On the fly


So, während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Flieger der BritishAirways auf Sitz 4A. Ich hab ein Problem – nein zwei – wenn ich nicht ausgeschlafen bin: Meine Ohren sind empfindlicher auf Lärm und meine Nase reagiert empfindlicher auf Schweiss.

 

BritishAirways probiert es mit OnlineCheckIn – Direkt dahinter die Seelsorge. Die werden schon wissen warum.

Und da sind sie wieder meine beiden Probleme: Der Typ neben mir müffelt bis zu mir rüber. Ausserdem schnarcht er entweder leise vor sich hin oder zuckt nervös im Traum. Direkt hinter mir auf den Sitzen 5A bis 5C quengelt ein Kleinstkind mitten in der ersten Trotzphase in einer Ausdauer, die sich gewaschen hat und einer Lautstärke die selbst die Turbinen beim Start übertönen. Ja, der Typ neben mir ist wirklich in der ersten Traumphase. Jetzt wenn der auch noch in den Sitz pfurzt, dann schmeiss ich den raus. (Ist das nicht der Typ vom Rückflug aus Dubai?) Dabei sind wir noch nicht mal in der Luft! Wir haben nämlich geschlagene 45 Minuten Verspätung. Und ich hatte schon so eine Vorahnung, als ich den ganzen Flughafen von A bis Gate E62 durch gehatscht (= „gange“) bin.

Weitere Punkte: Die weibliche Flugbegleiterin scheint mit dem falschen Fuss aufgestanden zu sein. Unfreundlich wies sie einen Fluggast darauf hin, dass er gefälligst sein Handgepäck in das entsprechende Fach stecken sollte. Und ein anderes Theorem hat sich grad bestätigt: So mancher männlicher Flugbegleiter „dreht linksrum“. Der Bub hat die Sicherheitsübung so was von weich hinbekommen – ich war kurz davor spontan zu applaudieren.

Machen wir an anderer Stelle weiter: Engländer golfen? Nein wirklich? Hätte ich fast nicht geglaubt bis ich a) im „High Life Shop July/August 2006“ eine Kaufempfehlung für das „Powertrailer Trailite Golfscope“ (Distanz-Messgerät für den kurzsichtigen Semiprofi) für 20 Pfund fand und b) gleich über drei Artikel in der Bordzeitschrift „Business Life“ stolperte. In einem davon wird die erschütternde Möglichkeit erwogen, dass nicht die sparsamen Schotten das Golfen erfunden hätten, sondern von den Chinesen um das Jahr 945 (googelt mal nach „The Autumn Banquet 1368“). Und es kommt noch dicker: Ein chinesischer Professor soll sogar bewiesen haben, dass ein mongolischer Eunuch – Admiral Zheng He – die Schlagsportart mit dem kleinen Ball in die westliche Zivilisation gebracht habe. Shocking!

So, zwischendurch hab ich die Bordküche verdrückt (Schinkensandwich und belgian chocolate mousse with less than 10% fat). Es gab nicht wie befürchtet gekochtes Wildschwein in Pfefferminzsosse. Das Quengelkind hinter mir ist immer noch nicht heiser. Dafür bekomme ich die Bandscheiben massiert. Der Typ neben mir blättert mit der Bierdose in der Hand in der Shopzeitschrift. Und nun fängt nach dem üppigen Mahle das übliche Gedränge vor den WCs an. Wir sind ja auch schon 45 Minuten in der Luft und in Züri-Airport hatte es ja keine.

Update: grad blättere ich während wir über den Kanal fliegen ein paar Seiten weiter. Wer wirklich richtig heftig abnehmen möchte, der schaut sich bitte diese Website samt Folterausrüstung an

www.vacunaut.co.uk „Lose several trouser sizes with a course of Vacunaut sessions“. Da wird man nicht nur die Hosen verlieren; denn die Geräte gibt es ab 15500 Pfund!

PS: Erwähnte ich bereits, dass es über England leichte Quellbewölkung hat?

2 Responses to On the fly

  1. Avatar von rogerrabbit rogerrabbit sagt:

    Zum Glück gibts kein Riechblog!

  2. Avatar von Sepp Sepp sagt:

    Hi Peter,

    wünsch Dir einen schönen Urlaub…. übrigens, es gibt auch einige Niederbayern (wohnhaft in München) die Golfen…. macht echt Spaß. Hab die liebe Fr. Kittelmann damals noch verxxrscht und bin jetzt selbst vom Golffieber gepackt.

    Grüße aus dem „schönen“ Fürth

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