05.08.2010 – Kaffeesatz Briketts zum Grillieren

6. August 2010

Ein bekannter Kleingärtnerwitz ist: „Was tust Du auf Deine Erdbeeren?“ „Kaffeesatz!“ Ja, Mit Kaffeesatz düngt man nicht nur Erdbeeren, sondern lässt auch Begonien besser blühen. Eine völlig neue Möglichkeit den bei Espressomaschinen anfallenden Kaffeesatz umweltfreundlich zu entsorgen, stellt nun die Schweizer Firma „3r Company“ aus Schaffhausen vor.

Das Produkt heisst „ECOFUEGO Blau„. Die Firma kam vor bereits 4 Jahren auf die Idee Kaffeekapseln zu Grillkohle zu verarbeiten. Wie es heisst, soll der Brennwert dieser Briketts 3x höher sein, als Holz. Somit werfen wir ab sofort den Kaffeesatz nicht mehr weg, sondern verarbeiten ihn zu Grillbriketts. Somit gibts jetzt bei uns demnächst Kaffee unter das Steak.


29.07.2010 – SLF warnt vor akuter Lawinengefahr – Mitte im Hochsommer?

29. Juli 2010

Seit Dienstag regnet es immer wieder heftig. Fast kommt es mir wie tropischer Niederschlag zur Regenzeit aus. Ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet hat die Schweiz erfasst. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatten wir in Jonen ein heftiges Gewitter. Irgendwo muss der Blitz eingeschlagen sein, weil wir hatten kurzzeitig keinen Strom. In Luzern regnete es heute 33 Liter auf den Quadratmeter, überschwemmte Strassen und setzte viele Keller und Tiefgaragen unter Wasser (Video Schweizer Fernsehen). Zeitweise waren bis zu 650 Feuerwehrleute im Einsatz. Und nun das: Die Schneefallgrenze sinkt auf bis zu 2300 Meter und das Tiefdrucksystem bringt bis zu 50 cm Schnee mit. Dadurch sieht sich das SLF (WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung) gezwungen einen Lawinenwarnbericht herauszugeben:

„Die Lawinengefahr steigt im Verlaufe des Donnerstags, 29. Juli mit den Schneefällen an. Besonders in den Hauptniederschlagsgebieten bleibt sie auch am Freitag, 30. Juli erhöht. Besonders zu beachten ist die Lawinengefahr im Hochgebirge vom Berner Oberland bis in die Glarner Alpen, sowie von Nord- und Mittelbünden. Der Neuschnee wird vor allem an Nordhängen des Hochgebirges auf die relativ glatten Oberflächen des Schneefalls von Anfang Woche abgelagert. Steilhänge mit Neu- und Triebschnee sollten vorsichtig beurteilt werden.
In den meisten übrigen Gebieten bilden vor allem kleinere, frische Triebschneeansammlungen im Hochgebirge eine gewisse Gefahr. Besonders im exponierten Gelände mit Absturzgefahr sollten diese vorsichtig beurteilt werden.“

Quelle: SLF


23.07.2010 – Klimaerwärmung wo bleibst Du? Südamerika leidet unter härtester Kältewelle seit Jahrzehnten – bereits 175 Tote

24. Juli 2010

Ich bin nicht oft in Facebook. Keine Zeit. Heute Abend schaute ich mal wieder vorbei und fand einen verlinkten Artikel referenziert von Claus. „Südamerika erlebt historische Kältewelle„.

Ganz Südamerika erlebt einen harten und historisch kalten Winter, der bisher 80 Todesopfer gefordert hat. Die Kälte ist sogar bis in den Amazonas gelangt und die brasilianischen Bundesstaaten wie Acre und Rondonia erlebten Temperaturen von nur 7 °C.

Sogar in Boa Vista, der Hauptstadt von Roraima, an der Grenze zu Venezuela, wurde die ungewöhnliche Kälte gespürt, eine Stadt die 2 Grad nördlich des Äquators liegt. Nördlich! Das muss man sich mal vorstellen. Das wäre genau so wie wenn bei uns die Kältewelle von Europa über Nordafrika bis runter den Äquator überquert und in den Kongo geht, völlig undenkbar.

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Südamerika erlebt historische Kältewelle http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/07/sudamerika-erlebt-historische.html#ixzz0uXqJMgL7

Gut, ich glaube ja nicht alles, was in den Medien steht und ich glaube auch nicht alles, was sonst so im Netz verbreitet wird. Somit ging ich auf Recherche. Wenn Politik, Wissenschaft und Medien in die gleiche Richtung ziehen, muss was faul sein. Ja, das Thema Klimaerwärmung verursacht durch Menschenhand ist gemeint. Gegenbeweise? Was ist los in Südamerika? Seit Wochen historische Kälte in Südamerika? Mal sehen, was sich dazu findet. Seltsam ist die Verschwiegenheit der Medien zu diesem Thema. Nur 48 Treffer erzielt die Suche unter News. Blättert man weiter, stellt man fest, dass es real nur 4 echte Treffer sind.

Am 22. Juli meldet die Frankfurter Neue Presse: „Schon 175 Tote durch Kältewelle in Südamerika„. Im Süden Peru’s fiel das Thermometer auf den Rekordwert von Minus 20 Grad.  n-tv.de bringt einen ausführlicheren Artikel sogar mit Bild: „Kältetod unter Palmen – Südamerika leidet unter eisigem Winter„. Die Badische Zeitung schreibt: „Eiseskälte in Südamerika – Mehr als 200 Menschen sterben bei Minusgraden“ und latina-press.com vermeldet: „Kältewelle in Argentinien: 14 Todesopfer„.

Aber das NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) sieht die Sachlage anders; denn sowohl der Juni 2010, wie auch das Quartal April bis Juni 2010, sei innerhalb der historischen Temperaturmessungen die bisher wärmsten gewesen.

Und man findet einen Pressetext zum Buch „Rekorde der Urzeit“ von Wissenschaftsautor Ernst Probst: „Klimawandel ist nichts Neues“. Ich zitiere:

Wiesbaden – Im Laufe der etwa 4,6 Milliarden Jahre alten Geschichte der Erde hat es immer wieder dramatische Klimaveränderungen gegeben. Diese Tatsache wird bei den aktuellen Diskussionen über die globale Erwärmung wird oft nicht berücksichtigt, mahnt der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. In seinen populärwissenschaftlichen Büchern „Deutschland in der Urzeit“ und „Rekorde der Urzeit“ beschrieb er den stetigen Wandel zwischen Warmzeiten und Kaltzeiten.

„Die heutigen Menschen dürfen nicht in dem Irrglauben verharren, dass das gegenwärtige Klima immer so bleibt, wie es derzeit ist“, warnt der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. Der ständige Wechsel zwischen Kaltzeiten und Warmzeiten auf unserem „blauen Planeten“ ist nach seiner Ansicht nicht beendet. Was das für Pflanzen, Tiere und Menschen bedeutet, lässt sich nur erahnen.

Seltsam ist nur, dass in den internationalen Medien offensichtlich keiner über die anhaltende Kälte in Südamerika berichtet….


20.05.2010 – Elektroautos, Wärmepumpen, Stromlücke und Stromengpass

21. Mai 2010

Laut einer Medienmitteilung der Axpo droht der Schweiz ab 2015 ein sog. „Stromengpass“. Zum einen laufen Lieferverträge mit Frankreich 2015 aus und zum anderen sollen drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke 2020 – Mühleberg und Beznau I und II – altershalber vom Netz gehen. Zum anderen hätten sich die Prognosen für die Versorgung verschlechtert. Hingegen sind Umweltschutzverbände der Meinung, dass die Schweiz bis 2050 ihren Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien beziehen könnte. (Quelle drs.ch)

Das Bundesamt für Energie ist übrigens der selben Meinung, wie die Axpo, dass der Schweiz bis 2015 eine „Stromlücke“ drohe; denn bis 2025 erreichen sämtliche fünf Kernkraftwerke der Schweiz ihr altersbedingtes Ende. Die Schweiz produziert (und verkauft) 40% ihres Stroms aus diesen fünf Kernkraftwerken. Nun laufen 2015 die Versorgungsverträge mit Frankreich aus und durch die grösser werdende Energieknappheit in Europa (durch den stetig wachsenden Bedarf) würde sich die Versorgungslücke erhöhen.

Der Stromverbrauch steigt durch Energieeffizienz-Massnahmen: Das klingt widersprüchlich? Nein, keineswegs; denn die aus „Umweltgründen“ von Ölheizung auf Wärmepumpen umgerüsteten oder neu ausgestatteten Häuser beziehen nun kräftig Strom zum Heizen und für das Warmwasser. Zwar benötigen Wärmepumpen nur ein Drittel zum Heizen als vergleichbare Ölheizungen, aber das verfügbare Stromkontingent wird durch die erhöhte Anzahl von Wärmepumpen deutlich geschmälert.

Hinzu kommen die (Werbe-)Massnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstosses im Verkehr, der durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas) verursacht wird. Vollkommen im Trend, weil „sauber und leise“ ist das „Elektroauto“. Zwar benötigt es an der „Verbraucherstelle“ (Auto) keine fossilen Brennstoffe, aber irgendwoher muss der Strom für den Antrieb ja kommen. Je mehr Elektroautos in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen, umso höher wird der Gesamtstrombedarf, die Stromlücke und mit Sicherheit der Strompreis.
(Kommentar: Das selbe Theater hatten wir bei der flächendeckenden Einführung der Dieselfahrzeuge im Privatbereich nach der ersten und zweiten Ölkrise in den 80er-Jahren).

Atomkraftwerkkritiker und Umweltverbände plädieren auf die konsequente Nutzung von Energie-Effizienzmässnahmen, Energiesparen und die Förderung von erneuerbaren Energien, wie Wind, Wasser, Erdwärme, Biogas und Sonnenenergie. Nur fehlt in der Schweiz neben dem politischen und privatem Willen, die Fläche, der Wind, die Sonne und die Förderungsbereitschaft durch Politik und Wirtschaft. Ausserdem werden die Pump-Wasserkraftwerke ausschliesslich dazu genutzt in Spitzenzeiten teueren Strom an die Nachbarländer zu verkaufen und so die Rendite der Stromkonzerne zu erhöhen. (Quelle drs.ch) Eigene Nutzung? Fehlanzeige.

Ein Rechenbeispiel, wie sich die Elektroautos auf den Strombedarf auswirken würden, finden sie in einem Artikel aus dem Jahre 2007:

17.03.2007 – Was wäre wenn alle Autos in der Schweiz ab 2010 mit Strom laufen würden?


19.04.2010 – Was der Vulkan Eyjafjallajökull mit der Klimaerwärmung zu tun hat?

19. April 2010

Island: Die zweitgrösste Insel Europas, Land der Vulkane, Fjorde, Wasserfälle und Gletscher,  Weigerung der Rückzahlung von 4 Milliarden Euro wegen des Bankrotts der Icesave-Bank. Seit dem 20.03.2010 weiss jeder Tageszeitungsleser, wo Island liegt. Irgendwo im Meer zwischen Europa und Grönland. UND: Es hat Vulkane dort, die sogar das gesamte moderne europäische Flugverkehrssystem für Tage lahmlegen können.

Vulkane? Die hat es doch nur im Fernsehen! Der Ätna ist doch auf Sizilien! Wieso hat es da noch mehr? Und „Eyjafjallajökull“ – was ist das denn für ein Name? Ätna ist kurz und prägnant. Kein Fernsehsprecher spricht den umständlichen Namen aus – und redet nur von „dem Vulkan auf Island“, der immer noch Asche ausspuckt. Dabei heisst Eyjafjallajökull einfach und harmlos „Inselbergegletscher“. Aufhörchen lässt allerdings die Tatsache, dass er zuletzt im Jahre 1821 ausgebrochen ist. Und diese Eruption dauerte zwei (in Ziffern „2“) Jahre! Ausserdem brach er seit der Landnahme um 870 n. Chr. erst ganze dreimal aus. Also ein eher ruhiger Vulkan. Aber da hat es doch noch einige „Schlummernde Riesen“. Befinden die sich etwa auch an der gleichen Grenze der Tektonischen Platten, wie der – ach wie schreibt man den – was soll’s – „Island Vulkan“?

Was mich an meine Besuche auf Lanzarote erinnert. 1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten insgesamt 2.053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so schlimm war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde hier der Timanfaya-Nationalpark gegründet.

Oder den höchsten Berg Spaniens: Den Teide auf Teneriffa. Der Pico del Teide ist mit 3.718 Metern die höchste Erhebung auf der Kanarischen Insel Teneriffa und ebenfalls höchster Berg auf spanischem Staatsgebiet. Der Teide ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1798 mit den Narices del Teide, die Teil des Nachbarvulkans Pico Viejo (3.134 m) sind und westlich des eigentlichen Pico de Teide liegen.

Beide Vulkane besuchten wir bereits mehrmals und dachten nicht im Traum daran, dass der Berg eventuell noch etwas „heiss“ sein könnte – heisser als man denkt. Aber lassen wir das. Blenden wir lieber in die Politik über: Der Vulkan speit seit Tagen ohne Erlaubnis Aschepartikel in die Luft, die sogar den Flugverkehr zum Erliegen bringt. Fragen wir uns doch bitte, ob der Vulkan eine Umweltplakette besitzt und diesen Ausstoss vorher angemeldet hat! Auch das CO2, was der Vulkan da rücksichtslos in die Umwelt bläst, wird nicht sich negativ auf die Isländische Wirtschaft auswirken; denn die Regierung muss nun CO2-Zertifikate kaufen, um hier gegenzusteuern.

Aber vielleicht legen die Europäischen Nationen ja hierbei zusammen und gründen einen CO2-Island-Fond für die Soforthilfe, da Island ja bekanntlich vollkommen pleite und dem Staatsbankrott nahe ist. Die Führung könnte Angela Merkel übernehmen. Aber auch Greenpeace und der WWF sollten schnellstens zusammen mit einem Bierhersteller eine gross angelegte Medienmarketing-Massnahme anstossen; denn nach der erfolgreichen Rettung des Regenwaldes im Amazonas muss dringend den Gletschern geholfen werden. „Mit jedem Kasten Bier erhalten Sie gratis einen Quadratmeter Gletschereis“.

Welche Auswirkungen der Vulkanausbruch wohl noch haben wird? Wir sind auf jeden Fall gespannt. Die Diskussion um die Südanflüge des Aiports in Zürich ist auf jeden Fall momentan ebenso zum Erliegen gekommen. Und wegen des Aschestaubes in der Luft ist man sich zumindest auf wissenschaftlicher Basis einig: Der Feinstaub ist schädlich oder auch nicht.

Zeitschleife der Eruptionen des Eyjafjallajökull Vulkans auf Island geschossen von der Mulakot Webcam am Mulakot Airport.

Achja: Und was der Eyjafjallajökull mit der Klimaerwärmung zu tun hat? Rein gar nichts!


10.03.2010 – Wintereinbruch auf Mallorca – Insel verschneit

10. März 2010

Thom schickte mir heute eine Mail mit Bildern rund um seine Finca auf Mallorca: Es hatte geschneit! Und zwar nicht etwa nur ein wenig. Der Schnee liegt Zentimeterweise! Die Jungs wollten gleich in den Garten und eine Schneeballschlacht veranstalten und einen Schneemann bauen.

Das ist der Ausblick vom Balkon im 1. Stock Richtung Palma. Das Haus darunter gehört Domingo. Er wird wohl ein paar Gasflaschen mehr einkaufen müssen.

Und so sieht der Garten aus. Weitere Bilder hat es hier. Wo bitte bleibt die Klimaerwärmung? Oder bekommen wir eine neue Eiszeit? Da kommt man doch ins Zweifeln. Auf jeden Fall fängt die Schule wegen des Schneefalls in den nächsten Tagen erst später an. Viele Strassen im Norden sind gesperrt und für die Bergstrassen herrscht Schneekettenpflicht. Wobei letzteres eine sehr interessante Angelegenheit ist; denn auf Mallorca zieht man das ganze Jahr keine Winterreifen auf – woher dann Schneeketten nehmen?


24.01.2010 – LED-Test im Kassensturz

24. Januar 2010

SAFE hat im Auftrag von Kassensturz und wwf Ende 2008 im Lichtmesslabor an der HTW Chur 16 Leseleuchten und 12 Spotlampen mit LED (Licht emittierende Dioden) bezüglich Energieeffizienz, Lichtmenge und Lichtqualität ausgemessen. Alle Produkte wurden im Oktober 2008 im Handel gekauft. Von den 16 Leseleuchten erhalten lediglich 2 Produkte eine gute Note. 6 Produkte schnitten genügend ab und 8 Produkte sind ungenügend. Von den 12 Spotlampen sind 3 Produkte gut und den vergleichbaren Sparlampenspots sowohl in Bezug auf Energieeffizienz als auch in Bezug auf Lichtqualität klar überlegen. 2 LED-Spots erhalten genügende Noten, die restlichen 7 Produkte sind ungenügend. Wie bei den Leseleuchten scheitern die meisten LED-Spots an der geringen Lichtmenge bzw. der schlechten Farbwiedergabe.

Gesamter Test bei Toplicht.ch


07.01.2010 – Klimawandel wo bleibst Du? Barbara und Daisy bringen Kälte, Schnee und einen Blizzard nach Europa?

8. Januar 2010

Seit dem ergebnislosen Klimagipfel in Kopenhagen scheint Petrus nun endgültig genug zu haben und dreht den globalen Klimaregler zumindest für einen Teil des Globus auf „Freez!“. England erlebt den kältesten Winter seit 30 Jahren mit Tiefstwerten um die 20 Grad minus (!). 10 000 Schulen bleiben geschlossen, Flughäfen ebenso und auf die Strasse jagt man dort nicht mal mehr ein ungeschorenes Schaf. Zu allem Überfluss blieb schon wieder ein Zug im Ärmelkanal stecken. Diesmal soll aber nicht „Betauung“ durch den Temperaturwechsel Schuld an der Misere sein.

Nun könnten Kurzsichtige sofort daraus schliessen, dass das kürzlich verhängte „Glühlampenverbot“ sofort Wirkung zeigt. Nein! Mit Nichten und mit Tanten! Auch die Pharmakonzerne stecken (diesmal) nicht dahinter unter dem Vorwand die noch nicht verkauften Schweinegrippe-Impfstoffe wohl in einer neuen Kältewelle doch noch an den Mann zu bringen. Falsch!

Schweizer Schneekuh

„Barbara II“ und „Daisy“ sind die Ursache von abgefrorenen Fingern und Muskelkater durch Schneeschippen. So heissen nämlich die beiden Tiefdruckgebiete, die nacheinander über Europa ziehen. Letztere – „Daisy“ – kommt in den nächsten Tagen von Portugal herbei gezogen und verspricht ein ausgewachsener Blizzard zu werden mit Windgeschwindigkeiten um 90 Stundenkilometern und anhaltendem Schneefall.

In der Schweiz freuen sich die Liftbetreiber und Tourismusmanager auf bis zu einem halben Meter Neuschnee an den nächsten Tagen. Dafür wird das Streusalz in manchen Gemeinden langsam knapp. Vielleicht rettet ja der Griff in das Gewürzfach. Und in Florida baut man derweil einen Schneemann.


20.12.2009 – Klimawandel? Ja! Saukalt: Kälterekord in Basel und Luzern

21. Dezember 2009

Gestern endete der Klimagipfel in Kopenhagen und heute schon der erste Erfolg: Das Klima ist deutlich kälter geworden 🙂

Weite Teile der Schweiz haben auf Sonntag die kälteste Dezembernacht seit Jahrzehnten erlebt. Ein neuer Tiefstwert für das laufende Winterhalbjahr wurde zudem in La Brévine mit minus 34,2 Grad verzeichnet. Basel erlebte mit minus 16,0 die kälteste Dezembernacht seit 1964. Minus 16,1 Grad für Luzern bedeuteten sogar den tiefste Dezemberwert seit Messbeginn von 1931. Rekordkälte für den Dezember meldeten auch Fahy im Pruntruter Zipfel mit minus 17,4, Güttingen am Bodensee mit minus 16,4 und Rünenberg im Oberbaselbiet mit minus 16,0 Grad. Eine klirrend kalte Nacht erlebte auch das Südtessin: In Stabio fiel die Quecksilbersäule bis auf 15,4 Grad unter Null. Auch das war gemäss Gerstgrasser ein neuer Dezemberrekord in der seit 1982 geführten Messreihe.

Aber auch international war es eisig: Minus 33 Grad wurden in Deutschlands Kälteloch am bayerische Funtensee gemessen. Zwei Frauen starben auf der Straße, ein Obdachloser erfror. Unter dem Ärmelkanal steckten 2000 Menschen fest. Bis zu 15 Stunden brauchten manche Passagiere, ehe sie in London ankamen. Vier Superschnellzüge steckten fest, ein fünfter kroch nur langsam durch die Röhre, wie ein Eurostar-Sprecher in London sagte. Als die Züge aus der eisigen trockenen Luft im Norden Frankreichs in den etwa 25 Grad warmen und feuchten Tunnel fuhren, legte der Temperatursprung die Elektrik der Lokomotiven lahm. Mitten im Weihnachtsverkehr wurde der Betrieb unter dem Ärmelkanal für den ganzen Samstag eingestellt. An den Terminals herrschte Chaos.

Heftiger Schneefall löste auf dem Frankfurter und dem Düsseldorfer Flughafen Chaos aus. Bis zum Nachmittag seien auf Deutschlands größtem Flughafen 50 Flüge gestrichen und 15 nach Stuttgart oder München, teilweise als Folgen der Flugplanänderungen der Vortage, umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Gleichzeitig landeten aber auch nach Frankfurt umgeleitete Flieger. Seit Freitag schon störe das Wetter den Flugverkehr. Am Flughafen wurde bis in die Abendstunden mit Schnee gerechnet. „Unser Winterdienst ist ohne Pause im Einsatz“.

Der Düsseldorfer Flughafen musste wegen dichten Schneetreibens vorübergehend geschlossen werden. Seit 9.15 Uhr starteten oder landeten keine Maschinen mehr. Wann der Verkehr am drittgrößten deutschen Flughafen wieder aufgenommen wird, war zunächst unklar. Auch hier seien manche Flüge umgeleitet worden, andere wurden ganz gestrichen. Trotz des Einsatzes von 20 Räumfahrzeugen war es wegen des heftigen Schneetreibens nicht möglich gewesen, die Start- und Landebahnen von Schnee freizuhalten. Insgesamt wurden 300 Flüge umgeleitet beziehungsweise annulliert.

In Rheinland-Pfalz wurde am frühen Morgen die tiefste Temperatur verzeichnet, die jemals dort gemessen wurde: In Dill im Hunsrück zeigten die Thermometer minus 26,1 Grad an. In Freiburg im Breisgau war es ebenfalls kälter als je zuvor: minus 22 Grad. Am vierten Advent tagsüber wurden auf Deutschlands höchstem Berg, der fast 3000 Meter hohen Zugspitze, minus 20,9 Grad gemessen – in München dagegen vergleichweise milde 6,3 Grad minus.

Es soll zwar bald wieder wärmer werden, aber gerade kam folgender Wetteralarm bei mir auf’s Natel:
„Stufe 2 – Starkschneefall – UR Unterland – Verkehrsbehinderungen – ab sofort bis Mo. 10 Uhr – SF Meteo“. Das wird morgen spannend in der Früh.


15.12.2009 – Sonneneinstrahlung Schuld? Vor 60 Jahren schmolzen die Schweizer Gletscher schneller als in den letzten Jahren

16. Dezember 2009

Zürich – Überraschende Resultate lieferten neueste Studien von Schweizer Forschern zum Thema Klimawandel: Sie fanden heraus, dass die Gletscher in den 1940er-Jahren rasanter geschmolzen sind, als sie es heute tun. Wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) am Montag berichtete, sehen die Wissenschafter die Ursache dafür in der geringeren Aerosolverschmutzung der Atmosphäre.

In der Schweiz wird laut ETH der Schneezuwachs im Winter und die Gletscherschmelze im Sommer an mehreren Messstellen auf rund 3.000 Metern seit fast 100 Jahren ohne Unterbrechung gemessen. Mit dieser weltweit einzigartigen Messreihe untersuchte Matthias Huss während seiner Doktorarbeit, wie sich die Klimaveränderung im vergangenen Jahrhundert auf die Gletscher auswirkte. Dabei berücksichtigte das Forscherteam die seit 1934 in Davos gemessene Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche.

Sonneneinstrahlung als massgebender Effekt

Studien in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben nämlich gezeigt, dass, verursacht durch Aerosole und Wolken, die Sonneneinstrahlung stark variiert und dies vermutlich einen Einfluss auf Klimaschwankungen hat, hieß es in einer Aussendung des ETH. In den vergangenen Jahren wurden für diese Phänomene die Begriffe „global dimming“ und „global brightening“ für reduzierte beziehungsweise erhöhte Sonneneinstrahlung geprägt.

Weniger Niederschlag und längere Schmelzperioden

Die neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ publiziert wurde, bestätigt diese Forderung. Denn unter Berücksichtigung der erhobenen Daten für die Stärke der Sonneneinstrahlung kamen die Forscher zu einem überraschenden Ergebnis: In den 1940er Jahren, insbesondere im Sommer 1947, verloren die Gletscher seit Beginn der Messreihe im Jahr 1914 am meisten Eis. Und das, obwohl die Temperaturen tiefer waren als in den vergangenen zwei Jahrzehnten. „Überraschend ist, dass sich dieses Paradoxon relativ einfach über die Strahlung erklären lässt“, sagte Huss.

Schuld an der starken Gletscherschmelze sei der hohe kurzwellige Strahlungseintrag in den Sommermonaten. Dieser lag in den 1940er Jahren um acht Prozent über dem Langzeitdurchschnitt und um 18 Watt pro Quadratmeter über demjenigen der vergangenen zehn Jahre. Dies führte dazu, dass, über das gesamte Jahrzehnt der 1940er gemittelt, vier Prozent mehr Eis schmolz als in den vergangenen zehn Jahren.

Aerosol:
Ein Aerosol ist ein Gemisch aus festen oder/und flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas. Das Verhalten eines Aerosols hängt immer von den Teilchen und dem Trägergas ab. Die Schwebeteilchen heißen Aerosolpartikel oder Aerosolteilchen. Ein Aerosol ist ein dynamisches System und unterliegt ständigen Änderungen durch Kondensation von Dämpfen an bereits vorhandenen Partikeln, Verdampfen flüssiger Bestandteile der Partikel, Koagulation kleiner Teilchen zu großen oder Abscheidung von Teilchen an umgebenden Gegenständen.

Unsere Atmosphäre enthält stets Aerosole unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Konzentration. Dazu zählen:

  • natürliche organische Anteile: Pollen, Sporen, Bakterien
  • natürliche anorganische Anteile: Staub, Rauch, Seesalz, Wassertröpfchen
  • vom Menschen eingebrachte Verbrennungsprodukte wie Rauch, Asche oder Stäube
  • vom Menschen hergestellte Nanopartikel.

Wirkung auf die Wolkenbildung
Ihre wichtigste Rolle kommt den Aerosolpartikel bei der Bildung von Wolkentröpfchen zu. Die Fähigkeit als Kondensationskern zu wirken hat jeder Partikel, allerdings wird die Intensität dieser Fähigkeit durch die Zusammensetzung und die Größe des Partikels bestimmt. Je größer ein Partikel ist, desto mehr wasserlösliche Einzelkomponenten sind in ihm enthalten. Es ist somit mehr hydrophile Masse vorhanden, die Wasserdampf am Partikel kondensieren lässt. Bei Aerosolpartikeln, in denen keine hydrophilen Komponenten enthalten sind, wie zum Beispiel bei Ruß, kommt es auf die Oberfläche des Partikels an, wie gut Wasserdampf an ihm kondensieren kann. Je größer die Oberfläche des Aerosolpartikels, desto mehr Wasser kann an ihm kondensieren. Größere Partikel bilden früher Wolkentröpfchen als kleinere. Es kommt aber auch auf die Zusammensetzung der Partikel an. Wolkenkondensationskeime aus hydrophilen Mineralsalzen, wie zum Beispiel Ammoniumsulfat oder Ammoniumnitrat können schon ab 70 % Luftfeuchtigkeit Tröpfchen bilden, während hydrophobe Rußpartikel erst bei einer Luftfeuchtigkeitsübersättigung, also bei über 100 % Luftfeuchtigkeit Tröpfchen bilden. In der Regel bilden ab 103 % Luftfeuchtigkeit alle Aerosolpartikel Tröpfchen. Gäbe es keine Aerosolpartikel, so bräuchte man bis zu 300 % Luftfeuchtigkeit, um eine Tröpfchenbildung herbeizuführen.

Auszug aus Wikipedia

Die Sonneneinstrahlung und der Klimawandel
Bereits seit dem Jahr 1923 registrieren spezielle Messgeräte die auf den Erdboden einfallende Sonnenstrahlung. Aber erst mit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957/58 wurde allmählich ein weltweites Messnetz installiert. Die Daten zeigen den Wissenschaftlern auf, dass die von der Sonne gelieferte Energie auf der Erdoberfläche über die Jahrzehnte stark schwankt und das Klima entsprechend beeinflusst.

Wild und Kollegen fanden aber bei der Analyse neu erhobener Daten heraus, dass die Sonneneinstrahlung ab 1985 allmählich wieder zunahm. In einer Publikation in «Science» prägten sie im Jahr 2005 dafür den Begriff «global brightening», nachdem bereits 2001 der Begriff «global dimming» für die zuvor festgestellte abnehmende Sonneneinstrahlung lanciert wurde.

Eine weitere Herausforderung ist für die Forschenden, die Effekte des «global dimming/brightening» besser in die Klimamodelle zu integrieren, um deren Auswirkung auf den Klimawandel besser zu verstehen. Denn einerseits weisen Studien darauf hin, dass «global dimming» die tatsächliche Erwärmung und somit den Klimawandel bis in die 1980er Jahre hinein maskiert hat.

Auf der anderen Seite zeigen die publizierten Studien auch, dass die Modelle, die im vierten Assessment Report des Intergovernmental Pannel on Climate Change (IPCC) verwendet wurden «global dimming/brightening» nur unzureichend abbilden: Weder das «dimming» noch das darauffolgende «brightening» wird von den Modellen vollständig simuliert. Dies liegt laut den Wissenschaftlern vermutlich daran, dass die Prozesse, die das «global dimming/brightening» verursachen, nicht ausreichend berücksichtigt wurden, und die historischen, vom Menschen verursachten Emissionsraten, die in die Modelle einfliessen, mit grossen Ungenauigkeiten behaftet sind.

Auszug aus ETH Life „Die Sonneneinstrahlung und der Klimawandel“