21.07.2019 – Die wilden 80er in Regensburg. Kult-Kneipen, Clubs und Nachtleben, als wir noch „jung“ waren

21. Juli 2019

Damals in den 80ern gab es noch kein Mobiltelefon, kein Facebook, kein Whatsup. Man fuhr mit der 80er Honda MTX, mit der Honda FT500 oder später mit dem Auto  in die Stadt und „checkte“ die üblichen verdächtigen Lokale ab. Oder man verabredete sich per Mundpropaganda und Sprachpost.

So startete man zum Beispiel im „Rock Café“ beim Mane am Haidplatz (Heute „Café Lila“) oder im „Peaches“ (heute „Spaghetteria Aquino“) bei der Heidi in der Glockengasse. Dort spielten wir im Untergeschoss Billard. Damals muss ich so 16 bis 18 gewesen sein.

Ganz früher! Mit den Kollegen beim Grillen bei der Mariahöh! 1984

Eigentlich traf man dort immer irgendwen der Clique. Den Stiefel, den Tom oder den Roberto. Letzterer wohnte am Haidplatz und sein Wohnzimmer war das „Rock-Café“.

Wenn dort ausnahmsweise keiner der Freunde war, dann fragte man den „Mane“ vom Rock-Café, wo die Jungs abgeblieben seien. Der Mane antwortete früher schon so, wie auch heute noch im gleichen kollegialen für Auswärtige etwas seltsam klingenden Tonfall:

„Die sind im Laternchen, die Zipflklatscher mit ihren Tussies! Haut’s doch ab und kommt nie mehr! Wenn ihr wieder mal reinkommt, dann ist einfach das Bier aus! Wir sehen uns später im Zap oder Tangente, wenn ich dann noch Lust hab! Na Servus!“

Staff-Party im Factory Regensburg

Dann liess man sein Bier anschreiben und wanderte zum Robert ins „Laternchen“ in der Glockengasse. Wenn der Rest der Mannschaft im „Knallfrosch“ oder im „Peaches“ war, so sammelte man die Kollegen dort ein. Und dann wurde diskutiert, ob man zuerst ins „Factory“ zum Ischtl und dann ins „Zap“ oder zuerst ins „Tangente“ und zum Absacker ins „Zap“ gehen sollte.

Factory Heartbreakers Gewinner beim Kneipenturnier

Das „Peaches“ von der lieben blonden Heidi war gegenüber vom „Laternchen“ vom Robert in der Glockengasse. Einen Steinwurf daneben war der „Knallfrosch“ vom Hans und das sehr warme „Jeans“.

Wir starteten aber meist im „RockCafe“ beim Manfred zum Backgammon und Billardspielen. Damit verdiente ich mir während der Lehrzeit etwas Geld dazu.

Getränkekarte vom Rock-Café

Damals existierte der sogenannte „Idioten Kreisel“ noch:  Arnulfsplatz-Bismarkplatz-Gesandtenstrasse-RoteHahnenGasse-Haidplatz-Ludwigsstrasse. So sassen wir vor dem „Rock-Café“ auf der Treppe oder an einem der Tische und warfen Bierfilzl oder Kronkorken durch die offenen Fenster der Autos, die mit lauter schrecklicher Rap-Musik im Bauern Golf GTIs und Landnummer zum 3. Mal an uns vorbeifuhren. „De bledn Kapplträger“ – mit weit zurückgelehntem Vordersitz und Cap verkehrt rum auf dem Kopf, die Kippe im Mundwinkel.

Die Schickies gingen in die „Galerie“ am Kohlenmarkt, die inhabermässig mit dem RockCafe zusammen gehörten. (Gehörte es dem Justl?). Es gab einen Türsteher am Nachmittag!! Die Möchtegern Schicksen dort waren uns aber zu hochnäsig und meist Studentinnen aus dem Preissn-Land. Schickeria und Regensburg widersprach sich in Regensburg damals von Haus aus. Und heute erst recht.

Im „Türmchen“ unten im Goldenen Turm in der Wahlengasse und in der „Oma Plüsch“ vom Rötzer Thom feierte ich legendäre Geburtstage.

Geschäftsführer vom „ZAP“ war der Rötzer Thom. Beide Locations waren mein zweites Wohnzimmer. Mike und ich arbeiteten dort als Haus- und Hofelektriker alias „Kurzschluss“ für den Inhaber Martin Fuchs.

Geburtstag im (alten) „Oma Plüsch“ mit Carmen und „den üblichen Verdächtigen“.

Es gibt tolle Geschichten, von Cola-Weizen gefüllten MK2 Plattenspielern, deren „Saft“ mir beim Abtransport an den Hosenbeinen runterlief. Einem Erdschluss in der oberen Cafébar, der das „ZAP“ an einem Samstag abschaltet. Als Mike und ich dann nach Notfall-Anruf die Treppe in das Gewölbe runtergingen, sangen die Gäste im Kerzenschein romantische Lieder.

Als Mike und ich die Ursache fanden und Sound und Licht wieder einschalten, brandete tosender Beifall auf und wir liessen uns feiern. Haha. So geil!

Oder von einem legendären Weiberfasching im „Oma Plüsch“, bei dem der DJ auf die geniale Idee kam den immer wieder überhitzten, weil aussetzenden Verstärker mit Eiswürfelbeuteln zu kühlen! Das abtropfende Kondenswasser sorgte für eine Pause mitten in der Party und Totalausfall des Sounds. Nach einem Notfall-Anruf baute ich meinen eigenen Yamaha-Verstärker von Zuhause ein und die Party konnte weitergehen.

Getränkekarte vom ZarapZap

Das „Shugar Shake“ haben die Kerschers mal aufgeräumt. Da war ich nicht dabei. Aber beim Sonntagsboxen auf der Dult habe’s mal ein Zelt ausgeräumt. Da war ich mittendrin. Besser „unter einer Bierbank“.

Das ehemalige Sugar Shack in Regensburg (teilweise in den historischen Akten auch als Sugar Shake geführt) war eine bekannte Diskothek von 1979-1982 in der Regensburger Altstadt. Sie befand sich in der Obermünsterstraße 14, einer Strasse, die bis heute für ihr Nachtleben bekannt ist. Vor dem Sugar Shack war dort das Riverboat ansässig (1968–1979).

Direkt danach zog der Club New Orleans ein (1984–1989). Die Räume wurden über die Jahrzehnte hinweg immer wieder von verschiedenen Clubs genutzt (darunter das Suzie Wong oder das Millennium). Heute befindet sich an dieser Adresse der Nachtclub Rauschgold.

Bei Sanierungsmassnahmen im Jahr 2017 wurden direkt unter der Tanzfläche und dem Garderobenbereich des damaligen Nachfolgeclubs Suzie Wongjahrhundertealte Knochen und Skelette aus einem früheren Gräberfeld ausgegraben. Die Clubbesucher hatten dort also unbemerkt jahrzehntelang „auf Leichen getanzt“.

Im „WhyNot“ in der Obermünsterstrasse war es am Wochenende immer massiv eng. Kam man zu spät so blieb die Tür gleich zu. Der Kateh hatte das. Heute bedient er noch genauso freundlich im „Bistro Mari“ im Gewerbepark. Dort gibt es die beste Currywurst in Regensburg.

Eine andere noch lebende Legende ist der Ley vom „Singapore“ im Gewerbepark. Weder er noch die Räumlichkeiten mit dem grossen Aquarium, Billardtisch und Dartautomaten haben sich verändert.

Unter dem „Singapore“ gab es noch den Mitternachtsschuppen „Cotton Club“. Dort ging man die Treppe runter, wenn man Lust auf Gulaschsuppe hatte. Mitten in der Nacht. Bis zum Sonnenaufgang.

Ganz jung hab ich mal im „M“ in der Ostengasse aufgelegt. Da war schräg gegenüber der „Paulaner Keller“ in der Ostengasse. Von den Parties dort unten hab ich noch Fotos.

VIP Karte vom „M“ vom Kremser Gerd

Im „Sudhaus“ und im „Scala“ vom Neli Färber hat nie die Lüftung funktioniert, so dass der DJ Jörg und ich mit dem Alf immer mit Prosecco flaschenweise kühlen mussten. Später hat das „Sudhaus“ dann der „Angel“ übernommen. Legendär. Alf hinter der Bar.

(Video vom Scala aus der Zeit)

Die Claudia und die Karin besuchten wir im „Airport“, wo ich mir kurz vor dem Praktikum in Portugal eine saubere Blutvergiftung an der linken Hand beim Tequila-Trinken geholt habe.

Ganz selten hielt ich mich im „Novelle“ auf. Wirklich ganz selten. Das ein oder andere Mal hatten mich die Kollegen rund um Rainer mit abgeschleppt ins „Hin und Mit“, wie ich es nannte.

Die legendäre Kult-Kneipe Crocodile in Regensburg befand sich am Theodor-Heuss-Platz 4 (Ecke Puricellistraße). Laut den Gaststättenakten des Stadtarchivs Regensburg war die Bar dort von 1988 bis 1996 gemeldet und prägte vor allem das Regensburger Nachtleben der wilden 80er- und frühen 90er-Jahre. Betrieben wurde sie damals vom stadtbekannten Gastronomen Dieter, der in Regensburg auch für das Confetti in der Puricellistrasse und das Tangente bekannt war.

Auch das „Number One/Ramazzotti/Kneipendorf“ im ehemaligen Donauhotel vom Wolle (RIP) war ganz nett. Der Wolle und der Ley vom „Singapore“ hatten zusammen zuerst das „Ramazzotti“. Dort war im Barbereich aus Spiegeln eine Skyline nachgebildet an der Wand. Die Tubelight-Beleuchtung rundherum war von mir. Da arbeitete der Schwarm vom Kerscher Mich hinter der Bar. Der Wolle ist viel zu früh überraschend verstorben.

Peter mit 19 (Sommer 1982) am Almer Weiher. Stilecht mit Goldkettchen und Netzshirt. Im Hintergrund mein erstes Auto – ein 45PS VW Polo – gehörte vorher einem Pfarrer – beim Schneeberger Grossprüfening gekauft. Die Boxen waren herausnehmbar und beschallten den gesamten Weiher. Bis die Autobatterie leer war.

Im Sommer ging es am 1. Mai zu Rainer’s „Cantina“ am Guggy. Das Cantina feiert dieses Jahr 35 Jähriges. Der Erdbeerkuchen von „der Mam“ mit viel Sahne hat am Wochenende früh morgens schon viele Leben gerettet.

Hier die traditionelle 1. Mai Saison Eröffnung beim Rainer. Wir haben schon geSUPt, da hiess es noch „Surfen“ mit dem unsinkbaren Brettern mit Mittelschwert.

Morgens nach der Partynacht? Da ging es  zum meist zum „WürstlToni“. Dort trafen sich die Hungrigen und warteten, dass der Toni die Bänke, Tische und das Dach aufbaute und Punkt 5 Uhr mit den Bratwürstl loslegt.

Wir warteten aber lieber 30 Minuten, bis die Hungrigsten und Drängelndsten a gefüttert waren und „unser Tisch“ rechts frei wurde. Dann gab uns die Oma die legendären zwei Langen Braune mit allem auf am Teller, a Breznstangerl und an Kaffee. „Mit allem“ bedeutet heute noch in Regensburg – speziell an der Wurstbraterei am Christkindlmarkt – mit Süsse Senf, Essiggurkerl und scharfem Meerrettich (Kren).

Der Toni am Grill, die Claudia am Knackersemmeln verteilen und kassieren, die Oma sorgte für Ruhe und die „Extrawurst“ für Stammgäste. Manchmal wanderten wir nach dem Zap auch mal in die „Marina Bar“ auf eine Salzgurke und einen starken Kaffee.

Die „Max Bar“ unter dem Hotel Maximilian gibt es auch noch mit gleicher Einrichtung. Da war ich kürzlich aus Versehen mit Gästen aus London. Ich fühlte mich in einer Zeitmaschine mit den roten Plüschpolstern und Spiegelkugeln. Auch an der Bar saßen noch zwei Mädels mit blonden Locken am Kopf, bunter Kriegsbemahlung und 80s Klamotten.

Das legendäre „Paletti“ – eine Regensburger Institution seit 1985 gestartet von Cornelius „Neli“ Färber von der „Namenlos GmbH“ – hatte bei uns intern einen Spitznamen, der sich von den Hintern der Personen ableitet, die man beim Vorbeigehen auf den Heizungen sitzen sah. Mittlerweile sind die Scheiben beklebt. Im „Orpheé“ vom Neli waren wir auch oft. Im Jahr 1977 verwandelten Neli Färber und Weggefährten das Lokal in der Regensburger Altstadt in ein Stück Paris. Dort standen wir an der Bar und nippten am Bier oder am Milchkaffee, bevor wir ins „Zap“ oder ins „Tangente“ weiterwanderten. Neli Färber hat die wilden Anfänge, den kreativen Wahnsinn und den Alltag in einem von ihm verfassten Orphée-Buch festgehalten.

Was es damals schon gab und immer noch gibt ist das „Rosarium“ – das Schweizerhaus. Das Regensburger Rosarium geht auf das Jahr 1871 zurück. Es entstand als Schweizer Landhaus mit Laubengängen und Rosenbeeten im Westrand des Dörnbergparks, den der Freiherr Ernst Friedrich von Dörnberg ab 1832 erworben und ausgebaut hatte. Heute ist das historische Gebäude ein beliebtes Ausflugsziel mit Gastronomie. Dort ging ich gerne mit meinem Date hin und man näherte sich entweder im sonnigen Wintergarten oder im romantischen Rosengarten aneinander an. Der Dörnbergpark ist eine der Ruheoasen im Inneren Westen von Regensburg. Ah, und die Soundanlage war auch mal von mir. Yamaha Verstärker und JBL Control 1 in der Decke für gleichmässige nicht störende Hintergrundbeschallung.

Im Äusseren Westen an der Grenze zum Rennplatz eröffnete 1987 die Bar „Brazil“ von Hansi Jehl. Und er besitzt sie heute noch. Das war auch eines meiner frühen Dating-Lokalitäten. Es gab und gibt leckere Cocktails und früher meine Laibspeise „Schinkennudeln“! Im Sommer 2026 wurde bekannt, dass der BR den Pachtvertrag des Kult-Wirts nicht verlängert hat und das Mietverhältnis im Oktober 2026 enden soll. Daraufhin formierte sich massiver öffentlicher Widerstand in Form von Unterschriftenlisten und einer Online-Petition, um das Brazil als Regensburger Institution zu retten.

Auf jeden Fall war das „Chaplin“ die Stammkneipe in meiner Zeit als VfB Fußball Präsi. Über drei Jahrzehnte hinweg (1982–2015) bewirtete das Chaplin Gäste mit mediterranen und gutbürgerlichen Speisen und bot einen beliebten Biergarten. Es war untrennbar mit dem Flair des angrenzenden Ostentorkinos und der Kinokneipe im Regensburger Osten verbunden.

Fasching in der „Ranch Pielenhofen“ / Natalie&Peter, vorne Harry Le

Weiter Draussen am Land gab es die „Ranch“ in Pielenhofen. Dort lernte ich die Natalie vom „Schneck“ kennen und damit war ich in der Regensburger „Szene“ angekommen. Sehr cool war das. Der Harry Le hat aufgelegt und ich war „Light-Jockey“. Nach Dienstschluss in der „Ranch“ ging es oft noch in das „JackyD“ in Undorf. Und wenn es uns in R. mal angurkte fuhren wir ins „Roxy“ nach Straubing oder ins „Big Apple“ nach Kelheim.

Und „ganz früher“ ging man ins „Neubert“! Hier ein Foto vom Fasching 1983. Mike als Baby, Birgit als Harlekin, Peter als Pumuckerl!

Ich finde immer wieder Fotos von damals. Somit wird dieser Beitrag langsam und unregelmäßig erweitert.

Die liebe Moni (Monika Lade) hatte den Beitrag auf FB gesehen. Nun hat sie mir Fotos vom Neubert, vom Café Central und vom Tanzen im Kolpinghaus geschickt.

Im Foto Fundus von Moni befand sich sogar ein Bild von Birgit und mit im Neubert. Muss 1983 gewesen sein. Birgit liess sich beim Friseur am Dom eine Dauerwelle machen.

Wer sich erkennt, bitte in den Kommentaren oder Mail melden. 😎🎸💃🕺Auch wenn noch jemand Fotos aus der Zeit hat. Immer her damit!


12.12.2009 – Alle Jahre wieder: Das vorweihnachtliche Wellness-Wochenende in Regensburg

14. Dezember 2009

Alle Jahre geht es traditionell zum „Wellness-Wochenende“ nach Regensburg. Somit packten Mike und ich das leichte Handgepäck und fuhren nach „Klöten“ – nein – nach Bassersdorf, um dort Moni einzuladen. Dann begaben wir uns auf die Autobahn und peilten mit Höchstgeschwindigkeit innerhalb der schweizer gesetzlichen Limite bei genügend Schneefall St. Margreten an; denn in der dortigen Raststätte – nein, kein Fressbalken – warteten bereits Chris, Chrigel, René und Dani auf uns.

Wir stärkten uns noch einmal mit ungesundem Kaffee und Schokkigipfli und überschritten ohne Komplikationen die nachbarliche Grenze nach Österreich. Nach einem kurzen Zwischenstopp im verregneten Lindau ging es mit der gewohnten Beschleunigung bergan auf die A96 Richtung München. Nach einem kurzen Raucherstopp und dem betrachten Kneipp’scher Bedienungsanleitungen beobachteten wir einen frierenden grösseren Vogel in der verschneiten Wiese, der Wohl das Ticket in den Süden vergessen hatte.

Die Fahrt verlief weiterhin recht reibungslos und so erreichten wir Regensburg in den frühen Abendstunden. Während die Jungs im Hotel eincheckten, standen wir leider vor verschlossenen Türen – Mam war noch „kurz“ was einkaufen gegangen. Somit spürten wir bereits die erste Anwendung im Rahmen des Wellness-WE’s: Wechselbad der Gefühle inklusive Kältetherapie. Aber schliesslich liess man uns ein, wir legten unsere Gepäckstücke ab und sattelten die Hufe Richtung Hotel. Dort warteten die „Fantastic Four“ auf uns und nahmen die nächste Anwendung zu sich: Feinster Hopfen, gesundes Malz und quellfrisches Wasser.

Doch alsbald wechselten wir zum nächsten Tempel der Gemütlichkeit, in welchem man sich bis spät in die Nacht gemütlich erholt und studierten die Liste der angebotenen Gaumen- und Magenanwendungen. Wir konnten uns nicht entscheiden welche Wohltat wir bevorzugen würden. Liessen uns dann aber schliesslich nach näherer Begutachtung überraschen und das genehmigten uns  das nahrhafte Naturgemüse nebst dünn geschnittenen von Hand aufgezogenen Scheiben oder zarten Gebeinen des Singularis Porcus überzeugen. Dazu gab es vergorenen Hopfentee in rauhen Mengen, damit die Anwendung gesamthaft und nahrhaft, CO2 neutral ihre gesunde Wirkung auf den Körper und Geist entfalten kann.

Anschliessend begaben wir uns zur vorletzten Wellness-Anwendung für den Freitag. Im bekannten Wellness-Tempel „Scala“ war ein Tisch für uns reserviert. Allerdings nicht zum hinsetzen, doch zur Verwunderung aller stand Bewegung auf dem Programm. Eine so genannte Wechselanwendung, in welcher sich rhythmische Bewegung zum Takt von Musik aus den 80ern mit Ruhephasen kombiniert mit Flüssigkeitsaufnahme abwechselt. Diese Anwendung wurde von allen voll ausgekostet und musste durch Musikabbruch bei gleichzeitigem Verlassen der Räumlichkeiten beendet werden.

Dies trieb uns zur letzten Anwendung an diesem Freitag. Eine Wanderung zur wohl kleinsten Wellness-Räumlichkeit welche jedoch erst ab 5 Uhr morgens öffnet, aber etwas in der Region weltbekanntes für den gesunden Körper feilbietet: „Zwoa Lange Braune mit Allem, a Stangerl und an Kaffee – süss, blond mit Löffel drin“. Kurzzeitig kam ein Teil der Gruppe vom rechten Weg ab und wechselte die Strassenseite. Wurde aber dann vom Pfarrer der nachhaltigen Karmelitenkirche auf die Richtige Seite begleitet. Leider existieren von der letzten Anwendung keine Bilder, da dem Autor und Fotograf mit der Aufnahme der gesunden Speisen und Getränke die Hände gebunden waren – was sehr schade ist. Aber auch der schönste erholsamste Wellness-Tag findet irgendwann ein Ende und die Gruppe empfahl sich zur Schlaftherapie.

Am Samstag traf man sich erneut gut erholt im Stützpunkthotel. Von dort aus wanderte man gen Innenstadt, um sich mit Weggefährten aus dem nahen Nürnberg zu treffen. Es handelt sich dabei um Petra und André – alte Weggefährten aus der Schweiz und Österreich – zusammen mit der Schwester von Petra und ihrem Schwager in Spe schlossen sie sich uns an. Es ging zu einer kurzen Kulturrunde in den Regensburger Dom, der unlängst eine neue Orgel erhielt. Von dort aus ging es direkt auf den Regensburger Christkindlmarkt, wo wir auf Regina trafen. Sie nahm bereits den weltbekannten aromatisierten erhitzter Wellness-Traubensaft zu sich. Und sie zeigte den Gästen gleich, wie man sich traditionell gegen Kälte schützt: Man nehme zwei Becher und wärme sich damit die Hände.

Auch Brigitte traf ein und schloss zeigte sich vom Wellness-Gedanken beeindruckt. Christian konnte sogar zwei Mädels aus Neumarkt überzeugen. Und Dani erzählte den Anwesenden von seinen Erfahrungen der Erholsamen Wirkung auf Körper und Geist vom Vortag. Bernhard zeigte sich zwar anfänglich etwas skeptisch, aber die Wellness-Erfahrenen Mam und Brigitte konnten ihn schliesslich zum Mitmachen animieren. Die Anwendung mit aromatisieren erhitzen Traubensaft verfehlte seine Wirkung nicht. Und so tauschte man Erfahrungen aus und lachte viel, was die Wirkung nur noch unterstützte: Eine gesunde Gesichtsfarbe und strahlender Teint ist der Beweis. Sogar die Zunge bekommt ihre rosige Farbe zurück. So ein guter Trunk öffnet einem die Augen und lässt die Lebensgeister in den Körper zurück kommen.

Wir beschlossen anschliessend eine kleine Altstadtwanderung durchzuführen auf der Suche nach einer Herberge für eine Zwischenstärkung. Schliesslich trafen wir uns im Ruhmestempel der Bayern – im Augustiner – um einen weiteren Schritt in der Therapie zu begehen. Mit einer gewissen Vorstellungskraft kann man eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Chrigel und König Ludwig nicht verheimlichen – nur der Bart fehlt.

Der letzte samstägliche Teil bestand wieder aus Bewegung. Hierzu suchten wir die weltbekannten Regensburger Katakomben unterhalb des Augustiners auf; denn nur hier quillt der gesunde frisch gekühlte Gerstensaft gemeinsam mit natürlich CO2-angereichertem Mineralwasser in einer ungeahnten Konsistenz aus den Hähnen, dass es eine reine Freude ist.

Am Sonntag stand nach einer ausgedehnten Tiefschlafphase der letzte Menüpunkt auf dem Programm: Es gab original Münchner Weisswürst, mit frisch gebackenen Brezn und süssem Senf. Schliesslich darf man nach so einem gesunden Wellness-Wochenende dann doch einmal wieder sündigen.

Sämtliche Bilder vom weihnachtlichen Wellness-Wochenende in Regensburg findet man hier.