19.05.2025 – „Schrotthagen“ – Ihre Gigs sind kathartisch

19. Mai 2025

(Original ARD Andreas Krieger)

Ekstase.Das Techno-Duo Schrotthagen lässt Clubs eskalieren. Mit hartem Sound und apokalyptischen Melodien.

Ihre Geschichte beginnt vor neun Jahren in München: Dieter schreibt preisgekrönte Filmmusik. Giovanni möchte von ihm lernen. Er klingelt bei ihm.

„Er hat oben gewartet. Wollte schauen, ob ich pünktlich bin und hatte meine Tafel Schokolade als Bestechung dabei. Und dann habe ich auf die Sekunde genau geklingelt. Und dann hat er auf die Sekunde aufgemacht“, erzählt Giovanni Berg.
„Erster Eindruck. Er ist ein guter Junge ist, der sich benehmen kann. Ich habe mich quasi verliebt, ja, und das ist eigentlich bis heute geblieben. Mein Gott, wenn wir ja eine Beziehung hätten, dann hätten wir eine tolle Beziehung“, sagt Dieter Schleip.
„Oh Gott“, erwidert Giovanni Berg.

Heute touren Schrotthagen um die Welt, bringen Menschen in Buenos Aires, Miami, Montreal zum Tanzen. Ihre Gigs: kollektiv kathartisch.

„Techno ist eine Musik, bei der man sehr viel verarbeiten kann. In dem Moment ist es wie so eine Befreiung. Du lässt einfach los. Und du kannst schreien, du kannst tanzen, du kannst ausrasten, ist scheißegal. Es ist eine körperliche Erfahrung, stark körperlich und seelisch“, meint Giovanni Berg.
„Die Musik ist das Einzige, was uns noch retten kann, ja? Und wenn wir dann zwei Stunden spielen irgendwo im Club, dann hast du wenigstens die zwei Stunden mal Ruhe“, findet Dieter Schleip.

Viral mit Kuscheldecke

Zum ersten Mal Techno produziert haben sie vor zwei Jahren. Es sollte Filmmusik werden, für eine Club-Szene. Doch dann macht Giovanni etwas, das alles verändern wird.

„Ich finde Dieter, wenn er so arbeitet, irgendwie sehr lustig, weil er hochkonzentriert arbeitet und so hat sich das irgendwie so eingeschlichen, dass ich ihn halt heimlich immer gefilmt habe“, erzählt Giovanni Berg. „Und wenn Dieter halt dran arbeitet, ist er halt dann immer so irgendwie da mit der Decke, Heizung war ausgefallen“.
„Die Heizung waren kaputt, da kommt die Decke. Ja, auch wieder so ein Zufall“, erinnert sich Dieter Schleip.
„Kuscheldecke, ich filme um die Ecke“, sagt Giovanni Berg.

„Ich habe keine Ahnung von TikTok, dann: Okay, ich mache einfach ein Video! Und dann ist es einfach viral gegangen“, berichtet Giovanni Berg.
„Dann sah man nur die Millionen klicken. Ja, zack, zack, zack. Bis über sieben Millionen. Das ist ja furchtbar“, so Dieter Schleip. „Aber da sind viele Leute, die auch über den Film ‚Up‘, da gibt es diesen Opa, den Opa und den jungen Typen und da sind viele, die uns da vergleichen.“ 

Gemeinsam Angst überwinden

Schrotthagen machen Cinematic Techno. Musik wie ein Blockbuster. Gefühle bis zur Schmerzgrenze. „Pain in my heart“ wird eine Hymne.

„Und dann fing halt Giovanni an und sagte, ja, irgendwann müssen wir dann live spielen. Ich sag, nee, warum müssen wir jetzt mal live spielen?“, erzählt Dieter Schleip.
 „Du hast dich rausgeredet“, findet Giovanni Berg.
„Nö, müssen wir nicht live spielen werden. Bis eines Tages, da wurde das, glaub ich, einfach, wurde dieser Auftritt klar gemacht und dann spielen wir in Frankfurt vor 1.500 Leuten. Okay, da konnte ich dann erst mal kaum atmen“, sagt Dieter Schleip.
„Oh fuck, Mann, oh fuck, Mann. Oh du Scheiße. Krass“, so Giovanni Berg.
„Also ich habe ein extremes Lampenfieber gehabt, also wirklich so, wo du denkst: Nee, ich stürze mich lieber in die Isar vorher“, erinnert sich Dieter Schleip. „Aber hey, wir ziehen das durch. Weißt du, wie peinlich das hier wäre, vor all den Leuten.“
„Ich hab dann auch kurz Dieters Herz gefühlt und es hat so schnell geschlagen und ich dachte mir auch so: Oh Mann, scheiße, was machen wir hier eigentlich?“, sagt Giovanni Berg.

Crashkurs „Live-Mischpult“ kurz vor dem Gig.

„Wenn Giovanni dabei ist, habe ich gedacht, ja dann brauche ich nicht wirklich Angst zu haben. Er wird mich dann schon retten. Und danach war das so eine Befreiung, dass ich diese Angst überwunden habe. Das war für mein Leben unbezahlbar“, schwärmt Dieter Schleip.

Bombastische Sounds

Das Besondere: viele der wuchtigen Sounds sind organisch. Und zum Teil eingespielt auf echten Instrumenten. Im Schrotthagen Studio. Dieter spielt hier Guitaret und Giovanni eine Hammondorgel.

„Das war so ein Flohmarktfund. 15 Euro. Stand irgendwo im Dreck rum. ,Geht das noch?‘ Die haben gemeint: ,Ja!‘ Dann habe ich das für 15 Euro mitgenommen“, erzählt Giovanni Berg.
Und so wird aus Herumexperimentieren ein Vierviertel-Banger.
„So als grobes Ding. Aber ich meine, das dauert halt“, findet Giovanni Berg.

Schrotthagen sind gerade dabei, den Techno zu erobern. Mit bombastischen Sounds und…Kuscheldecke.


Beitrag: Andreas Krieger

Schrotthagen: „Nostalgie und Traurigkeit“, erscheint 15. August 2025.


11.08.2008 – Events in Zürich: Streetparade 2008 – Bilder Teil 2 (Outtakes)

12. August 2008

„Outtakes“? Das sind meine nachbearbeiteten Bilder von der Streetparade 2008. Nachdem ich gestern den Bericht samt Fotos in den Blog stellte, setzte ich mich heute Abend hin und bastelte die „Outtakes“ zusammen. Nun ist also der zweite Teil online:

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Viel Spass beim Anschauen! Wer sich wieder findet und Originalbilder haben möchte, dann bitte einfach Kommentar hinterlassen und ich schicke die Bilder gerne zu.


09.08.2008 – Events in Zürich: Streetparade 2008 – Die Bilder

10. August 2008

(UPDATE: Bilder Teil 2 online. Siehe Link unten „Outtakes“)
Mike sitzt auf der Terrasse und entspannt. Thom sitzt im Wohnzimmer mit seinem Stylistic Tablet und sucht nach Flügen für den Herbst. Domingo befindet sich auf dem Flug zurück nach Mallorca. Und ich tippe nun den Artikel, nachdem mehr und mehr Interessierte sich die Bilder von der Party des Jahres ansehen: „Streetparade 2008“. Aber der Reihe nach:

Am Freitag fuhr ich zuerst ins Tessin. Ja, richtig gelesen. Tina rief mich am Donnerstag an, dass sie zusammen mit Moni eine Palme für den „Sperlix-Garden“ ausgegraben hätten. Somit startete ich am Freitag gegen Mittag und fuhr Richtung Alpen bei schönstem Wetter durch den Gotthard Tunnel. Natürlich nahm ich auch die DigiCam mit. Beim Einschalten während der Fahrt merkte ich dann, dass der Speicherchip noch im Laptop steckte! Tolle Idee!

Gegen 15 Uhr traf ich dann in Paradiso ein. Nachdem ich die Eltern von Tina „Häsli“ kennen gelernt und zwei Kaffee und ein Gläschen Prosecco während der Plauderei auf dem Balkon mit bester Aussicht genoss, verluden wir anschliessend die Palme in den „blauen Benz“ und starteten zur Rückfahrt. Da es vor dem Gotthard Tunnel in nördlicher Richtung 10 Kilometer staute, fuhren wir über den San Bernhardino zurück.

Ich musste bis 19:30 Uhr wieder in Zürich sein, weil dann Thom und Domingo am Flughafen eintrafen. Ich schaffte es knapp. Unterwegs rief ich bereits Mike an. Er durfte ausnahmsweise meinen Porsche fahren. Wir verabredeten uns an der Tankstelle am Flughafen. Thom und Domingo sprangen in den „blauen Benz“ zur Palme und ich fuhr zur Tankstelle. Dort begrüssten wir uns ausführlich. Dann ging es weiter nach Hause.

Am Freitag Abend fuhren wir eine kurze Züri-Stadtrunde und parkten an der Limmat. Dann wanderten wir durch die Altstadt. Domingo war das erste Mal in Zürich. Thom und ich planten das Wochenende schon vor ein paar Wochen. Domingo wurde dann von Thom mit der Flugreise über das Wochenende überrascht. Was eigentlich an diesem Wochenende in Zürich „los sei“ erfuhr er erst während des Abends.

Samstag – Kurz vor Mittag nahmen wir ein sauberes „z’morge“ auf der Terrasse ein. Die Palme lehnte noch im Wasser stehend am Geräteschuppen gegenüber. Aber nicht lange. Wir beratschlagten uns kurz über den besten Standort und dann sammelten wir unsere Kräfte und liessen Thom mit dem vom Nachbarn geliehenen Spaten ein Loch ausheben. Arbeitsteilung ist alles.

Dann zogen wir uns für die Streetparade um. Nein, nichts Ausgefallenes. Wir nahmen die „Schweizer Nati“-Shirts mit dem Aufdruck „Zickenjäger“. Perfekt „overstyled“ setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Albisrieden. Von dort aus ging es dann mit der Tram zum Paradeplatz. Die ersten Lovemobiles hatten sich bereits in Bewegung gesetzt, als wir am Bürkliplatz ankamen.

Wir liefen über die Brücke durch die mehr oder weniger verkleideten Streetparade-Fans. Das herrliche Wetter zog einige 100 000 an das Seebecken. Was sofort auffiel: Nur am Bürkliplatz und am Bellevue stand eine grosse Bühne. Wir wanderten weiter Richtung Uto-Quai und trafen auf den ersten Wagen, was uns dazu bewegte nicht wie sonst gegenüber des Steigenberger Hotels Aufstellung zu nehmen, sondern beim Theater.

Olivia teilte mir im Vorfeld mit, dass sie auf Wagen 3 mitfahren würde. Ich konnte sie aber leider nicht entdecken. Es wäre ein schöne Erinnerungsfoto geworden. Tja, schade. Man(n) kann nicht alles haben.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

Der meiner Meinung nach phantasievollste Wagen war der des „Pirate’s Club Hinwil“, auf dem ein Feuerspucker zusätzlich für die nötigen Lichteffekte sorgte.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures
Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

In einem anderen Lovemobile sperrte man die Raver kurzerhand mit „wilden Tieren“ in einen Käfig.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

Wie man es bei Temperaturen um die 28 Grad in einem Tigerkostüm aushält, entzieht sich meiner Vorstellung. Witzig auf jeden Fall.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures
Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

In den Rave-Pausen – wenn eben mal kein Lovemobile vor uns stand – langweilten wir uns sicher auch nicht. Mike, Thom und Domingo nahmen ein lauwarmes Cerveza ein (Paulaner) und nahmen die Sonnenbrillen eher selten ab, um sich die Augen an den vorbeiflanierenden Schönheiten nicht zu verblitzen.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

Echt Spass und Abwechslung brachte das Lovemobile des „MAD“ mit seiner Schaumkanone mit sich. Wer sich am Morgen nicht ordentlich gewaschen hatte, der konnte das nun nachholen.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

Die Fans der Streetparade amüsierten sich mit uns – in der überwiegenden Zahl. Manche sahen die Angelegenheit eher skeptisch. Wie der Kollege auf dem Bild. Während die Schönheit links so richtig Stimmung macht, betrachtet er die Menschenmenge eher nachdenklich.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures

Erwähnenswert ist ebenso, dass man auch ganz selten auf pralle Behältnisse stiess. Phantasievolle Kostüme gab es übrigens entgegen so mancher Medienberichte ausreichend. Und wer sich an den weniger gewichtigen Stoffmenge erregt, der sollte eher nicht an einen Badestrand fahren, sondern den nackten Tatsachen ins Auge schauen.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles

Das schöne an den Mitfahrenden, wie auch an den Besuchern der Loveparade selbst: Alle Alterklassen und Nationalitäten sind vertreten – getreu dem Motto „Friendship“.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles
Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles

Domingo drehte sich zwischenzeitlich etwas im Kreis, freute sich aber über die Bekanntschaft zu einer Gruppe aus Augsburg. Diese reisten am Morgen extra an, um die Streetparade zu besuchen.

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles
Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles

Das traumhafte Wetter erlaubte auch traumhafte Aussichten auf die mitfeiernden Lovemobile-Dancer(innen)

Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles
Streetparade 2008 Zürich Bilder Fotos Pictures Lovemobiles

Aber auch auf der Strasse entdeckten wir die ein oder andere ausgefallene Schönheit (mit eigener Stange) oder ein teuflisch gut verkleidetes Pärchen.


Nachdem der letzte der 27 Lovemobiles an uns vorbei gefahren war, wanderten wir noch etwas plan- und ziellos durch die Stadt. Was mich extrem wunderte: Eigentlich findet um diese Zeit die „Rundfunk.fm“-Party statt. Doch das Landesmuseum war wegen Umbau geschlossen. Die Website von „Rundfunk.fm“ ist nicht erreichbar und auch sonst finden sich keinerlei Infos im Web. Somit fiel für uns ein fester Bestandteil der Loveparade flach.

Im Hauptbahnhof traf dann Domingo noch auf eine Indianerin aus Spanien und liess sich mit ihr ablichten. Sie suchte ein Taxi und wir fanden die Tram zurück nach Albisrieden. Dort bestiegen wir unser Auto und fuhren müde gegen Mitternacht nach Hause.


Unterwegs hätten wir beinahe den Osterhasen überfahren. Ich konnte ihn aber auf der Flucht noch fotografieren. Ebenso entstand noch ein Gruppenbild ohne Dame von den etwas müden Nati-Spielern Mike, Domingo, Thom und mir.

Zumindest von mir sind es etwa 190 Stück. Wenn ich Zeit finde, dann bearbeite ich noch die restlichen nach. Aber heute nicht. Mike liegt mittlerweile auf seinem Bett und döst vor sich hin. Thom surft im Internet mit seinem „Tablet-PC“. Domingo landet wohl soeben nach 1 Stunde 50 Minuten in Palma de Mallorca und ich bin auch noch etwas geschafft von der Party des Jahres. Wer es verpasst hat hinzukommen, selber schuld. Bis zum nächsten Jahr sind es ja nur noch 12 Monate. Hossa!

PS: Wer sich auf den Bildern wiederfindet – ich würde mich über einen Kommentar freuen 🙂


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