30.04.2026 – Tipps&Tricks: Zitrone in der Küche und auf der Haut!

30. April 2026

Üblicherweise verwendete ich Essigessenz als Weichspüler und Kräuteressig zum Kochen. Als Zitronen im Kühlschrank „alt“ wurden, besann ich mich darauf diese zu „verarbeiten“. Denn Zitronen lassen sich vielseitig einsetzen. Also, dass was nach der „Verarbeitung“ rauskommt passt perfekt in Küche und auf die Haut!

Zitronensaft ist ein wahres Multitalent, das sowohl gesundheitliche Vorteile bietet als auch ein effektives, natürliches Reinigungsmittel im Haushalt darstellt. Er wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und ist reich an Vitamin C.

Frische Zitronen als Basis

Gepresster Zitronensaft ist allen bekannt als vielseitiges Lebensmittel. In Säften, Tees, Speisen, zum Putzen. Allerdings verwende ich die gesamte Zitrone und nicht nur den Saft. Denn die Schale enthält Öle und viel Aroma. Nicht zuletzt kommt deshalb geriebene Schale in so manches Konditorei Produkt.

Wie stelle ich „meinen“ Zitronensaft her:

Zu Beginn schneide ich die Zitrone in kleine Würfel. Komplett. Nur die Kerne, die ich erwische, nehme ich heraus. Dann kommt die gewürfelte Zitrone in den Bulletmixer! Und zwar mit etwas Wasser.

Dann nehme ich ein Sieb und trenne Saft von Schale&Fleisch. Letzteres kommt noch 2x für die gleiche Prozedur mit Wasser in den Bulletmixer.

Danach nehme ich ein stinknormales frisches Küchentuch und spanne es locker über eine Rührschüssel. Ich giesse zuerst den Saft und dann die Schale&Fleisch vom Bulletmixer hinein und wringe das Tuch langsam aus, damit der letzte Saft rauskommt.

So trenne ich Zitronensaft vom klein gehäkseltem Schale/Fleisch-Gemisch. Der Saft kommt in eine ausreichend grosse Flasche. Das Schale/Fleischgemisch auf ein Backblech und dann zum Trocknen in den Ofen.

Hierzu lege ich ein Blatt Backpapier auf das Backblech und streiche das gehäkseltem und abgesiebte Schale/Fleischgemisch darauf mit einem Kochlöffel gleichmässig aus. Über Nacht trockne ich die Masse bei 50 Grad. Damit die Ofentür etwas offen bleibt und die Feuchte Luft austreten kann, stecke ich den Kochlöffel in die Tür.

Am nächsten Tag kommt die getrocknete Zitronenmasse – jetzt als trockene dünne Scheiben – zerbrochen in den Bulletmixer. So wird die getrocknete Schale und das Fleisch der Zitrone zu Zitronenpulver.

Links der Zitronensaft. In der Mitte im Streuer das Zitronenpulver. Rechts der Messbecher vom Bulletmixer.

Nun fragt sich der geneigte Leser „Warum das Ganze?!?!“

Zitrone ist ein Naturprodukt und ersetzt gesundheitsschädliche Chemie in Reinigern und Produkte aus Tierabfällen (industrieller Weichspüler).

Zitrone ist somit viel günstiger, viel gesünder, viel umweltverträglicher. Der Oberhammer für mich war und ist heute auch noch die fantastische Wirkung als „Weichmacher“ der Wäsche!

„Mein Zitronensaft“ als genial toller und frisch duftender Weichspüler.

Zitronensaft ist ein absolut genialer Weichspüler für die Wäsche!! Die Wäsche wird fabelhaft weich und duftet sogar noch nach dem Trockner nach Zitrone! Und Zitrone ersetzt nicht nur industrielle Weichspüler, sondern wirkt viel besser und viel gesünder!

Keine Waschmittel-Chemierückstände mehr in der Wäsche. Und viel weicher ist die Wäsche auch noch!! Perfekt für Allergiker! Und die Maschine kann keine Ablagerungen oder Kalk ansetzen. Mehr „Win“ geht nicht.

Die Chrom Stahl-Spüle und der Wasserhahn glänzen. Sprühflasche mit Zitronensaft/Spüli/Wasser-Gemisch.

Zitronensaft mische ich mit etwas Flüssigseife und Wasser und fülle es in eine Sprayflasche. Damit kann man ALLE glatten Flächen von der Küche, über Fenster bis zum gesamten Badezimmer reinigen.

Zitronensaft ist ein genialer Entkalker! Ob Flächen, Fliesen oder Armaturen in Bad und Küche oder die Kaffeemaschine oder der Wasserkocher. Keine chemischen Wundermittelchen. Zitronensaft.

Zitronensaft passt als „saurer Anteil“ in alle Speisen als wohlschmeckender Essigersatz. Auch Salate schmecken herrlich frisch mit saurem Zitronensaft! Viel besser und günstiger, als saurer Frankenwein allemal 😁👍

Hühnchen in Zitrone/Chili/Knoblauch mit Gemüse und „meinem Brot“

Zitronenpulver passt zu vielen Speisen. Heute kochte ich damit Hühnchen in Zitronen/Chilli/Knoblauch mit Gemüse. Rezept folgt! Sehr lecker!!

Zitronensaft träufeln man übrigens auch über Miesmuscheln. Hmmm..

Hautbild: Das enthaltene Vitamin C fördert die Kollagenbildung, was zu einem strafferen Bindegewebe und schönerer Haut beitragen kann.

Stärkung des Immunsystems: Der hohe Vitamin-C-Gehalt (51 mg pro 100 g) stärkt die Abwehrkräfte und schützt als Antioxidans die Zellen.

Alles in allem: Sehr genial!


09.04.2026 – Überraschende Wirkung: Zitronenschalen als Allzweckreiniger und  Weichspüler

9. April 2026

Verifiziert: Die Wäsche wird auch mit „Orangenschalen-Wasser“ weicher, als mit Essigessenz. Die Wäsche von heute beweist das. 👍

Seit Jahren verwende ich Essigessenz als Weichspüler. Für meine Haut sind sämtliche in Waschmittel vorhandene Tenside und Bleichmittel, speziell Chlor, äußerst ungut. Gegen Chlor habe ich eine Kontaktallergie, die sofortige Rötung der Haut und Juckreiz verursacht.

Deshalb gebe ich nur wenig Waschmittel-Pulver in die Fächer für Vor und Hauptwäschr. Zum anderen gibt es nach dem eigentlichen Waschgang nochmals eine Spülung&Schleudern. Hierfür gebe ich dann die Essigessenz in das Fach für das Spülmittel.

Essigessenz als Helfer im Haushalt

Essig ist bekanntlich sauer und löst den Kalk im Wasser auf. Somit wird das Wasser basisch. Zudem löst die Säure im Essig Kalk und verbliebenes Waschmittel aus den Stofffasern der Wäsche.

Soviel zum Essig in der Waschmaschine. Auch kaufe ich schon lange keine chemischen Reiniger mehr. Vielmehr fülle ich in eine Sprühflasche ein Gemisch aus Essigessenz, einen Schuss Geschirrspülmittel und fülle die Flasche mit Leitungswasser auf. Damit putze ich alles. Von der Edelstahl-Spüle, über das Ceranfeld bis zum Waschbecken. Klappt super.

Aber es geht ja um das Thema „Zitrone“!

Seit gut 5 Monaten läuft meine Ernährungsumstellung zur Gewichtreduktion. Sehr erfolgreich. Ein Bestandteil der Ernährung besteht neben viel Gemüse eben aus Früchten. Also kaufe ich ab und zu ein Netz mit Zitronen drin und verarbeite diese.

Die Zitronen, also den Saft und das Fleisch, nutze ich in Speisen, um die Säure-Komponente abwechselnd mit Kräuter-Essig zu erzeugen. Die Schalen warf ich bisher in die „Grüne Tonne“.

Ich wusste aus Rezepten, dass man Zitronenschale oft in Gebäck reibt des intensiven Geschmacks wegen. Auch steckt in der Schale das Öl, welches man in der Kosmetik-Industrie des Geruchs wegens verwendet.

Also warf ich diesmal die Zitronenschalen nicht weg, sondern verarbeitete sie. Und zwar schnitt ich die Schalen in kleine Stücke und gab sie mit Leitungswasser in meinen Bulletmixer.

Diese grobe Mischung würde aber den Sprühkopf verstopfen. Also nehme ich ein Geschirrtuch und einen Messbecher und siebe den Zitronensud durch. Danach mixe ich die Zitronenschalen ein zweites Mal und siebe sie wieder ab. Dadurch entsteht etwa ein halber Liter Zitronenschalen Wasser.

Von diesem Zitro-Schalen-Wasser kommt nun ein guter Schuss in meine Sprühflaschen für die Küche, im Bad und in der Dusche. Ja, ich besitze 3 Stück 😂

Das Ergebnis nach dem ersten Test auf den Fliesen in der Dusche, der Armaturen und der Duschtasse ist überragend.

Somit testete ich gestern Zitro-Schalen-Wasser als Weichspüler. Und tatsächlich: Die Wäsche war nach dem Wäschetrockner gefühlt weicher, als mit Essigessenz.

Zitronenschalen machen die Wäsche weich

Es soll auch mit Orangenschalen klappen. Das probiere ich dann die nächsten Tage mal aus.

Zur Verifizierung fragte ich dann noch die KI von Gurgel:

Zitronenschalen eignen sich hervorragend als natürlicher, duftender Weichspüler-Ersatz. Sie machen die Wäsche weich, wirken entkalkend, entfernen Gerüche und sorgen für frischen Duft. Zitronenschalen (auch mit Orangenschalen) können direkt in die Trommel oder mit Essigessenz zu einem nachhaltigen DIY-Weichspüler angesetzt werden.

Anwendungsmöglichkeiten:

Direkt in die Wäsche: Die Schale einer Zitrone in einen Socken stecken und bei 40°C – 60°C mitwaschen.

Zitrus-Essig-Weichspüler: Zitronenschalen mit Essigessenz in einem Glas ca. 2 Wochen ziehen lassen, dann als Weichspüler nutzen.

Zitronensaft: Eine halbe Tasse Zitronensaft direkt in das Weichspülerfach geben, um Gerüche zu neutralisieren.

Vorteile:

Nachhaltig & Umweltfreundlich: Zitrone ist eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Weichspülern.

Duft & Frische: Zitrusfrüchte sorgen für einen angenehmen, frischen Geruch.

Entkalkend: Zitronensäure wirkt gegen Kalk in der Maschine.

Aufhellend: Zitrone wirkt leicht aufhellend, ideal für weiße Wäsche

Hinweis: Bei dunkler Wäsche ist Essigessenz die bessere Wahl, da Zitrone leicht bleichend wirken kann.


13.07.2013 – „Ja! Mama!“ Episode 1 – Reise mit Hindernissen

13. Juli 2013

Joseph Gschwendner sitzt gelangweilt auf der Terrasse hinter dem elterlichen Reiheneckhaus aus den 60er Jahren, kaut an einem Stück Erdbeerkuchen und und rührt gelangweilt in der goldgeränderten Kaffeetasse mit viel zu kleinem Henkel. Immer wieder kneift er die Augen zusammen und blickt unruhiger werdend auf die alte Armbanduhr; denn sein Wunschabfahrtstermin zurück in die Schweiz nach Bremgarten ist bereits seit mehr als drei Stunden verstrichen.

„Ich pack Dir nur noch kurz was ein!“ hatte Mama Annemarie – kurz Annamirl – versprochen; denn „bei Dir in der Schweiz is ja eh alles so teuer!“ Nein, stimmt nicht, denkt Joseph, von Mama Annamirl gern liebevoll „mein Bub, der Sepp“ genannt. Benzin ist billiger! Aber das hatte er Mama schon so oft erklärt. Auch dass er das Wenige zum Leben lieber im Dorfladen kauft, weil er nicht gerne in die überfüllten Einkaufszentren fährt. Aber diese Erklärung mündet dann in ein verächtliches „Da ist es ja noch teuerer!“ von Mama Annamirl.

Mama Annemarie läuft trotz lockerer Hüfte seit gefühlten vier Stunden immer wieder zwischen Haustür und dem alten VW Golf, dessen Heckklappe geöffnet ist, hin und her. Zwischendurch hört Joseph sie in der Küche scheppern oder im Keller hantieren. Alles wird fein säuberlich in Plastiktüten verpackt und anschliessend ins Auto geladen. Bei einem kurzen Blick über die Schulter erkennt Joseph, dass nun schon die Beifahrertür geöffnet ist. „Toll! Dann ist ja hinten schon alles voll im Kofferraum!“ Joseph stellt sich bildlich vor, wie er gegen 2 Uhr mitten in der Nacht vor seiner Wohnung parkt und mit all den Sachen seinen Kühlschrank und seine Küchenschränke füllt.

Er vergräbt sein Gesicht in beiden Händen. „Ich packe Dir noch einen Multivitaminsaft für die Fahrt ein!?“ Joseph hebt den Kopf aus den Händen und antwortet „Ja! Mama!“ Er hievt seinen Körper aus dem Gartenplastikstuhl, dessen Querbalken sich langsam in sein Hinterteil eingegraben haben, während er den letzten Schluck kalten Kaffee aus der goldberänderten Kaffeetasse nahm, deren Henkel viel zu klein ist. Er schlenderte den kurzen gekiesten Weg zu seinem Auto, bei welchem Mama Annemirl ihn mit den Worten empfing „und dass Du mich ja anrufst, wenn du angekommen bist!“ Joseph nimmt seine Mama in den Arm und küsst sie kurz „Ja! Mama! Wie immer“ Jetzt kommt bestimmt noch „und fahre bitte vorsichtig!“

Joseph fällt auf den Fahrersitz und stellt fest, dass er auf einer Plastkflasche mit Multivitaminsaft sitzt. Er greift danach und steckt die Flasche in den Korb mit Lebensmittel auf dem Beifahrersitz. Dann dreht er den Schlüssel und startet den Motor seines 92er Golf und legt den Rückwärtsgang ein. Mama Annamirl steht mit traurigem Blick auf der Fahrerseite und meint nur „Fahr ja vorsichtig mein Bub! Und ruf ja an, wenn Du angekommen bist!“ „Ja! Mama!“ Sepp fährt langsam rückwärts aus der Einfahrt, wobei er die seitlichen Rückspiegel nutzen muss, weil er nach hinten vor lauter Tüten sonst ja nichts sieht. Ein letztes Winken und der Golf setzt sich voll beladen schwerfällig in Bewegung Richtung Autobahn – Richtung Schweiz.

Grenzübergang St. Margarethen

Grenzübergang St. Margarethen (Quelle Wikimedia)

Etwa drei Stunden später erreicht Joseph kurz vor Mitternacht die Schweizer Grenze bei St. Margrethen. Zwei Grenzpolizisten stehen neben den einreisenden Fahrzeugen. Der eine die Hände auf dem Rücken, der andere winkt lässig die ankommenden Kleinwagen durch. „Hoffentlich“ denkt Joseph „hoffentlich“! Dann ist Joseph an der Reihe und der Grenzpolizist hebt die Hand. Joseph kurbelt die Fahrertürscheibe herunter und hält seinen Pass in der Hand. „Haben Sie Ware dabei?“ lautet die Frage des Grenzers. Etwas unsicher antwortet Joseph „Ja… Äh….“ Der Grenzer nimmt den Pass und deutet auf das Zollgebäude. „Dann fahren Sie bitte mal rechts ran!“ Joseph legt den ersten Gang ein und parkt seinen Golf an der zugewiesenen Stelle.

Während der eine Grenzer mit Joseph’s Pass im Zoolhaus verschwindet, dreht der andere eine skeptische Runde ums Auto und bittet Joseph im ernsten, aber freundlichen Ton „können Sie bitte den Kofferraum öffnen?“ Joseph öffnet die Fahrertür, steigt aus und hebelt die schwergängige Heckklappe auf, deren Abdeckung den Blick auf viele Plastiktüten freigibt. Der Grenzer runzelt die Stirn und fragt “ Was ist das?“ Joseph zuckt nur schüchtern mit den Schultern und meint trocken „nach was sieht’s denn aus?“

Voll beladener Kofferraum

Voll beladener Kofferraum (Quelle 20min)

Währenddessen kommt der zweite Grenzer mit Joseph’s Pass und in Begleitung eines Spürhundes an der Leine zurück. Grenzer Nummer 1 bittet Joseph freundlich die Hände auf das Dach des Golf ’s zu legen und sich bequem mit leicht gespreizten Beinen zu postieren. Der Spürhund schnüffelt von Grenzer 2 geführt derweil an den Tüten im Kofferraum und gibt schwanzwedelnd kurze freudig Quietschlaute von sich. Grenzer 1 geht hinter Joseph in die Knie und betastet zuerst das linke, dann das rechte Bein von unten nach oben ab.

Der Hund gräbt sich zwischenzeitlich schwanzwedelnd und ab und zu quietschende Laute von sich gebend zum Rücksitz durch den Plastiktütenberg, hält kurz inne, taucht mit dem Kopf in einer Tüte ein, macht kehrt, springt am verdutzten Grenzer Nummer 2 vorbei aus der Fahrertür, sprintet sich vom Führungsband losreissend mit einem paar original Münchner Weisswürste im Maul am Grenzer Nummer 1 vorbei an den wartenden Autos entlang über die Brücke über die Grenze nach Österreich, wo er im Dunkeln verschwindet, schwanzwedelnd und ab und zu kurze quietschende Laute von sich gebend.

Drogenspürhund im Kofferraum

Drogenspürhund im Kofferraum (Quelle Tagesschau)

Joseph schaut ihm lange nach, bis er merkt, dass Grenzer Nummer 1 beim Abtasten just seinen Schritt von hinten befühlte, als zur Verwunderung und Überraschung dessen der treue Grenzschnupperhund mit den Münchner Weissen in der Nacht und noch dazu auf österreichischer Seite verschwand.

Grenzer Nummer 2 hält die Führungsleine hoch und fluchte auf Schweizerdeutsch. Nun war es mit der kurz nach mitternächtlichen Schweizer Gemütlichkeit vorbei. Grenzer Nummer 1 nimmt zuerst die Handschellen aus dem Gürtel und dann von Joseph eine Hand nach der anderen. Grenzer Nummer 2 geht zur offenen Heckklappe und nimmt die erste Tüte unter höchsteigenen amtlichen Augenschein. Prompt hält er mit gewinnendem Lächeln eine durchsichtige Tüte halb gefüllt mit einem feinen weissen Pulver, sauber zugeschweisst, in der Hand. „Was ist das?“ Joseph weiss es nicht, er weiss es wirklich nicht, er hat die Tüten weder zusammengepackt, noch in den Kofferraum geladen. So bleibt ihm nur ein desillusioniertes Schulterzucken als Antwort.

Beide Grenzer sehen sich den erhofften Drogenfund genauer an, drehen und wenden das Paket, schätzen das Gewicht, riechen daran, schauen sich kurz wissend an, nicken sich zu, es sieht nicht gut aus für Joseph, der nun schon etwas übermüdet und konstaniert in Handschellen neben seinem Golf steht. Trotz später Nacht und obwohl keine Grenzkontrollen mehr stattfinden, weil beide Grenzbeamte ja schwer beschäftigt sind, bildet sich ein kleiner Stau Richtung Schweiz, weil die Schaulustigen die Szenerie so lange wie möglich bestaunen möchten.

Joseph schaut einem Auto nach, das einen Hometrainer auf dem Dach geladen hat. „So eines steht bei mir auch sinnlos rum!“ Währenddessen legt Grenzer Nummer 2 das verdächtige Paket auf die Motorhaube des Golf, zieht ein Sackmesser aus der Hosentasche und sticht fachmännisch sezierend in den zugeschweissten durchsichtigen Plastikbeutel mit dem feinen weissen Pulver. Dann führt er den rechten kleinen Zeigefinger vorsichtig durch das kleine Loch in der Plastiktüte ein, nimmt etwas weisses Pulver auf, führt den Finger zur Nase, riecht vorsichtig daran und schleckt das weisse Pulver dann mit der Zunge ab. Der Verkehrsstau an der Grenzstation hat mittlerweile einen ersten Höhepunkt erreicht und es stehen schon vereinzelt Personen im Umkreis um die Szenerie ausführlicher zu betrachten. Joseph schaut sich um und schüttelt den Kopf. Grenzer Nummer 2 schmatzt mit dem Finger im Mund, als würde er einen guten Wein degustieren. Grenzer Nummer 1 rempelt ihn an und fragt „Und?“ Grenzer Nummer 2 nimmt den Finger aus dem Mund und es sieht so aus, als wolle er antworten. Jedoch entweichen seinem Mund lediglich bunte Seifenblasen! „Waschmittel!“ Grenzer Nummer 2 bückt sich und spuckt fluchend aus.

Nun ist der Spass aber wirklich vorbei! Die beiden Grenzer durchforschen sämtliche Plastiktüten. Alles wird rund um das Auto ausgebreitet. Nudelpakete, Eier, Marmorkuchen, Bauernbrot in Scheiben, Tomaten, Äpfel, Bananen, Kaffee, Zucker, Milch kommt zum Vorschein. Schliesslich findet man doch noch ein Corpus Delicti: In Zeitungspapier eingepacktes Grünzeug, das wie Hanf aussieht, sich aber dann als Zitronenmelisse und durch die Diagnose „brennende Haut“ als Brennnessel entpuppt. Sichtlich genervt nimmt man Joseph die Handschellen ab, damit er seine Habseligkeiten möglichst schnell wieder in seinen Golf räumen kann. Die Grenzer meinen nur, dass er ganz schnell verschwinden solle. Dann kümmern sich beide Grenzer darum die Schaulustigen in ihre Fahrzeuge zu bitten, um den Stau möglichst bald aufzulösen.

Gegen 5 Uhr verlässt Joseph mit einem letzten Gruss Richtung Grenzbeamte die Zollstelle und begibt sich auf die Autobahn Richtung Zürich. Als die Sonne aufgeht, trifft er zuhause ein. Er nimmt das Telefon und wählt die gespeicherte Nummer. Die andere Seite fragt müde „bist Du gut angekommen?“ Joseph antwortet brav wie immer „Ja! Mama…..“


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