24.02.2025 – Don Juan de Austria: Messina und Regensburg


In Regensburg steht beim Rathaus eine Kopie der Bronzestatue von Don Juan de Austria. Dem wohl berühmtesten Helden der Stadt aus Sicht der Spanier, weil er neben vielen anderen Erfolgen in kriegerischen Auseinandersetzungen, die Schlacht bei Lepanto über Ali Pascha gewann. Er ist aber auch der meistverachtetste Sohn der Stadt Regensburg, weil er zwar in Regensburg geboren wurde (und das noch unehelich), aber nie in seine Geburtsstadt zurückkehrte.

Das Original aus 1573 steht in Messina

Das Denkmal für Don Juan de Austria in Messina, 1572 vom Senat der Stadt in Auftrag gegeben, ist eine Bronzestatue von Andrea Calamech, die den Sieg in der Seeschlacht von Lepanto (1571) würdigt. Sie steht heute auf der Piazza dei Catalani, zeigt den Admiral in Rüstung mit dem Fuß auf dem Kopf eines besiegten Feindes und symbolisiert den Triumph der Heiligen Liga.

Ursprünglich 1573 in der Nähe des Königspalastes errichtet, wurde das Denkmal nach Zerstörungen durch Aufstände (1674-1678) und Erdbeben (1783, 1908) mehrfach versetzt, bevor es 1928 an seinen jetzigen Standort kam.

Die Statue zeigt den jungen Anführer in spanischer Rüstung, mit dem Kommandostab in der Hand. Unter seinem Fuß liegt der Kopf des osmanischen Kapitäns Müezzinzade Ali Pascha.

Seine Galeere attackierte am 07.10.1571 hob zwei weiteren Galeere geschoben direkt die Admiral Galeere von Ali Pascha. Obwohl er seiner Mannschaft befohlen hatte Ali Pascha lebend gefangen zu nehmen, um eine bessere Verhandlungsbasis wegen der Osman-Kriegen zu bekommen, stürmten etwa 200 Männer sofort nach der heftigen Kollision die Galeere. Ali Pascha wurde trotz schwerer Gegenwehr seiner Leibgarde von Musketenkugeln tödlich getroffen.

Ali Paschas Flaggschiff, die Sultana, lieferte sich ein direktes Duell mit dem Flaggschiff der Heiligen Liga, der Real, die von Don Juan de Austria kommandiert wurde.

Während des blutigen Nahkampfs an Bord der Sultana wurde Ali Pascha durch einen Schuss (vermutlich Arkebuse) am Kopf getroffen.

Entgegen dem Wunsch von Don Juan de Austria, der von der Brutalität angewidert gewesen sein soll, wurde Ali Paschas Kopf auf eine Pike gesteckt und auf dem Mast der Real zur Schau gestellt.

Ali Pascha’s Tod markierte das Ende der osmanischen Dominanz im Mittelmeer und war ein entscheidender psychologischer Moment in dieser berühmten und grössten Schlacht im Mittelmeer.

Eine Schlachtbeschreibung findet man hier.

Die Kopie der Statue von Don Juan de Austria in Regensburg

Regensburg betrachtet Don Juan de Austria (geboren 1547 im Goldenen Kreuz) als berühmten, wenn auch historisch umstrittenen Sohn der Stadt. Er wird als illegitimer Sohn Kaiser Karls V. und Barbara Blombergs gesehen, der zum „Held der Christenheit“ nach der Schlacht von Lepanto aufstieg. Ein 1978 errichtetes Denkmal am Zieroldsplatz ehrt ihn, ist jedoch wegen seiner Rolle umstritten. Die Statue wurde immer wieder kritisiert, weil Don Juan auf einem „Türkenschädel“ stehe und dies heute nicht mehr in die Zeit passen würde. Der historische Blick des damals für Spanien (und Europa) wichtigen Sieges wird dabei ausgeblendet.

Im Gegensatz zur Regensburger Sicht der Dinge ist die Seeschlacht von Lepanto (1571) ist fester Bestandteil des Geschichtsunterrichts in Spanien. Da sie als einer der bedeutendsten militärischen Siege unter der Herrschaft von Philipp II. gilt, wird sie im Rahmen der spanischen Geschichte der Frühen Neuzeit behandelt

Sekundarstufe (ESO): Im Fach „Geographie und Geschichte“ wird die Schlacht meist im zweiten oder dritten Jahr thematisiert, wenn der Aufstieg und die Vorherrschaft des Spanischen Weltreichs (Monarquía Hispánica) im 16. Jahrhundert auf dem Plan stehen.

Abiturphase (Bachillerato): Im zweiten Jahr des Bachillerato ist „Geschichte Spaniens“ ein Pflichtfach. Hier wird Lepanto als entscheidender Wendepunkt im Konflikt mit dem Osmanischen Reich und zur Sicherung der christlichen Vorherrschaft im Mittelmeer gelehrt.

Kulturelle Bedeutung: Oft wird im Unterricht auch die Verbindung zu Miguel de Cervantes hergestellt. Der „Don Quijote“-Autor kämpfte in der Schlacht, wurde dort verwundet und verlor die Beweglichkeit seiner linken Hand, was ihm den Beinamen „Der Einarmige von Lepanto“ (El Manco de Lepanto) einbrachte.

Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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