Urlaub Koh Samui 27.02.2008 – Arche Noah, Strand, schönes Haar, Massage und Krabben in Bambus

27. Februar 2008

Es ist 2:30 Uhr bei uns in Koh Samui. Also bei Euch 20:30 Uhr. Während Mike bereits genüsslich im Bett liegt und vor sich hin rüsselt, nehme ich mir die Zeit den heutigen Tag zusammen zu fassen. Morgens und 8 Uhr wachte ich durch ein Rauschen auf. Ich stand schlaftrunken und leicht genervt auf und wollte die Klimaanlage ausschalten. Der Schalter stand aber bereits auf „Aus“! Was rauscht dann bitte so laut?

Ich ging zur Balkontür und schob den Vorhang zur Seite. Es schüttete wie aus Eimern! Während ich mir die Kamera schnappte und die Balkontür zur Seite schob, erwachte Mike und fragte mich verschlafen, was denn los sei. Ich meinte nur „Ich glaub wir sollten aus den vorhandenen Holzteilen der Möbel im Zimmer eine Arche bauen!“ Mike sah sich den Wasserfall vor unserem Fenster an und entgegnete: „Wahrscheinlich hat es Chris mit seinem Bungalow ins Meer getrieben.“ Ich fantasierte weiter: „Der hat sich aus dem Bettlaken McGyver-mässig ein Segel gebaut und ist sicher auf dem Weg nach Bali!“

Da ich schon mal wach war, entschloss ich mich gleich unter die Dusche zu gehen. Kurzzeitig überlegte ich, ob ich mich nicht gleich neben den Pool stelle und einseife – sozusagen als „klimaverträgliche und Grundwasser sparende Alternative“. Doch nach kurzer Zeit hörte es auf zu regnen und die Sonne lugte zwischen den Wolken hervor. Nur der Wind blieb.

Wir zogen uns an und watschelten durch den frisch gegossenen Tropengarten zum Strandrestaurant. Der Bungalow von Chris stand noch da. Im Restaurant sass Chris bereits an einem Zweiertisch – sichtlich etwas genervt. Als er uns sah, deutete er auf einen gedeckten 3er-Tisch und wir setzten uns. Die Bedienung brachte Kaffee, Mike und ich besorgten uns vom Buffet je ein frisches Spiegelei, das uns eine Koh-Samui-anerin auf der Pfanne speziell anrichtete. Dann erzählte uns Chris, was seine Stimmung schon früh morgens verhagelt hatte.

Er kam ins Restaurant, sass noch gar nicht richtig, da kam einer der Österreicher und nahm sich von seinem Tisch das zweite Gedeck. Ohne zu fragen oder nur mit der Wimper zu zucken. Er bat den Haberer dann in feinster oberpfälzer Freundlichkeit das doch bitte zu unterlassen, schliesslich gäbe es ja dafür die netten und zuvorkommenden Bedienungen, um neu aufzudecken. Na, und das mit dem Wetter kam noch dazu.

Der Wind bliess ordentlich und die herab gelassenen seitlichen Markisen konnten den Wind nur mit Mühe von der Restaurant-Terrasse abhalten. Dann das nächste Schauspiel: Kaum konnte man in der Ferne die ersten Wolkenaufhellungen erkennen, sprangen die Touris von der Terrasse und reservierten mit ihren Handtüchern und Strandtäschchen die Holzliegen. Wir schüttelten nur noch den Kopf. Besonders, weil der Wind teils die Handtücher davon fliegen liess. Und zwar in den frischen feuchten Sand. *chichiiii*

„Egaal, mir ham koan Stress – weil, mir san im Ualaub!“ Wir bestellten erst einmal Kaffeenachschub und diskutierten die Lage. Mike und Chris planten „Einkaufen“ zu gehen. Mike braucht neue Badeschlappen; denn seine nagelneuen 70 Euro teuren Markenschlappen von GEOX „Respira“ hinterlassen zwischen der grossen und der nächsten Zehe nicht nur schmerzende Druck-, sondern auch noch offene Scheuerspuren. Also müssen neue besser passende, wenn auch gefakte, her. Chris stellte fest, dass offensichtlich nicht nur das Hautpflegeöl ausgelaufen war und einen Teil seiner Wäsche infiltrierte, sondern zusätzlich seine elektrische Zahnbürste im Koffer während des Fluges eingeschaltet war. Die letzten Tage putzte er aus Mangel an Batterieladung mit der elektrischen auf die alte manuelle Art. Ergo: Batterien kaufen!

Und ich plante mein wenig wind- und wetterangepasstes Haar kürzen zu lassen. Den Frisör entdeckte Chris schon zwei Tage zuvor in der Nähe. Wir beendeten das Morgenmahl und wanderten durch die Hotelanlage, dann rechts über die Brücke, gleich wieder links abgebogen und kamen nach nur 100 Metern beim Frisör an. Die Lady meinte im typisch schwer verständlichen Thai-Englisch, dass die Friseuse erst gegen 14 Uhr wieder eintreffen würde. Na gut, dann tippe ich den gestrigen Tag im Hotelzimmer – Mike und Chris gehen derweil Einkaufen. Die Wolken liessen nun doch die Sonne durch und es wurde sofort merklich schwüler.

Um 11 Uhr klopfte es an meiner Zimmertür. Mike und Chris waren nach nur 45 Minuten wieder eingetroffen. Ich lud den gestrigen Urlaubsbericht samt Bilder ins Netz. Dann schnappten wir uns die Badesachen und gingen wieder hinunter am Strandrestaurant vorbei und ich blickte auf’s Meer. Als ich mich umdrehte, waren Chris und Mike verschwunden. Beide diskutierten mit den Masseurinnen und grinsten über beide Backen. Chris deutete mir an, dass er und Mike sich einer Ölmassage unterziehen. Ok, dann suche ich mir eine Liege im Schatten aus und ruhe etwas aus. Nur von was ist die Frage 🙂

Die „Schlacht um die Sonnenliegen“ mit dem typisch eigentlich deutschen Handtuchwurf ausgeführt von Österreichern schien umsonst gewesen zu sein; denn nur wenige Liegen waren tatsächlich von sich sonnenden Personen belegt. Ganz in der Nähe der Massageeinrichtung – einer grossen flachen überdachten und vom Wind geschützten Massage-Holzliege – konnte ich mich im Schatten niederlassen. Schatten finde ich in den ersten Tagen besser; denn die feine ganzjährige Büroblässe muss sich erst wieder langsam an die hier fast senkrechte Sonneneinstrahlung gewöhnen.

Grinsend verfolgte ich, wie zwei der Masseurinnen Mike und Chris so richtig durchwalkten und verbogen. Tja, das muss einfach gesund sein. Eine Stunde kostet übrigens im Schnitt 300 Baht (etwa 6 Euro). Zur Info für alle Wellnessfans. Ich schnappte mir die Kamera und schoss ein paar Bilder von der Behandlung.

Während die beiden Companieros im sanft-harten Griff der Thailänderinnen lagen, wanderte ich den Strand entlang. Offensichtlich tobte weit draussen ein heftiger Sturm; denn das Meer schäumte und die etwa zwei Meter hohen Wellen schwemmten allerhand Material an den Strand. Tags zuvor las ich in einer örtlichen Zeitung von der Initiative „Haltet den Strand sauber“. Tja, wenn das Meer halt nicht so hinterhältig wäre und den ganzen zuvor eingesammelten Plunder wieder unversehens zurück ans Land spucken würde. Aber die Natur holt sich auch vieles wieder zurück. So finden Muscheln es scheinbar witzig sich an Plastikflaschen zu kleben.

Etwas weiter fand ich ein etwa 3 Meter langes Bambusrohr mit etwa 10 Zentimeter Durchmesser. Meertang hing an der Aussenseite. Ich dachte noch „das wäre doch ein hervorragender Unterschlupf für Krebse und/oder Krabben“, bückte mich und sah in das eine offene Ende. Ha! Tatsächlich, zwei kleine Krabben lugten ängstlich hervor. Digicam eingeschaltet und mehrfach abgelichtet. Ich fotografierte auch ein grösseres Treibholzstück mit unzähligen Muscheln darauf. Nach etwa einer halben Stunde drehte ich um und latsche dort im Sand entlang, wo das Meer schäumend auf das Land trifft.

Auch Chris und Mike kam von der Massage herüber. Beide grinsten immer noch über beide Ohren und benötigten zur Beruhigung einen Kaffee samt Zigarette. Wir entschlossen uns dann die Stellung zu wechseln und bis in den späten Nachmittag unter einem grossen Baum zwischen Restaurant und Strandbar etwas zu Relaxen. Ich ging sogar kurz ins schäumende Meer! Aber ich kam mir vor, wie in der Waschmaschine: Unten kommt die Strömung von der zurück fliessenden Welle, während oben die nächste dicke Welle anrollt. Man hüpft und taucht und rudert ohne Ende. Gut, dass es so flach ist. So hat man fast immer festen Boden unter den Füssen. Übrigens: Rettungsschwimmer hat es keine. Zumindest nicht in unserem Strandabschnitt. Chris meinte auch, dass es die sonst auch nicht braucht. Das Meer wäre um diese Jahreszeit sonst „brett’l-eben“, blau und klar.

Kurz nach 14 Uhr entfernte ich mich vom Strand, um den Friseurladen „um’s Eck“ aufzusuchen. Die junge Lady liess mich auf dem Stuhl Platz nehmen, wickelte den Umhang über meine Schulter, wusch mein Haar (samt Kopfhautmassage) und ich versuchte zuerst auf Englisch, dann mit den Fingern die gewünschte Haarkürzung zu erklären. Die Konversation gestaltete sich interessant; denn ich verstand das wenigste Thai-Englisch. War da nicht etwas mit dem „r“? Deshalb machte ich mir den Spass den Spiess umzudrehen. Ich fragte, die Friseuse antwortete. So erfuhr ich, dass sie seit 5 Jahren auf Koh Samui lebte und eigentlich vom Festland an der Grenze zu Malaysia käme, ihr der Job einigermassen Spass macht und hinten im Nebenraum betreibt sie mit einer Kollegin eine Wäscherei. Dabei deutete Sie durch die Tür zur Waschmaschine, davor sass die Kollegin und sortierte einen Haufen mit Klamotten. (1 kg Wäsche für 30 Baht inkl. Bügeln). Der Haarschnitt passte, gefiel und war mit 150 Baht plus Trinkgeld nach 30 Minuten erledigt.

Frisch und schön schlenderte ich zurück zum Strand und besorgte mir als erstes einen Kaffee im Restaurant. Dann legte ich mich zu Chris und Mike in den Halbschatten des grossen Baumes. Als die Sonne langsam hinter den landeinwärts sich auftürmenden Wolken verschwand, packten wir unsere Sachen und zogen uns auf die Zimmer resp. in den Bungalow zurück. Apropos „Bungalow“: Bei der Gelegenheit sei der elektrische „Hausanschlusskasten“ und der „Hauptsicherungsautomat“ erwähnt. Den Anschlusskasten hat sich auch die Natur zurück geholt. Es wächst irgendwas blumiges heraus. Und dem Hauptschalter schalten nur Wagemutige.

Wir trafen uns gegen 20 Uhr in unserem Zimmer. Frisch geduscht und zum Abendessen hergerichtet. Diesmal planten wir eine lokale Lokalität aufzusuchen – in Lamai. Dort hatten wir uns vorgestern untergestellt, als es zu regnen begann. Also wanderten wir die wenigen Meter zu diesem Lokal (Name folgt noch) und platzierten uns an einem Tisch zur Strasse hin. Eine Bedienung brachte die Speisekarte und nahm während wir diese studierten die Getränke auf. Mike nahm einen Kokos-, ich einen Mangosaft und Chris wie üblich ein Cola.

Da es sich um ein original thailändisches Lokal handelte und wir in Thailand Urlaub machen, wäre es Blödsinn gewesen italienische Nudeln oder Pizza zu bestellen (welche es auch auf der Karte hatte). Wir wählten natürlich etwas gutes Thailändisches – logisch „spicy!“. Und uns wurde wirklich warm beim Essen. Da half kein kühlender Windhauch, der ab und zu durch das Lokal wehte und kein Lutschen irgendeines Eiswürfels. Durchhalten Männer! Rechnung für drei Personen mit jeweils einer Vor- und Hauptspeise samt Getränken etwa 700 Baht (zum Selbstumrechnen).

PeterPan mit Thaifood abgefüttert und wer erkennt es? Mit kürzeren Haaren! (genau hinsehen! oben!)

Nach dem schon wieder üppigen Mahl – mir hätten eigentlich die 4 grossen Frühlingsrollen gereicht – schrie der Körper förmlich nach Bewegung. Aber ganz langsam und gemütlich. Wegen der schwülen Luft (und gefüllten Bäuchen) gingen wir nur sehr langsam die Hauptstrasse in Lamai entlang. Als wir noch im Restaurant sassen, fuhr mehrmals ein Werbeträgerkleintransporter vorbei. Auf dem Plakat stand, dass es im „Club Bauhaus“ Cocktails für 99 Baht geben würde. Na gut. Überredet! Das Ziel wäre ausgemacht.

Das Gesamtszenario in Lamai ist allerdings deutlich ruhiger und wesentlich überschaubarer, als in Chaweng. Weniger Touri-Krimskramsläden mit dem sich wiederkehrenden Warenangebot, weniger Massagesalons, weniger pakistanische Massschneider, überhaupt ist alles sehr gemütlich für einen Urlaubsort. Wenn da nicht der groteske Platz mit den Mädchenbars wäre, könnte man sich fast dran gewöhnen. Aber „Sex sells“ und wo ein Markt ist, braucht man auf das Angebot nicht zu warten.

Wie alt ist die Parodiestory von Gerhard Polt? „Mai Ling“ (zum Video 1979)? Über 15 Jahre? Ja habe die Ehre! Und es ist grösstenteils wirklich hammermässig hinter welchen Gestalten die teils wirklich ansehnlichen Mädels da wenig motiviert dreinlaufen. Aber auf der anderen Seite gibt es auch positive Beispiele. Ich will da gar nix abstreiten. Kenne da selbst ein Pärchen in Regensburg, welches mittlerweile über 20 Jahre zusammen lebt und geschäftlich soweit ich weiss auch ein kleines Thai-Imperium aufgebaut haben. Aber die beiden haben sich sicher nicht hier kennen gelernt. Und wenn ich da an Silla aus Bodrum denke.. Aber das ist auch mehr als 20 Jahre her, waren komplett andere Randbedingungen und das gehört nicht hierher, odrrr? 😉

Backflash: Von der „Cocktailparty“ ist im Club „Bauhaus“ selbst nicht viel zu spüren. Verschiedenste Touristen und einheimische Gäste unterschiedlichstem Alter und verschiedenster Nationalitäten sitzen vor den Bartheken. Unser Platz vom letzten Mal an der Theke mit Aussicht ist frei und wir entschliessen uns dort Platz zu nehmen. Mike bestellt seinen obligatorischen „Singapore Sling“, ich den „kann ich mir schon wieder nicht merken, ich sag immer Batida de Coco, ist es aber nicht“ und Chris ein „Singa-Bier“. Wir hören der heute etwas gemischteren Musik zu und beobachten das Szenario. Eigentlich ein guter Platz mit Aussicht; denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass jeder irgendwann mal in den „Seven Eleven Laden“ gegenüber zum Einkaufen geht/fährt. Und wir erkennen auch den ein oder anderen wieder vom letzten Mal, als es so schwer regnete. Aber irgendwie will heute keine Stimmung aufkommen.

Dann bringt ein Werbungsverteiler einen Flyer vorbei und legt diesen vor uns auf die Theke. Morgen Donnerstag findet die „Escape“-Party an der Lagune in Chaweng statt. Chris kennt die Freiluftveranstaltung von vor zwei Jahren und erzählt darüber. Das schauen wir uns morgen auf jeden Fall an. Und am Freitag ist „Halbmondparty“. Naja, die Abende scheinen gerettet zu sein. Wir zahlen und verlassen das „Bauhaus“. Chris meint, er hätte in einem Reiseführer von einem Club in Lamai gelesen „Super Sub“ oder so ähnlich. Wir fragen an einem Taxistand zwei Fahrer. Beide verstehen zuerst uns nicht und als diese uns verstehen, verstehen wir sie fast nicht. Aber soweit wir die Worte interpretieren können, schein der Club gegenüber dem grotesken Mädels-Bar-Platz zu sein. Gut, machen wir uns auf die Suche.

Auf der Suche nach dem Club „Super Sub“: Wir kommen an besagter Stelle an. Zwei schillernd verkleidete Transen stehen am Eck und drücken uns einen weiteren Flyer in die Hand. Gleich in der Bar, dort wo wir das „Super Sub“ vermuten, wäre eine Cabaret-Veranstaltung. Na, das brauchen wir jetzt wirklich nicht. Aber wir müssen da vorbei. Egal, beim Passieren des Lokals sehen wir ganze Touri-Familien samt Kind und Kegel (um kurz vor Mitternacht?) an den Tischen sitzen. (???). Dann müssten wir eigentlich den Ort erreicht haben. Vom „Super Sub“ aber keine Spur. Kein „Sie haben die Zielstrasse erreicht“ ist zu hören. Vor uns ein anderer Club namens „Seed“ (spannender Name).

Davor auf einem Barhocker eine junge Thailänderin. Ich geht zu ihr und frage nach dem „Club Super Sub“. Sie deutet mir an, dass sie kein Englisch versteht. In diesem Moment kommt ein junger Thailänder mit einer Art Uniform die Treppe herauf. Ich frage, ob er Englisch versteht. Er verneint. Ich denke „Tolle Einstellungsvoraussetzungen“. Dann ruft mich Chris und winkt. Direkt neben dem „Seed“ hinter Gebüsch eine Reklametafel – unbeleuchtet. Darauf steht „Super Sub“. Nicht nur das Schild sieht etwas mitgenommen aus, auch der gesamte Vorhof (ehem. Parkplatz) ist mit mobilen Absperrung begrenzt. Da lebt nichts mehr. Der junge Thailänder mit der Uniform kommt zu uns und zeigt auf das Gelände „Super Sub closed“. Dafür drückt er uns Gutscheine des „Seed“ in die Hand. Beim „Seed“ scheint es sich um eine Tabledance-Bar zu handeln. Wir bedanken uns freundlich und lehnen ab.

Jetzt ist aber „Ende Patente!“. Wir gehen zum Hotel zurück. Auf dem Weg dorthin besorgen Mike und ich noch den gestern angesprochenen „Notfall-Pack“ (3 Singa-Bier) in einem der „Seven Eleven Läden“. Wir lassen den Abend an der hoteleigenen um diese Zeit nicht mehr geöffneten Strandbar mit Blick auf das rauschende Meer ausklingen. Teils sitzen wir nur das Ambiente geniessend da, teils lassen wir das heute Geschehene Revue passieren und teils befassen wir uns mit dem, was morgen eventuell ansteht. Denn das Wetter soll so wechselhaft bleiben und in der ferne blitzt es bereits. Aber das macht nix; denn wir sind spontan, odrrr?

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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Urlaub Koh Samui 26.02.2008 – Besser Dinieren in Chaweng – oder „Wer suchet der geniesst“

26. Februar 2008

Heute schliefen wir wirklich lang. Wenn ich dann einmal erwachte, sah ich aus der gläsernen Terrassentür, erblickte blauen Himmel und den Sonnenschein auf dem Dach des Hotels „Patio“ gegenüber, merkte, dass Mike auch noch schlief, sah auf die Uhr, egal, und nickte erneut ein. Mike muss zwischendurch auch immer wieder erwacht sein; denn er erzählte hinterher, dass er das „Do not disturb“-Schild an die Tür gehängt hatte. So blieben wir verschont von der „Putze“. Chris meldete sich gegen Mittag. Er sei am Strand – die Sonne scheint. Seit gestern vermutet er kleine Haustiere im Bungalow zu haben und die Glühbirne im Bad hätte sich laut krachend beim Einschalten verabschiedet.

Mike und ich schliefen weiter. Erst gegen halb zwei rappelten wir uns die Augen reibend hoch. Zuerst ging ich duschen, Mike machte Kaffee und dann wechselten wir uns ab. Vor der Abreise packte Mike geistesgegenwärtig den löslichen Kaffee ein. Die Milch dazu kauften wir in einem Laden in Lamai schon gestern. Ohne Kaffee geht gar nix am Morgen – äh – nach Mittag.

Wir packten unsere Badesachen zusammen und verliessen das Hotelzimmer, schlenderten den Weg zum Strand durch die Bungalows entlang. Unten angekommen, blickten wir zuerst über das Meer hinaus. Mike meinte nur „Is des scheee!“. Wir wandten uns dem Strandrestaurant zu „Erst mal einen Kaffee“ und setzten uns in die erste Reihe an den schweren Holztisch und ich legte die Füsse auf den Stuhl neben mir. Die hölzernen Sonnenliegen im Schatten vor dem Strandrestaurant waren vollständig bis auf wenige gefüllt mit sich sonnenden mehr oder weniger ansehnlichen Personen. Einige davon schienen schon länger hier zu sein – eher braun – und einige erst vor Kurzem angereist – blass oder mittlerweile leicht rötlich. Auf jeden Fall durchgängig europäisch.

Mike winkte dem Ober und bestellte zwei Kaffee. Ich klappte meinen Laptop auf und versuchte mich ins WLAN einzuwählen, was auch sofort funktionierte. Das gesamte Areal des Hotelkomplexes schien komplett WLAN-vernetzt zu sein. Während ich begann die Bilder von gestern von der Speicherkarte auf den Laptop zu speichern, servierte der Ober den Kaffee. Langsam gewöhnt man sich an dessen Stärke. Mit viel Milch und Zucker steht man davor ihn zu lieben. Besonders am Morgen. Sorry, es war etwa halb drei Uhr nachmittags.

Von Chris fanden wir keine Spur. Er war sicher auf die andere Seite der Lagune gewandert. Dort ist die bessere Musik und eventuell nicht so viel los. Ich tippte den Reisebericht von gestern schnell in den Laptop und kopierte das Ganze ins Web. Mike genoss derweil das Ambiente bei der ein oder anderen Zigarette. Zwischendurch genehmigten wir uns für den Flüssigkeitshaushalt und die Vitamine einen Mangojuice – frisch gekühlt. Über der Meerseite der Insel scheinte die Sonne mit blauem Himmel. Doch auf der Landseite hingen Wolken. Die Sonne verschwand dann irgendwann gegen 16 Uhr dahinter. Es kühlte aber trotzdem nicht ab. Jedoch lichteten sich die Reihen der Sonnenanbeter auf den Holzliegen.

Chris kam tatsächlich von der anderen Strandseite herüber. Er wollte sich auf’s Ohr hauen, denn er hatte sich das „komplette Programm“ gegeben. Zuerst Wasser testen, dann Ganzkörper-Ölmassage, und dann Sonne tanken. Wir verabredeten uns für später und der verschwand in seinem Bungalow neben dem Restaurant. Als ich den gestrigen Bericht im Web abspeicherte, entschlossen wir uns selbst das Meer anzutesten. Wir packten unsere Taschen auf je eine der frei gewordenen Liegen und sprangen in die leichten Wellen. Das Wasser ist gut gesalzen und „woacherl-warm“ (bayerisch). Die Uferzone verläuft flach ins Wasser. In gut 50 Metern steht man immer noch auf dem Sandgrund. Wir liessen uns treiben und genossen. Im weiten Umkreis waren wir fast die einzigen im Meer.

Nach etwa 30 Minuten Treibenlassen „flaggten“ (bayerisch für „liegen“) wir uns auf die Liegen und liessen uns vom warmen leichten Wind trocknen. Anschliessend packten wir wieder unsere Sachen und zogen uns auf das Zimmer zurück. Duschen und Herrichten war die Devise; denn gegen 19 Uhr kam Chris bei uns vorbei. Seine Planung: Auf nach Chaweng mit dem Sammeltaxi. Somit schlossen wir das Zimmer ab und kletterten die Treppe zur Eingangshalle hinab. Ein angenehmer warmer Wind kam vom Meer her. Es roch nach Salzwasser. Der Pool leuchtete blau. Vor dem Hotel winkten wir einem Sammeltaxi. Chris machte den Preis klar für die Fahrt nach Chaweng (300 Baht).

„Sammeltaxis“ sind halboffene bunt beleuchtete Kleintransporter. Die Dinger halten nach einem Winken an jeder Ecke und fahren die Gäste nach Wunsch. Hinten auf der Ladefläche befinden sich zwei Sitzbänke quer zur Fahrtrichtung. Das Heck ist offen und dient als Ein- oder Ausstieg. Seitenfenster gibt es nicht. Aber ein Dach in dessen Mitte zwei Relings zum Festhalten eingebaut sind. Der Federungskomfort ist erträglich, man sollte sich aber gut festhalten.

Zuerst führte uns die Fahrt weiter nach Lamai hinein. Nach dem „Club Bauhaus“ bog das Taxi rechts ab und fuhr durch eine Strasse, welche uns Tags zuvor wärmstens empfohlen wurde. Die Strasse säumen unzählige offene Animierschuppen. Na toll. Gute Empfehlung. Mit schneller Fahrt ging es weiter hinaus aus dem Ort auf die Umgehungsstrasse, welche sich dann irgendwann am Meer entlang den Hang hinaufschlängelt. Chris erzählte, dass die ganzen neuen Häuser am „Cliff“ vor zwei Jahren da noch nicht standen. Es wären aber schöne Plätze, um auf das Meer hinaus zu schauen und gemütlich etwas zu essen.

Wir schaukelten weiter und erreichten irgendwann Chaweng – den grössten Ort auf Koh Samui. Das Taxi fuhr langsamer durch die Beach Road. Einen Strand sieht man aber von der Strasse aus nicht. Chris meinte, der wäre gleich hinter der Häuserzeile. Wir stiegen irgendwo in der Mitte der Beach Road aus und schlenderten auf ihr entlang. Chaweng kann man sich vorstellen, wie jeden anderen durch Tourismus entstandenen und gewachsenen Ort. Alles künstlich. Man könnte hier alles kaufen, von Bekleidung bis zu DVDs, Handtaschen für die Dame und natürlich Schuhe. Unzählige Läden und Basare säumen die Strasse auf beiden Seiten. Leuchtreklame, Strassenbeleuchtung, und lärmende Bars. Zusammen mit den Rollern, den hupenden Taxis und den Touristen eine faszinierende Mischung.

Nach etwa 30 Minuten Herumwandern entdeckte Chris ein interessantes Lokal. In den offenen Fenstern rieselte Wasser auf halber Höhe aus langen Blumengefässen heraus, welche mit einer Art Gras bewachsen waren. Aus dem inneren erklang gemütliche Jazzmusik von einer Livekombo. Wir entschlossen uns das Restaurant näher anzusehen. Und es gefiel. Gediegene Einrichtung. Ein gläserner „Weinkeller“ in der Mitte des Lokals. Eine Dame führte uns zu einem Tisch mit Ausblick auf die Strasse. Die Karte versprach ein feines Essen. Es handelt sich um das „Red Snapper Bar & Restaurant„.

Es schien wie eine Ruheoase inmitten des Troubles zu sein. Wir lehnten uns zurück und lasen die Speisekarte durch. Die Entscheidung gestaltete sich schwierig. Lauter leckere Sachen. Mike bestellte sich einen Cesar-Salad, Chris Chickensticks in the Box und ich eine Mushroom-Suppe mit Garlic. Anschliessend nahm Mike ein Stroganow auf Kartoffel, Chris hatte Red Snapper und ich bestellte mir „White Prawn on Whitewine and Rice“. Alles nach Erinnerung. Die genauen Beschreibungen sind seitenlang.

Und: Das Essen schmeckte vorzüglich, delikat, grandios, extrem lecker! Die Bedienungen waren perfekt, freundlich, zuvorkommen. Und das Lokal verdient 5 PeterPan-Sterne in Gold. Nur den Sänger würde ich auswechseln. Die Sängerin war erstklassig. Eigentlich wäre eine Zigarre das Richtige für „Danach“ gewesen. Aber Chris drängte uns zum Aufbruch. Vor zwei Jahren fand er sich immer nach der Disco in einem Lokal direkt an der Beach Road – es nennt sich „Solo Bar“.

Die „Solo Bar“ ist eigentlich nicht zu übersehen – besser „zu überhören“. Der Techno-/House-Sound ist von guter Distanz zu hören. Die JBL-Boxen geben dem hohen offenen Raum eine extrem gleichmässige Beschallung. An einer Abzweigung gelegen, öffnet sich die im hinteren Teil 2-etagige Bar eben nach zwei Seiten – ohne Fenster oder ähnlichem. Unten stehen flache Sitzmöbel und im hinteren Teil der prophylaktische Billardtisch. Dazwischen nimmt der DJ seine Fläche in Beschlag. An der Decke hängen ein paar Gobo-Scanner. Vor der Bar nehmen wir Platz (zur guten Aussicht). Das Publikum ist durchwachsen – jedes Alter und unterschiedlichste Alkohol-/Blutkonzentrationen. Vor uns nehmen zwei stark durchtrainierte und schwerstens tätowierte den Drink gleich in Eimern mit. Neben Chris an der Ecke der Bar lassen sich drei Ladyboys wild kichernd, hampelnd und kreischend nieder. Wir bleiben beim Bier aus Flaschen.

Die Musik ist extrem gut. Vor dem Eingang jongliert eine Bedienung mit allem was man so zum Servieren eines Drinks braucht – Flaschen, Gläser, Mixer, sogar Flambieren kann er im Flug. Von unserer Position lässt sich das Lokal gut überblicken. Aber die Aussicht ist durchwachsen.

Nach je zwei Bier verlassen wir die „Solo Bar“ wieder und schnappen uns gegen 1 Uhr ein Sammeltaxi, das uns zurück zum Hotel bringt. Ich schlage vor noch an den Strand hinunter zu gehen. Die beiden Jungs nicken und gehen leise diskutierend den Weg zwischen den Bungalows hinunter. Wir lassen uns auf der Liegefläche der Massagedamen nieder, welche nun ganz verlassen ist. Wir schauen auf’s leicht wellenschlagende Meer. Vom Mond scheint die untere Hälfte abgeschnitten worden zu sein. Die Strandbar hat leider geschlossen, sonst hätten wir uns einen Absacker besorgt – nur der Nachtwächter sitzt noch dort. Wir sollten uns einen kleinen Vorrat für den Notfall anschaffen. Man weiss ja nie.

PeterPan’s Restaurant-Tipp:

Red Snapper at Chaweng Regent
Chaweng Beach Road, Chaweng Center
155/4, Moo 2, Tambon Bo Phut
84320 Koh Samui, Suratthani, Thailand
Tel: 0 7742 2008-10, 0 7742 2389-90, 0 7723 0391-400 Ext.557
Fax: 0 7742 2222, 0 7723 1013
E-mail: admn@chawengregent.com 
Website: http://www.chawengregent.com

PeterPan’s Link-Tipp:

PeterPan’s Reisefotos von Koh Samui:

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