11.09.2009 – Die Schweiz in Musikvideos – Swiss architecture, land- & cityscapes featured in music videos

11. September 2009

Einen ganz extrem obergeilen Thread fand ich soeben bei Skyscrapercity durch den regelmässigen Newsleter. Titel: „Die Schweiz in Musikvideos – Swiss architecture, land- & cityscapes featured in music videos“. Es geht um (nicht nur) Schweizer Musik und die Locations der Drehorte in der Schweiz. Unbedingt näher reinschauen und verfolgen!

Man lernt zum Beispiel, dass Robert Miles (* 3. November 1969 als Roberto Concina in Neuchâtel) ein Schweizer Pop- und Dreamhouse-Musiker ist. Der Ohrwurm „Children“ landete 1996 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz 1. Das entsprechende Musikvideo zeigt diverse Orte in er Schweiz und Frankreich. Wer hätte es gewusst? „Wham“ wählte als Location für „Last Cristmas“ Saas Fee aus. Phil Collins liess seinen „Wake up Call“ in Genf am Bahnhof und der Altstadt ausrufen. Und gleich nochmal die gleiche Stadt und die gleiche Location: „Bone Thugs N Harmony feat Phil Collins – Home“ für den Remix.

Dada ante Portas – bekannt durch „She cries for someone else“ – kommt aus Luzern und dreht unter Anderem in Pontresina. DJ Tatana – die Schweizer Top-DJane – drehte zum Beispiel im Winterthurer Sulzer-Areal. Lunik begann 1999 mit dem triphoppigen Erstling „Rumour“. Das Video zum Song „Static“ wurde auf der Gotthard-Passstrasse gedreht. Die Stimme von Jaël Krebs lieh sich DJ Tatana aus für „Always on my Mind“.

Die Location für den Song „Take me Home“ von „Kandlbauer“ ist die Zürcher Langstrasse. Auch in Zürich, nämlich vor dem Restaurant Waid, drehte „Radio 200000“ das Video zum Titel „Hose“. „Liricas Analas“ drehte das Video für „Siemis“ in der Felsentherme in Vals. „Ritschi – Probier mi doch mal us“ spielt im Zürcher Niederdorf. Und natürlich darf er auch nicht fehlen: Vico Torriani – La Pastorella 1995 Original von 1976 (Aufgenommen in Lugano). Und vieles mehr findet man in diesem Thread.

Also wie gesagt, unbedingt mal reinschauen und reinhören!


09.09.2009 – WEF-Studie – Die Schweiz ist das wettbewerbfähigste Land der Welt!

9. September 2009

Das Weltwirtschaftforum bewertet jedes Jahr in einer Studie die Länder dieser Welt (WEF = World Economic Forum). Und diese Studie ergab, dass die Schweiz erstmals die Nummer 1 übernimmt und somit die USA vom Spitzenplatz verdrängt. Deutschland verbleibt übrigens auf Platz 7.

Die Schweiz rangiert auf Platz eins der Gesamtwertung des diesjährigen „Global Competitiveness Report 2009-2010“. Die Schweizer Volkswirtschaft zeichne sich durch hohe Innovationskraft und eine hoch entwickelte Geschäftskultur aus, heißt es in dem am Dienstag in Genf veröffentlichten Bericht des Weltwirtschaftsforums, das alljährlich in Davos ein Treffen von Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft veranstaltet.

Beim bisherigen Spitzenreiter USA hätten sich die Finanzmärkte und die makroökonomische Stabilität in besonderem Maße verschlechtert. Das Land fiel deshalb auf Platz zwei zurück. Singapur, Schweden und Dänemark platzieren sich auf den Rängen drei bis fünf. Mit Finnland (Rang 6), Deutschland (7) und den Niederlanden (10) auf den nächsten Plätzen zählen erneut vorwiegend europäische Länder zu den Top Ten.

Das gesamte Ergebnis nebst Ranking ist auf der Website des WEF ersichtlich.

Quelle: World Economic Forum

Während dessen steigt im August 2009 die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich von 3,8 auf 3,9 Prozent. Sie liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt. (Tagesanzeiger.ch)


09.09.2009 – Buchtipp: Roger Willemsen – Bangkok Noir

9. September 2009

Etwa drei Monate lang lebte Roger Willemsen in Bangkok, verließ seine Bleibe allabendlich um 18 Uhr und kehrte im Morgengrauen zurück. In den Nächten durchstreifte er mit dem in Bangkok lebenden Fotografen Ralf Tooten die Stadt: die Nachtclubs, Karaoke-Bars und Massage-Salons, die Kickbox-Studios, Nachtmärkte, Tempel und Baustellen. Er besuchte Wahrsager, Tätowierer und Aura-Fotografen, den Amulett-Markt, den Jahrmarkt der Gastarbeiter, das Straßenkino. Er aß bei den Insektenverkäufern, fand die geheimen Schlafplätze der Arbeitselefanten und campierte unter den Demonstranten. Er fand Zugang zu Nobel-Clubs, aber ebenso zu den Glücksspielern aus den Armen-Wohnblocks. Unterlegt wird die Lesung mit authentischen Bangkok-Geräuschen. (Quelle Amazon.de)

Rezession auf Zeit.de

Buch: Roger Willemsen und Ralf Tooten – Bangkok Noir


05.09.2009 – Roomba 560 – Staubsaugroboter zieht in die Sperlix-Brothers-WG ein

6. September 2009

Wir leben in einem Männerhaushalt. Auch bei uns fällt somit Hausarbeit an. Da wir etwas technik-affin sind, schwebte mir schon länger ein bestimmtes Gadget vor, um bei der lästigen Hausarbeit zu helfen: Einen Staubsaugroboter!

Tom und ich gingen am Samstag auf die Messe „Bauen und Modernisieren“, um unsere Kollegen aus der Branche Gebäudeautomation zu treffen. Auf unserer Messetour kam uns ein Pärchen entgegen, welches ein Paket mit Henkel trugen. Darauf war der „iRobot Roomba 560“ abgebildet. Im Forum, sowie hier im Blog wurde über dieses Teil bereits gesprochen.

Und so fragte ich den Herren, wo er den Staubsaugroboter her hätte – aus der Halle 1 im Erdgeschoss. Dort hätte man sogar einen Messepreis bekommen. Also machten sich Tom und ich auf den Weg hinab in die Halle 1 und suchten den Messestand von „iRobot“ und fanden ihn. Wir liessen uns die Funktion zeigen und schlugen zu. Mit je einem Paket bewaffnet begaben wir uns zurück zu den Kollegen und beendeten bei anregenden Diskussionen den Samstag auf der Messe.

Zuhause angekommen packten Tom und ich die „iRobot“ aus und bauten die Ladestation auf. Nach dem der Akku voll war, liessen wir die beiden einen Paarlauf vollführen und binnen einer Stunde war die Wohnung staubfrei. Perfekt!


05.09.2009 – Schweiz erklärt Libyen den Krieg! Wenn es nach der Lega dei Ticinesi geht!

6. September 2009

Wer war „Hannibal“ nochmal? „Hannibal Lecter„? Das war doch der Serienmörder aus dem (dämlichen) Horrorschocker „Das Schweigen der Lämmer“ – welch ein Filmtitel! „Hannibal“ und die „Schweiz“. Da war doch was? Geschichte! „Hannibal Bakas“ Der berühmteste Feldherr der Antike stammte aus Karthago, erzogen von einem Spartaner, überquerte mit geschätzten 50000 Kriegern, 9000 Reitern und (genau!) 37 Kriegselefanten die Alpen, um in einem taktischen Manöver die Römer zu besiegen. „Hannibal“? Seit einem Jahr bringt man in der Schweiz diesen Namen jedoch eher mit „Libyen“ und „Gaddafi“ in Verbindung. „Hannibal“ ist nämlich der Spitzname für einen der Söhne von „Gaddafi“, wie Muammar al-Gaddafi kurz genannt wird.

Saif al-Islam al-Gaddafi (übersetzt: „Schwert des Islam“) verprügelte letztes Jahr in Genf in einem Hotel zwei seiner Leibeigenen. Dies blieb den Hotelangestellten nicht verborgen und sie alarmierten die Polizei, welche auch umgehend vorstellig wurde. Nach zwei freundlichen Abweisungen durch Hannibal stürmte ein „Sondereinsatzkommando“ die Hotelsuite und setzte Hannibal fest. Man schleppte ihn in Handschellen zur Vernehmung, hielt ihn zwei Tage fest und liess ihn schliesslich für eine Kaution von 200 000 CHF frei.

Schon während der Verhaftung schwor die hochschwangere Gattin von Hannibal „Rache“! Tja, den Sohn eines arabischen Diktators verhaftet man nicht einfach. Das hat schwerwiegende diplomatische Konsequenzen. Gaddafi Senior zog schlagartig 5 Milliarden Dollar Sparguthaben aus der Schweiz ab, liess Schweizer Firmen im Land dicht machen, stoppte sämtliche Importe aus der Schweiz, veranlasste, dass keine Einreisevisa mehr für Schweizer ausgestellt wurden, drehte den Ölhahn für die Schweiz ab und zog sämtliche Diplomaten ab, liess die Swiss nicht mehr landen, ausserdem verhaftete er zwei Schweizer, welche sich seit dem in Haft befinden. Da versteht man keinen Spass. Papa Gaddhafi verkündete schon vor einem Jahr, dass wenn er eine Atombombe hätte, er nun einen Verwendungszweck für die Waffe gefunden hätte.

Aber da er offensichtlich keine Atombombe übrig hat, soll die Schweiz aufgelöst und unter den angrenzenden Staaten verteilt werden. Das wünscht sich Papa Gaddafi und stellt einen Antrag vor der UN-Vollversammlung deren Vorsitz Libyen am 15. September diesen Jahres übernimmt. Ausserdem stellt er die zwei Schweizer, welche er seit über einem Jahr festhält, wegen „Verletzung der Einreisebestimmungen“ vor Gericht. Währenddessen veröffentlichte heute die Zeitung „Tribune de Geneve Polizeifotos von „Hannibal“, welche sie seit Monaten in Besitz hatte. Eine weitere Provokation und Demütigung der Familie Gaddafi.

Aber nun soll die Schweiz gegen Libyen in den Krieg ziehen – Generalmobilmachung – wenn es nach der „Lega dei Ticinesi“ geht. Was? Wer ist das denn? „Lega dei Ticinesi“ ist eine etwas weit rechts stehende Schweizer Partei – und auf einen Schlag nicht nur in der Schweiz bekannt; denn heute liess man schriftlich und mündlich verlauten, dass die Bundesversammlung sich zu dieser aussergewöhnlichen „Initiative“ durchzuringen. Man schlägt vor, mit einem weiteren, allerdings vom Militär stammenden, Sondereinsatzkommando aus der neutralen Schweiz flugs nach Libyen zu fliegen, die gefangenen Schweizer zu in einer Blitzaktion nach Vorbild so mancher US-Filme zu befreien. Geht’s noch? Aber zuerst hält man im Bundesrat eine Sondersitzung im Herbst ab. Thema: „Rolle des Bundespräsidenten in der (zukünftigen) Aussenpolitik

Mal sehen, wie sich das Thema weiter entwickelt!?


26.08.2009 – Was die Schweiz mit Libyen bzw. Gaddafi zu tun hat? Tamoil!

27. August 2009

Momentan befindet sich Bundesrat Hans-Rudolf Merz bei Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi in Libyen und versucht zwei Schweizer ABB-Ingenieure aus einjähriger „Festsetzung“ zu befreien. Angefangen hatte alles letztes Jahr als der Filius Hannibal Gaddafi offensichtlich zwei Angestellte in Genf verprügelten und festgenommen wurde. Darauf hin vereisten die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen nicht nur, sonder Gaddafi Senior setzte eben die beiden Ingenieure fest, schloss sämtliche Büros von Schweizer Firmen in Libyen und zog all sein Geld aus der Schweiz ab.

Zwei Tage nach der Ausreise Hannibals begann eine beispiellose Racheaktion gegen die Schweiz. Zuerst wurden zwei willkürlich ausgewählte Schweizer Geschäftsleute „wegen Verstoß gegen die Einreisebestimmungen“ verhaftet und seitdem als Geiseln in Tripolis festgehalten. Anschließend zog Libyen seinen Botschafter aus Bern ab, erteilte Schweizern keine Visa mehr, ließ sämtliche Niederlassungen Schweizer Konzerne schließen und drehte der Eidgenossenschaft den Ölhahn zu. Selbst die stolze Swiss durfte nicht mehr nach Libyen fliegen.

Die rund fünf Milliarden Franken, die Gaddafi auf Konti ausserhalb der Schweiz transferieren liess, machen weniger als ein Prozent aller ausländischen Gelder in der Schweiz aus.

Libyen betreibt mit seiner Tamoil rund 350 Tankstellen in der Schweiz – das sind knapp zehn Prozent des Zapfsäulennetzes – und bezeichnet sich selbst als grössten Benzinlieferanten in der Schweiz. Zudem besitzt Libyen die Raffinerie Collombey im Kanton Wallis, in der jetzt nichtlibysches Öl verarbeitet wird. Sowohl Tamoil als auch die Raffinerien liefern ihre Profite regelmässig in Tripolis ab.


25.08.2009 – „Ich verstehe Schweizerdeutsch“ oder „Ja, klar!“

25. August 2009

Ab und zu trifft man Landsmänner aus dem „grossen Kanton“ in Zürich. Entweder kommen Freunde zu Besuch, man geht mit ihnen in den „Uusgang“ zusammen mit Schweizer Freunden oder man trifft sich bei einem Meeting mit Kollegen aus dem Deutschen Nachbarland. Die Kollegen freuen sich dann immer, dass sie das „Schwiizerdütsch“ so toll verstehen und ja eigentlich überhaupt kein Problem mit der Sprache der Eidgenossen haben.

Tja, das freut mich auch immer und mit einem Lächeln nehme ich das zur Kenntnis. Dann kläre ich die Kollegen auf und diese hören ungläubig mit offenen Mündern zu und können es nicht fassen. Zuerst einmal: Es gibt kein „Schwiizerdütsch“; denn der Dialekt ändert sich von Kanton zu Kanton – ja sogar oft von Dorf zu Dorf bzw. Stadt zu Stadt. Dann hätten wir da die vier Landessprachen, die sich überhaupt nicht zu einem „Schwiizerdütsch“ vereinigen lassen würden.

Aber die Krönung des Ganzen: Der „Deutsch-Schweizer“ kann vollkommen automatisch und schwerelos vom ursprünglichen „Dialekt“ in das „Hochdeutsch“ umschalten. Und DAS versteht der temporäre Grenzgänger aus dem Norden als „ach, so einfach zu verstehendes Schwiizerdütsch“. Man „merkt“ das als langjähriger Aufenthalter in der Schweiz immer dann, wenn man selbst betroffen ist.

Es hat bei mir recht lang gedauert, bis ich überhaupt gemerkt haben, dass man mit mir anders spricht, als mit den Schweizer Kollegen. Aber nach über 7 Jahren bitte ich immer höflich darum doch im Dialekt zu bleiben; denn es hört ab und zu so an, als ob es recht anstrengend sein kann „Hochdütsch“ zu sprechen.

Aber die Welt ist nicht sooo einfach. Daher ein Beispiel für das Züritüütsch – also dem Dialekt in der Stadt und im Kanton Zürich. Wobei ich bei der Aussage schon wieder vorsichtig wäre; denn schon im Kanton hat es wieder manigfaltige Unterschiede im Dialekt.

Und nun habe ich endlich nach langem Suchen einen passenden Videobeitrag als Beispiel gefunden, um zu verdeutlichen, dass nichts so ist, wie es scheint. Nein, Züritüütsch ist unvergleichlich und eine eigene Sprache. Im philosophischen Autorenfilm «Was ist erlaubt, was stört?» interviewt Rebekka Wyler (SP 3) Stadtratskandidatin Claudia Nielsen (auch SP 3). Beide Darstellerinnen wurden für ihre ins Mark fahrende Aussprache schon mehrfach ausgezeichnet. Eine Lautschrift zumindest von einem Teil davon gibt es hier bei der Quelle.

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24.08.2009 – Prozess gegen Todesschützen von Höngg beginnt

25. August 2009

Viele in Zürich erinnern sich an die schreckliche Nachricht vom 23. November 2007. An diesem Abend wurde die 16-jährige Francesca, die an der Bushaltestelle Hönggerberg mit ihrem Freund auf den Bus wartete, erschossen. Die Ermittlungen ergaben, dass ein 21-jähriger in Tarnuniform, gerade aus der Rekrutenschule entlassen, auf einen Hügel stieg, eine zuvor entwendete Patrone in das Schweizer Sturmgewehr lud und auf die ihm vollkommen unbekannte Lehrtochter anlegte.

Heute beginnt der Prozess gegen den 21-jährigen Schweizer. Aber kann mir mal bitte jemand folgendes erklären?

Beim heute beginnenden Prozess verlangt die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung wegen Mordes. Dafür sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslänglich vor. Sollte das Gericht den jungen Mann statt des Mordes der vorsätzlichen Tötung schuldig sprechen, so beträgt der Strafrahmen fünf bis zwanzig Jahre. (Quelle bluewin.ch)

Was ist bitte der Unterschied zwischen „Mord“ und „vorsätzlicher Tötung„?

UPDATE 25.08.2009: 17 Jahre Haft für Todesschützen von Höngg (NZZ)


24.08.2009 – POD – Picture of the Day „Mittags am Urnersee“

25. August 2009

Urner See

Manchmal hat es Vorteile in Altdorf zu arbeiten. Man kann die Mittagessen-Aussicht auf den Urnersee geniessen. 🙂

Geschossen in Bauen im Restaurant „Schützen“ – wirklich auch sonst empfehlenswerte Küche!

Restaurant Schützen
CH-6466 Bauen
tel. +41 (0)41 878 10 50
fax +41 (0)41 878 10 60
info@schuetzen-bauen.ch
www.schuetzen-bauen.ch


24.08.2009 – Wenn Songs auf die Nerven gehen

24. August 2009

Werte Leser/-in! Kennen Sie das auch? Sie hören Radio, aber möchten am Liebsten aus der Haut fahren, fahren aber Auto, drücken reflexartig auf den SKIP-Knopf am Radio und suchen den nächsten Sender. Aber dort kommt nach einem „Jingle“ der gleiche nervige Song schon wieder! Sie kramen unter lebensbedrohlichen Fahrfehlern im Handschuhfach und ziehen eine CD heraus, legen diese ein und endlich ist Ruhe! Zumindest hören sie nun den Song nicht mehr.

Oder im „werbefinanzierten Fernsehen“ kommt in einer der zahlreichen Werbeunterbrechungen schon wieder Marit Larsen mit „If a Song can get me you“! Wer möchte kann auf der Website von Marit auf den Banner rechts drücken und sich die Endlosschleife bis zum Tinnitus zu Gemüte führen.

Tja, die Debüt-Single von Marit hat es nach kurzer Zeit geschafft! Keine Ahnung, ob es die die Dame in die Top 10 schafft – höchstens, wenn sich jemand findet, der sämtliche CDs aufkauft, um die Allgemeinheit vor dem Song zu schützen. Aber die Marketingstrategen schaffen es bereits vor Erscheinen der CD die Gehörgänge dermassen abneigend reagieren zu lassen, dass bei mir sofort der Zeigefinger juckt und der Sender gewechselt wird.

Somit reiht sich Marit in die Hitliste von Berühmtheiten wie Robbie Williams, Anton aus Tirol „DJ Ötzi“, sämtliche Songs von der Kelly Family, die fast 100 Luftballons von Nena, Pop-Schranze1) Dani Küblböck, Modern Talking „You can win if you switch of„, Guildo NasHorn „hat Euch lieb„, Jürgen Drews mit „einen Korn im Feldbett„, Dave Hasselhoff’s „I am looking for Stimme„, Wolfgang Petry’s „Absoluter Wahnsinn„, Peter Maffay „Über sieben Krücken musst Du geh’n“ und damit die Schweizer Interpreten nicht zu kurz kommen: Bäckergeselle „DJ Bobbele“ – wer erinnert sich nicht gern an den Kläffer „Chihuahua„. Ach, einen hamma noch: „Klavier muss ma Naidoo“.

Aber eigentlich fing meine Abneigung gegen zu oft gewaschene Songs bzw. leicht durchlässige Ohrenkost schon viel früher an. Übelste Erinnerungen an dauerhafte Magenverstimmungen in meine Jugend bringen Songs von „Heintje’s Mama„, „Nicole’s bisschen UnFrieden„, Udo Jürgens Assugrin-gesüsster „Griechischer Wein“ und sämtlich Songs von Heino. Aber zum absoluten Gehörsturz kommt es regelmässig zum Karneval oder Fasching – alle Jahre wieder – wenn Karel oh Gott von der dicken „Biene Maja“ singt oder sich keiner findet, der Gottlieb bei der „Polonäse Blankenese“ den Hals wendet!

Ja, es hat noch mehr so Brechreiz fördernde Songs mit schwersten Nebenwirkungen: Saragossen-Band „Sabadak“ oder „Ruckizucki„, Die Dorfbewohner vom „YMCA„, die dicken Dinger von der Wetter Front „It’s Raining Men“ und der Partybrüller „Ententanz“ von Electronica. Am Ende „Killen mich softly“ die Refugees und am liebsten würde „ich den DJ erschiessen„, was dann den „Final Countdown“ bedeutet. Aber dann denke ich mir „Don’t worry – be happy“ (Bobby McFerrin) und pfeiffe „Always look on the bright side of Life„.

Pop-Schranze1) Eigene Wortkreation aus den Begriffen „Pop“ und „Schranz„. Siehe auch „Hofschranze„.