05.09.2009 – Schweiz erklärt Libyen den Krieg! Wenn es nach der Lega dei Ticinesi geht!

6. September 2009

Wer war „Hannibal“ nochmal? „Hannibal Lecter„? Das war doch der Serienmörder aus dem (dämlichen) Horrorschocker „Das Schweigen der Lämmer“ – welch ein Filmtitel! „Hannibal“ und die „Schweiz“. Da war doch was? Geschichte! „Hannibal Bakas“ Der berühmteste Feldherr der Antike stammte aus Karthago, erzogen von einem Spartaner, überquerte mit geschätzten 50000 Kriegern, 9000 Reitern und (genau!) 37 Kriegselefanten die Alpen, um in einem taktischen Manöver die Römer zu besiegen. „Hannibal“? Seit einem Jahr bringt man in der Schweiz diesen Namen jedoch eher mit „Libyen“ und „Gaddafi“ in Verbindung. „Hannibal“ ist nämlich der Spitzname für einen der Söhne von „Gaddafi“, wie Muammar al-Gaddafi kurz genannt wird.

Saif al-Islam al-Gaddafi (übersetzt: „Schwert des Islam“) verprügelte letztes Jahr in Genf in einem Hotel zwei seiner Leibeigenen. Dies blieb den Hotelangestellten nicht verborgen und sie alarmierten die Polizei, welche auch umgehend vorstellig wurde. Nach zwei freundlichen Abweisungen durch Hannibal stürmte ein „Sondereinsatzkommando“ die Hotelsuite und setzte Hannibal fest. Man schleppte ihn in Handschellen zur Vernehmung, hielt ihn zwei Tage fest und liess ihn schliesslich für eine Kaution von 200 000 CHF frei.

Schon während der Verhaftung schwor die hochschwangere Gattin von Hannibal „Rache“! Tja, den Sohn eines arabischen Diktators verhaftet man nicht einfach. Das hat schwerwiegende diplomatische Konsequenzen. Gaddafi Senior zog schlagartig 5 Milliarden Dollar Sparguthaben aus der Schweiz ab, liess Schweizer Firmen im Land dicht machen, stoppte sämtliche Importe aus der Schweiz, veranlasste, dass keine Einreisevisa mehr für Schweizer ausgestellt wurden, drehte den Ölhahn für die Schweiz ab und zog sämtliche Diplomaten ab, liess die Swiss nicht mehr landen, ausserdem verhaftete er zwei Schweizer, welche sich seit dem in Haft befinden. Da versteht man keinen Spass. Papa Gaddhafi verkündete schon vor einem Jahr, dass wenn er eine Atombombe hätte, er nun einen Verwendungszweck für die Waffe gefunden hätte.

Aber da er offensichtlich keine Atombombe übrig hat, soll die Schweiz aufgelöst und unter den angrenzenden Staaten verteilt werden. Das wünscht sich Papa Gaddafi und stellt einen Antrag vor der UN-Vollversammlung deren Vorsitz Libyen am 15. September diesen Jahres übernimmt. Ausserdem stellt er die zwei Schweizer, welche er seit über einem Jahr festhält, wegen „Verletzung der Einreisebestimmungen“ vor Gericht. Währenddessen veröffentlichte heute die Zeitung „Tribune de Geneve Polizeifotos von „Hannibal“, welche sie seit Monaten in Besitz hatte. Eine weitere Provokation und Demütigung der Familie Gaddafi.

Aber nun soll die Schweiz gegen Libyen in den Krieg ziehen – Generalmobilmachung – wenn es nach der „Lega dei Ticinesi“ geht. Was? Wer ist das denn? „Lega dei Ticinesi“ ist eine etwas weit rechts stehende Schweizer Partei – und auf einen Schlag nicht nur in der Schweiz bekannt; denn heute liess man schriftlich und mündlich verlauten, dass die Bundesversammlung sich zu dieser aussergewöhnlichen „Initiative“ durchzuringen. Man schlägt vor, mit einem weiteren, allerdings vom Militär stammenden, Sondereinsatzkommando aus der neutralen Schweiz flugs nach Libyen zu fliegen, die gefangenen Schweizer zu in einer Blitzaktion nach Vorbild so mancher US-Filme zu befreien. Geht’s noch? Aber zuerst hält man im Bundesrat eine Sondersitzung im Herbst ab. Thema: „Rolle des Bundespräsidenten in der (zukünftigen) Aussenpolitik

Mal sehen, wie sich das Thema weiter entwickelt!?


26.08.2009 – Was die Schweiz mit Libyen bzw. Gaddafi zu tun hat? Tamoil!

27. August 2009

Momentan befindet sich Bundesrat Hans-Rudolf Merz bei Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi in Libyen und versucht zwei Schweizer ABB-Ingenieure aus einjähriger „Festsetzung“ zu befreien. Angefangen hatte alles letztes Jahr als der Filius Hannibal Gaddafi offensichtlich zwei Angestellte in Genf verprügelten und festgenommen wurde. Darauf hin vereisten die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen nicht nur, sonder Gaddafi Senior setzte eben die beiden Ingenieure fest, schloss sämtliche Büros von Schweizer Firmen in Libyen und zog all sein Geld aus der Schweiz ab.

Zwei Tage nach der Ausreise Hannibals begann eine beispiellose Racheaktion gegen die Schweiz. Zuerst wurden zwei willkürlich ausgewählte Schweizer Geschäftsleute „wegen Verstoß gegen die Einreisebestimmungen“ verhaftet und seitdem als Geiseln in Tripolis festgehalten. Anschließend zog Libyen seinen Botschafter aus Bern ab, erteilte Schweizern keine Visa mehr, ließ sämtliche Niederlassungen Schweizer Konzerne schließen und drehte der Eidgenossenschaft den Ölhahn zu. Selbst die stolze Swiss durfte nicht mehr nach Libyen fliegen.

Die rund fünf Milliarden Franken, die Gaddafi auf Konti ausserhalb der Schweiz transferieren liess, machen weniger als ein Prozent aller ausländischen Gelder in der Schweiz aus.

Libyen betreibt mit seiner Tamoil rund 350 Tankstellen in der Schweiz – das sind knapp zehn Prozent des Zapfsäulennetzes – und bezeichnet sich selbst als grössten Benzinlieferanten in der Schweiz. Zudem besitzt Libyen die Raffinerie Collombey im Kanton Wallis, in der jetzt nichtlibysches Öl verarbeitet wird. Sowohl Tamoil als auch die Raffinerien liefern ihre Profite regelmässig in Tripolis ab.


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