07.06.2026 – Teneriffa: Der Sommer, als der Teide wieder brüllte

7. April 2026

Es war der 9. Juni 1798, und während die Nachwirkungen der Französischen Revolution noch in ganz Europa nachhallten, begann auf der Insel Teneriffa die Erde mit einer Wucht zu beben, die die Einheimischen seit fast einem Jahrhundert nicht mehr erlebt hatten. Nicht der gewaltige Gipfel des Teide spie Feuer, sondern sein kleinerer Bruder, der Pico Viejo, auch bekannt als Chahorra.

Drei Monate lang öffneten sich die sogenannten „Nasen des Teide“ und gaben den Blick frei auf ein Schauspiel von erhabener und zugleich furchterregender Schönheit.

Für die Bauern Teneriffas im späten 18. Jahrhundert war der Ausbruch nicht nur ein geologisches Phänomen; er war eine göttliche Botschaft. Chroniken jener Zeit berichten von spontanen Prozessionen und Gebeten in nahegelegenen Dörfern wie Guía de Isora und Vilaflor.

  • Das Dröhnen: Der Lärm der Explosionen war auf der ganzen Insel und sogar auf den Nachbarinseln zu hören. Es war kein gleichmäßiges Geräusch, sondern ein rhythmisches Grollen, das an schweres Artilleriefeuer aus dem Erdinneren erinnerte.
  • Die ewige Nacht: Die Aschewolken waren so dicht, dass die Sonne, einigen Berichten zufolge, an manchen Tagen wie eine verblasste Kupfermünze aussah und die Menschen gezwungen waren, mittags Kerzen anzuzünden.

Gab es Vergleichswerte? Natürlich. Die Angst von 1798 wurde durch die kollektive Erinnerung an den Ausbruch des Trevejo im Jahr 1706 genährt, der den einst blühenden Hafen von Garachico unter sich begraben hatte.

„Die Menschen blickten zu den Berggipfeln und fürchteten, dass Feuerströme zur Küste hinabfließen und die Tragödie wiederholen würden, die Jahrzehnte zuvor das Handelsjuwel der Insel vernichtet hatte.“

Anders als bei Garachico blieb die Lava von Chahorra in der riesigen Caldera von Las Cañadas „gefangen“, doch das orangefarbene Leuchten am Nachthimmel erinnerte alle daran, dass sie auf einem Riesen lebten, der nur schlief.

Trotz der Angst war 1798 anders. Es war die Blütezeit der Aufklärung, und während einige beteten, beobachteten andere mit Teleskopen, machten sich Notizen und zeichneten zum ersten Mal das Naturschauspiel.

Nur ein Jahr nach dem Ende des Ausbruchs, 1799, besuchte der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt die Insel und wanderte auf den noch warmen Lavaströmen von Chahorra. Er bestaunte die Zusammensetzung des Gesteins und die gewaltigen Spalten, aus denen das Magma ausgetreten war. Es war einer der ersten Momente, in denen der Teide aufhörte, nur ein Ort der Guanchen-Legenden (Echeyde, die Wohnstätte von Guayota) zu sein, und zu einem natürlichen Labor für die moderne Welt wurde.

Wenn man heute den Teide-Nationalpark besucht, sind die schwarzen, zerklüfteten Lavafelder entlang der Straße im Gebiet der Narices del Teide die stummen Zeugen jenes Sommers. Was wir heute voller Ehrfurcht und Frieden fotografieren, war 1798 eine brutale Mahnung, dass die Natur nicht um Erlaubnis fragt, sich zu verändern.

Carlos Cólogan Soriano
Chronik 18 von Teneriffa


30.03.2026 – Teneriffa: Eine Reportage aus den späten 80ern

30. März 2026

… vermute ich schwerstens. Imposanter Mittelpunkt der größten Kanareninsel ist der Teide, mit beinahe 4000 m der höchste Berg Spaniens. Bizarre Kraterlandschaften mit tiefen Schluchten, aber auch liebliche Täler zeichnen das Bild. Hervorzuheben ist das Orotava-Tal, in dem das Städtchen La Orotava mit kolonialem Charme und besonders farbenfrohen Festen sowie die Hafenstadt Puerto de la Cruz mit ihrer wechselvollen Vergangenheit bezaubern.

Weiter führt die Film-Reise nach Los Christianos und die Playa de las Americas. Sehenswert ist die lebhafte Haupt- und Hafenstadt Santa Cruz de Tenerife. Frühere Hauptstadt sowie Universitäts- und Bischofssitz mit prachtvollen Herrenhäusern im kanarischen Stil ist La Laguna.


30.03.2026 – Die Alhambra: Das Haus der Nasriden

30. März 2026

Im 14. Jahrhundert hat auf der Iberischen Halbinsel die Wiedereroberung muslimischer Herrschaften durch christliche Könige längst eingesetzt. Die Tage der Muslime in Al-Andalus scheinen gezählt. Damit sich die Nachwelt an Yusuf I. und das Haus der Nasriden erinnert, lässt er hoch über Granada einen Palast errichten, der zu den Juwelen islamischer Baukunst zählt: die Alhambra.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hat auf der Iberischen Halbinsel die Reconquista, die Wiedereroberung muslimischer Herrschaftsgebiete durch christliche Könige, längst begonnen. Die Tage der Muslime in Al-Andalus scheinen gezählt. Seit dem frühen 8. Jahrhundert herrschen sie im Süden des heutigen Spaniens.

In Granada ist es im 14. Jahrhundert das Herrscherhaus der Nasriden. Nach einer vernichtenden Niederlage beschließt der Nasride Yusuf I., der Nachwelt einen Palast zu hinterlassen, der die Erinnerung an die glanzvolle Zeit der Muslime in Stein verewigt. Er und sein Sohn Muhammad V., der den berühmten Löwenhof errichten lässt, beauftragen mit der Ausführung und Überwachung des Baus ihren Wesir Ibn al-Khatib und dessen Schüler Ibn Zamrak.

Die Verse der beiden Dichter zieren noch heute die Wände dieses Juwels islamischer Baukunst.
Über den Bau der Alhambra kommt es zu einem Zerwürfnis dieser Männer, das in der Flucht Ibn al-Khatibs, seiner späteren Verurteilung zum Tod und der Verbrennung seiner Bücher endet.
Die Aufzeichnungen des Universalgelehrten Ibn al-Khatib über Granada und den Bau der Alhambra im 14. Jahrhundert bilden die Grundlage dieser filmischen Reise hinter die Mauern eines der schönsten und geheimnisvollsten Bauwerke der Welt.

Für die zentrale Rolle des Ibn al-Khatib konnte der aus Ägypten stammende Hollywoodschauspieler Amr Waked gewonnen werden. Das Dokudrama will die architektonische, religiöse und kulturelle Bedeutung der Alhambra entschlüsseln und eines der goldenen Zeitalter europäischer Geschichte würdigen.

Dokumentarfilm von Isabel Fernández (E 2021, 87 Min)

#alhambra #andalusien #palast
Video verfügbar bis zum 31/05/2026

Übrigrns: Ende Oktober sind wir in Malaga und Granada.


25.03.2026 – Teneriffa: Inselrat ruft höchste Alarmstufe aus und aktiviert Militär-Notfallhilfe

25. März 2026

📢 Der Inselrat von Teneriffa hat für den Norden der Insel die höchste Alarmstufe ausgerufen, die Notfallstufe auf 2 erhöht und die Militärische Notfalleinheit (UME) aktiviert.

Der Inselrat von Teneriffa hat den Notfallplan (PEIN) aktualisiert und ihn aufgrund der Verschärfung des Sturms Therese und der zunehmenden Unwetter auf der Insel ab Dienstag, dem 24. März, 20:40 Uhr, auf Notfallstufe 2 angehoben.

„Diese Entscheidung ist notwendig, um angesichts dieses außergewöhnlichen Ereignisses entschlossen zu handeln“, erklärte die Präsidentin des Inselrats, Rosa Dávila.

„Wir befinden uns in einer extremen Gefahrensituation. Die Intensität der Regenfälle und die Entwicklung des Sturms zwingen uns zu weiteren Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung.“

„Wir bitten die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben, unnötige Reisen zu vermeiden und den Anweisungen der Rettungsdienste unbedingt Folge zu leisten. In dieser Zeit rettet Vorsicht Leben.“ ⚠️

Die Entscheidung fiel, nachdem die staatliche Wetterbehörde (AEMET) eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe (höchste Gefahrenstufe) wegen Starkregens herausgegeben hatte. Es wurden Niederschlagsmengen von bis zu 60 Litern pro Quadratmeter und Stunde erwartet, was die Lage als extrem gefährlich einstufte. 🌧️🔴

In Gebieten wie Tacoronte, Mesas del Mar und der Metropolregion fielen durch die #Regenfälle bereits über 80 Liter pro Quadratmeter und Stunde. Es wurden über 500 Vorfälle gemeldet.

Angesichts der Schwere der Lage hat der Inselrat die Regierung der Kanarischen Inseln aufgefordert, den regionalen Notstand auszurufen und die Militärische Notfalleinheit (UME) zur Verstärkung der Einsatzkräfte auf der Insel einzusetzen. 🚒🟡

Weitere Informationen ⬇️
https://www.diariodetenerife.info/cabildo-declara-alerta-maxima-en-norte-tenerife-sube-nivel-2-emergencia-y-activa-ume/


25.03.2026 – Teneriffa mit stärksten Unwettern seit über 30 Jahren

25. März 2026

UPDATE: Inselrat erhöht Alarmstufe

Mit Erschrecken verfolge ich seit 3 Stunden, was im Norden der Insel abgeht. Sturmtief Theresa zieht westlich der Kanaren vorbei und trifft auf La Palma, Gran Canaria und eben Teneriffa.

Seit Stunden zieht ein heftiger Gewittersturm über die Insel. Mit heftigen Niederschlägen über Santa Cruz, Anaga-Gebirge, La Laguna, El Sauzal, El Pris, La Orotova, Los Realejos und Puerto de la Cruz.

Die Inselregierung hat um 22 Uhr Alarm ausgelöst und auf den Mobiltelefone informiert.

Die Notfall Einsatzkräfte befinden sich im Dauereinsatz. Strassen und Plätze sind bereits überflutet. Manche Kanalsysteme können die Wassermenge von 80-120mm pro Quadratmeter nicht aushalten.

In Puerto de la Cruz mussten sich in einer überfluteten Unterführung 5 britische Touristen auf das Dach eines Shuttlebusses flüchten.

Der Plaza del Charco ist ebenso überflutet. Charco heisst übrigens „Pfütze“.

Puerto de la Cruz – Plaza del Charco

Beeindruckende Fotos aus Garachico

Weiter Videos unter „Shorts“ in meinem Youtube Kanal


21.03.2026 – Fähre Konstanz: Etz fahr’n Wir über’n See..

21. März 2026

… über’n See. Jetzt fahr’n wir über’n See!

Oder, wie es Chris de Burg in den 80ern empfahl: „Don’t pay the Ferryman, until he gets you to the other Side!“

Das Café ist geöffnet. Keine Butterbreze mehr. Eh gut für die Figur. Kühle 11 Grad Lufttemperatur. Wasser will ich gar nicht wissen. Brrr..


20.03.2026 – Regenbogen über Punta Brava

20. März 2026

Puerto de la Cruz Playa Jardin und Punta Brava. Ein Regenbogen kündigt das Ende von Sturmtief Theresa an.

Morgendlicher Schnappschuss

Nein, ich bin grad nicht dort. Hier in der Schweiz ist es auch grad sonnig. Aber das Meer fehlt halt.

Quelle
https://www.facebook.com/share/p/17qt4on8BL/


15.03.2026 – Ausflug zum Teide 1927

15. März 2026

Das Foto wurde von einem Negativ und dem dazugehörigen Umschlag erhalten; darauf befindet sich die Notiz: Ausflug zum Teide, 1927.

Wilde Fahrzeuge, wilde Strassen, ein Abenteuer.

https://www.facebook.com/groups/old.tenerife/?ref=share


14.03.2026 – Das vergessene Erbe der arabischen Heilkünste ARTE Dok

15. März 2026

Kann das Wissen von Al-Kindi, Al-Razi oder Avicenna neue Perspektiven für die Medizin der Zukunft eröffnen? Von Fès über Rabat und Istanbul bis nach Straßburg begibt sich ein Wissenschaftsteam auf die Spur vergessener Manuskripte der arabischen Medizin des Mittelalters. Der Dokumentarfilm schlägt eine Brücke zwischen den Gelehrten früherer Jahrhunderte und heutigen Forschenden.

Können alte Heilkünste den Weg für innovative Therapien ebnen? In den Bibliotheken von Fès, Rabat und Istanbul entdecken französische Forscher ein faszinierendes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte neu: die arabische Medizin des Mittelalters. Zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert legten Gelehrte wie Al-Kindi, Al-Razi, Avicenna oder Geber mit systematischen Beobachtungen, Experimenten und sorgfältigen Aufzeichnungen die Grundlagen der modernen Pharmakologie. Ihre lange verkannten oder gar verdrängten Schriften zeugen von einer erstaunlich modernen Denkweise, die auf einem experimentellen, streng klinischen Ansatz basiert.

Diese Wiederentdeckung bildet den Ausgangspunkt einer außergewöhnlichen Forschungsarbeit. Historiker, Biologen und Chemiker des CNRS bündeln ihren Sachverstand, um dieses vergessene Wissen neu zu erschließen. Die Dokumentation wandelt kontinuierlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei wird deutlich: Die Werkzeuge der Wissenschaft haben sich verändert, ihre Methode ist jedoch dieselbe geblieben – beobachten, vergleichen, experimentieren.
In Bibliotheken entschlüsseln die Forscher arabische Texte des Mittelalters, in Laboren prüfen sie die Hypothesen der einstigen Gelehrten. Ein von Avicenna beschriebenes Mittel gegen Hautinfektionen bildet das Herzstück der Untersuchung und steht sinnbildlich für die Weitergabe von jahrhundertealtem Wissen. Zugleich stellt die Dokumentation grundlegende Fragen: Warum wurde dieses Wissen aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt? Weshalb blieb das goldene Zeitalter der arabischen Medizin im Westen so lange unbeachtet?

Dokumentarfilm von Mathieu Schwartz und Anaïs Van Ditzhuyzen (F 2025, 90 Min)

#medizin #heilkunst #doku
Video verfügbar bis zum 27/10/2026

https://www.arte.tv/de/videos/118234-000-A/das-vergessene-erbe-der-arabischen-heilkunst/


07.03.2026 – Raquel Welch drehte am Teide

7. März 2026

Die weltberühmte US-Schauspielerin und das Sexsymbol der 1960er/70er Jahre drehte einen ihrer bekanntesten Filme, „Eine Million Jahre vor unserer Zeit“ (1966), in der markanten Vulkanlandschaft des Teide-Nationalparks auf Teneriffa. Raquel Welch verstarb im Februar 2023.

Die schöne Schauspielerin Raquel Welch in Las Cañadas del Teide, Teneriffa

Raquel Welch drehte am Teide

Raquel Welch drehte 1966 im Teide-Nationalpark auf Teneriffa den berühmten Steinzeitfilm „One Million Years B.C.“ (Geköpft, eine Million Jahre vor unserer Zeit). In ihrem ikonischen Ziegenfell-Bikini sorgte sie als „Loana“ für Aufsehen. Die mondähnliche Landschaft um die „Roques de García“ diente als perfekte Kulisse.

Film: „One Million Years B.C.“ (1966).
Drehort: Teide Nationalpark, insbesondere bei den „Roques de García“.
Bedeutung: Es war eine der ersten großen Hollywood-Produktionen auf Teneriffa.
Raquel Welchs Rolle: Ihr Auftritt im Fellbikini machte sie über Nacht zum internationalen Sexsymbol.

Der Teide-Nationalpark auf Teneriffa ist aufgrund seiner bizarren Vulkanlandschaft seit Jahrzehnten ein beliebter Drehort für internationale Produktionen.

Mehr Informationen zu Raquel Welch hier