Graubünden – Eine kleine Welt, in der alles vorkommt

10. Oktober 2007

Zitiert aus einem Artikel von Florence Hervé mit dem Titel „Die Schöne, die Wilde und das Biest“ (jungewelt.de)

Freie Sicht auf die Berge haben wohl die Chefs der im Nachbarort Domat-Ems, fast 7000 Einwohner, international tätigen Ems-Chemie-Holding AG. Sie zählt zu den wichtigsten Industriebetrieben in Graubünden und gehört der Familie von Christoph Blocher, dem Chemiefabrikanten und Milliardär, dem rechtsextremen Politiker und Populisten, Bundesratsmitglied der konservativen Schweizerischen Volkspartei. Dieser wettert gegen Gleichheit und Ausländer, Sozialausbau und Sozialismus und kämpft gegen jede Wiedergutmachung der Schweiz für ihre Rolle in der Nazizeit. Was nicht erstaunt, da Blochers Ems-Chemie, die frühere »Hovag«, nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich vom Know-how eines Auschwitz-Managers profitierte: Johann Gieser, Ems-Forschungsleiter, war während des Krieges Leiter des IG-FarbenWerks Leuna, plante und überwachte die neuen Produktionsanlagen in Auschwitz, wo der Konzern ein großes Chemiewerk errichtete – mehr als 30000 KZ-Häftlinge starben auf der IG-Farben-Baustelle. Dies sei ihm nicht bekannt, sagt Blocher.

Die Ems-Chemie macht heute Rekordgewinne, von der Sonderdividende profitiert die Familie Blocher gewaltig. Für die Ems-Angestellten wurde dafür die wöchentliche Arbeitszeit von 42 auf 43 Stunden verlängert, wogegen die Gewerkschaft Unia Ende März vor den Betriebs­toren protestierte. Es sei eine »Sauerei«, empört sich der Regiosekretär der Unia, Stefan Schmutz, und eine »unverschämte Ausbeutung«. Üblich seien in der Chemiebranche 36 bis 38 Arbeitsstunden die Woche. Blocher-Familie wie Aktionäre kassierten viel Geld – dabei werde die Firma »ausgeblutet«. Arbeiteten hier Ende der achtziger Jahre noch 2500 Menschen, seien es heute nur noch 1200.


Christoph Blocher – Wie ein 68er seine Brüder zur Sonne, zur Freiheit und zu seinem Volke führte

10. Oktober 2007

Zitiert aus einem Artikel von Aldo Clerici in der Zeitschrift „Moneta“ vom 21. Juni 2004 Seite 14 von 24 (PDF)

Es geht um den Auftrag, empfangen im Dunkeln wie die Jungfrau ihr Kind, auserwählt von höchster Stelle, um den Auftrag, von dem dieser Mann ständig spricht. Dieser Pfarrerssohn, dessen Vorfahren im 19. Jahrhundert in die Schweiz eingewandert sind und sich hier niedergelassen haben. Nicht als Asylanten.

Und weiter….

Er gaukelt seiner Gefolgschaft eine Welt vor, die er sich in seinem Schloss als Millionenwert verankert hat. Eine Welt, die es längst nicht mehr gibt, als angeblich noch wahre Werte galten und nicht der Wert der Ware wie der seinigen (welche auch Bestandteile für die Waffenproduktion sind).


Blocher und EMS-CHEMIE – Viele sind abhängig

10. Oktober 2007

Quelle des Zitats espace.ch Artikel „Hassliebe zur EMS-Chemie“

So seien sehr viele Leute von der mächtigen Unternehmung irgendwie abhängig, sagen Beobachter. Kein Wunder, dass man beim Thema Ems-Chemie gern höflich bleibe. SP-Präsident Peyer sieht in der Bevölkerung eine Art «Hassliebe». Personalabbau, die 2005 verfügte Arbeitszeitverlängerung von 42 auf 43 Stunden und Tiraden gegen «Scheininvalide» hätten die Identifikation mit dem Unternehmen aufgezehrt. Wenn man verspricht, keine Namen zu nennen, reden Leute, die das Unternehmen von innen kennen, von Geringschätzung der Mitarbeiter. Bei längeren Arbeitszeiten und real sinkenden Löhnen zeigt man sich von den steigenden Unternehmensgewinnen und vom von der Zeitschrift «Cash» auf 2 bis 3 Milliarden Franken geschätzten Vermögen von Christoph Blocher verärgert. Die neue Konzernchefin, so wird berichtet, sei in Ems präsenter als ihr Vater und führe die Unternehmung kalt rechnend an kurzer Leine. Auch Leute, die mit der Führung der Bündner Sektion der Gewerkschaft Unia Mühe haben, finden es inakzeptabel, dass der Blocher-Konzern die Beziehungen mit dieser Gewerkschaft abgebrochen hat und nur noch mit «zahnlosen» Personalverbänden redet.

Mehr Informationen: EMS-Chemie bei Wikipedia


Anteil von 24% ausländische Beschäftigte arbeitet für die Schweizer Wirtschaft

9. Oktober 2007

Gemäss der letzten BZ (Betriebszählung) waren in der Schweiz Ende September 2005 knapp 3,7 Millionen Beschäftigte in rund 373’000 Arbeitsstätten im 2. und 3. Wirtschaftssektor tätig. Verglichen mit 2001 stieg die Zahl der Beschäftigten um 26’500 (0,7%), während die Arbeitsstättenzahl um 10’000 (2,7%) sank. Die Lehrlingszahl stieg um 4000 (2,3%) auf zirka 175’000. Am meisten Lehrlinge (28’000) wurden in der Baubranche erfasst.

Zwischen 2001 und 2005 sank die Anzahl Beschäftigten im 2. Sektor um 37’500. Hingegen wurden im 3. Sektor mehr als 64’000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Das stärkste Wachstum der Beschäftigtenzahl erzielten das «Gesundheits- und Sozialwesen» (+44’000) und «unternehmensbezogene Dienstleistungen» (+18’000). Der Detailhandel sowie die Beherbergungs- und Gaststätten registrierten die bedeutsamsten Abnahmen der Beschäftigtenzahlen (je -14’000). Der Detailhandel registrierte auch den grössten Verlust an Arbeitsstätten (-3000).

Immer mehr Personen arbeiten Teilzeit (30% im Jahr 2005), sowohl Männer als auch Frauen. Der Unterschied zwischen dem Anteil Männern (13%) und Frauen (53%) blieb jedoch gross. Der Anteil an ausländischen Beschäftigten stieg ebenfalls und erreichte 24%. Ausserdem arbeiteten in der Schweiz 2005 mehr als 170’000 Grenzgänger.

Ende September 2005 zählte man rund 307’000 Unternehmen d.h. 8000 weniger als 2001. Davon waren 99,6% kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Vollzeitäquivalenten und 87% Mikrounternehmen mit weniger als 10 Vollzeitäquivalenten.

Quelle: 

BFS
Neuchâtel 2007, 88 Seiten, Gratis
Bestellnummer: 042-0518
Erschienen am 28.09.2007

Publikation komplett
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Siehe auch: SECO – Arbeitslosigkeit in der Schweiz sinkt auf 2,5%


SECO – Arbeitslosigkeit in der Schweiz sinkt auf 2,5%

9. Oktober 2007

Arbeitslosigkeit im September 2007. Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO waren Ende September 2007 99’681 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 1’076 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank damit von 2,6% im August 2007 auf 2,5% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verminderte sich die Arbeitslosigkeit um 22’195 Personen (-18,2%).

Zitat aus der Pressemitteilung vom 08.10.2007

Ausführliche Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO (als PDF) mit

  • Registrierte Arbeitslose nach Regionen, Geschlecht, Nationalität, Alter, Erwerbsstatus,
  • Dauer der Arbeitslosigkeit und Erwerbssituation
  • Arbeitslosenquote nach Regionen, Geschlecht, Nationalität und Alter
  • Registrierte Arbeitslose nach Kantonen
  • Arbeitslosenquote nach Kantonen
  • Registrierte Stellensuchende nach Kantonen
  • Registrierte Arbeitslose nach Wirtschaftszweigen
  • Registrierte Arbeitslose nach Berufsgruppen
  • Registrierte Arbeitslose nach Altersklassen
  • und vieles mehr

CO2-Ausstoß durchs Internet so groß wie durch Flugverkehr

30. September 2007

Jede Google-Suche ist eine Klimabelastung
Laut Berechnungen der New York Times braucht jede Suchanfrage bei Google soviel Strom wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. Auch der Stromverbrauch eines Second-Life-Avatars ist nicht zu unterschätzen. Wenn man den Verbrauch des Spielercomputers sowie der 4.000 Second-Life-Server berücksichtigt, ergibt dies einen Jahresverbrauch von 1.752 Kilowattstunden pro Avatar. Umgerechnet bedeutet dies einen CO2-Ausstoß von 1,17 Tonnen pro Jahr, wie der US-Autor Nicholas Carr berechnet hat.

Quelle Pressetext.de


Copyright, Abmahnung, Klage, Gegenklage, Ergebnis: Musikindustrie muss erneut Anwaltsgebühren übernehmen

26. September 2007

Via Heise.de und Handakte WebLAWg:

Richter erteilt scharfe Verwarnung wegen unberechtigter Klagen

Im Fall der zu Unrecht von der Musikindustrie verklagten Tanya Andersen hat ein Richter entschieden, dass die Musikindustrie für Andersens Anwaltskosten aufzukommen hat. Zugleich sandte der Richter ein Warnsignal an die Musikindustrie, die ihnen vom Copyright-Gesetz zugesprochenen Rechte nicht zu missbrauchen.

Und weiter:

Andersen klagte gegen die Musikfirmen und forderte, dass diese ihre Anwaltsgebühren übernehmen sollten. Dagegen wehrten sich die Musikfirmen und verloren – Richter Donald C. Ashmanskas verurteilte sie zur Zahlung der Anwaltsgebühren. Er begründete sein Urteil zum einen damit, dass der Rechtsstreit nicht von Andersen ausgegangen sei und die Musikindustrie bei der Klage ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen sei. Darüber hinaus will er sein Urteil ausdrücklich als Warnung verstanden wissen:

„Welche Gründe auch immer die Kläger dazu bewogen haben mögen, diesen Fall in der von ihnen gewählten Form zu verfolgen, können wir im Lichte der vom Copyright-Gesetz bestimmten Grenzen nicht feststellen, dass das Vorgehen angemessen war … Solch ein Vorgehen muss wegen des möglichen Abschreckungseffekts, den es für den öffentlichen Zugang zu kreativen Werken haben könnte, verhindert werden. Würde sich ein solches Vorgehen einbürgern, ist anzunehmen, dass Mitglieder der Öffentlichkeit zögern würden, kreative Werke im Internet zu verbreiten, unabhängig davon, ob sie dabei das Urheberrecht verletzen würden, oder ob es um Fälle gehen würde, auf die das Urheberrecht keine Anwendung findet. Rechteinhaber im Allgemeinen und diese Kläger im Besonderen sollten daran gehindert werden, jemanden in der Weise wie hier geschehen zu verklagen.“

Tanya Andersen hat mittlerweile eine Sammelklage gegen die betreffenden Musikfirmen eingereicht, in der sie ihnen „illegales, fehlerhaftes und fahrlässiges Verhalten“ vorwirft. [von Robert A. Gehring] (js)


Gabriele Pauli for President – Vorstellung des Programmes für die Kandidatur als CDU-Vorsitzende

20. September 2007

Die Medien stehen Kopf und die Konkurrenten/Mitbewerber auf das Amt des CDU-Vorsitzenden stehen verwirrt vor der Kamera, während Reporter die Frage beantwortet haben möchten, was diese von der „Ehe auf Zeit“ halten. In Bayern ist „der Teufel los“. Edmund Stoibers graues Haar wird noch weisser – und das eine Woche vor seiner offiziellen Verabschiedung. Die Erbprinzen Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundesagrarminister Horst Seehofer fordern den Austritt von Frau Pauli aus der CDU.

Um was geht es liebe Leser? Gabriele Pauli hat ihr Programm für die Kandidatur als CDU-Vorsitzende in München der Öffentlichkeit vorgestellt – Im berüchtigten Löwenbräukeller. Und Punkt 5 enthält für die Presse natürlich viel Zündstoff:

5. Familie: überall, wo Kinder sind
Viele Ehen werden in unserem Staat nur zum Schein geführt. Jede zweite Ehe wird geschieden, die Tendenz ist steigend. Viel mehr Ehen sind jedoch in Wirklichkeit keine liebevollen Beziehungen mehr, sondern werden nur nach außen aufrecht erhalten. Die Frage der finanziellen Abhängigkeit der Partner, Steuervorteile oder auch Angst vor einer Trennung sind keine schützenswerten Grundlagen. Überlegenswert wäre, die Ehe auf Zeit einzuführen (z.B. für 7 Jahre), die dann aktiv erneuert und jeweils für einen bestimmten Zeitraum verlängert werden kann. Fragen des Unterhalts müssen somit gleich zu Beginn einer Ehe geregelt werden. Auch so ist eine lebenslange Bindung möglich. Paare, die sich jedoch trennen wollen, können dies ohne großen Scheidungsaufwand nach Ablauf der Ehezeit. Die Möglichkeit der kirchlichen, lebenslangen Trauung ist dadurch nicht berührt. (Quelle: Wahlprogramm Gabriele Pauli)

Tja, was soll ich sagen. Die Argumentation finde ich ehrlich und die Aufnahme in ein Wahlprogramm mutig. Warum? Ich bin da etwas vorbelastet. Allein 4 Scheidungen in einer Familie mit 4 Personen ist leicht über dem Durchschnitt. Wobei ich der Einzige bin, der nicht zwei Mal „Ja“ gesagt hat. (1x zur Hochzeit und 1x bei der Scheidung). Rechnen wir kurz durch: (Ehe-1-Jahr) plus (Ehe-1-Jahr) plus (Ehe-5-Jahre) plus (Ehe-38-Jahre) geteilt durch 4 ergibt eine durchschnittliche Ehedauer von 11 Jahren und 3 Monaten. Mit „z.B. 7 Jahren“ liegt Gabriele Pauli also gar nicht so daneben. Nur marketingtechnisch das Thema gerade in Bayern nicht von Vorteil.

Zündstoff: Bayern ist derzeit eh wieder in aller Munde. Das Paradeklischee des Bayern mit Lederhose, Mass in der Hand und Filzhut auf dem Kopf wird aktuell ja extrem strapaziert; denn das Oktoberfest in München naht. Bayern ist laut Klischeevorstellungen klar „schwarz und katholisch“.  (Schwarz ist die Farbe der CDU und katholisch muss ich nicht erklären). Das Oberhaupt der Katholiken – der Papst – kommt aus Bayern. Wie kann eine rothaarige schwarze Ducati-fahrende Könige-stürzende CDUlerin, welche für das Amt des Oberhäuptlings der Bayern kandidiert, nur an den Urfesten der Zweisamkeit rütteln? Und das noch im offiziellen Wahlprogramm? Und das 10 Tage vor dem entscheidenden Parteitag, an dem sich 1200 Delegierte zwischen den 3 Kandidaten entscheiden werden.

Dabei gehen die anderen wichtigen und in weiten Teilen von der breiten Masse der Bürger in Bayern meiner Meinung nach ohne schlechtes (katholisches) Gewissen unterstützungswerten Punkte des Wahlprogramms von Gabriele Pauli im Medienstimmen-Gewirr grösstenteils unter:

Pauli betont, dass sie in weiten Teilen mit der CSU-Programmatik übereinstimme und deshalb auch nicht aus der Partei austreten wolle. Sie habe heute nur jene Punkte deutlich machen wollen, an denen sie sich unterscheide. Etwa die Frage eines EU-Beitritts der Türkei, den sie „nicht kategorisch für alle Zeiten“ ablehnen will. Oder den Beamtenstatus, den sie insbesondere bei Lehrern überdenken möchte. Den in München geplanten Transrapid bezeichnet sie als „Prestigeprojekt, das für weite Teile Bayerns wenig bewirkt“. (Quelle Spiegel.de)

Das Wahlprogramm von Gabriele Pauli findet sich auf ihrer Website.


Rechtspopulismus in der Schweiz – Das dunkle Herz Europas

18. September 2007

Das kommt dabei heraus:

Still und unbemerkt etabliert sich die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei in der Eidgenossenschaft. Österreichs Haider war aufregender – doch die Partei von Christoph Blocher ist nicht weniger gefährlich.
Von Oliver Geden

Quelle: Süddeutsche.de vom 17.09.2007
„kompletter Artikel Rechtspopulismus in der Schweiz – Das dunkle Herz Europas“


18.03.2007 – CO2 und kein Ende – Hauptverursacher, Statistiken und Empfehlungen zum Thema Reduktion der Treibhausgase

18. März 2007

Interessant: Auf der Website des Umweltbundesamtes (Deutschland) wird das selbe unterbewusst beeinflussende Bild verwendet, wie auf der Website des Schweizer Department für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Dabei sieht die tatsächliche Verteilung der CO2-Emissionen ganz anders aus. Das Bild stammt zwar aus der Zeitschrift ADAC März 2007 Seite 38, aber die Daten kommen vom Institut für Wirtschaftsforschung und stimmen mit den Daten des Umweltbundesamtes fast gänzlich überein. Vergleiche hierzu eben das oben im Bild erwähnte PDF-Dokument (Umweltbundesamt Website „Klimaschutz“) oder Grafik unten.

Ergo: Es ist nicht der Pkw-Verkehr mit 11,9 Prozent von insgesamt 19 Prozent für „Verkehr“, wie das Foto gerne glauben machen möchte, der Hauptverursacher der CO2-Gase in Deutschland, sondern die Kraft- und Fernheizwerke mit 43,2 Prozent! Dann folgen Industrie, Gewerbe und Handel mit gesamt 24,8 Prozent, sowie Privathaushalte (Heizungsanlagen) mit 13 Prozent. Anders als in der Schweiz mit 21,46 Prozent entfällt in Deutschland ein Anteil von 11,9 % auf den Bereich „PKW“.

Zitierte Texte aus „Die Zukunft in unseren Händen – 21 Thesen zur Klimaschutzpolitik des 21. Jahrhundert und ihre Begründungen“ vom Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt. vom Oktober 2005

Der jährliche Primärenergieverbrauch in Deutschland ist seit 1990 etwa gleich bleibend hoch und betrug im Jahr 2001 knapp 14.600 Petajoule. Die einzelnen Sektoren hatten daran folgenden Anteil:

  • private Haushalte: 19,5 %
  • Verkehrssektor: 18,6 %
  • Industrie: 16,4 %
  • Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD): 10,5 %
  • Energieumwandlungssektor: 35,0 % (Kraftwerke)

Bereich Heizungen und private Haushalte:

Allein im Altbaubereich ist durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen für das Beheizen von Gebäuden und das Bereitstellen des Warmwassers sowie durch Verbessern des Wärmedämmstandards ein CO2-Emissionsminderungspotenzial von 50 bis 70 Mio. Tonnen pro Jahr realisierbar.

Nahezu 75 % der in Deutschland vorhandenen Gebäude sind vor 1985 gebaut worden. Bezogen auf die im Jahr 2002 vorhandenen ca. 4 Mrd. m² Gebäudefläche, wobei hiervon ca. 3 Mrd. m² auf die insgesamt 39 Mio. Wohnungen entfallen, ist durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen für die Beheizung von Gebäuden und die Bereitstellung von Warmwasser sowie die Verbesserung des Wärmedämmstandards von einem realistischen CO2-Einsparpotenzial im Altbaubereich von 50 bis 70 Mio. Tonnen CO2 auszugehen.

Bereich Kraftfahrzeugverkehr:

Mit einer kraftstoffsparende Fahrweise lässt sich der Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 % reduzieren. Seit 1999 ist ihre Vermittlung für die Fahrausbildung und Führerscheinprüfung verbindlich vorgeschrieben. Zusammen mit einer standardmäßigen Ausstattung der Fahrzeuge mit Verbrauchs- und Schaltanzeigen ließen sich 2020 etwa 6,5 Mio. Tonnen CO2 einsparen.

Zu Fuß gehen und Rad fahren sind die mit Abstand umweltverträglichsten Formen des Verkehrs und dazu CO2-frei. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse verschiedener Studien und internationaler Vergleichswerte erscheint es möglich, bis 2020 den Anteil des Fahrradverkehrs am gesamten Personenverkehrsaufwand von derzeit etwa 2,4 % auf ca. 7 % zu erhöhen. Würden allein in Ballungsgebieten 30 % der Pkw-Fahrten unter 6 km mit dem Rad durchgeführt, ließen sich dadurch etwa 5,8 Mio. Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr mindern. Diese CO2-Emissionsminderungen ließen sich auf nahezu 10,5 Mio. Tonnen pro Jahr erhöhen, falls 30 % der Pkw-Fahrten unter 10 km durch Radfahrten ersetzt werden würden, was ein ehrgeiziges, gleichwohl auf lange Sicht durchaus erreichbares Ziel darstellt.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verursacht pro Personenkilometer und bei einem durchschnittlichen Auslastungsgrad von 20-25 % im Durchschnitt nur rund ein Drittel der CO2-Emissionen eines Pkw.

Personenverkehr mit der Bahn verursacht im Mittel pro Personenkilometer weniger als halb so viele CO2-Emissionen wie bei Pkw-Verkehr oder Flugverkehr anfallen. Effizientere Bahnen sowie höhere Auslastungen (die Auslastung liegt im Fernverkehr zwischen 37 und 45 %) erhöhen die Umweltvorteile der Bahn.

Bereich Stromverbrauch:

Der Stromverbrauch der Privathaushalte lässt sich deutlich vermindern. Ein wichtiges Instrument dafür ist die Einführung einer Verordnung, die für Neugeräte diejenigen Geräteeigenschaften reguliert, die den Energieverbrauch bestimmen (Leistungsaufnahme, Schaltzeiten, Steuerungsprogramme usw.). Die Anforderungen wären regelmäßig an die Entwicklung der Technik anzupassen. Diese Verordnung müsste deutlich weitergehen als zum Beispiel das in Japan zur Festlegung von Verbrauchshöchstwerten gewählte Verfahren (dort Top-Runner-Programm genannt), das nur einen Teil der Einflüsse auf den Energieverbrauch berücksichtigt. Analoge Anforderungen sind auch an Bürogeräte zu stellen.

Womit müssen wir bereits heute anfangen?

Wie beschrieben, lässt sich im Gebäudebestand ein sehr großes Energieeinsparpotenzial erschließen. Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes sind dabei besonders wirksam. Aus wirtschaftlichen Gründen ist der Sanierungszyklus der Gebäude zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass Maßnahmen zur energetischen Verbesserung der Gebäudehülle, die im Rahmen ohnehin anstehender Sanierungsmaßnahmen nicht ergriffen werden, wegen der Langlebigkeit vieler Bauteile in der Regel für mehrere Jahrzehnte nicht mehr durchgeführt werden dürften. Deshalb sind die einer energetischen Sanierung des Gebäudebestands entgegenstehenden Hemmnisse möglichst schnell durch geeignete Instrumente abzubauen.

Und: Woher kommt das Kohlendioxid?

Was sind die wichtigsten Quellen des Klimagases Kohlendioxid? Wie hat sich der CO2-Ausstoß der Haushalte, des Verkehrs und der Energiewirtschaft über die Jahre entwickelt? Und bei welchem Verkehrsmittel ist der CO2-Ausstoß am geringsten? Antworten auf diese und andere Fragen geben die folgenden Tabellen.

http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/

Die Frage ist nur: Wie sehen die Tipps und Massnahmen zur Reduktion des Treibhausgases CO2 im Sektor Energieerzeugung aus, damit das grosse Tortenstück mit 43,2 Prozent „Kraft- und Fernheizkraftwerke“ deutlich reduziert werden kann.