Emsworth and Portsmouth

29. Juli 2006

Das Navi führt mich zielsicher in das Zentrum von Emsworth. An das „Linksfahren“ habe ich mich mittlerweile auch etwas besser gewöhnt. Ebenso an die vielen Kreisel. Sofort finde ich den Carpark und schaue mich dann ein wenig in dem Städtchen um.

 

Dabei stolpere ich über „Heidi´s Swiss Patisserie“ – eine Schweizer Konditorei? Das muss ich mir näher ansehen. Tatsächlich, es gibt dort Kuchen und Gebäck swiss-like. Ich setze mich und bestelle erst mal einen Kaffee und ein Erbeertörtchen. Nach langem warten kommt beides. Der Kaffee ist sauheiss aber das Törtchen schmeckt vorzüglich. Am Tisch gegenüber nimmt eine Dame einen Toast mit Bohnen zu sich. Ich trinke den Kaffee aus und bezahle. Ich frage die Servierlady nach dem Hotel und sie erzählt mir, wie ich dahin komme.

Dann verlasse ich die Bäckerei und gehe zum Hafen von Emsworth. Die Tide setzt gerade ein und ein paar Segler machen sich in See zu stechen. Es ist windiger als die Tage zuvor und Wolken ziehen auf. Ich wandere um die Kaimauer und schiesse ein paar Bilder. Dann drehe ich um und gehe zum Parkplatz zurück, steige in den Wagen und fahre zum Hotel.

Das Hotel liegt an der Hauptstrasse Richtung Portsmouth. Ich checke ein und trage meine wenigen Habseeligkeiten in das Zimmer. Das Zimmer hat unteren Standard, aber was soll`s. Ich bin eh nur eine Nacht da. Sofort besteige ich das Auto wieder mit dem Ziel mir Portsmouth anzusehen.

Das Navi führt mich zufällig genau an den historischen Hafen. Zufällig deshalb, weil ich nur den Ort, aber nicht die Strasse kenne und einfach Seasite eingebe. Dann geht es auf die Autobahn und nach Portsmouth. Von weitem ist das antike Segelschiff „Victoria“ und ein hoher Turm zu sehen. Ich parke das Auto und wandere in das Hafenviertel. Das Wetter ist schlechter geworden und es hatte unterwegs kurz geregnet.

Das antike Hafenviertel hat etwas non einem Miniatur-Disneyland. Am Eingang kann man Tickets für die Sehenswürdigkeiten kaufen. Besichtigungen der „Rose Mary“ und „Victoria“, sowie Hafenrundfahrten und diverse navale Museen. Auch das D-Day-Museum ist darunter.

Nix da. Ich habe aber keine Lust auf Touri-Aktivitäten und schiesse nur ein paar Pix von den grossen Seglern vergangener Tage. Dann schnell wieder raus aus dem Nudeltopf.
Nach nicht mal einer Stunde Aufenthalt sitze ich wieder im Auto und fahre zurück in das kleine ruhige Emsworth.

Dort angekommen stelle ich das Auto wieder auf dem kleinen Grossparkplatz ab und gehe zu dem Tapas-Restaurant, welches ich am zentralen Platz gesichtet hatte. Gute Musik aber Menschenleere empfängt mich. Hinter der Theke putzt ein Waiter Gläser. Ich frage, ob das Lokal schon geöffnet hätte. Dem ist so, nur aktuell sei die etwas ruhigere Zeit. Somit ordere ich „half a pint“ und ratsche etwas mit dem Waiter. Nach einer halben Stunde wechsle ich die Lokalität und setze mich vor „The blue Bell“ – Einen Pub. Nun bekomme ich langsam Hunger und ich gehe zurück, um mir ein paar Tapas zu bestellen.


We are mixed up

29. Juli 2006

Das Hoteltelefon klingelt. Verschlafen rapple ich mich auf, schaue auf die Uhr – 8:32 Uhr – und nehme den Hörer ab. Am anderen Ende der Leitung meldet sich der Hotelmanger vom Millstream und fragt mich, ob ich heute im Hotelzimmer bleibe oder noch unterwegs sein werde. Komische Frage denke ich und verwirrt frage ich zurück, warum er das wissen möchte. Er erzählt mir etwas von „we mixed something up“ und ob ich mich an die older Lady erinnere, die heute Nacht versuchte in mein Hotelzimmer zu kommen. Stimmt, gegen 2 Uhr rappelte es an meiner Tür und nach dem zweiten Mal Rappeln sprang ich aus dem Bett, öffnete die Tür und sah zwei verwunderte Gestalten mit offenen Mündern vor mir. Ich stellte mich höflich vor und sagte den beide, dass dies Room No. 20 sei und ich um diese Uhrzeit keine Türgeschäfte akzeptieren würde. Dann wünschte ich den beiden immer noch mit offenen Mündern Dastehenden eine „lovely night“, schloss die Tür und fiel wieder ins Bett. Nun fragt mich der Hotelmanager, ob wir uns bei der Rezeption treffen könnten. Ich krabbelte aus dem Bett und stellte mich unter die Dusche. Das Hotelzimmer ist viel zu warm, vor meinem Fenster auf der linken Seite blies die halbe Nacht die Lüftung in einem gleichmässig brummenden Ton. Ohne die 2 Ales am Abend zum „Butterfly Chicken“ hätte ich eh kein Auge zugebracht. Und dann noch die beiden Gestalten um 2 Uhr vor meiner Tür. Ich vermutete mittlerweile, dass die Hitze, die Reise und nicht zuletzt mein Auftreten in Underwear der älteren Dame den Rest gegeben hat. Ich nahm das Handtuch und trocknete mich ab. Nachdem ich dressed up und wieder unter den Lebenden war, stieg ich die Treppe zu Rezeption hinab und wurde dort schon freundlichst vom Hotelmanager empfangen. Er bat mich in den Restaurationsbereich und wir nahmen in grossen Ohrensesseln Platz. Dann erzählte er mir hektisch und ausführlich, was ihm noch nie passiert sei: Man hätte übersehen, weil heute eine Hochzeit ist, dass man das Zimmer doppelt vergeben hätte. Und es wäre ihm sehr peinlich und ob es mir etwas ausmachen würde, er schlägt mir vor, wenn es möglich wäre das Hotel zu wechseln. Wegen der Belästigung mitten in der Nacht und den unverzeihlichen Umständen, die ich nun hätte, wäre diese Nacht kostenlos und ob ich schon gefrühstückt hätte. Ich erklärte, dass es mir nicht unbedingt etwas ausmacht umzuziehen und ich würde gerne noch etwas zu mir nehmen. Ohne Kaffee bin ich nur ein halber Mensch. Der Manager entschuldigte sich noch mehrmals und bat mich in der Garten zu setzen. Er würde das Frühstück sofort arrangieren. Tja, sowas passiert mir halt eben. Es wird nie langweilig. Und nun geht es in das 5 Miles away befindliche „The Brookfield Hotel“ in dem very nice Örtchen „Emsworth“.

Während ich im englischen Garten sitzend frühstücke, kommt Colin mit Töchterchen an. Wir plaudern ein wenig und anschliessend verabschieden wir uns. Nicht ohne vorher die PPT-Präsentationen ausgetauscht zu haben. Dann checke ich aus dem Millstream-Hotel aus und füttere das Navi mit den Daten des neuen Hotels in Emsworth. Starte den Wagen und fahre los.