Langsam fängt die Vorfreude an. Auf den traditionellen Besuch des „Regensburger Christkindl’s-Markt“. Wir sind vom 30.11. bis 02.12.2007 in Regenburg und sehen uns sicherlich irgendwo. Auf einen oder zwei Glühwein und „ana knacka mit allem“.
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Langsam fängt die Vorfreude an. Auf den traditionellen Besuch des „Regensburger Christkindl’s-Markt“. Wir sind vom 30.11. bis 02.12.2007 in Regenburg und sehen uns sicherlich irgendwo. Auf einen oder zwei Glühwein und „ana knacka mit allem“.
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Nach der Arbeit fuhr ich gegen 20 Uhr ins Lokal „In der Ey“. Vorher hatte ich Mike angerufen und ihn daran erinnert, dass wir uns heute mit Tom ein Sperlix-Treffen vereinbart hatten. Das Lokal war gut gefüllt. Im Restaurationsbereich war jeder Tisch besetzt. Ich setzte mich an die Bar und nahm die Zeitung „Tagesanzeiger“ neben mir aus dem Regal, um etwas darin zu blättern.
„Es flimmert wieder an der Bahnhofstrasse„. Die kultige Weihnachtsbeleuchtung brennt seit 16 Uhr über den Köpfen der Weihnachtshopper. „Weihnachtshopper“ ein neues Modewort für gestresste Shopper auf der Suche nach dem perfekten Geschenk für die Lieben. „Heisst es Weihnacht-Shopper oder Weihnachts-Hopper?“ grüble ich kurz.
Wie jedes Jahr werde ich sicherlich am letzten Tag auf die Suche gehen. Weihnachten? Traditionell steht das Abendessen bei Mam (Schlesischer Kartoffelsalat und Bratwürstl mit Zwiebel und Senf) auf dem Terminplan. Anschliessend ein absolutes Muss: Weihnachtsparty im Zap.
„England-Trainer muss gehen“ Das war zu erwarten. Nach dem verdienten Sieg der Kroatier gestern ist „Football not coming home“, sondern „Ohne England fahr’n wir zur EM“ angesagt.
„Hagelsturm Kolumbiens Hauptstadt Bogotá versinkt im Eis.“ Das wird Fernando G. de la Catastrophos sicher interessieren. Und: Hoffentlich streuen die jetzt dort nicht mit „Schnee“.
„Grosser Ansturm auf Radar-Internetseite“ Zwei Informatikstudenten zeigen auf einer Realtime-Landkarte sämtlich Flugbewegungen rund um Zürich. Durch den hohen Zuspruch der Internetnutzer musste die Anwendung auf einen leistungsfähigeren Server umziehen und ist wieder online.
Im Politikteil ein Bild von Gabriele Pauli. (Leider finde ich den Artikel nicht online). „Gabriele Pauli verlässt die CSU“. Das war zu erwarten. Nachdem Beckstein Huber nicht auf sie zugegangen seien, um ein Gespräch zu suchen kündigt sie im Lifestyle-Magazin „Vanity Fair“ ihren Austritt an. Ihre Zukunft lässt sie noch offen. Entweder tritt sie einer anderen Partei bei oder gründet gleich selbst eine. „Wie mag die dann heissen? CPU (Christliche Pauli Union)? ESP (Ehe-Sharing-Partei)?“ Schade ist der Austritt alle mal. Denn die Frau brachte etwas Farbe in die CSU. Nicht nur wegen der roten Haare und de Töff-Hobby, sondern wegen ihrer für bayerische Verhältnisse revolutionären Gedanken. Welche sie auch noch offen im Wahlprogramm aussprach.
Tja, Querdenker haben es schwer. Die Erde ist eine Scheibe. Und die Sonne kreist darum herum. Nun geht es für Pauli ab in die Bedeutungslosigkeit? Ein rotes Sternchen fällt über den Tellerrand. Der Dollar verfällt auch zusehens. Um über 35% seit dem Antritt von George. Die Immobilienkriese trägt zusätzlich zu den Ängsten auf dem Börsenmarkt bei. Der Goldpreis steigt dafür stetig. Wie auch der Ölpreis. Wenn das Weihnachtsgeschäft in den USA zusammen mit den Arbeitsmarktzahlen auch noch schlecht ausfällt, dann (ich schaue in die Glaskugel) kommt eine Wirtschaftsrezession. Ganz langsam. 2008 wird ein interessantes Jahr. Auch für Gabriele Pauli.
Mike kommt kurze Zeit später zur Tür herein. Um halb Neun trifft Tom ein. Wir plaudern, lachen und blödeln. Essen „Schnipo“ und trinken „Turbinenbräu-Bier“. Mike flirtet nebenbei mit einer Lady am Nebentisch. Bis er feststellt, dass sie schwanger ist. Tom erzählt von seinen Zug-Reise-Abenteuern nach München und zurück, Zugabteilen ohne Licht, quängelnden Kindern und verspäteten Zügen. Begutachten Mike’s Outfit und outen ihn als Fashion-Victim. Wir lachen über Stangenglasböden-Brillengläser und Tatoos am Ende des Rückens, sowie Anzugträger ohne Socken, aber mit Kindersärgen am Fuss. Noch ein Monat, dann kommt das Christkind.
Auf der Originalseite von Dailymotion ist sogar der Text ins Französiche übersetzt.
Wie im Knigge „Swiss-Edition“ (Teil 1) unter Punkt 3 erwähnte, unterscheidet sich das Hochdeutsch stark vom Dialekt „Schwiizertüütsch“. Einer der vielen Dialekte in der Schweiz ist das „Züridütsch“. Auf der Suche nach Tondokumenten stolperte ich über die Website der „Stiftung Pro-Zurituutsch„. Die Stiftung beschreibt ihren Zweck folgendermassen:
Die Stiftung bezweckt die Unterstützung und Förderung literarischer Produktion (eigenständige Werke und Übersetzungen) im Züricher Dialekt. Insbesondere wird die vom Stifter bevorzugte Schreibweise „Zurituutsch“ gefördert. Die Förderung kann in verschiedenster Art erfolgen. Durch die Publikation von Dialekttexten soll das „Zurituutsch“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.
Das Ziel der Website:
Zürichdeutsch ist eine in der Schweiz gesprochene Alemannische (d.h. Süd–Deutsche) Sprache. Hier können Sie sich Beispiele in dieser Sprache anhören, herunterladen und bestellen, mehr über den Aufbau von Zürichdeutsch erfahren und die Aussprache von Zürichdeutsch lernen.
Mit Bedacht hat man auf dieser Website die Einleitung auch auf Hochdeutsch beschrieben; denn auf „Zurituutsch“ geschrieben, sieht das dann so aus:
Ouf em PodCast cha me jétz lose, làse ound lade: verschideni Gsprèuhch i Form vo Abhandlige, en Pricht, béràits e Chourzgschicht ound es séll na méé gèè. Nou schnàll en Klick ound ouhslàse.
In der Sammlung der Hörbeispiele sind bereits einige Podcasts zusammen gekommen. Parallel kann man den Zurituutschen Text lesen. Zum Beispiel Gedichte („De Fruëlig schwygt“, „De Màntsch“, „Zwài Chind ound es Zàmesétzspyl“, „Seuïlisprint“), eine Geschichte („‚S Globaal Eukouméénisch Konzyl“) und Essays und Übersetzungen. Wer also Zurituutsch lernen möchte ist hier bei der richtigen Adresse.
Weitere Links:
Direkt im Anschluss an die Sportsendung auf SFzwei, in welcher wir gerade noch die Zusammenfassung des EM-Vorbereitungsspiels „Schweiz – Nigeria“ sahen, kam der Werbespot des Jahres: Gynofit Vaginalgels – jetzt auch als Waschlotion für die tägliche Frische.
Mike und ich sahen uns entgeistert an und brachen in schallendes Gelächter aus. Nein, Sorry! Die Hauptdarstellerin klärte uns auf, dass „über 70% der Frauen (manchmal) über Jucken, Brennen und Trockenheit im vaginalen Bereich leiden„. Aber das ist nun vorbei! „Denn Dank Gynofit können sich die Frauen nun selbst helfen!“ Denn Hilfe naht: „Wir Fachfrauen beraten Sie gerne!“ Und man gibt sich solidarisch: „Für Frauen von Frauen!„. Aber ganz so solidarisch sieht das nicht für das andere Geschlecht aus. Denn der (traurige) Nebendarsteller am Ende des TV-Spots sorgt für den finalen Kracher: „Wiedermal nur für Frauen….“
Also wir konnten uns kaum halten vor Lachen. Diese Wortwahl, dieser Satzbau, diese Tragik und diese Situations-Komik! Alles in einem kurzen Werbefilm. Genial! Bitte liebe Werbemacher: Mehr davon!
Leider in einer ganz schlechten Qualität, da direkt vom Fernseher abgefilmt: Das Tor der Nigerianer in der 79. Minute zum 0:1 – dem Endstand. Die vom ehemailigen Trainer der Deutschen Nationalmannschaft Berti Vogts trainierten Nigerianer hatten nur wenige richtige Torchancen. Trafen aber ein Mal mehr.
Hier der zweite Teil des Versuchs einen „Knigge Swiss-Edition“ zu gestalten. Im ersten Teil kommentierte ich die ersten fünf Punkte aus einer Diskussion. Die Themen sind teils etwas ausführlicher und teils etwas kürzer. Je nachdem wie viel Erklärungsaufwand ich für angemessen halte. Manchen Punkt beschreibe ich mit Beispielen aus meinen persönlichen Erfahrungen – natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern. Hier also die zweiten 5 Knigge-Themen für die Anleitung für die Schweiz:
Am 24. November wird die offizielle Urkunde von Dr. Mechtild Rössler, Mitarbeiterin am Welterbezentrum der Unesco, an Oberbürgermeister Hans Schaidinger überreicht. Und dieses Ereignis wird in der ganzen Stadt mit einer großen Welterbe-Party gefeiert.
So gibt es zum Beispiel ein mittelalterliches Spectaculum und Mittelalterfest mit Handwerkern, Händlern, Gauklern und Musik in den Runtingersälen, Unesco-Welterbeführungen und Führungen der Stadtmaus über den ganzen Tag verteilt, ein Erlebnis-Planspiel im Salzstadel, der mit verschiedenen Ständen, einer Stadtrallye und Aktionen bespielt wird. Improvisationstheater, eine Wirtschaftsausstellung oder szenische Lesungen runden das Angebot im Salzstadel ab. Ab 22.30 Uhr gibt es dann ein großes Abschlussfeuerwerk für den Welterbe-Tag auf der Steinernen Brücke. Und das Beste: Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alle Angebote kostenlos.
Im Internet unter der Adresse www.regensburg.de ist das gesamte Programm für die Welterbe-Party einsehbar. Kostenlose Eintrittskarten für die Stadtführungen und die Pralinen-Degustation sowie Menü-Tickets für den „Kulinarischen Brückenschlag“ in der Wurstkuchl sind in der Tourist Information am Alten Rathaus (Führungen der Regensburg Tourismus GmbH) und bei der Stadtmaus (Stadtmaus-Führungen, Degustation und Menü) erhältlich. Die Anzahl der Tickets pro Person ist auf maximal fünf beschränkt.
Eine Tramstation oder Krankenstation kennt ja jeder. Fährt man in der Schweiz durch die Lande, so trifft man ab und zu auf Schilder, welche eine „Degustation“ ankündigen. An einer Tramstation hält die Tram und man kann dann zu- oder aussteigen. In einer Krankenstation steigt man weniger gerne als Kranker zu – lieber steigt man als Gesunder wieder aus. Was ist aber eine „Degu-Station“? Wer steigt da ein? Oder aus? Was ist überhaupt ein „Degu“? In Wikipedia findet sich folgender Eintrag (Auszug):
Der Degu oder Gewöhnliche Degu (Octodon degus) ist eine Nagetierart aus der Gattung der Strauchratten innerhalb der Familie der Trugratten (Octodontidae). In jüngerer Zeit ist er auch in Europa als Heimtier beliebt geworden. Degus sind etwas kleiner als Ratten, mit denen sie trotz geringer Ähnlichkeit immer wieder verwechselt werden. Die Größe der Tiere schwankt erheblich, was auf die Herkunft von Vorfahren aus unterschiedlichen Populationen zurückgeführt wird. Sie sind meist agouti-farben („wildfarben“), selten gibt es Mutanten mit blaugrauem, silbernen, weiß-geschecktem oder sandfarbigem Fell. Degus stammen aus Chile. Man findet sie dort an der Küste, im Wald und in der Hochebene bis in etwa 1200m Höhe. Auch auf der Isla Mocha, die vor der Küste Chiles liegt, wurden Degus gefunden.
Wie das kleine possierliche Tierchen aussieht? Hierzu ein Link auf die Bilder-Suche bei Google: Degu-Fotos. Ah, jetzt, ja! Jetzt ist alles klar. An der „Degu-Station“ treffen sich die „Degu„-Liebhaber. Tja, wieder was gelernt. Jetzt ist mir auch klar wieso das Verb „degu-s-tiere-n“ heisst.
Die Diskussion in Medien und im Web2.0 betreffend „Die Deutschen in der Schweiz“ in den letzten Monaten warf in mir die Frage auf „Wie passt man sich als Deutscher in der Schweiz am besten an?“. Den Stein des Anstosses gab einmal eine Kommentar auf den Beitrag „NZZ-Artikel: (Die Deutschen) Jetzt gehen sie wieder“ und die aktuelle Diskussion bei Jens-Rainer’s „Blogwiese“ zum Thema „Die Schweiz ist kein Ausland – Denken alle Deutschen so?“
Gibt es kulturelle Unterschiede? Existieren Gewohnheiten oder charakterliche Eigenschaften „der Deutschen“, welche bei „den Schweizern“ nicht so gut ankommen? Könnte man daraus eine Art „Knigge für die Schweiz für Deutsche Migranten“ erstellen? Na, denn schau mer mal. Hier also der erste Teil des „Schweizer Knigge“. Oder eher der Versuch einen solchen zu gestalten.
Auf meine Frage im Beitrag von Jens-Rainer postete er vorerst „Die fünf Fettnäpfchen, in die Sie als Deutscher in der Schweiz nicht hineintappen sollten„, welche ich kurz zusammenfassen und kommentieren möchte:
Der Film „Die Schweizermacher“ aus dem Jahr 1982 mit Emil Steinberger, Walo Lüönd und Wolfgang Stendar nimmt die Schweizer Einbürgerungspraxis mächtig aufs Korn. Die DVD enthält zwei Sprachversionen: Deutsch und „Schwiizerdütsch“ mit Untertiteln. Wählt man „Deutsch“, so sprechen die Schauspieler in der uns „Deutschen“ leicht verständlichen „Schwiizerdütschen“ Sprache. Dadurch, im täglichen Leben und speziell in der Arbeit glaubte ich so „ich verstehe ja ganz viel von der Landessprache“. Bis ich zum ersten Apéro eingeladen wurde. Da stellte ich fest, dass die Leute untereinander ganz anders sprechen. Erst wenn ich angesprochen wurde, „schaltete“ der Redner auf „sein Hochdeutsch“ um. Es dauerte locker 6 Monate, bis ich das „Umschalten“ als unnötig empfand und die Beteiligten – etwa in einer Besprechung – bat, doch im Dialekt weiter zu sprechen.Ergänzung: Einen kleinen Überblick über die sprachlichen Unterschiede in der Schweiz gibt die Website Dialekt.ch mit eindrucksvollen Tondokumente zum Anhören.