Mein nächstes Urlaubsreiseziel: Molwanien – Land des schadhaften Lächelns

17. Januar 2006

Da ich mir für meinen nächten Urlaub ein besonders aussergewöhnliches Ziel ausgesucht habe, bekam ich von meinem Bruder Mike zu Weihnachten einen Reiseführer geschenkt: „Molwanîen – Land des schadhaften Lächelns„.

Molwanien ist sicherlich das kleinste Land in Europa – und das ärmste; denn es kann sich nicht mal einen Eintrag auf der Europakarte leisten. In diesem kleinen Land beschriften noch Bäuerinnen im örtlichen Supermarkt die Eier per Hand mit dem Verfallsdatum. Die grösste Popsensation, Olja, verbindet heisse Latin-Sounds mit der Rhetorik des kalten Krieges.

In geographischer Hinsicht ist Molwanien ein Land der Gegensätze: Von den felsigen, grösstenteils unfruchtbaren Bergen im Norden bis hin zu den steinigen, grösstenteils unfruchtbaren Ebenen im Süden. Das Schwein gilt allgemein als Molwaniens Symbol der Fruchtbarkeit. Da sie vielen als heilig gelten, dürfen diese Tiere nur von Montag bis Samstag geschlachtet werden. Molwaniens Schweine finden im gesamten Land gründliche Verwendung und liefern Fleisch, Milch und – in entlegenen Gebieten – Gesellschaft. Die Rinder der Molwanischen Alpenregion wurden schon 1954 genetisch modifiziert, so dass sie nur zwei Beine haben (die vorderen). Das verringert zwar den Fleischertrag, erleichtert aber das Hüten erheblich.

Hochzeiten sind in Molwanien Ereignisse von grosser gesellschaftlicher Bedeutung. Der Tradtion gemäss beginnen die Feierlichkeiten damit, dass Braut und Bräutigam 24 Stunden fasten. Anschliessend darf die Braut das Haus nicht verlassen, während ihr zukünftiger Gatte ausgeht, um sich endlos zu betrinken. Dann badet man die Braut in duftenden Ölen, entfernt ihre gesamte Körperbehaarung mit Hilfe von heissem Wachs und Pinzetten (was mehrere Tage dauern kann). Die Hochzeit selbst ist eine lange und muntere Feier, gefolgt von einem Festmahl bzw. Gelage. Danach werden die glücklichen frisch Vermählten in getrennte Zimmer gebracht, um ihre Verbindung zu vollziehen.

Molwanische Weine werden weltweit exportiert – aus gutem Grund: Kein Molwanier würde sie freiwillig trinken. Einses der beliebtesten Getränke ist turpz, ein mit Eichenharz aromatisierter Weisswein. An diesem fruchtigen Trank muss man sich zuerst gewöhnen, danach mag man allerdings kaum noch darauf verzichten, was zum Teil daran liegt, dass turpz Nikotin enthält. Auch kullinarisch hat Molwanien einiges zu bieten. Eine der begehrtesten Delikatessen ist ovza, der hiesige Kaviar aus den Eiern des Süsswasserkarpfens. Der säuerliche Rogen hat einen leichten bitteren Nachgeschmack und wird normalerweise gesalzen, gekocht, eingeweicht und dann mehrere Jahre in Öl aufbewahrt, ehe man ihn als dekorative Garnierung sparsam serviert. Molwaniens Gastwirte setzen auch oft Volksmusiker ein, um die Gäste nach dem Mahl zum Verlassen des Lokals zu ermutigen.

Theoretisch gibt es auf Molwaniens einziger Autobahn keine Geschwindigkeitsbeschränkungen; die zahlreichen Schlaglöcher und unbefestigten Streckenteile machen aber alles über 70 km/h unwahrscheinlich. Der zulässige Blutalkohol beträgt 1,2 Promille (1,5 Promille am Wochenende); man braucht sich aber keine Sorgen um den Führerschein zu machen, da die in Russland hergestellten Atemtestgeräte bei Gericht nicht zugelassen sind.

Molwanien nimmt, wie jedes Europäische Land, jedes Jahr am European Song Contest teil. Allerdings kam der letztjährige Song „The Conclave“ nicht über die Vorentscheidung hinaus. Die Single verkaufte sich allerdings auf dem Schwarzmarkt wie „warme Semmeln“ und wird heute noch unter der Biertheke gehandelt.

Wer mehr über dieses noch vom Tourismus unentdeckte und somit unbefleckte Land Molwanîen erfahren möchte, folge bitte diesem Link.


Was Frauen wollen – Alternativprogramm zur Fussball-WM 2006

16. Januar 2006

Ich habe heute einen Werbespot zugemailt bekommen. Im TV-Clip von „mySwitzerland“ geht es darum die Fussballfan-Frau, welche sich sicherlich extrem während der WM 2006 langweilen werden, für die Schweiz zu begeistern. Diesen Spot kann man sich auf der Website von „mySwitzerland“ herunter laden. Sehr witzig gemacht. Nur, gibt es in der Schweiz tatsächlich so viele Männer, die sich nicht für Fussball interessieren? Noch dazu, wo die Schweizer-Nati nun selbst qualifiziert ist? Auch der Hinweis „Demnächst auf dieser Seite: Sehr attraktive Ferienangebote für Frauen, die der Fussballeuphorie entfliehen wollen.“ irritiert mich etwas. Scheinbar muss erst noch ein Brainstorming durch geführt werden, um Ideen zu sammeln, was „Frauen wirklich wollen“.


Skiweekend 2006 Davos – Der Berg ruft! Der ganz normale Wahnsinn – Teil 4

16. Januar 2006

Behelmte, wartende Skiwahnsinnige; denn nur mit Helm sieht man professionell aus. Viva la Revolution! Ich fahre mit Mütze! Hatte keinen Sturz und keinen Unfall.

Die Davoser Standseilbahn bringt einen sicher wieder den Berg hinauf.

Hier wird für „Schuhmacher“ ein Fundue aufgedeckt. Ob es sich um „Schumi“ Michael Schuhmacher handelt, konnte ich nicht mehr feststellen. Der Berg rief mich vorher. Würde mich aber nicht wundern. Davos, da vos da wo es den Promis gut geht.

Beste Fernsicht, dank trockener Hochwetterlage. Ski und Rodel gut! Mittags trafen wir uns in der Parsennen-Hütte. Ich hatte einen Liegestuhl ergattert und genoss die Sonne. Dann ging es wieder auf die Piste. Aber langsam näherte sich der Abreisezeitpunkt. Mit Martin hatte ich vereinbart, dass wir uns um 15 Uhr wieder in der Schiferhütte treffen. Wir packten unsere sieben Sachen und traten den Heimflug mit der Gondel und die Heimfahrt mit der Standseilbahn an. Unten in Davos-Dorf angekommen lösten wir unsere Autos beim Coop-Parkhaus aus (33 CHF). Wir traten die Rückfahrt um 17 Uhr an. Die ersten Minuten ging es noch gut voran, aber dann.

Dann standen wir im Stau im Tunnel nach Davos Richtung Landquart. Sämtliche Schweizer schienen sich versammelt zu haben.

Stau soweit das Auge reicht. Und so ging es weiter.

Autobahn A3 – und der Stau hat kein Ende. Hier gehts durch die Tunnel beim Walensee. Erst bei Wollerau löste sich der Verkehr auf und es ging flotter voran. Nach 4 Stunden (um 21 Uhr) lud ich das Auto aus. Dann hatte der ganz normale Wahnsinn ein Ende.

Die Bilder gibt es hier


Skiweekend 2006 Davos – Der Berg ruft! Der ganz normale Wahnsinn – Teil 3

16. Januar 2006

 

Kurz nach 16 Uhr traf ich dann wieder in der Schiferhütte ein. Ich stellte mein Board in den Skikeller und war froh aus meinen Stiefeln zu kommen. Die Turnschuhe merkte ich gar nicht an den Füssen, so leicht waren die auf einmal. Dann ging ich in den Gastraum, bestellte mir eine Stange (Bier) und wartete auf Martin, Silvan und Alex.

Die kamen dann auch wenig später. Martin fielen langsam die Augen zu. Wir bezogen unser Zimmer. Klein und fein mit zwei Doppelbetten Stockbetten (Erinnerungen an das Jugendfreizeitlager werden wach) im zweiten Stock. Anschliessend legte ich mich kurz aufs Ohr, die anderen duschten. Es gab pünktlich um 20 Uhr das Abendmenü. Hühnchen am Spiess mit Reis und Erbsen. Vorher eine Brokkolicremesuppe und nachher noch ein süsser Nachtisch.

Ein Schweizer Orginal, nein zwei, oder drei? Caotina-Kakao (Grundlage für Lumumba), „Matschi“ (Maggi) – allerdings von Knorr, Aromat und der formschöne Tischständer.

Alex, der Arzt den Frauen vertrauen (Gynäkologe), entdeckt das Handy – er hat nämlich (noch) keines. Nach dem Essen gingen wir (untypisch) schon gegen 22 Uhr ins Bett! So fertig waren wir. Silvan wollte am nächsten Tag der Erste auf der Piste sein. Na das kann ja lustig werden. Um 7 Uhr läutete mein (Natel-)Wecker. Und dann ging es eng weiter. 3 1/2 Männer versuchten sich im engen Zimmer die Skiklamotten anzuziehen. Die Rucksäcke waren natürlich immer an der gegenüber liegenden Seite. Dann ging es zum Frühstücken – punkt 8 Uhr wurde der Raum aufgesperrt (Hatte ich auch noch nicht erlebt). Anschliessend bezahlten wir die Unterbringung inkl. Halbpension (80 CHF pro Nase). Wir waren nicht die Ersten auf der Piste, aber fast. Martin, Silvan und Alex fuhren jede Piste ab. Ich blieb auf der „Autobahn“ recht lange.

Die „Autobahn“ – breit, blau/rot und nicht hang-geneigt. Das beste für einen Snowboarder der Carven möchte. Hier fuhr ich bis mir die Oberschenkel (Stossdämpfer) schmerzten.


Skiweekend 2006 Davos – Der Berg ruft! Der ganz normale Wahnsinn – Teil 2

16. Januar 2006

Martin kam 20 nach 8 Uhr, in Schlepptau sein Sohn Silvan und Alex. Alex ist ein „Arzt den Frauen vertrauen“: Gynäkologe. Aber zurück zum Thema. Um 9 Uhr fuhren wir weiter am Walensee vorbei bis Landquart. Dort geht es auf die Bundesstrasse nach Saas, Klosters und Davos. Nach 3 Stunden Fahrt (Zürich-Davos) kamen wir endlich an. In Davos war ich das erste Mal und war enttäuscht. Zumindest von Davos-Dorf. Viele Gebäude im 60er-Jahre-Stil. Wenig Urwüchsiges. Die Parsenn-Liftstation sieht nach Betongebäude aus. Aber das Hauptproblem: Wo bitte ist ein Parkplatz? Wir brauchen zwei! Noch dazu Parkplätze mit der Möglichkeit das Auto in der Nacht von Samstag bis Sonntag stehen zu lassen. Frage im Touristikbüro. Einzige Lösung: Coop-Parkhaus. Auto abgestellt und Skiausrüstung ausgeladen. So standen wir dann mit Ski (Board), Skistiefel und Rucksack an der Bushaltestelle. Der Pendelbus fuhr uns zur Talstation Parsenn. Dort angekommen, besorgten wir uns einen 2-Tages-Skipass (116 CHF), bestiegen die Standseilbahn. Bei der Mittelstation stiegen wir um und fuhren zum Gipfel – Das Weissfluhjoch. Von dort ging es weiter mit der Gondelbahn hinunter zur Schiferhütte. Um 12 Uhr kamen wir in der Hütte an.

„Faszinierend“ würde Spok vom Raumschiff Enterprise sagen, wenn er uns begleitet hätte; denn trotz strahlendem Sonnenschein scheint es „der Schweizer“ vorzuziehen das zMittag im Gastraum einzunehmen. Am besten noch vor dem Fernseher. Da läuft nämlich grad ein Abfahrtslauf. Die Österreicher gewinnen übrigens grad. Wir setzten uns auf die Sonnenterasse, bestellten Älplermakronen und ich zusätzlich einen Lumumba. Den hatte ich mir nach 6 Stunden Anreise verdient (6 Uhr Aufstehen – 12 Uhr Hütte).

Nach dem Essen ging es in den Skikeller. Skistiefel anziehen. Mit den Teilen geht man wie ein Astronaut. Meine Snowboardstiefel sind leichter und bequemer. Aber durch den Firn bergauf zur Talstation der Gondel ist es nicht unbedingt ein Vergnügen. Besonders für Skifahrer mit Skiern und Stöcken bewaffnet.

Warm wird es auf jeden Fall unter dem Schöffeljäckchen (Hab ich eben nicht.) Die Fahrt zurück zum Weissfluhjoch dauert 10 Minuten, locker. Von oben sieht man dann die Ameisen, sorry, Skifahrer und weitere Boarder sich über die Pisten verteilen. Die Aussicht entschädigt und erst recht die Skipiste. Zwar wenig Schnee, es könnte mal wieder so richtig scheien. Im unteren Teil zurück zur Schiferhütte schauen ein paar Steine raus, mein Belag bekommt zu den alten noch ein paar neue Schrammen und teilweise schaut auch schon die Grasnarbe raus – da wird das Gras dann so richtig kurz geschnitten.

Somit war die Zielrichtung für weitere Touren dann der obere Teil des Parsenn-Skigebietes. Ich legte dann mal in der Parsenn-Hütte eine Pause ein, setzte mich gemütlich in die Sonne, bestellte den zweiten Lumumba, der deutlich besser gemixt war und genoss das Ambiente.


Skiweekend 2006 Davos – Der Berg ruft! Der ganz normale Wahnsinn – Teil 1

16. Januar 2006

Ich habe lange überlegt, wie ich den Beitrag nennen soll. Einerseits spielte das Wetter mit – Hochdrucklage, über 800m Sonnenschein, nicht zu kalt, kein Wind, nur zu wenig Schnee. Andererseits dachte ich bei der ein oder anderen Relaxstation während eines Lumumbas generell über den „Skizirkus“ nach – was mich zum zweiten Teil der Überschrift zwang.

Beim erlebnisreichen Saisonauftakt im Zillertal war ich überhaupt nicht zum Boarden gekommen. Das Wetter (-15 Grad, Sturm und starker Schneefall) verhinderte dies. Somit sagte ich sofort zu, als mich Martin anrief und fragte, ob ich vom vom 14.-15.01. mit auf den Berg möchte. Das Ziel ist also Davos, oder besser gesagt, das Skigebiet Parsenn. Die Unterbringung organisierte Martin auf der Schiferhütte – direkt am Berg in einem 4er-Zimmer. Das Wetter war schon seit Tagen hervorragend. Die Hochwetterlage versprach ein sonniges Skiweekend. Ausreichend Schnee müsste auch noch vorhanden sein. Wenn nicht, dann gibt es ja überall moderne Beschneiungsanlagen. Das Wochenende hat mir riesig Spass gemacht. Das Skigebiet ist abwechslungsreich und für Jeden ist was geboten. Meine Kondition könnte nur besser sein: Nach 3 Abfahrten brauchte ich eine Pause und ich kehrte vor (!) einer der gemütlichen Skihütten ein. Aber so ein Skiweekend ist wirklich stress. Anscheinend bin ich für „Menschenaufläufe“ im dauerhaften Format wirklich nicht mehr gemacht. Aber dazu gleich mehr. Ausserdem bin ich Snowboarder, der sich nicht nach der „Masse“ richtet. Denn die Masse sieht anders aus.

Der „Ski-Stress“ geht ja eigentlich viel, viel früher an. Man benötigt ja erst mal eine Skiausrüstung. Letztes Jahr hab ich mir eine neue Töffhose (Motorradhose) gekauft. Ein paar Monate später benötigte ich eine neue Skihose. Dabei fand ich heraus, dass an die Töff- und Snowboard-Hose die gleichen Anforderungen gestellt werden: Wetterfest, atmungsaktiv, leicht, strapazierfähig. Ergo: Meine Töffhose ist auch meine Snowboard-Hose! Das war ein Spartipp lieber Leser. So macht es aber ausser mir keiner hier (bitte melden, falls ich falsch liege). Zum Skifahren braucht man eine „richtige“ Ausstattung. Zum Snowboarden braucht es eine eigene Ausstattung und erst recht zum Töff-Fahren! (Sagt man). Schaut einfach mal bei „Sport Scheck“ nach. Ja klar!

Bleiben wir mal beispielhaft bei der Skibekleidung. Und es muss Markenbekleidung sein, auch wenn man sich kaum einen Schwung auf den Brettern halten kann. Am besten gleich was von „Schöffel„. Für eine Skihose legt man da leicht mal 400 CHF hin. Und dann hat man noch gar nix. Denn eine Jacke von „Schöffel“ brauchts ja auch noch. Also werden weitere 500 CHF fällig. Skisocken (40 CHF), Skiunterwäsche (Odlo 90 CHF), atmungsaktives Sporthemd (Odlo 110 CHF) auch „Funktionswäsche“ genannt, Skibrille mit Antibeschlag (UVEX Corus 100 CHF), Sonnenbrille im Porschedesign (allerdings von UVEX für 80 Euro), Skihandschuhe (Reusch 70 Euro) und den Helm nicht vergessen! Mützen sind Out! Nur mit Helm sieht man professionell aus (UVEX x-ride für 110 CHF). Moment, wir haben ja noch gar keine Ski (Völkl Racetiger GS im Angebot für 950 CHF), Stöcke (Atomic GS Beta R für 75 Euro) und Stiefel (Atomic B9 für 550 CHF)! Nun fehlt nur noch ein passender kleiner Rucksack für die Energy-Riegel und -Drink. Bei mir wäre ein Flachmann und die Digicam drin. Für die Ausstattung legt man somit um die 3000 CHF hin! Damit fängt der kleine Skizirkus-Wahnsinn an.

Jetzt geht es los. Ab in die Berge. Auf zum Skiweekend nach Davos (*Da wo`s* am Schönsten ist!). Am Freitag packen. Es darf nicht zuviel sein, muss in den kleinen Rucksack passen. Dann ins Bett und Wecker auf 6 Uhr stellen (am Samstag!). Morgens aufstehen, Kaffee einschalten, Duschen, Aufwachen, Kaffee-Trinken und dann Ski (bei mir Board), Stiefel und Rucksack ins Auto laden. Die Strassen scheinen menschenleer, das ändert sich auf der Autobahn. Martin und ich hatten vereinbart, dass wir uns bei der Raststätte Glarnerland treffen. Ich war ausnahmsweise zuerst da (sonst komm ich immer später). Ich betrat das Restaurant und erstarrte. Massenhaft Leute in Schöffelbekleidung standen an der Kaffeeausgabe an. Scheinbar waren grad zwei Reisebusse gelandet und hatten die Skiwahnsinnigen ausgeladen. Ich ging an der Reihe vorbei zur Semmeltheke, besorgte mir einen Frühstücksteller, einen Tagesanzeiger und eine Cola. Dann setzte ich mich uns sah mich um. Schöffel hatte mich eingekreist. Nach einer Weile hatte sich die Welle (Reihe) an der Kaffeebar gelichtet. Ich stand auf und holte mir einen Café-Creme. Anschliessend blätterte ich in der Zeitung – Headline „Verbote gegen Angst vor Hunden – Pitbull wird verboten“. Andere Baustelle.


Lachnummer – FIFA setzt Eröffnungsfeier zur Fussballweltmeisterschaft 2006 ab

14. Januar 2006

Wie soeben im RTL-Nachtjournal berichtet, hat die FIFA beschlossen die offizielle Eröffnungsfeier zur Fussball-WM 2006 abzusagen. Die Begründung hierfür „Der Rasen wird zu sehr belastet und könnte irreperabel leiden.“ Es wird aus Pressekreisen jedoch ebenso vermutet, dass Andé Heller zu langweilig und zu teuer kommen würde. Auch mangelndes Interesse des zahlungsfähigen Publikums sei eine Ursache; denn es wurden bisher zu wenig Eintrittskarten verkauft von Preisen von 100-750 Euro. Die Enttäuschung ist schon heute unter den 13000 freiwilligen Mitwirkenden riesengross, welche schon seit Mai für die Eröffnung proben. Bleibt es bei der Entscheidung der FIFA, so wurden von der Fussballorganisation bisher 25 Millionen in den Sand gesetzt. Zahlt das dann der Steuerzahler?


Regensburg – Narragonia stellt Faschingsprinzessin zwei Prinzen zur Seite

13. Januar 2006

(Quelle www.donau.de ) Narragonia: Zwei Prinzen für eine Lieblichkeit

Verena Wißler ist eine junge Frau, deren Oma scheinbar öfter gesagt haben muss: "Mädel iss, dass die Buben was zum Anfassen haben." Rund aber glücklich; denn in der närrischen Saison 2005/2006 wurde für das Mädchen aus der Karnevalshochburg Aachen ein Märchen wahr. Die staatlich geprüfte Hauswirtschafterin wurde mit 24 Jahren Prinzessin – und zwar für die Faschingsgesellschaft Narragonia aus Regensburg. Aus der Küche auf den Thron: Die Absolventin der Hermann-Höcherl-Schule heißt jetzt "Ihre Lieblichkeit Verena I.". "Nehmt doch mich", hatte das ehemalige Gardemädchen zum Hof-Fotografen gesagt, als er ihr gestand, die Suche nach einer Prinzessin gestalte sich für die Narragonia schwierig.

"Ihre Lieblichkeit Verena I." (mitte) die Faschingsprinzessin 2005/06 der Narragonia Regensburg – links neben Ihr der Prinz Andreas II., rechts Herr Schafbauer vom Hofbräu Regensburg. Es scheinen tatsächlich sehr wenig Bewerberinnen gewesen zu sein. Ja habe die Ehre….


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 8

11. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 8:

Miguel wurde durch das Knarren einer Tür geweckt. Er wischte sich schlaftrunken über das Gesicht und versuchte langsam die Augen zu öffnen. Über sich sah er durch die Sparren Sonnenstrahlen hereinfallen. Eine Tür klappte mit dem Wind knarrend auf und zu. Er hörte ein Pferd schnauben. Er hob den Oberkörper ächzend, stützte diesen auf beide Arme und sah sich mit zusammen gekniffenen Augen um.

Die Sonne schien schräg durch das halb geöffnete rechte Scheunentür. Die linke Tür bewegte sich langsam im Wind und verursachte das Knarren. Miguel befand sich auf der Ladefläche der Kutsche – in der Scheune. Er drehte sich um und fand die beiden Pferde noch angespannt und leise schnaubend. Dann zog er die goldene Uhr an der Kette aus der Brusttasche seiner Weste und blickte darauf. Er schüttelte die Uhr, hielt sie ans Ohr und zog sie am Rädchen auf. Die Uhrzeit konnte nicht stimmen – er las halb zehn ab. Mit der anderen Hand fuhr er sich durch das Haar und entfernte einige Heuhalme aus dem Haar. Dann nahm er die Jacke, die er als Kopfkissen missbraucht hatte, suchte seinen Hut, fand diesen auf dem Kutschbock, und erhob sich, sprang vorsichtig von der Ladefläche und stapfte aus der Scheune. Es war zu hell für seine Augen. Er wankte zur Tränke links vor der Scheune, nahm den Pumpschwengel, legte die Jacke ab und hielt den Kopf unter den Hahn.

Mit einigen kräftigen Pumpbewegungen liess er sich dass kalte Wasser über den Kopf laufen. Miguel schüttelte sich und wischte sich das Wasser aus dem Gesicht. Dann ging er schnellen Schrittes Richtung Anwesen, sprang mit einem Satz auf die Veranda und schwang die schwere Eichentür auf. Miguel blieb kurz in Entree stehen, horchte und hörte ein leises Schnarchen aus der Bibliothek. Die Tür war nur angelehnt. Auf dem Ohrensessel vor dem Kamin lag mit einer Decke über den Beinen Pedro, die Cowboystiefel hatte er fein säuberlich neben dem Sessel abgestellt. Miguel schritt zum Fenster und öffnete mit viel Schwung die schweren, deckenhohen Vorhänge. Die Sonne warf ihren Schein auf den Ohrensessel und Pedro erwachte murrend und jammernd, drehte sich auf die Schattenseite und mummelte sich in die Decke. Miguel schritt auf den Sessel zu und zog Pedro die Decke weg. Als das auch nichts half, nahm Miguel den linken Arm von Pedro und zog ihn aus dem Sessel.

Amelie stieg die Treppe herab und betrat das Wohnzimmer. Sie hörte eine Mädchenstimme, die mit ihrer Mutter sprach. Als sie die Tür zum nächsten Zimmer, in der sie die Stimmen vermutete öffnen wollte, sprang diese auf und ein dunkelhaariges Mädchen mit braunen grossen Mandelaugen schaute sie an. Das Mädchen drehte sich um und fragte ihre Mutter “Mam, ist das Amelie?“. Margarita lächelte das Mädchen an und nickte. Margarita stellte einen Teller mit aufgeschnittenem Brot auf dem grossen, gedeckten Tisch ab und kam Amelie entgegen.

Sie bot ihr einen Stuhl an und nahm bat Francesca die Kaffeekanne aus der Küche zu holen. Francesca kam kurz darauf, die Kaffeekanne in beiden Händen haltend zurück und fragte Amelie höflich, ob sie eine Tasse einschenken dürfte. Amelie lächelte freundlich und Francesca schenkte ihr ein. “Milch und Zucker?“fragte Francesca – Amelie nickte. Margarita setzte sich zu Amelie und reichte ihr Butter und Konfitüre. Francesca verliess mit der Kaffeekanne den Raum. Margarita rief ihr nach, sie solle nach ihren Onkeln sehen. Francesca lief an den beiden vorbei und liess die Eingangstür ins Schloss fallen. Margarita wand sich wieder Amelie zu, die zu Frühstücken begann.

Wenig später hörte man im Hof Franco und Antonio näher kommen, die sich mit Francesca unterhielten. Antonio öffnete die Tür und liess Francesca den Vortritt. Franco betrat den Raum, gab Margarita einen Kuss auf die Wange und begrüsste Amelie. Dann nahm er zwei Scheiben Brot und setzte sich neben Margarita. Antonio setzte sich neben Amelie und fragte, ob Sie gut geschlafen hatte. “So gut, wie noch nie!“ Antwortete sie lächelnd und trank einen Schluck Kaffee. Francesca brachte die Kaffeekanne aus der Küche und schenkte den beiden Männern ein.

Beato sass mit einer Zigarillo im Mundwinkel rauchend in der Ecke. Vor sich eine leere Tasse Kaffee, eine zusammen gerollte Zeitung und ein halbleeres Glas Whiskey. Er beobachtete nachdenklich die vor dem Fenster auf der Strasse vorbei gehenden Menschen. Mit den Augen verfolgte er ein blondes Mädchen, welches einen kleinen weissen Sonnenschirm trug. Dann öffnete sich die Tür zum Foyer des Hotels und Cristiano betrat den Gastraum. Er lehnte seine Winchester an die Wand, klopfte Beato auf die Schulter und setzte sich zu ihm auf die Bank, beide nickten sich zu. Der Ober kam hinter dem Tresen hervor und beide orderten einen starken Kaffee.

Cristiano nahm die Zeitung und warf einen Blick auf die Schlagzeilen. Dann legte er diese beiseite und hob das Bündel mit Fellen auf den Tisch.  Der Ober blickte kurz auf und sah zu den beiden hinüber. Cristiano strich über das Bündel und teilte Beato mit, dass die anderen Bündel schon auf den Pferden festgezurrt wäre. Beato nahm die Zigarre aus dem Mundwinkel und drückte diese auf dem Steinaschenbecher aus. Der Ober brachte die beiden Tassen Kaffee und stellte umständlich das zierliche Milchkännchen und den Zucker auf dem Tisch ab. Er räusperte sich, Cristiano griff in die Brusttasche und zog zwei Münzen heraus, drückte diese dem Ober in die Hand und meinte “Basst scho!“

Der Ober verneigte sich zackig und wandte sich seiner Theke zu. Als die beiden Männer ihren Kaffee ausgetrunken hatten, standen sie wortlos auf, schnappten sich ihre Habseeligkeiten und verliessen das Hotel über den Haupteingang. Sie wandten sich der Scheune neben dem Hotel zu, durchschritten das Tor und banden ihre Pferde los. Cristiano band das Fellbündel zu den schon vorhandenen hinter dem Sattel fest und schwang sich auf seinen Mustang. Cristano sass schon auf und sein Brauner durchtrabte das Scheuentor.

Draussen wartete er kurz auf Beato, blickte zurück. Als dieser ebenso auf die Strasse kam, nahm er die Zügel strenger und beide ritten im leichten Galopp aus der Stadt hinaus, an flanierenden Pärchen vorbei, deren Frauen grosse lederne Umhängetaschen trugen. Als sie rechts zum Bahnhof abbogen, dachte Cristiano kurz, dass er Rico in eine Seitengasse gesehen hätte. Er gab seinem Mustang die Sporen.


Eine Kurzgeschichte – Der lange Weg nach Sacramento – Teil 7

10. Januar 2006

Der lange Weg nach Sacramento – Teil 7:

Dann stand Pedro auf, nahm die Flaschen, sowie die Gläser vom Tisch auf, reichte Amelie die Hand und bat sie freundlich mitzukommen. Sie zögerte kurz, nahm dann seine Hand und hängte sich bei ihm unter den Arm. Beide gingen zum Tisch der Escobars, Pedro stelle die Flasche und die Gläser auf dem Tisch ab, drehte sich um und suchte zwei funktionsfähige Stühle. Einen schob er Amelie hin und beide setzten sich. Franco Escobar entkorkte, wie von ihm gewohnt, die zweite Flasche mit den Backenzähnen. Dann verteilte er die Gläser und schenkte diese randvoll ein. Einen Spritzer goss er sich über den Unterarm. Dort hatte er sich eine leichte Schnittwunde geholt. Die leere Flasche warf er nach hinten über die Schulter. Pedro stellte Amelie die bereits Sitzenden vor. Franco verzog keine Miene und brummte nur kurz. Antonio konnte nicht, da er eine geschwollenen Kiefer hatte. Nur Margarita lächelte freundlich. Miguel winkte Cristiano und Beato und beide gesellten sich zur Tischrunde. Nun liess man den Abend und speziell die Schlägerei noch einmal in Worten Revue passieren. Es wurde doch noch viel gelacht und nicht unerheblich getrunken. Bis der Morgen graute.

Antonio und Franco torkelten die Arme um den jeweils anderen geschlungen aus dem Saloon, stolperten über den Gehweg und kamen erst in der Mitte der Strasse zu stehen. Sie drehten sich um und Franco nahm noch einen tiefen Schluck aus der Whiskeyflasche. Dann warf er diese über die Schulter. Antonio schaute enttäuscht der Flasche nach. Franco griff in die Jackentasche und zauberte eine volle heraus. Beide grinsten und lachten. Dann schwangen die Saloontüren erneut auf und Amelie und Margarita kamen heraus. Gefolgt von Beat und Cristiano, in deren Anschluss Miguel und Pedro ins Freie traten. Da weder die Brüder Escobar, noch die Brüder Gorrión noch reiten konnten und man sich dem letztjährigen „Unfall“ von Miguel erinnerte, holte zuerst Margarita ihre Kutsche aus dem Stall neben dem Saloon. Miguel begleitete sie so gut er konnte. Nach wenigen Minuten kam die Kutsche mit den beiden auf dem Bock angetrabt. Margarita bremste die Pferde und Miguel sprang vom Bock. Landete aber unsanft auf der staubigen Strasse. Er schrie auf und hielt sich die Schulter. Margarita kletterte von der Kutsch und beugte sich zu ihm. Er schaute auf und meinte nur „Reingefallen!“ Margarita gab ihm einen Schlag auf den Brustkorb.

Die Herren banden ihre Pferde hinten an der Kutsche an. Nur Cristiano und Beato verabschiedeten sich, sie würden aber am Nachmittag bei den Escobars vorbei schauen. Sie hatten ja noch ihre Felle zu verkaufen. Margarita und Amelie nahmen auf dem Kutschbock Platz. Die Brüder Escobar und Gorrión halfen sich gegenseitig schwerfällig und umständlich auf die Ladefläche. Schliesslich sassen oder lagen dann doch alle auf der Kutsche und die Fahrt zur Escobar-Ranch konnte losgehen. Franco und Pedro hatten für den Wegeproviant gesorgt – nur die Gläser fehlten. Im Osten war schon die Sonne aufgegangen und man durchfuhr gegen 8 Uhr das Tor. Dann nach weiteren 10 Minuten Fahrt war das Anwesen der Escobars erreicht. Antonio war eingeschlafen und Franco hatte Mühe ihn ins Haus zu schleppen. Miguel verabschiedete sich von Margarita. Pedro begleitete sie bis zur Haustür, stellte ihre Tasche ab und küsste Amelie auf die Wange. Dann drehte er sich um und schritt zurück zur Kutsche. Miguel hatte die Pferde der Escobar-Brüder in den Pferch gebracht und kam zurück zur Kutsche. Margarita bot Miguel und Pedro an, dass sie die Kutsche für die Heimfahrt nehmen sollten und am Nachmittag auch vorbei kommen sollten. Miguel sagte sofort zu. Also setzten sich die beiden auf den Bock, wendeten die Kutsche und fuhren Richtung Ranch de Gorrión.