… heisst „Höhen und Tiefen“. Arribas heißt aber auch „Klippen“. Hab ich grad gelernt. Denn so heisst das Lokal next Door zu meinem Appartmenthaus „Vista Marina“.
Klippen mit Aussicht auf den Hafen
Es ist Anfang Oktober, 20 Uhr, und ich sitze draussen. Wie eigentlich alle rund um mich herum. Denn es hat schlappe 25 Grad. Sonnenuntergang färbt den Himmel in allen Regenbogenfarben. Vor mir ein Viertel Wein. Und gleich gibt es Lapaz. Leckere Muscheln mit Knoblauch und Olivenöl.
An dem Laden neben dem Hauseingang zu meinem Appartmenthaus bin ich schon 100te Male vorbeigelaufen. Das Witzige: Der Wirt scheint keine festen Öffnungszeiten zu haben. Mal ist offen, es ist bestuhlt und die Schirme draussen. Mal ist zur gleichen Zeit alles verrammelt, die Rollos zu.
Weisswein mit Lapaz.
Heuteabend wusste ich nicht recht wohin zum Abendessen. Als ich die Tür hinter mir schloss, sah ich, dass einige wenige Personen vor seiner Bar saßen. Zwei oder Drei. Also setzte ich mich dazu.
Zu jedem Getränk gibt es Chips und je einen Happen Salami und Käse auf Brot. Ich bestellte Vino Blanco Seco. Und fragte nach den kleinen Muscheln, die ich beim Vorbeigehen einmal gesehen hatte. Es waren Lapaz.
Leckere Kleinigkeiten gibt es gratis zum Weisswein
Die Bar ist nichts Besonderes. Sehr einfach. Und sehr gemütlich. Man sitzt eh Draussen. Mit Blick auf den Hafen. Es ist sehr entspannt. Der Wirt verschwindet auch mal schnell zum Einkaufen, wenn ihm etwas fehlt. Im laufenden Betrieb. Die Gäste warten gerne. Alles ist entspannt. Tranquillo.
… in der „Menson El Duque„. Gesternabend holte ich Lykke beim „Valle Luz“ ab. Ziel Santa Cruz. Es war bewölkt. Draussen am Meer wolkenlos. Wir fuhren über die Autobahn TF5 über den Pass bei La Laguna von Null Metern Meereshöhe auf 600 Meter bei San Cristobal der höchsten Stelle. Danach geht es am Nord-Flughafen vorbei, der bis 1978 „Aeropuerto Internacional de los Rodeos“ hiess.
Danach geht es teils dreispurig immer geradeaus runter nach Santa Cruz. Ich bog diesmal rechts ab am Autobahnenende Richtung „Palmetum“ und „Marina“. Dort trifft man auf das modernere Santa Cruz mit Hochhäusern, Bausünden, Kaufhäusern, dem Industrieviertel rechts und dem Messezentrum.
Calle Bethenvourt Alfonso. Die Weihnachtsbeleuchtung hängt schon.
Unten am Meer kommt man beim „Parque Maritimo Cesar Manrique“ an. Der kleinere Zwilling des „Lago Martianez“ in Puerto de la Cruz. Rechts daneben das „Palmetum“ – Eine durch persönlichen Einsatz renaturierten Müllberg. Links abgebogen kommt man am „Auditorio de Tenerife“ vorbei, welches mit weissen glänzenden Bruchkacheln bedeckt an ein Segelschiff erinnern soll.
Beim Plaza de Espana suchte ich mir einen freien Parkplatz. Und fand sogar einen! Aktuell ist absolute Nebensaison und touristisch rein gar nichts los. Was mir natürlich total gefällt. Wir laufen die Calle Bethenvourt Alfonso hinauf. Die Weihnachtsbeleuchtung hängt schon.
Die gesamte Innenstadt ist verkehrsberuhigt oder komplett Fußgängerzone. Die Strasse entlang säumt ein Restaurant an ein anderes. Die Gerüche aus den Küchen sind vielfältig. Und: Alles sitzt draussen! Um 19 Uhr und später. Es hat angenehme 25 Grad. Immer noch.
Tacos im „Tiki Taco“
Wir halten zuerst beim „Tiki Taco„. Dort liefen wir im Januar vorbei und nahmen uns vor den Mexikaner mal auszuprobieren. Wir bestellten ein paar Kleinigkeiten und probierten diese, als der Service die angerichtet Schieferplatte brachte. Als Vorspeise reichten die Portionen aus. Aber es war uns im kleinen Restaurant zu hektisch und sie kleinen Tische zu ungemütlich.
Also wanderten wir weiter hinauf zum Plaza Chircharro mit dem „Drago Canarias“ – einem alten Drachenbaum. Davor steht ein Denkmal, dass ich scherzhaft „Die heilige Sardine“ nenne.
Das „El Duque“ in Santa Cruz
Von hier aus sind es nur noch wenige Meter bis zum eigentlichen Ziel. Dem „El Duque“ in der Calle Teobaldo Power. Ja, die heisst wirklich so.
Wie wir den Laden gefunden hatten vor Jahren, weiss ich nicht mehr ganz genau. Aber ich glaube es war eine Empfehlung, weil Holger gerne Schnecken essen wollte. Und im „El Duque“ ist eine der vielen Kanarischen Spezialitäten eben eingelegte Schnecken.
Holger’s Schnecken führten uns damals ins „El Duque“
Mir gefällt der Laden aus mehreren Gründen. Es ist ein typisches After work-Lokal, wo man sich nach der Arbeit zum Plaudern trifft, ein Glas Wein und ein paar Kleinigkeiten zum Essen nimmt. Eben die berühmten Tapas in jeglicher Form. Diese bekommt man größtenteils in einer gekühlten Vitrine gezeigt. Der andere Teil der Speisen kommt frisch aus der Küche.
Das Lokal selbst ist rustikal eingerichtet. Man sitzt entweder direkt an der Theke oder an Tischen aus ganzen oder halben Holzfässern. Von der Decke hängt Schinken. Dieser in feine Scheiben geschnitten ist eine weitere Spezialität und wird mit Käse und Brot eben als Fingerfood serviert.
Im hinteren Bereich befindet sich dazu ein kleines feines fast kuscheliges Restaurant mit Service. An diesem Abend war ein schick angezogen Pärchen im Eck, welches vor sich hin turtelte.
Wir bestellten uns eingelegte Artischokken Herzen und Albondigas. Dazu einen Weisswein, respektive kleines Bier und Brot. Und liessen es und schmecken und die Atmosphäre auf uns wirken. Schön war es wieder.