Das Meer rund um die Kanarisch
en Inseln gehört zu den wichtigsten natürlichen und touristischen Ressourcen der Region. Gleichzeitig gibt es ein Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt: „Abwassereinleitungen ins Meer und deren mögliche Auswirkungen auf die Wasserqualität an den Stränden.“

Eine aktuelle Datensammlung von Teneriffa News ermöglicht einen detaillierten Blick auf die Situation. Die Plattform wertet unter anderem behördliche Daten zu Badegewässern und Einleitungen aus und stellt diese für die einzelnen Strände übersichtlich dar. Nach dem Datenstand vom 17. September 2026 werden für die Kanaren 178 Badezonen, 403 registrierte Einleitungen ins Meer und mehr als 10.800 ausgewertete Laborproben aufgeführt.
## Abwasserleitungen direkt an der Küste
Besonders interessant ist die Zahl der registrierten Einleitungen. Von den 403 erfassten Einleitungen verfügen laut der Website 291 über keine gültige Genehmigung. Außerdem werden 21 Kläranlagen aufgeführt, bei denen keine biologische Reinigungsstufe vorhanden ist.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass an jeder dieser Stellen ungeklärtes Abwasser unmittelbar in einem Badebereich landet. Entscheidend sind unter anderem Entfernung zum Strand, Art der Einleitung, Behandlung des Abwassers, Strömungsverhältnisse und die tatsächlichen Messwerte der Badegewässer.
Gerade deshalb ist eine differenzierte Betrachtung wichtig.
## Teneriffa im Vergleich zu den anderen Kanareninseln
Teneriffa verfügt in der Datensammlung über 49 erfasste Badezonen, von denen für 44 entsprechende Befunde vorliegen. Im Archiv werden für Teneriffa derzeit acht Badeverbote beziehungsweise Warnungen aufgeführt.
Diese Zahlen sollten nicht als direkte Rangliste der Wasserqualität verstanden werden, da sich die Inseln hinsichtlich Zahl der Badezonen, Messungen und anderer Rahmenbedingungen unterscheiden.

## Playa Jardín – ein besonders bekanntes Beispiel
Ein Beispiel auf Teneriffa ist die Playa Jardín in Puerto de la Cruz. Dort weist die Datensammlung mehrere Abwassereinleitungen in der näheren Umgebung aus. Eine der aufgeführten Einleitungen befindet sich rund 229 Meter entfernt und wird als nicht genehmigt sowie mit lediglich einer Rechenstufe angegeben. Für die Playa Jardín werden 293 Proben seit Januar 2023 genannt; davon führten 14 zu einem Badeverbot oder einer Warnung.
Das Beispiel zeigt, weshalb die reine Existenz einer Abwasserleitung noch keine Aussage darüber erlaubt, wie stark ein bestimmter Strand tatsächlich belastet ist. Dafür müssen die konkreten mikrobiologischen Messwerte und die örtlichen Bedingungen betrachtet werden.
## Was wird bei der Wasserqualität gemessen?
Für die Bewertung der Badegewässer spielen insbesondere die Bakterien Escherichia coli (E. coli) und intestinale Enterokokken eine wichtige Rolle. Die Website greift hierfür auf amtliche Messdaten zurück. Als Quellen werden unter anderem die kanarischen Gesundheitsbehörden, das spanische Gesundheitsministerium mit dem System NÁYADE sowie europäische und spanische Umweltbehörden genannt. ([Teneriffa News][3])
Interessant ist dabei: Die Website verwendet zusätzlich eine eigene Berechnung, die Faktoren wie Entfernung einer Einleitung, Strömung, Niederschlag und historische Messwerte berücksichtigt. Diese berechnete Einschätzung ist ausdrücklich keine amtliche Messung.
## Regen und Meeresströmungen spielen eine Rolle
Die Wasserqualität kann sich kurzfristig verändern. Besonders nach starken Regenfällen können Abwassersysteme und Mischwasserkanäle stärker belastet werden. Auch Meeresströmungen können beeinflussen, ob eine Einleitung überhaupt in Richtung eines bestimmten Badebereichs transportiert wird.
Deshalb kann ein Strand trotz einer Abwassereinleitung in der Nähe über längere Zeit unauffällige Messwerte aufweisen. Umgekehrt kann eine kurzfristige Verschlechterung der Wasserqualität auftreten, ohne dass sich die Infrastruktur verändert hat.
Ein gutes Beispiel dafür liefert die Playa de Abades. Dort befindet sich laut Datensammlung eine Einleitung lediglich 94 Meter vom Badebereich entfernt. Sie wird als genehmigt aufgeführt, allerdings mit lediglich einer Rechenstufe und einem als schadhaft angegebenen Leitungszustand. Gleichzeitig wurden bei 35 seit Mai 2023 erfassten Proben keine Badeverbote oder Warnungen registriert.
## Was bedeutet das für Urlauber auf Teneriffa?
Für Badegäste bedeutet die Situation vor allem: Eine Abwasserleitung in der Nähe eines Strandes bedeutet nicht automatisch schlechte Wasserqualität.
Entscheidend sind die aktuellen amtlichen Messwerte und eventuelle offizielle Badeverbote oder Warnhinweise der zuständigen Behörden. Die von Teneriffa News dargestellten Daten können dabei eine zusätzliche Orientierung bieten, ersetzen aber ausdrücklich nicht die amtliche Badegewässerüberwachung.
Gerade bei Stränden mit bekannten Problemen lohnt es sich daher, vor dem Baden die aktuellen Hinweise zu kontrollieren.
## Fazit
Die Daten zeigen, dass Abwassereinleitungen auf den Kanarischen Inseln ein reales Infrastruktur- und Umweltproblem darstellen, das an einzelnen Küstenabschnitten auch mit Problemen bei der Badegewässerqualität verbunden sein kann. Gleichzeitig wäre es falsch, daraus abzuleiten, dass die Strände Teneriffas generell verschmutzt oder nicht zum Baden geeignet sind.
Tatsächlich zeigen die verfügbaren Messreihen ein differenziertes Bild: Nähe zu einer Abwassereinleitung und tatsächliche Wasserqualität sind zwei unterschiedliche Dinge. Erst die Kombination aus amtlichen Laborwerten, Badeverboten, Infrastruktur und den örtlichen Bedingungen ermöglicht eine sinnvolle Einschätzung.
Für Teneriffa-Urlauber bleibt deshalb eine einfache Empfehlung: Nicht nur auf die Nähe einer Abwasserleitung schauen, sondern vor dem Baden die aktuellen offiziellen Hinweise und Messwerte des jeweiligen Strandes prüfen.
Datenstand der verlinkten Übersicht: 17. September 2026. Die Berechnungen von Teneriffa News sind als ergänzende Einschätzung zu verstehen und ersetzen keine behördliche Badegewässerüberwachung.
Zur vollständigen Wasserqualitäts-Karte von Teneriffa News https://www.teneriffa-news.com/wasserqualitaet
https://www.teneriffa-news.com/wasserqualitaet/teneriffa/playa-jardin „Playa Jardín, Puerto de la Cruz: Wasserqualität und Badeverbote“
https://www.teneriffa-news.com/wasserqualitaet/teneriffa/playa-de-abades-los-abriguitos „Playa de Abades (Los Abriguitos), Arico: Wasserqualität und Badeverbote“
Veröffentlicht von PeterPan 





