Am Ostermontag 09.04.2007 – nach dem kurzen Abstecher zum Osthafen – fuhren Mike und ich nach Neutraubling. Der ehemalige Baggersee „Guggenberger Weiher“ ist schon lange ein Naherholungsgebiet. Rainer gehört dort auf der Neutraublinger Seite (Westseite) die Strandbar „Cantina am Guggi“.
Schon seit Jahrzehnten begleitet mich die Cantina und der „Guggi“ durch den Sommer. Unzählige Geburtstags-Feste und spontane Grillparties wurden dort feuchtfröhlich ausgetragen. Ich muss unbedingt ein paar alte Pics im Blog veröffentlichen (Reminder). Am Weiher lernte ich nicht nur mit einem „unsinkbaren Sinker“ das Surfen, sondern auch so manchen Sonnenbrand kennen. Ein sicheres Zeichen, dass Rainer die „Cantina“ eröffnet hatte, sind die wehenden Fahnen und Sonnenschirme, die man schon von der Landstrasse her weit über das Feld sieht.
So früh im Jahr kann man das Ambiente am Guggenberger Weiher am besten geniessen. Noch sind die Grünflächen noch mit ganz wenigen Sonnenhungrigen belegt. Noch bekommt man einen Platz direkt an der Bar auf der Terrasse. Noch kann man man sich mit guten alten Freunden locker unterhalten. Armin lag in der Hängematte und liess sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Freya sass windgeschützt bei der Treppe. Cheesy und der Rest der Gang direkt an der Quelle an der Bar und Rainer liess sich vom Wind auf seinem Kite über den See tragen. Dazu gemütliche Chillout-Musik aus den Boxen, die Sonne im Gesicht und einen Sangria auf dem Tisch. Was gibt es Schöneres?
Nach dem üppigen Ostermahl bogen wir kurz in den Osthafen ab. Mike zeigte mir neben dem neuen Kran 31 noch die Mittelspannungsschaltanlage, und erzählte mir ein paar Schwänke und Kuriositäten von der Planung und Ausführung der Installationsarbeiten.
Die gesamte Landungsanlage wurde Schritt für Schritt modernisiert. Momentan liegen relativ viele Transportschiffe vor Anker, da demnächst die Wartungsanlage an der Donauschleuse beginnen.
Direkt von der „Oscar-Bar“ wanderten Willi, Mike und ich gegen Mitternacht die Gesandtenstrasse entlang und bogen in die Obere Bachgasse ab. Vor dem Hemmingway’s stauten sich die Gäste – wir liessen es links liegen und gingen weiter zum Augustinerplatz.Die Tür zum „Zap“ stand offen und Michel begrüsste uns auf seine nette liebenswerte Art. Der Abend stand unter dem Motto „Jack Daniel’s“-Night. Na klasse!? Genau nach dem Geschmack von Willi. Er besorgte sich gleich mal ein „Marmeladenglas“ gefüllt mit dem dunklen Gebräu. Sonja bekam nach kürzester Zeit ein „Jackie D. T-Shirt“ spendiert; denn für 4 der Drinks gab es ein T-Shirt.
Wir hielten uns vorerst im Türbereich auf. Aus dem Keller dröhnte Rockmusik – fast wie in „alten Zeiten“. Nach und nach trudelten einige Stammgäste ein.
An der Tür wurde es immer lebhafter und lustiger. Als es zu eng wurde, stiegen wir die Treppe hinunter und schlenderten diesmal zur „hinteren Bar“. Dort hatten sich die Stammtischler samt Scheffe Rainer um die Theke versammelt.
„Alf“ servierte prompt die alkoholträchtigen Getränke. Das Pic wird als „POD – Picture of the Day“ in die Analen eingehen. Wir blieben unserer Linie treu und hielten uns weiterhin an Ramazottl-Sauer und Jackie mit etwas Cola und wenig Eis.
Mike fand sogar Zeit ein wenig zu flirten. Oder war das umgekehrt 🙂
Bruno und Rainer machten es sich zwischenzeitlich gemütlich, während „Alf“ telefonisch die Leerstände im Kühlschrank meldete.
Gegen halb fünf Uhr beendeten wir den Reigen, als El Rainer das Spiel abpfiff. Die viele Plauderei hatte uns zudem hungrig gemacht und zwang uns zu einem kleinen Abstecher zum „Würstl-Toni“. Nach dem Frühstück mit „Zwo lange Braune samt Stangerl und Kaffee“ bestiegen wir genüsslich das Taxi und gondelten nach Hause.
Am Ostersonntag stand traditionell ein Besuch im „ZAP“ auf dem Terminplan. Willi – ein Kollege von Mike – traf gegen 22 Uhr in Mike’s Wohnung ein. Ebenso traditionell stimmten wir uns mit einem Gläschen Ramazotti-Sauer ein und stiessen auf Ostern an. Dann besorgten wir uns ein Taxi und liessen uns zum Domplatz chauffieren. In der Stadt hielten sich ungewöhnlich wenig Partygänger auf. Ganz im Gegensatz zu Nachmittags. Da war das seit dem Papstbesuch nicht mehr eingerüstete Domportal von in der Sonne sitzenden Frischluftfans überfüllt.
Wir steuerten auf den Haidplatz zu mit dem Ziel in der „Oscar Bar“ vorbei zu schauen. Die „Oscar Bar“ befindet sich am Ende der Roten-Hahnen-Gasse und ist ein gemütlich eingerichtetes Lokal dominiert von einer wuchtigen Theke an deren Wandseite ein riesiger Spiegel hängt.
Wir setzten uns an die Bar und bestellten je ein Beck’s. Wobei ich lange überlegte, ob ich nicht auf einen Rotwein wechseln sollte. Schweizer Auswirkungen? Der Barkeeper mixte einen Cocktail nach dem anderen. Auch danach wäre es mir gewesen. Schliesslich entschied ich mich für einen „In Cuba wär’s mir libre“.
Die Musik besitzt einen „house-mässigen“ Einschlag. Ist aber nicht zu laut. Man kann sich durchaus unterhalten – Somit rundum empfehlenswert. Wir zahlten und schlenderten Richtung „Zap“.
Ja mei. Fast schon Tradition. Am Ostersamstag steht ein Besuch im „ZAP“ an.
Kater Felix schaute uns traurig nach, als wir das Haus verliessen. Wir fuhren in die Innenstadt und stellten den Wagen in der Bismarkplatztiefgarage ab.
In der Oberen Bachgasse angekommen, wollten wir ursprünglich in die neue Bar „Pony“ reinschauen. Meine Digicam steckte in der Hosentasche und mein Notizblock war bereits gezückt. Das „Pony“ ist ein neu eröffneter Schuppen und befindet sich in den Räumlichkeiten der ehemaligen Traditionslokalität „W – Wirtschaftswunder“. Allerdings scheiterten wir bereits beim Betreten des Ladens am extrem beschäftigten Türsteher. Scheinbar störten wir ihn beim Flirten mit ein paar „Schönheiten“; denn er entgegnete nur kurz „Heut ned – Mir san voll und des is glaub i au ned Eure Altersklasse“ – Tja, wie wahr, wie wahr. Somit erhält das „Pony“ von mir vorerst einen klassischen „Zonk“ als Location-Wertung. Wenn sich das Lokal der Besichtigung entzieht, weil der Türsteher lieber flirtet, als sich um zahlungskräftiges Publikum zu kümmern – leider verloren. 😦 😦 😦
So ritten wir also am „Pony“ vorbei, bogen in den Augustinerplatz ein und banden unsere Mustangs neben dem „ZAP“ an. Das „ZAP“ hat schon lange 8 von möglichen 10 Punkten. Türsteher „Michel“ begrüsste uns mit den Worten „Ja habe die Ehre! I bleib heut nüchtern!“ und winkte mit wenig begeisterter Miene mit der Cola-Light-Flasche. Wir liessen uns im Eingangsbereich nieder und ratschten erst ein wenig. Es war noch viel zu früh, um sich in den Kellerbereich zu begeben. Zwischendurch besorgte ich eine Oster-Runde Ramazotti-Sauer – auch traditionell.
Nachdem es gegen Mitternacht an der Tür zu Stauungen durch Neuankömmlinge kam, stiegen wir die Treppe hinab. Das „ZAP“ war noch recht locker gefüllt. Wir schlenderten Richtung „Mittlere Bar“, an welcher „Alf“ heute Abend Dienst verrichtete. Somit liessen wir uns im „Stammtischeck“ direkt an der Quelle nieder.
Wir hielten uns an „Radler“, um den Abend möglichst unbeschadet zu überstehen. Allerdings hatte dies den Nachteil, dass wir somit viel ausgeprägter die Auswirkungen der übermässigen oralen Alkoholzufuhr beobachten konnten.
Nebenbei schienen die ersten durch den Frühling hervorgerufenen hormonellen Auswirkungen zu zeigen; denn es wurde geflirtet was das Zeug hält.
Auch die aktuellen oberpfälzer Modetrends konnten wir von unserem „Stammtischeck“ explizit verfolgen.
Ab und zu diskutierten wir die aktuelle politische Lage – nein, hier sehen sie eigentlich die Nachkommen von „Statler & Waldorf“ – nur ohne Balkon 🙂 Prost!
Zum Ende hin liess sich dann endlich das Osterhäschen blicken. Und Stephan alias Osterhase liess sich nach getaner Arbeit (nach dem „Eier-Blau-Färben“) genüsslich einen Longdrink schmecken.
Tja, eigentlich wollten wir schon um 3 Uhr morgens das nette Lokal verlassen. Aber wir kamen wieder nicht am Türsteher vorbei. „Michel“ meinte nur kurz: „Ihr geht’s no ned hoam! Wenn i no bleib’n muas, nacha bleibt’s ihr a!“. Michel überzeugte uns mit gewichtigen Argumenten und somit blieben wir halt noch auf eine „Radler“ bei der Tür, kommentierten die das Lokal verlassenden resp. die Treppe heraufkletternden späten Gäste. Aber gegen kurz nach 4 zogen wir es vor den Türbereich zu verlassen. Gemütlich schlenderten wir zur Tiefgarage zurück und fuhren ebenso gemütlich nach Hause.
Felix freute sich extrem, dass Mike wieder da war – man sieht es deutlich.
Als uns der Morgen graute, fielen wir ins Bett und erholten uns von den ersten Osterfeierlichkeiten.
Karfreitag 2007 – gegen 11 Uhr schwang ich mich aus dem Bett. War ich doch erst gegen 5 Uhr morgens in die Federn gekommen. Nein, Brüderchen Mike und ich waren nicht in der Stadt unterwegs gewesen, sondern hatten noch bis morgens geplaudert.
Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass es beste Caprio-Wetter hatte: Sonne und blauer Himmel. Nach einem Kaffee, warf ich mich in die Dusche und weckte meine Lebensgeister. Mike schlug eine Fahrt nach Passau vor. Dort steht momentan das aktuelle Hafenprojekt – der Umbau der Hafenverwaltung Passau – an. Es dauerte doch ein paar Minuten, bis wir uns hergerichtet hatten. So starteten wir den Boliden erst gegen 13 Uhr und begaben uns auf die Autobahn.
Auf der Autobahn war überraschend wenig los. Die Reisegeschwindigkeit ist etwas höher als bei meinem „blauen Benz“ und lässt sich mit dem Tempomaten ordentlich fixieren. Der Boxster liegt wie ein Brett auf der Strasse. Man gewöhnt sich recht schnell an das Handling. Mike las mir aus der Bedienungsanleitung vor und testete die Funktionen des Bordcomputers. Dann legte er eine saubere Musik-CD ein. Wir genossen die Fahrt und plauderten über die Ereignisse der letzten Woche.
Wir verfolgten erneut mit Interesse einen speziellen Habitus so einiger Autofahrer, den ich schon am Abend zuvor bei der Anreise von Zürich nach Regensburg mit belustigtem Lächeln erlebte. Offensichtlich fühlt sich so mancher Autolenker bemüssigt beim Anblick eines Sportwagens der Marke Porsche im Rückspiegel sich auf ein Rennen herausgefordert zu fühlen. Beispiel: Kaum schliesse ich gemütlich auf einen Kraftfahrer auf, so gibt dieser vor mir Gas bis die Kolben die Motorhaube durchschlagen. Nein, die linke Fahrbahn wird dann erst freigegeben, wenn entweder die Ehefrau auf der Beifahrerseite ein Veto einlegt oder mündlich die Scheidung einreicht, das Fahrzeug in einer Autobahnkurve die Stabilität zu verlieren droht oder Öldampf aus dem Auspuff steigt. Besonders stark ist scheinbar der Drang bei a) „Tiefer-Lauter-Breiter“-Fahrzeuge, also mit viel Aufwand und Liebe hergerichtete vierrädrige Modelle und b) rasende Familienbusse meist mit Dieselbefeuerung.
Ebenso häufen sich folgende Ereignisse: Ich überhole ein Fahrzeug, fahre ein paar Kilometer und eben das Fahrzeug sehe ich dann schwänzelnd im Rückspiegel. Mache ich dann den Weg frei und lasse ihn überholen, dann sehe ich den Typen nach wenigen Kilometern wieder mit seiner Normalreisegeschwindigkeit auf der rechten Spur, nur dass dieser dann wieder auf die linke Spur zieht, um mir wieder mit bis zum Bodenblech durchgedrücktem Gaspedal im Heck zu hängen. Besonders ausgeprägt ist das bei Fahrern einer Ingolstädter Automarke im Besitze eines Kompaktfahrzeuges A3 genannt. Komme ich in eine geschwindigkeitsbeschränkte Wegespassage und reduziere das Tempo auf das hier erlaubte Mass, so überholen diese Kollegen, nur um dann bei der Aufhebung Gaspedal-verbiegend festzustellen, dass der Motor einfach nicht mehr hergibt, als in den Fahrzeugpapieren explizit notiert.
Im Passauer Hafengebiet angekommen, zeigte mir Mike das im Umbau befindliche Gebäude. Es liegt nahe der Donau in einem als Gewerbegebiet ausgewiesenen Gelände. Das gesamte Gebäude wird elektrisch mit moderner Gebäudeautomation basierend auf KNX EIB ausgestattet. Die Rohinstallation ist schon recht weit fortgeschritten.
Nur die Hauptverteilung und der Heizungskeller sieht noch recht wüst aus. Mike bringt recht deutlich seine Meinung über den Zustand der Altinstallation zum Ausdruck.
Im Anschluss an die Besichtigung schauten wir noch auf einen Kaffee in der Westernstadt Pullmann City vorbei. Dann ging es wieder auf die Autobahn. Wir hatten noch einen Termin: Wir trafen uns mit Mam, Herta und deren Tochter Tatjana zum Pizzaessen in Grünthal abgemacht.
Mike fuhr den Boxster gelassen zum Zielort. Beim Pizza-Essen ging es hoch her – die Mädels hatten sich viel zu erzählen.
Anschliessend ging es noch zum Tiramisu-Essen zu Tatjana. Auch hier wurde viel geratscht und kontrovers diskutiert. Besonders interessant fanden wir zum Beispiel den Ostereierbaum in Tatjanas Garten. 😉
Gegen 10 Uhr fuhren Mike und ich gemütlich nach Hause und liessen uns auf dem Sofa nieder, um das üppige Mahl zu verdauen.