Urlaub Koh Samui 06.03.2008 – „Immer nur lächelnd im Land des Lächelns“ und „Ertappt! Die früh-morgendliche Liegenschlacht live aus Koh Samui!“

7. März 2008

An diesem Morgen erwachte ich bereits um 6:30 Uhr. Und ich konnte nicht mehr einschlafen. Mike schnarchte neben mir, wie ein Sägewerk. Ausserdem pfiffen die Vögel für meine Ohren etwas zu laut. Und zu diesen beiden Klängen kam noch das Brummen der Klimaanlagenmotoren auf dem Dach des Hotels gegenüber. Wohl gemerkt schlafen wir der Mücken und sonstigen fliegenden Weggenossen bei geschlossener Terrassentür. Meine „beweglichen Rippen“ auf der rechten Seite tat mir weh. Ich vermutete, dass die Masseurin die Aloe Vera Massage gestern etwas zu heftig ausgeführte. Von Verbiegen stand nichts im Massagelexikon.

Zuerst holte ich den Laptop hervor und probierte den WLAN Internetzugang aus. Der funktionierte nämlich seit gestern Abend nicht mehr. Der Bildschirm zeigte folgende Meldung des Internetdienstes mit dem überaus überzogenen Namen „MAX Premium Ltd.“: „ERROR Radius Server Not Found!“. Ich tippte die Logindaten ein und es tat sich erst einmal wie gestern gar nichts. Dann folgte die oben genannte Fehlermeldung. Ergo konnte ich den Reisebericht von gestern vorerst nicht in den Blog laden. Auch der E-Mailzugang funktionierte somit nicht. Mist!

Nach kurzer Zeit in Koh Samui gewöhnte ich mir an in solchen Situationen immer zu lächeln; denn im „Land des Lächelns“ lächelt man bei jeder Situation. Ob man gut oder schlecht gelaunt ist. Ob man „Nein!“, „Vielleicht“ oder „Ja!“ sagt. Lächle! Dann geht alles viel leichter. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Das freundliche äussere Lächeln im innerlich sauren Zustand ob des schon wieder nicht funktionierenden Internetzugangs erprobte ich, nachdem ich mich wusch und anzog, gleich beim Nachtportier.

Ich stapfte lächelnd aus dem Zimmer mit dem Laptop unter dem Arm. Stieg lächelnd die Treppe hinab. Umrundete breit grinsend den Pool und erreichte fast lachend die Rezeption. Der total verschlafene Nachtportier lächelte nicht mehr. Mit halb geöffneten Augen hörte er sich mein freundliches „Good Morning! Would you please help me. The Internet Connection is not working!“ an. Irgendwas musste falsch gelaufen sein. Er griff nach den Ordnern mit den Zugangskuverts hinter sich und fragte im original Thai-Englisch: „Which Account do you want – how long?“

Lächelnd hielt ich ihm mein bereits seit 2 Tagen geöffnetes und Kuvert mit meinen Zugangsdaten hin und erklärte ihm lächelnd, dass ich bereits ein „Ticket“ für eine Woche gelöst hatte. Er nahm das Kuvert und blickte auf meinen Bildschirm. Dann verschwand er im Büro der Rezeption. Ich zündete mir lächelnd eine Zigarette an. Er kam zurück und meinte, dass in einer Stunde alles O.K. sei. Daraufhin bedankte ich mich lächelnd und zog breit grinsend von dannen.

Kurz vor 7 Uhr erreichte ich das Strandrestaurant. Nein, ich war nicht der erste Frühstückende. Zwei Herren Ende des mittleren Alters sassen jeweils an einem eigenen Tisch. Beim Vorbeigehen grüsste ich beide mit einem Lächeln und „Morning“. Beinahe hätte ich noch gesagt „What a wonderful day!“ – verkniff mir das aber. Noch kam die Sonne durch die Wolken nicht durch. Den Laptop legte ich an einem Tisch ab, bei dem ich aufs Meer blicken konnte.


Dann organisierte ich mir ein Spiegelei mit Speck für meinen Cholesterinspiegel und etwas Schwarzbrot (ja, das gibt es hier auch), sowie Butter und Marmelade. Das Spiegelei fand ich nur leicht angebraten, dafür überwiegend flüssig auf meinem Teller wieder. Nach ein paar Bissen liess ich es stehen – man(n) weiss ja nie – und holte mir dafür ein hart gekochtes Ei.

Während ich mein Frühstück lächelnd zu mir nahm und die Sonne langsam hinter den Wolken hervor kroch, bemerkte ich eher unterbewusst, dass bereits um 7:20 Uhr die ersten Handtücher auf den Sonnenliegen befanden. „Komisch“ dachte ich „die Dauercamper aus Österreich reisten doch gestern ab?“. Egal, ich lächelte in mich hinein. Dann kam eine Dame mit rotem T-Shirt und hochgestecktem Haar mit zwei Handtüchern von links zwischen den Liegen in mein Blickfeld. Schnell die Gabel weggelegt und die Digitalkamera aus der Tasche gezogen, durchgeladen, auf „manuell“, „Serienschuss“ einstellen. Die Dame zog drei Handtücher hervor und breitete diese zuerst auf die linke, dann auf die rechte Holzliege aus. Dann zog sie woher auch immer Strandkleid hervor und reservierte so die dritte Liege.

Ich fand kaum Zeit die Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner zu laden, schon betrat der nächste der deutschen „Rentner-Gang“ den Schauplatz. Eine Dame mit dunkelrotem Kleid und gleichfarbenen Top kam von rechts mit Handtüchern unter dem Arm in meinen „Fernseher“ gelaufen. Schnell die Speicherkarte in die Digitalkamera und durchladen. Auch diese Dame erwischte ich voll beim morgendlichen Reservierungsritual. Es machte gar keinen Sinn die Speicherkarte heraus zu nehmen. Schon enterten ein Deutsches Pärchen und eine ältere Dame die nächsten Liegen. Letztere zog gleich drei Handtücher sorgsam zusammengefaltet aus einer Plastiktüte. Aber ihr gefiel bei zweiter Betrachtung offensichtlich der Platz nicht. So nahm sie die Handtücher wieder weg und zog um auf drei andere Liegen.

Immer im Anschluss an das „Handtuchwerfen“ gingen die Herrschaften zum Frühstücken. Plötzlich bewegte sich etwas rechts von mir auf der Terrasse. Aus einem Loch neben einem Palmenstamm krabbelten zwei schwarze Katzen hervor. Zuerst streckten sie sich, dann räkelten sie sich auf dem Boden. Anschliessend ging es an die Katzenwäsche und danach wurde hinterm Ohr gekratzt. Als Chris auftauchte, wunderte er sich zuerst, dass ich bereits wach war. Auch er sah die Katzen und brachte ihnen etwas Schinken zum Frühstücken mit. Nun wecken wir Mike und ich checkte noch mal den Internet Zugang. Aber der funktionierte immer noch nicht.

Mike kam wenig später kurz vor 10 Uhr noch etwas verschlafen ins das Strandrestaurant. Er besorgte sich etwas zum Frühstücken vom Buffet und setzte sich zu uns. Dann diskutierten wir die Tagesplanung. Chris wollte am Hausstrand in Lamai nicht ins Wasser. Erst recht nicht, seit dem er weiss, dass etwa 300 Meter von unserem Strand ein Abflussrohr ins Meer mündete. Er empfahl Roller beim Hotel auszuleihen und damit zum Strand Chaweng Noi zu fahren. Mike beendete sein Frühstück und wir starteten die Vorbereitungen zum Badeausflug.

Auf dem Weg durch die Bungalows entdeckte Mike eine kleine Miezekatze auf der Terrasse eines der Häuschen. Dann erreichten wir unser Zimmer und packten für den Strand die nötigen Dinge ein. Unten an der Hotelrezeption buchten wir je einen Roller und düsten dann bei schönstem Sonnenschein los. Mittlerweile gewöhnten wir uns an das „auf der verkehrten Seite fahren“. Der Pass zwischen Lamai und Chaweng war bald überwunden und gleich danach stoppten wir unsere „schwulen“ Roller gegen Mittag beim Strand „Chaweng Noi“und parkten diese auf dem Seitenstreifen der Strasse.

Der Weg zur sichelförmigen Bucht ist sehr kurz. Der Sand selbst ganz fein und das Meer sauber und in der Sonne so blau, wie man sich das vorstellt.

Gleich beim ersten Strandlokal schnappten wir uns je eine Liege. Die Liegen umspülten die Wellen. Deshalb sicherten wir unsere Taschen auf den Tischen direkt dahinter. Mike und Chris wollten sich sonnen, ich bevorzugte eher das schattige Plätzchen unter einem Sonnenschirm. Wir rückten noch ein Plastiktischchen zurecht; denn irgendwo muss ja der Aschenbecher nebst den frischen gekühlten Drinks stehen.

Wir knallten uns in die Liegen und liessen die Füsse vom Meerwasser kühlen. Dann orderten wir je einen Mango-Shake und rauchten zuerst einmal eine. Chris genoss den Sonnenschein sichtlich. Mike grinste über beide Backen. Und ich fotografierte, was die Speicherkarte hergab.

Aber wir wollten das Meer testen. Deshalb standen wir auf und begaben uns in das feuchte, „kühle“ Nass. „Kühl“ ist etwas übertrieben; denn die Meerestemperatur liegt ungefähr bei 25 Grad. Der Strand verläuft sehr flach und noch nach 50 Metern standen wir immer noch auf festem Untergrund. Chris holte einen kleinen Ball und wir scheuchten uns gegenseitig durch das Wasser beim fangen oder eben beim hinterher Schwimmen.

Ich legte mich dann auf die Liege und schlummerte für kurze Zeit ein. Ein wenig war ich noch angeschlagen von der letzten Nacht. Die Stärke des letzten Kaffee’s liess mich scheinbar nicht lange schlafen; denn ich erwachte bereits nach 40 Minuten. Die Liegen rechts und links von wir standen leer. Mike und Chris sassen im Restaurant hinter mir leicht erhöht und überblickten den gesamten Strandabschnitt.


Chris hatte bereits eine Kleinigkeit gegessen und beide sassen entspannt bei einem Kaffee auf Stühlen, welche aus Bambusrohren gebaut waren. Beide riefen mir zu „Kaffee?“ und grinsten breit. Ich setzte mich dazu und genoss die Aussicht über den schönen Strand.

Dann entdeckte ich vor der Bar einen schlafenden weissen Hund auf dem Rücken liegen. Offensichtlich hielt er gerade Siesta. Er fläzte rücklings auf dem kühlenden Betonboden und streckte alle Viere nach oben. Eine Bedienung kam hinzu und meinte, dass er die ganz Nacht unterwegs war. Er war offensichtlich im wahrsten Sinne des Wortes „hundemüde“. Sie nahm seine Vorderpfoten und versuchte ihn hoch zu heben. Doch das gutmütige Tier liess sich nicht wecken. Schlafende Hunde soll man eben nicht wecken.

Gegen 14 Uhr brachen Mike und ich auf. Am Abend zuvor lernten wir beim Abendessen die Geschäftsinhaberin Nanee des Restaurants „Sharaira“ kennen, welche uns im Gespräch anbot, dass sie uns zum Shop der thailändischen Holzschnitzerei fahren würde. Als Termin vereinbarten wir 15 Uhr. Also sollten wir langsam in die Gänge kommen. Während Chris sich in den Bungalow zurück zog, gingen Mike und ich die wenigen Meter zum Restaurant „Sharaira“. Nur Nanee fehlte noch. Wir bestellten etwas zu trinken und warteten.

Während wir warteten, schoss ich ein paar Bilder von der Elektroinstallation, welche das Strassenbild prägen. Auf dem Bild links fragte mich Mike, was denn da alles falsch sei. Ich antwortete „Nichts, ausser der fehlenden Beschriftung“ 🙂 Besonders gefallen hat uns die „Traversenkonstruktion“, welche aus zwei Stangen der Aussenbeleuchtung besteht. Als Kabelbinder verwendet man einfach blanken Draht. Zugentlastung? Zu was denn das?

Ausserdem fotografierte ich die mehr oder wenigen kuriosen Gefährte, die einmal mehr einmal weniger mehr lärmend durch die Strasse fuhren. Sogar den Pizza-Service und den Briefträger erwischte ich in digital.

Nach 40 Minuten Wartezeit erschien „Nanee“ mit einem dunklen nagelneuen Auto Marke Honda. Wir bezahlten unsere Drinks und setzten uns ins Auto. Mit rasanter Fahrt immer „auf der falschen Seite“ ging es durch den Strassenverkehr, der durch Roller, Taxis und Transporter geprägt war. Wir fuhren nach Chaweng und dort an der Lagune vorbei. Nach wenigen Minuten hielt Nanee vor einer Lagerhalle, vor der drei Thai sassen und mit unterschiedlichsten Werkzeugen Holzkunstwerke bearbeiteten. In der Lagerhalle eröffnete sich ein Thai-Kunst-Schlaraffenland vor unseren Augen. Wie in einem Supermarkt standen und hingen die verschiedenen Schnitzereien. Wir suchten grosse Wandtafeln, welche in Thailand eigentlich als Deckentäfelung Verwendung finden. Aber uns hätte fast alles gefallen.

Wir fanden in einem anderen Gang die gesuchten kunstvoll geschnitzten Wandtafeln. Wir erkundigten uns nach dem Preis und überlegten, wie wir die Tafeln mitnehmen könnten. Für das Handgepäck sind 3 Tafeln a 150 x 30 cm einfach zu gross. So erkundigten wir uns mit Hilfe der nun für uns übersetzenden Nanee nach einer anderen Möglichkeit. Der Chef selbst schlug „Shipping“ vor und holte die Preisliste.

Die kleinste Grösse an Box, die man verschiffen könnte, wäre 1 Kubikmeter und das für einen annehmbaren Preis. Wir hätten mit der Wandtafel etwa 0,2 Kubikmeter belegt. Da passt ja noch mehr rein. Mike und ich berieten uns kurz und entschlossen uns bei der Gelegenheit gleich „etwas mehr“ einzukaufen. Weil gefallen hätte uns eh mehr von den Schnitzereien. Nun hätten wir eigentlich einen grossen Einkaufswagen benötigt. Aber es ging auch so: Wir suchten aus, Nanee übersetzte und der Chef schrieb alles auf einen Beleg.

Am Ende rechnete er die Summe zusammen, zog noch etwas Mengenrabatt ab und wir erledigten das Finanzielle. Der Chef meinte, dass er einige jeden Montag die Kontainer zum Flughafen bringt. Es wären diesmal um die 6 Kubikmeter Material. Wenn alles klappt, sollte unsere Box 5 bis 7 Tage bis zum Bestimmungsort brauchen. Das ganze wird per Luft-Cargo abgewickelt. Na dann wären unsere Einkäufe bereits vor unserer Heimkehr angekommen.

Nach drei Stunden „Einkauftour“ fuhr uns Nanee wieder zum Hotel zurück. Sie musste ja langsam im Restaurant zu arbeiten beginnen. Nicht dass ihre Angestellten noch auf dumme Gedanken kommen, meinte sie lachend. Wir verabredeten uns vorher noch für den späten Abend. Schliesslich gehört es sich in angemessener Form „Danke“ für drei Stunden enorm freundlichen Kundenservice zu sagen. Wir gingen auf unsere Zimmer und erfuhren, dass Christian vorhatte nach Chaweng zu fahren. Während ich mich duschte, knallte sich Mike aufs Bett. Er schaltete vorher noch seinen Laptop ein, schlief dann aber sofort.

Somit weckte ich ihn nicht, sondern ging vorerst alleine zu Nanee gegen 22:30 Uhr, um mich in ihrem Restaurant mit ihr zu treffen. Sie sass zusammen mit zwei Freunden auf der Terrasse zur Strassenseite. Wir stellten uns gegenseitig vor und ich bestellte erst einmal ein Singha-Beer. Dann schloss Nanee das Restaurant ab und wir zogen weiter zum „Sham Rock Irish Pub“. Dort waren wir gestern schon einmal mit Mike und Chris. Wir setzten uns in eine der ersten Reihen, was sich sofort als Fehler herausstellte. Die Liveband hörte man hier vorne besonders gut und an Unterhaltung war nicht zu denken.

Nanee deutete hinter sich und wer sass da an der Theke? Mike und Chris! Mike muss sofort wach geworden sein, als ich die Tür schloss und Chris hatte es nicht unbedingt in Chaweng lange ausgehalten. Beide beobachteten neben der Band, was Nanee und ich trieben. Aber da konnten die beiden nicht viel sehen. Nach kurzer Zeit zogen wir vom Tisch in der vorderen Reihe nach einem im hinteren Teil der Terrasse um. Dort konnte man besser auf den Lehnstühlen sitzen und was wichtiger war: Auch unterhalten, was wir dann auch lange und ausgiebig taten.

Allerdings liess sich Nanee nicht einen Drink spendieren, was ich ja als Dankeschön für das Begleiten zum Holz-Kunst-Shop eigentlich tun wollte. Ganz im Gegenteil, sie bezahlte auch noch einen Teil meiner Drinks. Deshalb schlug ich gegen Ende des Abends vor, dass ich sie am nächsten Tag zum Mittagessen einladen möchte. Denn das es war schon extrem nett und unerwartet, dass sie uns zum Kunsthändler fährt und drei Stunden übersetzt und wartet und bei den Formalitäten behilflich ist.

Bis die Band gegen 1 Uhr zu spielen aufhörte, hatte sich die Terrasse zusehends geleert. Mike und Chris verabschiedeten sich. Nanee und ich, sowie die zwei Kollegen zogen noch auf einen abschliessenden Drink ein Haus weiter. Dann fuhr Nanee nach Hause. Sie wohnt in einem eigenen Haus mit zwei Hunden bei Bo Phut. Die beiden Kollegen fuhren mit dem Roller nach Hause und ich schlenderte gemütlich zurück zum Hotel. Mike war noch wach und hörte Musik vom Laptop. Wir plauderten noch etwa für 10 Minuten. Dann legte ich mich hin und schlief sofort ein.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 05.03.2008 – Urlaubseinpacktipp, ein Waran, zwei Strände, vom Shopping, der Cross Champion, Aloe Vera Massage und Abrocken im Sham Rock

5. März 2008

Das WLAN des Hotels funktionierte 2 volle Tage nicht. Nun wechselte der Techniker den Server und die Bits und Bytes fliessen sogar erheblich schneller über die unsichtbare Welle zu unseren Laptops. Wir sitzen bei Kerzenschein an einem Tisch im Strandrestaurant. Eigentlich ganz gemütlich. Sogar die Mücken belästigen uns noch nicht. Gefühlte Temperatur 26 Grad. Die Wellen kommen hörbar heftiger. Es regnete heute (07.03.2008) heftig und fast durchgängig. Aber das Wetter hier ist immer noch um Längen besser, also in Regensburg. Dort steht das Thermometer aktuell bei 1,6 Grad – Vorhersage -1 bis 9 Grad. Für Zürich sind in der nach sogar -6 Grad und am Tag höchstens 6 Grad prognostiziert. Wir schicken auf diesem Weg ein paar Grade hinüber. Nun also zum Bericht von vorgestern:

Tag 11: Die grosse Frage, die man sich vor Antritt der Urlaubsreise immer stellt, ist folgende: „Was zum Teufel soll man einpacken?“ Diese Frage lässt sich zumindest für Koh Samui einfach beantworten: „Gar nichts!!!“ Ganz im Gegenteil: „Räumen Sie vor der Abreise Ihren Kleiderschrank aus und werfen Sie alles weg, was Sie nicht mehr sehen können!!“ Nein, Peterle dreht jetzt nicht komplett durch. Natürlich sollte man nicht nackt zum Flughafen fahren. Erstens kommt man vielleicht dann nicht an und verbringt seine Ferien oder länger in Einzelhaft und zweitens wäre das nun auch wieder zu extrem, aber mein Tipp: „Nehmen Sie einen leeren Koffer mit!“ Und selbst den braucht es nicht, ausser den Reisedokumenten und die Kleidung, welche Sie anhaben. Zumindest auf dem Hinflug. Wie ich darauf komme? Erklärung folgt sofort:

Rechnen Sie im folgenden grob um: 50 Baht = 1 Euro, 500 Baht = 10 Euro usw. Also „Baht“ multipliziert mit 2 und ergibt Euro-Cent (geteilt durch 100 ergibt glatte Euro).

Wir fuhren heute zum Einkaufen. In eines der grossen Shoppingcenter in Chaweng direkt an der Hauptstrasse. Der gigantische Supermarkt heisst „TESCO Lotus“ und liegt direkt von der Hauptdurchgangsstrasse nach Bo Phut bzw. Richtung Flughafen auf der linken Seite. Das „TESCO Lotus“ ist ein Wholeseller, also ein Allesverkäufer. Von der Digitalkamera bis zur Socke und über Früchte bis zum White Snapper gibt es dort ALLES! Auch Koffer! Zuerst sahen wir uns natürlich in der Elektro- und in der Unterhaltungselektronik-Abteilung um.

Wer also einen Speicherchip für Seine Kamera von 2 GB Grösse braucht, bekommt diese Karte für sage und schreibe 549 Baht, was in etwa 11 Euro entspricht. Wer seine Digitalkamera vergessen hat, kauft diese und den Speicherchip für zwischen 6.000  (120 Euro für Kompakt-Digital Olympus mit 7,2 M-Pixel) und 25.900 Baht (510 Euro Spiegelreflex Canon EOS 400D mit Objektiv). Das sind noch relativ „normale“ Preise. Aber jetzt geht’s los:

Weitere Beispiele: Waschzeug – Zahnpasta grosse Packung hält mindestens 2 Jahre lang 49 Baht, Zahnbürste Dr. Best 59 Baht, Palmolive „Aroma Therapy“ Showergel 250 mL 50 Baht, Head&Shoulders Haarshampoo „Ocean Fresh“ 400 mL 151 Baht.

Badehose 190 Baht, Handtuch gross 175 Baht, T-Shirt 1-farbig 69 Baht, T-Shirt gemustert oder bedruckt 99 bis 199 Baht, Hemd einfach Kurzarm bedruckt oder benäht 199 Baht, Hemd Business Kurzarm 299 Baht. Jeanshose kurz 350 Baht. Socken 19 bis 32 Baht. Strandschuhe mit Klettriemen 380 Baht, Turnschuhe Marke Adidas 2.190 Baht. Wer möchte, kann sich noch Krawatten kaufen: 160 Baht (was 3,20 Euro entspricht)

Es gibt alles vom Shivas Regal 12 Jahre alt für 895 Baht bis zur Bärenmarke Kondensmilch (Bear Mark). Von Toblerone Schokolade bis Ricola liegt was das Herz begehrt in den Regalen. Mike hätte zum Beispiel auch den löslichen Kaffee von Nescafe nicht mitnehmen brauchen (175 Baht). Also warum dann irgendetwas einpacken, was es hier auch und zwar viel günstiger gibt? Lassen Sie Ihren Koffer zu Hause. Den gibt es hier in Hartschale in allen Farben und allen nur denkbaren Grössen und Formen für die Rückreise.

Der Vorteil des Einkaufs im Urlaubsland – hier in Koh Samui – ist, dass sie dann erstens von der Warterei auf den Koffer am Flughafen vollkommen befreit sind, Sie schleppen keine grossen Koffer durch die Gegend und am Ende der Reise nehmen Sie nagelneue Kleidungsstücke mit, die sicher kein anderer in Ihrem Heimatstädtchen hat, weil es diese nicht im H&M oder C&A oder sonst wo zu kaufen gibt. Nicht mal bei Hugo Boss oder einem anderen Edelladen bekommen Sie eine exklusivere Ware; denn einmal fertigen die Firmen eh in Asien und zweitens ist die Kollektion eigentlich für das Zielpublikum des Reiselandes konzipiert und entworfen.

Allerdings folgt für grosse Menschen in Asien ein Konfektionsgrössen-Problem. XL ist nicht nach europäischen Grössen geschneidert 🙂 Probieren hilft! Und die Ladies unter unserem Publikum müssen leider einsehen, dass Grösse 36 auf thailändisch etwas kleiner ist 🙂 Aber der Hauptvorteil der ganzen Massnahme: Es kostet erheblich weniger sich hier neu einzukleiden! Und: Sie dürfen Klamotten bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 20 Kilogramm einkaufen. Falls Sie den Kofferkauf nicht am Ende vergessen.

Aber nun zum heutigen Tagesablauf: Chris weckte uns gegen 9 Uhr. Nach dem Duschen liefen wir zum Frühstücken. In der Nacht hatte es noch geregnet, nun schaute die Sonne ab und zu durch die Wolken. Tagesplanung: Wir sahen auf dem Rückweg von Nathon vor ein paar Tagen am Strassenrand mehrere Läden, die Rattan- und Dedon-Faser-Möbel auf der Strasse oder im Geschäft selbst ausstellten. Da ich von einer Reportage her wusste, dass Dedon die Möbel in Asien selbst herstellen lässt, könnte man ja beim Erzeuger selbst einmal die Preise abfragen. Speziell interessierten mich die geflochtenen Terrassen-Liegen (Beach Bed). Aber auch die grossen Holzschnitzereien und Möbel, die wir im Mr. Samui vor Tagen sahen, wären interessant.

Daher trafen wir uns nach dem Frühstück gegen 11 Uhr in der Hotelhalle. Auf dem Weg dorthin sah ich ein aus Österreich stammendes Paar, das vom Pool aus auf die Lagune blickte und rege diskutierte. Die beiden hatten einen Leguan oder Waran entdeckt, der in der Lagune schwamm. Dann starteten wir unsere Fahrt mit den Motorrädern Richtung Nathon. Immer Ausschau haltend nach einem speziellen „Beach Bed“, dass ich auf der letzten Rückfahrt am Strassenrand sah. Der Verkehr lief locker dahin und so landeten wir nach etwa 40 Minuten hinter Mae Nam. Aber so weit konnte der Laden nicht hinter Chaweng gewesen sein. Ich erinnerte mich, dass er zwischen Bo Phut und Chaweng sein musste. Somit hielten wir an der nächsten Rastmöglichkeit mit der Option etwas zu trinken am Strassenrand an. Wir stellten die Motorräder ab und setzten uns vor das thailändische Restaurant. Es handelte sich dabei um ein sehr einfaches Lokal. Eine Dame kochte direkt im Wirtsraum und die Bestuhlung bestand aus Plastikstühlen. Hier verpflegten sich die Koh Samuianer – von Touristen keine Spur. Sehr gut!

Wir bestellten drei Mal Cola und die Köchin brachte die Flaschen mit Strohhalm an unseren Tisch. Wir plauderten über die Fahrt und die vorbeifahrenden teils kuriosen Vehikel. Mike besuchte die einfache Toilette und kam grinsend und darüber berichtend zurück. Im Gebäude nebenan schraubten zwei Thai an einem Roller herum. Auf diesem Landstrich schlug man sich noch nicht gross mit dem Massentourismus herum. Zumindest spürten wir davon nichts. Mike bezahlte die Drinks (90 Baht) und wir wendeten die Motorräder und fuhren die Strecke gemütlich zurück. Wir mussten den Laden übersehen haben.

Bei Bo Phut bogen wir links ab, weil Chris sich den Strand dort ansehen wollte. Wir fuhren in eine Sackgasse hinein, die direkt am Strand mit einem Holzpavillon endete. Dort stellten wir die Motorräder ab und gingen zwischen einem Restaurant und dem Pavillon hinunter zum Strand. „Schöner feiner Sand“ meinte ich und das Meer überzogen nur wenige flache Wellen. Ich schoss ein paar Fotos und Chris meinte „Gesehen! Fahren wir wieder!“. So setzen wir gleich wieder unsere Suche nach dem Laden mit der geflochtenen Strandliege fort.

Chris fuhr voraus; denn er konnte sich ebenso an das Geschäft erinnern. Nach wenigen Kilometern sahen wir vor einem neuen Geschäftshauskomplex zwei Liegen stehen. Wir parkten die Motorräder und ich betrat das Geschäft „Beautiful World – Furnitures and Interiors“. Eine blonde junge Nordmännin sass hinter einem Computer. Im Geschäft selbst standen ein typisches Holzbett, eine schöne tiefe Sitzgarnitur und weitere thailändische Möbel. Die ungefähr 25-jährige Blondine stellte sich als „Silka“ (aus Schweden stammend) vor und fragte freundlich nach, was ich suchen würde. Ich antwortete, dass ich vor zwei Tagen auf dieser Strasse unterwegs war und ein Beach Bett in Form eines Blattes (Leaf) gesehen hätte. Ob ich hier richtig wäre. Sie meinte, ob es sich um das Bett draussen handeln würde. Leider nein; denn das aus meiner Erinnerung wäre aus brauner Faser geflochten. Sie bat mich meine Kontaktdaten aufzuschreiben, dann würde sie mir die Kollektion per Mail zusenden. Ausserdem bestände die Möglichkeit ein Angebot zu erstellen inklusive „Shipping“ in das Herkunftsland. Ich schrieb meine E-Mailadresse auf ein Blatt Papier und bedankte mich für die Hilfe.

Mike und Chris rauchten draussen und sahen sich die Liegen an. Ausserdem lachten sie über ein Elektrogeschäft auf der anderen Seite, das den unmöglichen Namen „Wattanaporn Electric“ in grossen goldenen Lettern über dem Eingangsportal trug. Dann bestiegen wir erneut die Motorräder und setzten unsere Fahrt Richtung Chaweng fort. Chris hielt dann bei einem Geschäft, vor dem er das „Beach Bed Leaf“ in braun entdeckte. Es hiess „Seaside Decor“ und führte Möbel aus synthetischem Rattangeflecht. Die Faser selbst stammt von der Firma Rehau, wie wir auf original Plakaten lesen konnten. Wir stellten die Motorräder ab und gingen hinein. Wir wurden von einer netten Thailänderin empfangen, die uns sofort die Liege zeigte. Aus dem Katalog entnahm sie den Preis (24.000 Baht entspricht 480 Euro). Ich bat um ein Angebot inkl. Shipping und übergab meine E-Mail-Adresse. Dann sahen wir uns im Katalog noch die weitere Kollektion 2008 an. Vor der Pharmacia gegenüber stand ein schöner alter VW-Käfer mit Weisswandreifen, der sofort abgelichtet werden musste.

Anschliessend fuhren wir zu oben bereits ausführlich beschriebenen Supermarkt „TESCO Lotus“ und während Chris in einem Lokal wartete, kauften Mike und ich Bekleidung, Säfte und Duschgel ein. Wir verluden die Einkäufe in die Taschen und in das Staufach des Rollers und fuhren zurück nach Lamai. Als wir vor dem Hotel parkten, kam uns der Cross-Champion nach. Wegen Motorräder-Check sollten wir die Fahrzeuge zu ihm bringen, was wir natürlich sofort taten. Vor seinem Geschäft angekommen setzten wir uns und er erzählte, dass er zwar die örtliche Polizei in Lamai „belohnt“ hätte, er aber gehört hätte, dass in Chaweng in den nächsten Tagen eine Verkehrskontrolle durchgeführt werde. Wir wunderten uns eh schon, dass wir ohne Fahrzeugkennzeichen fahren durften. Er meinte zwar, dass dies in Ordnung ginge und er monatlich zahlt, aber wir glaubten nicht, dass das Geld an die Versicherung ginge.

Er gab uns das Kompliment, dass er selten so gute Kunden hätte, die so auf die Motorräder aufpassen würden. Andere Kunden würden mit Wheelies durch die Strassen fahren und die Cross-Motorräder aufs Äusserste belasten. Er hätte uns immer sehr gemütlich am Laden vorbei fahren gesehen und das spreche für einen gelassenen Fahrstil. Wir bezahlten die restlichen Tage des Verleihs (500 Baht pro Tag und Töff) und er bot uns an, in den nächsten Tagen die Motorräder wieder abzuholen. Wir bedankten uns und ich schoss noch ein Foto von „Wat“, wie er sich nannte vor seinen vielen Pokalen.

Wir liefen das kurze Stück zurück zum Hotel und kamen dabei an unserem Stamm-Massagesalon vorbei. Den Ladies versprachen wir, dass wir nach dem Strandbesuch noch zum Kneten vorbeikommen. Im Hotel angekommen, schnappten wir uns das vom Hotel immer bereitgelegte blaue Handtuch und schlenderten hinunter zum Strand. Chris kam uns nach und wir suchten uns drei Liegen aus, die noch von der hinter dem Berg verschwindenden Sonne beschienen wurden.

Während Chris langsam die Müdigkeit überkam und Mike mit seinem I-Pod im Ohr beschallt wurde, zog ich mich aus und sprang kurz ins Meer. Anschliessend entspannte legte ich mich zu den anderen beiden zum Entspannen.

Nachdem die Sonne gänzlich gegen 18 Uhr verschwand, beschlossen wir uns auf das Zimmer zurück zu ziehen. Mike liess sich aufs Bett fallen und schlief sofort ein. Ich duschte zuerst und schaltete den Laptop ein, um die Bilder auf den Server zu laden. Die Verbindung zum WLAN-Netz gestaltete sich schwierig, was den Upload deutlich verzögerte. Dann schlief auch ich ein. Bis um 20 Uhr Chris an der Tür klopfte. Mike erwachte und öffnete verschlafen die Tür. Er duschte und zog sich an.

Wir gingen im Anschluss zum Massagesalon und liessen uns von den Mädels bei einer einstündigen Aloe Vera Behandlung verwöhnen (400 Baht). Danach bekamen wir einen Kaffee spendiert und setzten uns vor den Salon. Eine der Masseurinnen naschte die typischen Leckereien. Irgendwelche frittierte Käfer und genauso zubereitete Heuschrecken. Lecker!

Nachdem wir ein wenig mit den Damen geplaudert und gelacht hatten, verabschiedeten wir uns und schlenderten zum Restaurant „Sri Nuan“. Doch die Bedienung teilte uns mit, dass sie gerade schliessen möchten. Es war ja schliesslich schon 22:30 Uhr. Aber das machte uns nichts aus „See you tomorrow“ Und wir kehrten um.

Die Vorstellung im McDonald essen zu müssen, liess uns erschaudern. Irgendein Restaurant muss doch in Lamai noch geöffnet haben. So zogen wir gemütlichen Schrittes die Lamai Beach Road entlang und landeten schliesslich bei einem noch geöffneten Restaurant. Das Restaurant heisst „J. Jing Jai“ und bietet hauptsächlich vegetarische Speisen an. Aber auch typisch thailändische Gerichte. Wir durften uns den Tisch aussuchen und erhielten die Speisekarten. Chris nahm ein Wasser und Red Chicken Curry. Mike und ich je einen Mango-Saft (was sonst) und frittierte Chickenstücke und Gemüse – dazu Reis. Eine Thai, die sich später als Geschäftsführerin mit dem Namen „Nana“ vorstellte, brachte die Speisen nach kurzer Zeit. Wir liessen es uns schmecken und nahmen im Anschluss noch einen Kaffee zur Zigarette. Dabei plauderten wir mit Nana über den heutigen Ausflug und thailändische Möbel. Sie erzählte uns, dass sie schon seit 10 Jahren Ich fragte, woher die Schnitzereien und Möbel im Restaurant stammen würden und sie bot uns an, uns an einem der nächsten Tage nach Bo Phut zu ihrem Hauslieferanten zu fahren. Wir nahmen das Angebot gerne an und bezahlten kurz darauf die Rechnung; denn wir waren mittlerweile die letzten Gäste. Nana hatte sich ebenso zurecht gemacht, um das Restaurant zu schliessen und wir verabschiedeten uns.

Chris und Mike liessen sich gestern Abend ja ohne mich massieren und besuchten im Anschluss daran eine Lokal, in dem bis um 1 Uhr eine Rockband spielte. Dorthin wollten wir noch gehen. So passierten wir den „roten Platz“ mit den vielen Animierpavillons und hörten nach wenigen Metern die Rockmusik. Die Rock-Kneipe „Samui Sham Rock“ befindet sich noch vor dem „Bauhaus“ auf der rechten Seite. Wir betraten den offenen Sitzplatzbereich, stellten uns dann aber in geeigneter Entfernung an die Bartheke. Mike bestellte ein „Erdinger“ – Chris und ich ein Singha-Beer. Die Live-Band bestand aus 5 Musikern. Drei davon waren Mädels. Eine spielte Leadgitarre, die andere Bassgitarre und die dritte liess Schlaginstrumente erklingen. Ab und zu gingen Gastmusiker auf die Bühne. Der eine setzte sich bei einem von Judas Priest (Breakin‘ the Law) ans Schlagzeug. Ein anderer übernahm die Leadgitarre bei einem Stück von Jimmy Hendrix und AC/DC (TNT). Von Tina Turner bis Bon Jovi reichte das Repertoire der Band und die thailändische Rockband heizte den Gästen gehörig ein.

Als die Band gegen 1 Uhr zu spielen aufhörte, verliessen wir das „Samui Sham Rock“ und schlenderten durch fast leere Strassen zurück zum Hotel. Unterwegs trafen wir eine der Masseurinnen aus unserem Stamm-Salon, die ebenfalls auf dem nach Hause Weg war. Wir begleiteten Sie bis zu unserem Hotel und verabschiedeten uns dann. Morgen möchten wir einen Sonnentag einlegen, falls das Wetter es zulässt. Falls nicht, dann fahren wir mit „Nana“ vom „J. Jing Jai“ zu ihrem thailändischen Hoflieferanten nach Bo Phut. Langweilig wird es uns auf jeden Fall nicht.

PeterPan’s Shopping-Tipp:

TESCO Lotus
Samui Ring Road, Chaweng North
1/7, Moo 6, Tambon Bo Phut
84320 Koh Samui, Suratthani, Thailand
Tel: 0 7724 5400-24
Fax: 0 7724 5426
Website: http://www.tescolotus.com

PeterPan’s Restaurant-Tipp für Lamai:

J. Jing Jai – Sharaira Restaurant
Lamai Beach Road
Tel: +66 77 233271 or +66 8 1719 4939
P.O.Box, 101 Chaweng, Koh Samu, Suratthani, Thailand 84320

The Samui Sham Rock Irish Pub & Restaurant
124 / 144 Lamai Beach Road, Tambon Maret,
Koh Samui, 84310, Thailand
Tel: +66 (0)81597 8572
Email: info@thesamuishamrock.com
web: http://www.thesamuishamrock.com

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 04.03.2008 – Am Tag als der grosse Monsunregen kam

4. März 2008

Tag 10 – die erste Hälfte unseres Urlaubs auf Koh Samui ist fast rum. Wir standen spät auf und verzichteten auf das Frühstück. Mike ortete die Wetterlage. Es war zwar bedeckt, aber die Sonne kam immer wieder durch die Wolken hindurch. Gefühlte Temperatur: 26 Grad im Schatten. Ich setzte heisses Wasser auf. Auf unserem Zimmer steht im Eck neben der Stehlampe ein Tischchen. Darauf ein Wasserkocher und zwei Tassen. Den löslichen Kaffee und Süssstoff brachte Mike aus Zürich mit. Zucker wäre unpraktisch gewesen; denn wir kannten die Vorliebe von Ameisen und Kakerlaken für das Süsszeug noch aus Teneriffa.

Mike sass auf dem Balkon und genoss die Aussicht auf das Hotel „Patio“ gegenüber. Sogar „Meersicht“ ist von unserem Balkon aus im Sitzen möglich. Das Meer war sehr ruhig. Ich brachte zwei Tassen Kaffee mit nach draussen und setzte mich auf den Plastikstuhl. Dann legte ich die Füsse hoch und steckte mir eine Zigarette an. „Wir sollten zum Strand gehen“, meinte ich. Mike nickte nur lächelnd. Er wollte offensichtlich momentan einfach nur „chillen“ – da sitzen und das Ambiente wirken lassen.

Nach der Tasse Kaffee packten wir unsere Sachen. Ich ging zuerst zur Rezeption, da mein Internet-Access nicht funktionieren wollte. Trotz neuen Zugangsdaten liess mich das WLAN heute morgen nicht einwählen. Die Dame an der Rezeption nahm den Zettel mit den Zugangsdaten und telefonierte kurz mit dem Mobile Phone nach Bangkok. Hört sich blöd an, ist aber so und hier eine eine Kleinigkeit. Die Dame schien das öfter zu machen. Sie diskutiert kurz mit der Hotline, gab die Kennung durch und meine ich solle es noch einmal probieren. Es klappte auf Anhieb. Mit dem Laptop unter dem Arm und der Tasche übe der Schulter wanderte ich zwischen den Bungalows zum Strand.

Die Liegen waren nur locker belegt. Mike war schon vorgegangen. Chris sahen wir nirgends und so suchten wir uns zwei nebeneinander stehende Liegen aus. Etwas Sonne tat gut. Wenn sie durchkam, dann wurde es schön warm auf der Haut. Nach einer beidseitigen Besonnung kühlte ich mich im Meer kurz ab. Dann legte ich mich zum Abtrocknen wieder auf die liege. Es wehte nur ein leichter Wind vom Meer – von Osten – her. Ich sah einen Surfer, der sich im schwachen Wind mit der Dünung abquälte. So gut könnte ich es auch. Vielleicht probiere ich es wieder in den nächsten Tagen bei Gelegenheit. Das letzte Mal stand ich auf Kreta auf dem Brett. Das ist schon ewig her.

Dann gegen 16 Uhr kamen von Meer her dunkle Wolken und der Wind frischte auf. Wir entschlossen uns im Strandrestaurant Stellung zu nehmen und einen Mango-Saft zu geniessen. Die Laptops bauten wir vor uns auf und ich checkte die Mails. Mike schimpfte über die schlechte Verbindung. Er bekam fast keine Website angezeigt. Ob es am WLAN oder an seinem Laptop lag, wissen wir noch nicht. Das checken wir Morgen. Bei ihm ging fast gar nichts mit Internet.

Der Wind blies immer böiger und wir warteten gespannt, ob die „Handtuchwerfer“ in den ersten beiden Reihen wieder schlagartig die Flucht ergriffen. Und bei den ersten Regentropfen war es dann soweit. Hurtig packten die Herrschaften ihre Habseligkeiten und flüchteten in ihre Bungalows. Kurz darauf begann es zu regnen. Es war fast so, als würde Petrus an einem riesigen Wasserhahn drehen und diesen immer mehr aufdrehen. Nach einer halben Stunde regnete es so stark, dass man unter einem Wasserfall trockener geblieben wäre.

Wir entschlossen uns den Tisch zu wechseln. Etwas weiter hinten blieben wir von der Gischt des Regens besser verschont. Mike bestellte sich einen Chefsalat, während Chris von seinem Ausflug nach Chaweng Noi – dem Hausstrand in Chaweng. Er schaffte es noch einigermassen trocken zu uns zu gelangen.

Plötzlich tropfte es von der Decke des Strandrestaurants direkt auf die Tastatur und den Bildschirm von Mike’s Laptop. Er hob das Teil an, drehte es um und liess das Wasser wieder ablaufen. Das Dach schien den Wassermassen nicht ganz gewachsen zu sein. Wir wechselten erneut den Sitzplatz. Chris sprintete hinüber zu seinem Bungalow und setzte sich auf seine Terrasse.

Immer wenn man meinte es geht kann eigentlich jetzt nicht mehr stärker regnen, drehte Petrus den grossen Wasserhahn etwas mehr auf. So als ob er beweisen wollte, dass es noch viel heftiger geht.

Trotzdem kam ein Pärchen mit Schirmen geschützt den Weg zwischen den Bungalows entlang und setzte sich an die Strandbar. „Buck“ sass schon eine ganze Weile etwas gelangweilt hinter seiner Theke und freute sich, dass er doch noch etwas zu tun bekam.

Wir sassen hinter den Laptops und genossen auch diesen Regen ohne Ende. Nach der Erfahrung von Chris vom letzten Urlaub regnete es vor zwei Jahren auch immer so gegen 16 Uhr. Also sollten wir unseren Tag umstellen und ich die Schreiberei von der Nacht auf die späten Nachmittagsstunden verlegen.

Trotz des Regens gingen ab und zu Pärchen im strömenden Monsunregen am Strand entlang. Der Regen war ja nicht kalt, aber ich könnte mir etwas romantischeres vorstellen. Vielleicht handelte es sich um „All-inkl.“-Touristen, die ganz dringend zum Abendessen mussten. Ab und zu lief auch ein Jogger vorbei. Wir scherzten, dass er wenigstens nicht schwitzt und sicher seine Duschseife in der Tasche hat. So kann er bei dem Regen sofort im Anschluss etwas für Frische und Sauberkeit am Strand sorgen und verschwendet kein kostbares Trinkwasser 🙂

Gegen 18 Uhr regnete es immer noch unvermindert. Allerdings zeigte die Akkus unserer Laptops an, dass dies sich im kritischen Zustand befanden. Also bezahlten wir die Rechnung und gingen mit unseren Handtüchern über dem Kopf gehalten zurück ins Zimmer.

Dann duschte ich und knallte mich aufs Bett. Ich schlief etwas, bis Chris um 20 Uhr an der Tür klopfte. Er hatte einen kleinen Plastiksack dabei. Mit einem Erdbeerjogurt darin. Somit war klar, wohin wir heute zum Essen gingen: Sri Nuan – Thai Food & Sea Food. Wir schlenderten die noch nasse Strasse entlang. Beim Massagesalon empfing man uns mit einem Lächeln. Wir lehnten vorerst ab; denn zuerst ging es um das leibliche Wohl. Anschliessend planten wir noch eine Aloa Vera Massage zu nehmen. Chris erzählte unterwegs, er hätte erfahren, dass sich sein Bruder Mario einen Bänderriss zugezogen hätte. Gute Besserung von unserer Seite an dieser Stelle!

Die nette Bedienung im „Sri Nuan“ empfing uns Freudestrahlend und liess uns einen Tisch wählen. Wir setzten uns in die erste Reihe mit Blick auf die wenig belebte Strasse. Neben uns befanden sich nur noch zwei weitere Pärchen im Restaurant. Die beiden von uns bevorzugten Tische draussen besetzten ein weiteres Pärchen und eine Dreiergruppe hörbar aus Deutschland – dialektmässig Schwaben zuzuordnen. Chris plante die Fischtheke zu besuchen und stand auf. Ich folgte ihm. Er wählte einen White Snapper aus. Die nette Bedienung fragte „Frittiert und mit Knoblauch?“ Chris überlegte kurz und nickte dann. Ich kannte eigentlich lediglich die rote Variante des Fisches und bestellte ebenso diesen Fisch mit dem wohl formulierten englischen Satz „Same Same!“.

Mike legte wieder einen Gemüsetag ein und bestellte frittiertes Gemüse und Reis. Wir setzten uns und tranken den zuvor gebrachten Mango-Saft. Chris hatte den Beutel mit dem Erdbeerjogurt vorerst noch versteckt. Wenig später verliess das Pärchen den einen Tisch auf dem Gehsteig vor dem Restaurant. Wir setzten uns blitzartig um und nahmen unsere Getränke mit. Sofort zückten Mike und Chris die Zigarettenschachtel und steckten sich eine an. Wie bereits vermeldet, ist das Rauchen im Restaurant selbst untersagt. Daher spekulieren wir immer auf einen der beiden Tische im Aussenbereich.

Zuerst brachte eine der Bedienungen den Reis und das frittierte Gemüse von Mike. Wenig später brachte die Lieblingsbedienung von Chris unsere beiden Fische mit Knoblauch darauf. „Na dann hat sich das mit dem Küssen für heute“ scherzte ich. Chris entgegnete: „Keine Sorge! Ich hab Kaugummi dabei!“ und lachte. Der „weisse Schnapper“ lag sehr schön angerichtet auf Salat. Nur der gekochte Reis erschien uns etwas zu trocken. So bestellten wir noch eine weitere Portion Gemüse, welches nach wenigen Minuten ebenso serviert wurde.

Wir liessen es uns schmecken. Der Fisch schmeckte schön knusprig und das weisse Fleisch liess sich leicht von den grossen Gräten trennen. Kleinere Gräten besitzt dieser Fisch offensichtlich nicht. Sehr schmackhaft. Und doch „leicht im Rauch“, wie der Feinschmecker es ausdrückt. *lach* Sicher nicht. Für die gesamte Mahlzeit für drei Personen inkl. Getränke bezahlten wir 760 Baht (entspricht 15 Euro). Nachdem wir die Rechnung beglichen, legte Chris noch etwas Trinkgeld auf die Rechnung – und den Erdbeerjogurt. Dann standen wir auf und verabschiedeten uns. Schliesslich wollten wir ja noch zur Massage gehen.

Doch leider schlossen die Mädels den Laden gerade. Sie hatten heute bei dem schlechten Wetter fast kein Geschäft gemacht und nun würde auch keiner mehr kommen. Sie planten ins benachbarte Restaurant zu gehen und ein Thai BBQ zu essen. Schön scharf, erzählten sie uns. Deshalb überlegten sich Chris und Mike eine Ausweichalternative: Sie nehmen einen anderen Massagesalon stadteinwärts. Ich war eh schon den ganzen Tag durch die ausführliche Schreiberei in der letzten Nacht zu wenig Schlaf gekommen. Deshalb zog ich es vor lieber gleich ins Bett zu gehen.

Übrigens: Während ich den letzten Absatz schreibe, zieht ein Gewitter über Lamai hinweg. Es regnet wieder heftig mit Blitz und Donner. Bin mal gespannt, ob die beiden trockenen Fusses den Massagesalon erreicht haben. Davon erfahrt ihr morgen mehr.

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Urlaub Koh Samui 03.03.2008 – „On the way to Big Buddha“ Ab in den Dschungel oder der Weg ist das Ziel

3. März 2008

Das Wetter und die „Abendveranstaltung“ gestern liess uns wie beschrieben a) spät aufstehen und b) die Motorräder nicht bewegen. Ergo: Wenn die Sonne scheint, musst Du aufstehen. Sagte ich bereits, dass angeblich im März der Sommer auf Koh Samui anfängt? Die Trockenzeit steht am Höhepunkt. Und: Tatsächlich! Als ich gegen 8:30 Uhr das erste Mal bewusst erwachte und aus dem Fenster blickte, sah ich die Sonne und blauen Himmel. Nur aufstehen konnte ich irgendwie nicht.

Erst als es gegen 9 Uhr an der Tür klopfte, rappelte ich mich hoch. Das muss Christian sein. Er stand vor der Tür. Frühstücken stand auf dem Plan und dann ab in die Berge. Ich duschte und zog meine Klamotten an. Mike rüsselte immer noch. Somit weckte ich ihn gegen 9:30 Uhr und verschwand zum Frühstücken. Mike kam wenig später noch etwas verschlafen nach. Wir sassen auf der überdachten Terrasse des Strandrestaurants und fühlten ein erhöhtes Flüssigkeitsdefizit. Auf deutsch: Wir verspürten deutlich einen „Brand“. Die erste Zigarette schmeckte scheusslich. Für Nichtraucher eh unverständlich, da eine Zigarette für diese Personengruppe eh grässlich riecht. Auch bei Rauchern gibt es solche Tage.

Die Liegen vor dem Restaurant belegten wieder die selben „Dauercamper“, wie Chris die Handtuchwerfer nannte. Mike kam langsam zu sich; denn er sinnierte darüber nach „Wie man nur 3 Wochen mit seiner Freundin/Frau am Strand liegen könnte, jeden Tag! Grässlich! Langweilig!“ Kein Wunder, dass wir schon den ein oder anderen Herren beim Vorbegehen an einer Bar auf dem „Roten Platz in Lamai“ oder auf dem Roller mit netter thailändischem Copiloten gesehen hatten – ohne Freundin/Frau. Aber ich sag nix 🙂 Das bleibt unter uns.

Gegen 10:30 Uhr trafen wir uns dann nach dem Packen des üblichen Überlebenspäckchens (Handtuch, Sonnenöl, Sonnenbrille, Digicam, Wasserflasche) die Supermoto-Teile (Chris den Roller) und starteten durch. Unser Reiseführer Chris schlug bereits Tags zuvor die Route „Lamai – Mountain View – Mae Nam“ vor. Somit bogen wir an der Hauptstrasse nach der scharfen Linkskurve rechts auf eine betonierte Landstrasse ab. Recht schnell wechselte die Aussicht von „besiedeltem Gebiet“ in „Palmenheine“, je weiter wir fuhren. Plötzlich war die betonierte Strasse zu Ende. Nun hiess es langsamer fahren, denn der Untergrund war weder eben noch trocken noch gleichmässig. Da es gestern sehr stark geregnet hatte, standen ab und zu grosse – und wie wir später feststellen mussten auch tiefere braune – Wasserpfützen quer zur Strasse. Manche erinnerten stark an eine Gebirgsbachdurchfahrt. Allerdings ist Gebirgswasser deutlich klarer.

Nach etwa 20-minütiger Schleichfahrt im 1. oder 2. Gang, welche dem Fahrer äusserste Aufmerksamkeit in Bezug auf die Strassenbeschaffenheit abverlangte,  kamen wir an einer Kreuzung an. Wo geht es nun hin? Kein Schild, kein Hinweis, gar nichts, rechts führte eine Strasse in den Urwald. Und rechts sah es genauso aus. Hier stellten wir dann fest, dass weder der PTA Chris, noch ich eine Touristenkarte vom Hotel eingesteckt hatten. Ok, Chris entschied: „Wir fahren links!“ Bei einer 50:50 Chance kann ja nur eine Möglichkeit die falsche sein. Und wir wählten schlecht; denn nach 20 Minuten Fahrt fanden wir uns vor der Hauptverkehrsstrasse in Lamai wieder.

Also: Wenden und zurück zum Ausgangspunkt. Den Weg kannten wir ja schon. Dann kam wieder eine Abzweigung. Diesmal führte die Strasse entweder geradeaus oder nach links. Wir diskutierten gerade, als wir einen Suzuki-Jeep hörten. Dieser stoppte und ein netter Engländer stieg mit eben dieser Touristenkarte aus. Er und seine Frau wollten zum „Woodland Park View“. Gut, dass ist einfach. Hinter uns stand ausnahmsweise ein grösseres Schild. Auf diesem Stand der Name des Restaurants und die Kilometerangabe, nämlich auf den ersten Blick kurz erscheinende 5 Kilometer. Chris meinte, dass man über diesen Weg auch nach Mae Nam fahren könnte. Also nahmen wir die linke Abzweigung und fuhren den Sandweg entlang bergauf.

Dass die Infrastruktur in Koh Samui enormen Nachholbedarf besitzt und das Tourismusaufkommen und die Bautätigkeit bei Immobilien schneller wächst, als das Strassennetz darf an dieser Stelle genannt werden. Sei es die Elektrifizierung, oder das Abwassernetz. Das eine funkt und britzelt und sorgt für regelmässige Ausfälle – und das andere stinkt an manchen Orten (z.B. in Chaweng und Lamai) zum Himmel. Zur Strasse: Es hatte schlicht keine. Sand wechselte sich mit Geröll ab. Wie ein ausgewaschenes Flussbett die Steigungen. Wir waren zwar schneller, als der Suzuki-Jeep der beiden Engländer, aber uns kamen die 5 Kilometer wie eine halbe Ewigkeit vor.




Mir rutschte an einer morastigen Steigung die Kiste langsam und sanft unter dem Hinter weg. Mensch und Maschine passiert gar nix. Mike fiel im wahrsten Sinne des Wortes in eine der oben genannten tiefen Wasserpfützen. Dabei rutschte die Innenseite des rechten Unterschenkels an der Auspuffabdeckung (wohlgemerkt!) vorbei. Zum Sonnenbrand auf den Unterarmen kam somit noch eine leichte Verbrennung des Unterschenkels dazu. Er hob die in der Pfütze „abgesoffene“ Honda wieder senkrecht und prüfte seine Verletzung. Er winkte ab, stieg wieder auf und es ging weiter.

Dann balancierten wir unsere Maschinen teils stehend auf den Fussrastern über eine Steigung, deren Untergrund eher an ein ausgewaschenes Flüsschen erinnerte und erreichten eine Anhöhe. Dort fuhren wir direkt in einen hölzernen Unterstand. Bei klarem Wetter könnte man den gesamten Urwald bis hinunter nach Chaweng besichtigen. Leider sorgte der Dunst in der Luft nur für wenig gute Aussicht. Ich griff als erstes zur Wasserflasche und als zweites zur Zigarette. Erst einmal tief durchatmen. 5 Kilometer können doch nicht so weit sein! Während wir dastanden und über das Streckenteilstück diskutierten, holten die das Paar aus England uns ein. Sie blieben stehen und wir feixten etwas über den Unterschied zwischen 2 und 4 Räder. Der Engländer erzählte dann, dass er den Vierradantrieb nur mit Mühe aktivieren konnte. Und den hätte es dringend gebraucht.

Dann bestiegen wir drei wieder die Böcke und tuckelten das letzte Stück zum 1. Etappenziel: Das „Woodland Park View – Restaurant & Chalet“ gegen 12:30 Uhr und stellten die Motorräder auf dem Parkplatz ab. Wir schienen die ersten Gäste zu sein – neben dem Pärchen aus England. Die beiden sassen bereits auf der Veranda in Plastikstühlen und bestellten sich zur Seelenberuhigung je ein Singha-Beer. Wir setzten uns auch nach draussen und bestellten je eine Flasche Wasser. Mike wollte dringend einen Kokosshake probieren. Schliesslich kamen wir an tausenden Kokospalmen vorbei. „Kokos is finish!“ meinte die Bedienung. Wir schüttelten nur den Kopf. Dann kam die Bedienung mit den drei Wasserflaschen und meinte „Kokos ready!“. Mike grinste und ich meinte „Die haben grad welche vom Baum geholt!“ 🙂

Wir kamen mit den beiden Engländern ins Gespräch. Dabei erwähnte ich, dass Mike einen leichten Schaden vom Exhaust erlitten hatte. Die Dame kramte in ihrem Handtäschchen und holte eine Packung verschweisste Erfrischungstücher heraus. Diese bot sie Mike an, um die Wunde zu kühlen. Ich bastelte nach bester McGyver-Manier zusammen mit meinen irgendwann mal erworbenen 1. Hilfe-Kenntnissen einen schicken Verband, den Mike dann um die Wade gebunden bekam. Diesen überschüttete er vorerst zur Kühlung mit reinem Trinkwasser aus der Flasche. Es ist so schön, wenn der Schmerz nachlässt.

Wir bezahlten für die Getränke glatte 160 Baht und verabschiedeten uns von dem Pärchen aus England. Dann sattelten wir Pferde mit integriertem Verbrennungsmotor und es ging an den Abstieg – dachten wir; denn es ging zwar schön bergab, aber dir Strecke war nicht nur nicht besser als die des Aufstiegs, sondern auch noch die falsche. Zwei Kokosgrossagrarier am Palmenrainrand machten uns auf unseren Irrtum aufmerksam. Wir wendeten flugs und es ging zurück zur Kreuzung nach dem netten Bergrestaurant. Leider ging es dort dann erst einmal wieder mal weniger steil, mal wieder etwas mehr steil, den Berg hinauf! Wir wollten endlich mal etwas bergab – und wir sehnten uns nach der holprigen Betonstrasse in Lamai/Chaweng. Das Bild oben zeigt übrigens eine Kautschuk-Plantage nebst Sammelbecher an den Bäumen und Häuschen zum Verweilen. Allerdings war an „Gummi-Geben“ bei der Vorbeifahrt nicht zu denken.

Als uns dann endlich die kurvige von Abflussrinnen durchzogene Strasse kurz bergab zu führen schien, ging es danach gleich mal im Winkel von ca. 40 Grad wieder bergauf. Zuerst probierte es Chris mit seinem Roller mit Vollgas und Anlauf. Er schaffte das Stück zu unserer Überraschung. Mike mit seiner Supermoto inkl. Strassenbereifung besass den Vorteil, dass er einmal eine niedrigere Sitzposition und zweitens längere Beine hat, wie ich. „Nur nicht stehenbleiben“ dachte ich und „nur nicht in eine Spurrinne kommen. Mit beidem hatte ich Pech. Auf halbem Weg soff mir die Kiste ruckartig ab – die Stollen der Hinterräder zogen einen feinen Strich hinter mir in das lose Geröll. Ich konnte die Kiste abfangen, aber bei dem Gefälle nicht absteigen. Glücklicherweise erschien dann Mike und er schredderte die Kiste die letzten Meter bis zu einem flacheren Stück. Ich stieg zu Fuss das steile Stück hinauf, was so schon schwierig war, trotz festem Schuhwerk.

Biesen beiden Bildern sieht man leider das Gefälle der Steigung nicht, aber die netten Abflussrinnen erkennt man deutlich. Wir hatten Glück, dass es während wir unterwegs waren nicht zu regnen begann. Dann wären wir verratzt gewesen. Ich möchte mir diese Wege im nassen zustand nicht unbedingt vorstellen, geschweige denn mit Geländekisten (Chris mit Roller) befahren.

Als wir die Anhöhe erklommen und die „Bergstrasse“ besiegt hatten, musste eine Pause her. Die Anhöhe heisst übrigens „Koh Samui Everest View“ – nicht umsonst wie wir meinen. Nur die Jaks fehlten. Bei der Pause schlossen wir sofort Freundschaft mit dem jungen Hofhund des Aussichtsrestaurants und beschnupperten uns gegenseitig. Nur: Wer zum Henker fährt hier rauf? Wir!

Von nun an ging es bergab. Die Strassenbeschaffenheit änderte sich nur leider nicht. Mit Motorbremse im 1. Gang Slalom-Fahren war angesagt. Steile Streckenstücke mit teils quer laufenden Abflussrinnen wechselten sich mit verpfützten Senken ab. Wir sehnten uns nach der Betonstrasse und hielten dann an, als wir diese endlich erreichten. Fasst wären wir abgestiegen und hätten diese geküsst. Die zivilisierte Welt hatte uns fast wieder.

Als wir durch die ersten Häuserzeilen fuhren mit Werkstätten und Geschäften freuten wir uns ohne Ende. Nur wo waren wir gelandet? Wie heisst bitte der Ort? Wir fuhren im üblichen Verkehr hinter irgendwelchen Taxis und Lastern her. Als ich eine Pharmacia sah, hielt ich kurz darauf an. Mike konnte sich dort die nötigen Utensilien für seine Auspuff-Verbrennung besorgen. Wir stellten die Kisten ab und während Mike sich im laden versorgen liess, erkundigten Chris und ich die nähere Umgebung. Gegenüber befand sich ein Hafensteg oder ein Fährsteg. Wir warteten auf Mike und gingen dann hinüber in der Annahme, dass dort auch ein Restaurant sei. Es stellte sich aber heraus, dass dort nur Fährtickets verkauft werden. So setzte sich Mike auf eine flache Mauer und verpflegte seine Brandwunde.

Dann entdeckte ich eine Leuchtschrift, welche am Hafenquai angebracht war – spiegelverkehrt stand dort „Nathon 2007“. Wieso „2007“? Egal, wir sind also vom Dschungel in der Inselhauptstadt Nathon ausgespuckt worden. Nathon liegt im Westen der Insel. Mae Nam – unser eigentliches Ziel – befindet sich hingegen an der Nordküste von Koh Samui. Also mussten wir mindestens einmal zuviel links oder zuwenig rechts abgebogen sein. Kein Wunder, dass wir etwas anders gefahren sind. Bei der Beschilderung! Es gab nämlich keine.

Nach der Wundversorgung setzten wir somit sofort unsere Fahrt – diesmal auf betonierten befestigten Strassen – fort. Wir peilten aber diesmal nicht Mae Nam an, sondern gingen gleich zum nächsten Tagesordnungspunkt unseres PTA Chris über: Besichtigung des „Big Buddha“ in Bo Phut – dem Wahrzeichen von Koh Samui.


Die Anlage des „Big Buddha“ erreicht man über eine Landbrücke, die über und über mit Schlaglöchern bedeckt ist. Da wir das Gefühl schon kannten, machte es uns nichts mehr aus. Aber ein bisschen Teer könnte hier Wunder bewirken. Wir stellten unsere Mühlen ab und während Chris sich in das Restaurant direkt neben dem Tempeleingang begab, erkundeten Mike und ich die Tempelanlage. Wir bestiegen die lange Treppe, welche rechts und links eine sich windende Schlange bewachte. Diese beiden Schlangen besitzen je sieben über und über mit grünen und roten Mosaikspiegeln verzierte Köpfe. (siebenköpfige Riesenkobra (Naga), die Mucilinda hiess. Sie schützte Buddha nach seiner Erleuchtung, während des Monsunregens.).

Am unteren Fuss räkelte sich eine Schildpattgezeichnete Katze im Schatten auf einem Stein. Oben betete ein von Touristen lebhaft fotografierter Mönch vor der grossen Buddhastatue.


Rechst und links, sowie dahinter tragen mit Goldornamenten verzierte quadratische Säulen eine art Kreuzgang. Jeweils in der Mitte eines jeden Rasters hängen verschieden grosse Glocken von der Decke. Der Ausblick ist herrlich und man sieht weit über das Meer und die nahen Inseln.


Nach unserer Besichtigungstour suchten wir Christian im benachbarten Restaurant. Er sass im hinteren Bereich des Restaurants an einem Tisch direkt am grossen Fenster mit bester Aussicht auf das Meer und den nahen Strand. Das Restaurant ist wirklich empfehlenswert. Das Ambiente ist mit viel Liebe ausgeschmückt mit vielen Dingen und Kunstgegenständen. Sehr ausgefallen ist der zu einem Aquarium umgebaute Fernseher Marke „Singer“. Ich wusste bis Anhin nicht, dass „Singer“ Fernseher herstellte. Auch die Preise sind für Speisen und Getränke sind ausgesprochen angemessen für einen Ort dieser Popularität. Ein absoluter Geheimtipp für ein romantisches Abendessen zu Zweit (oder für 3 Jungs die so richtig „chillen“ wollen)! Also nicht weiter sagen!

Der Wirt scheint offensichtlich extremer Country- and Western-Music Fan zu sein. Aber die Musik passt zum Ambiente, zur Aussicht und zur Stimmung. Kurzzeitig holte der Wirt sogar seine Gitarre heraus und spielte darauf. Wir sassen mittlerweile gemeinsam am Fenster und genossen die Aussicht bei dem einen oder anderen frisch gepressten Mango-Saft. Uns steckte die Abenteuer-Dschungel-Fahrt extrem in den Gliedern und das Sitzfleisch meldete sich irgendwann zu Wort – konnte aber lange Zeit nichts gegen die Aussicht und das Ambiente ausrichten. Er nachdem wir den zweiten Mangosaft intus hatten, rafften wir uns auf und bezahlten die Rechnung (130 Baht). Ein frisch gepresster Mangosaft kostet somit 30 Baht (60 Cent oder 90 Rappen). Dafür bekommt man nicht mal die Mangos in Deutschland/Schweiz im Laden. Geschweige denn im Glas serviert mit viel Liebe ausgepresst und mit Crushed Ice gekühlt.

Aber es gibt durchaus Unterschiede, die ich nicht unbedingt vermisse. Als wir das Lokal verliessen, stand einer dieser fahrenden Köchen auf klapprigen Rädern auf dem kleinen Platz vor der Buddha-Anlage. Endlich konnte ich die vorbereiteten und bei so manchem Thai beliebten „Köstlichkeiten“ für Zwischendurch zum Naschen bei Tageslicht ablichten. Es handelt sich dabei um frittierte Heuschrecken, Maden und Schaben in unterschiedlichen Grössen und „Geschmacksrichtungen“. Chitin enthält viel Eiweiss und ist daher bei kalorienbewussten Menschen sehr beliebt. Wer es mag, der ist bestimmt glücklich. Die Heuschrecken sollen angeblich wie Kartoffelchips schmecken. Probiert haben wir es (noch) nicht.

Auf dem Weg zurück über Chaweng nach Lamai fand ich endlich den absolut unwiderlegbaren Beweis, dass es auf der Insel keine gesetzliche regelmässige Fahrzeugprüfung geben kann. Man sehe sich den zusammengeflickten Lieferwagen nur von hinten an. Der Heckdeckel besteht aus einer wilden Holzkonstruktion. Leider hört man auf Bildern nichts von dem Krach den der nicht vorhandene Auspuff erzeugte. Trotzdem fuhr der Thai wie der Henker durch die Strassen.

PS: „Verkehrsunfälle auf Koh Samui“
Wir sahen während des heutigen Ausflugs zwei Frontal-Unfälle, die offensichtlich durch Unachtsamkeit beim Abbiegen nach rechts (also zum Gegenverkehr hin) verursacht wurden. Man sollte eher defensiv fahren und für die anderen Verkehrsteilnehmer „mitdenken“. Wer es im Urlaub zudem eilig hat, sollte besser zu Hause bleiben. ToiToiToi! Dreimal über die Schulter gespuckt! Uns ist bisher nichts passiert. Hoffentlich bleibt das so. „Links fahren und rechts schauen!“ Lieber einmal mehr als zu wenig.

Irgendwann gegen 17:30 Uhr kamen wir wieder in unserem Hotel an. Mike und Chris holten unterwegs noch bei unserer Stammwäscherei die frisch gebügelten und zusammengelegten Bekleidungsstücke ab (Preis bei uns 80 Baht). Während Chris sofort im Bungalow verschwand, widmeten sich Mike und ich unserem allabendlichen Ritual. Vorher verabredeten wir uns noch zum Abendessen um 20 Uhr. Mike und ich setzten uns in erster Reihe mit bestem Blick auf den Strand und das Meer in unser Strandrestaurant. Vor uns lagen immer noch die „Handtuchwerfer“ in der selben Reihenfolge, wie am Morgen und am Tag zuvor. Wir bestellten einen Kaffee und liessen das ruhige Meer und die untergehende Sonne auf uns wirken. Einfach schön. Mike’s Wade geht es übrigens mittlerweile schon wieder besser – einige rötliche Regionen werfen zwar schon Blasen, aber es ist ja so schön, wenn der Schmerz nachlässt.

Nach je zwei Kaffee schlenderten Mike und ich zurück ins Haupthaus und erklommen mühsam die Treppe hinauf zu unserem Flur. Mike sperrte auf. Ich benötigte dringend etwas Wasser auf meiner Haut, um mir den Strassenstaub abzuwaschen. Mike knallte sich derweil aufs Bett und startete den Laptop. Dann wechselten wir und lud ich die Bilder der letzten beiden Tage von der DigiCam, bearbeite diese nach und lud die Auswahl des jeweiligen Tages auf den Bilderserver bei Picasa. Und schon zeigten die Zeiger der auf Koh Samui umgestellten Uhr kurz vor 20 Uhr an. Schnell die frisch gewaschene Jeans und das gebügelte T-Shirt angezogen und schon klopfte es an der Tür.

Chris holte uns wie üblich pünktlich um 20 Uhr am Zimmer ab. Wir alle verspürten bereits im Restaurant bei „Big Buddha“ ein gewisses Loch im Magen, aber wir wollten ein spezielles Lokal besuchen. Chris entdeckte es schon vor einigen Tagen auf dem Weg zur Wäscherei. Es ist nur wenige 100 Meter von unserem Hotel entfernt. Schräg gegenüber von unseren Stammmasseurinnen, dem Motocross Champion und unserer Wäscherei. Alles in bester Nähe und Erreichbarkeit.

Das thailändische Lokal heisst „Sri Nuan – Thai Food & Sea Food“, ist ein typischer Familienbetrieb und liegt auf der Lamai Beach Road 139/40 wenn ich mich nicht bei der Nummer irre. Auf jeden Fall sieht man es erst auf den zweiten Blick und die meisten Touris fahren daran vorbei auf dem Weg in das belebte Zentrum von Lamai. Wenn in einem Lokal wenig Touris und viele Einheimische sitzen, dann ist das immer ein starkes Signal für ein gutes Lokal für uns. Dann muss es getestet werden!

Die Auswahl an frischen Fischgerichten ist riesig. Aber uns haben es die thaitypisch scharf gewürzten Curry-Gerichte angetan. Und Chris speziell die nette Bedienung. 🙂 Welche, wird nicht verraten. Heute bestellte ich als Vorspeise für uns „Frühlingsrollen vegetarisch“ (weil ich ja laut Mam nie Gemüse esse, gell!) und „Red Curry Chicken“. Mike nahm zum frittierten Gemüsereis scharfes Gemüse! Und Chris schlug mit gelbem Curry mit Schweinefleisch zu. Dazu gab es frisch gepressten Mangosaft – logisch. Es schmeckte wieder extrem lecker. Da man im Lokal selbst nicht rauchen darf (was in Thailand demnächst noch ausgedehnter verboten wird, als in Europa), setzten wir uns hierfür an einen frei gewordenen Tisch vor dem Restaurant. Dort nahmen wir noch eine Tasse Kaffee zu uns und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach „Beobachten und Kommentieren“. Man stelle sich uns drei einfach wie „Statler und Waldorf“ aus der Muppet-Show vor – nur ohne Balkon.

Zum Beispiel kam eine Grossfamilie vorbei – 3 Pärchen, 4 Kinder, 1 Kinderwagen und die Oma. Diese gingen zuerst am Lokal vorbei. Kamen wieder zurück. Zwei Männer mit herunterhängender Lade inspizierten die Karte und anschliessend die Fischauslage. Dann wurde kompliziert diskutiert, ob man überhaupt hineinginge zum Essen. Anschliessend an der Fischauslage der Preis nachgefragt (z.B. 500 Baht pro Kilo Tintenfisch). Dann lautstark abgewägt, ob gegrillt oder frittiert die bessere Wahl wäre. Währenddessen belebten die lieben Kleinen den Innenraum des Restaurants. Der eine Teil erschreckte die Fische im Aquarium und der andere Teil grabschte sich die Spielsachen der Kinder der Ladeninhaberin in einer Ecke des Restaurants.

Gut, dass wir gegessen hatten und draussen sassen. Die Bekleidung der „Flodders im Urlaub„, wie wir die Grossfamilie nannten, gab weiteren Anlass für Kommentare unsererseits. Ich wollte so manchen Touri schon immer einmal fragen, ob er so auch Zuhause herumläuft. Weisse Turnschuhe, weisse Tennissocken, speckige kurze Sporthose, Ripp-T-Shirt. Die „Ladies“ mögen mir verzeihen, aber ob Radlerhosen die richtige Wahl für den Urlaub sind, wenn auch senkrecht gestreift, aber in Leuchtfarben oder in lila, bezweifeln wir stark.

Während wir so da sassen und lachend philosophierten, staubte Chris des fehlenden Aschenbechers wegen in einen auf dem Tisch stehenden Jogurtbecher – in der Annahme, dass dieser leer war. Als die von Chris favorisierte nette Bedienung nachsah, ob unsere Tassen leer sind und wir eventuell einen weiteren Kaffee möchten, sieht sie das. Sie schlägt die Hände lachend vor das Gesicht und meint, dass dies ihr Jogurt gewesen wäre. Chris ist voll perplex – noch dazu als ich erzähle, dass sah, dass sie in den Laden gegenüber gegangen war, um sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eben diesen Jogurt zu holen. Er beschloss sofort einen – nein besser gleich zwei – von den Erdbeerjogurts zu kaufen, stand auf und wir beobachteten ihn durch die Fensterscheibe des Ladens.

Nach wenigen Minuten kam er grinsend zurück mit den beiden Jogurts in einer kleinen Plastiktüte. Er ging an uns vorbei und gab die Tüte der netten Bedienung. Diese bedankte sich lächelnd und Chris kam wieder zu uns zurück. Mike und ich hatten zwischenzeitlich beschlossen, vor dem nächsten Essen in diesem Restaurant Erdbeerjogurt zu kaufen. Chris hörte dies und lachte. Er stimmte zu. So machen wir drei das aber das nächste Mal.

Eigentlich planten Mike und Chris sich noch massieren zu lassen. Aber die Anstrengung der Dschungel-Kreuz-und-Querfahrt, sowie das gute Essen im „Sri Nuan – Thai Food & Sea Food“ verlangte nach einer liegenden Position. So verabschiedeten wir uns und gingen auf unsere Ruhestätten zu. Morgen ist auch noch ein Tag.

PeterPan’s Reise-Tipp für Koh Samui:
Besorgen Sie sich eine anständige Landkarte oder Strassenkarte vor der Reise.

  • Koh Samui Travelmap bei Amazon.de
    (Wir wissen noch nicht, ob es eine örtliche aktuelle Strassenkarte in einem der grossen Supermärkte in Chaweng an der Hauptdurchgangsstrasse gibt. Die in den Hotels ausliegenden kostenlosen Karten sind Schrott und nur mit Werbung vollgepflastert. Klar, irgendwer muss die ja finanzieren.)

PeterPan’s Link-Tipps für Koh Samui:

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Sri Nuan – Thai Food & Sea Food
Lamai Beach Road 139/40
Lamai
(von Chaweng kommend das McDonald’s-Schild beachten und abbiegen auf die Lamai Beach Road. Nach der Kreuzung mit dem gelben Blinklicht anhalten und dann gleich das erste Lokal rechts)

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 02.03.2008 – Merke: Wenn der grosse Regen kommt, sorge für leiblich Wohl und gesunden Körper

3. März 2008

Morgens um 14:30 Uhr. Mike steht auf und zieht die Vorhänge zur Seite. Er öffnet die Balkontür und steht draussen. Es schüttet wie aus Eimern. Ich nehme die Digicam vom Nachttisch und schiesse das erste Foto des Tages. Für das Frühstück ist es zu spät und mit „Strand-Sonnenbaden“ wird das so nichts. What to do? Aufstehen, Kaffee machen und Duschen.

Ergo steige ich mühselig aus dem Bett. Warum bin ich so müde? Mike meint, dass es sich hier einfach gut schläft – speziell wenn es regnet. Nachdem wir uns angezogen haben, überlegen wir kurz, was zu tun wäre: a) Wäsche in die Wäscherei bringen b) etwas Essen und c) Schau mer amal was Chris macht.

Wir packen die zu waschende Wäsche in einen Plastiksack und trippeln in einer Regenpause die Treppe hinab, durchwandern die Eingangshalle des Hotels und biegen rechts ab. Auf der Strasse stehen grosse Pfützen. Die Autos und Roller fahren langsam hindurch. Wir versuchen möglichst auch auf dem nur feuchten Asphalt zu bleiben. Gerade als wir die Brücke über die Lagune überqueren, fängt es erneut zu regnen an. Erst leicht und dann immer mehr fällt das feuchte Nass aus den Wolken.

Die Mädchen aus unserem Stammmassagesalon winken uns zu, wir sollen uns bei ihnen hinsetzen. Wir laufen unter den Vordächern bis zu ihrem Laden. Setzen uns dazu. Ob wir was trinken möchten, werden wir nett gefragt. Tja, ein Kaffee wäre nicht schlecht. Wir bekommen je einen Kaffee und ich beobachte den Verkehr, der nur noch sehr gering (spärlich) durch die Lamai Beach Road dahin fährt. Der Regen wird immer stärker und entwickelt sich zu einem fulminanten Wolkenbruch. Das Wasser rinnt in Wasserfällen von den Dächern und die Strasse ist zentimeterhoch bedeckt. Trotzdem fahren ab und zu teils verpackte, teils beschirmte Rollerfahrerinnen vorbei. So entstehen die beiden Bilder des Tages oben.

Als der Regenguss abflaut, bedanken wir uns bei den Mädels für den Kaffee und wandern unter den Vordächern soweit als möglich vom Regen geschützt zur Wäscherei. Dort geben wir den Plastiksack ab und ich schreibe auf einen Zettel, Name, Hotel und Zimmernummer. Dann meint die Dame nur „Tomorrow?“. Also morgen ist die Wäsche fertig. Alles klar.



Doch es fängt erneut wieder heftiger zu regnen an. Ok, dann denken wir als nächstes an das leibliche Wohl. Gegenüber von unserem Motorradverleiher – der Motocross Champion – befindet sich ein nettes familiengeführtes Thailändisches Restaurant mit allerlei leckeren Sachen. Es heisst „Sri Nuan – Thai Food & Sea Food“. Wir nehmen an einem Tisch mit Sicht auf die Strasse Platz und bestellen zuerst je einen Kaffee und einen Mangosaft. Dann bestellt sich Mike einen „Chefsalat“ und ich nehme ein „green Chicken-Curry“ mit „Steamed Rice“ dazu. Es schmeckt hervorragend „weltklasse“ – allerdings ein wenig scharf – aber so wie ich es mag.

Gerade, als wir zu essen beginnen, wird der Fisch für heute samt Eis in Säcken angeliefert. Die beiden Bedienungen sortieren die Ware und legen diese stilecht in die Auslage. Von Haifischflosse bis Winkerkrabbe ist alles, was das Meer so hergibt und zu leckeren Speisen verarbeitet werden kann, vertreten. Wir lassen uns unser Essen schmecken und verzichten auf die Zigarette danach; denn es ist in diesem Lokal verboten im Gastraum zu rauchen. Macht nichts. Wir sind im Urlaub und haben Zeit.

Auf dem Rückweg – es regnet inzwischen nicht mehr – sehe ich ein paar Leute auf der Brücke über die Lagune stehen und fotografieren. Was ist das Fotoobjekt? Ein Waran schwimmt quer über die Wasserfläche. Dann krabbelt er durch die Vegetation und versteckt sich schliesslich unter grösseren Steinen. Bessere Fotos konnte ich leider bei den Lichtverhältnissen nicht schiessen. Aber vielleicht klappt es ja noch in den nächsten Tagen.

Anschliessend klopften wir bei Chris. Seine Schuhe standen vor dem Bungalow. Nur niemand öffnete. Vielleicht hatte er sich erst hingelegt. Wir setzten uns ins Strandrestaurant und tranken noch einen Kaffee. Sogar bei diesem Wetter ist das Meer und der Strand samt Umgebung mit Palmen von besonderem Reiz. Wir blieben sitzen bis die Sonne unterging und es dunkel wurde.

Gegen 20 Uhr klopft Chris an der Tür unseres Zimmers. Er grinste über beide Ohren und erzählte, dass er bereits um 9 Uhr aufstand an diesem Tag. „Aber es hat doch geregnet!“ Chris entgegnete, dass es morgens zeitweise recht schön war. Die Verteilkämpfe um die besten Liegen wären wie sonst immer abgelaufen. Aber wir hätten sehen sollen, wie plötzlich eine schwarze Unwetterwand am Himmel auftauchte und es schlagartig zu regnen begonnen hätte. Wie die „Handtuchwerfer“ auf einen Schlag aufsprangen, ihre Sachen packten und dann sich gemeinsam ins Trockene retteten, wäre ein kurioses Schauspiel gewesen.

Was wäre für den Abend geplant? Na, wenn das Wetter nicht mitspielt, dann komme nur eine Massage in Frage, war die Antwort. Alles klar. Nachdem Mike und Chris sich bereits im Massagesalon auf der Lamai Beach Road mit eine Ölmassage beglücken liessen und sehr zufrieden waren, ging ich diesmal mit. Wir schlenderten durch die nassen Strassen den kurzen mittlerweile bekannten Weg hinüber und wurden lachend empfangen.

Dann hiess es hinlegen und entspannen. Eine volle Stunde dauerte das Aloa-Vera-Massage-Programm. Im Hintergrund hörte man nur leise Entspannungsmusik und es duftete herrlich. Ich stelle immer wieder fest, dass ich Verspannungen an Muskeln habe, die ich durch den Büroalltag eigentlich nie brauche. Aber nicht nur mir ging es so. Bei Chris, Mike und mir knackte es zeitweise pausenlos. Sichtlich entspannt, bekamen wir noch einen Kaffee angeboten und plauderten vor dem Laden mit den Ladies.

Der Regen hörte endlich auf und wir entschlossen uns noch durch die Lamai Beach Road zu gehen. Der sonst belebte Strassenzug zeigte sich deutlich ruhiger. Auch mal schön an den sonst so geschäftigen Läden vorbei zu gehen ohne auf die vielen Roller und Taxis aufpassen zu müssen. Wir kehrten noch im „Bauhaus“ auf ein Abschlussbier ein. Lachten über zwei Engländer, von denen der eine ein Präservativ mit der Nase aufblies und zum Platzen brachte. Tja, das hatte die Thailänderin sicher noch nie gesehen 🙂

Gegen Mitternacht beschlossen wir den Tag für heute. Wir planten für den nächsten Tag eine Tour durch das Innere der Insel mit den Motorrädern. Hoffentlich spielt das Wetter mit.

PeterPan’s Link-Tipps für Koh Samui:

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Sri Nuan – Thai Food & Sea Food
Lamai Beach Road 139/40
Lamai
(von Chaweng kommend das McDonald’s-Schild beachten und abbiegen auf die Lamai Beach Road. Nach der Kreuzung mit dem gelben Blinklicht anhalten und dann gleich das erste Lokal rechts)

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 01.03.2008 – Ein Erkundungsritt durch Flora und Fauna und eine Italienerin ohne Mobile Phone

2. März 2008

Nachdem das Thema „Wie spät ist es bei Euch eigentlich?“ eventuell geklärt ist, nun weiter im Text des heutigen Tages. Wie der Stammleser vielleicht noch weiss, hatte ich letzte Nacht überhaupt nicht geschlafen. Nein, wir waren nicht im Ausgang. Oder doch, eigentlich schon, aber wir sind recht früh wieder ins Hotel gekommen. Nur schlafen konnte ich trotzdem nicht. Also schrieb ich den Reisebericht von gestern und einen Teil von heute. Genug Verwirrung 🙂

Ich sass also schon seit 7:20 Uhr im Strandrestaurant und frühstückte. Nebenbei tippte ich bei schönstem Wetter das morgendliche Ritual, welches sich scheinbar jeden Tag abspielt: Der Reservationskampf um die besten Liegeplätze. Um etwa 9 Uhr erschien dann Christan auf der Bildfläche. Und er wunderte sich ziemlich, dass ich schon am Tisch sass und nur noch Kaffee trank und am Laptop tippelte. Er weckte dann Mike ganz sanft. Nach wenigen Minuten kam Chris zurück und setzte sich, liess sich Kaffee einschenken und besorgte sich ein Omelette vom Feinsten. Das Eiergericht rief aber noch einen der vielen Mitesser auf den Plan. Ein Kater schlich herum, und kümmerte sich etwas ängstlich um eventuelle Überbleibsel der Frühstückenden. (Fauna No. 1)

Chris sah rein äusserlich vollkommen verwandelt aus. Ich ahnte, dass es am Wetter lag. Er grinste über beide Ohren und kribbelte innerlich vor Tatendrang. Genüsslich zündete er sich eine Zigarette an und lehnte sich zurück. Dabei bliess er den Rauch beim Ausatmen nach oben aus. „Jetzt fehlt nur noch Mike und dann geht’s ab!“. Chris – unser „Private Travel Agent“ (PTA) – brannte förmlich darauf uns per zweirädrigen Untersatz die schönsten verborgenen Flecken der Insel zu zeigen. Raus aus dem Touristenort Lamai und ab in die Flora!

Mike liess sich Zeit und kam sichtlich nicht ganz ausgeschlafen zu uns an den Tisch. Er brauchte erst eine ganze Weile, bis der Bootvorgang nach dem Aufstehen komplett abgeschlossen war und frei nach „Per Anhalter durch die Galaxis“ die „Normalität wieder vollständig erreicht ist“. Aber mit jedem Schluck starken Kaffee kam er aus dem Stadium der Unwahrscheinlichkeit in die Realität zurück. Ja, es scheint tatsächlich die Sonne. Ja, es weht nur ein laues Lüftchen. Ja, ich bin auf Koh Samui. Das könnten seine Gedanken an diesem Morgen gewesen sein. Nur die Reihenfolge könnte variiert haben.

Planung für heute: Motorräder ausleihen und ab in die Fauna! Ergo, zogen wir uns schnellst möglichst nach dem Frühstück in die bedachten Räumlichkeiten zurück, um die nötigen Vorkehrungen zu treffen: Sonnenschutzkreme auftragen. Pech für mich: Ich erwischte zuerst einmal die fast baugleiche Autan-Pumpspray-Flasche. Als ich das Missgeschick entdeckte dachte ich: „Gut, also Mücken werden mich während der Fahrt auf dem Töff schon mal nicht stechen.“ Dann holte ich das Badehandtuch vom Wäscheständer auf dem Balkon. Dabei entdeckte ich eine „Monsterschabe“ direkt vor der Schiene der Schiebetür wehrlos auf dem Rücken liegend. Die muss gestern mit Karacho gegen die Fensterscheibe gerast sein, um dann bewusstlos auf dem Rücken zu landen. Was lernen wir daraus? Kakerlaken dieser Welt ergebt euch! Wir wissen nun, wie wir euch loswerden! Einfach auf den Rücken drehen 🙂

Wir trafen uns mit Chris gegen 11 Uhr in der Eingangshalle und wanderten Lamai auswärts die wenigen Meter an Massageläden vorbei zu einem Motorradverleiher, den wir schon an einem der ersten Tage entdeckt hatten. Wir klopften und ein etwa 38-jähriger stämmiger Thailänder hinkte zur Schiebetür. „We want to rent a Motorbike“. Er erkundigte sich für wie lange und wie viele und wir handelten einen Preis für zwei Tage aus (600 Baht pro Tag und Nase). Er benötigte allerdings den Reisepass, den wir nicht dabei hatten. Dieser lag schön aufgeräumt in einem Schliessfach an der Rezeption. Also wanderten Mike und Chris noch mal zurück zum Hotel. Währenddessen liess mich der Thailänder vor dem Geschäft an der immer belebten Lamai Beach Road nieder.

Hinten im Geschäft sah ich ein ganzes Regal voll mit Pokalen. Ich fragte, ob er diese gewonnen hätte. Er antwortete, dass er professionell Motocross gefahren sei. Hätte sich aber vor fast genau einem Jahr einen Knöchelbruch zugezogen und der Arzt hätte ihm ein Jahr lang verboten sich auf ein Motorrad zu setzen. Was er natürlich nicht einhielt. Deshalb hinkte er noch ein wenig. Er würde ausserdem in Koh Samui und in Thailand professionelle Motocross-Rennen organisieren. Ende März wäre er auf einer Veranstaltung in Bangkok und Ende Mai sogar in Schweden. Da würde er aber nur zusehen.

Mike und Chris brachten nach wenigen Minuten die beiden Pässe von mir und Mike. Ich füllte das entsprechende Formular aus und wir gaben dem Herren die Pässe. Ich fragte, ob er die kopieren könnte und mir zurück gibt oder diese behält und dann kopieren lässt. Er lachte und meinte, dass er diese gut verschliesst, bis wir mit den Motorrädern wieder zurück kämen. Keine Sorge. Ich fragte, warum keine Heckkennzeichen montiert seien. Er antwortete, dass es genau vier Maschinen diesen Typs auf der Insel geben würde – und das wären seine. Er zahlt monatlich die Gebühren und Versicherungen. No problem! Diese Voraussetzung (nur vier Maschinen auf der Insel) würde es auch einen Diebstahl ausschliessen. Jeder wisse, dass die vier Honda XR 250 mit dieser Ausstattung ihm gehören. Der Dieb wäre schnell mit Mund-zu-Mund-Weitersagen gefunden. Verstecken geht nicht.

Mike hatte sich sofort die einzige schwarze Honda XR 250 ausgesucht. Diese besass Strassenbereifung und einen anderen Auspuff, als die anderen drei Roten. Diese waren mit Bestollung unterwegs und mit dem Standardauspuff – vermutete ich zumindest zuerst. Es stellte sich sofort heraus, dass es sich bei der „Schwarzen“ um einen Spezialumbau handeln musste. Der Auspuff röhrte bereits bei tieferen Drehzahlen gehörig laut und kraftvoll, bei hohen Drehzahlen ging erst so richtig die Post ab. Wir drehten eine Proberunde mit den beiden Gelände-/Strassen-Töffs. Bei den hohen Kisten stellt sich anfänglich das Problem ein, dass man die Mühlen um die Kurve lenken möchte. Dabei reicht auch hier etwas Körperschwerpunktverlagerung und eine lockere unverkrampfte Lenkerhaltung, damit das Gefährt schön sanft in die Kurve schwingt. Es gilt übrigens Linksverkehr, was ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Man spricht sich vor jeder Fahrt am besten mindestens 10 Mal laut vor: „Links fahren und rechts schauen!“ Glaubt mir, das wirkt! Andernfalls winkt bestenfalls ein langer Aufenthalt in einem örtlichen Spital. Und das sind dann keine schönen Aussichten.

Anmerkung der Redaktion: Es gibt genug Verleihmöglichkeiten für Roller (125er) an jeder Ecke oder vor den Hotels. Chris hat für einen Tag 250 Baht bezahlt. Auch diverseste Strassenmaschinen und Chopper sind erhältlich. Wir hielten es aber bei den Strassenverhältnissen eher für sinnvoll eine Geländekiste abzugreifen. Besser ist das. Ausserdem ist die Honda XR 250 schön leicht zu handhaben. Versucht mal eine Harley auf einem schmalen Feldweg zu wenden, wenn rechts und links der Fahrbahn nur feiner Sand oder Morast vorhanden ist. Mehr Power als so ein seichter Roller ist eh vorhanden. Für Überholmanöver unseres Erachtens bei den Verkehrsverhältnissen ein wichtiges Argument. Und: Gute Bremsen sollte man haben! Es geht kreuz und quer auf den Strassen zu. Und so etwas wie eine regelmässige gesetzliche Fahrzeugprüfung oder gar einen TÜV kann es hier bei den von uns gesehenen Fahrzeugen nicht geben. Russfilter? Unbekannt! CO2 oder Feinstaub? Es gibt hier genug Grobstaub auf der Strasse, den man möglichst nicht einatmen sollte. Helmpflicht soll es geben. Aber bei der Kontrolle gestern Abend vor unserem Hotel suchten die Polizisten nach Drogen und Waffen. Mit oder ohne Helm. Egal. Übrigens: Es gilt „Null-Alkohol“! Never drink and drive! Das wird zwar nicht ganz so heftig bestraft, wie Drogenbesitz, aber im Urlaub ist so eine Angelegenheit immer unangenehm.

Allerdings schwang meine nicht geradeaus. Diagnose: Gabel verzogen. Zusätzlich soff mir der Karren sofort nach dem Loslassen des Gasgriffes richtig schon ab. Bei einem „Eintopf“ im niedrigen Drehzahlbereich und Bremsvorgang nicht gerade von Vorteil. Also, die Kiste ist nix für mich und es ging zum Umtauschen zurück. Ich fragte, ob die Mühle einen leichten Unfall hatte. Er verneinte zuerst und grinste dann aber. Anstandslos gab er mir die Nummer „2“. Das steht tatsächlich seitlich drauf. Hier passte dann alles bei der Probefahrt. Also fuhren Mike und ich bei der zweiten Probefahrt bei der nahen Tankstelle vorbei.

Dort an der Tankstelle ein seltsames Bild (Unwahrscheinlichkeitsdrive ein?): Etwa sechs bis acht junge Thailänder mit roten Uniformjacken lagen neben den Zapfsäulen teils mit hinter den Kopf gelegten Händen. „Komischer Service hier?!!?“ dachte ich. Als ich neben der Zapfsäule anhielt, riefen die Jungs mir etwas zu. „no powder, no powder!“. Ähm, was? Egal, ich meinte „Thanks a lot“ und dampfte zurück zum Verleiher, den sofort fragte, was bitte „no powder“ bedeutet im Zusammenhang mit „Tanken!“. Er überlegte kurz und meinte dann: „No Energy! They have no Power! That happens sometimes“. Wie gesagt, das Thai-Englisch ist gewöhnungsbedürftig.

Der Motorrad-Motocross-Meister schwang sich verbotenerweise (vom Arzt siehe oben) auf eine der übrig gebliebenen zwei Maschinen und fuhr uns voraus zu einer anderen Werkstatt. Dort stand eine gute alte mechanische einarmige „Güllepump“ Baujahr vor Christus. Der hinzueilende Mechaniker fragte, wie viel ich denn haben möchte. Preis pro Liter Sprit übrigens 55 Baht (an der Tankstelle aktuell 31,75 Baht ohne Pumpen und Scheibenreinigen, allerdings auch ohne Strom). Der Mech hatte die Kiste offensichtlich noch nie gesehen. Bei Rollern schien er das erforderlichen Nachfüllvolumen am Klang des vorderen Schutzblechs zu erkennen. Aber in diesem Fall füllte er ganz vorsichtig einen Liter nach dem anderen in den komplett leeren Tank. Da wir heute noch etwas anderes als „Tanken“ vorhatten, hielt ich den Mech bei fünf Versuchen und fünf Litern an. Er solle doch bitte den gleichen Anteil in den Tank von Mike füllen. Das war dann einfacher, denn 5 Liter sind genau die Maximalmenge des oberen Schauglases. Sichtlich erleichtert pumpte und füllte der Mech vor sich hin.

Dann bekam ich noch einen Halbschalenhelm vom Vermieter an den Unterarm gehängt. Aufsetzen möchte ich den nicht unbedingt. Nicht, weil ich den Fahrtwind in meinem oben kurz geschnittenen Haar spüren möchte, oder ein Sicherheitsabneiger wäre. Der Helm ist nach dem Aussehen her locker so alt, wie ich, passt nicht, das Schloss ist verrostet und hakelt, und wer weiss wessen Kopfhaut da schon bestens in das vormals schwarze Futter hinein transpiriert hat. Lecker! Eventuell hilft der ja gegen Kokosnussschlag. Wusstet ihr, dass in Thailand mehr Menschen durch von Palmen fallende Kokosnüsse getötet werden, als von Schlangengift? Mehr dazu weiter unten.

So, nun konnte es endlich losgehen. Nur noch schnell zum Hotel und die Taschen geholt. Handtuch, Digicam, Hautschmiermittel, Geldbeutel, Töffschlüssel, Wasserflasche (für die Mundspülung zwischendurch), Sonnenbrille. Wir sind komplett! Ich behielt im Gegensatz zu Chris und Mike meine lange Jeans an. Einmal der senkrechten Sonneneinstrahlung wegen und zweitens habe ich keine Lust bei Verwendung einer schicken, lässigen, kurzen Hose meine verbrannte rote Oberschenkelhaut dann auch noch vom schmierigen Creme-Strassenstaub-Dieselruss-Gemisch per Handschrubber und Kernseife zu befreien. Auch überlegte ich beim Ankleiden kurz ein langärmeliges T-Shirt oder ein Hemd mitzunehmen. Aber schliesslich möchte ich ja doch irgendwann einmal etwas (rot-)braune Farbe bekommen. Auch wenn die Verfärbung der Haut dann an den Oberarmen schlagartig von „blüten-büro-weiss“ in eventuell „feuerrot“ mit scharfem Abschluss in Bizepsnähe übergeht. Wir werden es sehen – am Abend.

Wir drehten die Zündschlüssel um, und stürzten uns in den Mittagsverkehr in und um Lamai. Chris fuhr voraus. Mike in der Mitte und ich als Abschlussfahrzeug immer den hinter mir sich mal mehr oder weniger chaotisch bewegenden Verkehr per Rückspiegel im Auge. Chris und Mike hatten beide eine Baseball-Cap auf. Ich vermutete schon beim Start des Ausflugs, dass die Dinger nicht lange auf dem Kopf halten sollten. Nach etwa einem Kilometer verlor Mike seine Schildmütze vom Kopf. Er stellte die Mühle ab und ging die Kopfbedeckung von der Strasse holen. Aufsitzen, Cap aufsetzen und weiter. Nach weiteren 500 Meter flog mir das Teil schon wieder entgegen. Diesmal winkte Mike nur kurz ab und fuhr weiter. Nun liegt eine Schildmütze der Bayernhafen AG irgendwo bei Lamai und erfreut eventuell einen Baseball-Cap-Sammler.

Wir verliessen Lamai und fuhren durch Palmenhaine auf sich dahin schlängelnden Beton-Strassenbelag. Wie dieser „gebaut“ wird, stellten wir auf einer der Nebenstrassen zu einem Strandrestaurant fest. Man stelle sich einfach vor, dass ein Strassenstück über die gesamte Breite neu frisch betoniert vor einem liegt. Die „Sicherungsmassnahme“ resp. „Absperrvorrichtung“ besteht aus maximal 3 Pylonen  und dahinter gekreuzt auf den Boden gelegten Palmwedeln. Die Ausweichroute ist gut beschildert: Man fährt einfach durch das Dickicht dort, wo schon mal jemand eine Spur auf den Boden gezogen hat – mit dem Roller oder Töff. Für Autos, Transporter oder gar LKW’s heisst es an der Position der gekreuzten Palmwedel dann entweder „Ende der Schicht“ und Warten bis der Beton einigermassen Tragfähig ist oder „Wende sofort im unbefestigten Palmenhain. Fahre dabei aber bitte keinen an eine Palme angebundenen Ochsen tot!“. (Fauna 2)

Übrigens zum Thema „Sicherheitsbestimmungen“: Auf offenen Pritschenwagen sitzen oder stehen doch mal so an die 12 Personen. Nein, nicht nur die Personen befinden sich dort auf der Ladefläche, sondern auch gleich das lose Baumaterial, wie etwa T-Träger oder Armierungsgitter, Betonsäcke und allerlei Werkzeug. Buddha hat sicher viel zu tun, um seine schützende Hand über all seine Schäfchen zu breiten. Nun verstehe ich auch, warum es Götter mit vielen Händen und/oder Flügeln gibt.

Wir legten im „Seafood Restaurant Bang Kao“ eine Kaffee-(Mike und ich) und Cola-(Chris) – Pause ein. Durch den erhöhten Kaffeegenuss und die durch den fehlenden Schlaf zusammen mit der aufregenden Fahrt verbundenen Hormone funktionierte mein Körper eh schon vollkommen selbstständig. So zückte meine linke Hand sofort voll autonom die Kamera, um den ein oder anderen Urlaubsschnappschuss festzuhalten.

Während Mike mit einem Fernglas russischer Herkunft in die Ferne spähte und Chris sich durch das handgestrickte Fotoalbum mit Schorchelfischbildern wühlte, ging ich auf die Jagd nach toten und lebenden Tieren. Rechts von Mike suchte sich eine Riesenkillerhornissenwespe ohne von ihm beachtet zu werden eine neue Kinderstube in den gelochten Ziegeln der Säulen, die das kunstvolle, hölzerne Verandadach trugen. Über mir hingen tote, aufgeblasene Kugelfische in zwei Grössen. Und hinter der Sitzgelegenheit von Mike und Chris balancierte ein Makake auf einem Hanfseil und sortierte die Flöhe nach Grösse und Alter. (Fauna 3 bis 5)

Nach der Bezahlung der Rechnung von 3 Getränken über ganze 60 Baht, setzten wir unser Abenteuerentdeckungsfahrt fort. Es ging zurück an Lamai vorbei Richtung Chaweng. Bevor wir uns einem beliebten Strandabschnitt zuwandten, um im Schatten zu liegen und unser Haut im frischen Salzwasser von den Strapazen zu reinigen, stand noch ein „Tourist Attraction“ erster Kajüte an: Der Wasserfall von „keine Ahnung – muss Reiseführer Chris fragen“ mit der Möglichkeit auf dem Rücken von sonst Palmen geketteten Elefanten (Fauna No. 6) einen Dschungelritt zu „geniessen“. Nein, keiner von uns wollte diesen Hauptmenüpunkt des Standardtouristen auskosten. Nachdem wir unsere Motorräder auf dem Touristenparkplatz nach Einweisung eines weiblichen, wohlgrundeten, Dauertelefonierenden Parkplatzwächter-Etwas abgestellt hatten, gingen wir zum Wasserfall, der doch mal so um die 40 Meter hoch ist. Ich schoss ein paar „War-auch-dort-Bilder“ und wir legten eine Zigarettenpause ein. Damit die Lunge auch mal etwas anderes bekommt, als Feinstaub und Russ. Eben: Nikotin, Feinstaub und Russ.

Die Luft war erfüllt von einem ohrenbetäubenden Lärm: Ein durchdringendes Pfeifen. Zuerst dachte ich, dass mein Koffeingehalt im Blut zusammen mit dem Strassenlärm einen Tinnitus ausgelöst hätte. Aber plötzliche beidohrige Anfälle sind wissenschaftlich erwiesenermassen eher selten. Dann vermutete ich, dass eine Alarmanlage eines Fahrzeugs auf dem Parkplatz ausgelöst hätte. Aber die Lautstärke und die Dauerhaftigkeit der Dissonanzen schlossen auch dies aus. Dann fiel es mir ein: Zikaden in der Balz? (Fauna No. 7) Die Pfeifen? Ich fragte Chris und er bestätigte: „Irgendwelche Viecher in den Bäumen!“. Ich legte den Wahlhebel der Digicam auf „Filmen“ und nahm das Szenario auf. Also, wenn jemand glaubt ein Flugzeug beim Startmanöver macht Krach, der sollte sich das Video (noch nicht auf dem Youtube-Account) ansehen und anhören.

Dann verliessen wir diese „edle“ Touristenattraktion. Wir wollten endlich ins Wasser springen! Bei Sonne! Wenig Wellengang! Klarem Meerwasser! Mit diesen Zielen vor Augen ging die Fahrt weiter Richtung Chaweng. Beim „Cliff“ – einem Pass-Stück mit recht guter Steigung, dann ein Stau. Zwei Fahrzeuge vor uns hatte sich ein alter klapperiger LKW (Muldenkipper?) festgefahren. Damit die Fuhre bei der steilen Steigung nicht nach hinten wegrollt, hatten zwei mitfahrende Arbeiter offensichtlich Grössere Steine hinter die hinteren Zwillingsreifen gelegt. Dann gab der Fahrer Vollgas. Er musste Altöl getankt haben; denn dunkle Rauchschwaden vernebelte uns die Sicht und nahm den Atem. Er liess die Kupplung schnalzen und der Motor heulte auf. Die Klapperkiste bewegte sich im Schritttempo bergaufwärts. Die Steine lagen aber noch da und versperrten die Fahrbahn. Der Kleinlaster vor uns nahm gleich mal einen mit und schon diesen mit dem Vorderrad leicht zur Seite. Dann schlängelten wir uns durch. Anfahren am Berg sollte man im Griff haben! Aber die Steine lagen immer noch auf der wohlgemerkt linken Fahrbahnseite. Wenn da ein Roller etwas schneller um die Kurve kommt, dann macht Buddha Überstunden!

Gut, dass wir im richtigen Moment an der Problemstelle vorbei kamen, Minute später mit etwa 60 km/h wäre die Angelegenheit heikel geworden. Hossa! Kurz nach der Passstrecke öffnet sich linkerseits eine wunderschöne Bucht in Sichelform. Das war der von Chris beschriebene Strand. Wirklich traumhaft. Wir stellten die Motorräder am Strassenrand ab und schlenderten durch den feinen Sandstrand zu einer etwas schattigeren Stelle. Mike und Chris legten am schnellsten die lästige grossflächige Bekleidung ab und rannten ins Meer. Aber der Strand fällt sehr flach ab. Auch nach 50 Metern steht man immer noch maximal bis zum Bauchnabel im Wellengang. Ich wartete bis die beiden zurück kamen und sprang ins Wasser. Es fühlte sich kühler an. Ob wir schon akklimatisiert sind?

Wir flaggten uns auf die Handtücher und beobachteten die Umgebung. Chris erzählte, dass er vor zwei Jahren mit Bruder Mario in einem Hotel etwas weiter vorne den letzten Urlaub hier verbrachte. Zwei der Hotels seien damals noch nicht errichtet gewesen. Direkt unter dem „Cliff“ entsteht offenbar ein weiteres. Es passte bisher mit seinen betonartigen kubischen Bauten überhaupt nicht in das Ambiente. Ich schnappte mir die Digitalkamera und ging auf Streifzug den Strand entlang.

Zwischen ein paar Felsen hatte sich Meerwasser von der Flut gesammelt. In dem nun von der Aussenwelt abgesperrten Naturaquarium schwammen ein paar kleine Fische und Welse labten sich am Unterwassergrün. Dann entdeckte ich eine grosse bunte Krabbe, die vorsichtig seitlich aus einer Spalte heraus krabbelte 🙂 Als ich die Kamera hochhob, verschwand sie sofort wieder. Also stand ich verstarrt da, und wartete bis die Krabbe wieder hervor kam. Dann schoss ich eine ganze Serie. Erwischt! (Fauna No. 8)

Chris war mir nachgekommen und beobachtete die Krabbe ebenso. Wir gingen gemeinsam weiter den Strand entlang. Chris wollte sich die Hotelanlage von vor zwei Jahren noch mal ansehen. Er erzählte, dass er leider für dieses Hotel keine Reservierung mehr erhalten hatte. Es zum Zeitpunkt unserer Buchung bereits komplett besetzt. Wir betraten das Gelände der Hotelanlage und sahen uns im Aussenbereich um. Chris meinte, dass sich zumindest hier nichts verändert hatte. Der Strandbereich ist wesentlich grösser. Der Pool auch. Die Anlage sieht neuer und gepflegter aus, als unsere Bleibe. Dafür liegen wir mehr am Rande des Zentrums von Lamai. Von diesem Hotel aus kommt man aber schneller nach Chaweng. Na, wer es mag.

Wir wanderten zurück. Chris war schneller als ich, weil ich immer nach einem weiteren Motiv Ausschau hielt. Etwa 20 Meter von Mike, der noch auf dem Handtuch lag und vor sich hin genoss, blieb Chris plötzlich stehen und winkte mir. Er meinte, ich solle neben ihm auf den Boden schauen. Da lag ein Samsung-Mobil-Telefon! Chris fragte mich, was er tun sollte!? Ich hob es auf und klappte den Deckel auf. Es funktioniert noch. Also hat es erst vor kurzem hier jemand verloren. Wir sahen uns um, aber weit und breit keine Menschenseele mehr. Wir gingen gemeinsam zu Mike. Er kennt sich mit den Samsung-Klapp-Handys besser aus. Vielleicht hat derjenige, welcher es verloren hatte bereits angerufen. Dies war aber nicht der Fall. Wir beschlossen das Telefon mitzunehmen und in unserem Hotel entweder herauszufinden, ob eine Visitenkarte hinterlegt ist, oder anderweitig den Besitzer zu kontaktieren.


links: Fitnesscenter Marke „selbstgegossen“
rechts: Arbeiter bei der Jagd nach den Rohstoffen für das Abendessen

Nachdem die Sonne kurz nach dem Fund des Natels hinter dem Berg verschwand und den Strand mit seine Schatten einhüllte, packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren die wenigen Kilometer zurück nach Lamai. Die Steine auf der Strasse waren zwischenzeitlich auf die Seite geschoben worden und lagen nun neben der Strasse. Wir erreichten das Hotel gegen 18 Uhr, stellten die Motorräder ab und gingen noch auf einen Kaffee (Mike und ich) und ein Cola (Chris) in unsere Strandbar. Auf dem Weg zurück zum Zimmer klingelte das gefundene Natel in Mike’s Rucksack. Eine Lydia meldete sich auf englisch ganz aufgeregt. Mike versuchte sie zu beruhigen und erklärte ihr, dass wir ihr Telefon gefunden hätten. Sie könne es im Hotel bei uns gerne abholen, was die weibliche Stimme sofort bestätigte. Sie würde in wenigen Minuten bei uns eintreffen.

Wir warteten in unserem Hotelzimmer, als das Telefon erneut klingelte. Lydia würde das Hotel nicht finden, ich erklärte ihr den Weg von Chewang zu uns. Man müsse lediglich auf das grosse „McDonalds“-Schild achten und dann links abbiegen. Direkt hinter der kleinen Brücke über die Lagune wäre unser Hotel. Zehn Minuten später trafen wir uns mit dem Ehemann von Lydia in der Hotelhalle und übergaben das Telefon dem sichtlich erleichterten Mann, der sich als Ricardo vorstellte. Seine Frau wäre völlig aufgeregt, weil sie hätten gerade das Hotel „Marco Polo Resort + Restaurant“ in Chaweng Noi neu eröffnet und sämtliche Kontaktdaten der Lieferanten und der wichtigen Kunden befinden sich auf eben diesem Mobiltelefon. Ob er uns auf einen Drink einladen könnte. Wir lehnten möglichst freundlich ab; denn wir wollten eigentlich nichts als Finderlohn. Wir wüssten wie wichtig so ein Teil mittlerweile wäre und welche Aufregung bei uns der Verlust des Mobiltelefons produzieren könnte.

Er zog zwei Visitenkarten heraus und lud uns in das neu eröffnete italienische Lokal im Hotel mit original italienischen Speisen ein. Er und seine Frau kämen ja aus Italien, was wir am Akzent und an seinem Vornamen bereits bemerkt hatten. Wir nahmen die Visitenkarten und die Einladung gerne an, müssten uns aber noch mit Chris abstimmen. Er wäre der eigentliche Finder des Mobiltelefons. Wir verabschiedeten uns und gingen auf unser Zimmer. Dort informierten wir Chris, der sich über die Einladung zum „Italiener“ auf Koh Samui ebenso freute, wie wir. Wir verabredeten gegen 20 Uhr aufzubrechen. Aber vorher sollte noch der leicht einsetzende Sonnenbrand an den von der Expedition in die Flora und Fauna an den ungeschützten und von der Schutzemulsion übersehenen Körperflächen gepflegt werden.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 01.03.2008 – Wenn früh am Morgen die Handtücher (f)liegen

1. März 2008

Guten Morgen! Ja, habe die Ehre. So früh war ich glaub ich noch nie in einem Urlaub wach. Eigentlich ist es eher so, dass ich überhaupt nicht schlafen konnte. Ob es am späten Kaffee lag, den ich noch nach der Rückkehr vom Date mit Janine und Olivia getrunken hatte, oder ob es an den beiden Mädels lag. Keine Ahnung. Ist auch egal. Ich schrieb dann einfach am Reisebericht weiter und schwupps standen die Zeiger der Uhr auf 4 Uhr morgens. Die restlichen paar Stunden war es mir dann entweder zu kalt, wenn ich die Klimaanlage einschaltete und ganz schnell wieder zu warm, wenn mich das Rauschen störte und ich das Teil wieder ausschaltete. Mike ging es ähnlich, aber er ratzte irgendwann ein.

Um 6 Uhr fingen die Vögel an zu zwitschern. Wohlgemerkt: Man hörte das Pfeifen durch die geschlossene Terrassentür. Kurz darauf vernichtete ich mit dem elektrischen Fliegentennisschläger eine Mücke, bevor sie mich piesacken konnte. An „bei offenem Fenster schlafen“ ist hier niemals zu denken. Sobald man die Tür einen Spalt öffnet, fliegen die blutsaugenden Stukas an einem im Tiefflug vorbei und warten versteckt auf ihre Opfer. Mit elektrischen Hochspannungsmückenvernichtern – die mit dem bläulichen Licht – könnte man hier sein Geschäft des Lebens machen. Dann ging die Sonne langsam auf und ich schaute mir den blauen Himmel an. Somit entschloss ich mich dann gegen 7 Uhr etwas leicht genervt aufzustehen.

Ich ging ins Bad und wusch mich. Geduscht hatte ich ja bereits vor wenigen Stunden. Dann zog ich mich an, schnappte mir den Laptop und die Digicam und wanderte zum Strandrestaurant hinunter. Mam würde an jedem Strauch und Busch stehen bleiben und sich die Flora genauer ansehen. Hier blüht übrigens schon der Hibiskus. Und zwar nicht im Topf sondern als Grundstücksumrandung wuchert das Grünzeug hier ohne Ende. Ich ging zum Strand hinunter und schoss ein paar Fotos. Das Meer war gestern Abend schon wesentlich ruhiger und nur ein leichtes Lüftchen wehte vom Wasser herüber. Nur leichte Wellen bewegen das Meer. Darüber blendet die Sonne und nur in der Ferne sind ein paar wenige Wolken zu sehen.

Somit ist für heute Lichtschutzfaktor 20 oder mehr angesagt. Schon die letzten Tage sahen wir einige Touris durch die Lamai Beach Road wandern, die so richtig knallige Verbrennungen im Gesicht und/oder an den Füssen mitnahmen. Und dass, obwohl die Sonne durch die Wolkenschleier nur wenig durch kam. Dann ist nämlich tagelang nichts mehr mit „an der Sonne braten“. Somit heisst das Motto „Gut geschmiert hält sich’s länger“. Erst recht, wenn wir heute dazu kommen und fahrbare Untersätze ausleihen. Ich kann mich noch gut an meinen Urlaub auf Kreta erinnern.

Da hatte ich eine Honda XL ausgeliehen. Ich war schon extrem dunkelbraun und mit T-Shirt, kurzer Hose, Sony-Walkman in den Ohren (ja genau, den gelben! Rod Stewart-Kassetten gehört), Rucksack und Espandrillos unterwegs. Tja, damals durfte man das noch ohne Probleme. Oder besser: Es hat niemanden gekümmert. Auf der Fahrt nach Vai kamen mir an einer Kreuzung standen zwei Holländer und studierten die Strassenkarte. Ich hielt an und fragte, ob sie Hilfe bräuchten. Da sah ich, dass beide erhebliche Sonnenbrände auf den Oberschenkeln hatten und diese versuchten mit feuchten Handtüchern zu kühlen. Wir fuhren ein ganzes Stück nach Ierapetra gemeinsam. Und kehrten in so manchem Hotel unterwegs ein, um den Pool zur Abkühlung zu nutzen und etwas Flüssigkeit zu uns zu nehmen. Es hatte damals locker um die 38 bis 40 Grad.

Zurück zum Thema: Ich betrat das Strandrestaurant gegen 7:20 Uhr. Aber was, ich war nicht der einzige Frühaufsteher. Sechs Leute sassen bereits und Frühstückten. Ich legte meinen Laptop an einem Tisch ab und besorgte mir einen Teller, welchen ich mit Schinken und Ei und Brot und Konfitüre leicht füllte. Viel Hunger konnte noch nicht aufgekommen sein; denn wir sassen ja erst vor wenigen Stunden mit Janine und Olivia beim Essen. Den Kaffee brachte eine nette hübsche Bedienung, die die Tasse auch momentan immer wieder auffüllt.

Nach und nach kamen weitere Gäste des Hotels „Samui Laguna“. Was mir zuerst gar nicht auffiel war. Bevor die Leute das Strandrestaurant betraten, legten sie ihre mitgebrachten blauen Handtücher auf die Holzliegen davor. Erst danach gingen sie zum Frühstücken. Schade, dass ich meines nicht dabei hatte 🙂 Oder gleich mehrer! Ich stellte mir die Gesichter vor, wenn die Leut feststellen, dass auf allen Liegen bereits blaue Handtücher liegen würden und ich so ihr morgendliches Ritual durchbrechen würde.

Kurz vor 9 Uhr kam Christian aus seinem Bungalow mit den Worten „Bist Du scho da?“ und er grinste über beide Ohren. „Was sagst zu dem Wetter? Ist doch herrlich, oder?“. Tja, Chris geht es wieder gut; denn das Wetter ist jetzt so, wie er sich das vorgestellt hatte. Und jetzt weckt er Mike. Wir haben heut ja noch einen Ausflug vor. Es wird weiter berichtet.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 29.02.2008 – Zum Date zu Mr. Samui und Billard im Bauhaus

29. Februar 2008

Ja, heute gestaltete sich das „Aufstehen“ etwa schwierig. Mit schwerem Kopf versuchte ich meine Erinnerungen zu sortieren. Mike neben mir schnorchelte noch leise vor sich hin. Ich rappelte mich auf und griff im Plastikbeutel vor dem Korbstuhl nach der Wasserflasche. Ich nahm einen tiefen Schluck, um den komischen Geschmack in meiner Mundhöhle zu vertreiben. Hatte ich gestern einen alten Putzlappen zum Abendessen? Nein, es war doch grünes Chicken-Curry bei Mr. Samui. Der Bootvorgang meines Grosshirns neigte sich dem Ende zu. Ich schob den Vorhang zur Seite. Zwar zeigten sich Wolken am Himmel, aber die Sonne fand ihren Weg hindurch. Dann sah ich auf die Uhr. Oh mein Gott! Nur noch drei Stunden bis zum „Date“ mit Janine und Olivia.

Ich suchte das Natel, um eine SMS an Chris zu schreiben. Wir würden zum Abendessen gehen und ob er mitgeht. Er antwortete kurz darauf, dass er erst gerade zurück gekommen sei und sich hinlegen würde. Dann bestieg ich die Dusche um den Bootvorgang zu beschleunigen. Währenddessen rappelte sich Mike hoch. Er setzte sich in den Korbsessel und versuchte augenscheinlich ebenso seine Hirnzellen zu motivieren die Handgriffe zum „Kaffeewasser erhitzen“ zu animieren ohne dabei Aussetzer in der Grobmotorik zu produzieren.

Seine Worte, als ich aus dem Badezimmer kam „Wie spät ist es?“. Meine Antwort: „Viel zu spät“. Er nippte an der Kaffeetasse und steckte sich eine Zigarette an. Dann erhob er sich leicht ächzend aus dem Sessel. Oder war es der Sessel der ächzte? Dann zog ich die Jeans an. Die war ja nass! Wieso das denn? Memory overflow! Ah, ja! Wir waren ja gestern Nacht zum Abschluss noch im Pool. Aber ich hatte doch keine Jeans an. Egal. Ich öffnete die Terrassentür und legte die Jeans über die Lehne des Plastikstuhls. Gut, dass ich noch eine zweite Jeans dabei hatte.

Mike kam aus der Dusche und suchte sich Klamotten zum Anziehen aus dem Schrank. Ich sass auf dem Bett und betrachtete die Bilder vom gestrigen Abend mit Janine und Olivia. Hübsch sind die beiden – und die Fotos sind lustig. Tja, da muss man nach Koh Samui in den Urlaub fahren, um dann im Sammeltaxi zwei nette Mädels aus Zürich/Schlieren kennen zu lernen. Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht. Die Welt ist doch ein Dorf. Und gleich gehen wir gemütlich zum Essen mit ihnen. Auch ned schlecht, odrrr?

Ich schicke eine SMS an Janine, dass wir im Restaurant neben ihrem Hotel auf die beiden warten werden. Wenige Minuten später sind wir auch schon unterwegs. Beim Vorbeigehen an einem Bekleidungsladen winkt uns jemand. Es ist Olivia. Beide schauen sich die Klamotten dort an. Wir begrüssen uns und machen uns auf den Weg zum „Mr. Samui“. Olivia erzählt, dass kaum, als sie im Bett waren schon wieder der Wecker klingelte. Sie fuhren um 10:30 Uhr in die Berge von Koh Samui, um eine „Treetop“-Expedition zu machen.

Wie? „Treetop“? Was ist das denn? Olivia erklärt, dass man ein Klettergeschirr umgeschnallt bekommt. Damit geht es hinauf auf eine Plattform, welche an einem Baum befestigt ist. Dann hängt man sich in ein Seil an und gleitet daran durch die Baumwipfel. Es wäre toll gewesen, auch wenn sie kaum geschlafen hätten. Respekt!

Wir schlendern durch die Lamai Beach Road und halten ab und zu an ein paar Läden. Nach etwa einer viertel Stunde Fussweg kommen wir beim Restaurant „Mr. Samui“ an. Wir ziehen unsere Schuhe aus und suchen uns einen schönen Platz zum Essen im hinteren Bereich des Restaurants. Kurz darauf kommt die Bedienung und bringt die Speisekarten. Die Ladies möchten Rotwein trinken. Ich frage, welchen Rotwein es hat. Der Ober meint „Redwine or Whitewein“. Ich blättere die Karte durch, finde aber keine Auflistung der Weine. Der Ober zeigt mir die Seite in der Speisekarte. Und da steht tatsächlich „Redwine or Whitewine“! Sonst nix!

Da die Auswahl „so riesig“ ist bestelle ich lächelnd „Redwine“ und etwas Wasser sin Gas dazu. Dann suchen wir die Speisen aus. Janine braucht nach der Party gestern „etwas leichtes“ und bestellt Gemüse mit Reis. Mike bestellt wieder „green Chicken-Curry“ und Olivia und ich nehmen „red Duck-Curry“. Dann erzählen die Mädels die Story vom Treetop-Ausflug ausführlicher und Olivia zeigt die Fotos auf der Digitalkamera. Auch ihre Bilder vom gestrigen Partyabend sorgen für so manchen Lacher in der Runde. Olivia ist total begeistert von den smaragdfarbenen Halsketten und probiert eine an.

Irgendwann kommt die Bedienung und bringt unser Essen. Wir lassen es uns schmecken und diskutieren ausgiebig. Auch wenn ich merke, dass die beiden Hübschen ganz schön müde sind und ihnen etwas leicht der Schlaf fehlt. Doch beide wollen sich nichts anmerken lassen. Nach dem Essen nehmen wir noch einen Kaffee und geniessen das Ambiente. Dann bezahlt Olivia als Gegenleistung für unsere gestrigen Drink-Einladungen bei der „Escape“-Party in Chaweng, was ein wirklich feiner Zug ist und wir verlassen das Restaurant.

Olivia hatte gelesen, dass im „Bauhaus“ eine Schaumparty steigen würde. Dort wollte sie noch vorbei schauen. Alles klar, das sind nur ein paar Meter. Im „Bauhaus“ angekommen, stellen wir fest, dass noch nicht viele Gäste eingetroffen sind. Vom Schaum finden wir auch keine Spur. Deshalb entschliessen wir uns einen Billardtisch zu besetzten. Janine spielt gerne Billard – Olivia weniger. Beendet dann aber das Spiel mit einem tollen Stoss auf die schwarze Acht ins richtige Loch. Dann wechseln wir den Platz und setzen uns an die Theke mit Blick auf die Strasse. Irgendwann läuft ein Asiat mit einem kleinen Affen/Makaken und Janine lässt sich das Tier auf die Schulter setzen. Der Asiat möchte sie fotografieren, aber Janine lehnt dankend ab. Als dann ein paar Rosen verkaufende Kinder vorbei laufen, greifen Mike und ich zu und kaufen den beiden Hübschen ein paar Rosen als Dankeschön.

Gegen 23 Uhr verlassen wir das „Bauhaus“. Eigentlich wollte ich noch in die Strandbar „Chill-In“, aber die beiden Mädels wollten den verlorenen Schlaf der letzten Nacht nachholen und möchten den morgigen Tag noch für einen Ausflug nutzen. Somit würden die Mädels gerne ins Hotel zurück. Wir begleiten die beiden; denn uns ist es andererseits auch ganz recht, wenn wir heute etwas eher in die Falle kommen. Vor dem Hotel „Big Bell“ verabschieden wir uns. Dann gehen auch wir zurück zum Hotel. Wir beschliessen aber noch bei Chris vorbei zu schauen. Wir hatten ihn heute den ganzen Tag noch nicht gesehen oder gehört.

Am Bungalow von Chris angekommen, klopfe ich an der Tür. Kurz darauf öffnet Chris ganz verschlafen. Er hatte sich schon hingelegt, kommt dann aber mit auf die Holzterrasse vor seinem Bungalow und erzählt, dass er sich heute einen Roller ausgeliehen hatte gegen Mittag und auf der Insel herum gefahren wäre. Ganze 150 Kilometer sei er gefahren, hätte den Sichelstrand aufgesucht, auf dem er schon vor zwei Jahren mit seinem Bruder Mario gewesen sei, und hätte sonst einiges erlebt. Wir sassen auf der Terrasse und nahmen noch ein Wasser aus der Zimmerbar. Anschliessend verabschiedeten wir uns und vereinbarten morgen doch mal wieder zum Frühstück zu kommen. Eventuell leihen wir uns auch eine „Kiste“ aus und erkunden die Umgebung.

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Baan Soi Gemstones / Mr. Samui
124/156 Lamai Beach (South of the Road)
Koh Samui, Suratthani
Tel.: +66 77 424630
Fax: +66 77 424265
Mail: sukitjap@hotmail.com

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 28.02.2008 – Thai-Curry bei Mr. Samui und „Escape“ in Chaweng Bay

29. Februar 2008

18 Uhr: Was machen Männer, wenn es am Strand aufgrund des Wetters ungemütlich ist? Logisch! Schoppen! Nur sieht das a bisserl anders aus, wie beim weiblichen Geschlecht. Während Mädels vor Schmuckläden, Krimskrams, Handtaschen und Kleidern hängen bleiben und erst einmal alles gaaaanz genau ansehen (befummeln) müssen, sieht das bei uns drei folgendermassen aus: 1.) Rein in den Laden 2.) im Regal nach dem Teil gegriffen, das auf Anhieb gefällt 3.) ggf. anprobieren 4.) bezahlen 5.) raus aus dem Laden. Im speziellen Fall (CD/DVD-Kauf) reduzieren sich die Punkte auf genau 3. Somit war der Kauf für heute bereits erledigt.

Dann ging es noch zum „Seven-Eleven“ gegenüber vom „Bauhaus“, um etwas Getränkenachschub (Säfte) und Milch für den Kaffee zu besorgen. Kaum waren wir im Laden, fiel auch schon der Strom aus. Typisch! Aber nach etwa zwei Minuten war der Strom wieder da. Die Kassen scheinen eine USV zu haben.

Auf dem Rückweg fiel mir ein „Thailand Krimskramladen“ auf. Ich hielt die anderen beiden an, um hinein zu gehen. Seit Bali bin ich von den thailändischen Einrichtungsgegenständen „angefressen“. Der Thailandladen war grösser, als angenommen und erstreckte sich über vier Räume inkl. Bar. Dort schien zuerst nur Kaffee angeboten zu werden. Nachdem ich länger nicht mehr auf der Strasse erschien, kamen Mike und Chris nach. Überall an den Wänden, Regalen, Vitrinen und Tischen hingen und standen thailändische Kunstgegenstände. Es sieht aus, wie in Aladins Höhle: Schnitzereien, Gold- und Silberschmuck, Ketten, Buddaköpfe, Figuren und so weiter. Mir gefiel eine etwa 2×2 Meter grosse Liege auf. Darauf stand mittig ein flaches Tischchen. Darin eine Getränkekarte und ein Aschenbecher. Kann man hier etwas Trinken? Wir fragten nach und man bestätigte uns dies. Wir sollten Platz nehmen, wo es uns gefällt. Wir sahen uns um und entschlossen uns auf der Liege Platz zu nehmen. Dann bestellten wir Mango- bzw. Papayasäfte und machten es uns bequem.


Offensichtlich hielten auch die anderen Touristen, die in den Laden kamen, den Laden eben für einen Laden und nicht für ein Café oder Restaurant. Erst bei näherer Betrachtung der Karte stellte sich heraus, dass es sich um eine Kombination „Bar, Restaurant, Geschenkeladen, Einrichtungsladen und Internet-Café“ handelt. Tolle Kombination! Wir genossen das Ambiente, die Getränke und die Chillout-Musik, welche schön gleichmässig den Raum durchdrang. Wenig später betraten zwei Asiatinnen den Laden, sahen sich um und nahmen auf einer anderen flachen Holzliege Platz. Sie bestellten sich etwas. Wenig später brachte eine der Bedienungen die Getränke und sehr schön angerichtete Speisen. Die Asiatinnen fotografierten die Räumlichkeit und sogar das Essen, so wie ich auch mache. Ergo: Die zwei Mädels sind ebenso Touristen auf Urlaub.

Ich meinte zu Chris und Mike, dass wir auch langsam etwas essen könnten. Chris entgegnete, dass dass Essen der beiden Mädels gut ausgesehen hatte. Zumindest aus der Ferne. Ich fragte eine der Bedienungen nach der Karte und als er diese brachte, nach dem Essen der beiden Mädels. Es handelte sich um „Thai Chicken Curry“. Gute Idee! Wir drei bestellten das gleiche! Nur wir müssten uns woanders hinsetzen; denn der Tisch auf unserer Liege ist etwas zu klein. Wir wechselten also zu einem grösseren flachen Tisch vor einem grossen Wandbrunnen, der eine sich badende Thainixe zeigte.


Die Bedienung erzählte beim Servieren der nächsten Runde Säfte, dass das kleine Mädchen mit den Dreadlocks, welches ab und zu herumlief aus der Schweiz kommen würde. Wir sahen uns verwundert an. Die Bedienung sprach ein paar Worte „Schwiizerdütsch“. Als das kleine thailändische Mädchen (etwa 6 Jahre alt) vorbei lief, rief ich ihr etwas aus Schwiizerdütsch zu. Sie stutzte und antwortete schüchtern. Sie sei in Bern geboren. Wo? Bei ’s Mami! Wir lachten und plauderten über den Zufall. Mike kam vom obligatorischen Toilettengang zurück und schwärmte von der Einrichtung des WCs. Er wollte schon gar nicht mehr zurück kommen.

Dann brachte eine der Bedienungen unser Essen – Thai Chicken Curry in der einen Schale und auf einem Teller eine Portion Reis. Schon beim ersten Probieren stellten wir fest, dass es diesmal gut scharf (hot!) gewürzt war. Aber es schmeckte vorzüglich hervorragend „weltklasse“.

Eigentlich hätten wir es gerne noch länger ausgehalten in diesem Laden-Bar-Restaurant-Internet-Café, aber wir planten noch am gleichen Abend nach Chaweng zu fahren. Dort stieg eine grosse Freiluftparty – die „Escape“. Also zahlten wir die Rechnung (etwa 1000 Baht) und schlenderten durch das belebte Lamai zurück zum Hotel, um uns ausgangsfertig zu machen.

Gegen 21 Uhr trafen wir uns mit Chris in der Eingangshalle des Hotels und hielten auf der Strasse direkt ein Sammeltaxi an. Es war ziemlich viel los auf der Strasse, deshalb kamen wir nur langsam vorwärts. Dann stoppte das Sammeltaxi, um zwei weitere Fahrgäste mitzunehmen. Zwei hübsche Mädels setzten sich zu uns auf die „Ladefläche“. Aus Gesprächsfetzen hörte man schwiizerdütschen Dialekt heraus. Ich fragte, wo die beiden her seien. Tatsächlich! Die beiden sympathischen Mädels kommen aus der Schweiz, genauer: Aus Zürich!. Wo es hinginge, fragte ich. Ziel der beiden ebenso – auf die „Escape“-Party in Chaweng. Dann hielt das Sammeltaxi erneut. Eine Familie mit zwei Kindern stieg zu. Auch bei der Familie hörte man, dass sie sich auf schwiizerdütsch unterhielten. Woher sie kommen? Aus Thun! Und sie seien auf per „Backpacker“ unterwegs. Die beiden Mädels ebenso. Erst gestern wären sie angekommen in Lamai. Es entwickelte sich eine nette Unterhaltung und wir stellten uns gegenseitig vor. Die rötlich-blonde heisst Janine und die dunkelhaarige Lady heisst Olivia

Und es kommt noch besser: Olivia wohnt seit kurzem in Schlieren gar nur ein paar Querstrassen weg von uns. Und während des Gespräches kommt noch heraus: Janine ist in der Nähe unseres Stammlokals „In der Ey“ aufgewachsen – in Albisrieden. Tja, wir sollten doch öfter mit dem Sammeltaxi fahren *lach*. Nach kurzer ruckeliger Fahrt über die kurvigen Strassen kamen wir in Chaweng an. Das Taxi hielt vor dem Eingang des „Escape“-Geländes. Rechts und links vom mit Absperrgittern versehenen Eingang standen je ein Zeltpavillon. Dort waren die Kassen und wir bezahlten 300 Baht pro Mann und Nase. Wir erhielten Tickets welche wir am Eingang gleich wieder abgaben. Dann gingen wir durch einen von hohen beleuchteten Palmen gesäumten sich zum Hauptgelände hinunterschlängelnden Weg. Vor uns öffnete sich eine grosse Rasenfläche, die mit bunten Lichtskulpturen erleuchtet wurde.



Auf der Eingangsseite gegenüber befindet sich ein Fressstand, rechts vom Eingang zwei Getränkebars. Zum See hin eine erhöhte Holzkonstruktion auf der Sonnenliegen und flache Holztischchen standen. Auf der anderen Seite eine grosse Bühne auf welcher der DJ sein Set eingerichtet hatte. Er spielte beste Tanzmusik: House und Trance. Wir waren offensichtlich die ersten Gäste um 22 Uhr. Zuerst besorgten wir uns an der Bar zur Bühne hin Getränke. Die Mädels das Züritypische Wodka-Redbull und wir je ein Singa-Bier. Wir entschlossen uns auf der Holzkonstruktion zum See hin ein paar Sonnenliegen zurecht zu rücken und dort Platz zu nehmen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Sisha-Stand vorbei. Olivia besorgte eine der orientalischen Rauchapparate mit Apfeltabak, welche aber nicht auf Anhieb funktionierte. Doch den undichten Seitenluft ziehenden Kopf reparierte der Sishaverkäufer sachkundig und umgehend. Er nahm einen anderen auf den Gummi passenden und schon qualmte es richtig.


Olivia und Janine erzählten von ihren Erlebnissen ihrer Backpackertour und was sie noch alles vor hätten. Allerdings ginge es bald wieder zurück nach Bangkok. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Gegen Mitternacht füllte sich das Gelände zusehends. Chris meinte, dass ab 2 Uhr die Bars und Discotheken in Chaweng schliessen würden und dann viele noch auf die „Escape“ kommen. Na, mal abwarten. Noch war das Gelände recht locker mit Gästen gefüllt. Ein paar wenige Tanzten auf den Plattformen vor dem DJ-Pult. Der Sound war grossartig. Zumindest von der Anlage her. Der Sound kam schön gleichmässig und voluminös. Aber man konnte sich trotzdem gut unterhalten.

Nachdem sich Janine und Olivia einen kleinen Eimer mit einer einheimischen heftigen Getränkemischung besorgten, wechselten wir gegen 1 Uhr die Position weiter zur besandeten Tanzfläche hin.

Olivia schlug vor an die Bar zu gehen und einen Tequila zu trinken; denn dann würde sie eher tanzen. Ok, nach je drei Tequila tanzte auch ich ganz von allein. Mike und Janine befanden sich zwischenzeitlich schon auf einer der Plattformen auf der rechten Seite der Bühne und schwangen das Tanzbein.







Wir tanzten bis uns die Füsse weh taten und wir gegen 4 Uhr langsam den Rückzug antraten. Im Eingangsbereich setzten wir uns an einen Tisch und plauderten. Mike und Janine hatten es mit den jungen Hunden auf dem Gelände. Ständig war einer oder mehrere der vierbeinigen Feuchtnasen in der Nähe.


Weniger später verliessen wir das Gelände und gingen wieder den geschlängelten Weg durch die Palmen hinauf zum Eingang. Dort schnappten wir uns ein Taxi und fuhren gemeinsam zurück nach Lamai. Vor dem Hotel fragten die beiden, ob unseres einen Pool hätte, weil ihre Bleibe hätte nämlich keinen. Wir gingen durch die Eingangshalle zum Pool. Ohne viel zu überlegen sprang Janine in den Pool. Ok, so eine Abkühlung wäre nun ganz recht. Wir entledigten uns der grossflächigeren Bekleidungsteile und sprangen hinterher. Nach etwa einer halben Stunde planschen und blödeln entstiegen wir dem angenehmen Nass und verabschiedeten uns brav von den beiden Hübschen, welche nicht mehr weit zu ihrem Hotel hatten (Big Bell). Wir verabredeten uns für den nächsten Abend für ein gemütliches Essen bei Mr. Samui. Da waren wir ja heut schon einmal. Mike besorgte den Zimmerschlüssel. und oben angekommen fielen wir zuerst ins Bett und dann sofort in den Schlaf.

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Baan Soi Gemstones / Mr. Samui
124/156 Lamai Beach (South of the Road)
Koh Samui, Suratthani
Tel.: +66 77 424630
Fax: +66 77 424265
Mail: sukitjap@hotmail.com

PeterPan’s Ausgangs-Tipp:

Party „Escape“
Chaweng Lake

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 28.02.2008 – Frühstücken um 15 Uhr und aktuelle Wetterlage

28. Februar 2008

Die „Putze“ weckte mich. Mike war schon länger wach, aber auch noch nicht fit. Wir riefen der Putze durch die verschlossene Tür zu „10 Minutes“. Ich verschwand im Badezimmer und versuchte das unbekannte Gesicht im Spiegel zu erkennen. Meine Haare standen nach allen Seiten. Ich sah auf die Uhr: 14:30 Uhr. Warum hatte ich so lange geschlafen? Ach klar. Gestern schrieb ich ja recht lange den gesamten Tag zusammen. Erschwerend kam gestern hinzu, dass sich scheinbar das schlechter werdende Wetter auf die WLAN-Verbindung auswirkte. Immer wieder brach diese zusammen. Mittlerweile kannte ich das Login und das Passwort auswendig.

Ich zog mich an und wir entschlossen uns die Laptops unter den Arm zu nehmen und zum Strandrestaurant zu gehen. „Durchgängig bewölkter Himmel und leichter Nieselregen bei 25 Grad Lufttemperatur“ vermeldete mein autarkes Kleinhirn während ich den Weg zum Strand dahinschlurfte. Zwei Touris liessen sich von den Masseurinnen durchwalken. Die Damen grinsten freundlich zu mir herüber. Ich sah noch nicht alles. Auf meiner Brille befanden sich noch die feinen Salzspuren von der abschliessenden Strandsession gestern Abend.

Mike und ich setzten uns zu unserem „Stammplatz“ im vorderen Bereich des Strandrestaurantes mit Blick auf das Meer. Wie meinte Chris? „Vor zwei Jahren war das Meer blau und spiegelglatt“. Na gut, dann hat sich in der Zwischenzeit etwas daran geändert. Es rollten Wellen mit zwischen einem und zwei Metern auf den Strand zu. Es sei noch angemerkt, dass es hier offensichtlich keinen Tiedenhub gibt. Der „Wasserstand“ bleibt immer gleich. Nur die Wellen werden mal grösser und mal kleiner.

Wie üblich bestellten wir „Kaffee und Mangojuice“ zum Wachwerden und den Vitaminausgleich zu schaffen. Ausser uns sassen noch zwei Pärchen im Lokal. Auf den Strandliegen flätzten doch tatsächlich Sonnenhungrige. Komisch, die Sonne scheint doch gar nicht? Sollte ich die Herrschaften darauf aufmerksam machen? Ach was. Wir stellten die Laptops auf den Tisch und checkten die Mails.

Nach dem ersten Kaffee klopfte Mike bei Chris an der Tür. Er hatte noch etwas Schlaf nachgeholt. Nun sitzen wir gemeinsam im Strandrestaurant und geniessen die Aussicht auf das „rollende Meer“.

Besten Dank an die Comment-Schreiber (Tom, Falki, Steve) für die Tipps betreffend Koh Samui. Wir werden sicher nicht alles schaffen, aber die ein oder andere Location sicher besichtigen.

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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