16.05.2008 – Hagelunwetter in Toulouse im Mai

17. Mai 2008

In Südfrankreich ging am Abend des 16.05.2008 ein heftiges Hagelgewitter nieder. Die Hagelkörner und der Regen verwandelten die Strassen in Toulouse in reissende Flüsse und verursachten ein absolutes Verkehrs-Chaos. Die Hagelkörner schlugen die Blätter von den Bäumen und die Menschen flüchteten sich Schutz suchend in Hauseingänge, Restaurants und Lokale. Die Feuerwehr befand sich im Dauereinsatz um vollgelaufene Keller in der gesamten Stadt auszupumpen.

Hier ein eindrückliches Video vom Abend in Toulouse von voltmuche

Auf Dailymotion befinde sich noch weitere Videos aus Toulouse, das u.A. die reissenden Wassermassen auf der Strasse zeigt.


Urlaub Koh Samui 25.02.2008 – Sandstrand, Palmen, Meer und Regen?

25. Februar 2008

Nachdem schon eine besorgte Anfrage aus Regensburg bei uns ankam: „Regnet es wirklich pausenlos? Ist das Wetter wirklich so mies?“ hier nun ein kleiner Update zum Thema „Wetter auf Koh Samui“:

Also, das letzte Mal so richtig Sonne gesehen haben wir a) in Zürich b) in Regensburg c) in München und d) in Bangkok. Wie bereits berichtet, hängen tagsüber Wolken über Koh Samui. Aber, es bleibt zu erwähnen, dass es uns nicht schlecht geht. Mike und ich ärgern uns überhaupt nicht, kein Blödsinn, ehrlich. Wie ich der Fragestellerin (keine Namen nennen, ratet, beginnt mit „A“ und hört mit „A“ auf) bereits am Freitag mitteilte, geht es uns Dreien um „Erholung“! Das ist doch langweilig? Nein, mit Nichten! Wir schlafen lange, Frühstücken gemütlich, wandern bei weniger oder keinem Regen durch Lamai, sitzen irgendwo bei einem Kaffee, oder Abends in einer der vielen Bars, wenn es regnet und gehen unserer Lieblingsbeschäftigung dabei nach: Beobachten und Kommentieren!

Nun aber zur aktuellen Wetterlage in Koh Samui, dem Ausblick und wie ist es denn eigentlich statistisch gesehen? Hierzu bemühe wir die aktuelle Satellitenkarte.


Source kohsamui-spas.com

So, sieht es momentan aus. Schwere Regenfälle ziehen von links unten nach rechts oben. Offensichtlich regnet das Meiste davon bei Thailand ab. Hinter Thailand – der kleine winzige schwarze Fleck rechts neben Thailand – das ist Koh Samui. Ich glaub ich male noch einen roten Kreis drum herum. Es kommt kein Wind zu uns herüber. Nur der Rest der Regenwolken. Deshalb regnet es bei uns nicht so stark (siehe linke Seite von Thailand die violetten Flecken). Nur ab und zu erwischt es uns halt zeitweise.

Nun sehen wir uns den Forecast – die Vorhersage für die nächsten 24 bzw. 48 Stunden an:


Source samuixl.com

Heute hat es also leicht geregnet. Stimmt! Es hat am Abend sogar richtig tropisch geschüttet – ganze 20 Minuten lang. Bilder gibt es morgen. Bei „kühlen“ 25 Grad Luft- und „saukalten“ 27 Grad Wassertemperatur. Also, falls es uns an der Luft zu kalt ist, dann wärmen wir uns im Wasser auf :-). Für morgen – Dienstag – sieht es folgendermassen gut lesbar aus: „allgemein sonnig, vereinzelt Gewitter möglich“. Wir sind also guter Hoffnung, dass morgen doch mal die Sonne zumindest zeitweise zwischen den Wolken herauskommt. Wie auch jetzt um 3 Uhr Nachts die Sterne bei voller Windstille durchscheinen. (siehe auch Bilder vom Mond – ich glaube gestern?). Und genauso soll das Wetter auch in den nächsten Tagen sein: sonnig, gewittrig, bei Lufttemperaturen um die 27 Grad.

Zuletzt noch ein Blick in die Wetterstatistik für Koh Samui.


(Draufklicken zum Vergrössern)
Source samuixl.com

Das rötliche ist die Lufttemperatur und das blaue (erraten!) die Niederschlagsmenge im Durchschnitt der letzten Jahre. Wir sind im Februar. Da steht in der Statistik „9 mm“! Also so gut wie nix! Temperatur so um die 26 Grad. Stimmt! Nur die 9 mm Regenmenge hatten wir heute am frühen Abend in 2 Minuten. Aber: Wir sassen in einem Lokal in Lamai, welches sich sinnigerweise „Club Bauhaus“ nennt und zwar trockenen Fusses mit Blick auf die Strasse bei einem gemütlichen Singa-Bier vor uns auf dem Tresen. Ich fotografierte vorbeifahrende Roller-Fahrer und -Fahrerinnen im strömenden Regen 🙂 Also, keine Sorge – uns geht’s gut. Aber trotzdem besten Dank der Nachfrage. Und: Andrea, es wird alles gut, wenn Du hier demnächst Urlaub machst 😉 Wir sind die Regenmacher, wenn Engel reisen, dann scheint die Sonne, odrrr?

PS: Übrigens: Mam ist endlich erfolgreich online! *jubel* Per extreme Fernwartung bekamen wir das Problem irgendwie in den Griff!

UPDATE 26.02.2008: Nach einer heftigen Beschwerde bei der Reiseleitung und dem Hotelmanagement, welche dann die örtliche Regierung spät nachts aufweckte, um die aktuelle Wetterlage in einer Eilsitzung zusammen mit den obersten religiösen Führern zu besprechen, versprach man uns direkten Kontakt mit Petrus aufzunehmen. Das Ergebnis: Heute scheint die Sonne!

Koh-Samui-2008-Tag03-147

Weitere Links:

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Rekord: Schweiz exportiert 59 000 Tonnen Käse

5. Februar 2008

Alles Käse oder was? Die Schweizer Käseorganisation (KOS) meldet, dass im vergangenen Jahr so viel Schweizer Käse exportiert wurde, wie noch nie! Genau 59 303 Tonnen gingen über die Grenze. Spitzenreiter bleibt der „Emmentaler“ – der mit den gebohrten Löchern.

Weitere Infos zum Presseartikel bei baz.ch und switzerland-cheese.ch

PS: Wie viel CO2 wird bei der Käseproduktion eigentlich freigesetzt? Bezogen auf die reine Produktion?

Lochung

Lochung ist der Fachbegriff für die berühmten Löcher im Käse. Der Reifevorgang, der die Löcher entstehen lässt, nennt sich Propionsäuregärung. Der Milch werden bestimmte Propionsäurebakterien zugeführt. Diese bauen die bei der Vergärung des Milchzuckers durch Milchsäurebakterien entstehende Milchsäure weiter ab zu Propionsäure, Essigsäure und CO2. Zu Beginn des Milchsäureabbaus bindet sich das CO2 mit Wasser. Ist das im Käse vorhandene Wasser mit Co2 gesättigt, wird das Co2 in Gasform frei. Durch die Rindenbildung beim Käse kann das Gas nicht mehr entweichen. Es sammelt sich an schlecht verwachsenen Stellen im Käseteig und bildet Hohlräume – die Löcher im Käse.

(Quelle http://www.bewusst-leben-mit-globus.de/kaese_abc.html )


Nachtrag: 06.01.2008 – Schnee, Eis und Babel in Regensburg

22. Januar 2008

Gerade habe ich kuriose Fotos gefunden. Diese und ein Anruf animierten mich noch eine kurze Story von Anfang Januar zu schreiben:

Am Freitag 5. Januar trafen wir nach unserem kleinen Sylvesterurlaub gegen Mittag in Regensburg ein. In München hatte es noch Sonnenschein und trockene Strassen. Je näher wir Regensburg kamen, umso schlechter wurde das Wetter. In Regensburg selbst war es neblich, feucht – und glatt? Die Grünflächen und Bäume waren mit Raureif überzogen. Industrieschnee? In der Nacht hatte es Minustemperaturen und: Es regnete! Dementsprechend sahen die Strassen aus. Also war am Freitag Abend nicht an Ausgang zu denken. Das machte Mike, Mam und mir aber gar nix aus. Wir mussten uns eh erst vom Urlaub erholen.

Für den Samstag-Abend verabredete ich mich mit Astrid. Wir hatten uns am Weichnachtsabend bei der traditionellen Party im „Zap“ kennen gelernt. Und wir vereinbarten uns nach dem Urlaub zu treffen. Astrid organisierte zwei Tickets für das Kino im Andreasstadl in Stadt am Hof. Ich schlitterte also zur verabredeten Uhrzeit über spiegelglatte Strassen hinüber zum Wehr und parkte Nähe Dultplatz. Es hatte wenig Verkehr – wen wundert es. Man musste zu Fuss schon kleine Schritte machen. Eigentlich wäre das passende Verkehrsmittel „Schlittschuhe“ gewesen. Aber was tut man nicht alles für eine Lady.

Schnee und EisEisregen

Wir vereinbarten uns in der Kneipe „Klappe“ in Stadtamhof zu treffen. Während ich mir einen Kaffee bestellte, rief Astrid an. Sie würde etwas später kommen, was mir sofort sympathisch war. Sie hätte die Karten reserviert und käme in die „Klappe“ nach. Es nieselte immer noch leicht. Das Wasser gefror aber sofort auf dem Gehweg, auf den Autos, an den Verkehrsschildern bildeten sich Eiszapfen. Tolles Wetter – typisch Regensburg. Ich besorgte mir etwas zum Lesen und beobachtete nebenbei das Duo am Kickerkasten. Dann winkte ich der Bedienung und bezahlte den Kaffee. In Regensburg ist es seit 1. Januar 2008 verboten innerhalb von Kneipen, Lokalen, Restaurant und Discos zu rauchen. Also nahm ich die Dosis Nikotin draussen im Durchgang zur Kneipe mit Blick auf die Strasse zu mir.

Da schlitterte auch schon Astrid vorbei. Ich ging zum Wagen und wir begrüssten uns. Dann kratzte sie noch kurz die Frontscheibe frei und wir fuhren zum Andreasstadl.

Der Film „Babel“ hatte bereits angefangen und der Kassier brachte uns im Dunkeln zu unseren Plätzen. Wir verpassten allerdings nur wenige Minuten. Der Film behandelt 4 eigentlich zuerst verschiedene Geschichten, welche zum Ende immer mehr zusammenlaufen. Brad Pitt und Cate Blanchett spielten ein Ehepaar, welches den Tod des jüngsten Sprösslings bei einem Urlaub in Marokko verarbeiten wollten. Cate wird im Bus von einer Kugel getroffen. Zuerst geht man bei der Polizei von einem terroristischen Akt aus. Zwei Hirtenjungen – Brüder – passen auf Ziegen auf und probieren das neue Gewehr aus, welches der Vater von einem Nachbarn erworben hatte. Dieser bekam es dereinst von einem Japaner als Dank für seine Dienste auf der Grosswildjagd geschenkt. Das mexikanische Kindermädchen Armelia passt derweil in San Diego auf das Geschwisterpaar – die Kinder von Brad und Cate auf. Sucht aber nach einer Aufpasserin für die Zwei, weil der Sohn in Mexico heiratet und sie dorthin möchte. Nachdem sie niemanden findet, beschliesst sie die beiden mitzunehmen. Bei der Rückreise durchbricht der betrunkene zweite Sohn Santiago allerdings die Grenzkontrollen, weil er nicht betrunken erwischt werden möchte. In Tokio versucht derweil die taubstumme Tochter des japanischen Grosswildjägers den Tod der Mutter zu verarbeiten. Am Ende laufen wie erwähnt die Geschichten zusammen. Der Film ist wirklich sehenswert.

Sauwetter

Anschliessend suchten wir nochmals das „Klappe“ auf und plauderten bei einem Glas Wein über den Film. Und testeten den Kicker. Ein wirklich schöner Abend bei Schnee, Eis und Babel.

Die Website des Films „Babel“


Wird Klimaschutz zur neuen Religion?

6. Dezember 2007

„Wer lebt, stört“ titelt heute die Süddeutsche und schreibt über den Wahn rund um CO2:

CO2- Rechner, an denen jeder seinen persönlichen „CO2-Fußabdruck“ errechnen kann, haben Hochkonjunktur. Man findet sie auf der Internetseite des Bayerischen Innenministeriums, bei Greenpeace, ja selbst beim Ölkonzern BP.
Wie viel CO2 verbraucht die elektrische Zahnbürste gegenüber der manuellen (94,5g zu 0g), wie viel der Radiowecker gegenüber dem Aufziehwecker (22,26g zu 0g)? Essgewohnheiten und Reiserouten werden unter die Lupe genommen, herkömmliche Glühbirnen verteufelt und Duschköpfe angeprangert.

Dass an dem CO2-Hype etwas faul sein muss, zeigt die seltene (un-)heilige Dreieinigkeit von Politik, Umweltschutzverbänden und (Öl)-Konzernen!

Nirgends zeigt sich die Umwertung so sehr wie bei der Milch. In der christlichen Heilsvorstellung fließt sie mit Honig im Paradies – auf Erden nun soll sie direkt in den Klimatod führen. Denn der „Klimakiller Kuh“ erzeugt täglich einige hundert Liter Methangas, pro Liter Milch ein Äquivalent von fast einem Kilogramm CO2. Milch trinken ist, global betrachtet, fast genauso schädlich wie das Fliegen. Wissenschaftler fordern längst, der Mensch müsse seine Ernährung nach Klimagesichtspunkten umstellen. Vom Rindfleisch auf das Schweinefleisch, besser noch auf Gemüse.

Tja, diese Themen hatten wir schon alle einmal hier angesprochen – Es geht einfach nur um unser Geld (und Macht)! Nur wer ein schlechtes Gewissen hat, betreibt Ablasshandel! Egal, ob Milch, Bier, Wein, Mineralwasser, Rindfleisch, Schweinebraten, Sauerkraut oder Semmelknödel! Alles ist mit der Abgabe von CO2 verbunden. Mit Energiesparlampen kann man zwar viel Umsatz machen, aber ob die halten was sie versprechen?

Was wäre, wenn es nächstes Jahr mit der Durchschnittstemperatur wieder runter gehen würde? Oder eine globale Eiszeit vor der Tür stehen würde?. Aber noch ist CO2 noch ein hervorragendes Thema zur Volksverdummung. Das Internet verbraucht CO2. Na und? So wie Feinstaubreduktion und defekte Russfilter. Ach, die kommen ja demnächst sogar in die Kamine. Hoffentlich sind die dann wenigstens wirksamer als diese Russfilter für Dieselfahrzeuge. Wer erzeugt eigentlich CO2? Oder ist da noch ein gasähnlicher Stoff in der Luft? Also haltet die Luft an! Und kommt ja nicht auf die Idee sofort alle auf Elektro-Autos umzusteigen! Das wäre fatal!

PS: Denken Sie daran: Eine Glühbirnen-Weihnachts-Lichterkette verbraucht so viel Strom, wie 250 gebügelte Hemden!


Am Samstag gehen alle Lichter aus!

6. Dezember 2007

Und das für den Klimaschutz:

Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und WWF haben die Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu aufgerufen, am 8. Dezember, dem „Weltklimatag“, zwischen 20.00 Uhr und 20.05 Uhr das Licht aus zu schalten. Der Aufruf wird von der „Bild“-Zeitung, dem Fernsehsender ProSieben und dem Internetportal Google unterstützt.

Jetzt gibt es nur ein Problem: Die Energieversorger befürchten durch diese Aktion einen Total-Blackout im Stromnetz. Warum? Na, schlagartig um 20 Uhr wird massiv weniger Strom bezogen. 5 Minuten später wieder massiv mehr Strom! Auf solche Stromschwankungen reagieren die Überwachungseinrichtungen ziemlich empfindlich.

Nach Berechnung des Leiters des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, droht bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten Gefahr für die Netzstabilität.

Also ich bin auf jeden Fall dabei! Kerzen bereithalten! Verhütungsmittel auch!

Via Tom


18.03.2007 – CO2 und kein Ende – Hauptverursacher, Statistiken und Empfehlungen zum Thema Reduktion der Treibhausgase

18. März 2007

Interessant: Auf der Website des Umweltbundesamtes (Deutschland) wird das selbe unterbewusst beeinflussende Bild verwendet, wie auf der Website des Schweizer Department für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Dabei sieht die tatsächliche Verteilung der CO2-Emissionen ganz anders aus. Das Bild stammt zwar aus der Zeitschrift ADAC März 2007 Seite 38, aber die Daten kommen vom Institut für Wirtschaftsforschung und stimmen mit den Daten des Umweltbundesamtes fast gänzlich überein. Vergleiche hierzu eben das oben im Bild erwähnte PDF-Dokument (Umweltbundesamt Website „Klimaschutz“) oder Grafik unten.

Ergo: Es ist nicht der Pkw-Verkehr mit 11,9 Prozent von insgesamt 19 Prozent für „Verkehr“, wie das Foto gerne glauben machen möchte, der Hauptverursacher der CO2-Gase in Deutschland, sondern die Kraft- und Fernheizwerke mit 43,2 Prozent! Dann folgen Industrie, Gewerbe und Handel mit gesamt 24,8 Prozent, sowie Privathaushalte (Heizungsanlagen) mit 13 Prozent. Anders als in der Schweiz mit 21,46 Prozent entfällt in Deutschland ein Anteil von 11,9 % auf den Bereich „PKW“.

Zitierte Texte aus „Die Zukunft in unseren Händen – 21 Thesen zur Klimaschutzpolitik des 21. Jahrhundert und ihre Begründungen“ vom Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt. vom Oktober 2005

Der jährliche Primärenergieverbrauch in Deutschland ist seit 1990 etwa gleich bleibend hoch und betrug im Jahr 2001 knapp 14.600 Petajoule. Die einzelnen Sektoren hatten daran folgenden Anteil:

  • private Haushalte: 19,5 %
  • Verkehrssektor: 18,6 %
  • Industrie: 16,4 %
  • Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD): 10,5 %
  • Energieumwandlungssektor: 35,0 % (Kraftwerke)

Bereich Heizungen und private Haushalte:

Allein im Altbaubereich ist durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen für das Beheizen von Gebäuden und das Bereitstellen des Warmwassers sowie durch Verbessern des Wärmedämmstandards ein CO2-Emissionsminderungspotenzial von 50 bis 70 Mio. Tonnen pro Jahr realisierbar.

Nahezu 75 % der in Deutschland vorhandenen Gebäude sind vor 1985 gebaut worden. Bezogen auf die im Jahr 2002 vorhandenen ca. 4 Mrd. m² Gebäudefläche, wobei hiervon ca. 3 Mrd. m² auf die insgesamt 39 Mio. Wohnungen entfallen, ist durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen für die Beheizung von Gebäuden und die Bereitstellung von Warmwasser sowie die Verbesserung des Wärmedämmstandards von einem realistischen CO2-Einsparpotenzial im Altbaubereich von 50 bis 70 Mio. Tonnen CO2 auszugehen.

Bereich Kraftfahrzeugverkehr:

Mit einer kraftstoffsparende Fahrweise lässt sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 % reduzieren. Seit 1999 ist ihre Vermittlung für die Fahrausbildung und Führerscheinprüfung verbindlich vorgeschrieben. Zusammen mit einer standardmäßigen Ausstattung der Fahrzeuge mit Verbrauchs- und Schaltanzeigen ließen sich 2020 etwa 6,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen.

Zu Fuß gehen und Rad fahren sind die mit Abstand umweltverträglichsten Formen des Verkehrs und dazu CO2-frei. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse verschiedener Studien und internationaler Vergleichswerte erscheint es möglich, bis 2020 den Anteil des Fahrradverkehrs am gesamten Personenverkehrsaufwand von derzeit etwa 2,4 % auf ca. 7 % zu erhöhen. Würden allein in Ballungsgebieten 30 % der Pkw-Fahrten unter 6 km mit dem Rad durchgeführt, ließen sich dadurch etwa 5,8 Mio. Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr mindern. Diese CO2-Emissionsminderungen ließen sich auf nahezu 10,5 Mio. Tonnen pro Jahr erhöhen, falls 30 % der Pkw-Fahrten unter 10 km durch Radfahrten ersetzt werden würden, was ein ehrgeiziges, gleichwohl auf lange Sicht durchaus erreichbares Ziel darstellt.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verursacht pro Personenkilometer und bei einem durchschnittlichen Auslastungsgrad von 20-25 % im Durchschnitt nur rund ein Drittel der CO2-Emissionen eines Pkw.

Personenverkehr mit der Bahn verursacht im Mittel pro Personenkilometer weniger als halb so viele CO2-Emissionen wie bei Pkw-Verkehr oder Flugverkehr anfallen. Effizientere Bahnen sowie höhere Auslastungen (die Auslastung liegt im Fernverkehr zwischen 37 und 45 %) erhöhen die Umweltvorteile der Bahn.

Bereich Stromverbrauch:

Der Stromverbrauch der Privathaushalte lässt sich deutlich vermindern. Ein wichtiges Instrument dafür ist die Einführung einer Verordnung, die für Neugeräte diejenigen Geräteeigenschaften reguliert, die den Energieverbrauch bestimmen (Leistungsaufnahme, Schaltzeiten, Steuerungsprogramme usw.). Die Anforderungen wären regelmäßig an die Entwicklung der Technik anzupassen. Diese Verordnung müsste deutlich weitergehen als zum Beispiel das in Japan zur Festlegung von Verbrauchshöchstwerten gewählte Verfahren (dort Top-Runner-Programm genannt), das nur einen Teil der Einflüsse auf den Energieverbrauch berücksichtigt. Analoge Anforderungen sind auch an Bürogeräte zu stellen.

Womit müssen wir bereits heute anfangen?

Wie beschrieben, lässt sich im Gebäudebestand ein sehr großes Energieeinsparpotenzial erschließen. Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes sind dabei besonders wirksam. Aus wirtschaftlichen Gründen ist der Sanierungszyklus der Gebäude zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle, die im Rahmen ohnehin anstehender Sanierungsmaßnahmen nicht ergriffen werden, wegen der Langlebigkeit vieler Bauteile in der Regel für mehrere Jahrzehnte nicht mehr durchgeführt werden dürften. Deshalb sind die einer energetischen Sanierung des Gebäudebestands entgegenstehenden Hemmnisse möglichst schnell durch geeignete Instrumente abzubauen.

Und: Woher kommt das Kohlendioxid?

Was sind die wichtigsten Quellen des Klimagases Kohlendioxid? Wie hat sich der CO2-Ausstoß der Haushalte, des Verkehrs und der Energiewirtschaft über die Jahre entwickelt? Und bei welchem Verkehrsmittel ist der CO2-Ausstoß am geringsten? Antworten auf diese und andere Fragen geben die folgenden Tabellen.

http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/

Die Frage ist nur: Wie sehen die Tipps und Massnahmen zur Reduktion des Treibhausgases CO2 im Sektor Energieerzeugung aus, damit das grosse Tortenstück mit 43,2 Prozent „Kraft- und Fernheizkraftwerke“ deutlich reduziert werden kann.


17.03.2007 – Was wäre, wenn alle Autos in der Schweiz ab 2010 mit Strom laufen würden?

17. März 2007

In der aktuellen CO2-Diskussion fallen immer häufiger die Begriffe „Hybrid- und Elektro-Antrieb“. Zur Reduktion des klimaschädlichen Gases CO2 sind bereits in Australien zweifelhafte Gesetze erlassen worden. Darüber berichtete ich bereits. In meiner fingierten Pressemitteilung „EU und die Schweiz verbieten Motorfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ab 2010“ stellte ich die möglichen Auswirkungen fantasievoll dar.

Nun betrachte ich statistisch die Auswirkungen, wenn tatsächlich ab 2010 die EU und die Schweiz den Beschluss fassen würden sämtliche Verbrennungsmotoren von den Strassen zu verbannen. Da Hybridfahrzeuge nur im Stadtverkehr Sinn machen, betrachte ich „Komplett-Elektro-Fahrzeuge“. Kurz: Wir stellen uns vor, dass ab 2010 nur noch Elektrofahrzeuge auf den Strassen unterwegs sein dürfen. Und zwar definiere ich als Land „Die Schweiz“ mit den zur Verfügung stehenden aktuellen statistischen Zahlen.

Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) stellte 2005 fest:

Am 30. September 2005 waren in der Schweiz rund 5 Millionen Motorfahrzeuge und gut 300’000 Anhänger immatrikuliert. Bei drei von vier Motorfahrzeugen handelt es sich um Personenwagen; ihr Bestand umfasst insgesamt 3’865’000 Fahrzeuge. Den zweitgrössten Fahrzeugbestand bilden die Motorräder mit 592’000 Einheiten. Seit 1990 nehmen die Bestände der einzelnen Fahrzeugkategorien regelmässig um ein bis zwei Prozent jährlich zu. Der Personenwagenbestand ist in 15 Jahren um 29,5 Prozent gewachsen, was eine mittlere jährliche Wachstumsrate von 1,7 Prozent ergibt. Eine klare Ausnahme bilden die Motorräder: Heute ist ihr Bestand zweimal so gross wie 1990, was einer mittleren jährlichen Steigerung von 4,7% entspricht. Das Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt die diesen Ergebnissen zugrunde liegende Jahresstatistik auf der Basis der Datenbank MOFIS des Bundesamtes für Strassen (ASTRA).

BFS – Bestand private Motorfahrzeuge (Website)

Nun berechnen wir den täglichen Energieaufwand an elektrischen Strom unter den folgenden Annahmen:

  • Die Anzahl Personenwagen der jährlichen Wachstumsrate von 1,7 % eine Anzahl von 4 Millionen Personenwagen für 2010 (siehe Quelle oben)
  • Die tägliche durchschnittliche Nutzungsdauer eines privaten Kraftfahrzeuges wird mit „Einer Stunde“ angenommen (Quelle Biologie.de)
  • Durchschnittliche Leistung pro Fahrzeug 80 PS – entspricht etwa 60 kW (Annahme ohne Quelle)

Daraus ergibt sich die täglicher zusätzliche elektrische Energie von:

  • 4 Millionen multipliziert mit 60 kW = 240 000 000 kW.
  • Durchschnittliche Nutzungsdauer 1 Stunde ergibt = 240 000 000 kWh
  • Dies entspricht einem täglichen Bedarf von 240 GWh

Der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE) veröffentlichte in seinem Zahlenspiegel 2005:

Die Schweiz hatte 2005 einen Rekordverbrauch an Elektrizität bei verminderter Produktion zu verzeichnen: Der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz ist um 2,1 % gestiegen und erreichte mit 57,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) einen neuen Höchstwert. Die einheimischen Kraftwerke erzeugten 57,9 Mrd. Kilowattstunden (kWh) und damit deutlich weniger Strom als im Vorjahr.

Zum aktuellen Vergleich rechnen wir um:

  • 57,9 Mrd. kWh = 57 900 GWh pro Jahr
  • Geteilt durch 365 Tage = 158,6 GWh (Durch Schweizer Kraftwerke zur Verfügung stehende elektrische Energie)
  • Somit stehen pro Tag 158,6 GWh elektrische Energie zur Verfügung.

Anbei eine Grafik zum Pro-Kopf-Stromverbrauch. 

Die folgende Grafik zeigt die „Monatlichen Erzeugungsanteile“ der verschiedenen Kraftwerkstypen in der Schweiz:

Und diese Grafik zeigt den Vergleich der Kraftwerkstypen zur Stromerzeugung einiger Europäischer Länder.

In der Schweiz liegt der Anteil „Wasserkraftwerk“ bei 56,6 % und „Kernkraftwerk“ bei 38 %. Den Rest übernehmen „konventionelle thermische Kraftwerke“.

Somit errechnet sich eine durch Wasserkraftwerke erzeugte Energie von 89,6 GWh pro Tag im Jahre 2005.

Resümee: Wenn alle Autos in der Schweiz im Jahre 2010 mit Elektromotoren laufen würden, so müsste täglich 240 GWh elektrische Energie zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Aktuell erzeugen sämtliche Kraftwerke in der Schweiz 158,6 GWh. Der Wasserkraftanteil liegt hier bei 56,6 % (89,6 GWh). Zieht man in Betracht, dass weder zusätzlicher Atomstrom aus den Nachbarländern noch zusätzliche Atomkraftwerke in der Schweiz gebaut werden, so müsste sich der Anteil „Wasserkraft“ bis 2010 verdreifachen, um den Schweizer Bürgern die gleiche individuelle Mobilität bieten zu können.