Hier die Pix und die Videos. Text kommt demnächst.
Es war so heiss. Den ganzen Tag im Büro. Alles verschlossen. 28 Grad drinnen und bis zu 34 Grad draussen. Somit fuhr ich um 6 abends mit der Harley zumindest für eine Stunde ins Freibad Rickenbach. Bis um Acht. Bis Badeschluss.
Roter Sunset auf der Fahrt nach Wülflingen
Bei einem Zitronen-Panache in der Abendsonne tippte ich wieder einmal auf Facebook. Dort hatte ich im Juni meinen Account gelöscht. Und auf FB poste ich nicht mehr. Aber ich fand eine Ankündigung von „Gloria Volt„. Die Jungs spielen heute ab 22 Uhr beim „Bambole Openair“ in Wülflingen. Das Gelände liegt zwischen Adi’s Radhofgarage („meiner Werkstatt“) und dem Straßenverkehrsamt Winterthur. Alles bekannt.
Also zog ich mich um und schwang mich kurz entschlossen wieder auf die Harley, um in den Sonnenuntergang nach Wülflingen zu reiten.
In der Ankündigung stand, dass es keine Parkplätze für Autos hätte. Man solle besser mit dem Fahrrad oder den ÖV kommen. Also parkte ich etwas entfernt vor dem Festgelände, verstaute meinen Helm in der Satteltasche und wanderte mir der Lederjacke bei angenehmen Temperaturen Richtung Musik und Bühne.
„Gloria Volt“ mit „Call me a Man“
Ich besorgte mir ein Alkoholfreies uns sah mir alles an. Es gab neben Getränkeständen auch Langos und Gebäck, Sandwich, Cocktails, die obligatorischen Bratwürstl und ABSOLUT vegane Menü. Beim Durchwandern des Geländes roch es alle paar Meter nach Kanabis. Am Ende des Tages war ich Hanf-Sommelier und konnte Fruchtart, Herkunft, Trockengrad und Tag der Ernte bestimmen.
„Gloria Volt“ rockten die Bühne!
Vor einem Barzelt traf ich Fabian und den Rest der Band, die auf Ihren Auftritt warteten. Fredi hatte ich noch vorher an einem der Tische begrüßt. Jetzt war er im Backstage.
„Gloria Volt“ mit „Forever Young“
Punkt 22 Uhr starteten die Jungs auf der Bühne durch und brachten das Publikum zu kochen. „Gloria Volt“ bezeichnen den eigenen Sound als „Power-Rock“. Und die Band gibt von Anfang an Vollgas.
Marino am Bass lächelt ständig ins Publikum, Pim Peter schmettert abwechselnd mit Fabian ein Solo nach dem anderen und Fredi rennt und springt mit dem Mikroständer die Bühne rauf und runter. Nur Pascal am Schlagzeug ist meiner Meinung nach sehr schlecht ausgeleuchtet. Nichtsdestotrotz treiben seine Beats die Songs 60 Minuten durch die Nacht.
Das Ambiente und das Wetter passte perfekt! Sogar der Vollmond stand über dem Openair Gelände.
Ich blieb allerdings nicht bis zum Ende, weil ich „am Ende“ war. Die Vollmond acht vom 28. auf den 29. konnte ich nicht schlafen. Und das holte mich jetzt ein. Spass haben „Gloria Volt“ aber trotzdem gemacht! Und es soll noch recht gut abgegangen sein mit gemeinsamen Auftritt aller Musiker des Abends zu „Roller Coaster“! Tja, dann bis zum nächsten Mal.
What to do on a Saturday Night in Summer? Sicher nicht Zuhause bleiben und in die blöde Glotze schauen! „Kai is alai Dahai!“ weil seine Liebe Simone mit Sohn ab nach Thailand geflogen ist. Das kann so nicht bleiben! Also „Kai alai Dahai“! Somit schrieb ich ihm eine Air Mail.
Eigentlich dachte ich es wäre Konzert-Sommerpause. Alle in die Ferien ausgeflogen. Ruhezeit. Zumindest schien es so, weil das Team „Ölfleck“ zum Beispiel ebenso Urlaub anmeldete. Und ich hatte das einer (Ex-)Freundin auch so gerade mitgeteilt. Tja, aber Kai meldete etwas „au contraire“!
Er schrieb, dass er mit Andreas auf das „Black Crowes“ Konzert gehen würde. Nach Zürich Oerlikon. Halle 622. Ich sah nach ob es noch Tickets gab und schoss mir eine Eintrittskarte Stehplatz. Das war gegen 17 Uhr und ich gerade in der Badi Rickenbach. Kai würde sich um 18:15 Uhr mit Andreas am HB Winterthur treffen. Das ist mir zu früh. Keinen Stress.
The Black Crowes in der Halle622
Ausserdem ist das eine gute Gelegenheit meine kleine Harley das erst Mal in diesem Jahr (!!) auszuführen. Weil Parkplätze hat es am Bahnhof Oerlikon eher nicht. Ein Parkhaus. Aber Töfffahren macht bei den aktuellen abendlichen Temperaturen mehr Spass. Hoffe ich.
The Black Crowes / Fotos Kai Bachmann
Zudem ist Türöffnung um 19 Uhr. Dann kommt die Vorband „A Thousend Horses“ ab 20 Uhr. Und erst um 21 Uhr fangen die „Crowes“ an. Wer ist das eigentlich, fragte ich mich. Denn in meinem Rock-Portfolio war die Band bewusst noch nie spektakulär zu hören gewesen. Tja, dann mal auf ins Unbekannte.
The Black Crowes / Fotos by PeterPan
Gegen 18 Uhr packte ich meine Sachen und verließ das Freibad bei schönste Wetter. Dann schob ich meine kleine Harley aus der Garage. Sie sprang sofort an. Helm, Gurt, Handschuhe und los ging es Richtung Zürich.
Die Harley werde ich bei Gelegenheit gegen eine elektrische Zero wechseln. So eine hatte ich mal Probegefahren. Das dämliche andauernde Rauf und Runter Schalten fällt dann nämlich weg. Auch der Service, Ölwechsel, bla. Und so oft, wie ich fahre, lohnt sich die Harley nicht. Zudem bin ich nur auf Kurzstrecken unterwegs. Da macht ein elektrisches Motorrad mehr Sinn. Und in allem (Unterhalt+Sprit) günstiger ist sie auch noch.
Zurück zum Konzert. Die Halle 622 in Oerlikon kannte ich von früher. Da war ich schon mal. Noch zu Zeiten, als es eine ABB Halle war und danach war dort eine Tut-Ench-Amon Ausstellung. Diese besuchte ich mit Mike und Nataliiiiie.
Das Konzert selber war nicht ausverkauft. Etwa ab der Hälfte der Halle standen locker ein paar Fans. Kai fand mich auf Anhieb. Alkoholfreies Bier gab es auch. Soweit alles bestens. Die letzten Songs von „A Thousand Horses“ bekam ich noch mit. Der Sound war gut eingestellt. Die Lightshow mager bis Standard vom Veranstalter. Die Musikrichtung zeigte bei der Richtung Blues/Südstaatenrock. Alles klar. Deshalb.
„A high-energy hybrid of classic rock and bluesy country with enough soul flavor to resurrect the sound of American greats…“
Nicht, dass ich Blues nicht mag. Ich höre die Musikrichtung einfach nicht oft. Selten. Die „Basement Saints“ machen das recht authentisch und mit viel Einsatz und Energie. Und sehr kreativ. Aber sonst? Somit sind mir bisher und wären mir die „Crowes“ auch nie aufgefallen. Sorry.
The Black Crowes at Halle622
„Smoke“ reached number one on the BillboardCountry Airplay chart, making A Thousand Horses the first country group to top that chart with their debut single since the Zac Brown Band’s „Chicken Fried“ in 2008. It also peaked at numbers 5 and 47 on both the Hot Country Songs and Hot 100 charts respectively.
Jetzt höre ich zum Beispiel „Nestor„. Eine Melodic Rock Band aus dem hohen Norden. Ganz etwas anderes. Aber gut. Man kann ja mal. Aber: Ich kannte keinen einzigen Song. Obwohl die Band 1990 so richtig durchstarte. Genau „in meiner Rockzelt“. Factory, Zap, Konzerte. Aber nicht „The Crowes“.
Nur „Hard to Handle“ (1990) kannte ich aus dem Zap. Und natürlich von den Blues Brothers!! Und den Song kann man sogar tanzen. Nur das ist eine Cover-Version. Das Original ist von Otis Redding aus 1967/68. Aber gut. Es war ein toller Abend. Man traf die Winterthurer Rockgemeinde. Auch aus Zürich waren bekannte Gesichter dabei.
Ich war mit Kai unterwegs, hab gute Musik gesehen und gehört und hab meine kleine Harley mal ausgeführt! Was will man mehr? Gerne wieder!
Via Facebook kündigten die Jungs von den Schweizer Ur-Rockern „China“ den Auftritt in Elgg an. Rickenbach gehört gemeindetechnisch zu Elgg. Also liegt der Ort nur einen Katzensprung von mir entfernt. Und gehört so zu Winterthur. Und somit zum Kanton Zürich, obwohl die Kantone St. Gallen und Thurgau vor der Haustür liegen.
Natürlich am Lindenplatz.
Egal, ich fuhr um 20 Uhr bei mir ab und schlängelt mich durch enge Strassen nach Elgg. Dort hatte man sich auf ein Megafest eingerichtet, weil schon vor dem Ortsschild Wegweiser den Weg komplett rund um die kleine Ortschaft zum Parkplatz wiesen. Und man dürfte auf einer Wiese fernab des Geschehens parken. Nicht weil so viel los war, die Wiese war leer, sondern, weil es scheinbar Spass machte.
40 Jahre „China“ und kein bisschen leise! Die neue Single „Bright Light“. Und die Spatzen flüstern von den Dächern „Es kommt noch mehr!“
Also wanderte ich vom zugewiesenen AADW-Parklatz zuerst über Stock und Stein über die Wiese und dann vereinzelten Personen folgend ins Zentrum von Elgg. Aber da war alles ausgestorben. Für eine Gewerbeausstellung standen Zelte dort, aber verlassen. Kein Mensch zu sehen, keine Musik zu hören.
Ich peilte die Kirche bzw. dessen Kirchturm an. Die Kirche steht im Dorf. Im Zentrum. Logisch. Also wenn dort kein Mensch ist, dann wird es spannend mit dem von Konzert mit „China“. Eher dann ein Familienfest unter Freunden und Fans. Voll geirrt. 🤷
Freddy und Claudio
Bei der Kirche hörte ich den Soundcheck vom Schlagzeug und folgte diesem vertrauenserweckendem Geräusch! Ich war nicht allein. „Da haut jemand auf die Pauke. Da muss die Bühne sein!“
Werner „Hardy“ Hartmeier
Ich bog um das Eck der Kirche und erblickte ein grosses Zelt unter einer riesigen Linde! Mit Bar. Und Menschen! Dahinter eine überdimensioniert, Konzertbühne! Und dazwischen Tische, Liegestühle und man hatte Feuer gemacht. Der Dorfplatz war locker gefüllt. Halb mit Eggeren und halb mit China-Fans! Erkennbar und unterscheidbar an Gestalt und Bekleidung.
Marc moderiert einen Songtitel
Die Bühne war wirklich riesig. Passend für ein Open-Air mit Tausenden von Besuchern. Aber für ein Dorffest mit geschätzt 500 bis 600 Personen? Der Soundcheck lief noch. Massiv laut. Rechts und links an der Bühne hing massives Soundequipment. Auch vor der Bühne standen riesige Subs. Und die Light-Installation war erlesen. Und natürlich hatte ich meine Earbuds im Auto liegen lassen. Zurück zur üppigen Blumenwiese AADW wollte ich eher nicht mehr.
CHINA bei der „Arbeit“
Also besorgte ich mir ein vergorenes Getreidegetränk „sin Alcohol“. Und traf in in der Menge vor einer der Bars doch glatt den Ueli aus alten Siemens Zeiten. Er war bei einer meiner ersten KNX Veranstaltungen als Planer dabei vor 24 Jahren. Mit dabei hatte er seine Vreni. Mehr Schweiz geht eigentlich nicht. Ueli und Vreneli.
Der Klassiker „Sign in the Sky“
Er gab mir ein Alkoholfreies Bier aus. Die Preisgestaltung der Getränke war ebenso seltsam, wie das Team an der Bar. Für beides gab es sicher schon Wochen zuvor eine „Wegleitung“ für das Personal, welche im Festkommitee detailliert und viel diskutiert ausgearbeitet wurde. Eine Person nahm die Bestellung auf, eine andere kassierte und der Dritte zapfte das Bier oder reichte die Getränke aus dem Kühlschrank. Prozessorientiert. Professionell. Aufgabendefiniert. Perfekt. Aber es dauerte einfach zu lange.
Es gibt für alles in der Schweiz eine „Wegleitung“, was auf Bayrisch „genaue Anleitung für DAUs“ heisst. 3DL Alkfrei 6,50. 2DL Cocktail 15!! 5DL Bier dafür nur 6 Stutz. Das Bier muss weg. Ist bestimmt schlecht. Und Fahren muss ja keiner hier. Man wohnt in Elgg. Die berühmteste Schweizer Wegleitung ist übrigens die „Waschküchenordnung“. Und man weiss, wie man sich anstellt. Sowohl in der Schlange, wie auch bei der Art Getränke auszugeben.
Ich plauderte kurz mit Ueli und Vreneli. Aber Ueli wollte nicht zur Bühne, weil da ein DJ laute Musik machen würde und überhaupt, wer ist denn „China“? Ich versuchte einem Elgger, der mir Sekunden vorher erklärte, dass er jedes Jahr auf das Fest ginge, zu erklären, wie der heutige Ablauf sein würde und dass „China“ eine der wohl bekanntesten Schweizer Rockbands aus den 80ern sei und diese seit 4 Jahren wieder in der Ur-Formation auftreten würden. Also 40 Jahre Bühnen Präsenz. Nur! Ueli war unbeeindruckt. Er packte sein Vreneli und wanderte von dannen, um sich die menschenleeren Gassen mit den geschlossenen Gewerbeständen anzusehen. 🤷
CHINA mit Rock City
Tja, das Leben ist hart. Ich wanderte durch die versammelten und diskutierenden locker umherstehenden Grüppchen mit meinem kleinen Hopfengetränk in der Hand. Vor der Bühne war 15 Meter Platz. Aus Respekt vor der massiven Soundanlage hatten sich die Fans erst mal in sicherer Distanz aufgestellt.
Tipp an die Mädels: Esst bitte im Stehen und während ihr mit Kollegen diskutiert keinen fetten Sossen-triefenden Burger. Ziehenden Käse und Majo in den Mundwinkel, sowie unverständliche Kaugeräusche machen die schönste Frau schlagartig unattraktiv. 😁
Auf dem Weg zurück zur riesen Linde am Lindenplatz sah ich dann Guschti, Martina, Chris und Evelyne an einem Tisch links neben dem Soundmixer, der einen hektischen Eindruck machte. Wir feixen über Bühne, Location und Setup, als plötzlich ein Moderator auf die Bühne „strömte“ und voller Werbeunterbrechungen für die ZLB die Band ankündigte.
Und schon gaben die Jungs auf der Bühne Vollgas. Das Set dauerte zwei Stunden. Allerdings unter ohrenbetäubendem Brummen (einer Rückkopplung) und einer Lautstärke weit oberhalb von 100 Dezibel. Ohren zuhalten. Ich wanderte zur Bar und fand Ohrstöpsel. Währenddessen hatte der „Soundengineer“ die richtigen Regler gefunden und es konnte ohne Brummen weitergehen.
Die massive Bässe übersteuernde Lautstärke blieb. Dann nahm ich mein Telefon und filmte die ersten Songs mit. Ich wanderte von ganz hinten zur „Row Zero“ locker durch. Da stand ja keiner weit und breit. Auch schoss ich Fotos mit dem Mobile. Die Subs vor mir überschlugen sich hörbar mit lautem Übersteuern. Aber mit Ohrstöpsel kein Problem. Ohne absolut ungesund.
Matteo bat dann die Menge weiter nach Vorne zur Bühne zu kommen. Und das Publikum folgte brav. „China“ spielte ein breites Repertoire aus 40 Jahren Bandgeschichte und begeisterte die Fans. Auch die spaßigen Moderationen und kurzen Geschichten, erzählt von den Bandmitgliedern zwischen den Songs, sorgten für Erheiterung und Begeisterung. Als Zugabe gab es eine Rockverosion von „Rollin on a River“, wie ich immer sage, weil mir „Proud Mary“ nie einfällt. Kennt aber jeder.
Gegen 22:20 Uhr war Sendepause. Mit Chris zogen wir dann noch Backstage, feierten und plauderten ein wenig spontan mit Claudio, Werner, Freddy, Marc und „Tosi“. Claudio schwärmte vom letzten Auftritt zwei Tage vorher in der „Mühle Hunzigen“. 500 Leute auf drei Etagen. Tolle Location. Tolle Stimmung. Und ich erzählte, dass ich noch alte LPs und CDs aus den 80ern von China Zuhause horte. Die muss ich jetzt suchen und das nächste mal mitbringen. 😎🤷
Und über alle dem drohte ein Gewitter aufzukommen. Besorgt blickte ich in die App von „Meteo“. Gegen 22 Uhr sollte uns in Elgg der Regen erreichen. Allerdings sah es so aus, als würden sich die Wolken gnadenvoll vor Elgg teilen und vorbeiziehen. Und das Taten die Gewitterwolken dann auch später. Rund um uns herum blitzte es. Es blieb aber ausgerechnet in Elgg trocken. Und windstill. Aber laut. Super Party! Wegen „China“! Sehr geil war es!
Wohin am Samstagabend? Zuhause vor dem Fernseher sicher nicht. Einerseits spielten die „Basement Saints“ in Bülach, Kai und seine „Bony Maronie“ treten in Gossau auf und im „Ölfleck“ in Frauenfeld findet eine „Ü40er-Dance-Party“ statt!
Da ich mich nicht entscheiden konnte, fuhr ich auf die beiden letzteren Events. Also startete ich gegen halb Acht auf die Autobahn. Ich gab „Schützenhaus Gossau“ in die Navigation ein. Und wunderte mich, dass ich nicht Richtung Sankt Gallen geleitet wurde, sondern nach Uster!?!
Ich überprüfte die Adresse vom Flyer mit der im Navi. Und tatsächlich! Es Gin Richtung Uster! Je näher ich dem Ziel kam, umso bekannter wurde mir die Gegend. Dort hatte ein guter Kollege (Ivo) vor Jahren seinen runden Geburtstag gefeiert. In einer Vollmondnacht mit tollem Blick zu den Alpen.
Am Schützenhaus angekommen, rüsteten die Jungs um Kai von „Bony Maronie“ gerade für den zweiten Teil vom Auftritt. Die Biker-Party war locker gefüllt. Wobei es sich natürlich um Motorrad-Kollegen handelt. Nicht um Radler. War klar.
Ich blieb für das zweite Set und verabschiedete mich dann von Simone und Kai. Simone war gerade von einem Kurz Tripp aus London zurück und zeigte mir tolle Bilder. Sie hat ein gutes Auge.
Ü40er Party im Ölfleck
Dann startete ich zurück Richtung Winterthur und weiter nach Frauenfeld. Bei der Ausfahrt Oberwinterthur überlegte ich kurz, ob ich mich aufs Sofa haue. Aber ich wollte mir die „Ü40er Party“ mal ansehen. Im „Ölfleck“ finden sonst Club-Konzerte von grossen und kleinen Rock-Grössen statt.
Hardy Hartmann und Claudio Matteo
Das „Ölfleck“ war locker und lebhaft gefüllt. Und die Stimmung sehr gut. Die Musik abwechslungsreich, die Tanzfläche ebenso gut gefüllt. Der DJ ist als Rock-Gitarrist in der ganzen Schweiz bekannt. Und ein jahrzehntelanger Freund von Hardy Hartmann. Verraten wird nix. 😎😁👍
Gründonnerstag. Feiertag. Über die Ankündigungen im Whatsapp-Kanal war ich informiert worden, dass es am Donnerstagabend ein Konzert im „Ölfleck“ geben würde. Die Band „Diamonds of Rock“ kannte ich noch nicht. Aber es sah bei dem Duo nach einem gemütlichen ruhigen Rockabend mit Klassikern aus meiner Zeit aus. Und das animierte mich wieder einmal ins „Ölfleck“ zu gehen. Vorab: Schön war’s. Gemütlich war’s.
Martina und ihr Team hatten das Ölfleck – speziell die Tische und den Thekenbereich – österlich dekoriert. Sogar sich selbst 🙂 und ein Teil des Teams machte mit. Tolle Idee.
Das Duo „Diamonds of Rock“ besteht aus Roman Frei und Daniel Keller. Die Bühnenperformance nennen beide „handmade acousitic Rock“. Allerdings mit elektrischer Unterstützung. Die Musikstücke stammen alle samt „aus meiner Zeit“ aus der Richtung Aerosmith, Journey, Gotthard, Krokus, Whitesnake und den Briten Iron Maiden.
Gegen 21 Uhr fingen die Beiden an, „Dont stop Believing„, „Be with You“ und die Show endete nach vielen bekannten Rocksongs etwa um 23 Uhr mit einer Pause. Die beiden arbeiten professionell, sowohl auf der Gitarre, wie auch stimmlich. Es gefiel dem Publikum sehr und es wurde mitgesungen und mitgeklatscht. Tolle Show.
Wir hatten echt Spass. Wer die Beiden von „Diamonds of Rock“ sehen und hören möchte, der schaut am besten auf der Website unter „Gigs“ nach.
Es ist kalt! An diesem Wochenende zieht ein Tiefdruck Gebiet über die Nordostschweiz mit Schnee und Regen bis zu uns runter. Hier bleibt der Schnee zwar nicht liegen, aber das kalte und nasse Wetter ist nichts für mich. Mein Körper ist inkompatibel mit kaltem Wetter.
Somit befinde ich mich unter der Woche meist im Büro und in der Wohnung. Neben meiner täglichen Arbeit versuche ich alles loszuwerden, was sich über Jahre angesammelt hat und ich nicht mehr brauche. Alot!!
Kai hatte mir unter der Woche mitgeteilt, dass er mit seiner Band „Bony Moronie“ einen Gig im „Nelson Pub“ hätte. Und zwar am Freitag. Ich fand heraus, dass sich das „Nelson“ beim Physik-Gebäude in der Technikumstrasse in Winterthur befindet. Also war ich da in den letzten Jahren 200x vorbeigefahren ohne es zu bemerken.
Zu „Bony Moronie“ existieren zwei „Running Gags“. Der erste Gag ist, dass ich in den Namen der Band sonst nie richtig schreibe. Mein Liebling ist „Bonnie Marony“. Bonnie wegen Bonnie&Clyde. Und Marony wegen der Esskastanie. Ich muss mittlerweile jedesmal überprüfen, ob ich den Bandname korrekt geschrieben habe, weil ich alle Möglichkeiten bereits durch habe und mich Kai oder Simone dann wieder korrigieren.
„Bony Moronie“ im Nelson Pub Winterthur
Der zweite Running Gag bezieht sich auf meine Gewohnheit Videos von Band-Gigs aufzunehmen und diese auf meinen YouTube-Account zu laden. Als ich dereinst die Videos von „Bony Moronie“ nach einem Gig im letzten Jahr in Rorbas hochlud, schrieb ich danach einen kleinen Bericht in Facebook mit dem Hinweis, dass ich die Videos „wie üblich auf Youporn“ hochgeladen hätte. Das fanden nicht alle in der Band lustig. Aber es blieb eben hängen. Und es ist lustig 😉
Kai Bachmann in „Action“
Also wickelte ich mich am Freitag end gegen 20 Uhr widerwillig aus der warmen Decke, quälte mich vom Sofa, sah aus dem Fenster, dunkel, kalt und Regen, zog mich passend an und fuhr zur Tiefgarage Technikum. Das „Nelson“ war freundlich gefüllt. Auch ein paar Hardcore-Fans und bekannte Gesichter feuerten die Band an.
Auf einem Fernseher lief das Freundschaftsspiel „Schweiz gegen Deutschland„. Wie immer pünktlich zur 60. Minute gab die Schweiz endgültig die Führung ab. Daran hat sich seit der EM im eigenen Land nichts geändert. Man erinnere sich an die legendär verschlossenen 5 Elfmeter.
Kai ist eine echte absolut fröhliche Rampensau. Er steigt schon mal samt Mikrophon und Gitarre auf Bänke und Tische oder wandert durch das Publikum. Auch diesmal wieder, was die Fans begeisterte.
Die Gitarre führt Rolf „Tscäppät“ filigran in ungeahnte Höhen. Den Bass bearbeitet Betzgi Hintermann mal zärtlich mal zupft er ihn kraftvoll. Für den korrekten Takt sorgt Roman Bochsler an den Toms, Becken und Cymbals.
Seine Liebe Simone hat viele Fotos und Videos geschossen. Diese findet man auf Facebook.
Wer die Band „Bony Moronie“ erleben, sehen und hören möchte, findet die up coming Gigs hier.
Der grosse Saal im Gaswerk hatte sich nun fast vollständig gefüllt. Das Konzert war aber online zumindest nicht ausverkauft.
Tja, und nach Velveteen Queen (und einem Bier) kam NESTOR. Und zwar gewaltig. Das zweite Mal in der Schweiz nach dem Auftritt in Tennwil vor ein paar Wochen. Mit Songs der zwei Alben „Kids in a Ghosttown“ und „Teenage Rebel“ im Melodic-Rock-Stil der 80er/90er. Oder melodiöser Rock, beeinflusst von Kiss, Toto, Mötley Crue und Europe. Exactly my Style!
Kurios: Die Band heißt Nestor nach dem Butler in Tim und Struppi.
Beim Meet&Greet mit den Jungs von Nestor
Und die Jungs hatten so richtig Platz auf der Bühne, die Lightshow passte und der Sound war sehr gut eingestellt. Egal, wo man stand. Schön gleichmässig. Und es standen viele Fans vor der Bühne umd viele sangen richtig cool mit. Man merkte förmlich, dass die Jungs von Nestor vom Publikum und der feiernden Fanbase überrascht waren. Fernab der Heimat.
Ich stand mittig links in Reihe vier mit gut Platz. Kein Gedränge und keine wilden Rempeleien. Sehr entspannt mit meist guter Sicht. Und einer ab und zu rüberlächelnden Nachbarin links von mir. So konnte ich Nestor sehr gut sehen und hören mit Stöpsel im Ohr. Nein, nicht die weichen Dropsartigen.
Tobias Gustavsson – der Sänger – ist das „Brain“ der Band. Er studierte Musik und gründete mit Kollegen seine eigene Produktionsfirma. Während Corona hätte man sich online verabredet und über ein „Revival“ diskutiert. Man hatte nämlich vor fast 40 Jahren schon mal als „Nestor“ gemeinsam gestartet. Daher auch der der Song „1989“. Tobias komponiert die Songs und produziert diese auch gleich. Einen schwedischen Emmy bekam er bereits 2009.
Jonny Wemmenstedt ist der Gitarrist. Und zwar der Einzige! Er spielt Rhythmus-Gitarre und Lead-Gitarre und Solos alleine! Der Hammer. Laut seiner Erzählung waren anfänglich Angus Young und Ace Frehley seine Vorbilder. Später dann Yngwie und Gary Moore. Seine Lieblingsgitarre ist seine Ibanez Iceman. Er bekam sie mit 13 Jahren. Vorher spielte er auf einer 20 Dollar E-Gitarre und nervte seine Eltern. Zusammen mit Tobias ist er für das Songwriting verantwortlich.
Marcus „Switchblade“ Åblad ist der charismatische Bassist der Band. Und Polizist! Nämlich als Gruppenleiter einer siebenköpfigen Detektivgruppe für schwere Verbrechen in Skaraborg. Den alle Bandmember arbeiten eigentlich noch in ihren alten Jobs. Er rockt die rechte Bühnenseite, singt im Background und interagiert ständig mit dem Publikum.
Martin Frejinger spielt begnadet Keyboard. Und ich hab leider nichts über ihn gefunden. 🤔
Mattias Carlsson bedient das Schlagzeug. Er kommt auch aus Falköping und war Gründungsmitglied von Nestor. Er machte dann ein paar „Jahrzehnte“ Pause und startete mit der Corona-Pandemie mit Nestor neu durch.
Nestor fördert zudem den Musiknachwuchs in Schweden und organisiert Konzerte dafür. Dass Velvetteen Queen Supporter sind auf der ersten Deutschlandtour, ist ein Beleg dafür.
Nestor spielt auf Festivals mit anderen Schwedische Bands, wie HEAT oder Takida – ebenso Melodic-Rock-Bands.
Gaswerk Winterthur: „Velveteen Queen“ aus Schweden. Die Supporter von Nestor beim Gig in Winterthur. Tja, was soll ich sagen. Die noch recht junge Band hat noch viel Entwicklungspotential.
Jeder legt sich ordentlich ins Zeug und zusammen geben sie einigermassen sauberen Rock ab. Aber es fehlt (mir) eben der „Melodic Rock“-typischer Rhythmuswechsel, klare Refrains, Ohrwurm-Eigenschaften. Aber coole Klamotten aus der Hair-Rock-Epoche hatten die Jungs dabei. 😎👍🤘
Bei mir läuft im Auto auf Spotify abwechselnd „NESTOR“ oder „Mahmut Orhan„. Sonst „Virgin RockRadio“ oder „80s80s-Radio„. Wie ich auf „NESTOR“ aufmerksam wurde, weiss ich gar nicht mehr. Wahrscheinlich war es das Video zu „On the Run„, wo erzählt wird, wie die Bandmember in den 90ern versuchten Rockstars zu werden. Im Video fahren die Member in einem alten Volvo, bekleidet und ausgerüstet mit Bekleidung und Zubehör aus den 80ern, u.A. ein Bonanza-Fahrrad. So eines hatte ich auch mal.
Daraufhin hörte ich „NESTOR“ eben in Spotifiy im Auto während meiner oft längeren Fahrten zu Veranstaltungen und Messen. Die Rockmusik lehnt sich eben auch an die Melodic-Rock-Zeit der 80er und 90er an, als Bands wie EUROPE, CHINA, SCORPIONS, Bon Jovi die Hitparaden anführten. Es ist eben keine langweilige Rockmusik mit höchsten drei Gitarrengriffen, sondern eingängiger Gesang mit echtem Text (sogar mit Sinn!!), der Geschichten erzählt und korrekte Wechsel enthält im Rythmus und Stil.
Das ging dann soweit, dass ich letztes Jahr sogar schon kurz davor war nach Schweden zu fliegen, um ein Konzert zu besuchen. Dies, weil nicht absehbar war, wann NESTOR bei einer Tour in meiner Nähe aufschlagen würden. Flug und Hotel hatte ich schon rausgesucht, aber nicht gebucht, weil auch in 2023 mein Terminkalender beruflich ausgebucht war.
Dieses Jahr kündigte NESTOR dann eine Tour durch Deutschland und die Schweiz an. Wobei es ein einziges Konzert in Winterthur am 02.11.2024 geben wird. Sofort holte ich mir ein Ticket. Als hätte meinen Wunsch erhört kommt NESTOR ins Gaswerk. Das ist schlappe 10 Kilometer entfernt. UND: Vollkommen überraschend las ich in Facebook, dass NESTOR an der „Rocknacht Tennwil“ am Samstag den 21.09.2024 der Hauptakt sein wird. Tennwil liegt auf „Mike`s Seite“. Drüben. Hinter Bremgarten und Wohlen.
Als ich wusste, dass ich am Rocknacht-Wochenende in der Schweiz sein würde, schnappte ich mir online eines der Tagestickets für 60 CHF. Am Freitag wäre noch die Schweizer Rockgrösse SHAKRA dran gewesen. Aber da ich am Freitag erst von Regensburg mit 5h30min für 400 Kilometer zurück kam, war es mir zu stressig am gleichen Abend nochmal 200 Kilometer zu fahren. Somit ruhte ich mich am Samstag aus, zog mich mit Schlaghose, Cowboy-Boots und „SuperMario DonkeyKong-Shirt“, sowie Jeanshemd 80s-konform an und fuhr dann gegen 19:30 Uhr los nach Tennwil.
In Tennwil selbst fuhr ich erst Mal an dem Schild zum Parkplatz „Rocknacht“ vorbei. Denn ich hatte eigentlich vermutet, dass das Fest am See stattfinden würde. Doch es ging den Hang hinauf. Ich wurde auf eine Wiese gelotst, um dort zu parken. Die Anzahl Fahrzeuge liess vermuten, dass es sich eher um eine gemütliche Veranstaltung handeln würde. Im Zelt angekommen bekam ich mein Armbändchen und besorgte mir eine Gutscheinkarte für 50CHF für Getränke. Ich orientierte mich und schätzte die Anwesenden auf etwa 800 bis 1000 Personen, welche sich über das gesamte Zelt samt Getränke- und Fressstände aufteilte. Auch Merchendising war vertreten. Die T-Shirts sind aber eher nicht mein Geschmack. Auch von NESTOR nicht.
Somit war der „Saal“, die grosse Bühne und hintere Bereich locker gefüllt. Ich besorgte mir ein alkoholfreies Bier und suchte mir einen gemütlichen Standplatz halblinks der Bühne in der zweiten Reihe hinter den „Gatter“. Vor mir stand eine Lady und links davon ein Herr in meiner Grösse. Somit hatte ich freie Sicht auf die Bühne. Das liebe ich an dieser Art von Veranstaltungen im Vergleich zu Zürcher Grosskonzerten im Hallenstadion, Letzipark oder der Samsung-Hall. Dort steht oder sitzt man für Geld irgendwo hinten weit weg von der Bühne am After der Welt und steht womöglich noch vor einem nervösen „Riesen“, der sich nicht ruhig halten kann mit Afrodauerwelle mit Sicht gleich Null. Nein, danke.
Nachdem die Techniker auf der Bühne noch ein Problem mit einem Kabel/Verstärker beim Bass behoben, ging es pünktlich um 21:15 Uhr los. Und es ging so richtig ab. Woran erkennt man eine gute Band? Es hört sich live genauso an, wie von der „Scheibe“! Und man merkt, dass es den Bandmembern Spass macht zu spielen. Auch mit dem Publikum. Es war erstaunlich für mich, wieviele um mich rum die Texte kannten und/oder Nestor-Fan-Shirts trugen. Es gibt also bereits eine NESTOR-Fanbase in der Schweiz. Es hiess übrigens, dass die Tour-Konzerte alle ausverkauft wären. Bis auf das Konzert im Gaswerk Winterthur am 02.11.2024.
Da ich von der Bühne massiv Gegenlicht hatte, ausserdem ständig Nebel auf die Bühne geschossen wurde, entschloss ich mich fast nur Videos zu drehen mit dem Huawei. Ausserdem hielten die Bandmember nie still und dann wird es schwierig mit Mobilphone-Fotos. 🙂
Und als die Dame vor mir Platz machte, stand ich direkt am Gatter vor der Bühne mit absolut ungehindertem Blick auf die Jungs. Sie spielten vom Debüt-Album, wie auch vom zweiten Album Songs. Als Opener „We come Alive“, dann „Unchain my Heart“, „Signed in Blood“, „Caroline“, „Firesign“, „Teenage Rebel“ (Titelsong zweites Album), „On the Run“ und „1989“ uvm.
Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.
Hier ist ein Auszug:
19.000 Personen passen in das neue Barclays Center um Jay-Z performen zu sehen. Dieser Blog wurde in 2012 über 160.000 mal besucht. Wäre er ein Konzert im Barclays Center, würde es 8 ausverkaufte Vorstellungen benötigen, damit ihn so viele Personen sehen können.