Singapore – Abflug am Nachmittag und erster Abend in Kuta auf Bali

4. November 2006

Da wir am Abend zuvor bereits um 23 Uhr zu Bett gegangen waren, standen wir relativ früh auf der Matte. Schon um 8 Uhr versammelten wir uns um den Frühstückstisch im Ballroom des „New Park Hotels“. Das Frühstück nahm sich „very British“ aus. Zum Lichtfest nach „Little India“ reisten offensichtlich noch mehr Inder an, als sonst üblich. Der Frühstücksraum war deshalb schon um diese Zeit gut gefüllt. Der dicke Koch mit dem riesigen Messer im Gürtel stampfte mehrmals an uns verschiedene Tabletts balancierend vorbei. Nach dem Frühstück packten wir unsere Koffer fertig, fuhren mit dem Lift zur Rezeption, checkten somit aus und deponierten die Koffer an der Rezeption. Wir hatten vor nochmals etwas im Stadtteil „Little India“ herumzuwandern.

Singapore – New Park Hotel.­ Very British dieser Frühstücksraum (Ball Room)

Singapore – Little India. Chinesisches Porzellan

Singapore – Little India. Restaurant

So verliessen wir das Hotel und gingen direkt durch das dem Hotel angeschlossene Einkaufzentrum. Schauten uns noch etwas die Elektrogeräte und sonstigen Dinge an. Dann wanderten wir durch die Arcaden die Strassen entlang. Die Geschäfte und Lokale sind klein und vielfältig. Dann erreichten wir ein grösseres Einkaufzentrum „Mustafa Shopping Mall“. Chris und Beat blieben vor der Tür und rauchten eine. Mike und ich betraten das klimatisierte Kaufhaus. Vorher band ein Security unsere Taschen mit Kabelbindern zu. Ich benötigte für Bali noch Strandschuhe und prompt fand ich im Erdgeschoss am Ende der Rolltreppe welche auf einem Gruschtisch für 19 Singapore-Dollar (10 Euro). Mike stöberte in der Sportabteilung herum und fand eine Gürteltasche von Adidas. Sicherlich keine originale, aber dafür günstig. Umgerechnet 12 Euro. Wir schlenderten durch die Etagen und schauten uns die Auslagen an. Es gab alles zu kaufen, was man sich wünschte – sogar Medikamente frei ab Theke – Aspirin? Gegen 13 Uhr hatten wir unseren Rundgang beendet und liefen noch etwas in den Strassen von „Little India“ herum.

Singapore – Little India.­ Telekommunikationsverteilung

Singapore – Little India.­ Hausanschluss

Singapore – Little India. Waschtag in der Rochor Channel Road

Singapore – Little India. Jin Besar Road.

Singapore – Little India. Electronic Shopping Mall.

Hinter einer Shopping-Mall an einem Parkplatz fanden wir einen Aschenbecher. Von dort aus beobachteten wir die Arbeitsweise einer Poliertruppe. Einer schaufelte in einen Jutesack den Sand hinein. Ein anderer hob den Sack auf den ersten auf einem wackeligen Gerüst stehenden. Der schwang den Sack zum nächsten über ihn auf dem Gerüst hockenden. Dieser reichte den Sack einem anderen in der 1. Etage und ein weiterer Kerl schüttete den Sand aus und warf den Sack wieder hinunter zum ersten Schaufler. Wo bei uns sofort durch ein Förderband 3 Leute eingespart werden, beschäftigt man hier 5 Personen. Wir wanderten anschliessend weiter zur Rochor Channel Road und überquerten diese. Die Ampeln zeigen während der Grünphase an, wie lange noch grün sein wird. Aus den Fenstern des Ronchor Centers hingen massenhaft Klamotten. Scheinbar herrschte Waschtag. Dann betraten wir eine Shopping-Mall, welche nur für Elektronik-Geräte gedacht war. Digitalkameras, Videokameras, MP3-Player, Laptops etc. pepe. in riesiger Auswahl auf 5 Etagen.

Singapore – Little India. Sri Veerama Kaliamman Temple.

Singapore – Little India.­ Arbeitssicherheit?

Nach der grossen Elektronik-Shopping-Mall schlenderten wir langsam wieder zurück zum Hotel. Wir kamen an einem Hindu-Tempel vorbei und ich fragte Chris, ob man den auch als Touri einfach mal so ansehen kann. Das schien möglich. So zogen wir unsere Schuhe am Eingang aus und sahen uns den „Sri Veerama Kaliamman Temple“ an. Anschliessend beobachteten wir noch zwei Fassadenmaler bei der Arbeit. Scheinbar wird die persönliche Sicherheit hier nicht so ernst genommen; denn einer der Beiden kletterte auf einen Plastikhocker um auf das Dach zu gelangen. Im Hotel angekommen, liehen wir uns Handtücher für den Pool aus. Die beiden Bediensteten waren so was von nett und extrem warm. 🙂 Dafür war der Pool gekühlt. Die letzten Stunden bis wir zum Flughafen abgeholt werden, würden wir hier verbringen. Leider durchkreuzte ein Gewitter mit heftigen Winden unseren Plan.

Singapore – New Park Hotel. Mike,­ Beat und Chris am Pool am Abreisetag.

Singapore – New Park Hotel. Mike,­ Beat und Chris am Pool am Abreisetag. Noch 5 Minuten bis zum Unwetter

Singapore – New Park Hotel. Mike,­ Beat und Chris am Pool am Abreisetag. Noch 1 Minute bis zum Unwetter.

Singapore – New Park Hotel. Mike,­ Beat und Chris am Pool am Abreisetag. Flucht vor dem Unwetter.

Singapore – New Park Hotel. Mike,­ Beat und Chris am Pool am Abreisetag. Flucht vor dem Unwetter.

Im Gegensatz zu Beat, Chris und Mike hatte ich das Unwetter erahnt und mich angezogen, sowie einen Kaffee bestellt. Dann schrieb ich an meinem Tagebuch weiter und legte die Digitalkamera zurecht, um nach wenigen Minuten die Flucht der Freunde zu dokumentieren. Ein erster Windstoss war ein trockenes Palmenblatt direkt neben Mike auf den Boden. Als es dann heftig zu regnen begann waren auch die drei Freunde überzeugt in den sicheren Bereich der Hotelveranda zu flüchten, in deren Schutz sie sich dann anzogen. Wir gaben die Handtücher ab und gingen hinunter zur Rezeption, um ein Taxi zum Airport Changi zu ordern. Wir liessen uns unsere Koffer aushändigen und bestiegen das Taxi. Der Taxifahrer fuhr uns durch den dichten Verkehr rasant zum Airport und erzählte uns ein paar Eigenheiten des Taxifahrerlebens in Singapore. Allerdings stellten wir fest, dass das Lenkradspiel eine halbe Umdrehung betragen musste und der Querlenker der Radaufhängung schepperte. Direkt vor dem Abfertigungsgebäudes der „Garuda Airline“ liess er uns aussteigen.

Singapore – Changi Airport.­ Eingangshalle vor dem Checkin.

Singapore – Changi Airport. Der Tower.

Singapore – Changi Airport. Unser Flieger nach Bali.

Singapore – Changi Airport. Kaufwütige Russen am Gate.

Wir checkten unser Gepäck am Schalter der „Garuda Airline“ ein und begaben uns in den Immigrations-Bereich. Dort wurden unsere Visas gestempelt. Dann ging es weiter in den Durchleuchtungsbereich – wieder einmal. Im Transitbereich besorgten wir uns erst mal Zigaretten (Stange für 19 Singapore-Dollar). Dann begaben wir uns zum Terminal 2 an das Gate 32; denn unser Flug würde um 17:55 starten. Wir hatten noch Zeit für einen Kaffee bzw. Cola. Dann checkten wir ins Gate ein und suchten uns Sitzplätze. Gegenüber sass der Trupp Russen, die wir schon beim CableCar auf Senstosa-Island gesehen hatten. Die Herrschaften hatten in Singapore kräftig eingekauft und präsentierten sich gegenseitig die neuesten Errungenschaften. Dann bestiegen wir den Flieger der Garuda Airline.

Singapore – Chaos beim Einstieg in den Flieger.

Bali -­ Ankunft am Ngurah Rai International Airport.

Während des Fluges nach Bali bekamen wir noch ein Abendessen offeriert. Neben mir sass ein Pärchen aus China? Das Mädchen war zierlich – dafür der Typ umso fetter. Mike erzählte mir, dass scheinbar in China die Mädels stämmige Sumoringer-Typen lieben. Während ich das Besteck auspackte, hatte der Kerl bereits seine Portion schmatzend herunter geschlungen. Während ich das erste Stück in den Mund schob, tauschten der Typ und seine Freundin die Portionen aus. Dann begann das Geschmatze erneut. Nach dem Essen packte der Kerl seine Playstation2 aus und zeigte der am Fenster sitzenden jungen Dame irgendwelche Bilder. Ich dachte schon er würde sie dabei erdrücken. Der Flug dauerte nicht ganz drei Stunden. Die kleine Maschine setzte hart auf der Landebahn des Ngurah Rai International Airport auf. Die Maschine schlingerte und man hörte die Bremsen quietschen. Eine Gangway wurde herbei gefahren und endlich durften wir aussteigen. Mit zwei Bussen wurden wir quer über das Flugfeld zum Airportgebäude gefahren. Im Flughafengebäude angekommen füllten wir ein Visa aus und durchliefen vier Stationen. Ein Beamter sah sich das Visa an, nahm 25 US-Dollar in Empfang. Ein weiterer stempelte das Visa. Ein weiterer riss das Visa ab. Und die letzte Station war nochmals eine Kontrolle von Pass und Visareststück. Dann standen wir um das Gepäckband und schliesslich nahmen wir unsere Koffer in Empfang. Sofort wurden wir von „Transport-Transport“-Herrschaften umringt. Wir fuhren aber unsere Koffer selbst aus dem Gebäude. Draussen auf der rechten Seite befand sich ein Taxi-Schalter. Dort löhnte ich erst mal 45 000 Rp. für die Fahrt zum Hotel. Der Taxifahrer meinte aber dann, dass für vier Personen samt Gepäck 2x 45 000 Rp. fällig wären. So teilten wir uns auf die zwei Taxi auf und fuhren aus dem Flughafengelände nach Kuta. Der Verkehr war heftig und es ging in Kuta nur mit Stop-and-Go voran. So konnten wir uns einen ersten Eindruck von Kuta bei Nacht machen. Nach 20 Minuten erreichten wir das „Aneka Beach Hotel“ direkt an der Uferstrasse von Kuta Beach. Das war gegen 21:30 Uhr. Die Checkin-Formalitäten erledigte Chris und diese brachten wir schnell hinter uns. Wir bezogen unsere Zimmer: Beat 504, Mike und ich 505 und Chris 506. 

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. Chris vor seinem Burger.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. Beat vor seinem Burger.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. Mike vor seinem Sandwich.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. Peter vor seinem Sandwich.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. Chris beisst herzhaft in das Sandwich.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta. 13. Geburtstag Hardrock Cafe Kuta.

Bali – Hard Rock Cafe Kuta.­ Geburtstagsparty im Tanztempel

Jeder rauchte erst eine Zigarette auf dem Balkon. Dann vereinbarten wir zum nahen „Hard Rock Cafe“ zu gehen. An dem Lokal waren wir mit dem Taxi vorbei gefahren. So schlenderten wir entgegen der Fahrtrichtung auf dem Bürgersteig zum „Hard Rock Cafe“. Vorher mussten wir aber noch einen Geldautomaten suchen. Diesen fanden wir auch gleich ums Eck beim „Starbucks“. Auf einen Schlag war jeder von uns Millionär geworden. 1 Euro entspricht 11 000 Rp. (Rupia). Somit zogen wir 1 000 000 Rp., was nicht mal 100 Euro entspricht. Mit prall gefüllten Geldbeuteln gingen wir die wenigen Meter zum „Hard Rock Cafe“ zurück. An der Aussentreppe wurden wir von einem Servicemenschen empfangen und gefragt, ob wir nur was trinken oder auch etwas essen wollen. Wir hatten Hunger und liessen uns auf die Terrasse im ersten Stock einen Tisch geben. Dann bestellten wir jeder das Clubsandwich und ein grosses San Miguel. Es dauerte nur wenige Minuten und die Mahlzeit stand vor uns. Dann stiessen wir auf unseren Urlaub an und liessen es uns schmecken. Nach dem Essen schauten wir noch für etwa eine halbe Stunde ins Innere des „Hard Rock Cafe`s“. An diesem Tag feierte das Lokal seinen 13. Geburtstag. Mit Live-Bands und DJ-Sets liess man es krachen. Chris und Beat verabschiedeten sich gegen Mitternacht. Mike und ich blieben noch auf ein Bier. Gegen halb Zwei hatten auch wir genug und schlenderten zurück zum Hotel. Müde fielen wir ins Bett.


Singapore – Sentosa-Island und Night-Safari im Zoo

3. November 2006

Gegen 9 Uhr kamen Chris und Beat zu uns auf das Zimmer und wir fuhren mit dem Lift in den Ballroom zum Frühstücken. Der Ballroom war ein fensterloser Raum mit Teppich ausgelegt, an den Wänden grossflächige Spiegel und indirekte schummrige Beleuchtung. Ein Ballroom sieht in meiner Vorstellung etwas anders aus. An runden Tischen fanden 8 Personen Platz. Wir meldeten uns an der Rezeption an. Ich sah im Flur eine Espressomaschine, nahm eine Tasse und drückte auf den Knopf. Während der Kaffee in die Tasse lief, schaute ich mich um. Komisch, ausser mir stand niemand an der Maschine an. Dann merkte ich, dass diese Kaffeemaschine nicht für das Frühstücksbuffet gedacht war, sondern für Seminarteilnehmer, deren Räume auf der gegenüberliegenden Seite des „Ballrooms“ lagen. Ich schnappte mir in aller Ruhe noch Milch und Zucker und ging grinsend in den Ballroom zurück. Mike, Chris und Beat hatten sich schon einen Tisch reserviert.

Quer im Raum stand das englische Buffet angerichtet: Speck, Eier, Bohnen, der obligatorische Durchlauftoaster, Croissants, Gemüsemischmasch, Orangensaft, Müsli. Ich belud meinen Teller mit Croissants, Butter, Marmelade und einem Ei und setze mich. Das Ambiente in dem Ballroom erinnerte mich an das Hotel in Malta. Auch schienen die selben Personen darin zu sitzen. Nur die Bedienungen waren Asiaten und an den Tischen sassen Inder. Mike hatte da noch ein nettes Erlebnis mit einem Inder. Er stand bei den Eiern an und wartete bis die Dame vor ihm eines genommen hatte. Als er das Besteck in die Hand nahm, drängte sich ein etwa 25-jähriger Inder vor ihn, sagte kurz „Excuse me“ und bediente sich an den Eiern. Tja, andere Länder, andere Sitten. Später am Lift dann das gleiche Spiel. Alle stellten sich an und warteten. Der Excuse-Me-Inder drängelte sich vorbei, als sich die Lifttür öffnete.

Singapore – Little India

Singapore – Little India. Blick auf das New Park Hotel

Nach dem Frühstück sammelten wir uns im Hotelzimmer von Mike und mir und Chris erzählte uns die Tagesplanung. Zuerst auf die Freizeitpark-Insel „Sentosa“ und am Abend stand uns eine „Nicht Safari“ im Zoo von Singapore bevor. Kurz vor Mittag verliessen wir das „New Park Hotel“ und gingen die Kitchener Road entlang zur MRT (Mass Rappid Transit) Station „Farrer-Road“. Wir lösten je ein Ticket mit Ziel „Habor Bay“. Nach weniger als 10 Minuten kamen wir dort an und liessen uns von den Wegweisern zum Bustransit zur „Sentosa“-Insel leiten. Die Monorail-Bahn war noch nicht ganz fertig gestellt. Somit bestiegen wir den Bus zum „Sentosa-Arrival-Center“. Beim Aussteigen bekam jeder eine Broschüre mit Spezialangeboten für die im Freizeitpark vorhandenen „Attraktionen und Aktivitäten“. „Butterfly-Park&Insect Kingdom“, „The Merilion“ Symbol von Singapore, „Images of Singapore“ (Berühmtheiten&Informationen zur Geschichte), „Sentosa Luge“, „Skybar“ (Sponsored by Carlsberg), Delphinarium etc. pepe. Wir entschieden uns für die kleinste Tour: Ein Tagesbusticket für 3 S-Dollar und später wollten wir mit dem CableCar (Seilbahn verbindet Sentosa-Island mit Singapore) zurückfahren.

Singapore – Mike, Chris und Beat am Ticketschalter der U-Bahn (MRT)

Singapore – Eingangshalle U-Bahn (MRT)

Singapore – U-Bahn (MRT)

Singapore – Im Shuttlebus zur Insel Sentosa

Busticket gelöst und noch kurz gefragt, welcher Bus zum CableCar fährt: Die „blaue Linie“. Wir stiegen in den nächstbesten Bus ein (Rote Linie) und landeten in der „Dolphin Lagoon“. Das Delphinarium liessen wir links liegen und wanderten am „Palawan-Beach“ entlang. Dort befand sich eine Seilhängbrücke, die zu Aussichtstürmen führte, welche sofort erkundet werden mussten. Von der Insel aus bzw. von den Aussichttürmen hat man normalerweise einen schönen Blick auf eine der meist befahrenen Seestrassen – Malacca – genannt. Hier überfallen immer noch Piraten die vorbeifahrenden Schiffe. Die Sonne schien zwar, aber der in der Luft befindliche Rauch von den Flächenrodungen liess nur eine Sicht von wenigen Kilometern zu. Trotzdem erkannte man einige grössere Containerschiffe und Versorgungsdampfer, die vor Anker lagen. Zwischen den grossen Schiffen fuhren kleinere, wendige Boote, bei welchen es sich wahrscheinlich um Fähren oder Ausflugsboote handelte.

Singapore – Sentosa Island. Am Silosa Beach

Singapore – Sentosa Island. Beat, Chris und Mike bei einer Zigarettenpause am Silosa Beach

Singapore – Sentosa Island.­ Beat und Chris am Aussichtsturm am Silosa Beach

Nach ein paar Fotos und einer scharfen Beurteilung der vorherrschenden Elektroinstallation überquerten wir die Seilhängebrücke zurück zum Strand. Das Wasser in der bucht lud uns nicht unbedingt zum Baden ein, auch wenn wir eine Abkühlung gebraucht hätten. Aber die Wasserqualität und die fehlenden Badesachen standen als negative Punkte zur Diskussion an. Wir beschlossen in ein Strandrestaurant bzw. uns davor zu setzen, um uns eine Erfrischung zu besorgen. Kaffee und Cola, sowie die ein oder andere Zigarette war genau das Richtige in dieser Situation. Auf der Terasse setzten wir uns an einen für Raucher reservierten Tisch und bestellten genau das vorher Genannte.

Singapore – Sentosa Island. Elektroinstallation Silosa Beach

Singapore – Sentosa Island.­ Mike vor der Hängebrücke am Silosa Beach

Singapore – Sentosa Island. Mike und Chris im Restaurant „Club Islander“ Silosa Beach

Singapore – Sentosa Island

Wir genossen das Ambiente, beobachteten Badende oder Vorbeispazierende für etwa eine Stunde. Dann beschlossen wir irgendwie zum CableCar zu gelangen. An der bushaltestelle angekommen, beobachteten wir in einem Tümpel ein paar Wasserschildkröten. Dann bestiegen wir den Bus – wie sich sofort herausstellte – den Falschen! Es war „der Gelbe“ und wir hätten auf „den Blauen“ warten sollen. Somit bekamen wir eine Ehrenrunde im gelben Bus. Ich fragte den Busfahrer, ob man irgendwie umsteigen könne. Leider nicht. So fuhren wir zurück zum Arrival-Center und stiegen dort in „den Blauen“ um. Schliesslich trafen wir doch noch an der Haltestelle in der Nähe des „CableCar“ ein. Aber wo ist den nun der Ticket-Shop? Gleich zwei Ticket-Shops – einer links – einer rechts – von der Strasse. Keiner der beiden Shops war für den CableCar zuständig. Dann versuchten wir es im Souvenir-Laden an der Kasse: Fehlanzeige. Eine Treppe links vom Shop führte zum Eingang der Standseilbahn, aber wo bekommt man die Tickets her? Ein Aschenbecher lud zur Zigaretten- und Suchpause ein. Beim Rauchen entdeckte Chris den Ticketschalter in der Ecke zum Eingang der Standseilbahn versteckt.

Singapore – Sentosa Island.­ Blick über den Hafen in Singapore vom CableCar (Standseilbahn) aus

Singapore – Sentosa Island.­ Blick über den Hafen in Singapore vom CableCar (Standseilbahn) aus

Pro Person berappten wir 11 Singapore-Dollar für die einfache Fahrt. Wir bestiegen die Gondel made in Switzerland (Olten). Chris wurde es etwas mulmig, als wir über den Hafen fuhren. Kurz dachte er über die möglichen Folgen eines Absturzes nach. Wir verliessen beim Hochhaus auf der Stadtseite die Gondel und fuhren mit dem Lift nach unten. Natürlich befand sich dort ein Einkaufszentrum. Dieses durchquerten wir immer auf die Wegweiser „MRT“ achtend. Tickets für die Rückfahrt gelöst und ohne Umsteigen düste die U-Bahn zurück zur „Farrer-Station“. Die Luft war heiss und schwül. Deshalb besuchten wir auf dem Weg zum Hotel noch das Einkaufzentrum in „Little India“. Chris kaufte sich einen Akku-Rasierer von Braun für 14,50 Singapore-Dollar. Anschliessend sahen wir uns die grosse Armbanduhrenauswahl an, welche in Glasvitrinen ausgestellt war. Von Rado bis Seiko ist alles vertreten, was das Sammlerherz gegeistert. Mike und Chris liessen sich die Esprit-Uhren zeigen. Preise zwischen 80 und 140 Singapore-Dollar. Beide behielten sich einen Kauf auf der Rückreise offen. Anschliessend schlenderten wir durch das Einkaufszentrum zurück zum Hotel. Gegen 15 Uhr im Hotelzimmer angekommen, ruhten wir uns erst mal etwas aus. Erst um 18 Uhr würden wir zur „Night Safari“ abgeholt. Wir schliefen sofort ein.

Singapore – Sentosa Island.­ Beat und Chris im CableCar (Standseilbahn)

Singapore – New Park Hotel. Blick auf den gekühlten Hotelpool

Singapore – Night Safari.­ Sammelpunkt vor der Abfahrt

Singapore – Night Safari.­ Bustransfer zum Zoo

Mike war vor mich wach. Wir hatten noch etwas Zeit um uns frisch zu machen. Nacheinander trafen auch Chris und Beat bei uns im Zimmer ein. Kurz vor 18 Uhr verliessen wir das Hotelzimmer und fuhren mit dem Lift in die Lobby. Vor dem Hotel wartete schon der Transferbus, der uns klimatisiert quer durch Singapore zu einem anderen Hotel fuhr. Dort war der Sammelplatz. Dort sortierten die Reiseleiter die Touris nach Zielort aus. Auch wir erhielten einen Sticker auf die Brust und einen Bus zugewiesen. Während der Fahrt erzählte der Reiseleiter ein paar Stories über das Leben in Singapore und die Sehenswürdigkeiten. Auch wurden wir über den Ablauf des Abends aufgeklärt und das was noch kommen sollte. Wir entstiegen dem Bus und wurden zur Bahnstation geleitet.

Singapore – Night Safari.­ Eintrittsbe­reich Zoo Singapore

Singapore – Night Safari. Abfahrt zur Night Safari

Singapore – Night Safari. Fire Show

Singapore – Night Safari. Chris nach dem Safari Burger

Singapore – Night Safari. Mike hält Ausschau nach Tiger

Singapore – Night Safari.

Singapore – Night Safari.­ Andenkenladen

Singapore – Night Safari. Chris und Beat beobachten die Fire Show

Singapore – Night Safari. Beat, Chris und Mike bei einer Zigarettenpause

Singapore – New Park Hotel. Mike liest meine Aufzeichnungen

Wir standen schön brav an und schliesslich setzten wir uns auf einen der Sitze. Dann fuhren wir los – zusammen mit weiteren etwa 50 Personen in der offenen „Tram“. Die Reiseleiterin erzählte etwas über die Lebensweise der verschiedenen Tiere. Scheinbar war gerade Fütterung und so hielten sich viele Tiere entlang der Tramroute auf. Trotz Fotografierverbot mit Blitz konnten einige wenige Mitfahrer es nicht lassen trotzdem zu fotografieren. Tiger und Elefanten, Wildschweine und Hyänen – all das sehen sich täglich über 3000 Night-Safari-Gäste an. Tierjagd macht hungrig. Daher genehmigten wir uns zum Abschluss einen BongoBurger. Während des Essens beobachteten wir noch die Vorführung einer Feuertanztruppe. Dann gegen 22 Uhr fuhr uns der Bus zurück zum Hotel.


Bali-2006 – Flug nach Frankfurt und weiter nach Singapore

2. November 2006

Kurz nach 12 Uhr. Mike öffnet die Tür und weckt mich. Dad sei da. Also rappelte ich mich aus dem Bett, blickte aus dem Fenster. Blauer Himmel und Sonnenschein. Dann schlüpfte ich in die Jeans und zog die Hausschuhe aus Neopren an. Nach einer kurzen Gesichtswäsche im Gäste-WEC schritt ich die Treppe hinab und betrat das Wohnzimmer. Dad sass im IKEA-Klappliegestuhl und begrüsste mich mit den Worten „Na!? Du lässt ja gar nichts von Dir hören!“ Ich war noch nicht ganz wach, daher verkniff ich mir jegliche Antwort, drehte mich um und ging in die Küche, schaltete den Wasserkocher ein und richtete mir eine Tasse mit Nescafe her. Ich hörte Dad von Rostock erzählen. Ich schenkte mir heisses Wasser in die Tasse, nahm 2 Stück Zucker, etwas Milch und schlenderte zurück ins Wohnzimmer. Dort setzte ich mich auf das Rattansofa und hörte den Ausführungen von Dad zu. Es gäbe keine geschnittenen Semmeln in ganz Rostock, er hätte Semmelknödel gemacht und die Kinder von Anne würden Rindsbraten gefüllt mit Trockenfrüchten lieben.

Irgendwann nahm ich den von Dad mitgebrachten Beutel mit Post und sortierte die „wichtigen“ Briefe und die Werbung, sowei Fachzeitschriften aus. 3 Briefe und 2 Zeitschriften blieben übrig. Der Rest wanderte in die Recyclingbox. Dad verabschiedete sich dann – als Rentner hat man immer Stress – und drückte uns beiden ein Urlaubsgeld in die Hand. Als dad gegangen war, fragte ich Mike, wie es mit seinem Koffer aussehen würde. Die Antwort von Mike: „Ja, ich wasche noch!“ Er fuchtelte dabei mit den Händen nervös in der Luft. Reisefieber? Also war er noch nicht weiter, als gestern – besser – als heute Morgen gegen 5 Uhr. Da lag das Badehandtuch „schon“ im Koffer. Während ich die Briefe und Zeitschriften aufräumte, startete ich den Laptop. Mike war im Waschzimmer verschwunden, hastete zwischen Schlafzimmer (1. Stock) und Küche (unten) hin und her. Sortierte hier, räumte dort auf, kam mit Kleidungsstücken ins Wohnzimmer: Reisefieber!

Gegen 14 Uhr verliess er die Wohnung und ging ins Büro „Schnell was faxen!“, kam dann aber erst nach 45 Minuten wieder zurück. Ich surfte während dieser Zeit im Web und las Bali-Reiseberichte. Mein Koffer stand bereits fertig im Flur. Mike kam mit einem Hartschalenwerkzeugtrolley zurück und ich half ihm seine Habseeligkeiten in eben diesen umzupacken. Kurz vor 15 Uhr waren wir fertig und los ging es. Koffer in Mike`s Auto laden und ab zu Christian. Dort treffen wir uns gegen 16 Uhr mit ihm und Beat. Mike wollte noch Tanken. Er fuhr allerdings nicht Richtung Cinemaxx, wie ich erwartete, sondern zur Edekatankstelle – aus Gewohnheit. Dort standen allerdings an allen Zapfstellen Fahrzeuge und dahinter weitere Zapfwillige. Also keine Chance 2 Cent günstigeren Sprit zu erwerben. Das bedeutete raus aus dem Nudeltopf der Einkaufswagenfahrer und Richtung Cinemaxx und Friedensstrasse Land zu gewinnen.

Bei der Aral-Tankstelle angekommen zapfte Mike den Motorsaft und ich besorgte uns ein Frühstück: 2x RedBull und 2 belegte Sandwiches. Kurz vor 16 Uhr trafen wir bei Chris ein. Er und Beat standen bereits erwartungsvoll vor dem Haus. Koffer geladen und ab auf die Autobahn Richtung Nürnberg. Der Verkehr war locker, Mike fuhr schnell, aber kontrolliert. Nur sollte er nicht während der Fahrt mit sämtlichen in Reichweite liegenden Knöpfen spielen. Ich futterte mein Sandwich, Chris klärte uns über Reisedetails auf und Beat? Der rauchte erst mal eine Zigarette.

Auf der Fahrt nach Nürnberg – Beat im Auto

Kurz nach 17 Uhr erreichten wir den Nürnberger Flughafen. Chris wies den Weg zum Expedienten-Parkplatz (Expedia?) P6. Mike klingelte an der Schranke und eine kratzige Stimme uns freundliche mit: „Expedientenparkplatz P12“. Dort war die Schranke offen und Mike fuhr zum P12 ganz hinten auf dem Flughafengelände. Mike drückte den Klingelknopf und der Pförtner liess uns ein. Wir luden die Koffer aus und rauchten erst mal eine. Mike verschlang sein Sandwich, wir nahmen die Koffer und wanderten zum Flughafengebäude zurück.

Am Lufthansa-Schalter war erfrischend wenig los. Nur zwei Reisende vor uns. Der Nürnberger Flughafen ist der bevorzugte Abflughafen von Chris – eben weil es so entspannt und ruhig abgeht. Dann waren wir dran. Pässe und Tickets bereithalten – Reiseleiter Chris managte die CheckIn-Formalitäten mit dem freundlichen Lufthansamitarbeiter. Koffer auf das Fliessband. Mike hatte 15 kg, Chris 15,3 kg, Beat 16,8 kg, Peter 8,3 kg. Mike witzelte, dass die Kofferlader meinen Koffer über das Transportband werfen würden. Toll, dann komme ich wieder mal ohne Koffer an.

Anschliessend suchten wir ein Restaurant auf. Während sich Beat ein Cola und ich einen frisch gepressten Orangensaft bestellten, gingen Mike und Chris „für kleine Jungs“. Klar, die Toilettenschlagzahl erhöht sich bei Mike vor lauter Reisefieber ja bei jedem Urlaub. Mike holte sich dann einen Mangosaft und Chris auch ein Cola. Dann wurde geraucht und diskutiert. 18 Uhr 20 Minuten Boarding-Time. Langsam schlenderten wir der Zollkontrolle und Durchleuchtung entgegen. Hosentaschen entleeren und Geldbeutel, Feuerzeug, Handy und den Gürtel in die Umhängetasche (Danke Ralph) stecken. Ergebnis: Der Metalldetektor machte keinen Piepser. anders bei Beat. Seine Gürtelschnalle kam nicht durch.

Flughafen Nürnberg – Chris und Mike nach dem Einchecken im Restaurant

Das Gate A17 war schnell gefunden. Wir liessen uns auf die Sitze nieder, bis auf Mike. Seine Blase meldete sich erneut. Dann rief der Service den Flug auf. Zwar sollten zuerst die Reihen hinten im Flieger zusteigen, aber scheinbar sass das ganze Flugzeug hinten; denn fast alle Passagiere standen an. Mit 10-minütiger Verspätung startete der Lufthansa-Flieger. Der Flug nach Frankfurt war kurz und daher ohne jeglichen Service. LH931 holte die Zeit auf und landete pünktlich um 19:40 Uhr in Frankfurt. Die Anfahrt nach der Landung war spektakulär. Ohne richtig abzubremsen bog der Flieger kurz nach der Landung direkt links in den Taxiway ein. Gäbe es auf Flughäfen Blitzautomaten, so hätte es diesen Piloten sicher erwischt. Kein Klatschen nach der Landung und schnell angedockt. Kaum angedockt, sprangen (fast) alle auf und kramten das Handgepäck aus der Cockpitklappe. Wie immer dauerte es eine Weile bis die Schlange in Bewegung kam. Aber es dauerte nicht so lang wie sonst. Ich vermute mal, dass es an der Mehrzahl von Geschäftsleuten lag, die mitreisten. Wir vier schienen die einzigen Touris zu sein. So lief alles gesittet und koordiniert ab.

Flug Nürnberg-Frankfurt – Chris und Mike neben einer erkälteten Lady im Flieger

Das Gepäck wurde durchgecheckt bis Singapore. Also mussten wir uns in Frankfurt nicht darum kümmern. Noch am Ausstiegsgate entschieden wir uns einen Kaffee zu nehmen. Gleich neben dem Gate befand sich ein Raucher-Cafe. Mike und Chris wieder ab Richtung WC. Beat blieb sitzen und ich besorgte Kaffee für uns. Dann las ich die „Frankfurter Allgemeine“ – aber es stand nichts Aufregendes darin. YouTube von Yahoo gekauft und wer wusste es als Erster? Ein Blogger „Techcrunch“ aus Silicon Valley. Die Lotto-Rekordsumme von 37 Mio Euro geht an einen 41jährigen Pfleger aus Norddeutschland. Chris erzählte der Kerl würde im Jahr nach Steuern 800 000 Euro Zinsen bekommen. Egal, ich würde trotzdem zur Arbeit gehen.

Flughafen Frankfurt – Chris, Mike und Beat im Transitbereich

Wir wanderten dann irgendwann zum Terminal B. Die Boardingtime für den Flug nach Singapore: 21 Uhr 30 Minuten. Der am Schnorchel hängede Flieger der Lufthansa war riesig – ein Jumbojet. Boing 737-300, zwei Etagen, 15 Flugbegleiter, keine Ahnung wieviele Passagiere. Es waren viele. Das Boarding in Etappen klappte (fast) perfekt. Nach 10 Minuten hatten wir unser Sitze gefunden. Der Service im Flieger „Hannover“ war auch in der Holzklasse hervorragend. Wir überflogen das Schwarze und das Kaspische Meer, vorher Prag und Odessa, Baku, oberhalb am Iran vorbei, Afghanistan, Kabul. Mike flirtete mit der hübschen Stewardess. er sass eingezwängt hinter einem Dauerzurücklehner.

Flug Frankfurt-­Singapore – Chris richtet sich häuslich ein

Flug Frankfurt-­Singapore – Das Chaos mit dem Handgepäck

Flug nach Singapore – Mike,­ Beat und Peter sind abreisefertig

Airfield Frankfurt

Flug nach Singapore -­ Das Unterhaltungsprogramm startet und Chris präpariert den Kopfhörer

Flug nach Singapore – Hilfreiche Tipps

Start Frankfurt – Ab in den Urlaub

Flug nach Singapore – Chris legt sich schlafen

Gegen 16:20 Uhr Ortszeit landete der Jumbo pünktlich am Flughafen Singapore. Der Vogel dockte an und wir kamen auch sehr gut aus dem Flieger heraus. Der Flughafen Changi ist grossräumig, aber übersichtlich. Von Vorteil empfand ich den Teppich in den Hallen. So ist es angenehm ruhig. Chris und Beat wollten noch vor der Gepäckausgabe den Raucherraum aufsuchen und die Sucht befriedigen. Ich war eigentlich zu müde, weil ich während des Fluges nicht schlafen konnte. Ich hatte mir beide Filme angesehen „Der Teufel trägt Prada“ und „Glück und Unglück“. Letzterer war nicht ganz so toll. Und ersterer ziemlich unrealistisch. Welche Frau folgt heute noch ihren Gefühlen und verzichtet auf einen Spitzenjob für ihren Freund?

Landeanflug Singapore -­ Ein Frachtschiff im Nebel

Landeanflug Singapore

Der Vorteil eines Fensterplatzes ist halt eben, dass man aus dem Fenster schauen kann. Nur wie lange hat man bei einem 13 Stunden-Flug Lust aus dem Fenster zu schauen? Der Nachteil: Ich sass hinter den Triebwerken, somit war es recht laut. Auch der Raucherraum hatte den Nachteil des Dauerbrummens, denn er lag direkt neben dem Flugfeld. Da die Triebwerke nie ganz abgeschaltet werden, bleibt der Lärmpegel auch beim Rauchen recht hoch.

Airfield Singapore Changi Airport

Changi Airport Singapore ­ Beat und Mike nach den Immigration­Schaltern

Das Wetter in Singapore war heiss, es hatte hohe Luftfeuchtigkeit. Der Himmel war bedeckt und es war neblig. Der Nebel stammte von grossflächigen Brandrodungen – verbotenerweise – von den Nachbarinseln. Nach der Zigi-Danach wanderten wir zu den Immigrationsschaltern. Die Visa-Anträge hatten wir schon kurz vor der Landung erhalten und ausgefüllt. Nach diesen Formalitäten am Schalter gingen wir zu den Gepäckbändern. Sämtliche Koffer waren korrekt angekommen. Nur ein Mann fehlte: Chris. Er hatte das Visa nicht ganz korrekt ausgefüllt. Bei den Gepäckbändern trafen wir auch die Lufthansa-Crew – darunter die nette Lady, welche mit Mike während des Fluges geflirtet hatte – wieder. Dann suchten wir den Taxischalter und fanden ihn. Dort wurde fein säuberlich in der Reihe angestanden. Wir bekamen ein Taxi zugewiesen und der Fahrer verstaute die Koffer im Heck. Zur Sicherung musste ein Spanngurt die Klappe halten. Die Fahrt zum „New Park Hotel im Stadtteil „Little India“ dauerte 20 Minuten und kostete 16 Singapore-Dollar.

Fahrt ins Hotel – Chris im Taxi

Am Flughafen hatten wir vier jeweils 100 Euro in Singapore-Dollar gewechselt und bekamen 195 und ein paar Zerquetschte. Somit ist die Umrechung einfach 1 Singapore-Dollar = 1 Mark oder 50 Euro-Cent. Am Hotel angekommen, bezahlte Chris den Fahrer und wir trugen die Koffer zum Förderband. Ja, das Hotel hat ein Kofferförderband. Oben wartet ein Servant und nimmt die Koffer in Empfang. Wir schlenderten zur Rezeption und Chris managte mit gleich zwei Damen die Zimmer. Die Sperlix sorgten mit ihrem Vornahmen für Verwirrung, da ich einen weiteren Vornamen mit Michael habe. Dadurch dauerte die Zimmerausgabe etwas extrem lang. Als das dann geklärt war, bezogen wir die Zimmer. Chris 1116, Beat 1115 und wir 1117. 10 Minuten später kamen die Koffer an. Wir vereinbarten, dass wir uns alle bei Mike und mir im Zimmer treffen würden. Wir besprahen was wir uns heute noch von Singapore ansehen wollten. Wir einigten uns auf eine Besichtigung zu Fuss von „Little India“ und anschliessend entweder mit dem Taxi oder der unterirdischen MRT zur Marina Bay zu fahren.

Singapore New Park Hotel – Mike, Beat und Chris an der Rezeption

Singapore New Park Hotel -­ Porzellanwasserkocher mit interessantem Stecker

Singapore New Park Hotel -­ Intelligentes Hotelzimmer

Singapore – Stadtteil Little India

Singapore New Park Hotel – Ausblick zum gekühlten Pool

So verliessen wir das Hotel und wanderten zu Fuss durch „Little India“. Wie der Name schon sagt, ist dieser Stadtteil fest in der Hand des indischen Teils der Bevölkerung. Wir hatten zusätzliches Glück, denn es fand zeitgleich das „Fest des Lichtes“ statt. Die Strassen waren bunt beleuchtet und überall blinkte es. „Little India“ ist ein bunter, belebter Stadtteil, der neben den 24h-Einkaufszentren, den verschiedensten kleinen Läden und Fresslokalen auch einige bunte Bazare enthält. Es wird alles verkauft und gehandelt. Von Rächerstäbchen über Kitsch und Kleidung bis zu Elektrogeräten, Gold, Schmuck, Möbel und Computern reicht die Palette. Das alles sahen wir uns leider nur beim Vorbeigehen an.

Singapore New Park Hotel -­ Mike und Beat sind bereit zur Erkundungstour

Singapore – Little India

Singapore – Little India

Singapore – Little India

Singapore – Bazar Little India

Singapore – Bazar Little India

Singapore – Bazar Little India

Singapore – Little India

Wir fanden schliesslich die MRT-Station (U-Bahn) „Little India“ und beschäftigten uns mit dem Ticket-Automaten. Durch Zusehen und Ausprobieren fanden wir auch heraus, wie man sich das entsprechende Ticket für die Fahrt heraus lässt. Die MRT erinnert stark an den Cabletrain am Zürcher Flughafen. Die Fahrt geht ruczuck. Interessant sind auch die Verbotsschilder. Neben Rauch ist auch Essen und trinken bei hoher STrafe verboten. Wir fuhren also bis Marina Bay. Aber als wir zum Exit kamen, entpuppte sich die Station als ein Endstation im Nirgendwo. Die Bahn endete in einem Park inmitten von Hauptverkehrsstrassen. Der Ausgang wurde mit 7 Security-Kameras überwacht. Und Geckos hängen an den Wänden. Nicht zu sehen von der weltberühmten Skyline von Singapore.

Singapore – Chris und Mike besorgen sich Tickets für die U-Bahn (MRT)

Singapore – Marina Bay. Wir sind zu weit gefahren.

Singapore – Geckos auf der Jagd an der MRT-­Station Marina-Bay

Also hiess es: Erneut Ticket ziehen und zurück zur Haltestelle „Rattles Place“. Dort waren wir richtig! Die vielen Restaurants und Hochhäuser leuchteten und der Singapore River gab eine fantastische Kulisse ab. Wenn da nicht die Restaurant-Drücker wären, die wie Heuschrecken gleich, uns pausenlos anquatschten, um uns in eines der Lokale zu zerren. Eine Querstrasse weiter war es ruhiger. Dort fanden wir ein Strassenrestaurant vor dem wir uns niederliessen. Ich orderte erst einmal eine Runde Bier. Zusammen mit einer Zigarette liessen wir es uns gut gehen und genossen den lauen Abend. Das Strassenlokal hatte lauter schmackhafte Sachen zum Essen im Angebot. Also bestellte ich mir ein Nudelgericht (3 S-Dollar), die ich kurze Zeit später mit Stäbchen und Keramiklöffel verspeiste. Etwas „spicy“ zwar, aber sehr gut. Danach wanderten wir durch die Gassen entlang an unzähligen Restaurant und Bars zurück zur MRT-Station. Nicht ohne noch eine kurze Pinkelpause für Mike im McDonalds eingelegt zu haben. Dort verspeisten Beat, Chris und Mike noch je einen Burger. Anschliessend zogen wir wieder Tickets aus dem MRT-Automaten und fuhren von der Station „Raffles Place“ zurück nach „Little India“. Eine Fahrt kostet im Schnitt um die 2 S-Dollar.

Singapore -­ Mike und Peter vor einer Spatzenskulptur

Singapore – Blick über die nächtliche Skyline vom Boat Quay aus am Singapore River

Singapore – Blick über die nächtliche Skyline vom Boat Quay aus am Singapore River

Singapore – Lady mit Mobile und Laptop am Boat Quay

Singapore -­ Verbotsschilder in der U-Bahnstation (MRT).­ Durian = Schlangenfrucht (stinken)

Singapore New Park Hotel – Mike schläft sich aus

Die MRT fuhr uns ratzfatz nach „Little India“. Von der Station schlenderten wir gemütlich die Sarangoon Road zurück zum „New Park Hotel“, welches in der Kitchener Road liegt. Oben im Zimmer angekommen, schaltete Mike noch den Fernseher ein. Dann legte er sich aufs Bett. Eigentlich wollte er noch Duschen, aber nach 10 Sekunden war er eingeschlafen. Ob das am Programm lag? Ich duschte noch schnell und sortierte die Fotos auf der Digitalkamera aus. Dann legte auch ich mich auch schlafen.


Urlaub 2006 – Über Singapore nach Bali und zurück – Ein Reisebericht

2. November 2006

Jetzt habe ich mal angefangen den Reisebericht zu tippen. Die ersten Tage sind etwas ausführlicher ausgefallen. Schritt für Schritt stelle ich die Tagesberichte in den Blog – wenn es klappt. Dieser Thread soll als Inhaltsverzeichnis gelten. Also wird er Tag für Tag wachsen – hoffe ich.


Bemerkenswerte Werbung – Cannes Rolle 2006

13. September 2006

Ein Besuch bei Cassandra. Sie ärgert sich in einem Beitrag über die Ausgekochtheit einer Werbeagentur. Diese hatte die im Internet bekannten 30-Sekunden-Comic-Zusammenfassungen von berühmten Kinofilmen genutzt um einen Kleinwagen aus Wolfsburg zu bewerben – und reihenweise Silberne Auszeichnungen bekommen. Tja, da hättest Du selbst drauf kommen sollen liebe Cassandra 🙂

Beim Durchstöbern der Goldenen Auszeichnungen fand ich eine 4-teilige Liebesgeschichte. Wirklich bemerkenswert gemacht.

Viel Spass damit!


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 8

11. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 8:

Miguel wurde durch das Knarren einer Tür geweckt. Er wischte sich schlaftrunken über das Gesicht und versuchte langsam die Augen zu öffnen. Über sich sah er durch die Sparren Sonnenstrahlen hereinfallen. Eine Tür klappte mit dem Wind knarrend auf und zu. Er hörte ein Pferd schnauben. Er hob den Oberkörper ächzend, stützte diesen auf beide Arme und sah sich mit zusammen gekniffenen Augen um.

Die Sonne schien schräg durch das halb geöffnete rechte Scheunentür. Die linke Tür bewegte sich langsam im Wind und verursachte das Knarren. Miguel befand sich auf der Ladefläche der Kutsche – in der Scheune. Er drehte sich um und fand die beiden Pferde noch angespannt und leise schnaubend. Dann zog er die goldene Uhr an der Kette aus der Brusttasche seiner Weste und blickte darauf. Er schüttelte die Uhr, hielt sie ans Ohr und zog sie am Rädchen auf. Die Uhrzeit konnte nicht stimmen – er las halb zehn ab. Mit der anderen Hand fuhr er sich durch das Haar und entfernte einige Heuhalme aus dem Haar. Dann nahm er die Jacke, die er als Kopfkissen missbraucht hatte, suchte seinen Hut, fand diesen auf dem Kutschbock, und erhob sich, sprang vorsichtig von der Ladefläche und stapfte aus der Scheune. Es war zu hell für seine Augen. Er wankte zur Tränke links vor der Scheune, nahm den Pumpschwengel, legte die Jacke ab und hielt den Kopf unter den Hahn.

Mit einigen kräftigen Pumpbewegungen liess er sich dass kalte Wasser über den Kopf laufen. Miguel schüttelte sich und wischte sich das Wasser aus dem Gesicht. Dann ging er schnellen Schrittes Richtung Anwesen, sprang mit einem Satz auf die Veranda und schwang die schwere Eichentür auf. Miguel blieb kurz in Entree stehen, horchte und hörte ein leises Schnarchen aus der Bibliothek. Die Tür war nur angelehnt. Auf dem Ohrensessel vor dem Kamin lag mit einer Decke über den Beinen Pedro, die Cowboystiefel hatte er fein säuberlich neben dem Sessel abgestellt. Miguel schritt zum Fenster und öffnete mit viel Schwung die schweren, deckenhohen Vorhänge. Die Sonne warf ihren Schein auf den Ohrensessel und Pedro erwachte murrend und jammernd, drehte sich auf die Schattenseite und mummelte sich in die Decke. Miguel schritt auf den Sessel zu und zog Pedro die Decke weg. Als das auch nichts half, nahm Miguel den linken Arm von Pedro und zog ihn aus dem Sessel.

Amelie stieg die Treppe herab und betrat das Wohnzimmer. Sie hörte eine Mädchenstimme, die mit ihrer Mutter sprach. Als sie die Tür zum nächsten Zimmer, in der sie die Stimmen vermutete öffnen wollte, sprang diese auf und ein dunkelhaariges Mädchen mit braunen grossen Mandelaugen schaute sie an. Das Mädchen drehte sich um und fragte ihre Mutter “Mam, ist das Amelie?“. Margarita lächelte das Mädchen an und nickte. Margarita stellte einen Teller mit aufgeschnittenem Brot auf dem grossen, gedeckten Tisch ab und kam Amelie entgegen.

Sie bot ihr einen Stuhl an und nahm bat Francesca die Kaffeekanne aus der Küche zu holen. Francesca kam kurz darauf, die Kaffeekanne in beiden Händen haltend zurück und fragte Amelie höflich, ob sie eine Tasse einschenken dürfte. Amelie lächelte freundlich und Francesca schenkte ihr ein. “Milch und Zucker?“fragte Francesca – Amelie nickte. Margarita setzte sich zu Amelie und reichte ihr Butter und Konfitüre. Francesca verliess mit der Kaffeekanne den Raum. Margarita rief ihr nach, sie solle nach ihren Onkeln sehen. Francesca lief an den beiden vorbei und liess die Eingangstür ins Schloss fallen. Margarita wand sich wieder Amelie zu, die zu Frühstücken begann.

Wenig später hörte man im Hof Franco und Antonio näher kommen, die sich mit Francesca unterhielten. Antonio öffnete die Tür und liess Francesca den Vortritt. Franco betrat den Raum, gab Margarita einen Kuss auf die Wange und begrüsste Amelie. Dann nahm er zwei Scheiben Brot und setzte sich neben Margarita. Antonio setzte sich neben Amelie und fragte, ob Sie gut geschlafen hatte. “So gut, wie noch nie!“ Antwortete sie lächelnd und trank einen Schluck Kaffee. Francesca brachte die Kaffeekanne aus der Küche und schenkte den beiden Männern ein.

Beato sass mit einer Zigarillo im Mundwinkel rauchend in der Ecke. Vor sich eine leere Tasse Kaffee, eine zusammen gerollte Zeitung und ein halbleeres Glas Whiskey. Er beobachtete nachdenklich die vor dem Fenster auf der Strasse vorbei gehenden Menschen. Mit den Augen verfolgte er ein blondes Mädchen, welches einen kleinen weissen Sonnenschirm trug. Dann öffnete sich die Tür zum Foyer des Hotels und Cristiano betrat den Gastraum. Er lehnte seine Winchester an die Wand, klopfte Beato auf die Schulter und setzte sich zu ihm auf die Bank, beide nickten sich zu. Der Ober kam hinter dem Tresen hervor und beide orderten einen starken Kaffee.

Cristiano nahm die Zeitung und warf einen Blick auf die Schlagzeilen. Dann legte er diese beiseite und hob das Bündel mit Fellen auf den Tisch.  Der Ober blickte kurz auf und sah zu den beiden hinüber. Cristiano strich über das Bündel und teilte Beato mit, dass die anderen Bündel schon auf den Pferden festgezurrt wäre. Beato nahm die Zigarre aus dem Mundwinkel und drückte diese auf dem Steinaschenbecher aus. Der Ober brachte die beiden Tassen Kaffee und stellte umständlich das zierliche Milchkännchen und den Zucker auf dem Tisch ab. Er räusperte sich, Cristiano griff in die Brusttasche und zog zwei Münzen heraus, drückte diese dem Ober in die Hand und meinte “Basst scho!“

Der Ober verneigte sich zackig und wandte sich seiner Theke zu. Als die beiden Männer ihren Kaffee ausgetrunken hatten, standen sie wortlos auf, schnappten sich ihre Habseeligkeiten und verliessen das Hotel über den Haupteingang. Sie wandten sich der Scheune neben dem Hotel zu, durchschritten das Tor und banden ihre Pferde los. Cristiano band das Fellbündel zu den schon vorhandenen hinter dem Sattel fest und schwang sich auf seinen Mustang. Cristano sass schon auf und sein Brauner durchtrabte das Scheuentor.

Draussen wartete er kurz auf Beato, blickte zurück. Als dieser ebenso auf die Strasse kam, nahm er die Zügel strenger und beide ritten im leichten Galopp aus der Stadt hinaus, an flanierenden Pärchen vorbei, deren Frauen grosse lederne Umhängetaschen trugen. Als sie rechts zum Bahnhof abbogen, dachte Cristiano kurz, dass er Rico in eine Seitengasse gesehen hätte. Er gab seinem Mustang die Sporen.


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 7

10. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 7:

Dann stand Pedro auf, nahm die Flaschen, sowie die Gläser vom Tisch auf, reichte Amelie die Hand und bat sie freundlich mitzukommen. Sie zögerte kurz, nahm dann seine Hand und hängte sich bei ihm unter den Arm. Beide gingen zum Tisch der Escobars, Pedro stelle die Flasche und die Gläser auf dem Tisch ab, drehte sich um und suchte zwei funktionsfähige Stühle. Einen schob er Amelie hin und beide setzten sich. Franco Escobar entkorkte, wie von ihm gewohnt, die zweite Flasche mit den Backenzähnen. Dann verteilte er die Gläser und schenkte diese randvoll ein. Einen Spritzer goss er sich über den Unterarm. Dort hatte er sich eine leichte Schnittwunde geholt. Die leere Flasche warf er nach hinten über die Schulter. Pedro stellte Amelie die bereits Sitzenden vor. Franco verzog keine Miene und brummte nur kurz. Antonio konnte nicht, da er eine geschwollenen Kiefer hatte. Nur Margarita lächelte freundlich. Miguel winkte Cristiano und Beato und beide gesellten sich zur Tischrunde. Nun liess man den Abend und speziell die Schlägerei noch einmal in Worten Revue passieren. Es wurde doch noch viel gelacht und nicht unerheblich getrunken. Bis der Morgen graute.

Antonio und Franco torkelten die Arme um den jeweils anderen geschlungen aus dem Saloon, stolperten über den Gehweg und kamen erst in der Mitte der Strasse zu stehen. Sie drehten sich um und Franco nahm noch einen tiefen Schluck aus der Whiskeyflasche. Dann warf er diese über die Schulter. Antonio schaute enttäuscht der Flasche nach. Franco griff in die Jackentasche und zauberte eine volle heraus. Beide grinsten und lachten. Dann schwangen die Saloontüren erneut auf und Amelie und Margarita kamen heraus. Gefolgt von Beat und Cristiano, in deren Anschluss Miguel und Pedro ins Freie traten. Da weder die Brüder Escobar, noch die Brüder Gorrión noch reiten konnten und man sich dem letztjährigen „Unfall“ von Miguel erinnerte, holte zuerst Margarita ihre Kutsche aus dem Stall neben dem Saloon. Miguel begleitete sie so gut er konnte. Nach wenigen Minuten kam die Kutsche mit den beiden auf dem Bock angetrabt. Margarita bremste die Pferde und Miguel sprang vom Bock. Landete aber unsanft auf der staubigen Strasse. Er schrie auf und hielt sich die Schulter. Margarita kletterte von der Kutsch und beugte sich zu ihm. Er schaute auf und meinte nur „Reingefallen!“ Margarita gab ihm einen Schlag auf den Brustkorb.

Die Herren banden ihre Pferde hinten an der Kutsche an. Nur Cristiano und Beato verabschiedeten sich, sie würden aber am Nachmittag bei den Escobars vorbei schauen. Sie hatten ja noch ihre Felle zu verkaufen. Margarita und Amelie nahmen auf dem Kutschbock Platz. Die Brüder Escobar und Gorrión halfen sich gegenseitig schwerfällig und umständlich auf die Ladefläche. Schliesslich sassen oder lagen dann doch alle auf der Kutsche und die Fahrt zur Escobar-Ranch konnte losgehen. Franco und Pedro hatten für den Wegeproviant gesorgt – nur die Gläser fehlten. Im Osten war schon die Sonne aufgegangen und man durchfuhr gegen 8 Uhr das Tor. Dann nach weiteren 10 Minuten Fahrt war das Anwesen der Escobars erreicht. Antonio war eingeschlafen und Franco hatte Mühe ihn ins Haus zu schleppen. Miguel verabschiedete sich von Margarita. Pedro begleitete sie bis zur Haustür, stellte ihre Tasche ab und küsste Amelie auf die Wange. Dann drehte er sich um und schritt zurück zur Kutsche. Miguel hatte die Pferde der Escobar-Brüder in den Pferch gebracht und kam zurück zur Kutsche. Margarita bot Miguel und Pedro an, dass sie die Kutsche für die Heimfahrt nehmen sollten und am Nachmittag auch vorbei kommen sollten. Miguel sagte sofort zu. Also setzten sich die beiden auf den Bock, wendeten die Kutsche und fuhren Richtung Ranch de Gorrión.


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 6

9. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 6:

Franco machte einen Satz vorwärts, packte Rico mit beiden Händen am Sakko und schob ihn vor sich her. Rico riss die Augen auf und ruderte mit den Armen. Amelie hatte Rico`s Hand los gelassen und stand wie angewurzelt da. Antonio hatte Franco und Rico erreicht und versuchte die beiden zu trennen. Franco holte mit der Rechten aus und verpasste Rico einen heftigen Schlag in die Magengegend. Rico sackte zusammen und blieb schmerzgekrümmt liegen. Franco bekam Ricos Sakko zu fassen und zerrte ihn von der Wand an der Bühne vorbei. Rico bekam strauchelnd einen Stuhl zu fassen und schlug diesen Franco über den Rücken. Krachend zerbrach dieser und Franco ging zu Boden. Nun rannte Antonio auf Rico zu, fasste ihn mit beiden Armen und warf ihn auf einen der Tische. Im Flug prallte Rico zuerst gegen einen der männlichen Gäste, beförderte diesen auf das Parkett und landete unsanft auf besagtem Tische. Dieser kippte und ein darauf stehendes Pärchen fiel nach hinten herunter. Nun beteiligten sich einige Umstehende an der Keilerei. Stühle flogen, Gläser flogen und Fäuste flogen. Mittendrin Franco und Antonio Rücken an Rücken. Miguel liess Margarita stehen und stürzte den Escobars zu Hilfe. Ein Stuhl flog an Beato, Cristiano und Pedro vorbei über die Theke und landete im Wandspiegel. Pedro prostete Chris zu. Dann tranken die drei die Whiskeygläser auf einen Zug leer, sprangen von der Theke und folgten Miguel in die mittlerweile vorherrschende Saalschlägerei.

Miguel hob einen Stuhl, der noch heil geblieben war, vom Boden auf und setzte sich zu den an einem noch intakten Tisch sitzenden Brüder Escobar neben Margarita. Der Saloon war fast menschenleer. Es war ruhig. Keine Musik mehr. Kein Wunder; denn der letzte Mexikaner lehnte bewusstlos vor der Bühne und hatte seine Gitarre wie einen Bilderrahmen um. Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld. Zerbrochene Tische und Stühle lagen herum, teile der Dekoration hingen zerrissen von der Decke und den Wänden. Nur der Mann am Tisch in der rechten Ecke schlief immer noch den Schlaf des Gerechten und schnarchte leise vor sich hin. Cristiano stand, sich die Schulter massierend, an die Theke gelehnt neben Beato. Dieser hatte den rechten Fuss auf seine beiden Biberfellpakete gestellt. Pedro suchte hinter der Bar nach zwei noch unversehrten Whiskeyflasche – genug saubere Gläser hatte er schon gefunden. Pedro klemmte sich die beiden Flaschen unter den Arm, in den Händen die aufeinander gestapelten Gläser und stieg über den liegenden Barkeeper. Als er die Bartür mit dem Fuss aufschwingen liess, sah er Amelie in der Ecke sitzen. Sie hatte das Gesicht in die Handflächen vergraben. Pedro stellte eine Flasche auf die Theke zurück und ging zu ihr hinüber.

Amelie erschrak und sah ihn an. Pedro setzte sich neben sie. Amelie hatte die Augen tränengefüllt und sagte leise, dass Rico verschwunden war. Pedro senkte den Kopf, stand auf, ging zur Bar und holte die zweite Flasche auf der Theke. Auf dem Weg zurück zu Amelie entkorke er diese mit den Zähnen und nahm einen tiefen Schluck. Dann setzte er sich, zog eine verbeulte Cubana aus der Jackeninnentasche, zündete diese an und erzählte die Geschichte von Rico und was vor 15 Jahren passiert war, von Margarita und der Story in der Scheune, von Margaritas und Ricos Tochter Francesca und von Papa Escobar und von der Suche nach Rico durch die Brüder Escobar. Amelie hörte still zu. Als Pedro sich zurück lehnte und einen tiefen Zug aus der Cubana nahm, schnappte sich Amelie die Whiskeyflasche, schenkte sich randvoll ein und trank den Whiskey auf einen Zug leer. Dann erzählte sie Pedro ihre Geschichte mit Rico. Sie hätte ihn in San Francisco kennen gelernt. Zu dieser Zeit war sie festes Mitglied beim Klassischen Ballett tanzte regelmässig im Opernhaus. Da das Geld nicht reichte, verdiente sie sich in der Flamenco-Truppe ein wenig Geld dazu. Dann plante die Truppe eine Tournee durch Colorado. Kurz vor Abreise brach sich der Tanzpartner ein Bein und Rico sprang für diesen ein. Und nun scheint es mit der Flamenco-Tournee vorbei zu sein. Sie deutete auf den Mexikaner mit der Gitarre um den Hals. Pedro schenkte die beiden Gläser voll und hielt das eine Amelie hin. Sie nahm es, lächelte und stiess mit Pedro an. Dann warfen beide einen nachdenklichen Blick in den zerstörten Saloon und blickten zum Tisch an dem die Escobars sassen.


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 1

8. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 1:

Die Brüder Don Miguel und Don Pedro de Gorrión hatten die ganze Woche hart für ihre Ranch gearbeitet. Pedro, ein Pferdezüchter, war extra vor einem Monat vom Diamond Valley in den Rocky Mountains mit Sack und Pferd mit der neuen stählernen Dampfeisenbahn angereist. Wie jedes Jahr half er seinem Bruder und dessen Cowboys beim Zusammentreiben der Rinder. Heute nun hatten sie es geschafft. Sämtliche Rindviecher, welche den ganzen Frühling und Sommer auf der weitläufigen Pampa rund um die Hazienda de Gorrión weideten, befanden sich für den Transport nach Sacramento im grossen Pferch.

Zur Entspannung wollten sich die Brüder deshalb abends ein paar Cervezas in Castillo de la Lluvia genehmigen. In der Zeitung hatte Pedro nämlich gelesen, dass eine Flamenco-Truppe im neu eröffneten Saloon in der Stadt auftreten würde. Castillo de la Lluvia erreicht man von der Hazienda de Gerrión in nur 30 Minuten im leichten Galopp. Pedro wartete schon auf der Veranda. Er sass im Schaukelstuhl und hatte sich eine Cubana angesteckt. Die silbernen Sporen der frisch polierten schwarzen Lederstiefel glänzten in der untergehenden Sonne. Er lehnte sich zurück, nahm den linken Arm hinter den Kopf und schielte in Richtung Eichentür. Von Miguel war noch nichts zu hören. Er beugte sich leicht nach vorne und klopfte sich den letzten Staub aus der dunklen rauen Lederhose. Extra für diesen Abend hatte er sein neues weisses Hemd angezogen. Die schwarze Lederjacke hing über der Verandareling. Gerade als er die Cubana das erste mal lässig abstaubte, öffnete Miguel die schwere Haustür. Miguel hatte seine neue braune Wildlederhose an, ein graues Hemd und darüber eine dunkelbraune Lederjacke. Sein brauner Cowboyhut hing lässig im Nacken, so dass man sein frisch geschniegeltes dunkles Haar sehen konnte. Auch hatte er sich frisch rasiert. Im linken Mundwinkel hing eine frisch angesteckte Zigarillo. Er warf Pedro wortlos dessen schwarzen Cowboyhut zu, schnallte sich den nietenbesetzten Coltgürtel um und trat mit zugekniffenen Augen auf die Veranda. Pedro erhob sich aus dem Schaukelstuhl, nahm seine Lederjacke von der Reling, schob den Colt mit Elfenbeingriff in den Gürtel und beide schritten nebeneinander zu ihren frisch gestriegelten Mustangs. Mit einem lässigen Schwung sassen beide auf, wendeten die Pferde und ritten im leichten Galopp zum Torbogen der Hazienda.

Nach einer halben Stunde erreichten die beiden die ersten staubigen Strassen des Westbezirkes von Castillo de la Lluvia. Pedro fielen zuerst die vielen hölzernen Kinderwägen auf. So viele hatte er letztes Jahr nicht gesehen. Es kam sogar vereinzelt zu Kinderwagenunfällen auf den Bürgersteigen. Dann erreichten sie die einzige gepflasterte Strasse in Castillo de la Lluvia – die Strada del Monetas – auch lappidar “Einkaufsmeile? genannt, obwohl sie nur knapp halb so lang war und direkt am Bahnhof endet. Hier boten Kaufleute, Büchsenmacher, Zuckerbäcker und edle Massschneider ihre Ware feil. Auch die einzige und daher reichste “Banca del New Mexico? hatte dort ihren Sitz. Offen ausgesprochenen Gerüchten zufolge kam der Reichtum aber hauptsächlich durch Wucherzinsen zustande. Auch hätten viele Nichtansässige im steinernen Keller Fächer mit dicken Tresortüren mit unermesslichen Schätzen gefüllt. Aber keiner hätte diese bisher gesehen. Pedro fragte Miguel, ob ihm auch die Frauen mit den grossen seitlich umgehängten Ledertaschen oder auf dem Rücken getragenen Stoffsäcken aufgefallen wären. Miguel schaute verwundert um sich, dann nickte er und meinte es wäre jetzt “IN?. Pedro runzelte die Stirn. Vor einem Massschneider hatte sich eine grosse Menschentraube gebildet. Miguel erklärte Pedro, dass diesen Kaufladen ein italienischer Schneider eröffnet hätte und “Michelangelo? heissen würde. Jeder würde nun dort einkaufen wollen und der Schneider käme wegen der schlechten Liefersituation aus Italien nicht nach. Auch wenn die Kleider bei “Michelangelo? drei Mal soviel kosten würden, wie beim besten Hausschneider der de Gorrión`s. Pedro runzelte erneut die Stirn.

Vor dem neuen Saloon hatte sich eine bereits eine grosse Menschentraube gebildet. Auch hier waren viele der Wartenden entweder mit am Rücken befestigten Stoffbeuteln, die jungen Frauen mit grossen seitlich hängenden Ledertaschen, bewaffnet. Als die Brüder vor dem Saloon die Mustangs festmachten, schlug die Glocke der gegenüber neu errichteten Kirche zuerst vier Mal im hellen Klang und anschliessend 10 Mal sehr dumpf. Das Musik- und Stimmengewirr aus dem Saloon konnte man schon von der Strasse hören. Links vom Eingang etwas Abseits stand im Halbdunkel ein junges Pärchen eng umschlungen. In der einen Hand eine kleine Blechdose, aus der beide abwechselnd tranken und in der anderen eine kleine Zigarillo aus der ein bläulicher Rauch entstieg. Vor dem Eingang standen links und rechts je eine Fackel und je eine dunkle grosse Gestalt mit langen schwarzen Ledermänteln und verschränkten Armen. Beide begutachteten die um Einlass bittenden und schienen diese auszusortieren. Viele wurden allein aufgrund zerrissener Beinkleider oder nackter Füsse abgewiesen. Andere erhielten trotz dieser Makel Einlass, als diese ein kleines Holztäfelchen mit bunten Symbolen den dunklen Gestalten zeigten. Miguel und Pedro passierten die beiden grimmig schauenden Schurken und grüssten mit einem Griff zum Cowboyhut. Pedro erreichte die Schwingtür und warf einen Blick darüber. Erst als er hinter sich die Schritte von Miguel hörte, warf er beide Flügel auf. Ohne zu zögern gingen beide zur Bar, welche die gesamte linke Seite des Saloons einnahm. Pedro rückte sich einen wackeligen Holzhocker zurecht und setzte sich mit dem Rücken zu Bar mit beiden Ellbogen auf die Theke aufgelehnt. Miguel stellte seinen Fuss auf den Messingabsatz und bestellte zwei Krüge Cerveza.


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 5

8. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 5:

Als Pedro seinen Augen von Amelie nachdenklich abwendete und Richtung Eingang blickte, sah er just in diesem Moment die zwei Escobar-Brüder herein kommen. Im Schlepptau Margarita! Cristiano grinste und Miguel wandte sich zu Pedro „Jetzt wird es spannend.“ Beato lehnte an der Theke. Er hatte das Cerveza-Glas in der rechten und das fast leere Whiskey-Glas in der linken, überlegte kurz und trank zuerst den Whiskey aus, schüttelte mit zugekniffenen Augen den Kopf und schluckte hinterher das Bierglas leer. Die Escobars drängten sich durch die Menschenmenge und entdeckten dann Miguel. Antonio Escobar, der ältere und stämmigere der beiden Brüder winkte. Miguel winkte zurück und begrüsste Margarita mit Handkuss. Margarita war eine schlanke Schönheit. Lange tiefschwarze lockige Haare, mandelbraune Augen, ein Stubsnäschen, schmale dunkelrote Lippen. Miguel schwärmte schon seit seiner Kindheit für Margarita, aber bisher nur heimlich. Sie trug ein dunkelviolettes Kleid und eine silberne Kette mit einem kleinen Kreuz um den Hals. Antonio klopfte Pedro lächelnd auf die Schulter und fragte nach, ob beim Zusammentreiben der Rinder alles problemlos ablief. Pedro erzählte, dass sich lediglich der Gaul eines Cowboys den Vorderfuss verstaucht hatte. Letztes Jahr waren gleich zwei Cowboys im Eifer des Gefechtes mit samt der Pferde einen steinigen Abhang hinunter gerutscht. Ein Armbruch und ein lahmender Mustang waren damals das Ergebnis. Aber dieses Jahr spielte auch das Wetter mit. Franco Escobar begrüsste Cristiano und Beato. Franco, der jüngere der beiden handelte mit Tierfellen und wollte daher wissen, wie es in der angehenden Wintersaison lief. Beato zeigte auf die unter der Eckbank befindlichen Biberfelle und hob den Daumen. Die Diskussionen wurden abrupt durch die einsetzende Musik der Mexikaner unterbrochen. Der Vorhang öffnete und die dunkle Lady setzte ihre Stimme, sowie ihre Beine wieder voll ein. Die drei Flamenco-Pärchen standen im Halbkreis und klatschten und stampften im Takt. Die Gäste, welche sich zwischenzeitlich an den runden Holztischen gesetzt hatten standen wieder auf und johlten und tanzten kreuz und quer. An der Theke war endlich mehr Platz und die Franco schnappte sich die fast leere Whiskeyflasche, leerte den letzten Rest in ein Glas und schob die Flasche auf der Theke mit Schwung Richtung Barkeeper. Der Barkeeper schaute kurz auf und Franco bedeute ihm, dass er noch eine bringen sollte. Der Keeper griff in das Regal hinter sich mit der einen Hand und schob diese zusammen mit drei weitere Gläser über die Theke.

Margarita trank aber keinen Whiskey, sondern orderte einen von diesen neumodischen bunten Drinks mit Früchten und Strohhalm. Franco nahm die Whiskeyflasche, zog den Korken mit den Backenzähnen und schenkte die Gläser voll. Er prostete den anderen zu. Antonio führte das Glas zum Mund und schaute auf die Bühne. Mitten in der Bewegung hielt er inne und schüttete sich einige Tropfen Whiskey auf das frisch gewaschene Hemd. Franco lachte, drehte sich dann aber auch um und blickte Richtung Bühne. Dann wusste er warum Antonio wie angenagelt da stand. Franco warf das halbvolle Glas auf den Boden. Margarita sah ihn fragend an. Cristiano rempelte Beat an, der sich mit der Dame neben sich beschäftigte. Beat fragte, was los sei. Cristiano deutete nur auf die Escobar-Brüder. Franco und Antonio standen breitbeinig mit zugekniffenen Augen mit dem Rücken zur Bar und beobachteten das Pärchen. Noch schienen sie es noch nicht glauben zu können, dass da vorne Rico, der gute alte Enrico dela Espuma-Agita, mit einer hübschen Dame in einem Saloon auf der Bühne in Castillo de la Lluvia unbeschwert Flamenco tanzte. Margarita stand etwas verwirrt dreinschauend hinter ihren Brüdern und schaute abwechselnd Miguel und Pedro an. Miguel legte den Arm um sie und prostete ihr zu. Pedro zuckte nur die Schultern, schenkte sich Whiskey nach und stiess mit Margarita und Miguel an. Antonio wendete sich Franco zu. Dann fingen die beiden heftig zu diskutieren an.

Der Flamenco-Abend war gegen Mitternacht auf seinem Höhepunkt. Auf den Tischen, welche im Saloon rechts und links zusammen gestellt waren, tanzten Gäste. Ebenso mittlerweile auf der Galerie. Vor der Bühne war das grösste Gedrängel. Die Mexikaner gaben Zugabe um Zugabe. Die drei Pärchen steppten und drehten sich ohne Ende. Und die dunkelhaarige Schönheit sang und tanzte, dass sich die Balken bogen. Franco hatte sich eine zweite Whiskeyflasche geholt und sass nun auf einem Barhocker. Neben ihm stand Antonio und redete auf ihn ein. Ein Stück entfernt von den beiden versuchten sich Miguel und Margarita im Flamenco. Margarita hielt in der einen Hand ihren bunten Drink und liess sich mit der anderen Hand von Miguel drehen. Miguel stampfte im Takt mit den Stiefeln auf das Parket. Cristiano und Pedro sassen mittlerweile auf der Theke und lehnten sich mit dem Rücken gegen die Regalwand. Zwischen ihnen lag eine leere Flasche Whiskey. Cristiano schenkte mit einer halbleeren in der rechten Hand grad zwei Gläser ein, als die Flamenco-Gruppe zum vorderen Rand der Bühne ging und sich verneigte. Die Menge gab tosenden Applaus und der Saloon war mit Dacapo-Rufen und Pfiffen erfüllt. Der Vorhang fiel. Durch den Vorhang schritt die dunkelhaarige Tänzerin und verneigte sich. Es solle nach einer kleinen Pause gleich weiter gehen. In diesem Moment stand Franco auf, drängte sich an Antonio vorbei und ging energisch auf der rechten Seite, sich durch die Menge kämpfend, Richtung Bühne. Antonio ging ihm in etwas Abstand nach. Als Franco fast die Bühne erreicht hatte, kamen seitlich von der Bühne die Flamencotänzer die Treppe herunter. Darunter auch Rico und an seiner Hand Amelie.