03.05.2010 – Meldung des Tages: Vorgesetzte glänzen mit lange Pausen, versenden Pornobilder, erledigt private Besorgungen, handeln mit grosser Willkür

3. Mai 2010

Wo diese Vorgesetzten arbeiten? In Zürich! Nein, diesmal nicht bei einer Bank. Genauer gesagt beim Zürcher Migrationsamt. Wer das heute hat auffliegen lassen? Die Mitarbeiter liessen über deren Anwalt einen Brief verfassen und dieser landete in Kopie bei Radio24. Der Brief ging nach Infos von 20 Minuten an Adrian Baumann. Seines Zeichens nicht nur „Kapo“ des Zürcher Migrationsamtes, sondern auch noch Präsident der „VKM“ (Vereinigung der kantonalen Migrationsbehörden). Er soll nun Stellung zu seinen fehlbaren Teamleitern nehmen.

Für alle Nicht-Schweizer und noch nicht so lange in der Schweiz lebende: Was tut das Migrationsamt normalerweise?

Das Migrationsamt des Kantons Zürich – Im Dienste von Ausländerinnen und Ausländern sowie Schweizerinnen und Schweizern
Das Aufenthaltsrecht im Kanton Zürich sowie in der Schweiz wird durch Bundesrecht geregelt. Das Migrationsamt des Kantons Zürich vollzieht dieses Recht und erteilt nach vorgängiger Prüfung der entsprechenden Gesuche Einreise- und Aufenthaltsbewilligungen. Es ist zuständig für Visumsverlängerungen und die Ausstellung von Rückreisevisa. Für Personen, die ihr Aufenthaltsrecht im Kanton Zürich verwirkt haben und nicht freiwillig ausreisen, leitet das Migrationsamt Massnahmen und Vollzugshandlungen ein.
Das Migrationsamt des Kantons Zürich bedeutet nicht einfach „Akten, Dossiers und Papierkrieg“, sondern rund 150 Mitarbeitende, die sich um Anliegen anderer Menschen kümmern. Wir kontrollieren und regeln die Anwesenheit von Personen ausländischer Nationalität und arbeiten dabei eng mit anderen Behörden zusammen, namentlich mit den kommunalen Einwohnerkontrollen, Kantons- und Stadtpolizeien, Botschaften, Arbeitsämtern und Fürsorgebehörden sowie dem Bundesamt für Migration.

Tja, und genau das scheint eben nicht geklappt zu haben. Auch muss man viel Zeit mitbringen; denn auf der Website steht geschrieben:

Wartezeiten an unserem Schalter: Aufgrund unregelmässig hoher Besucherzahlen am Schalter ist mit Wartezeiten zu rechnen. Sollten Sie nur Dokumente abgeben wollen empfehlen und bitten wir Sie, uns diese per Post zukommen zu lassen. In diesen Fällen hat eine persönliche Vorsprache am Schalter keinen Einfluss auf die Bearbeitungsdauer des Gesuchsverfahrens. Wir danken für Ihr Verständnis.

Also Beschweren, weil es länger gedauert hat, hilft nichts. Auch persönliches Vorsprechen beschleunigt das Verfahren nicht. Man ist also demotivierten Mitarbeitern ausgeliefert, die es Leid sind von einem nicht anwesenden und nicht erreichbarem Chef geführt zu werden – und den Anwalt einschalteten.

Auf SF findet man folgende Zeilen und einen Videobericht:

In dem Brief an den Amtschef werden auch Aktivitäten im amtlichen Bereich bemängelt. Dossiers im Asylwesen würden bewusst liegen gelassen oder mit grosser Willkür bearbeitet. Zudem seien die zuständigen Personen für die Polizei oft nur schwierig erreichbar.
Diese Vorwürfe werden nun geprüft. Der für das Migrationsamt zuständige Regierungsrat Hans Hollenstein (CVP) hat sich der Sache angenommen. Er wolle sich aber auch die Gegenseite anhören, sagte er gegenüber Radio 24.

Das wird sicher noch interessant.


01.05.2010 – Urlaub in Thailand trotz aktueller Unruhen? Warum nicht?

1. Mai 2010

In Bangkok herrscht derzeit Ausnahmezustand. Einige Reiseveranstalter stornierten ihre Flüge nach Bangkok, nachdem das Auswärtige Amt Reisewarnungen für Bangkok ausgegeben hat. Jedoch steht in der Meldung, dass der Flughafen als Transit vollkommen sicher ist. Besteht für Touristen und Reisende tatsächlich Gefahr in die Belagerungen der „RedShirts“ oder gar in Auseinandersetzungen verwickelt zu werden?

Ein Freund von mir teilte mir gestern mit, dass er seinen Urlaub nach Thailand samt Freundin storniert hat. Ein anderer Arbeitskollege hält sich derzeit in Koh Samui auf. Auf Rückfrage, ob er etwas von den Unruhen bei der Anreise mitbekommen hätte, kam die Antwort: „Nein!“ Auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel hätte er lediglich bemerkt, dass die Polizei mit hoher Präsenz am Flughafen vorhanden sei. Aber man könnte sich ungehindert in Bangkok bewegen und sich die Sehenswürdigkeiten ansehen ohne mit den „RedShirts“ in Berührung zu kommen. Leider hätte er keinen der Demonstranten oder gar eine Demonstration gesehen.

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Bei mir steht der Urlaub an und ich fliege nächsten Freitag. Ob ich „Angst“ hätte? Oder gar in Erwägung gezogen nicht nach Thailand zu fliegen? Diese Fragen kann ich klar mit „Nein“ beantworten. Gut, man könnte mir entgegnen: Klar hast Du keine Bedenken. Du besuchst ja auch Dein Mädel in Thailand. Das stimmt. Aber auch sonst würde ich jederzeit nach Thailand fliegen; denn es ist nicht das Ziel der „RedShirts“ die Touristen zu schädigen. Und das Wichtigste: Bangkok ist so gross und die Redshirts konzentrieren ihre Präsenz bei den Demonstrationen auf das Regierungsviertel; denn sie wollen ja auch die Regierung stürzen und nicht die Urlauber.

Kann man wirklich nicht in die Demonstrationen verwickelt werden? Kann-Man-Fragen werden immer mit „Ja“ beantwortet. Aber im Ernst: Heute ist 1. Mai und vielerorts demonstrieren mehr oder weniger Radikale von der linken oder rechten Seite in Deutschland in den Städten Berlin und Hamburg. Auch in Zürich gibt es an diesem Tag immer wieder Ausschreitungen oder „Scharmützel“. Wird dadurch die Reisetätigkeit in den beiden Städten beeinträchtigt? Sicher nicht. Werden die Tausenden von Urlaubern und Touristen in den beiden Städten oder gar in Deutschland gefährdet? Mein Grossvater sagte immer: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“. Und er musste es wissen; denn er hat zwei Weltkriege miterlebt. Mit anderen Worten: „Wenn man sich dringend dazu genötigt fühlt sich in das Getümmel zu werfen und direkt hautnah bei den Demonstranten sein möchte, so muss man sich nicht wundern, wenn man einen Polizistenknüppel über die Rübe bekommt“.

Für alle anderen Reisenden ist der Urlaub in Thailand und natürlich in Bangkok ungefährlich. In den gängigen Touristenorten und erst recht in den Backpacker-Gebieten ist nichts aber auch gar nichts von den Unruhen zu spüren. Nein, stimmt nicht ganz; denn nach aktuellen Informationen von heute spürt man es durchaus, dass weniger Urlauber vorhanden sind. Die Strände sind übersichtlich mit Touristen gefüllt und in den Restaurants bekommt man immer einen Platz. Wenn Sie sich also wirklich erholen möchten ohne die gängige Touristenschwemme in den Kernurlaubsorten in Thailand, so reisen Sie jetzt erst recht. Nebenbei für unsere Schwaben: Die Flüge und die Hotels werden aktuell immer günstiger.

Bei mir geht es am nächsten Freitag los – von Zürich nach Bangkok. Wohin es anschliessend geht, steht noch nicht fest. Mal sehen.


19.04.2010 – Was der Vulkan Eyjafjallajökull mit der Klimaerwärmung zu tun hat?

19. April 2010

Island: Die zweitgrösste Insel Europas, Land der Vulkane, Fjorde, Wasserfälle und Gletscher,  Weigerung der Rückzahlung von 4 Milliarden Euro wegen des Bankrotts der Icesave-Bank. Seit dem 20.03.2010 weiss jeder Tageszeitungsleser, wo Island liegt. Irgendwo im Meer zwischen Europa und Grönland. UND: Es hat Vulkane dort, die sogar das gesamte moderne europäische Flugverkehrssystem für Tage lahmlegen können.

Vulkane? Die hat es doch nur im Fernsehen! Der Ätna ist doch auf Sizilien! Wieso hat es da noch mehr? Und „Eyjafjallajökull“ – was ist das denn für ein Name? Ätna ist kurz und prägnant. Kein Fernsehsprecher spricht den umständlichen Namen aus – und redet nur von „dem Vulkan auf Island“, der immer noch Asche ausspuckt. Dabei heisst Eyjafjallajökull einfach und harmlos „Inselbergegletscher“. Aufhörchen lässt allerdings die Tatsache, dass er zuletzt im Jahre 1821 ausgebrochen ist. Und diese Eruption dauerte zwei (in Ziffern „2“) Jahre! Ausserdem brach er seit der Landnahme um 870 n. Chr. erst ganze dreimal aus. Also ein eher ruhiger Vulkan. Aber da hat es doch noch einige „Schlummernde Riesen“. Befinden die sich etwa auch an der gleichen Grenze der Tektonischen Platten, wie der – ach wie schreibt man den – was soll’s – „Island Vulkan“?

Was mich an meine Besuche auf Lanzarote erinnert. 1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten insgesamt 2.053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Inselfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbarsten Böden der Insel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so schlimm war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde hier der Timanfaya-Nationalpark gegründet.

Oder den höchsten Berg Spaniens: Den Teide auf Teneriffa. Der Pico del Teide ist mit 3.718 Metern die höchste Erhebung auf der Kanarischen Insel Teneriffa und ebenfalls höchster Berg auf spanischem Staatsgebiet. Der Teide ist der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1798 mit den Narices del Teide, die Teil des Nachbarvulkans Pico Viejo (3.134 m) sind und westlich des eigentlichen Pico de Teide liegen.

Beide Vulkane besuchten wir bereits mehrmals und dachten nicht im Traum daran, dass der Berg eventuell noch etwas „heiss“ sein könnte – heisser als man denkt. Aber lassen wir das. Blenden wir lieber in die Politik über: Der Vulkan speit seit Tagen ohne Erlaubnis Aschepartikel in die Luft, die sogar den Flugverkehr zum Erliegen bringt. Fragen wir uns doch bitte, ob der Vulkan eine Umweltplakette besitzt und diesen Ausstoss vorher angemeldet hat! Auch das CO2, was der Vulkan da rücksichtslos in die Umwelt bläst, wird nicht sich negativ auf die Isländische Wirtschaft auswirken; denn die Regierung muss nun CO2-Zertifikate kaufen, um hier gegenzusteuern.

Aber vielleicht legen die Europäischen Nationen ja hierbei zusammen und gründen einen CO2-Island-Fond für die Soforthilfe, da Island ja bekanntlich vollkommen pleite und dem Staatsbankrott nahe ist. Die Führung könnte Angela Merkel übernehmen. Aber auch Greenpeace und der WWF sollten schnellstens zusammen mit einem Bierhersteller eine gross angelegte Medienmarketing-Massnahme anstossen; denn nach der erfolgreichen Rettung des Regenwaldes im Amazonas muss dringend den Gletschern geholfen werden. „Mit jedem Kasten Bier erhalten Sie gratis einen Quadratmeter Gletschereis“.

Welche Auswirkungen der Vulkanausbruch wohl noch haben wird? Wir sind auf jeden Fall gespannt. Die Diskussion um die Südanflüge des Aiports in Zürich ist auf jeden Fall momentan ebenso zum Erliegen gekommen. Und wegen des Aschestaubes in der Luft ist man sich zumindest auf wissenschaftlicher Basis einig: Der Feinstaub ist schädlich oder auch nicht.

Zeitschleife der Eruptionen des Eyjafjallajökull Vulkans auf Island geschossen von der Mulakot Webcam am Mulakot Airport.

Achja: Und was der Eyjafjallajökull mit der Klimaerwärmung zu tun hat? Rein gar nichts!


04.02.2010 – Schweiz: Volkssport Bankdatenklau oder „How to get rich in short Time“

3. Februar 2010

Kurzanleitung – How to get rich: Man nehme eine CD-Rom, schiebe diese in den Rechner und kopiere 1500 Konten von (angeblichen) Steuerhinterziehern. Dann wende man sich an die Deutsche Regierung und biete diese für 2,5 Millionen an. Angeblich sollen die Bankdaten dem deutschen Fiskus 100 Millionen wert sein. Ein guter Deal. Und schnell verdientes Geld.

So geschehen bei der Credit Suisse. Aber wie man jetzt lesen kann sorgt nicht nur die UBS und die Credit Suisse immer wieder für negative Schlagzeilen. Der Bonus scheint nicht mehr auszureichen für so manchen sozial benachteiligten Banker. Die psychologisch angeschlagene Seele der Nieten in Nadelstreifen sucht sich einen neuen Broterwerb. Nein, kein Konto ist mehr sicher.

Auch bei anderen Banken ist man trotz angeblichem Schweizer Bankgeheimnis nicht mehr sicher. Julius Bär und HSBC lieferten unfreiwillig ebenso Bankdaten bei den Steuerfahndern ab. Im Fall von Julius Bär soll der in Afrika lebende ehemalige Manager (Trust Company heisst eigentlich Vertrauens Gesellschaft) Rudolf Elmer die schon etwas älteren Daten den deutschen Behörden übergeben haben. Für den Datendiebstahl bei der britischen HSBC soll Hervé Falciani verantwortlich sein, der bereits in 2009 in Frankreich für Wirbel sorgte. Am sichersten schein zu sein das sauer ersparte Geld gleich auszugeben, unters Kopfkissen zu legen oder zu verbrennen.

Ja, und die Banken schildern sich ja als so unschuldig. Dabei scheinen diese reiche mögliche Steuerflüchtlinge geradezu zu umwerben; denn schon kommt einer dieser Verleitungen zum Steuerbetrug ans Tageslicht. Die schon schwer gescholtene UBS soll den Kölner Klaus Mayer einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag auf die UBS Hamburg überwiesen haben.

Der Kundenberater spielte etwas mit dem Geld und so verlor Klaus Mayer unaussprechliche 248 Millionen Euro. Laut seinem Rechtsanwalt will Mayer nächstens Strafanzeige in Frankfurt einreichen, in einem ersten Schritt gegen die UBS Deutschland AG – wegen Steuerhinterziehung, versuchter Nötigung, Betrug und Untreue. Und auch die UBS Zürich wolle man ins Visier nehmen. Angeblich will Mayer seinen früheren Kundenberater der UBS als Zeugen mit ins Spiel bringen, welcher kurz nach bekanntwerden des Falles von der UBS freigestellt wurde.

Sollte sich das bewahrheiten, droht für den Schweizer Finanzplatz weiteres Ungemach. Erinnerungen an den Fall Bradley Birkenfeld werden wach. Der frühere UBS-Kundenberater hatte im letzten Jahr vor Gericht über die Machenschaften der UBS in den USA ausgepackt und die Grossbank damit in eine schwere Krise gestürzt.

Seit einiger Zeit ist es sicherlich nicht leicht Angestellter einer Bank zu sein – und das öffentlich auch noch zugeben zu müssen. Aber man könnte sich ja einfach umorientieren (z.B. Muscheltaucher). Eine Anleitung dazu steht ja ganz oben.


09.01.2010 – BAZ enthüllt: «Deutscher Filz»: SVP hantiert mit alten Zahlen

9. Januar 2010

2009 hat die Uni Zürich wieder mehr Schweizer als Deutsche auf ihre Lehrstühle berufen. Die SVP der Stadt Zürich unterschlägt das in ihrem Inserat.

Die SVP unterdrückt in ihrer Darstellung indessen, dass die Zahlen in den Jahren zuvor stark geschwankt hatten und keinen einheitlichen «Filz»-Trend ergeben. Die Partei verschweigt zudem die neueste Berufungsstatistik, die ein ganz anderes Bild abgibt und bereits am Donnerstag von Uni-Rektor Andreas Fischer bekannt gegeben worden war: Die Berufungen deutscher Professoren sind im letzten Jahr wieder stark zurückgegangen. Ausserdem hat die Uni 2009 wieder mehr Schweizer als Deutsche auf ihre Lehrstühle geholt.

SVP und Populismus

In der jüngsten «Weltwoche» hatte Chefredaktor Roger Köppel den SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als einen der «Drahtzieher der SVP-Kampagne» bezeichnet. Das ist pikant: Mörgeli, bisher Leiter des Medizinhistorischen Museums an der Uni, steht im Rennen um die Leitung des Medizinhistorischen Instituts – und zwar gegen mehrere deutsche Konkurrenten. Mörgeli bestritt gestern, dass er hinter der Kampagne steckt: «Ich habe mit dieser Aktion der städtischen SVP nichts zu tun.» Das bestätigt auch SVP-Präsident Roger Liebi. Mörgeli gibt aber gern zu, dass er wie Liebi eine internationalere Uni wünscht: «Immer mehr Deutsche machen die Uni nicht internationaler.»

Zitiert aus dem gleichnamigen Artikel der BAZ


15.12.2009 – Sonneneinstrahlung Schuld? Vor 60 Jahren schmolzen die Schweizer Gletscher schneller als in den letzten Jahren

16. Dezember 2009

Zürich – Überraschende Resultate lieferten neueste Studien von Schweizer Forschern zum Thema Klimawandel: Sie fanden heraus, dass die Gletscher in den 1940er-Jahren rasanter geschmolzen sind, als sie es heute tun. Wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) am Montag berichtete, sehen die Wissenschafter die Ursache dafür in der geringeren Aerosolverschmutzung der Atmosphäre.

In der Schweiz wird laut ETH der Schneezuwachs im Winter und die Gletscherschmelze im Sommer an mehreren Messstellen auf rund 3.000 Metern seit fast 100 Jahren ohne Unterbrechung gemessen. Mit dieser weltweit einzigartigen Messreihe untersuchte Matthias Huss während seiner Doktorarbeit, wie sich die Klimaveränderung im vergangenen Jahrhundert auf die Gletscher auswirkte. Dabei berücksichtigte das Forscherteam die seit 1934 in Davos gemessene Sonneneinstrahlung auf die Erdoberfläche.

Sonneneinstrahlung als massgebender Effekt

Studien in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben nämlich gezeigt, dass, verursacht durch Aerosole und Wolken, die Sonneneinstrahlung stark variiert und dies vermutlich einen Einfluss auf Klimaschwankungen hat, hieß es in einer Aussendung des ETH. In den vergangenen Jahren wurden für diese Phänomene die Begriffe „global dimming“ und „global brightening“ für reduzierte beziehungsweise erhöhte Sonneneinstrahlung geprägt.

Weniger Niederschlag und längere Schmelzperioden

Die neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ publiziert wurde, bestätigt diese Forderung. Denn unter Berücksichtigung der erhobenen Daten für die Stärke der Sonneneinstrahlung kamen die Forscher zu einem überraschenden Ergebnis: In den 1940er Jahren, insbesondere im Sommer 1947, verloren die Gletscher seit Beginn der Messreihe im Jahr 1914 am meisten Eis. Und das, obwohl die Temperaturen tiefer waren als in den vergangenen zwei Jahrzehnten. „Überraschend ist, dass sich dieses Paradoxon relativ einfach über die Strahlung erklären lässt“, sagte Huss.

Schuld an der starken Gletscherschmelze sei der hohe kurzwellige Strahlungseintrag in den Sommermonaten. Dieser lag in den 1940er Jahren um acht Prozent über dem Langzeitdurchschnitt und um 18 Watt pro Quadratmeter über demjenigen der vergangenen zehn Jahre. Dies führte dazu, dass, über das gesamte Jahrzehnt der 1940er gemittelt, vier Prozent mehr Eis schmolz als in den vergangenen zehn Jahren.

Aerosol:
Ein Aerosol ist ein Gemisch aus festen oder/und flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas. Das Verhalten eines Aerosols hängt immer von den Teilchen und dem Trägergas ab. Die Schwebeteilchen heißen Aerosolpartikel oder Aerosolteilchen. Ein Aerosol ist ein dynamisches System und unterliegt ständigen Änderungen durch Kondensation von Dämpfen an bereits vorhandenen Partikeln, Verdampfen flüssiger Bestandteile der Partikel, Koagulation kleiner Teilchen zu großen oder Abscheidung von Teilchen an umgebenden Gegenständen.

Unsere Atmosphäre enthält stets Aerosole unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Konzentration. Dazu zählen:

  • natürliche organische Anteile: Pollen, Sporen, Bakterien
  • natürliche anorganische Anteile: Staub, Rauch, Seesalz, Wassertröpfchen
  • vom Menschen eingebrachte Verbrennungsprodukte wie Rauch, Asche oder Stäube
  • vom Menschen hergestellte Nanopartikel.

Wirkung auf die Wolkenbildung
Ihre wichtigste Rolle kommt den Aerosolpartikel bei der Bildung von Wolkentröpfchen zu. Die Fähigkeit als Kondensationskern zu wirken hat jeder Partikel, allerdings wird die Intensität dieser Fähigkeit durch die Zusammensetzung und die Größe des Partikels bestimmt. Je größer ein Partikel ist, desto mehr wasserlösliche Einzelkomponenten sind in ihm enthalten. Es ist somit mehr hydrophile Masse vorhanden, die Wasserdampf am Partikel kondensieren lässt. Bei Aerosolpartikeln, in denen keine hydrophilen Komponenten enthalten sind, wie zum Beispiel bei Ruß, kommt es auf die Oberfläche des Partikels an, wie gut Wasserdampf an ihm kondensieren kann. Je größer die Oberfläche des Aerosolpartikels, desto mehr Wasser kann an ihm kondensieren. Größere Partikel bilden früher Wolkentröpfchen als kleinere. Es kommt aber auch auf die Zusammensetzung der Partikel an. Wolkenkondensationskeime aus hydrophilen Mineralsalzen, wie zum Beispiel Ammoniumsulfat oder Ammoniumnitrat können schon ab 70 % Luftfeuchtigkeit Tröpfchen bilden, während hydrophobe Rußpartikel erst bei einer Luftfeuchtigkeitsübersättigung, also bei über 100 % Luftfeuchtigkeit Tröpfchen bilden. In der Regel bilden ab 103 % Luftfeuchtigkeit alle Aerosolpartikel Tröpfchen. Gäbe es keine Aerosolpartikel, so bräuchte man bis zu 300 % Luftfeuchtigkeit, um eine Tröpfchenbildung herbeizuführen.

Auszug aus Wikipedia

Die Sonneneinstrahlung und der Klimawandel
Bereits seit dem Jahr 1923 registrieren spezielle Messgeräte die auf den Erdboden einfallende Sonnenstrahlung. Aber erst mit dem Internationalen Geophysikalischen Jahr 1957/58 wurde allmählich ein weltweites Messnetz installiert. Die Daten zeigen den Wissenschaftlern auf, dass die von der Sonne gelieferte Energie auf der Erdoberfläche über die Jahrzehnte stark schwankt und das Klima entsprechend beeinflusst.

Wild und Kollegen fanden aber bei der Analyse neu erhobener Daten heraus, dass die Sonneneinstrahlung ab 1985 allmählich wieder zunahm. In einer Publikation in «Science» prägten sie im Jahr 2005 dafür den Begriff «global brightening», nachdem bereits 2001 der Begriff «global dimming» für die zuvor festgestellte abnehmende Sonneneinstrahlung lanciert wurde.

Eine weitere Herausforderung ist für die Forschenden, die Effekte des «global dimming/brightening» besser in die Klimamodelle zu integrieren, um deren Auswirkung auf den Klimawandel besser zu verstehen. Denn einerseits weisen Studien darauf hin, dass «global dimming» die tatsächliche Erwärmung und somit den Klimawandel bis in die 1980er Jahre hinein maskiert hat.

Auf der anderen Seite zeigen die publizierten Studien auch, dass die Modelle, die im vierten Assessment Report des Intergovernmental Pannel on Climate Change (IPCC) verwendet wurden «global dimming/brightening» nur unzureichend abbilden: Weder das «dimming» noch das darauffolgende «brightening» wird von den Modellen vollständig simuliert. Dies liegt laut den Wissenschaftlern vermutlich daran, dass die Prozesse, die das «global dimming/brightening» verursachen, nicht ausreichend berücksichtigt wurden, und die historischen, vom Menschen verursachten Emissionsraten, die in die Modelle einfliessen, mit grossen Ungenauigkeiten behaftet sind.

Auszug aus ETH Life „Die Sonneneinstrahlung und der Klimawandel“


08.12.2009 – European Tolerance Award 2009 an Menschenrechtsaktivist Dirk Weeber-Arayatumsopon in Bangkok, Thailand verliehen

8. Dezember 2009

Das Kultur Forum Europa verleiht seit 1992 den European Culture Award (Europäischen Kulturpreis), der seit fünf Jahren durch die Kategorie European Tolerance Award (Europaeischer Toleranzpreis) erweitert wurde. Damit werden Personen ausgezeichnet, die sich besonders um Minderheiten im Europäsichen und Europäisch-Internationalen Verhältrnis verdient gemacht haben, deren Engagement dazu beiträgt, soziale und kulturelle Barrieren im zwischenmenschlichen Bereich abzubauen, Vertrauen zu schaffen und im Sinne des Europäischen Gedankens ein positives Signal in die EU und darüber hinaus zu senden.

In diesem Jahr wurde der ueberwiegend in Thailand (Chiang Mai), aber auch Deutschland lebende Rheinland-Pfaelzer Dirk Weeber-Arayatumsopon (35, Rhein-Pfalz-Kreis, Birkenheide) für sein Engagement im sozialen Bereich, darunter für den Einsatz um behinderte Kinder und HIV-Prävention in förderndem Zusammenstehen mit dem Thailändischen Königshaus ausgezeichnet. Er unterstützt seit vielen Jahren nicht nur das Wirken von Prinzessin Soamsawali, der Nichte der Thailaendischen Koenigin Sirikit, sondern arbeitet damit auch stetig am positiven Bild Europas und besonders Deutschlands in Thailand. Dies, indem er sich besonders gegen Kinderprostitution einsetzt, oder das Medizinalfach – Berufsfeld „Podologie“ (Lehre und Wissenschaft des Fusses), als erster Mensch ueberhaupt, nach Thailand spedierte und damit vielen Menschen mit Fußproblemen hilft. Darüber hinaus sind durch sein Engagement auch eine Blindenschule, Tsunami-Waisen und Flüchtlingskinder aus Bergdörfern ohne Anerkennungsstatus finanziell und durch Sachspenden unterstützt worden. Ein wichtiger Beitrag zum sozio-kulturellen Verhältnis zwischen Europa und Thailand. Einige dieser Projekte stehen unter der Patronage des Thailaendischen Koenigs Bhumipol, der den Einsatz von Weeber-Arayatumsopon ebenfalls wuerdigte.

Selbst im Krankenhaus, liess er eine zusaetzliche Thailaendische Auszeichnung durch Prinzessin Soamsavali, die man auch als „Diana“ Thailands bezeichnet, an den neuen European Tolerance Award Preistraeger 2009, in Form einer gravierten Kristallglasplastik uebergeben.

Kompletter Artikel auf Dailynet.de


01.12.2009 – Switzerland: Politically, on an other Planet – International Press about the „Ban on Minarets

1. Dezember 2009

„I have deep concerns at the negative consequences that the outcome of the vote will have on the freedom of religion or belief of members of the Muslim community in Switzerland,“ Asma Jahangir, the Special Rapporteur on freedom of religion or…
52 minutes ago Tehran Times
„Indeed, a ban on minarets amounts to an undue restriction of the freedom to manifest one’s religion and constitutes a clear discrimination against members of the Muslim community in Switzerland,“ Jahangir said. „This vote reminds us that no…
12 hours ago UPI.com
„This vote reminds us that no societies are immune to religious intolerance. It is therefore necessary more than ever to continue raising awareness and educating people about religious diversity, and enabling all societies to adopt an enlightened…
Nov 30, 2009 Yemen News Agency
…United Nations special rapporteur on freedom of religion or belief, Asma Jahangir, described a ban on the construction of minarets as being contrary to Switzerland’s obligations under international human rights law and constituting „a…
„Indeed, a ban on minarets amounts to an undue restriction of the freedom to manifest one’s religion and constitutes a clear discrimination against members of the Muslim community in Switzerland,“ she added, also noting that the UN Human Rights…
52 minutes ago Tehran Times
A „glass ceiling in terms of their promotion in public service and their participation in decision making“ exists, Ms. Jahangir added, warning that religious minorities must not be marginalized.
Nov 30, 2009 UN News Centre

UN Watch slams Swiss ban on minarets (European Jewish Press)
Switzerland’s new prohibition against minarets constitutes a breach of the country’s commitment under international human rights treaties to respect equality and freedom of religion

ECRI issues statement on ban of construction of minarets in Switzerland (FOCUS News Agency, Bulgaria)
Strasbourg. The European Commission against Racism and Intolerance (ECRI) wishes to express its deep concern about the results of the Swiss popular initiative which approved the inclusion, in the Federal Constitution, of a new provision banning the construction of minarets, the Council of Europe announced.

Muffled muezzins (Financial Times)
There was a time when Switzerland enjoyed a reputation as a haven of democracy and tolerance in an otherwise benighted Europe. No more: the Swiss have left that image in tatters by voting for a constitutional ban on minarets.

UN to examine legality of Swiss minaret ban (India Business Blog)
Geneva, Nov 30 (DPA) The United Nations said Monday it aimed to study the legality of the ban on the building of new minarets in Switzerland as a result of the country’s referendum on Sunday. A spokesman for the UN High Commission on Human Rights said in Geneva that experts would study whether the ban was in harmony with international law. Source: UN to examine legality of Swiss minaret ban

Swiss minaret ban reflects ‘ignorance’: Indonesia (Ary Hermawan , The Jakarta Post , Jakarta)
Indonesian Foreign Minister Marty Natalegawa Tuesday decried Switzerland’s referendum vote to ban the construction of new mosque minarets in the country, saying it was “discriminatory” and “violated the right to freedom of religion.”

Swiss minarets: is EU following Arabs down path of self-pity and xenophobia? (guardian.co.uk)
Europe and the Arab street are both grappling with a fast-changing world where Asia is becoming more important for the first time in centuries.

Swiss minaret ban discriminates against Muslims: UN expert (Tehran Times Political Desk)
TEHRAN – An independent United Nations expert on religious freedom Monday voiced regret at the Swiss vote to ban the construction of new minarets, stating that such a prohibition clearly discriminates against Muslims, UN Information Center reported.


30.11.2009 – Schweiz: Politisch auf einem anderen Stern

30. November 2009

DRS1 Nachrichten vom 30.11.2009, 18 Uhr:

Der Schweizer Volksentscheid gegen den Bau von Minaretten hat im Ausland vielfach Bestürzung ausgelöst. Bundesrätin Calmey-Rey versucht in Bern den Botschaftern Arabischer Staaten das Abstimmungsergebnis zu erklären. Diese reagierten mit Unverständnis auf das Verbot. Bundesrätin Widmer-Schlumpf ihrerseits betonte bei einem EU-Ministertreffen in Brüssel dieses Ergebnis sei kein Angriff auf die Religionsfreiheit. Mehrere europäische Minister sehen in dem Minarettverbot ein Zeichen der Intoleranz. Die Vereinten Nationen prüfen, ob das Minarettverbot in der Schweiz mit internationalem Recht vereinbar ist. Experten seien daran den Fall zu untersuchen, sagte ein Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte. Die SVP hat bereits verlangt, dass Bundesrat den Volksentscheid vollkommen umsetzt.

Echo der Zeit vom Montag 30.11.2009, 18 Uhr: Georg Kohler ist Professor für politische Philosophie im Gespräch mit Casper Selg

Georg Kohler: Also, einerseits gibt es eine Politstrategie, die die Schweiz zwar irgendwie ökonomisch mit dem ganzen Planeten vernetzen möchte. Aber politisch und kulturell möchte man so auf einem kleinen Sternchen, wie der kleine Prinz neben der Welt sein. Diese Linie gibt es. Sie gehört glaub ich kann man sagen zur „Blocher-Schweiz“. Die hat keine Aussicht –  die ist gefährlich. Die finde ich aber von der Aussenperspektive her überbetont. Also, Isolationismus ist ganz sicherlich keine sinnvolle Reaktion darauf….

Caspar Selg: Aber das Ausland nimmt natürlich zur Kenntnis, dass wir mit dem Ausland intensiv Handel treiben. Der Handel beispielsweise mit Europa hat massiv zugenommen in den letzten paar Jahren. Wir wollen Handel treiben. Wir wollen unsere Geschäfte machen können. Aber wir wollen das Ausland im Inland nicht zur Kenntnis nehmen. Das aber schafft doch Probleme?

Georg Kohler: Das ist diese helvetische Schizophrenie: Politisch auf einem anderen Stern, aber irgendwie privatwirtschaftlich und marktwirtschaftlich vernetzt mit dem ganzen Planeten. Diese Strategie ist seit 20 Jahren in immer grössere Schwierigkeiten gekommen und das wird registriert, aber ich glaube wir sind jetzt daran richtige Lösungen zu suchen. Also das sind Suchbewegungen. Der Bilateralismus mit der EU ist so eine Sache, kommt an seine Grenze. Und, ja, wir stehen nicht vor einer Identitätskrise aber vor sehr tief greifenden Auseinandersetzungen. Diese Abstimmung zeigt einmal mehr dass wir müssen, aber auch irgendwie auch dabei sind die Schweiz neu zu erfinden. Und manchmal geht diese Neuerfindung über einen Schritt zurück noch mal über Neubesetzungen alter Marken. Das Verbot von Minaretten oder den Bau von neuer Minaretten natürlich überhaupt nichts löst, darüber sind wir uns einig.

SR-DRS: Minarett-Verbot: Rechtsstreit absehbar:

Die Rechtsexperten sind sich einig: Das vom Volk angenommene Minarett-Verbot dürfte zu einem Rechtsstreit führen. Dies bestätigt auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. Die Umsetzung bringe sicher «einige delikate Fragen» mit sich, sagte Calmy-Rey gegenüber Schweizer Radio DRS.

SVP verlangt Kündigung von Abkommen
Zuvor hatte die SVP vom Bundesrat die vollständige Umsetzung des Minarett-Verbots verlangt. Falls «Gerichte es wagen, den Entscheid mit Verweis auf die Europäische Menschenrechtskonvention oder den Uno-Pakt über die bürgerlichen und politischen Rechte umzustossen», müsse die Schweiz die entsprechenden Verträge halt kündigen, teilte die Partei mit.

Tagesspiegel.de: Es herrscht Progromstimmung:
Der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler über verklemmte Kleinbürger in der Schweiz und die Reaktion der Muslime.

Haben Politiker, die ein Bauverbot für Minarette fordern, die Einstellung der Schweizer gegenüber Muslimen verändert?
Ja. Es herrscht eine Pogromstimmung. Viele Muslime fürchten sich vor Anschlägen, vor Gewalt, vor Stigmatisierung. Zuerst gab es nur eine kleine Gruppe in der Schweizerischen Volkspartei, hart an der Grenze zum Faschismus, die ein Bauverbot für Minarette forderte. Jetzt aber ist das Feuer im ganzen Land entfacht.
Wieso sind diese Leute so erfolgreich?
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) ist die größte Partei im Lande, sie lebt von der Angst. Sie braucht immer neue Feindbilder. Sie versuchten es mit den eingewanderten Deutschen als Feindbild. Das funktionierte nur begrenzt. Jetzt bläst die SVP zu einem Kreuzzug gegen den Islam. Die Muslime sind die neuen Sündenböcke. Sie sollen per Verfassung ausgegrenzt werden.

Handelsblatt.com: Auch für die Schweiz ist Globalisierung unteilbar
Schizophrenie in den Alpen: Wirtschaftlich möchten die Schweizer gerne von der Globalisierung profitieren. Politisch und kulturell hätte man aber lieber eine Bergfestung ohne Muslime.

Sueddeutsche.de: Der Schweizer Krawallmacher – ein Deutscher
Die Schweizer votierten gegen Minarette – und dahinter steckt ein Deutscher. Alexander Segert konzipierte eine gnadenlose Kampagne.

Zu verdanken ist das auch dem Deutschen Alexander Segert. Vor etwa 20 Jahren zog Segert in die Schweiz. Er ist Geschäftsführer der Werbeagentur Goal und hat die Kampagne für die SVP organisiert. Seit 14 Jahren macht er Werbung für die Partei. Früher schrieb er in der islamfeindlichen Zeitschrift Bürger und Christ, in der er vor „der schleichenden Infiltration des christlichen Abendlandes durch den Islam“ warnte, wie ihn der Zürcher Tages-Anzeiger zitiert. Und jetzt: Für das Minarett-Verbot hat sich Segert einiges einfallen lassen. … Der Name Alexander Segert steht auch für das berüchtigte „Schäfchenplakat“. Was so harmlos klingt, löste ebenfalls europaweit heftigte Reaktionen aus. Zu sehen waren mehrere weiße Schäfchen, die ein schwarzes Schaf über die Landesgrenze kicken. Das Plakat ging zurück auf die „Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer“, die vor zwei Jahren in der Schweiz Stimmung machte.

Fokus.de: UN und EU prüfen Konsequenzen
Die Schweizer Minarett-Entscheidung zieht immer weitere Kreise: Die UN schalteten sich ein, und die EU will sogar die mit dem Lissabon-Vertrag geplanten Volksabstimmungen infrage stellen.

Die Europäische Menschenrechtskonvention garantiere das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit, sagte der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, am Montag in Straßburg. Außerdem enthalte die Konvention ein Diskriminierungsverbot, hob der Norweger hervor. Es sei daher Aufgabe des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu prüfen, ob ein Verbot von Minaretten mit der Konvention zu vereinbaren sei. … Auch die Vereinten Nationen kündigten eine Untersuchung der Rechtmäßigkeit an. Experten prüften, ob das Schweizer Verbot mit internationalem Recht vereinbar sei, sagte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Schon während der Abstimmungskampagne hatten UN-Experten die Schweizer Behörden mehrfach vor einem „diskriminierenden Charakter“ eines Minarett-Verbots gewarnt. Ein Ausschuss des UN-Menschenrechtsrats hatte am 30. Oktober deutliche Kritik an der Abstimmungsvorlage rechtsgerichteter Kreise sowie einer „diskriminierenden Plakatkampagne“ geübt.

Spiegel.de: Forderung nach einer „friedlichen und demokratischen Reaktion“

Im saudi-arabischen Dschiddah forderte die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) Muslime in aller Welt zu einer „friedlichen und demokratischen Reaktion“ auf. In dieser Organisation sind 57 islamische Länder vertreten. Ihr Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu nannte das Ergebnis der Abstimmung „enttäuschend und beunruhigend“. Es sei das jüngste Beispiel für das Schüren von Angst vor dem Islam durch fremdenfeindliche Politiker, sagte der aus der Türkei stammende Ihsanoglu. Die westlichen Gesellschaften befänden sich in der Geiselhaft von Extremisten, die Muslime als Sündenböcke ausnutzten, um an die Macht zu gelangen. Er sagte, das Minarett-Verbot sei eine „bedauerliche Entwicklung, die das Bild der Schweiz als ein die Pluralität, Religionsfreiheit und Menschenrechte achtendes Land trübt“.

 


25.11.2009 – Ursache unbekannt: Erderwärmung fällt derzeit aus

26. November 2009

Gerade zufällig bei Spiegel.de gefunden:

Die Erderwärmung ist ins Stocken geraten: Seit zehn Jahren steigt die globale Durchschnittstemperatur nicht weiter an. Die Klimatologen rätseln darüber, wie sich dieser Trend erklären lässt. Liegt es an den fehlenden Sonnenflecken? Oder an ungewöhnlichen Meeresströmungen?

Zumindest in Kopenhagen könnte das Wetter mitspielen. Das Dänische Meteorologische Institut prognostiziert für die Klimakonferenz im Dezember Temperaturen, die ein Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Ansonsten aber ist es mit der globalen Erwärmung derzeit nicht weit her. Die Durchschnittstemperaturen auf der Erde steigen seit Anfang des Jahrtausends nicht mehr weiter an. Und auch in diesem Jahr sieht es nach Stillstand aus.

Kompletter Artikel siehe Link oben. Ob wohl bald eine nachhaltige und energieeffiziente Eiszeit ansteht?