere kurze Nacht um 5 Uhr vorbei. Um 6 Uhr begann das Boarding. Langsam, so langsam, dass die Stewardessen über „Speed-Boarding“ laut nachdachten. Um 6:35 Uhr startet die A320 pünktlich in die zögerlich aber farbenfroh aufgehenden Sonne, die noch weit im Osten über einer klaren und wolkenlosen Horizont die ersten Strahlen des Tages schickte. Bei 7 Grad.






