Gut, die Musik muss man mögen. Es ist alles etwas dunkler – auch die Location im Papiersaal war etwas dürftig ausgeleuchtet. Daher gestaltete sich das fotografieren etwas schwierig. Schliesslich schiesse ich die Bilder ausschliesslich ohne Blitzeinsatz, um die Stimmung nicht zu „killen“. Also ISO rauf, lichtempfindliches Objektiv aufschrauben und mit ruhigem eiskalten Händchen beim Abdrücken arbeiten. Aber ein paar wenige Schnappschüsse sind es dennoch geworden.
18.03.2011 – Giardina 2011 – Messe Zürich als blühendes Paradies
18. März 2011Vom 16. bis 20. März 2011 verwandelt sich die Messe Zürich in ein blühendes Paradies. Es warten einmalige Gartenlandschaften, gemütliche Lounges und trendige Accessoires auf die Besucherinnen und Besucher. 260 Aussteller füllen die sieben Hallen mit allem, was man zum Thema Garten sehen, riechen und bestaunen kann.
Der Besuch der Giardina berieselt alle Sinne. Mit ihren 28 000 m2 Fläche ist die elegante Veranstaltung die qualitativ führende Indoor-Gartenmesse Europas. Ein Ort, an dem selbst die Fantasie zu blühen beginnt.
Grundsätzlich unterliegt der Garten kaum einem Trenddiktat – Trend ist, was den Leuten gefällt. Trotzdem beweist sich die Giardina jedes Jahr als wichtigste Trendplattform der grünen Branche.
MCH Messe Schweiz (Zürich) AG
GiardinaZÜRICH
Wallisellenstrasse 49
CH-8050 Zürich
Tel. +41 (0) 58 206 51 46
Fax +41 (0) 58 206 50 55
19.09.2010 – Die Schweizer Macher – Das Musical in der Maag Music Hall Zürich
20. September 2010Kurz nachdem ich Wind davon bekam, dass nach „Ewige Liabi“ der erfolgreichste Schweizer Film „Die Schweizermacher“ als Musical auf die Bühne kommt, hatte ich schon Tickets besorgt. Der Film „Die Schweizermacher“ gehört bei uns zum Standardprogramm, wenn grad mal wieder nichts Gescheites im Fernsehen kommt. Auch „Handyman“ und „Grounding“ gehören dazu.
So fuhren Mike und ich am Nachmittag in die Innenstadt von Zürich, was nicht unbedingt so einfach ist, da die Stadt mit Baustellen nur so bespickt ist. Aber wir fanden einen Parkplatz in der Nähe und betraten die Maag Music Hall direkt neben dem Neubau des Primetowers. Nach dem „Abstempeln“ besorgten wir uns im Restaurant stilecht „Älplermakronen“ und Rivella. Gut, die Teigware war schon etwas länger im Topf, schmeckte aber tadellos.
Der Film „Die Schweizermacher“ aus dem Jahr 1982 mit Emil Steinberger, Walo Lüönd und Wolfgang Stendar nimmt die Schweizer Einbürgerungspraxis mächtig aufs Korn. „Schweizer! Das musst Du wissen“ – Das Buch gehört zum Stück genauso wie zum Film. Ein Exemplar steht bei mir im Regal, nachdem ich das feuerrote Buch im Film „Die Schweizermacher“ entdeckte. Aber „Mann“ beeile sich mit der Wissensbildung, denn das Buch wird seit 1959 nicht mehr nachgedruckt. Und diese Fragen zur Einbürgerung sind zu beantworten: „Wenn Tell heute leben würde, wen würde er erschiessen?“ Und: „Wieviele Pfeile hätte dieser Tell im Köcher? Und warum?“
Zum Stück: Schon vor der Vorstellung stimmen Werbespots aus den 80er-Jahren das Publikum auf einen Zeitsprung ein. Es wäre unfair irgendjemanden aus dem Ensemble mehr hervor zu heben. Man merkt von der ersten Sekunde an, dass es dem Team Spass macht und der Funke springt sofort auf das Publikum über. Es sind fast alle Szenen aus dem Film vertreten. Nur die Taubenabschuss-Szene und die abschliessende Szene mit Bill Ramsey fehlt.
Hingegen ist die „Nacktszene“ mit Moritz Fischer (Rolf Sommer) und Milena Vakulic (Iréna Flury) in einer jedoch frei fahrenden Badewanne enthalten. Auch die Fondue-Szene mit dem Ärzte-Ehepaar Starcke ist als fester Bestandteil dabei. Man erinnere sich: Der Wein gehört neben das Fondue – nicht hinein. Der äusserst kritische Ausländerpolizist und Bünzli-Büffel Max Bodmer wird grandios von Andrea Zogg verkörpert. Maja Stolle als Abwartsfrau Galli ist der Knüller. Die Inszenierung ist sehr aufwändig gestaltet mit einem überraschend durchdachten flexiblen Bühnenbild. So läuft der Film – nein, das Musical – während kurzweiligen drei Stunden von einem Höhepunkt zum nächsten. Mir ist im Film gar nicht aufgefallen, dass der Italiano Grimolli in einer Schwarzwälder-Kirschtorten-Firma arbeitet. Aber als wir am Ende dann kleine Pröbchen davon erhielten war es mir klar.
Die Musik kommt von einer fast unsichtbaren fünfköpfigen Band, die in das Bühnenbild (Regale und Schubladen) eingebaut ist. Wer noch nicht dort war, muss es sich ansehen und anhören! Das Thema ist aktueller, denn je und es macht Spass zu sehen, wie sich die Schweizer dann doch einmal herzlich selbst auf’s Korn nehmen können. Ein Klassiker! Schade finde ich, dass das Musical „Die Schweizermacher“ nur bis 02. Januar 2011 angesetzt ist. Also hurtig auf zu den „Choge Cheibe“!
18.09.2010 – „Twist & Shout“-Party im Papiersaal Zürich – Die Bilder
19. September 2010DJ Pete und Astrid organisierten an diesem Samstag Abend zum ersten Mal nach den bereits legendären „80sforever“-Parties im Papiersaal eine weitere Partyreihe in der selben Location. Diesmal ging es mit der musikalischen Zeitmaschine noch zwei Jahrzehnte zurück: Back to the 60ies unter dem Motto „Twist & Shout“.
Obwohl diese Musik nicht direkt zu unseren Favoriten in den eigenen Playlists zählt, steuerten wir gegen 23 Uhr zielgerichtet das Sihlcity an und tauchten in das liebevoll hergerichtete Ambiente der Zeit unserer Geburt ein. Schon beim Betreten des Saals fühlte man sich zurück versetzt in das Zeitalter des behüteten Ausgangs und des Autokinos unserer Eltern.
Good Things come Back. Viele Songs hörte man nicht zum ersten Mal; denn diese wurden im Laufe der Jahrzehnte zig Mal gecovert und sind keine Neukompositionen der heutigen Zeit, auch wenn man dies glauben könnte. DJ Re-Pete und sein Kollege legten echtes Venyl auf den Plattenteller, was in der heutigen Zeit der MP3-Konserven wirklich nicht mehr üblich ist. Auf den Videowänden liefen dazu Videos in Schwarz/Weiss und vervollständigten das Gesamtambiente.
Etwa die Hälfte der Besucher hatte sich themenorientiert eingekleidet und erfreute sich an der ausgewogenen Mischung aus Musik aus lang vergangener Zeit und auf Zelluloid gebanntes Bildmaterial, wo es noch nicht so auf Choreografie und elektronische Schnitttechnik ankam, sondern wirklich auf die Stimme und den Sound. Man konnte sich vorstellen, welchen Aufwand es damals bedeutete mit höchstens 4-spurigen rotierenden Tonbändern bei der Aufzeichnung zu arbeiten – oftmals musste alles auf Anhieb passen – und es stimmte.
Es ist schwierig das Fotomaterial zu selektieren bei solchen Events, weil die Eindrücke bei jedem Foto überwiegen. Somit ersparte ich mir diesmal die exzessive Filterung und überlasse es Euch „die Besten“ Fotos zu finden. Da ich lieber ohne Blitz arbeite, weil ich der Meinung bin, dass der Blitz die Stimmung zerstört, stehen Euch ganze Fotoreihen von Einstellungen zur Verfügung. So findet man auch wenig gestellte Bilder, sondern Momentaufnahmen aus dem Geschehen. Viel Spass!
20.08.2010 – Migrationsamt Zürich: Zustände wie im alten Rom – Amtschef Adrian Baumann geht
20. August 2010Schlendrian, Verschwendung, Sex, Brot und Spiele. Die sicheren Anzeichen von Degeneration und Destruktion wurden beim sogenannten „Schorer-Bericht“ auf über siebzig Seiten heute veröffentlicht. Die Zustände wurden im Mai diesen Jahres publik, worauf man eine Untersuchung durchführte. Danach verwendeten die Beschäftigten scheinbar mehr Zeit für Facebook, als für die Bearbeitung von Akten. Sogar Google ist beim Migrationsamt weniger populär als Facebook. Es wurden zwar offiziell nur 3 Mails mit „Softpornografischem“ Inhalt gefunden, aber: Im April bis Juni 2010 surften die Beamten nur halb so häufig auf Seiten mit sexuellen Inhalten als ihre Kollegen in der Kantonsverwaltung. Wobei man sich fragt, was die IT-Abteilung im Kanton eigentlich für Sicherheitsbestimmungen besitzt.
Die entscheidenden Passagen zum Thema „Absenzen und Pausen“ sind der Öffentlichkeit aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht zugänglich. Auch sind die Mitarbeiter selbst für die Erfassung ihrer Arbeitszeit zuständig. Ob es eine Kontrolle durch den Vorgesetzten gibt, ist nicht ersichtlich. Nach einer Mitarbeiterumfrage im Jahr 2005 lag der Prozentsatz an mit ihrer Arbeit unzufriedenen Mitarbeitern bei 20%. Bei der nächsten Mitarbeiterumfrage stieg dieser Prozentsatz auf 30%. Weitere Daten bis heute liegen nicht vor, da nach 2007 die Mitarbeiterumfragen einfach eingestellt wurden. Was man nicht weiss, macht einen nicht heiss.
Auch scheint sich der Vorwurf der Polizei zu bestätigen, dass das Migrationsamt Zürich das wohl schlechteste unter den Kantonen zumindest von der Erreichbarkeit her zu sein scheint. Man habe zwar 77 000 Franken für ein neues Computersystem für die Verfahrenskontrolle in 2008 ausgegeben. Man sei aber nach Problemen damit nach kurzer Zeit zum alten System zurück gekehrt, welches man heute noch nutze. Ergo hätte das Migrationsamt die Investition in den Sand gesetzt.
Zudem beschert das Zürcher Migrationsamt dem Ombudsmann sehr viel mehr Arbeit als die Ämter anderer Kantone. Häufigste Beschwerdegründe: Überlange Verfahrensdauer, rüder Umgangston der Beamten, unverständliche Abläufe, Mitarbeiter sind nicht zu erreichen. Der Prozentsatz an Beschwerden liege im zweistelligen Bereich. Das liegt offensichtlich daran, dass Dossiers willkürlich von maximal zwei Personen in der zuständigen Abteilung liegen gelassen werden. Diagnose des St. Galler Rechtsanwalts Schorer: „Mangel an direkter Personalführung“ und das unzureichende Computersystem.
Einer der vielen Ursachen: Das bürokratische Dickicht ist in Zürich zu gross. Auch nicht effizienter wird das Migrationsamt durch die Tatsache, dass sich ein Teil der Verantwortlichen gegen die Einführung von elektronischen Dossiers wehrt, wie sie St. Gallen bereits seit 1998 einsetzt.
Zum Abschluss ein Zitat aus dem Artikel der NZZ zum Vergleich zwischen St. Gallen und Zürich:
In Schorers Heimatkanton, den er zum Vergleich heranzieht, liegt die Anzahl der Anrufe, die täglich beim Migrationsamt eingehen, bei «weit unter 100». Die Mitarbeiter an den Schaltern oder an den Telefonen können jederzeit auf die Datenbank mit den Personendossiers zugreifen und kompetent Antwort geben. Gemäss dem Bericht Schorer schätzen vor allem Unternehmen die Möglichkeit, Gesuche online einzureichen. Mehr als 85 Prozent der einkommenden Geschäfte im Ausländerbereich werden innert 24 Stunden erledigt, weitere 10 Prozent innert 48 Stunden.
Anders in Zürich, wo 2,6 Mal so viele Gesuche eintreffen. Einen Online-Schalter gibt es hier nicht. Im letzten Jahr wollten pro Tag 1200 Anrufe beantwortet werden, an den Schaltern standen 320 Personen an. Bei Fragen, die Papierdossiers betreffen, erhielten sie meist keine Antwort. Auch sonst dauert die Bearbeitung von Gesuchen in Zürich länger. Die 90 Prozent der schnellsten Fälle sind in Zürich im Schnitt erst nach 15 Tagen bearbeitet. In einzelnen Fällen mussten EU-Bürger, die eine B-Aufenthaltsbewilligung wollten, fast ein Jahr auf einen Bescheid warten.
Nach der Veröffentlichung des Berichtes räumt der Amtschef Adrian Baumann seinen Posten. Als interimistischer Amtsleiter stellte Regierungsrat Hans Hollenstein Andreas Werren vor. Der 48-jährige selbständige Jurist war zwischen 1999 und 2004 Leiter des Amts für Justizvollzug. Er tritt seine Stelle am 1. Oktober an. Die Stelle des Amtsleiters wird öffentlich ausgeschrieben. Adrian Baumann bleibt in der kantonalen Verwaltung. Er wechselt ins Strassenverkehrsamt, wo er «juristische Aufgaben» übernimmt.
Mehrwert:
- Tagesanzeiger.ch – Migrationsamt: Die Details aus dem Untersuchungsbericht
- NZZ.ch – Hollenstein: „Das Migrationsamt ist nicht da, um Porno-Bildchen zu verschicken“ mit einem Interview mit Hans Hollenstein
15.08.2010 – Streetparade 2010 in Zürich – Die Videos
15. August 2010Wie versprochen, kommen nun hier die Videos von der Streetparade von Mike. Sind leider nur die ersten Lovemobiles dabei. Viel Spass damit!
Lovemobile „Tanja la Croix“
Lovemobile „Beachlove“
Lovemobile „Pirates“
Lovemobile „Pirates“
Lovemobile „Pirates“
Lovemobile „S.W.A.T NL“
Lovemobile „Sir Collins“
Lovemobile „Orbit LoveMobile – Sound by DJ Madwave“
Lovemobile „The Loft“
Lovemobile „Party San“
Lovemobile „Escape“
Lovemobile „Shop-and-Dance“
Überblick Utoquai Teil 1
Überblick Utoquai Teil 2
Mehr Videos von mir hat es auf Youtube.
14.08.2010 – Start der Streetparade 2010 wegen Wetterprognose auf 14 Uhr vorverlegt
14. August 2010Wir richten uns soeben für die Streetparade her. Duschen, anziehen, Kamera-Akku aufladen. Soeben lese ich beim Checken der Mails, dass der Start der Streetparade 2010 in Zürich auf 14 Uhr vorverlegt wurde. Die Organisatoren haben sich dazu wegen der Schlechtwetterprognosen entschlossen. Auch ich habe bereits eine Wetterwarnung von Wetteralarm per SMS erhalten. Offensichtlich soll pünktlich um 14 Uhr eine Regenfront über Zürich ziehen. Das wird spannend. Speziell dann, wenn die Lovemobiles loslegen. Regnet es genau dann?
Wir werden auf jeden Fall gegen 13 Uhr hier mit dem Bus starten und uns dann am Stammplatz beim Utoquai einfinden. Wir nehmen vorsichtshalber je einen Schirm mit; denn nimmt man einen mit, regnet es dann meist doch nicht. So wie 2009, als es nur am Anfang etwas regnete. (siehe Bilder und Bericht).
06.08. – 04.09.2010 – Rundfunk.fm im Innenhof des Landesmuseums Zürich
5. August 2010Diesen Freitag, Punkt 8 Uhr ist es wieder soweit: Rundfunk.fm geht zum 11. Mal auf Sendung. Vom 06. August 2010 bis 04. September 2010 servieren lokale und internationale DJ-Grössen, täglich frisch, musikalische Leckerbissen auf dem Plattenteller und bestimmen für 30 Tage den Rhythmus der Stadt.
Jeden Abend um 17:00 öffnen sich die Türen des Danspaleis Spiegelzelts im Innenhof des Landesmuseums, wo ihr euch – begleitet von einem vielfarbigen musikalischen Teppich – gastronomisch verwöhnen lassen könnt.
01.08.2010 – Bundesfeier, Schweizer Nationalfeiertag, 1. August-Feier – Wie alt ist die Schweiz eigentlich?
29. Juli 2010Am 1. August knallen die Korken und die Feuerwerksraketen steigen gen Himmel. Die Schweiz feiert Geburtstag. In allen Städten und in allen Dörfern. Sogar auf der Wiese. „Das Rütli“ gilt als die Gründungsstätte der Schweiz. Hier am Urnersee zu Füssen des Seelisberges sollen sich 1291 Vertreter der Urkantone (Die Täler Uri, Schwyz, Unterwalden/Untere Talschaft/Nidwalden – siehe Bundesbrief) getroffen, um den „Rütlischwur“ geleistet haben. Somit ist die Schweiz begründet auf einen Mythos exakt 719 Jahre alt?
„Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten.„. (Zitat aus dem Text des Bundesbriefes).
Bei Friedrich Schiller’s „Wilhelm Tell“ lautet der Rütlischwur:
„Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern, in keiner Not uns trennen und Gefahr. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben. Wir wollen trauen auf den höchsten Gott und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen. (2. Aufzug, am Schluss der 2. Szene)

Interessant dabei ist, dass Friedrich Schiller das Drama „Wilhelm Tell“ als literarischen Notnagel ansah. (Doch erst 1803, als er mit anderen Projekten ins Stocken kam, wandte er sich endgültig dem Wilhelm Tell zu. (Quelle)) Er bekam den Hinweis auf die Sage um Wilhelm Tell von seinem Freund und Dichterkollegen Johann Wolfgang von Goethe, der bei seiner dritten Schweizreise auf die Urgeschichte stiess. Auch anmerkenswert ist, dass das Werk „Wilhelm Tell“ in der damaligen Schweiz kaum Beachtung fand. Ganz im Gegenteil zur Euphorie während der Aufführungen in Deutschland! Dort wurde das Werk von Schiller während der Napoleonischen Besatzungszeit ausgiebig gefeiert. Übrigens: Gioacchino Rossini’s letzte Oper in Paris hiess: Guillaume Tell! und basierte auf den Text von Friedrich Schiller.
Das Interessante daran ist allerdings, dass der Begriff „Schweiz“ bis um 1500 gänzlich unbekannt war. Die „Schweizer“ wurden gar im 14. und 15. Jahrhundert mit dem Begriff „Schweizer/Schwiizer“ verunglimpft. Man munkelte, dass Karl der Grosse die Eidgenossen in den unwirtlichen Landstrich der Alpen geschickt hätte, um seine Alpenpässe zu schützen. Sie mussten also für ihren Herren „schwitzen“. Hieraus entstand der Name „Schweizer“. (kein Scherz – Quelle hier). Erst der von Napoleon sanktionierte Staat von 1803 nannte sich „Schweizer Eidgenossenschaft“. Vorher nannten ihn nur die Gelehrten beim lateinischen Namen „Helvetia“. Ergo nennt sich die Schweiz erst seit 207 Jahren „Schweiz“. Und das ist viel eher der wahre Gründungstermin?
Nach dem Sturz von Napoleon Bonaparte wurde der Staatenbund 1813 allerdings wieder aufgelöst. Die 13 alten und die neun seit 1798 neu gegründeten Kantone schlossen sich darauf im Bundesvertrag vom 7. August 1815 zu einem neuen Staatenbund zusammen. Vom Wiener Kongress 1814/15 wurde die Struktur der Schweizerischen Eidgenossenschaft, ihre territoriale Integrität sowie die «immerwährende Neutralität» anerkannt. Somit ist die Schweiz also 195 Jahre alt!
Nein, denn die Geschichte der Schweiz als Bundesstaat in der heutigen Form beginnt mit der Annahme der Bundesverfassung der Schweizer Eidgenossenschaft am 12. September 1848. Vorläufer der modernen Schweiz waren die seit dem Ende des 13. Jahrhunderts als lockerer Staatenbund organisierte Alte Eidgenossenschaft. Der erste Bundesrat der Schweiz wurde am 16. November 1848 gewählt. Somit ist die Schweiz als bald 162 Jahre alt?
Erst seit 1891 – also seit der 600 Jahrfeier des Rütlischwur’s – wird alljährlich der Nationalfeiertag der Schweiz begangen. Der Schweizer Nationalfeiertag ist aber erst seit 1994 arbeitsfrei! Begründet auf die von Volk und Ständen angenommene Initiative „für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag“ konnte die Bundesverfassung geändert werden. Artikel 110 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft lautet: «Der 1. August ist Bundesfeiertag. Er ist arbeitsrechtlich den Sonntagen gleichgestellt und bezahlt.»
Am Bundesfeiertag wehen über allen Dächern und von vielen Fenstern die Schweizer Fahne: Das weisse Kreuz auf rotem Grund. Gab es die Flagge eigentlich schon immer? Nein! Die Flagge der „Helvetischen Republik“ 1798–1803 sah so ähnlich aus wie die Deutsche Flagge heute – nur dass ganz oben anstatt Schwarz eben Grün gewählt wurde. Erstmals tauchte das Symbol des weissen Kreuzes auf rotem Grund anno 1339 in den Geschichtsbüchern auf. Damals trugen die Berner Bürger zwei weiße, über Kreuz genähte Bänder auf ihren Kleidern und zogen wild entschlossen in ihre Schlachten. Aber erst im Bundesvertrag von 1815 kürten Politiker das weiße Kreuz auf rotem Grund zum Schweizer Wappen. Das weisse Kreuz auf rotem Grund wurde aber erst am 12.12.1889 zur offiziellen Schweizer Flagge.
In Zürich startet der Festakt zum Nationalfeiertag mit einem Umzug um 10:30 Uhr vom Werdmühleplatz über die Bahnhofstrasse zum Bürkliplatz. Nach der Festrede ist das Volksfest eröffnet. Offizielles Ende 16:30 Uhr.
Links für Mehrwert:
22.07.2010 – Radio Streetparade „on air“
23. Juli 2010Die Zürcher Streetparade findet zum 19. Mal am 14.08.2010 statt. Vom 18.07. bis zum 15.08.2010 hat man jedoch im Grossraum Zürich, aber auch im Internet die Möglichkeit sich darauf einzustimmen. Die Frequenzen sind «on air» Stadt Zürich auf 96,9 MHz, Grossraum Zürich auf 104,1 MHz, Kabelfrequenz Cablecom Grossraum Zürich auf 100,0 MHz und weltweit im Internetstream.
Veröffentlicht von PeterPan ![GiardinaZUERICH2010_SSC_02_2[1]](https://i0.wp.com/farm6.static.flickr.com/5178/5538223089_34b17b3b4b.jpg)











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