13.09.2009 – Warum Glühlampenverbot – Das Konsortium aus Wirtschaft, Politik und Medien

13. September 2009

Ich wollte schon vor langer Zeit einen Blogartikel zum Thema „Warum Glühlampenverbot – das Konsortium aus Wirtschaft, Politik und Medien“ verfassen. Kam aber bisher nicht dazu. Die Recherchen zum Artikel findet Ihr eben in den von mir gesammelten Bookmarks. Jeder kann sich nun selbst sein eigenes Bild oder seine eigene Meinung dazu machen. Die Texte sind bis auf den Schlussabsatz Zitate aus der darunter genannten Quelle:

Phoebus, das internationale Glühbirnenkartell mit Hauptsitz in der Schweiz, kontrolliert von der International General Electric Company, von OSRAM und den Associated Electric Industries of Britain. Phoebus (übersetzt: der Leuchtende), unbescheiden benannt nach dem Beinamen des griechischen Gottes Apoll, diktierte die Preise, bestimmte die Lebensdauer der Glühbirne und teilte die Weltmärkte unter sich auf.

Hier spricht der Aushilfshausmeister! – Der Kampf um die Glühbirne (G) – tazblogs

Am Phoebuskartell waren alle großen internationalen Hersteller von Glühlampen beteiligt (Weltmarktanteil > 80%), beispielsweise:

  • General Electric
  • Tungsram
  • Associated Electrical Industries (Nachfolger von Thomson-Houston)
  • Compagnie des Lampes
  • Osram
  • Philips

Wikipedia „Phoebuskartell“ http://de.wikipedia.org/wiki/Ph%C3%B6buskartell

Die Glühbirne: verehrt, verraten und verglüht
“Was für’n Leben, diese Glühbirne – wenn sie nur sprechen könnte und davon erzählen … Tja, wenn’s sonst nichts ist: Sie spricht.” So beginnt Thomas Pynchons Geschichte über die unsterbliche Glühbirne “Byron”, die den Häschern des Elektrokartells Phoebus S.A. entkommt und einen Aufstand der Glühbirnen gegen die Begrenzung ihrer Lebensdauer auf 1.000 Stunden plant.

blog.taz.de Hier spricht der Aushilfshausmeister

Ein stürzender, abstürzender Lichtträger aus unserer Gegenwart, ein idealistischer Prometheus, der mit ökonomischen Interessen der Lampenkartelle kollidierte, war der geniale Dieter Binninger, bis zu seinem Tod 1991 Geschäftsführer einer Weddinger Erfinderwerkstatt. Im Auftrag des Berliner Senats baute er 1976 eine Mengenlehre-Uhr für den Kurfürstendamm. Das Innenleben des heute vor dem Tourist-Information-Center im Berliner Europa-Center stehenden, sieben Meter hohen leuchtenden Zeitanzeigers besteht aus Hunderten von Glühlampen. Weil sie ständig durchbrannten, erfand Binninger, der die Kosten für die Auswechslung der Lampen selber tragen musste, eine Birne, die es auf eine phänomenale Lebensdauer von 150 000 Stunden brachte.
….
Am 5. März 1991 stürzte der mutige Lichtbringer nahe Helmstedt in einer einmotorigen Tobago B 10 unter mysteriösen und bis heute nicht geklärten Umständen tödlich ab. Auch sein Sohn und der Pilot kamen bei diesem Unglück ums Leben.

http://blogs.taz.de/hausmeisterblog/…_gluehbirne_g/

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Binninger

„Glühbirnenforscher“ Helmut Höge
Helmut Höges Werk zeichnet sich durch eine Reihe verschiedener Forschungsschwerpunkte aus. Darunter fallen zum Beispiel die von ihm selbst als „Pollerforschung“ oder „Glühbirnenforschung“ bezeichneten Gebiete. Letztere ist inspiriert durch Thomas Pynchons Roman Gravity’s Rainbow und Höges Beschäftigung mit Narva in den 1990er Jahren. Als Spezialist für Glühbirnentechnik beschäftigte er sich mit den verschiedenen Auswirkungen von kapitalistischer und kommunistischer Marktpolitik auf die Produktionsweisen von Glühbirnen. Dieser Arbeitsschwerpunkt mündete in „Kartellforschung“; noch seine Analysen des Siemens-Konzerns gehen in diese Richtung. 2001 erschien in Zusammenarbeit mit Peter Berz und Markus Krajewski Das Glühbirnenbuch im Verlag Edition selene.

http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_H%C3%B6ge

Die Glühlampenverschörung:
http://www.v-22.de/content/view/68/34/

Phoebus Nachfolge Organisation: International Electrical Association (Lausanne)
Prozess K. R. Mirow gegen BBC – Elektrokartell IEA (Arbeitsgruppe Dritte Welt – Bern)
The Continuing Cartel: Report on the International Electrical Association. Material compiled by B. Epstein, K.R. Mirow, R.S. Newfarmer, December 1979.
Mappe 1: Prozess Mirow/BBC: Kopien von verschiedenen Arbeitsdokumenten der IEA, 1963-1965.
Mappe 2: [The Monopolies and Restrictive Practices Commission:] Report on the Supply and Exports of Electrical and Allied Machinery and Plant, London 1957; [Auszug aus:] Report on International Electrical Equipment Cartels, 1948.
Namen: Mirow, Kurt R.
http://www.sozialarchiv.ch/Bestaende…44frameset.htm (Ar 44.40.4 Dokumentation II)

Das Glühbirnenbuch von Peter Berz (Autor), Helmut Höge (Autor), Markus Krajewski (Autor)
Aus dem Inhalt: Texte von Erich Fried und Alfred Sohn-Rethel, Warlam Schalamow über den Erfinder einer Glühbirnenaufbereitungsanlage für den GULAG Kolyma, Markus Krajewski: „Vom Krieg des Lichtes zur Geschichte von Glühlampenkartellen“, Ernst Bloch, Vilem Flusser, Arbeitergedicht aus Narva, der Berliner Lampendesigner Stiletto über Glühbirnen, der Kartellkritiker Mirow über Arbeitsweisen des Kartells, Gertrude Stein: „Dr. Faustus lights the light“, Thomas Pynchons Geschichte von Byron der Birne sowie Beiträge über Maxim-Edison, AEG-Siemens und die frühägyptische Glühbirne.
Glühlampenkartelle, über deren sofortige Entstehung Markus Krajewski konzentrierte Auskunft gibt, behindern Erich Fried in seiner Karriere als Glühlampenverbesserer. Helmut Höge hat den Dichter, der als 16-jähriger 1937 ein Patent für Blitzlichtbirnen anmeldete, interviewt. Auch der Berliner Erfinder Dieter Binninger, ebenfalls von Helmut Höge interviewt, wurde von Osram noch in den 80er-Jahren gehörig in die Mangel genommen. Denn Osram passte Binningers langlebige Glühbirne überhaupt nicht.

http://www.amazon.de/Das-Gl%C3%BChbi…/dp/3852661099

In Europa brennen allnächtlich 3,7 Milliarden Glühbirnen. Welch ein Markt!

Und noch etwas kommt hinzu. Die Lebenszeit einer Glühlampe ist abhängig von der Betriebsspannung. Diese wurde 1987 von 220 V allerdings auf 230 V angehoben.

Die Lebensdauer einer Glühlampe fällt mit steigender Lichtausbeute durch die höhere Glühfadentemperatur drastisch ab. Bei 2700 K erreichen konventionelle Glühlampen eine Standzeit von ca. 1000 Stunden, bei 3400 K (Studiolampen) von nur wenigen Stunden. Wie das Diagramm zeigt, verdoppelt sich die Helligkeit, wenn man die Betriebsspannung um 20 % erhöht. Gleichzeitig reduziert sich die Lebensdauer um 95 %. Eine Halbierung der Betriebsspannung (zum Beispiel durch Reihenschaltung zweier gleichartiger Glühlampen) verringert demnach zwar den Wirkungsgrad, verlängert aber die Lebensdauer um mehr als das Tausendfache.

Die Lebensdauer einer Glühlampe wird meist nicht durch gleichmäßiges Abdampfen von Wendelmaterial bestimmt, als durch das Durchbrennen an einer Stelle. Grund ist eine Instabilität, die mit der Zunahme des elektrischen Widerstandes mit der Temperatur zusammenhängt: Stellen des Glühfadens, die nur wenig dünner sind und sich beim Einschalten zunächst nur aufgrund der höheren Stromdichte schneller aufheizen, haben dann auch noch aufgrund ihrer Übertemperatur einen höheren Widerstand, heizen sich kuzzeitig extrem auf und verlieren dabei etwas Material durch Verdampfen. Beim nächsten Einschalten verschärft sich das Problem. Beim letzten Einschalten kann von der Unterbrechungsstelle sogar eine Bogenentladung im Füllgas ausgehen.
Eine Möglichkeit, die Lebensdauer zu verlängern, ist daher die Begrenzung des Einschaltstroms oder die in der Veranstaltungstechnik häufig angewandte Vorheizung (engl. Pre Heat) durch einen permanenten Stromfluss knapp unterhalb der Leuchtschwelle.

Glühlampe ? Wikipedia

Die Spannung 230 V wurde in der internationalen Norm IEC 60038:1983 als Standardspannung festgelegt. Bis 1987 betrug die Netzspannung in Deutschland 220 V mit einer Toleranz von ±10 %. Danach erfolgte zunächst eine Umstellung in mehreren Abstufungen auf 230 V +6 % und -10 %. Von 2009 an darf die Netzspannung von 230 V um ±10 % abweichen. Dann sind 207 Volt bis 253 Volt in der Toleranz möglich.

Netzspannung ? Wikipedia

Somit ist der vorzeitige Tod aller übrigen Glühlampen ab 2009 durch Anhebung der Netzspannung bereits vorprogrammiert. Dann kollabiert der Glühfaden an der vorgesehenen „Sollbruchstelle“ bereits etwas früher.

PS: Von Erich Fried stammt das Gedicht: „Was es ist“


12.09.2009 – Zitat des Tages: „Liebesgeschichten gehen nie gut aus…“

12. September 2009

.. entweder man trennt sich oder man heiratet!“

Jörg Schneider aus „Bliib uf em Teppich“ (SF1)


11.09.2009 – 80’s forever – Für ein Mal zu Gast in Schlieren @ Redfloor.

11. September 2009

80’s forever ist nicht einfach nur eine 80’s Party die sich damit zufrieden gibt, die immer gleichen 20 Mitgröhl-Hits, die man an jeder 80’s Party hört, auch noch zu spielen. Vielmehr haben die Macher den Anspruch, die Besucher an längst vergessene Songs zu erinnern oder den Musikliebhabern die Gelegenheit zu geben, Songperlen dieser Zeit nicht nur zu Hause, sondern im Rahmen einer Party zu hören und zu erleben.

80’s forever bringt jeden Song mit dem Original Videoclip.

Für einmal zu Gast im RedFloor Schlieren:
Freitag 11. September 2009 ab 22h

VJ Pete G & DZ

RedFloor – Wagistrasse 23 – 8952 Schlieren
Wettbewerb & weitere Infos: www.80sforever.ch

Bus Linie 31 bis Gasometerbrücke – Schlieren
Nachtbus N12 Abfahrt nach ZH 1.30h/ 2.30h/ 3.30h

Genügend Parkplätze vorhanden!


11.09.2009 – Die Schweiz in Musikvideos – Swiss architecture, land- & cityscapes featured in music videos

11. September 2009

Einen ganz extrem obergeilen Thread fand ich soeben bei Skyscrapercity durch den regelmässigen Newsleter. Titel: „Die Schweiz in Musikvideos – Swiss architecture, land- & cityscapes featured in music videos“. Es geht um (nicht nur) Schweizer Musik und die Locations der Drehorte in der Schweiz. Unbedingt näher reinschauen und verfolgen!

Man lernt zum Beispiel, dass Robert Miles (* 3. November 1969 als Roberto Concina in Neuchâtel) ein Schweizer Pop- und Dreamhouse-Musiker ist. Der Ohrwurm „Children“ landete 1996 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz 1. Das entsprechende Musikvideo zeigt diverse Orte in er Schweiz und Frankreich. Wer hätte es gewusst? „Wham“ wählte als Location für „Last Cristmas“ Saas Fee aus. Phil Collins liess seinen „Wake up Call“ in Genf am Bahnhof und der Altstadt ausrufen. Und gleich nochmal die gleiche Stadt und die gleiche Location: „Bone Thugs N Harmony feat Phil Collins – Home“ für den Remix.

Dada ante Portas – bekannt durch „She cries for someone else“ – kommt aus Luzern und dreht unter Anderem in Pontresina. DJ Tatana – die Schweizer Top-DJane – drehte zum Beispiel im Winterthurer Sulzer-Areal. Lunik begann 1999 mit dem triphoppigen Erstling „Rumour“. Das Video zum Song „Static“ wurde auf der Gotthard-Passstrasse gedreht. Die Stimme von Jaël Krebs lieh sich DJ Tatana aus für „Always on my Mind“.

Die Location für den Song „Take me Home“ von „Kandlbauer“ ist die Zürcher Langstrasse. Auch in Zürich, nämlich vor dem Restaurant Waid, drehte „Radio 200000“ das Video zum Titel „Hose“. „Liricas Analas“ drehte das Video für „Siemis“ in der Felsentherme in Vals. „Ritschi – Probier mi doch mal us“ spielt im Zürcher Niederdorf. Und natürlich darf er auch nicht fehlen: Vico Torriani – La Pastorella 1995 Original von 1976 (Aufgenommen in Lugano). Und vieles mehr findet man in diesem Thread.

Also wie gesagt, unbedingt mal reinschauen und reinhören!


09.09.2009 – WEF-Studie – Die Schweiz ist das wettbewerbfähigste Land der Welt!

9. September 2009

Das Weltwirtschaftforum bewertet jedes Jahr in einer Studie die Länder dieser Welt (WEF = World Economic Forum). Und diese Studie ergab, dass die Schweiz erstmals die Nummer 1 übernimmt und somit die USA vom Spitzenplatz verdrängt. Deutschland verbleibt übrigens auf Platz 7.

Die Schweiz rangiert auf Platz eins der Gesamtwertung des diesjährigen „Global Competitiveness Report 2009-2010“. Die Schweizer Volkswirtschaft zeichne sich durch hohe Innovationskraft und eine hoch entwickelte Geschäftskultur aus, heißt es in dem am Dienstag in Genf veröffentlichten Bericht des Weltwirtschaftsforums, das alljährlich in Davos ein Treffen von Spitzenvertretern aus Politik und Wirtschaft veranstaltet.

Beim bisherigen Spitzenreiter USA hätten sich die Finanzmärkte und die makroökonomische Stabilität in besonderem Maße verschlechtert. Das Land fiel deshalb auf Platz zwei zurück. Singapur, Schweden und Dänemark platzieren sich auf den Rängen drei bis fünf. Mit Finnland (Rang 6), Deutschland (7) und den Niederlanden (10) auf den nächsten Plätzen zählen erneut vorwiegend europäische Länder zu den Top Ten.

Das gesamte Ergebnis nebst Ranking ist auf der Website des WEF ersichtlich.

Quelle: World Economic Forum

Während dessen steigt im August 2009 die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich von 3,8 auf 3,9 Prozent. Sie liegt damit über dem Schweizer Durchschnitt. (Tagesanzeiger.ch)


09.09.2009 – Buchtipp: Roger Willemsen – Bangkok Noir

9. September 2009

Etwa drei Monate lang lebte Roger Willemsen in Bangkok, verließ seine Bleibe allabendlich um 18 Uhr und kehrte im Morgengrauen zurück. In den Nächten durchstreifte er mit dem in Bangkok lebenden Fotografen Ralf Tooten die Stadt: die Nachtclubs, Karaoke-Bars und Massage-Salons, die Kickbox-Studios, Nachtmärkte, Tempel und Baustellen. Er besuchte Wahrsager, Tätowierer und Aura-Fotografen, den Amulett-Markt, den Jahrmarkt der Gastarbeiter, das Straßenkino. Er aß bei den Insektenverkäufern, fand die geheimen Schlafplätze der Arbeitselefanten und campierte unter den Demonstranten. Er fand Zugang zu Nobel-Clubs, aber ebenso zu den Glücksspielern aus den Armen-Wohnblocks. Unterlegt wird die Lesung mit authentischen Bangkok-Geräuschen. (Quelle Amazon.de)

Rezession auf Zeit.de

Buch: Roger Willemsen und Ralf Tooten – Bangkok Noir


05.09.2009 – Roomba 560 – Staubsaugroboter zieht in die Sperlix-Brothers-WG ein

6. September 2009

Wir leben in einem Männerhaushalt. Auch bei uns fällt somit Hausarbeit an. Da wir etwas technik-affin sind, schwebte mir schon länger ein bestimmtes Gadget vor, um bei der lästigen Hausarbeit zu helfen: Einen Staubsaugroboter!

Tom und ich gingen am Samstag auf die Messe „Bauen und Modernisieren“, um unsere Kollegen aus der Branche Gebäudeautomation zu treffen. Auf unserer Messetour kam uns ein Pärchen entgegen, welches ein Paket mit Henkel trugen. Darauf war der „iRobot Roomba 560“ abgebildet. Im Forum, sowie hier im Blog wurde über dieses Teil bereits gesprochen.

Und so fragte ich den Herren, wo er den Staubsaugroboter her hätte – aus der Halle 1 im Erdgeschoss. Dort hätte man sogar einen Messepreis bekommen. Also machten sich Tom und ich auf den Weg hinab in die Halle 1 und suchten den Messestand von „iRobot“ und fanden ihn. Wir liessen uns die Funktion zeigen und schlugen zu. Mit je einem Paket bewaffnet begaben wir uns zurück zu den Kollegen und beendeten bei anregenden Diskussionen den Samstag auf der Messe.

Zuhause angekommen packten Tom und ich die „iRobot“ aus und bauten die Ladestation auf. Nach dem der Akku voll war, liessen wir die beiden einen Paarlauf vollführen und binnen einer Stunde war die Wohnung staubfrei. Perfekt!


05.09.2009 – Schweiz erklärt Libyen den Krieg! Wenn es nach der Lega dei Ticinesi geht!

6. September 2009

Wer war „Hannibal“ nochmal? „Hannibal Lecter„? Das war doch der Serienmörder aus dem (dämlichen) Horrorschocker „Das Schweigen der Lämmer“ – welch ein Filmtitel! „Hannibal“ und die „Schweiz“. Da war doch was? Geschichte! „Hannibal Bakas“ Der berühmteste Feldherr der Antike stammte aus Karthago, erzogen von einem Spartaner, überquerte mit geschätzten 50000 Kriegern, 9000 Reitern und (genau!) 37 Kriegselefanten die Alpen, um in einem taktischen Manöver die Römer zu besiegen. „Hannibal“? Seit einem Jahr bringt man in der Schweiz diesen Namen jedoch eher mit „Libyen“ und „Gaddafi“ in Verbindung. „Hannibal“ ist nämlich der Spitzname für einen der Söhne von „Gaddafi“, wie Muammar al-Gaddafi kurz genannt wird.

Saif al-Islam al-Gaddafi (übersetzt: „Schwert des Islam“) verprügelte letztes Jahr in Genf in einem Hotel zwei seiner Leibeigenen. Dies blieb den Hotelangestellten nicht verborgen und sie alarmierten die Polizei, welche auch umgehend vorstellig wurde. Nach zwei freundlichen Abweisungen durch Hannibal stürmte ein „Sondereinsatzkommando“ die Hotelsuite und setzte Hannibal fest. Man schleppte ihn in Handschellen zur Vernehmung, hielt ihn zwei Tage fest und liess ihn schliesslich für eine Kaution von 200 000 CHF frei.

Schon während der Verhaftung schwor die hochschwangere Gattin von Hannibal „Rache“! Tja, den Sohn eines arabischen Diktators verhaftet man nicht einfach. Das hat schwerwiegende diplomatische Konsequenzen. Gaddafi Senior zog schlagartig 5 Milliarden Dollar Sparguthaben aus der Schweiz ab, liess Schweizer Firmen im Land dicht machen, stoppte sämtliche Importe aus der Schweiz, veranlasste, dass keine Einreisevisa mehr für Schweizer ausgestellt wurden, drehte den Ölhahn für die Schweiz ab und zog sämtliche Diplomaten ab, liess die Swiss nicht mehr landen, ausserdem verhaftete er zwei Schweizer, welche sich seit dem in Haft befinden. Da versteht man keinen Spass. Papa Gaddhafi verkündete schon vor einem Jahr, dass wenn er eine Atombombe hätte, er nun einen Verwendungszweck für die Waffe gefunden hätte.

Aber da er offensichtlich keine Atombombe übrig hat, soll die Schweiz aufgelöst und unter den angrenzenden Staaten verteilt werden. Das wünscht sich Papa Gaddafi und stellt einen Antrag vor der UN-Vollversammlung deren Vorsitz Libyen am 15. September diesen Jahres übernimmt. Ausserdem stellt er die zwei Schweizer, welche er seit über einem Jahr festhält, wegen „Verletzung der Einreisebestimmungen“ vor Gericht. Währenddessen veröffentlichte heute die Zeitung „Tribune de Geneve“ Polizeifotos von „Hannibal“, welche sie seit Monaten in Besitz hatte. Eine weitere Provokation und Demütigung der Familie Gaddafi.

Aber nun soll die Schweiz gegen Libyen in den Krieg ziehen – Generalmobilmachung – wenn es nach der „Lega dei Ticinesi“ geht. Was? Wer ist das denn? „Lega dei Ticinesi“ ist eine etwas weit rechts stehende Schweizer Partei – und auf einen Schlag nicht nur in der Schweiz bekannt; denn heute liess man schriftlich und mündlich verlauten, dass die Bundesversammlung sich zu dieser aussergewöhnlichen „Initiative“ durchzuringen. Man schlägt vor, mit einem weiteren, allerdings vom Militär stammenden, Sondereinsatzkommando aus der neutralen Schweiz flugs nach Libyen zu fliegen, die gefangenen Schweizer zu in einer Blitzaktion nach Vorbild so mancher US-Filme zu befreien. Geht’s noch? Aber zuerst hält man im Bundesrat eine Sondersitzung im Herbst ab. Thema: „Rolle des Bundespräsidenten in der (zukünftigen) Aussenpolitik„

Mal sehen, wie sich das Thema weiter entwickelt!?


26.08.2009 – Was die Schweiz mit Libyen bzw. Gaddafi zu tun hat? Tamoil!

27. August 2009

Momentan befindet sich Bundesrat Hans-Rudolf Merz bei Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi in Libyen und versucht zwei Schweizer ABB-Ingenieure aus einjähriger „Festsetzung“ zu befreien. Angefangen hatte alles letztes Jahr als der Filius Hannibal Gaddafi offensichtlich zwei Angestellte in Genf verprügelten und festgenommen wurde. Darauf hin vereisten die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen nicht nur, sonder Gaddafi Senior setzte eben die beiden Ingenieure fest, schloss sämtliche Büros von Schweizer Firmen in Libyen und zog all sein Geld aus der Schweiz ab.

Zwei Tage nach der Ausreise Hannibals begann eine beispiellose Racheaktion gegen die Schweiz. Zuerst wurden zwei willkürlich ausgewählte Schweizer Geschäftsleute „wegen Verstoß gegen die Einreisebestimmungen“ verhaftet und seitdem als Geiseln in Tripolis festgehalten. Anschließend zog Libyen seinen Botschafter aus Bern ab, erteilte Schweizern keine Visa mehr, ließ sämtliche Niederlassungen Schweizer Konzerne schließen und drehte der Eidgenossenschaft den Ölhahn zu. Selbst die stolze Swiss durfte nicht mehr nach Libyen fliegen.

Die rund fünf Milliarden Franken, die Gaddafi auf Konti ausserhalb der Schweiz transferieren liess, machen weniger als ein Prozent aller ausländischen Gelder in der Schweiz aus.

Libyen betreibt mit seiner Tamoil rund 350 Tankstellen in der Schweiz – das sind knapp zehn Prozent des Zapfsäulennetzes – und bezeichnet sich selbst als grössten Benzinlieferanten in der Schweiz. Zudem besitzt Libyen die Raffinerie Collombey im Kanton Wallis, in der jetzt nichtlibysches Öl verarbeitet wird. Sowohl Tamoil als auch die Raffinerien liefern ihre Profite regelmässig in Tripolis ab.


25.08.2009 – „Ich verstehe Schweizerdeutsch“ oder „Ja, klar!“

25. August 2009

Ab und zu trifft man Landsmänner aus dem „grossen Kanton“ in Zürich. Entweder kommen Freunde zu Besuch, man geht mit ihnen in den „Uusgang“ zusammen mit Schweizer Freunden oder man trifft sich bei einem Meeting mit Kollegen aus dem Deutschen Nachbarland. Die Kollegen freuen sich dann immer, dass sie das „Schwiizerdütsch“ so toll verstehen und ja eigentlich überhaupt kein Problem mit der Sprache der Eidgenossen haben.

Tja, das freut mich auch immer und mit einem Lächeln nehme ich das zur Kenntnis. Dann kläre ich die Kollegen auf und diese hören ungläubig mit offenen Mündern zu und können es nicht fassen. Zuerst einmal: Es gibt kein „Schwiizerdütsch“; denn der Dialekt ändert sich von Kanton zu Kanton – ja sogar oft von Dorf zu Dorf bzw. Stadt zu Stadt. Dann hätten wir da die vier Landessprachen, die sich überhaupt nicht zu einem „Schwiizerdütsch“ vereinigen lassen würden.

Aber die Krönung des Ganzen: Der „Deutsch-Schweizer“ kann vollkommen automatisch und schwerelos vom ursprünglichen „Dialekt“ in das „Hochdeutsch“ umschalten. Und DAS versteht der temporäre Grenzgänger aus dem Norden als „ach, so einfach zu verstehendes Schwiizerdütsch“. Man „merkt“ das als langjähriger Aufenthalter in der Schweiz immer dann, wenn man selbst betroffen ist.

Es hat bei mir recht lang gedauert, bis ich überhaupt gemerkt haben, dass man mit mir anders spricht, als mit den Schweizer Kollegen. Aber nach über 7 Jahren bitte ich immer höflich darum doch im Dialekt zu bleiben; denn es hört ab und zu so an, als ob es recht anstrengend sein kann „Hochdütsch“ zu sprechen.

Aber die Welt ist nicht sooo einfach. Daher ein Beispiel für das Züritüütsch – also dem Dialekt in der Stadt und im Kanton Zürich. Wobei ich bei der Aussage schon wieder vorsichtig wäre; denn schon im Kanton hat es wieder manigfaltige Unterschiede im Dialekt.

Und nun habe ich endlich nach langem Suchen einen passenden Videobeitrag als Beispiel gefunden, um zu verdeutlichen, dass nichts so ist, wie es scheint. Nein, Züritüütsch ist unvergleichlich und eine eigene Sprache. Im philosophischen Autorenfilm «Was ist erlaubt, was stört?» interviewt Rebekka Wyler (SP 3) Stadtratskandidatin Claudia Nielsen (auch SP 3). Beide Darstellerinnen wurden für ihre ins Mark fahrende Aussprache schon mehrfach ausgezeichnet. Eine Lautschrift zumindest von einem Teil davon gibt es hier bei der Quelle.

Vodpod videos no longer available.

more about „25.08.2009 – „Ich verstehe Schweizerd…„, posted with vodpod