Mein nächstes Urlaubsreiseziel: Molwanien – Land des schadhaften Lächelns


Da ich mir für meinen nächten Urlaub ein besonders aussergewöhnliches Ziel ausgesucht habe, bekam ich von meinem Bruder Mike zu Weihnachten einen Reiseführer geschenkt: „Molwanîen – Land des schadhaften Lächelns„.

Molwanien ist sicherlich das kleinste Land in Europa – und das ärmste; denn es kann sich nicht mal einen Eintrag auf der Europakarte leisten. In diesem kleinen Land beschriften noch Bäuerinnen im örtlichen Supermarkt die Eier per Hand mit dem Verfallsdatum. Die grösste Popsensation, Olja, verbindet heisse Latin-Sounds mit der Rhetorik des kalten Krieges.

In geographischer Hinsicht ist Molwanien ein Land der Gegensätze: Von den felsigen, grösstenteils unfruchtbaren Bergen im Norden bis hin zu den steinigen, grösstenteils unfruchtbaren Ebenen im Süden. Das Schwein gilt allgemein als Molwaniens Symbol der Fruchtbarkeit. Da sie vielen als heilig gelten, dürfen diese Tiere nur von Montag bis Samstag geschlachtet werden. Molwaniens Schweine finden im gesamten Land gründliche Verwendung und liefern Fleisch, Milch und – in entlegenen Gebieten – Gesellschaft. Die Rinder der Molwanischen Alpenregion wurden schon 1954 genetisch modifiziert, so dass sie nur zwei Beine haben (die vorderen). Das verringert zwar den Fleischertrag, erleichtert aber das Hüten erheblich.

Hochzeiten sind in Molwanien Ereignisse von grosser gesellschaftlicher Bedeutung. Der Tradtion gemäss beginnen die Feierlichkeiten damit, dass Braut und Bräutigam 24 Stunden fasten. Anschliessend darf die Braut das Haus nicht verlassen, während ihr zukünftiger Gatte ausgeht, um sich endlos zu betrinken. Dann badet man die Braut in duftenden Ölen, entfernt ihre gesamte Körperbehaarung mit Hilfe von heissem Wachs und Pinzetten (was mehrere Tage dauern kann). Die Hochzeit selbst ist eine lange und muntere Feier, gefolgt von einem Festmahl bzw. Gelage. Danach werden die glücklichen frisch Vermählten in getrennte Zimmer gebracht, um ihre Verbindung zu vollziehen.

Molwanische Weine werden weltweit exportiert – aus gutem Grund: Kein Molwanier würde sie freiwillig trinken. Einses der beliebtesten Getränke ist turpz, ein mit Eichenharz aromatisierter Weisswein. An diesem fruchtigen Trank muss man sich zuerst gewöhnen, danach mag man allerdings kaum noch darauf verzichten, was zum Teil daran liegt, dass turpz Nikotin enthält. Auch kullinarisch hat Molwanien einiges zu bieten. Eine der begehrtesten Delikatessen ist ovza, der hiesige Kaviar aus den Eiern des Süsswasserkarpfens. Der säuerliche Rogen hat einen leichten bitteren Nachgeschmack und wird normalerweise gesalzen, gekocht, eingeweicht und dann mehrere Jahre in Öl aufbewahrt, ehe man ihn als dekorative Garnierung sparsam serviert. Molwaniens Gastwirte setzen auch oft Volksmusiker ein, um die Gäste nach dem Mahl zum Verlassen des Lokals zu ermutigen.

Theoretisch gibt es auf Molwaniens einziger Autobahn keine Geschwindigkeitsbeschränkungen; die zahlreichen Schlaglöcher und unbefestigten Streckenteile machen aber alles über 70 km/h unwahrscheinlich. Der zulässige Blutalkohol beträgt 1,2 Promille (1,5 Promille am Wochenende); man braucht sich aber keine Sorgen um den Führerschein zu machen, da die in Russland hergestellten Atemtestgeräte bei Gericht nicht zugelassen sind.

Molwanien nimmt, wie jedes Europäische Land, jedes Jahr am European Song Contest teil. Allerdings kam der letztjährige Song „The Conclave“ nicht über die Vorentscheidung hinaus. Die Single verkaufte sich allerdings auf dem Schwarzmarkt wie „warme Semmeln“ und wird heute noch unter der Biertheke gehandelt.

Wer mehr über dieses noch vom Tourismus unentdeckte und somit unbefleckte Land Molwanîen erfahren möchte, folge bitte diesem Link.

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