23.05.2009 – Regensburg: „Auf die Maidult auf a Mass“ oder „Fesche Dirndl beim bayerischen Tabledance“

24. Mai 2009

Oder zwei? Oder „Vom harten Leben des Fahrers“. Für den gibt’s nämlich nur „Radler“. Aber der Reihe nach. Zum krönenden Abschluss des gemütlichen langen Wochenendes in Regensburg trafen wir uns mit Chris, Beat, sowie Bernhard nebst Begleitung auf der Regensburger Dult. Treffpunkt das nicht vorhandene Thurn&Taxiszelt beim Eingang links. Bernhard hatte seine Geburtstagsfeier gut überstanden und ein weiterer lauer Maiabend begrüsste uns und so dauerte es nicht lang, bis die erste halbe Bier auf dem Tisch stand und wir gemütlich plaudernd die vielen Dirndl begutachteten.

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Wir empfanden es als durchgängig positiv, dass alte Sitten und Gebräuche wieder auf der Dult Eingang finden. Nach dem ersten Test des vergorenen Gerstensaftes wechselten wir die Stellung und wanderten mit den lockeren Menschenmassen Richtung Glöcklzelt. Von der guten Musik und der Stimmung liessen wir und ins Innere locken und fanden sogar einen Platz mit Aussicht.

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Zu einer anderen Tradition gehört, dass es sich bald Verheiratete nicht nehmen lassen den Jungfrauen- oder Junggesellenabschied auf der Dult zu feiern. Wir sahen etliche der männlichen oder weiblichen Gruppen durch das Zelt pilgern. Eine der bald verheirateten Damen liess sich zu einem Foto überzeugen, nachdem ich ihr zwei Brezen abkaufte. Allerdings konnte ich sie nicht dazu überreden es sich noch einmal zu überlegen. Tja, das Leben ist grausam. Nein, nicht für mich. Im Zelt tanzte derweil der Bär und nicht wenige auf den Bänken – „bayerischer Tabledance“ sozusagen.

Wir blieben, bis die Bänke hochgeklappt wurden und verliessen dann den Ort wirklicher bayerischer Gemütlichkeit. Da kann sich jedes Oktoberfest sauber verstecken. Prost!


Events in der Schweiz: 15./16.08.2009 – Thai Food Festival 2009 in Bülach

20. Mai 2009

Oder „Denn das Gute liegt so nah!“. Ein weiteres „Thai Food Festival 2009“ findet in Bülach in der Stadthalle statt. Und zwar am Wochenende vom 15.08. bis 16.08.2009. Neben gutem Thai-Food und anderen kulinarischen Leckerbissen soll die Thailändische Rockband überhaupt auf ihrer Europatour vorbei schauen: SEK LOSO (Trailer). Auch Mike Piromporn und weitere Acts reichern das musikalische Angebot an. Also nix wie Termin vormerken und im August hin!

UPDATE 24.07.2009 (Quelle Bülach.ch „Stadtkalender“):

Stadthalle Bülach & Areal

Grosses Thai-Foodland „Openair-Weekend“ am 15. und 16. August 2009 mit Saturday Night Live in Concert!

  • 30 Marktstände
  • Thaifood-Spezialitäten
  • OTOP-Handycraft
  • live Handycraft-Art
  • Mai-Thai Zelt
  • Sepak Takraw
  • Original Thaiboxen
  • Live Thaiband
  • Kultur-Show’s
  • Kinder-Attraktion und vieles mehr

Samstag, 15. August 2009, 11.00 bis 20.00 Uhr Open-Air, 19.00 bis 02.00 Uhr in der Stadthalle

Sonntag, 16. August 2009, 11.00 bis 19.00 Uhr

Am Samstag spielt zusätzlich die populäre Band Sek Loso – Mike Piromporn, Vorgruppe The Sinful Saints

Tickets: CHF 55.- Abendkasse, CHF 48.- Vorverkauf, CHF 35.- Jugendtarif 13 bis 17 Jahre alt, nur mit Ausweis an der Abendkasse. Foodland Gratis Eintritt!

Informationen/Vorverkauf bei Thai-, China- & Asiashops in Ihrer Region.

Weitere Auskünfte unter Telefon 078 920 89 03 / 079 608 89 03 oder tom_maithai@hotmail.com

Veranstalter Maithai Entertainment

Stadthalle Bülach
Allmendstrasse 8
8180 Bülach
www.buelach.ch
(Lageplan via Google Maps)


Events in der Schweiz: 25./26.07.2009 – Thai Food Festival 2009 in Bern

20. Mai 2009

Das diesjährige „Thai Food Festival 2009“ findet am Samstag 25.07. und Sonntag 26.07.2009 in der thailändischen Botschaft in Bern statt. Thailand pflegt schon seit Jahrzehnten eine wirtschaftliche Beziehung mit der Schweiz. König Chulalongkorn baute diese wundersame Beziehung bereits im Jahr 1897 auf. Auf dem heutigen Gelände der thailändischen Botschaft in Bern wurde 1997 ein Pavillon errichtet. Dieser Pavillon soll an die über 100jährige Beziehung zwischen Thailand und der Schweiz erinnern. Das heutige Gebäude der Königlich Thailändischen Botschaft und der Pavillon wurden im Mai 1998 durch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn eröffnet. Hier ein paar Impressionen auf Flickr.

Termin also vormerken!

Königlich Thailändische Botschaft
Royal Thai Embassy
Kirchstrasse 56
3097 Bern-Liebefeld
(Wegbeschreibung)

via think eMeidi


Events in Regensburg: 26.06. – 28.06.2009 Regensburger Altstadtfest 2009 (Bürgerfest 2009)

10. Mai 2009

INFO: Bilder sind online – siehe Kommentare

Dieses Jahr findet das „Regensburger Bürgerfest 2009“ vom 26.06. bis 28.06.2009 statt. Es hat nun doch Informationen und das Programm im Internet. Nur soviel: Das Motto heisst „Vereine gestalten Bürgerkultur“. Was soll’s! Ich poste einmal zwei Bilder und ein paar Links vom letzten Mal vor zwei Jahren. So bekommt der eventuelle Leser einen kleinen Eindruck vom Fest.



Mehrwert:


28.04.2009 – Mercer-Studie 2009: Wien überholt Zürich oder „Haberer vor Eidgenossen“

27. April 2009

Ohoh. Das gibt ein Rauschen im Blätterwald. Und eventuell Verstimmungen in den Nachbarschaftlichen diplomatischen Beziehungen. Zuerst der Steuerstreit und nun das: Nach der weltweit anerkannten und von Mercer alljährlich durchgeführten Studie „Global – Quality of Living Survey“ überholte die Österreichische Stadt Wien unser aller Zürich, welches X Jahre die Hitliste der lebenswertesten Städte unangefochten anführte.

  1. Wien
  2. Zürich
  3. Genf
  4. Vancouver
  5. Auckland

Zwar folgt sofort nach Zürich die Schweizer Stadt Genf, aber den goldenen Lorbeer erhält dieses Jahr eben Wien. So wie ich das aus dem Pressetext heraus lese, kam der Sieg von Wien durch die erstmalige Bewertung der Infrastruktur der jeweiligen Stadt zustande. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die absolute Häufung von Baustellen und die allgegenwärtigen Blitzkästen in Zürich müssen den negativen Ausschlag gegeben haben! Das schreckt Urlauber und Besucher sicherlich am meisten ab.


26.04.2009 – Zürich: Die Story und die Bilder vom Zürich Marathon 2009

26. April 2009

Ein Wochenende: Freunde zu Besuch, „kummst ned rein“, 6:30 Uhr am Sonntag aufstehen, Zürich Marathon 2009. Ganz normal? Ja, fast. Aber der Reihe nach. Am Freitag Abend, kurz vor der Tagesschau, Mike und ich befanden uns gerade im Aufbruch zur „Vernissage“, klingelte das Telefon: Peter alias „Somali“ war dran. Er und Ingo („Super-Ingo“) seien noch 1,5 Stunden von Zürich entfernt und somit bei der Anreise zu uns. Warum? Beide würden am Zürich Marathon 2009 teilnehmen.

Somit legten Mike und ich die Jacken wieder ab und warteten auf die Beiden. Und so kam es, dass „Somali-Peter“ kurz nach der Ankunft exakt 1,5 Stunden später in unserem Auto sass und zur „Vernissage“ in die Stadt mitfuhr. Tja, aber alles kam ganz anders. Gegen 22:15 Uhr kamen wir vor der Alten Börse an, zeigten brav unsere Eintrittskarten, aber der „Gorilla“ vor der Tür meinte mit fremdländisch angehauchten Schweizer Dialekt lediglich „Nur mit Stempfel oder Bändli, sunscht erscht ab 23 Uhr wieder, warte!“. Ich runzelte die Stirn, las erneut die Zeile „Vernissage von 18 Uhr bis 4 Uhr morgens“ auf der Karte und schaute mich Hilfe suchend um. Der „Kleiderschrank“ wich aber nicht zur Seite. Somit wandten wir uns unverrichteter Dinge ab und suchten unser Heil in einer freundlicheren Lokalität. Diese fanden wir im „Nachtflug“, wo wir je zwei „Panasch“ zu uns nahmen und den gemütlichen Abend ausklingen liessen.


Am Samstag zeigten wir „Somali-Peter“ kurz die Stadt und den wichtigsten Aussichtspunkt. Vom Albis über den See wiesen wir ihm den Weg für den morgigen Marathon. Dann besorgten wir mit ihm seine Startnummer und trafen uns dabei mit „Super-Ingo“. Anschliessend organisierten wir noch die nötigen Überlebensmittel zur gesunden Füllung des Kühlschrankes, welche wenig später zur Vorbereitungsnahrung für unsere Athleten in Form eines Grillabends dienen sollte. Am Abend machten wir noch einen kurzen Abstecher ins „Le Halles“ und schlossen sehr früh gegen Mitternacht im „Don Weber“ die Vorbereitungen unseres Schützlings für die 42,195 km ab.


Sonntag 6:30 Uhr war der Tag dann nicht mehr in Ordnung. Es hiess am Tag des Herren aufstehen, Duschen, Kaffee trinken und los ging es zur Startzone. Wir lieferten „Somali-Peter“ dort ab und suchten uns einen Parkplatz in der Umgebung des Uetliberg-Tunnels, fanden einen und postierten uns auf erhöhter Position, um dem Massenstart beizuwohnen. In der Masse der Marathonis und -Vrenis konnten wir dann weder „Somali“ noch „Super-Mario“ entdecken. Allerdings kamen die Massen ob der Geschwindigkeitsunterschiede etwas besser vereinzelt an gleicher Stelle wieder aus der Röhre. Und so fanden wir zumindest „Somali“ als Fotoobjekt wieder.


Nachdem so ziemlich alle 5900 Läufer an mehr oder weniger locker an uns vorbei liefen, verlegten wir den strategischen Aussichtspunkt Richtung Innenstadt. Schliesslich fiel bei Mike und mir ob der frühen Morgenstunde unserer Abreise aus der gepflegten Wohnhöhle das wichtige Frühstück aus, welches nachgeholt werden musste. Ein gemütliches Plätzchen für das verspätete Morgenmahl fanden wir direkt am Kiosk am See beim Mythen-Quai. Dort liess es sich ansehnlich in der Sonne verweilen und auf die ersten Läufer im Zielraum warten, welche nach exakt 2:10 Stunden eben dort eintrafen.








„Somali-Peter“ strebte nach eigener Auskunft eine Zeit um die 3:30 Stunden an, welche er aber als Trainingszeit vorher abtat, weil er fünf Wochen pausieren musste. „Super-Mario“ wäre mit einer Zeit knapp über 4 Stunden zufrieden. Somit warteten wir an der Absperrung mit Aussicht auf den Asphalt auf die Freunde. So entstanden insgesamt über 600 Bilder der Läufer und vom Ambiente drum herum, bis schliesslich die beiden Recken an uns vorbei liefen. Nach einem kurzen Telefonat trafen wir uns im Zielraum, wo „Somali“ gerade „Super-Mario“ auf die Beine half.
„Somali-Peter“ kam mit 4:09.48,6 (M45) als 533. an. „Super-Mario“ erreichte4:15.58,3 (M30) und kam auf Platz 866.

Im Anschluss schossen wir noch ein paar Bilder direkt am See beim „Aqua“ und trennten uns dann kurzzeitig, da wir uns zur Siegesfeier samt Stärkungsmahl in der Sperlix-Wohnung verabredeten. So kam es, dass wir alsbald frisch geduschte Freunde an unserem runden Tisch auf der Terrasse vorfanden und nach Strich und Faden mit Weissbier, Leberkäs, Tomaten-Mozzarella-Salat und süssem Senf verwöhnt wurden, bevor sie die Heimreise in das ferne Land, welches man „Oberpfalz“ nennt, antraten.

Nein, die Pony’s waren nur Fotomotiv am Ende des Tages und kamen weder auf den Teller noch haben die vier etwas mit Marathon zu tun. Viele, viele Fotos der Marathon-Läufer und -Läuferinnen findet Ihr im Album.

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200 Bilder mit vielen Teilnehmern des Zürich Marathon 2009


24.04.2009 – Events in Zürich: Tweakfest Vernissage in der alten Börse

23. April 2009

Am Freitag 24.05.2009 startet das dritte Tweakfest in Zürich. Und Familiennamenskollege Tom hat uns zur abendlichen Vernissage eingeladen. Wer Lust hat, kommt einfach hin.

Im Anschluss an die Konferenz lädt die Digital Culture Association zur Ausstellungs-Vernissage am Freitagabend 24. April 2009 in der Alten Börse ab 18:00 Uhr. Mit einem Referat zum Status quo der Medienkunst, einer Podiumsdiskussion, interaktiven Installationen, einer Auktion digitaler Kunst und Multimedia-Performances starten wir in den Abend. Der Eintritt zur Vernissage kostet CHF 10.-. Den Timetable gibts hier.

Ich nehme natürlich die Digicam mit 🙂


09.04.2009 bis 20.04.2009 – „Pictures of a Journey“ oder „In 10 Days to Neverland and back“

21. April 2009

Es kostete mich zwei Tage die über 800 Bilder zu sortieren, nachzubearbeiten und schliesslich in einem Album auf den Server zu laden. Hier also nur ein Ausschnitt der Fotos vom Kurzurlaub auf Koh Samui als kleine Bildergeschichte.


„The Piers“


„Invitation to Relax“


„Traditional Welcome Drink“


„Looking for some Seashells“


„PeterPan and the Lost Boys“


„Nang Far“


„My Easy Rider“


„Wellcome to the Jungle“


„Look away – Look away“


„Smile for me“


„Getting wet!“


„I shoot you!“


„Taking a shower“


„Songkran Casting“


„Playing with Water“


„Rolling Bathtube“


„I believe i can fly“


„Stranded Goods“


„Into the Blue“


„Neverland Island“


„The Water is gone to Europe“


„No! My Name is NOT Nemo!“


„Room with a View“


„Frangipani Plumeria“


„Singapore Sling“


„Got ya!“


„Colour up my Life!“


„Look into my Eyes“


„The Photographer“


„Chair’s Back to Back“



„High Noon“


„The Rock“


„The Walk of Life“


„Mobile Phone Lady“


„The Island in the Sun“


„Fruitshakes“


„Thunderstorm aproching“


„Carwash“


„Having a Break“


„Angel Eyes“


„Springtime Sundowner“


„Silent Lake“

Alle Bilder sind hier zu finden in 10 Alben.


18.02.2009 – Thailand: Ruedi’s Bilder von Khaolak online

19. Februar 2009

Das Thermometer draussen sinkt auf -8 Grad und ich bearbeite Urlaubsbilder nach. Grotesk, oder? Heute gab mir Ruedi die von ihm auf Khaolak geschossenen Fotos. Bei vielen höre ich beim Betrachten förmlich das Meer rauschen. Hammergute Bilder hat Ruedi da geschossen. Und ich schwelge derweil in Erinnerungen.

Tja, das ist noch gar nicht so lange her. Da verbrachten Patricia, Ruedi, Brigitte, Hans, Nanee und ich ein paar wunderschöne gemeinsame Ferientage – im Januar – in der Sonne. „Es wird Zeit, dass der Sommer kommt!“ denke ich und schaue auf das Thermometer: -9 Grad, sinkend.

Alle Bilder von Ruedi gibt es hier oder durch Klick auf das Bild.

Mehr Artikel vom letzten Thailand-Urlaub:


12.05.2008 – Sinnfreie Schweizer Diskussionen am Beispiel von Esther Maurer und der Streetparade

12. Mai 2008

Eigentlich wollte ich ja auf keinerlei politische Diskussionen mehr im Blog eingehen. Aber die momentan vollkommen aus dem Ruder laufende Diskussion um die „Streetparade“ schlägt dem Fass wieder einmal den Boden aus. Worum geht es? Langsam, ich erkläre es.

Zitat Esther Maurer: „Jugendliche aus der ganzen Schweiz und dem Ausland kämen nach Zürich, um sich zu besaufen.“ und weiter „Bei der Streetparade 2007 mussten 250 Personen wegen Alkohol- und Drogen behandelt werden“.

Es darf angemerkt werden, dass 2007 über 800 000 Besucher anwesend waren.

Wer ist eigentlich Esther Maurer?
Tja, das fragte ich mich auch. Wahrscheinlich möchte deshalb die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer (SP) ihren Bekanntheitsgrad steigern (stehen Wahlen an??); denn bisher kannte die weder ich noch sonst irgendjemand in meinem Umfeld – und das ist gross und durchaus in oder um Zürich ansässig. Geht es momentan um diese Diskussion, so schütteln alle nur mit dem Kopf und winken ab. Jede Werbung ist eine gute Werbung, auch wenn es eine schlechte Werbung ist, wie in diesem Fall.

Aber seit der sinnfreien Diskussion um das „Barverbot“ an der grössten Veranstaltung dieser Art weltweit und eine mögliche Nichtgenehmigung der nächsten Streetparade 2009 aus vollkommen an den Haaren herbei gezogenen Argumentationen ohne jegliches Fundament und scheinbar ohne Hintergrundwissen, kennt so ziemlich jeder in Zürich die Polizeivorsteherin. Somit denke ich, dass hier ein vollkommen anderes Kalkül dahinter steckt.

„an den Haaren herbeigezogen“:
Bei 800 000 Besuchern kam es bei 250 Personen zu einer Behandlung wg. Alkohol und Drogen. Das sind glatte 0,03125 % der Besucher. Wer sich das nicht vorstellen kann: 0,3125 Promille der Besucher mussten sich wegen Alkohol ODER Drogen behandeln lassen. Oder sagen wir es anders: 3 Personen pro 10 000 Besucher!

Zum Vergleich:

„Rund 300 000 Alkoholabhängige leben in der Schweiz….“ (Quelle KTIP 2001)

Was bei 7,591 Millionen Einwohnern (2007) in der Schweiz inklusive Kind und Kegel einen Prozentsatz von 3,952 ausmacht! Oder: Von 100 Personen sind 4 alkoholabhängig.

Zum Vergleich hier die offiziellen Zahlen der „Sanitätsstation Münchner Wiesn“ vom letztjährigen Oktoberfest 2007 ohne nähere Betrachtung meinerseits:

Die Einsatzzahlen (Zahlen 2007: hochgerechnet bis Ende Oktoberfest, 2006 in Klammern: offizielle Endzahlen der 18-tägigen Wiesn) im Einzelnen:

  • Trageneinsätze: 1781 (1934)
  • Patienten: 7914 (9581)
  • Nichtärztliche Hilfeleistungen: 4693 (6077)
  • „Bierleichen“: 565 (569)
  • Abtransporte: 542 (651)
  • Operationen: 702 (595)
  • Eingesetze Helfer/Ärzte: 1549/206 (1621/207)

Stellen Sie sich einfach mal vor, der Polizeipräsident von München – Prof. Dr. Schmidbauer – würde anhand dieser Zahlen in einem Interview für eine Münchner Tageszeitungen androhen, dass nächstes Jahr das Oktoberfest – „Die Wiesn“ – nicht mehr genehmigt wird, weil der Bierkonsum dermassen überhand genommen hat!!

Schon beim Rauchverbot in den Zelten der Wiesn gab es einen mittleren Aufstand der Festwirte. Was meinen Sie, was bei dieser Drohung „nächstes Jahr kein Oktoberfest wegen saufende Jungendliche“ los wäre – nicht nur bei den Festwirten. Für Prof. Dr. Schmidbauer ist diese Diskussion sicherlich undenkbar. Aber in Zürich diskutiert man freudig mit Esther Maurer und schenkt ihr die gewünschte Beachtung. Sinnfrei!

Darüber hinaus ist die Herkunft der Zahl „250“ vom Interview und die tatsächliche Ursache der Behandlung nicht nachvollziehbar, da eine Quelle fehlt. Was aber bei dem Prozentsatz/Promillesatz bereits irrelevant ist. Sicherlich tragisch für die Betroffenen, aber der Veranstalter kann hierfür nicht verantwortlich gemacht werden. Sondern diejenigen, die sich den Alkohol und sonstige Drogen eben selbst verabreichen.

Unvorbereiteter Kreuzzug gegen den Alkohol? Oder unermesslicher Schaden für das Image der Stadt Zürich weltweit?
Der Schuss von Esther Maurer wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach „Hinten“ losgehen; denn die Diskussion wurde von ihr angezettelt ohne die Auswirkungen z.B. auf den Tourismus und den Bekanntheitsgrad der Stadt Zürich und dem gleichnamigen Kanton in der Welt zu erkennen. Was schon mal für die Sinnfreiheit spricht; denn für eine Frau im Range einer Polizeivorsteherin muss einfach dieser Zusammenhang geläufig sein.

Maurus Lauber, Marketing-Leiter von Zürich Tourismus, zeigte sich erschrocken, als er das Interview mit der Drohung die Streetparade zu verbieten, gelesen hatte. Der Anlass generiere eine Wertschöpfung von 150 Millionen Franken. „Ein Wegfall der Streetparade wäre eine Katastrophe“. Zürich Tourismus werbe auf Imagebroschüren und Präsentationen im Ausland mit dem Anlass. (Quelle NZZ vom 08.05.2008). Siehe hierzu Internetseite zur Streetparade.

Siehe auch Interview mit Frank Bumann, Direktor von Zürich Tourismus „Zürich ist heute Lifestyle“, Zeitschrift Attika Ausgabe 03/2007, (Seite 7)

Frage Tanja Seufert: Eine Party ist besonders berühmt: Die Streetparade, die jedes Jahr bis zu einer Million Besucher ans Seebecken zieht. Welche Bedeutung hat dieser Mega-Event für den Tourismus?
Frank Bumann: Die Streetparade hat, was die Wahrnehmung in ausländischen Medien betrifft, eine enorme Bedeutung, sie ist ein Aushängeschild für Zürich. Wir arbeiten seit Jahren eng mit dem Verein Streetparade zusammen, was die Pressearbeit betrifft – zum Beispiel laden wir ausländische Medien ein. Der grosse Verdienst der Streetparade ist, dass Zürich dank ihr nicht mehr für eine verstaubte Bankenstadt, sondern für pulsierenden Lifestyle steht. Was die Parade für den Markenwert Zürich bedeutet, darf man nicht unterschätzen.

Auch myswitzerland.com – die globale Website des Schweizer Tourismusverbandes – präsentiert die Streetparade wie folgt:

Die Street Parade ist eine der schönsten und grössten House- und Techno-Paraden der Welt.
Der farbige und schrille Lifestyle-Event lockt jährlich hunderttausende Tanzbegeisterte nach Zürich. Die Parade ist ein bunter Mix aus Demonstration, fahrenden Lovemobiles und Live-Auftritten von Top-DJs und internationalen Stars.

Ein Verbot wäre unpopulär und würde mehrheitlich regional, überregional und international auf breites Unverständnis stossen. Somit Sinnfrei!

„Jungendliche aus der ganzen Schweiz besaufen sich in Zürich!“
Soweit ich mich erinnern kann, ist der Ausschank und der Verkauf von „harten Drogen“ darunter auch der Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren bereits landesweit – auch in Zürich – verboten (siehe Das Bundesgesetz über die gebrannten Wasser (Alkoholgesetz), das den Verkauf von gebrannten Wassern (Spirituosen) an Jugendliche unter 18 Jahren verbietet). Somit sind nicht die Veranstalter der Streetparade verantwortlich, falls dies trotzdem passiert, sondern die Verkäufer der Ware. Alle anderen dürfen nach eigenem Ermessen soviel trinken, wie sie wollen, wenn sie möchten, was sie aber nicht tun. (Siehe Statistik oben!)

Und: Diejenigen, die für die Einhaltung der Gesetze zuständig sind; denn ich „spinne“ den Gedankengang mal etwas weiter: Es gibt in der Schweiz das Bundesgesetz über die gebrannten Wasser (Alkoholgesetz), das den Verkauf von gebrannten Wassern (Spirituosen) an Jugendliche unter 18 Jahren verbietet. Wer verschafft Gesetzen allgemein den entsprechenden Nachdruck und ist für die Einhaltung verantwortlich?

Nur wer sich sicher fühlt, fühlt sich auch wohl. Die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch die Besucherinnen und Besucher des Kantons Zürich sollen sich wohl und sicher fühlen. Dazu braucht es Vorschriften und Gesetze, die das Zusammenleben regeln – und es braucht jemanden, der diesen Vorschriften und Gesetzen Nachdruck verschafft. Diese Aufgabe übernimmt die Kantonspolizei Zürich im Auftrag der Regierung und damit der Bevölkerung. (Quelle Imagebroschüre der Kantonspolizei Zürich, Seite 7)

Wenn die Zürcher Polizeivorsteherin nun feststellt, dass bei Grossveranstaltungen die Anzahl der Behandlungen verursacht durch übermässigen Drogen- und Alkoholkonsum zugenommen haben, wer hat dann den „Schwarzen Peter„? Ist diese Feststellung dann nicht ein klassisches Eigentor?

Weil wir grad bei „Fussball“ sind: Schlechtes Vorspiel für die EURO08?
Was glaubt wohl Esther Maurer werden die zahllosen Fans aus ganz Europa nächsten Monat während des Spiels und speziell danach zum Feiern trinken? Mineralwasser? Tee? Möchte Esther Maurer die Veranstalter für den Alkoholgenuss verantwortlich machen. Herr Blatter bzw. die FIFA hätte da samt Sponsor Carlsberg (gehört Feldschlösschen) ein richtiges Problem? Oder gar sämtliche Veranstaltungen, die ausserhalb der Stadien laufen, verbieten? Sinnfrei!

Letztendlich doch Werbung für die Streetparade 2008 durch Esther Maurer?
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Esther Maurer aktiv Werbung für die Streetparade 2008 mit dieser Aktion betreibt. Sie weiss ganz genau, dass es keine Mehrheit im Stadtrat für ein Verbot der Streetparade 2009 geben wird. Wie ich darauf komme? Eine Studie von „Verein Züri-Event“ kam zum Ergebnis, dass die „Streetparade“ das bekannteste und beliebteste Event in Zürich ist (siehe Präsentation „Akzeptanz von Grossveranstaltungen in der Stadt Zürich bei der Stadtzürcher Bevölkerung“ Seite 5).

Auch Auflagen hat es schon genug und Verschärfungen sind nicht mehr möglich und durchsetzbar. Somit nehme ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an, dass Frau Esther Maurer Werbung für die Streetparade 2008 machen möchte. Sie schürt die Angst in den Fans der Streetparade mit dieser Diskussion nach dem Motto: „Kommt dieses Jahr; denn vielleicht gibt es kein nächstes Mal!“

Nachtrag: Sehe ich das hier richtig, dass der Kanton Zürich 4 265 000 CHF im Jahr 2006 aus dem Reinertrag der Eidgenössischen Alkoholverwaltung EAV überwiesen bekommen hat?

Was ist meiner Meinung nach zu tun, um Jugendliche über den gefährlichen Missbrauch von Alkohol zu informieren?
Domink Dieth von der Sucht-Präventionsstelle Zürich-Oberland fasste bereits im März 2005 mögliche Massnahmen zusammen:

Neben Testkäufen und Schulung von Detailhandel und Gastrobetrieben sind folgende Schwerpunkte Bestandteil der Alkoholpolitik, die von den Suchtpräventionsstellen im Kanton Zürich unterstützt werden:

  • klar geregelte Patentvergabe (z.B. Verlangen eines Jugendschutzkonzeptes für befristete Patente)
  • Elternbildungsveranstaltungen zum Thema Risikokonsum
  • Förderung von struktureller Prävention in Schulen
  • Konzept für sensible schulische und ausserschulische Anlässe (Schulsylvester, letzter Schultag etc.)
  • Schulung von Vereinen für den regulären Vereinsbetrieb und besondere Anlässe
  • öffentliche Impulsveranstaltungen
  • Runde Tische usw.
  • Erarbeitung einer gemeindeeigenen Haltung zum Thema Alkohol und dem Umgang damit

Ende der Durchsage. Ich freue mich auf die Streetparade 2008 im August. Und ich wollte eigentlich nicht mehr über sinnfreie politische Themen schreiben. Ist schon wieder „Sommerloch“ (im Mai)?