19.09.2026 – Strassenbaumkonzept der Stadt – Mehr Bäume gegen die Hitze

19. September 2026

Die Stadt Zürich will ihre Strassen in den kommenden Jahrzehnten deutlich grüner machen. Mit dem neuen Strassenbaumkonzept soll die Bedeutung von Bäumen bei der Planung des öffentlichen Strassenraums deutlich erhöht werden. Das Konzept ersetzt das bisherige Alleenkonzept aus dem Jahr 1991 und verfolgt erstmals eine flächendeckende Strategie für Strassenbäume im gesamten Siedlungsgebiet.

Stadt Zürich

Das wichtigste Ziel: doppelt so viel Baumkronenfläche

Das zentrale Ziel ist ambitioniert: Bis 2050 soll sich die Baumkronenfläche auf öffentlichen Strassenparzellen von heute rund 12,5 auf 25 Prozent verdoppeln. Damit sollen Zürichs Strassen langfristig mehr Schatten bieten und einen Beitrag zu einem angenehmeren Stadtklima leisten.

Ein weiterer wichtiger Planungswert lautet:

Ein Baum pro 100 Quadratmeter öffentliche Strassenfläche

Dieser Wert gilt allerdings nicht als starre Vorschrift. Er soll dort erreicht werden, wo die örtlichen Bedingungen dies ermöglichen. Werkleitungen, Untergrund, Verkehr, Fuss- und Veloverkehr sowie andere Nutzungen können die Möglichkeiten für Baumpflanzungen einschränken.

Drei Handlungsfelder: Erhalten, Entwickeln und Beschleunigen

Das Konzept basiert auf drei grundlegenden Ansätzen:

Erhalten:
Bestehende, etablierte und prägende Bäume sollen möglichst geschützt und erhalten werden.

Entwickeln:
Bei Strassenbauprojekten sollen zusätzliche Bäume gepflanzt und die Bedingungen für bestehende und neue Bäume verbessert werden. Dazu gehört beispielsweise mehr Platz für Wurzeln und Baumkronen.

Beschleunigen:
In den kommenden zehn Jahren soll die Zahl der Neupflanzungen gezielt erhöht werden. Dabei spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle: Ein Baum, der heute gepflanzt wird, kann bis 2050 eine wesentlich grössere Krone entwickeln.

Baumachsen und Baumquartiere

Ein wesentliches Element des Konzepts sind Baumachsen und Baumquartiere.

Baumquartiere betreffen vor allem Quartier- und Nachbarschaftsstrassen. Besonders in Gebieten mit wenig vorhandener Baumkronenfläche sollen zusätzliche Bäume entstehen. Ziel sind zusammenhängende, grüne Strassenräume, die das Erscheinungsbild der Quartiere prägen und gleichzeitig Schatten und Aufenthaltsqualität verbessern.

Baumachsen orientieren sich dagegen an wichtigen Stadtachsen. Bestehende Lücken in den Baumreihen sollen geschlossen und zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Dadurch sollen grüne Verbindungen zwischen Quartierzentren und anderen wichtigen Stadträumen entstehen.

Bäume werden Teil der Strassenplanung

Eine wichtige Änderung betrifft die Planung von Strassenbauprojekten. Bäume sollen künftig nicht erst nachträglich als Begrünung ergänzt werden, sondern bereits am Anfang eines Projekts berücksichtigt werden.

Bei jedem Strassenbauprojekt soll geprüft werden:

  • Welche bestehenden Bäume können erhalten werden?
  • Wo können neue Bäume gepflanzt werden?
  • Wie kann ausreichend Platz für Wurzeln geschaffen werden?
  • Wie können Baumkronen langfristig genügend Raum bekommen?
  • Wie lässt sich der gesamte Strassenraum von Fassade zu Fassade besser gestalten?

Damit werden Bäume zu einem festen Bestandteil der Strassenplanung.

Warum braucht Zürich mehr Strassenbäume?

Die Stadt sieht mehrere Gründe für die neue Strategie. Der verfügbare Platz wird durch Gebäude, Verkehr, Werkleitungen und andere Nutzungen immer knapper. Gleichzeitig setzen Hitze und Trockenheit den Bäumen zunehmend zu. Die Stadt weist zudem darauf hin, dass die Baumkronenfläche im Strassenraum derzeit stagniert, obwohl Bäume für Hitzeminderung und Lebensqualität immer wichtiger werden.

Mehr Bäume sollen deshalb mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen:

🌳 mehr Schatten
🌡️ weniger Hitze im Strassenraum
🏙️ höhere Aufenthaltsqualität
🐝 mehr Lebensräume und ökologische Vernetzung
💧 bessere klimatische Bedingungen
🌿 attraktivere Quartiere und Strassenachsen

Die Stadt Zürich verbindet das Strassenbaumkonzept damit ausdrücklich mit Zielen zur Hitzeminderung, Stadtökologie und Biodiversität.

Was bedeutet das für Zürich bis 2050?

Wenn die Ziele umgesetzt werden, soll Zürich in Zukunft deutlich stärker von Bäumen geprägt sein. Besonders wichtige Strassenverbindungen sollen durchgehender begrünt werden, während in bisher wenig begrünten Quartieren neue Baumquartiere entstehen sollen.

Das langfristige Bild ist damit eine Stadt, in der Bäume nicht mehr lediglich dekoratives Element des Strassenraums sind, sondern zur grundlegenden Infrastruktur einer klimaangepassten Stadt gehören.

Kurz gesagt

Das neue Strassenbaumkonzept ist ein langfristiger Plan der Stadt Zürich, um mehr und grössere Bäume in den öffentlichen Strassenraum zu bringen. Der entscheidende Zielwert lautet: Verdoppelung der Baumkronenfläche von 12,5 auf 25 Prozent bis 2050. Gleichzeitig soll bei Strassenbauprojekten künftig bereits von Beginn an berücksichtigt werden, wie bestehende Bäume erhalten und neue Bäume integriert werden können.

Möglicher Titel für deinen Blogbeitrag:
„Zürich soll grüner werden: Das neue Strassenbaumkonzept für mehr Schatten und Lebensqualität“

Zum offiziellen Strassenbaumkonzept der Stadt Zürich


10.08.2009 – Zürich: Baustellen und Staus soweit das Auto steht – aber jetzt ist alles „grün“ – ZuerichTraffic.ch

11. August 2009

Das Zitat kenne ich doch aus dem Film „Das 5. Element„: Wie hiess der Moderator mit der schrillen Stimme: „Alles grün, Supergrün“! Ja, auf dem Bild sind alle Strassen in Zürich „grün“. Es ist ja auch kurz vor Mitternacht. Kein Stau – kein Verkehr.

Ich bin heilfroh, dass wir nicht mehr so oft in die Zürcher Innenstadt fahren müssen. Eigentlich reicht es ja bereits die Kantonsgrenze zu überschreiten bzw. zu überfahren und schon steht man. Zürich war schon seit dem ich in der Schweiz weile eine Baustellen. Schon in meinem ersten Beitrag im Web beschrieb ich meine ersten Eindrücke auf der Suche nach meinem Hotel.

Aber was momentan in Zürich „abgeht“, lässt sich nicht in Worte fassen. Ende Juni besuchten wir das Bürgerfest in Regensburg und standen vom Gubristtunnel weg über Winterthur bis St. Gallen und weiter von Memmingen bis München und weiter von München bis kurz vor Regensburg entweder im Stau oder passierten im Schritttempo eine der zahlreichen Baustellen. Wir beschlossen dann einfach nicht mehr nach Regensburg zu fahren, da es sich nicht lohnt für zwei Tage Aufenthalt über 12 Stunden im Auto zu sitzen.

Seit Wochen wird die Nordumfahrung inklusive Gubristtunnel saniert. Das Limmattaler Kreuz ist nicht erst seit der Eröffnung des grossen Teilstückes zum Uetlibergtunnel der Westumfahrung ein Nadelöhr. Das aber in der Innenstadt nahezu jeder Strassenzug mit einer Baustelle besetzt ist, kann schon als Schikane bezeichnet werden. Egal ob man am Hauptbahnhof vorbei möchte oder beim Bellevue am Theater vorbei. Ob man von Schlieren kommend die Zürcher/Badenerstrasse befährt.

Überall das gleiche Bild. Man bekommt irgendwann ein rot/weisse Flackern vor den Augen. Es ist zum Auswachsen! Ich habe soeben nachgezählt: Genau 80 Baustellen gibt es in den 12 Kreisen in Zürich! Und nun ist eine der Hauptschlagadern bis 2011 eine immerwährende Baustelle: Die Hardbrücke! Seit heute ist die Brücke die den Rosengarten mit dem Albisriederplatz verbindet nur noch einspurig zu befahren. Das löste heute morgen laut Medienberichten einen saftigen Rückstau bis hinauf zum Autobahnkreuz Nord – ja sogar zum Glattzentrum – aus. Das ist bei Dübendorf!

Das Tiefbauamt hatte schon vor einiger Zeit eine Baustellenliste für Google-Earth zum Download bereit gestellt. Aber nun gibt es eine weitere Möglichkeit sich schon vor dem geplanten Reiseantritt nach Zürich einen Überblick zu verschaffen: Die Website der Stadt Zürich – Dienstabteilung Verkehr – hat die Betaversion einer interaktiven Website online gestellt: www.zuerichtraffic.ch

Es hat sogar einen Profimodus! Dort kann man den Kartenaufschnitt vergrössern und sich das Desaster auf den verstopften Strassen aus der Nähe ansehen. Auch eine Prognose für die nächsten 30 Minuten bzw. die nächste Stunde hat es.

Tja, somit sollte man das Auto für den täglichen Weg in die Arbeit einfach stehen lassen und gemütlich von zu Hause arbeiten (wer kann). Es gibt ja auch noch die Möglichkeit sich mit Schweinegrippe-Symptomen krank zu melden. Nein, im Ernst: Entweder den Rat des Sprechers der Dienstabteilung für Verkehr (Heiko Ciceri) befolgen und vor 6 Uhr die Hardbrücke passieren, oder nach 9 Uhr; denn gestern staute sich der Verkehr genau zwischen dieser Zeit bis hinauf zum Glattzentrum.

Oder man greift zum öffentlichen Verkehr. Ich denke aber, dass die Verkäufe von motorisierten und nicht-motorisierten Zweiräder diesen Herbst der Wirtschaftkrise entgegenwirken werden. Mit dem Roller kommt man schneller voran. Zustände wie in Italien?

Und wer es tatsächlich geschafft hat sich in die Innenstadt durch die 80 Baustellen durchzukämpfen braucht einen Parkplatz. Hierfür gibt es eine weitere nützliche Website der Stadt Zürich: Das Parkleitsystem – PLS (online) mit eventuell freien Parkplätzen in Parkhäusern der Stadt.