Die Ärzte kapitulieren – vorerst: Download ab 19.12.2007

15. Dezember 2007

Die Ärzte hatten versprochen nach der Abwahl von Christoph Blocher das neue Album zum Gratisdownload für einen Tag anzubieten. Ergebnis nach der Abwahl: Der Server brach zusammen. Nun gibt es Hoffnung.

Danke an alle Schweizer, die Christoph Blocher nicht gewählt haben.
Aus aktuellem Anlass: Wir kapitulieren! (Vorerst.)
Leider habt ihr es im Handumdrehen geschafft, unseren Server genauso lahmzulegen, wie euren Blocher. Deshalb müssen wir euch noch um ein wenig Geduld bitten, bis wir eine technisch massenkompatible Lösung gefunden haben. Schaut bitte ab Mittwoch, den 19. Dezember, gegen Mittag nochmal rein, dannn haben wir das (hoffentlich) alles so hinbekommen, dass ihr auch eine reale Chance auf euren wohlverdieneten Gratis-Download habt.
Sorry!

Na denn den 19.12.2007 dick im Kalender anstreichen!


Die Ärzte – Album-Gratisdownload für Nicht-Blocher-Wähler

14. Dezember 2007

Die „Ärzte“ bieten für alle Nicht-Blocher-Wähler ein komplettes Album zum Download an. Zur Feier des Tages gibt es unter dem Motto „Haltet die Schweiz sauber“ das Album „Jazz ist alles!“ zum Gratis-Saugen.

Die Ärzte Gratis Download

 Jetzt weiss ich auch wer ursächlich Schuld war an der Abwahl Blochers:

Bei ihrem Schweizer Konzert am 5. Dezember im Hallenstadion versprachen «Die Ärzte»: «Wenn Blocher abgewählt wird, verschenken wir unsere neue CD in der Schweiz.» 

Es scheint extrem viele Nicht-Blocher-Wähler zu geben; denn die Website ist hoffnungslos überlastet. Somit ist Geduld angesagt, auch wenn die Zeit drängt. Die Up-Time des Albums ist nämlich limitiert.

(via Draven)

PS1: In diesem SF1-Video-Beitrag „Reporter“ schilder der Bruder von Christoph Blocher – Pfarrer Gerhard Blocher – was Christoph Blocher alles erreicht hat. Und vor allem, was er noch so alles vor hat. (Link)

PS2: Im Netz kursieren bereits die ersten Fakes und Karikaturen


Blocher-Abwahl – Reaktionen ausländischer Medien

12. Dezember 2007

Gerade habe ich in diesem Blog, dessen „Liberal&Grün“-er Autor die Abwahl Blocher als Fehler bezeichnete. Beim Schreiben fiel mir ein, dass auch die ausländischen Medien sicherlich dieses Mal sofort reagieren würden – und wurde fündig. Die Website „wahlen.ch“ hat die ausländische Medienresonanz vorbildlich zusammengefasst:

Für einmal steht die sonst als zu brav für ein mediales Echo eingestufte Schweizer Politik im Brennpunkt ausländischer Medien. So spricht Der Spiegel von einem „politischen Erdbeben“, die Süddeutsche gar von einer „Blamage für Blocher“, welche einem Eklat gleichkäme. Dieser Begriff wird auch in unserem östlichen Nachbarland verwendet: Blocher sei vom Parlament in die Schranken gewiesen worden, teilt der Kurier mit. Auf ihrem Onlineportal schreibt die BBC, die Partei Blochers hätte zwar einen historischen Wahlsieg bei den Nationalratswahlen zu verbuchen gehabt, der Justizminister selber habe sich jedoch im Parlament durch seine kompromisslose Haltung zu viele Feinde geschaffen, was nun zum Tragen gekommen sei. Le Monde berichtet andererseits relativ nüchtern darüber, dass Bundesrat Blocher, der noch am 21.10. als starker Mann gefeiert wurde, heute nicht mehr gewählt worden sei.

Das zeigt, dass die ausländischen Medien (nach der hahnebüchenden SVP-Kampagne „Schwarzes Schaf“ aufmerksam geworden) das politische Geschehen in der Schweiz beobachten und an prominenter Stelle darüber berichten.

Bei wahlen.ch sind übrigens auch die 3 Szenarien der morgigen Wahl genauestens erklärt. Szenario 2 halte ich für die wahrscheinlichste Möglichkeit.

Weitere Artikel aus der internationalen Presse vom 12.12.2007

Australien:

  • Swiss parties eject far-right leader Christoph Blocher from cabinet (International Herald Tribune)
    Less than two months after Christoph Blocher led the far-right Swiss People’s Party to a comfortable election victory, parliamentarians ejected the controversial justice minister from the cabinet Wednesday.

Brasilien:

  • Parlamento suíço não reelege ministro acusado de xenofobia (UltimoSegundo.br)
    O polêmico ministro da Justiça e da Polícia da Suíça, Christoph Blocher, não conseguiu nesta quarta-feira, na primeira votação, reunir os votos necessários no parlamento para ser reeleito como membro do governo.

Spanien:

  • Parlamento suizo elige Gobierno con duda de si lo integrará xenófobo Blocher (Terra.es)
    La otrora calma elección de los ministros que conforman el Gobierno suizo se convirtió hoy en una jornada de sorpresas que acabó con el aplazamiento del proceso hasta mañana, mientras se mantiene la incógnita sobre la designación del xenófobo Christoph Blocher como miembro del gabinete.

Südafrika:

  • Crisis looms in Swiss govt (News24.com, SA)
    Berne – Controversial Swiss Justice Minister Christoph Blocher failed to win approval in voting for a seat in a new government in Switzerland on Wednesday, threatening to plunge the country’s political system into crisis.

Niederlande:

  • Zwitserse populist Blocher in het nauw (nos.nl)
    Complottheorieën in de Zwitserse regering. Politicus Christoph Blocher, die in oktober nog glansrijk de verkiezingen won met zijn rechts-populistische partij SVP, zit op de wip.
  • Blocher niet in Zwitsers kabinet  (DePers.nl)
    Leider Christoph Blocher van de rechtse nationalistische Zwitserse Volkspartij (SVP) keert niet terug in het kabinet. De twee huizen van het parlement verkozen zijn partijgenote Eveline Widmer-Schlumpf boven de minister van Justitie in het zevenkoppige kabinet.

Deutschland:

  • Sensation in der Schweizer Politik (taz.de)
    Bei der gestrigen Wahl der siebenköpfigen Regierung (Bundesrat) durch die gemeinsame Versammlung der beiden Kammern des Berner Bundesparlaments (Nationalrat und Ständerat) ist der heftig umstrittene bisherige Justizminister Christoph Blocher von der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP) zunächst gescheitert.
  • „Die habe ich unter Kontrolle“(faz.de)
    hatte Parteipräsident Ueli Maurer noch am Dienstag selbstsicher gesagt. Gemeint war die Eveline Widmer-Schlumpf, die zu seiner Schweizerischen Volkspartei (SVP) gehörende 51 Jahre alte Finanzministerin des Kantons Graubünden. Am Mittwoch musste Maurers Ausspruch schon mit einem Fragezeichen versehen werden – und falls Frau Widmer-Schlumpf ihn an diesem Donnerstag widerlegen sollte, könnte das in der Schweiz seit 1959 bestehende Regierungssystem, in dem alle großen Parteien der Bundesrat genannten siebenköpfigen Regierung angehören, bald der Vergangenheit angehören.
  • Schluss mit den Schrullen (tagesspiegel.de)
    Die Schweiz bebt. Dieses ruhige und malerische Land, dessen Bewohner so zurückhaltend, ausgeglichen, leise und moderat sind, ist in seinen Grundfesten erschüttert. Zum ersten Mal hat das Parlament mit Christoph Blocher einen amtierenden Minister abgewählt.
  • Schwere Niederlage für Populist Blocher (die Zeit.de)
    Überraschung in der Schweiz: Der umstrittene Spitzenkandidat der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei, Christoph Blocher, ist auch im zweiten Wahlgang für einen Regierungssitz gescheitert. Blocher hatte mit seinem gegen Ausländer gerichteten Wahlkampf für Unmut gesorgt.

England:

  • Swiss MPs reject far-right leader (News.BBC.co.uk)
    Swiss parliamentarians have forced far-right politician Christoph Blocher from his cabinet seat, despite his party’s record success in recent polls.

Frankreich:

  • Séisme politique en Suisse (LeFigaro.fr)
    C’est un coup de théâtre. Le parlement a provoqué un séisme politique mercredi en écartant du gouvernement l’homme fort de la droite populiste, Christoph Blocher. Ses positions radicales en matière d’immigration, son programme xénophobe et anti-européen ont eu raison de son maintien au sein de la coalition gouvernementale.
  • Le populiste Christoph Blocher évincé du gouvernement suisse (LeMonde.fr)
    ZURICH (Reuters) – A la surprise générale, le parlement suisse a évincé le controversé ministre de la Justice, Christoph Blocher, du gouvernement de coalition, moins de deux mois après les élections fédérales qui ont accru la domination de son parti l’Union démocratique du centre (UDC).

Blocher im 2. Wahlgang gescheitert

12. Dezember 2007

Christoph Blocher ist heute bei der Bundesratswahl im 2. Wahlgang gescheitert. Als einziger Bundesrat wurde er nicht wiedergewählt.

Die grosse Frage: Wie gehts jetzt weiter? Denn zuvor hatte die SVP klargemacht:

  1. Wer die Wahl annimmt, ohne von der Fraktion vorgeschlagen worden zu sein, wird ausgeschlossen. (Link)
  2. Ausserdem tritt die SVP aus der Regierung aus und geht in die Opposition. (Link)
  3. Morgen muss dann lt. Maurer eine rechte Tageszeitung bekannt gegeben werden. (Link)

Was läuft jetzt? Eveline Widmer-Schlumpf ist unterwegs nach Bern. Was wird sie machen? Wird sie parteilose Bundesrätin?


Und der Rest? „Strom für Licht macht nur 10 Prozent aus“

10. Dezember 2007

Was zu beweisen war, meldet der Tagesanzeiger via Pressesprecher des Schweizer Energieversorgers AXPO:

Der Sprecher des Stromkonzerns Axpo, Hansjörg Schnetzer, sprach von «Schwankungen im Bereich des Üblichen». Das Licht mache nur 10 Prozent der 2000 Megawatt Strom aus, die an einem Samstagabend zu dieser Uhrzeit benötigt würden. Hätten sich 10 Prozent der Bevölkerung an der Aktion beteiligt, wären also Schwankungen im Bereich von nur einem Prozent entstanden.

  1. Der Energieanteil „Licht“ beträgt am Gesamtverbrauch lediglich 10 Prozent. (entspricht 200 Megawatt pro Tag) 
  2. Hätten 10 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Licht – wohlgemerkt sämtliches verfügbares – Licht abgeschaltet, so hätte die Reduzierung lediglich 1 Prozent betragen. (entspricht 20 Megawatt pro Tag)

zu 1. folgende Fragen:

  • Wofür werden dann die restlichen 90 Prozent elektrische Energie verbraucht? Wohlgemerkt 1800 Megawatt oder 1.8 Gigawatt.
  • Wo liegen in diesen Sektoren die Einsparungspotentiale?

Alles CO2 oder was? Der Letzte macht das Licht aus!

7. Dezember 2007

Bitte, bitte! Macht alle mit mit! Am Samstag um 20 Uhr das Licht ausschalten! Für 5 Minuten! Jaaaa! Ich möchte miterleben, wie das Europäische Stromnetz zusammenbricht!

Mit dieser Möglichkeit eines Blackout wird die symbolische Aktion aber womöglich doch zu einem interessanten Ereignis, bei dem wirklich etwas passieren könnte. Mit einer Beteiligung von 10 Millionen Menschen kann durchaus gerechnet werden. Und vielleicht werden es auch noch viel mehr, die einmal sehen wollen, was die Massen durch eine kleine Geste mit der Hand bewirken können, wenn dann nicht nur die Lichter in den Wohnungen ausgehen, sondern vielleicht auch die Städte schwarz werden und die Fernsehschirme mitsamt der Tagesschau und der angekündigten Live-Berichterstattung von Pro 7 erlöschen.

Quelle Heise.de

Mittlerweile entwickelt sich die Aktion zu einem Glaubensbekenntnis. Wer mitmacht ist ein „Gutmensch“ – wer kritisiert der „böse Feind und Umweltverschutzer“. Jeder der etwas mehr Publicity einheimsen möchte, äussert möglichst medienwirksam seine Teilnahme an „Licht aus“ oder „Licht an„. Tja, sogar Regensburg schalten den Dom ab.

Zumindest weiss nun jeder was das Wort „Klimakatastrophe“ bedeutet:

Das „Wort des Jahres 2007“ lautet „Klimakatastrophe“. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt.

Quelle Donau.de

Ich mach auch mit! Wenn jemand einen „Licht an/aus“-Sticker übrig hat, bitte zusenden. Den klebe ich mir auf den Spoiler meines Boxster 😉


Wird Klimaschutz zur neuen Religion?

6. Dezember 2007

„Wer lebt, stört“ titelt heute die Süddeutsche und schreibt über den Wahn rund um CO2:

CO2- Rechner, an denen jeder seinen persönlichen „CO2-Fußabdruck“ errechnen kann, haben Hochkonjunktur. Man findet sie auf der Internetseite des Bayerischen Innenministeriums, bei Greenpeace, ja selbst beim Ölkonzern BP.
Wie viel CO2 verbraucht die elektrische Zahnbürste gegenüber der manuellen (94,5g zu 0g), wie viel der Radiowecker gegenüber dem Aufziehwecker (22,26g zu 0g)? Essgewohnheiten und Reiserouten werden unter die Lupe genommen, herkömmliche Glühbirnen verteufelt und Duschköpfe angeprangert.

Dass an dem CO2-Hype etwas faul sein muss, zeigt die seltene (un-)heilige Dreieinigkeit von Politik, Umweltschutzverbänden und (Öl)-Konzernen!

Nirgends zeigt sich die Umwertung so sehr wie bei der Milch. In der christlichen Heilsvorstellung fließt sie mit Honig im Paradies – auf Erden nun soll sie direkt in den Klimatod führen. Denn der „Klimakiller Kuh“ erzeugt täglich einige hundert Liter Methangas, pro Liter Milch ein Äquivalent von fast einem Kilogramm CO2. Milch trinken ist, global betrachtet, fast genauso schädlich wie das Fliegen. Wissenschaftler fordern längst, der Mensch müsse seine Ernährung nach Klimagesichtspunkten umstellen. Vom Rindfleisch auf das Schweinefleisch, besser noch auf Gemüse.

Tja, diese Themen hatten wir schon alle einmal hier angesprochen – Es geht einfach nur um unser Geld (und Macht)! Nur wer ein schlechtes Gewissen hat, betreibt Ablasshandel! Egal, ob Milch, Bier, Wein, Mineralwasser, Rindfleisch, Schweinebraten, Sauerkraut oder Semmelknödel! Alles ist mit der Abgabe von CO2 verbunden. Mit Energiesparlampen kann man zwar viel Umsatz machen, aber ob die halten was sie versprechen?

Was wäre, wenn es nächstes Jahr mit der Durchschnittstemperatur wieder runter gehen würde? Oder eine globale Eiszeit vor der Tür stehen würde?. Aber noch ist CO2 noch ein hervorragendes Thema zur Volksverdummung. Das Internet verbraucht CO2. Na und? So wie Feinstaubreduktion und defekte Russfilter. Ach, die kommen ja demnächst sogar in die Kamine. Hoffentlich sind die dann wenigstens wirksamer als diese Russfilter für Dieselfahrzeuge. Wer erzeugt eigentlich CO2? Oder ist da noch ein gasähnlicher Stoff in der Luft? Also haltet die Luft an! Und kommt ja nicht auf die Idee sofort alle auf Elektro-Autos umzusteigen! Das wäre fatal!

PS: Denken Sie daran: Eine Glühbirnen-Weihnachts-Lichterkette verbraucht so viel Strom, wie 250 gebügelte Hemden!


Bank, Essen, Einkaufen – Schweizer Tagestouristen in Jestetten

29. November 2007

In der Headline fehlt noch „Zahnarzt, Autoreparatur und Lottospielen“.

Über Geld spricht man nicht – man hat es. Und wer es hat, sollte die „Steuern steuern“. Deshalb spielt sich regelmässig vor den Banken in Jestetten Interessantes ab. „Jestetten“? Nie gehört. Das liegt ganz weit im Süden von Baden-Württemberg umringt von der Schweizer Grenze. Eine Deutsche Halbinsel sozusagen und nicht weit von Zürich entfernt – gerade mal 38 Kilometer. Und das ist praktisch.

Denn: Die Wirtschaft floriert in der 5000 Einwohnergemeinde Jestetten – Das Tor zur Schweiz. Täglich besuchen Tausende Schweizer das kleine Nest – und die Banken, die Restaurants und die Grossmärkte. Und die Grossmärkte sind wirklich gross. Auf den Parkplätzen überwiegend Schweizer Kennzeichen. Aber was treibt die Schweizer nach Jestetten?

Die örtliche Volksbank hat 31 Mitarbeiter. Sparkasse und Dresdner Bank haben hier Filialen. Ihre Kunden sind Schweizer „Steuerflüchtlinge“. Wer seine Franken in Deutschland anlegt, spart nämlich die Quellensteuer von 35 Prozent und bekommt noch höhere Zinsen. Auch das Einkaufen ist hierzulande billiger.

Und man ist vor Währungsschwankungen besser abgesichert. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht mehr als 10 000 Euro unangemeldet über die Grenze „eingeführt“ werden dürfen. Weder von CH nach D noch umgekehrt. Das Geldwäsche-Gesetz schreibt das vor.

Denn alle Reisenden, die EU-Grenzen überschreiten – egal ob per Auto, Flugzeug oder Bahn, müssen mitgeführte Barmittel ab 10 000 Euro ohne Aufforderung schriftlich deklarieren. Dafür ist ein zweiseitiges Formular auszufüllen. Bisher musste Bares erst ab 15 000 Euro und nur auf Nachfrage mündlich angegeben werden. Wichtig: Als Barmittel gelten neben Banknoten und Münzen auch übertragbare Inhaberpapiere wie Sparbücher, Reiseschecks oder Schecks.

Darüber informierte das Magazin „Fokus„.

Und so lässt sich der monatliche Ausflug zu einer der Banken in Jestetten mit Nützlichem verbinden. Man geht bei ALDI, LIDL, EDEKA einkaufen, nimmt in einem Restaurant eine kleine Stärkung zu sich (kostet ungefähr die Hälfte, wie in Zürich), geht zum Zahnarzt zur Zahnpflege, besorgt sich günstige Winterreifen und spielt anschliessend Lotto. Aktuell sind am nächsten Samstag 38 Millionen im Jackpot – steuerfrei. Dank Bankgeheimnis und der Nichtzugehörigkeit der Schweiz in der EU.

Beachten Sie den grenznahen Service z.B. von der Sparkasse Hochrhein. Oder die spezielle Website der Volksbank Jestetten für „Schweizer Kunden„.

Keine Steuern: Deutschland erhebt keine Verrechnungssteuer für all jene, die ihren Wohnsitz im Ausland haben. Es findet kein Datenausgleich mit den Schweizer Behörden statt – was Steuerflüchtige ausnützen.

Persönliche Beratung: Jeder Kunde hat seinen persönlichen Berater und erhält eine intensive Betreuung, wie sie in der Schweiz nur vermögenderen Kunden zukommt. 

Aber auch in Waldshut klappt das vorzüglich, wie der Tagesanzeiger im September bemerkte.

Link zum Beitrag


Gabriele Pauli – Austritt aus der CSU?

23. November 2007

Nach der Arbeit fuhr ich gegen 20 Uhr ins Lokal „In der Ey“. Vorher hatte ich Mike angerufen und ihn daran erinnert, dass wir uns heute mit Tom ein Sperlix-Treffen vereinbart hatten. Das Lokal war gut gefüllt. Im Restaurationsbereich war jeder Tisch besetzt. Ich setzte mich an die Bar und nahm die Zeitung „Tagesanzeiger“ neben mir aus dem Regal, um etwas darin zu blättern.

„Es flimmert wieder an der Bahnhofstrasse„. Die kultige Weihnachtsbeleuchtung brennt seit 16 Uhr über den Köpfen der Weihnachtshopper. „Weihnachtshopper“ ein neues Modewort für gestresste Shopper auf der Suche nach dem perfekten Geschenk für die Lieben. „Heisst es Weihnacht-Shopper oder Weihnachts-Hopper?“ grüble ich kurz.

Wie jedes Jahr werde ich sicherlich am letzten Tag auf die Suche gehen. Weihnachten? Traditionell steht das Abendessen bei Mam (Schlesischer Kartoffelsalat und Bratwürstl mit Zwiebel und Senf) auf dem Terminplan. Anschliessend ein absolutes Muss: Weihnachtsparty im Zap. 

„England-Trainer muss gehen“  Das war zu erwarten. Nach dem verdienten Sieg der Kroatier gestern ist „Football not coming home“, sondern „Ohne England fahr’n wir zur EM“ angesagt.

„Hagelsturm Kolumbiens Hauptstadt Bogotá versinkt im Eis.“ Das wird Fernando G. de la Catastrophos sicher interessieren. Und: Hoffentlich streuen die jetzt dort nicht mit „Schnee“.

„Grosser Ansturm auf Radar-Internetseite“ Zwei Informatikstudenten zeigen auf einer Realtime-Landkarte sämtlich Flugbewegungen rund um Zürich. Durch den hohen Zuspruch der Internetnutzer musste die Anwendung auf einen leistungsfähigeren Server umziehen und ist wieder online.

Im Politikteil ein Bild von Gabriele Pauli. (Leider finde ich den Artikel nicht online). „Gabriele Pauli verlässt die CSU“. Das war zu erwarten. Nachdem Beckstein Huber nicht auf sie zugegangen seien, um ein Gespräch zu suchen kündigt sie im Lifestyle-Magazin „Vanity Fair“ ihren Austritt an. Ihre Zukunft lässt sie noch offen. Entweder tritt sie einer anderen Partei bei oder gründet gleich selbst eine. „Wie mag die dann heissen? CPU (Christliche Pauli Union)? ESP (Ehe-Sharing-Partei)?“ Schade ist der Austritt alle mal. Denn die Frau brachte etwas Farbe in die CSU. Nicht nur wegen der roten Haare und de Töff-Hobby, sondern wegen ihrer für bayerische Verhältnisse revolutionären Gedanken. Welche sie auch noch offen im Wahlprogramm aussprach.

Tja, Querdenker haben es schwer. Die Erde ist eine Scheibe. Und die Sonne kreist darum herum. Nun geht es für Pauli ab in die Bedeutungslosigkeit? Ein rotes Sternchen fällt über den Tellerrand. Der Dollar verfällt auch zusehens. Um über 35% seit dem Antritt von George. Die Immobilienkriese trägt zusätzlich zu den Ängsten auf dem Börsenmarkt bei. Der Goldpreis steigt dafür stetig. Wie auch der Ölpreis. Wenn das Weihnachtsgeschäft in den USA zusammen mit den Arbeitsmarktzahlen auch noch schlecht ausfällt, dann (ich schaue in die Glaskugel) kommt eine Wirtschaftsrezession. Ganz langsam. 2008 wird ein interessantes Jahr. Auch für Gabriele Pauli.

 Mike Fashion VictimTom und Peter

Mike kommt kurze Zeit später zur Tür herein. Um halb Neun trifft Tom ein. Wir plaudern, lachen und blödeln. Essen „Schnipo“ und trinken „Turbinenbräu-Bier“. Mike flirtet nebenbei mit einer Lady am Nebentisch. Bis er feststellt, dass sie schwanger ist. Tom erzählt von seinen Zug-Reise-Abenteuern nach München und zurück, Zugabteilen ohne Licht, quängelnden Kindern und verspäteten Zügen. Begutachten Mike’s Outfit und outen ihn als Fashion-Victim. Wir lachen über Stangenglasböden-Brillengläser und Tatoos am Ende des Rückens, sowie Anzugträger ohne Socken, aber mit Kindersärgen am Fuss. Noch ein Monat, dann kommt das Christkind.


Kameruner nach „Wash-Wash-Verfahren“ ausgeschafft

31. Oktober 2007

Dass die Schweizer Rechtssprechung heute schon über die Rechtmittel verfügt kriminell aufgefallene Ausländer des Landes zu verweisen, zeigt folgender Fall aus der heutigen Polizeipresse:

Die Überschrift hört sich bereits kurios an. Was bitte ist ein „Wash-Wash-Verfahren“? Ganz einfach: Es handelt sich um ein Betrugsdelikt. Der Polizeireport erklärt den Tathergang folgendermassen:

Mitte Juni 2007 nahm ein 34-jährige Kameruner über einen Vermittler Kontakt zu zwei Personen auf und gaukelte diesen vor, dass er im sogenannten Wash-Wash-Verfahren mit Hilfe von echtem Geld sowie chemischen Substanzen Notengeld herstellen könne.

Den Geldgebern stellte er hohe Gewinne in Aussicht. Am 20. Juni 2007 kam es in einer Wohnung im Zürcher Unterland zu einer Zusammenkunft. Dabei nahm der Schwarzafrikaner von den beiden Bargeld im Betrage von rund 82’000 Euro entgegen.

Die echten Noten sowie weisses Papier bestäubte er dann mit Puder und fertigte daraus mit Folie und Klebebändern ein Paket an. In einem günstigen Augenblick tauschte der Kameruner das Paket mit den Euroscheinen gegen ein gleich aussehendes Bündel mit wertlosen Papierschnitzeln aus.

Das Wash-Wash-Verfahren hat also nichts mit Geldwäsche zu tun – auch nicht mit irgendeinem Voodoo-Zauber. Interessant ist die Tatsache, dass „zwei Personen“ in Zürich mit insgesamt 82 000 Euro (??) durch die Gegend laufen und glauben, dass ein Kameruner dieses durch Handauflegen und „chemische Substanzen“ vermehren könne. Eigentlich ist die Scheck- oder Kreditkarte das gängige Zahlungsmittel in allen Lebenslagen in der Schweiz. Aber Plastikgeld lässt sich offenbar nicht so leicht „vermehren“.  Sei’s drum. Weiter im Text:

Anschliessend erklärte er, dass der chemische Prozess eine Weile dauern würde und er zwecks Kontrolle nochmals zurückkehren werde. In der Folge wurde ein Zeitpunkt für ein neues Treffen vereinbart.

Zwischenzeitlich hatte der Vermittler von einer Drittperson den Hinweisen erhalten, dass es sich beim Kameruner um einen Betrüger handeln würde. Daraufhin informierte er die Kantonspolizei Zürich.

Fahnder verhafteten den Kameruner zwei Tage nach seinem Betrug, als er bei einer Garage in Zürich einen Geländewagen abholen wollte, den er mit einem Teil des erbeuteten Geldes gekauft hatte. Weil der Garagist das Auto zurücknahm, konnte bis auf wenige Tausend Franken praktisch das ganze «investierte» Geld sichergestellt werden. Der fehlende Teil hatte der Mann für persönliche Aufwendungen ausgegeben.

Na klar. „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. Der chemische Prozess der wundersamen Geldvermehrung dauert natürlich eine gewisse Zeit. Ein Vollwaschgang dauert ja auch ungefähr 45 Minuten. Und von der Zeugung bis zur Geburt eines humanoiden Erdlings dauert der Teilungsprozess sogar 9 Monate. Somit war die Erklärung logisch. Schliesslich wird der Vermittler von einer Drittperson aufgeklärt „Hallo! Das ist Geld! Keine Zellteilung!“ Gut, dass es die Polizei gibt.

Der Kameruner verlegt sich zwischenzeitlich auf das, was man mit Bargeld am besten macht: Shopping. Und damit man sich im Grossstadt-Dschungel zurecht findet und er nicht mehr mittels Liane von Geldvermehrung zu Geldvermehrung hangeln muss, besorgt er sich einen passenden SUV mit Navigationssystem. Gut angelegt, wie ich finde. Dumm nur, dass die Polizei bei der Wagenabholung für die direkte Zulassung bereitstand. Die paar Tausender, welche für (weitere) persönliche Aufwendungen zwischen den Fingern zerlaufen sind, kann man als Kolateralschaden bezeichnen. Die Scheine haben einfach die chemische Reinigung nicht überlebt.

Aber nun folgt das Eigentliche:

Das zuständige Bezirksgericht verurteilte den in der Untersuchung geständigen und kooperativen Kameruner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten; der Mann wurde zwischenzeitlich ausgeschafft.

Nachdem die qualitätstechnisch nicht ausgereifte Vollreinigung nicht mehr geleugnet werden konnte, verhielt sich der Kameruner kooperativ und voll geständig.

Das alles half aber nichts: Der Kameruner wurde ausgeschafft.

Ja, wie jetzt? Ich dachte dafür braucht es eine Ausschaffungsinitiative? Das Wahlvolk wurde doch wochenlang vor der Wahl informiert, dass es derzeit so wenig Handhabe gegen kriminelle Ausländer gibt? Die Wahlbeteiligung war zwar lausig. Aber die rechts-konservative Partei, welche diese Initiative lauthals vertrat, wollte doch glaubhaft machen, dass genau das Rechtsmittel der „Ausschaffung“ nicht richtig funktionieren würde? War das „viel Wind um gar nichts“?

Also halten wir fest: Ein Kameruner wurde wegen Betruges ausgeschafft. Ohne die zusätzliche Initiative. Das Rechtsmittel existiert bereits. Punktum.