09.12.2009 – VOD – Video of the Day: „In the Air tonight“ oder „ein Mal Gorilla – ein Mal Mike Tyson“

10. Dezember 2009

Wer kennt ihn nicht den legendären Song von Phil Collins aus dem Jahr 1981 aus dem Album „Face Value“? Ein wahrer Klassiker: „In the Air Tonight“.

Warum schaffen es die Werbestrategen nicht immer diese Art von Werbung zu präsentieren? Ein Gorilla prügelt sich zu „In the Air Tonight“ Von Phil Collins die Seele aus dem Leib am Schlagzeug.

Hier als Zugabe eine Szene aus dem Film „Hang over“. Mike Tyson knockt zum gleichen Song mal kurz einen Kollegen aus.

Phil Collins lebt übrigens in der Schweiz – seit November 2006 in Féchy am Genfer See. In der Nähe wohnt übrigens auch David Bowie – nämlich in Lausanne im „Château du Signal“.  (Quelle Berühmtheiten in der Schweiz)


08.12.2009 – POD – Picture of the Day: „Es hat Schnee in der Schweiz – zumindest in Gstaad“

9. Dezember 2009

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08.12.2009 – European Tolerance Award 2009 an Menschenrechtsaktivist Dirk Weeber-Arayatumsopon in Bangkok, Thailand verliehen

8. Dezember 2009

Das Kultur Forum Europa verleiht seit 1992 den European Culture Award (Europäischen Kulturpreis), der seit fünf Jahren durch die Kategorie European Tolerance Award (Europaeischer Toleranzpreis) erweitert wurde. Damit werden Personen ausgezeichnet, die sich besonders um Minderheiten im Europäsichen und Europäisch-Internationalen Verhältrnis verdient gemacht haben, deren Engagement dazu beiträgt, soziale und kulturelle Barrieren im zwischenmenschlichen Bereich abzubauen, Vertrauen zu schaffen und im Sinne des Europäischen Gedankens ein positives Signal in die EU und darüber hinaus zu senden.

In diesem Jahr wurde der ueberwiegend in Thailand (Chiang Mai), aber auch Deutschland lebende Rheinland-Pfaelzer Dirk Weeber-Arayatumsopon (35, Rhein-Pfalz-Kreis, Birkenheide) für sein Engagement im sozialen Bereich, darunter für den Einsatz um behinderte Kinder und HIV-Prävention in förderndem Zusammenstehen mit dem Thailändischen Königshaus ausgezeichnet. Er unterstützt seit vielen Jahren nicht nur das Wirken von Prinzessin Soamsawali, der Nichte der Thailaendischen Koenigin Sirikit, sondern arbeitet damit auch stetig am positiven Bild Europas und besonders Deutschlands in Thailand. Dies, indem er sich besonders gegen Kinderprostitution einsetzt, oder das Medizinalfach – Berufsfeld „Podologie“ (Lehre und Wissenschaft des Fusses), als erster Mensch ueberhaupt, nach Thailand spedierte und damit vielen Menschen mit Fußproblemen hilft. Darüber hinaus sind durch sein Engagement auch eine Blindenschule, Tsunami-Waisen und Flüchtlingskinder aus Bergdörfern ohne Anerkennungsstatus finanziell und durch Sachspenden unterstützt worden. Ein wichtiger Beitrag zum sozio-kulturellen Verhältnis zwischen Europa und Thailand. Einige dieser Projekte stehen unter der Patronage des Thailaendischen Koenigs Bhumipol, der den Einsatz von Weeber-Arayatumsopon ebenfalls wuerdigte.

Selbst im Krankenhaus, liess er eine zusaetzliche Thailaendische Auszeichnung durch Prinzessin Soamsavali, die man auch als „Diana“ Thailands bezeichnet, an den neuen European Tolerance Award Preistraeger 2009, in Form einer gravierten Kristallglasplastik uebergeben.

Kompletter Artikel auf Dailynet.de


07.12.2009 – Vor 500 Jahren: 25 Jahre ohne Schnee – Klimakapriolen in der Vergangenheit

6. Dezember 2009

Das Wetter vor 500 Jahren. Daran ist Robert Krauß brennend interessiert. Aber nicht als Klimaforscher, sondern als Archäologe! Krauß erforscht ein altes Industriegebiet in den Hohen Tauern, in dem das „Tauerngold“ abgebaut wurde. Dazu arbeitet er sich durch Listen mit Temperatur-Angaben, Niederschlägen und Schneehöhen.

Archäologe Kraus vermutet, dass ein Kälteeinbruch den Bergleuten vor 500 Jahren zu schaffen machte und zu Veränderungen auf dem Gelände führte. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, stellen die Forscher erstaunt fest. Erst ab 1550 kühlte das Wetter in den Hohen Tauern deutlich ab. Davor gab es 25 schneelose Winter – und die führten zu Problemen, offenbaren alte Aufzeichnungen.

Während der vergangenen Warmzeit, der sogenannten Eemzeit, vor mehr als 120.000 Jahren, grasten in Mitteleuropa Nashörner, Elefanten und Flusspferde. Werden sie wiederkommen? Wird die Klimaerwärmung eine neue Völkerwanderung auslösen? Fakt ist jedenfalls, dass sich in unserer aktuellen Warmzeit der Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre verdoppelt hat und zu noch viel extremeren Veränderungen als damals führen könnte.

Zitiert aus dem Text der Sendung „Faszination Wissen“ des Bayerischen Fernsehens


06.12.2009 – VOD – Video of the Day: „The Source ft. Candi Staton – You’ve Got the Love“

6. Dezember 2009

Ein Klassiker! Gerade auf der Fahrt nach Hause im Radio gehört. Die CD muss ich noch irgendwo im Keller haben. Als diese Nummer populär war, da war ich grad mit Chris auf Lanzarote. Das waren noch Zeiten!

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02.12.2009 – POD – Picture of the Day: „Blue Sky – White Mountains“

3. Dezember 2009

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02.12.2009 – Schweizer schätzen thailändische und türkische Gastfreundschaft – zumindest im Urlaub

2. Dezember 2009

UTRECHT, 26. November 2009 – Europaweit beteiligten sich tausende Besucher des Reiseportals Zoover an der Umfrage über die gastfreundlichsten Urlaubsländer. Die Nutzer der Schweizer Zoover-Seite wählten dabei Thailand zur gastfreundlichsten Nation dicht gefolgt von der Türkei auf Platz 2. Schweizer Urlauber fühlen sich in Thailand so richtig wohl. Mit 24 % der abgegebenen Stimmen wählten Sie die Thailänder zu den freundlichsten Urlaubsgastgebern. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit der Türkei (23 %) und Griechenland (13%) zwei Nationen, die ebenfalls für ihre herzliche Gastfreundschaft berühmt sind.

Die Schweizer Resultate im Überblick:

  1. Thailand 24%
  2. Türkei 23%
  3. Griechenland 13%
  4. Kroatien 12%
  5. USA 7%
  6. Frankreich 4%
  7. Russland 4%
  8. Spanien 4%
  9. Grossbritannien 3%
  10. Australien 2%
  11. Mexiko 2%
  12. Ägypten 1%

Auch bei den Österreicher Urlaubern steht die Türkische Gastfreundschaft hoch im Kurs: Platz 1!

Die österreichischen Resultate im Überblick:

  1. Türkei 31%
  2. Thailand 28%
  3. Griechenland 10%
  4. Kroatien 5%
  5. Russland 5%
  6. Spanien 5%
  7. USA 5%
  8. Frankreich 3%
  9. Australien 2%
  10. Ägypten 2%
  11. Mexiko 2%
  12. Grossbritannien 1%

Und bei den Deutschen steht die türkische Gastfreundschaft auf Platz 3 in der Beliebtheitsskala:
Für die deutschen Urlauber sind die Spanier die gastfreundlichste Nation. Der britische Charme brachte keine Punkte: England belegte bei der Umfrage des Reiseportals Zoover den letzten Platz. Mit der Türkei und Thailand folgen zwei ebenfalls für ihre Gastfreundschaft berühmte Länder auf den Plätzen zwei und drei. Wenig herzlich aufgenommen fühlen sich die Reisenden auch in Frankreich und Russland.

Internationale Resultate:

  1. Thailand 26%
  2. Türkei 23%
  3. Griechenland 14%

Aus den Umfragen auf allen 16 internationalen Zoover-Seiten ging Thailand als Gesamtsieger in puncto Gastfreundlichkeit hervor. Die Thailänder belegten in mehr als der Hälfte aller Umfragen die Spitzenposition und erhielten dabei im Gesamtdurchschnitt beachtliche 26 % der Stimmen. Auch die Türkei und Griechenland konnten mit 23 % bzw. 14 % der Stimmen europweit hohe Symphatiewerte erzielen und belegen folgerichtig die Plätze zwei und drei. Europaweit betrachtet erwiesen sich Frankreich und Russland als die „gastfeindlichsten“ Nationen und landeten mit lediglich 4 % bzw. 5 % der Stimmen abgeschlagen auf den letzten Rängen.


02.12.2009 – VOD – Video of the Day: „A postcard from Koh Samui“ by David Sambor

2. Dezember 2009

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01.12.2009 – Switzerland: Politically, on an other Planet – International Press about the „Ban on Minarets

1. Dezember 2009

„I have deep concerns at the negative consequences that the outcome of the vote will have on the freedom of religion or belief of members of the Muslim community in Switzerland,“ Asma Jahangir, the Special Rapporteur on freedom of religion or…
52 minutes ago Tehran Times
„Indeed, a ban on minarets amounts to an undue restriction of the freedom to manifest one’s religion and constitutes a clear discrimination against members of the Muslim community in Switzerland,“ Jahangir said. „This vote reminds us that no…
12 hours ago UPI.com
„This vote reminds us that no societies are immune to religious intolerance. It is therefore necessary more than ever to continue raising awareness and educating people about religious diversity, and enabling all societies to adopt an enlightened…
Nov 30, 2009 Yemen News Agency
…United Nations special rapporteur on freedom of religion or belief, Asma Jahangir, described a ban on the construction of minarets as being contrary to Switzerland’s obligations under international human rights law and constituting „a…
„Indeed, a ban on minarets amounts to an undue restriction of the freedom to manifest one’s religion and constitutes a clear discrimination against members of the Muslim community in Switzerland,“ she added, also noting that the UN Human Rights…
52 minutes ago Tehran Times
A „glass ceiling in terms of their promotion in public service and their participation in decision making“ exists, Ms. Jahangir added, warning that religious minorities must not be marginalized.
Nov 30, 2009 UN News Centre

UN Watch slams Swiss ban on minarets (European Jewish Press)
Switzerland’s new prohibition against minarets constitutes a breach of the country’s commitment under international human rights treaties to respect equality and freedom of religion

ECRI issues statement on ban of construction of minarets in Switzerland (FOCUS News Agency, Bulgaria)
Strasbourg. The European Commission against Racism and Intolerance (ECRI) wishes to express its deep concern about the results of the Swiss popular initiative which approved the inclusion, in the Federal Constitution, of a new provision banning the construction of minarets, the Council of Europe announced.

Muffled muezzins (Financial Times)
There was a time when Switzerland enjoyed a reputation as a haven of democracy and tolerance in an otherwise benighted Europe. No more: the Swiss have left that image in tatters by voting for a constitutional ban on minarets.

UN to examine legality of Swiss minaret ban (India Business Blog)
Geneva, Nov 30 (DPA) The United Nations said Monday it aimed to study the legality of the ban on the building of new minarets in Switzerland as a result of the country’s referendum on Sunday. A spokesman for the UN High Commission on Human Rights said in Geneva that experts would study whether the ban was in harmony with international law. Source: UN to examine legality of Swiss minaret ban

Swiss minaret ban reflects ‘ignorance’: Indonesia (Ary Hermawan , The Jakarta Post , Jakarta)
Indonesian Foreign Minister Marty Natalegawa Tuesday decried Switzerland’s referendum vote to ban the construction of new mosque minarets in the country, saying it was “discriminatory” and “violated the right to freedom of religion.”

Swiss minarets: is EU following Arabs down path of self-pity and xenophobia? (guardian.co.uk)
Europe and the Arab street are both grappling with a fast-changing world where Asia is becoming more important for the first time in centuries.

Swiss minaret ban discriminates against Muslims: UN expert (Tehran Times Political Desk)
TEHRAN – An independent United Nations expert on religious freedom Monday voiced regret at the Swiss vote to ban the construction of new minarets, stating that such a prohibition clearly discriminates against Muslims, UN Information Center reported.


30.11.2009 – Schweiz: Politisch auf einem anderen Stern

30. November 2009

DRS1 Nachrichten vom 30.11.2009, 18 Uhr:

Der Schweizer Volksentscheid gegen den Bau von Minaretten hat im Ausland vielfach Bestürzung ausgelöst. Bundesrätin Calmey-Rey versucht in Bern den Botschaftern Arabischer Staaten das Abstimmungsergebnis zu erklären. Diese reagierten mit Unverständnis auf das Verbot. Bundesrätin Widmer-Schlumpf ihrerseits betonte bei einem EU-Ministertreffen in Brüssel dieses Ergebnis sei kein Angriff auf die Religionsfreiheit. Mehrere europäische Minister sehen in dem Minarettverbot ein Zeichen der Intoleranz. Die Vereinten Nationen prüfen, ob das Minarettverbot in der Schweiz mit internationalem Recht vereinbar ist. Experten seien daran den Fall zu untersuchen, sagte ein Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte. Die SVP hat bereits verlangt, dass Bundesrat den Volksentscheid vollkommen umsetzt.

Echo der Zeit vom Montag 30.11.2009, 18 Uhr: Georg Kohler ist Professor für politische Philosophie im Gespräch mit Casper Selg

Georg Kohler: Also, einerseits gibt es eine Politstrategie, die die Schweiz zwar irgendwie ökonomisch mit dem ganzen Planeten vernetzen möchte. Aber politisch und kulturell möchte man so auf einem kleinen Sternchen, wie der kleine Prinz neben der Welt sein. Diese Linie gibt es. Sie gehört glaub ich kann man sagen zur „Blocher-Schweiz“. Die hat keine Aussicht –  die ist gefährlich. Die finde ich aber von der Aussenperspektive her überbetont. Also, Isolationismus ist ganz sicherlich keine sinnvolle Reaktion darauf….

Caspar Selg: Aber das Ausland nimmt natürlich zur Kenntnis, dass wir mit dem Ausland intensiv Handel treiben. Der Handel beispielsweise mit Europa hat massiv zugenommen in den letzten paar Jahren. Wir wollen Handel treiben. Wir wollen unsere Geschäfte machen können. Aber wir wollen das Ausland im Inland nicht zur Kenntnis nehmen. Das aber schafft doch Probleme?

Georg Kohler: Das ist diese helvetische Schizophrenie: Politisch auf einem anderen Stern, aber irgendwie privatwirtschaftlich und marktwirtschaftlich vernetzt mit dem ganzen Planeten. Diese Strategie ist seit 20 Jahren in immer grössere Schwierigkeiten gekommen und das wird registriert, aber ich glaube wir sind jetzt daran richtige Lösungen zu suchen. Also das sind Suchbewegungen. Der Bilateralismus mit der EU ist so eine Sache, kommt an seine Grenze. Und, ja, wir stehen nicht vor einer Identitätskrise aber vor sehr tief greifenden Auseinandersetzungen. Diese Abstimmung zeigt einmal mehr dass wir müssen, aber auch irgendwie auch dabei sind die Schweiz neu zu erfinden. Und manchmal geht diese Neuerfindung über einen Schritt zurück noch mal über Neubesetzungen alter Marken. Das Verbot von Minaretten oder den Bau von neuer Minaretten natürlich überhaupt nichts löst, darüber sind wir uns einig.

SR-DRS: Minarett-Verbot: Rechtsstreit absehbar:

Die Rechtsexperten sind sich einig: Das vom Volk angenommene Minarett-Verbot dürfte zu einem Rechtsstreit führen. Dies bestätigt auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Die Umsetzung bringe sicher «einige delikate Fragen» mit sich, sagte Calmy-Rey gegenüber Schweizer Radio DRS.

SVP verlangt Kündigung von Abkommen
Zuvor hatte die SVP vom Bundesrat die vollständige Umsetzung des Minarett-Verbots verlangt. Falls «Gerichte es wagen, den Entscheid mit Verweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention oder den Uno-Pakt über die bürgerlichen und politischen Rechte umzustossen», müsse die Schweiz die entsprechenden Verträge halt kündigen, teilte die Partei mit.

Tagesspiegel.de: Es herrscht Progromstimmung:
Der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler über verklemmte Kleinbürger in der Schweiz und die Reaktion der Muslime.

Haben Politiker, die ein Bauverbot für Minarette fordern, die Einstellung der Schweizer gegenüber Muslimen verändert?
Ja. Es herrscht eine Pogromstimmung. Viele Muslime fürchten sich vor Anschlägen, vor Gewalt, vor Stigmatisierung. Zuerst gab es nur eine kleine Gruppe in der Schweizerischen Volkspartei, hart an der Grenze zum Faschismus, die ein Bauverbot für Minarette forderte. Jetzt aber ist das Feuer im ganzen Land entfacht.
Wieso sind diese Leute so erfolgreich?
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) ist die größte Partei im Lande, sie lebt von der Angst. Sie braucht immer neue Feindbilder. Sie versuchten es mit den eingewanderten Deutschen als Feindbild. Das funktionierte nur begrenzt. Jetzt bläst die SVP zu einem Kreuzzug gegen den Islam. Die Muslime sind die neuen Sündenböcke. Sie sollen per Verfassung ausgegrenzt werden.

Handelsblatt.com: Auch für die Schweiz ist Globalisierung unteilbar
Schizophrenie in den Alpen: Wirtschaftlich möchten die Schweizer gerne von der Globalisierung profitieren. Politisch und kulturell hätte man aber lieber eine Bergfestung ohne Muslime.

Sueddeutsche.de: Der Schweizer Krawallmacher – ein Deutscher
Die Schweizer votierten gegen Minarette – und dahinter steckt ein Deutscher. Alexander Segert konzipierte eine gnadenlose Kampagne.

Zu verdanken ist das auch dem Deutschen Alexander Segert. Vor etwa 20 Jahren zog Segert in die Schweiz. Er ist Geschäftsführer der Werbeagentur Goal und hat die Kampagne für die SVP organisiert. Seit 14 Jahren macht er Werbung für die Partei. Früher schrieb er in der islamfeindlichen Zeitschrift Bürger und Christ, in der er vor „der schleichenden Infiltration des christlichen Abendlandes durch den Islam“ warnte, wie ihn der Zürcher Tages-Anzeiger zitiert. Und jetzt: Für das Minarett-Verbot hat sich Segert einiges einfallen lassen. … Der Name Alexander Segert steht auch für das berüchtigte „Schäfchenplakat“. Was so harmlos klingt, löste ebenfalls europaweit heftigte Reaktionen aus. Zu sehen waren mehrere weiße Schäfchen, die ein schwarzes Schaf über die Landesgrenze kicken. Das Plakat ging zurück auf die „Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer“, die vor zwei Jahren in der Schweiz Stimmung machte.

Fokus.de: UN und EU prüfen Konsequenzen
Die Schweizer Minarett-Entscheidung zieht immer weitere Kreise: Die UN schalteten sich ein, und die EU will sogar die mit dem Lissabon-Vertrag geplanten Volksabstimmungen infrage stellen.

Die Europäische Menschenrechtskonvention garantiere das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit, sagte der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, am Montag in Straßburg. Außerdem enthalte die Konvention ein Diskriminierungsverbot, hob der Norweger hervor. Es sei daher Aufgabe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu prüfen, ob ein Verbot von Minaretten mit der Konvention zu vereinbaren sei. … Auch die Vereinten Nationen kündigten eine Untersuchung der Rechtmäßigkeit an. Experten prüften, ob das Schweizer Verbot mit internationalem Recht vereinbar sei, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Schon während der Abstimmungskampagne hatten UN-Experten die Schweizer Behörden mehrfach vor einem „diskriminierenden Charakter“ eines Minarett-Verbots gewarnt. Ein Ausschuss des UN-Menschenrechtsrats hatte am 30. Oktober deutliche Kritik an der Abstimmungsvorlage rechtsgerichteter Kreise sowie einer „diskriminierenden Plakatkampagne“ geübt.

Spiegel.de: Forderung nach einer „friedlichen und demokratischen Reaktion“

Im saudi-arabischen Dschiddah forderte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) Muslime in aller Welt zu einer „friedlichen und demokratischen Reaktion“ auf. In dieser Organisation sind 57 islamische Länder vertreten. Ihr Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu nannte das Ergebnis der Abstimmung „enttäuschend und beunruhigend“. Es sei das jüngste Beispiel für das Schüren von Angst vor dem Islam durch fremdenfeindliche Politiker, sagte der aus der Türkei stammende Ihsanoglu. Die westlichen Gesellschaften befänden sich in der Geiselhaft von Extremisten, die Muslime als Sündenböcke ausnutzten, um an die Macht zu gelangen. Er sagte, das Minarett-Verbot sei eine „bedauerliche Entwicklung, die das Bild der Schweiz als ein die Pluralität, Religionsfreiheit und Menschenrechte achtendes Land trübt“.