Auf dem Weg von der Regensburger Dult in die Altstadt waren wir nicht alleine. Tausende von Menschen strömten über die Brücken der Donau. Aus Gesprächsfetzen entnahmen wir, dass die Leute alle auf dem Weg zum „Bus“ waren. Sind die extra wegen der Dulteröffnung mit dem Reisebus oder besser „mit Reisebussen“ angereist? Der Hammer!
Wir bogen am Arnulfsplatz in die Ludwigstrasse Richtung Haidplatz ab – und es wurde deutlich ruhiger. „Verhältnismässig“ müsste es heissen; denn schon am Freitag ist die Regensburger Altstadt mit all den Kneipen, Pubs, Restaurants und Clubs gut besucht. Wir sehnten uns nach dem Dult-Trubel nach einer etwas ruhigeren Location und entschieden uns in die bereits vorgestellte „Oscar-Bar“ zu gehen.
Wir hatten Glück; denn der „Platz zur guten Aussicht“ gleich rechts etwas erhöht am Bogenfenster war frei. Wir rückten Tischgarnitur etwas zurecht, damit wir gemütlich sassen und das Ambiente samt sehr gemütlicher House-Musik geniessen zu können. Mike und mich faszinierte der Weinflaschenhalter. Nein, nicht wegen des Inhaltes (nur Luft) der Flaschen, sondern der Gesamtwirkung von Farbe und Licht. Ach ja, und die hübsche Lady mit langer Glasperlenkette an der Bar faszinierte mich etwas mehr (*miaooouuu*). What shells! Wir bestellten zuerst je ein Bier und lehnten uns in die Stühle, legten die Füsse hoch und gingen unserer Lieblingsbeschäftigung nach: „Beobachten und Kommentieren“.
Das Lokal „Oscar-Bar“ ist wirklich eines meiner Lieblings-Locations. Woran das liegt? Tja, ich bin einfach dort mit der Gesamtsituation zufrieden. Noch dazu, wenn die sonst schon nette Bedienung uns nach dem Bier darauf aufmerksam machte, dass „Happy-Our“ anstand. Und ob wir lieber anstatt des Bieres einen Cocktail haben wollten. Na klar! Mike bestellte einen „Singapore Sling“ in Erinnerung an Bali und „Deja Vu“ und ich orderte einen (ich kann mir den Namen nie merken) – irgendwas „Babbiges“ mit Ananas und Sahne. Bei dem Drink fällt mir immer zuerst Batida de Coco und Ananas ein. Das Leben ist zu kurz, um lange darüber nachzudenken.
Gegen 1:30 Uhr zahlten wir und gingen in die „Schinkenstrasse“. So nenne ich die Pustet-Passage, welche von der Roten-Hahnengasse zur Gesandtenstrasse reicht – gesäumt von Lokalen. Ziel: „Club Scala“. Dort steigt alle 14 Tage eine weitere 80ies-Party. Na denn schau mer mal.
Die Bedienungen können die Massen gar nicht schnell genug zu den Massen bringen. Ja und Allgäuer Emmentaler samt Brezn hat es auch genug. Allerdings sollte man auf den Salzgehalt der Portion achten und ggf. selbst nach Geschmack würzen. Sonst helfen auch noch so viele Massen nicht den anschliessenden Durst zu löschen.
Das linke Bild zeigt eine Fischbraterei. Hier gibt es eine weitere Regensburger Dult-Spezialität, die man nicht auslassen sollte.
Derndl in Dirndl sah man am Eröffnungsabend einige. Die hübschen Jungfern waren am traditionellen Umzug dabei, den wir wieder einmal verpasst haben. Tja, man kann nicht alles haben.
Die beiden Bilder oben stammen vom Glöckl-Zelt. Ich sie zeigen die Stimmung im Zelt recht eindrücklich.
Bei der Runde zurück, kommt man nicht nur an der Geisterbahn vorbei, sondern auch an einem Fahrgeschäft, das wir schon aus frühester Kindheit kannten. Nun ist mir klar, warum ich mir schon damals ein Cabrio gewünscht habe.
Es waren Tausende von Leuten auf der Dult unterwegs und wen trifft man? Willy mit Tochter Emily. Und Emily hing sofort im wahrsten Sinne des Wortes an Knuddelbär Mike und zog ihm die lange Nase lang.
Wir beschlossen im Hahn-Zelt eine Radler-Mass zu genehmigen. Willy besorgte den oben erwähnten Emmentaler mit Brezn, den Emily gleichmässig an die anwesenden verfütterte. Allerdings war eine Unterhaltung im Zelt fast nicht möglich. Die Band heizte den Anwesenden gehörig ein. Somit verabschiedeten wir uns von Willy und Emily nach der Mass und wanderten mit Unmengen von Menschen über die Donaubrücken zur Innenstadt.
Mike erinnerte mich gestern, dass am nächsten Wochenende die „Dult“ anfängt. „Dult“? werdet Ihr jetzt fragen? Aber nur wenn Ihr nicht in der Region um Regensburg wohnt/lebt. Der Ursprung der „Dult“ ist eigentlich ein Kirchenfest. Beispiel hier „Martinsfest“ entspricht nun der „Mai-Dult“. Das Wort kommt soweit ich weiss aus dem „ostgotischen“ *lach* Erinnert mich an Asterix. Ursprünglich wurden bei diesem „ausgelassenen Fest“ (Dult) Waren aller Art feilgeboten. Der „Funfaktor“ mit Fahrgeschäften war dereinst ein Nebeneffekt. Der Begriff „Jahrmarkt“ kann nicht ganz zutreffen, da die Regensburger Dult zwei Mal im Jahr stattfindet – wohl eher „Volksfest“. Einmal im Mai – eben nächstes Wochenende geht es los – und einmal Ende August (24.08. bis 09.09.2007). Die heutige Dult verdanken wir den Stadtamhofern. Stadtamhof liegt auf der anderen Donauseite.
In Regensburg selbst schaffte der damalige Bürgermeister Stobäus die eigene Dult nämlich ab (1875), weil sie nicht mehr zeitgemäss sei. Die Stadtamhofer liessen sich nicht beirren und feierten jedes Jahr zwei Mal „Dult“. Erst mit der Eingemeindung von Stadtamhof (1924) vereinigte man die Kräfte und feierte mit gutem Gewissen gemeinsam auf dem Protzenweiher und in den Strassen von Stadtamhof. Als 1972 der Rhein-Main-Donaukanal und hinter Stadtamhof die Schleuse gebaut wurde, musste die „Dult“ umziehen. Aber nur ein paar Meter. Das Festgelände befindet sich nun zwischen Donau-Kanal und altem Donauarm. Das Auto sollte man zu Hause lassen. Erstens wegen des guten Bieres und zweitens findet man eh keinen Parkplatz. Fahrrad oder Motorroller wäre besser, aber selbst da kontrolliert die Polizei ja bekanntlich und der Schein ist bei überschreiten des Pegels ebenso weg. Wie war der Spruch? „Nehmts a Taxi!“
Geschichten zur Dult fallen mir viele ein. Wo fange ich an. Bei den TOPSIS (Auftritt immer Montags im Glöckl-Zelt) und dem legendären Hit „Da is a Pinguin in meinem Kühlschrank“? Die Gong-FM-Band animiert im Glöckl-Zelt eher die Jugend. Ob die wieder spielen, konnte ich nicht herausfinden. Auch im Hahn-Zelt geht es sicher wieder mächtig ab. Kulinarische Empfehlungen: „Schweins-Haxn“, „Kneitinger-Bier“, „Steckerlfisch“ und zum Abschluss „Fischsemmel“ mit viel Zwiebel.
Leider musste ich feststellen, dass ich nicht ein Bild von vorangegangenen „Dulten“ 🙂 in digitaler Form besitze. Das muss geändert werden. Wer sich das aber jetzt schon ansehen will, was da so in den Bierzelten und Drumherum abgeht, der kann auf der Bildarchivseite der Website nachschauen. Oder gleich die Filme zur Regensburger Dult herunterladen oder im Web ansehen.
Am Freitag geht’s los um 18 Uhr mit einem Festzug vom Haidplatz am Rathaus vorbei über die Steinerne Brücke nach Stadtamhof zum Festgelände. Die Schausteller verteilen Geschenke (diesmal keine Forellen, sondern Brezen, Bierkrüge *aua* und Frei-Chips). Dann sticht der Regensburger Bürgermeister gegen 19 Uhr das erste Fass an und die Anwesenheit beim Feuerwerk um 22 Uhr ist sowieso Tradition und gehört zum Pflichtprogramm.
Ja, Mai! Es war wieder soweit. Traditionell traf man sich an der Ü30er-Party in Regensburg an der Universität in der Mensa. Aber der Reihe nach. Mike und ich fuhren gemütlich von Zürich nach Regensburg. Start-Zeit irgendwann gegen halb Zwei Uhr nachmittags. Es schüttete wie aus Eimern. Die Wischer des Boxster brachten das Wasser gar nicht so schnell von der Scheibe, wie es vom Himmel wieder drauffiel. Und die Wischerblätter sind scheinbar auch nur Sonne gewohnt und hinterliessen Schlieren auf der Frontscheibe. So fuhren wir zuerst ins Glatt-Zentrum – einem Einkaufstempel im Norden von Zürich. Der Migros hat eigentlich alles. Sogar Bosch-Wischerblätter. Aber genau die Nummer, welche mein Boxster benötigt war nicht vorrätig. Somit behandelten wir die Wischerblätter und reinigten diese mit etwas Erfolg. Rauf auf die Autobahn Richtung St. Margreten. Die Fahrt verlief vollkommen reibungslos. Auch durch Bregenz ging es recht zügig. Kein Stau. In Lindau dann die erste „Pinkelpause“ bei McDonalds samt Burgerfassen. Zwar liegen die Teile immer schwer im Magen, aber der Laden liegt halt so günstig. Neuerdings kann man ja dort auch Kuchen und Kaffee bekommen, eine interessante Alternative.
Der Ausbau der A96 Lindau-München schreitet nun endlich messbar voran. Ich denke, dass 2008 das letzte Teilstück abgeschlossen sein wird, was die Fahrzeit nach Regensburg an die 3-Stunden-Grenze bringen wird. Vor München – genauer gesagt beim Wörthsee – plötzlich eine dunkle „Wasserwand“ vor uns. Gerade als ich Mike erzähle, dass ich so etwas schon einmal gesehen hatte, auf der Fahrt von Zug nach Zürich, und da hagelte es schrecklich, begann es schon zu hageln. Ich heulte laut auf und versuchte irgendwie die nächste Brücke zu erreichen. Aber da war keine! Es schüttete wie aus Eimern. Man sah gar nichts mehr. Geschwindigkeit gegen 50 km/h. Schritttempo. Aber Gott sei Dank hörte der Hagel nach nur wenigen Sekunden wieder auf, aber es regnete heftigst. Wir erreichten die Fürstenfelder-Umfahrung und es hörte auch schlagartig wieder zu regnen auf. Die Sonne kam durch und die Strasse war salztrocken. Hier hatte es überhaupt nicht geregnet. Das hiess „Fuss aufs Gaspedal“ und im Rahmen der Geschwindigkeitsbeschränkungen Zeit wettmachen. Wir hatten ja noch einen Termin heute: Die Ü30er-Party.
Wir erreichten Regensburg gegen 20 Uhr und fuhren bei der Uni von der Autobahn. Ein kurzer Schlenker zum Porschehändler auf eine Zigarette, um die neuen und gebrauchten Fahrzeuge der Ausstellung anzusehen. Wie so oft schauten wir uns die Kisten an. Das neue Design mit den wieder runden Scheinwerfern gefällt uns recht gut. Dann fuhren wir auf den Parkplatz von „Lidl“ und kauften im Laden die notwendigsten Lebensmittel ein, um über das Wochenende zu kommen: Kaffee, Brot, Streichkäse, Orangensaft – reicht. Anschliessend ging es zum Westhafen. Wir luden die Habseeligkeiten aus und machten uns „partyfertig“.
Das Taxi kam gegen 22 Uhr an und brachte uns schnurstracks zur Regensburger Uni. Es standen kaum 5 Leute am Kassenwagen an. Sind wir zu früh dran? Auch die Belegung der Räumlichkeiten zeigte uns, dass wir so früh wie noch nie in der Mensa waren. Wir gaben unsere Jacken ab und besorgten uns ein Bier für die Suche nach der „Coolen Gang“. Annette, Bettina, Karina und Regina hatten sich per Mail mit uns verabredet. Und tatsächlich, am Stammplatz vom letzten Mal standen die vier und waren schon recht gut gelaunt. Wir ratschten und blödelten eine Weile. Annette hielt missmutig die Wasserflasche in der Hand – heute war sie der „Pfarrer“ äh „Fahrer“ der Mädels. Dafür hatte Tina ihren neuen Freund dabei und grinste über beide Ohren.
Nachdem der DJ endlich etwas tanzbare Musik auf den Plattenteller legte, eroberten wir uns ein Plätzchen auf der Tanzfläche und bewegten unsere Knochen mehr oder weniger zum Takt. Aber eigentlich plauderten wir auf der Tanzfläche weiter und blödelten herum. Der DJ schien ein eingeschränktes CD-Portfolio eingesteckt zu haben und die 80er-Musik nur vom Hörensagen zu kennen; denn was da an teils langweiliger und untanzbarer Musik aus den Boxen quoll, bewog uns zu längeren Pausen. Macht nix. Wir besorgten uns getränkemässigen Nachschub und lachten viel über uns und manchmal über andere.
Mike kreierte einen neuen Massentanz – frei nach „Alles ist wie immer – nur schlimmer!“ Bernd das Brot. Die Bewegungen dazu sind leicht erklärt. Man nehme die Arme unter die Achseln und strecke die Hände zur Seite. Dazu bewege man sich unbeholfen möglichst ausserhalb des Taktes. Siehe Bild oben links in einer kurzen Momentaufnahme der Choreographie von Mike. Diese neue Tanzmasche fand regen Anklang unter den Anwesenden und somit viele Nachahmer. Dass die Bewegungen und Schritte nicht ganz so einfach nachzumachen sind, wie es aussieht, erkennt man am Bild oben rechts. Gell, Regina 🙂 Aber das üben wir das nächste Mal bis zur Perfektion.
Gegen halb Zwei Uhr morgens lichteten sich die Reihen im „Mainfloor“ schon deutlich und Regina und ich schwangen das Tanzbein – Discofox in Reinnatur. Die Hebefigur kam wieder nicht zustande. Nein, nicht weil wir es nicht konnten, sondern weil der DJ einfach den Song von „DirtyDancing“ nicht dabei zu haben schien. Nachdem wir ein paar Löcher in das Parkett gedreht hatten, benötigten wir eine kurze Verschnaufpause und genehmigten uns einen Kaffee im „Chillout-Bereich“. Dabei stellten wir fest, dass ein Zelt aufgebaut war. Man konnte sich dort massieren lassen. Prompt fiel uns die Story von Bali ein „We don’t need a Taxi and we had a massass yet!“ Tatsächlich, es gibt Leut‘ die sich auf der Ü30er-Party massieren lassen. Cooool! 😉
Nach der Kaffeepause „strömten“ wir zurück in den „Mainfloor-Bereich“ und tanzten bis die Lichter angingen. Nur Tina verabschiedete sich „komischerweise“ recht früh. Sie war ja sooo müde 😉 hähä. Wir verabschiedeten uns und Karina fuhr Mike und mich freundlicherweise nach Hause. Gegen halb Sechs morgens fielen wir ins Bett. Es war wieder ein toller Abend und hat viel Spass gemacht. Man sieht, hört und liest sich!
Der jeweils am ersten Sonntag im Mai stattfindende (ausser 2005) «Love Ride» Switzerland ist eine Benefizveranstaltung zu Gunsten muskelkranker und behinderter Menschen. Der erzielte Erlös aus der Veranstaltung, sei es aus dem Ticket- und Souvenirverkauf oder durch die Essens- und Getränkeabgabe usw., kommt vollumfänglich den muskelkranken und behinderten Menschen zugute. Dies ist nur dank den ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern am Veranstaltungswochenende und mit der grosszügigen Unterstützung von zahlreichen Sponsoren möglich.
Der Love Ride Switzerland ist sowohl die grösste Benefizveranstaltung dieser Art in Europa wie auch der grösste Anlass der schweizerischen Harley-Davidson-Szene. Herzlich willkommen sind jedoch auch Fahrerinnen und Fahrer anderer Marken sowie Besucherinnen und Besucher ohne Motorrad. Den Höhepunkt des Tages bildet die Ausfahrt der Bikes, der eigentliche «Love Ride».
Am Dienstag schliefen sich Mike und ich erst einmal aus. Erst gegen Mittag rappelten wir uns hoch, setzten Kaffee auf und schauten bei Schweiz Touristik im Internet nach, was am „Tag der Arbeit“ – einem Feiertag – für interessante Veranstaltungen anstehen würden. Wir entschlossen uns die „Arbon Classics“ zu besuchen – einem Oldtimer-Treffen.
Das erste Stück fuhren wir über die Autobahn. Was allerdings bei dem Wetter ziemlich langweilig erschien. Deshalb bogen wir Richtung Konstanz ab, um möglichst schnell den Bodensee zu sehen. Auf der Fahrt entdeckten wir eine schöne Gartenbeiz in Ottoberg „Wirtschaft Weinberg“. Wir genehmigten uns einen Kaffee und eine Sachertorte. Und ein Apfelschorle – schliesslich mussten wir auf unsere Figur achten 🙂
Die Beiz „Wirtschaft Weinberg“ in Ottoberg ist wirklich empfehlenswert. Schöne Aussicht, sehr schöner Sitzplatz teils in der Sonne, teils im Schatten und eine sehr zuvorkommende Bedienung. Die Preise sind kommod.
Nach der kleinen Stärkung konnte es weiter gehen. Wir erreichten schliesslich den Bodensee bei Kreuzlingen und fuhren die an diesem Tag vielbefahrene Uferstrasse weiter nach Arbon. Auf dem Weg kamen uns schon einige nette Oldtimer entgegen.
In Arbon suchten wir uns einen Parkplatz auf dem Sauerer-Gelände. Und konnten noch miterleben, wie eine alte Dampflok den Bahnhof von Arbon verliess. Dann wanderten wir Richtung Uferpromenade. Leider waren nur noch wenige Oldtimer geparkt. Es war 17 Uhr und die Veranstaltung neigte sich ihrem Ende,
Wir drehten eine Runde und gingen zurück zum Parkplatz. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine andere antike Dampflokomotive, die gerade zur Ausfahrt hergerichtet wurde.
Nachdem der Zug an uns vorbei gefahren war, schlenderten wir zum Parkplatz zurück. Wir verliessen Arbon mit dem Ziel Richtung St. Gallen und dann weiter zur Schwägalp zu fahren – immer Richtung Sonnenuntergang 😉
Arbon war und ist ein bedeutendes technisches Zentrum. Die Gegenwart findet man in Arbon jeden Tag. Die Vergangenheit wird am 1. Mai 2007 wieder lebendig: Zu Wasser, auf der Schiene, auf der Strasse kommen Oldtimer nach Arbon, schöne alte Personenwagen, Motorräder, Vespas, mehrere Dampfzüge mit grossen Dampflokomotiven, das königlich württembergische Dampfschiff Hohentwiel, ein Dampfboot, die „Mars“, die Lastwagen und Postautos aus dem SAURER-Museum, und viele Zuschauer!!
Montag 30. April 2007. Einen Tag vor dem „Tag der Arbeit“. Mike und ich sassen gegen 21:30 Uhr noch auf dem Sofa und dösten vor uns hin. Bis das Natel „pingt“ – eine SMS. Eleni schrieb, sie sei im „Rimini“ – wo wir stecken würden. Ja, stimmt. Eigentlich wollten wir ja schon eher dort sein. Nur war das WE so anstrengend und ich durfte am Montag arbeiten. Ich schrieb an Eleni, dass wir in 40 Minuten im „Rimini“ sein würden. Dann weckte ich Mike, der schnaubend erwachte.
In einer Rekordzeit von 10 Minuten waren wir „ausgangsfertig“. Wir bestiegen das Fahrzeug und steuerten den Bahnhof Zürich an. Dort gleich in der Nähe befindet sich die „Rimini Bar“ – eigentlich eine „Männerbadi“. Das heisst am Tag (bis 17 Uhr) dürfen dort nur „Männer“ rein und im Schanzengraben kraulen. Abends ist Barbetrieb – natürlich gemischt. Ja, das gibt es wirklich in Züri. Es gibt auch eine Frauenbadi! Die liegt direkt an der Limmat bei der Quaibrücke. Dort ist es geschlechtermässig genau umgekehrt.
Am Montag eröffnete die „Rimini-Bar“ offiziell die Freibadsaison mit einem kleinen gemütlichem Fest. Es wurde gegrillt (grilliert) und man konnte sich gemütlich auf die Teppiche und Kissen einrichten.
Das Ambiente ist traumhaft. Das „Rimini“ liegt direkt über dem Schanzengraben. Man läuft auf Holzplanken. Die Mädels sollten somit auf Stöckelschuhe verzichten und sich etwas bequemes anlegen. Grilliert wurde nicht mehr. Wir bestellten uns ein Bier und genossen den lauen Abend samt wunderschöner Ausleuchtung der Szene. Es ist gemütlich ruhig. Keine Musik im Hintergrund stört evtl. Diskussionen. Und es wird viel „geratscht“. Die Preise für Getränke sind kommod. Wer noch so spät Hunger verspürt, für den besteht die Möglichkeit sich eine leckere Pizza zu bestellen.
Aber: Eleni ist nicht mehr da. Wir haben wirklich nur 40 Minuten gebraucht. Ich schicke ihr eine SMS und sie antwortet kurz darauf, dass sie weiter gezogen wäre. Sie befände sich in der „Talacker Bar“. Ja, wo ist die denn? Wir tranken unsere Biere aus und machten uns auf die Suche. Auf dem Weg zurück fragte ich einen Entgegenkommenden nach dem Weg. Natürlich kenne er diese! Und ich eigentlich auch. Aber nur vom „Vorbeigehen“. Die „Talacker Bar“ befindet sich gleich gegenüber vom „Kaufleuten“. Da war ich ja erst mit Chris – und zwar arbeitsmässig – wirklich!
Wir betreten die „Talacker Bar“. Direkt vor dem Fenster auf einem bunten Sofa sass Eleni in einer grösseren Gruppe von Freunden. Die Bar sieht interessant aus. Dicker Teppich am Boden. Die Sofas haben sämtlich verschiedene Bezüge. Aus den Lautsprecherboxen dröhnt Musik – welche Richtung – undefinierbar. Trotzdem telefoniert ein Mittvierziger direkt an der Bar mit seinem Natel. Und das lautstark. Spannendes Ambiente: Zum Platz hin deckenhohe Fenster, in einem Eck eine überdimensionale Lichtorgel Marke Eigenbau, an der Wand überdimensionale Pudel als Wandschmuck. Und dazu die erwähnten Sofas.
Eleni ist mit Freund Vasili und einer grösseren Gruppe Freunden anwesend. Sie erzählt mir, dass Geburtstag gefeiert wird. Daher wird wenig Zeit sein zum „Ratschen“. No prob. Wir schlürfe unser „Panasche“ (Radler) und rauchen derweil eine. Es gibt eh mehr zu beobachten und zu kommentieren.
Nach etwa einer halben Stunde – gegen 23:30 Uhr – verabschieden wir uns von Eleni und Vasili und schlendern Richtung „Kaufleuten“. Vor dem Club stehen Unmengen von Männern (?) an – ausschliesslich. Heute steht doch „10 Jahre Mezzanotte“ an. Ohne Frauen? Kann ja wohl nicht sein. Wir entscheiden uns zum Auto zurück zu gehen. Moni hatte in der Arbeit verlauten lassen, dass sie mit einer Freundin im „Club Bolero“ in Winterthur sei. Wir bräuchten nur eine SMS schreiben. Das taten wir. Wir erreichten das Auto und steuerten durch das abendliche Zürich Richtung Autobahn.
Kurz nach Mitternacht erreichen wir Winterthur. Das „Bolero“ befindet sich in der Nähe des Bahnhofs. Ich biege zum Parkhaus ab. Es ist voll belegt. Dann steuere ich direkt zum Parkplatz des „Bolero“. Dort steht ein Kassier in einem kleinen Holzhäuschen und verlangt 8 CHF Parkgebühr. Ich folge dem Winken eines Platzanweisers und stelle fest, dass das „Bolero“ gut besucht sein muss. Kurz vor den Bahngleisen hält mich der Platzanweiser auf. Er fragt „Wollen Sie zum Ausgang oder einen Parkplatz?“ Ich antworte: „Ein Parkplatz wär nicht schlecht!“
Er greift zum Walki-Talki und spricht recht ernst mit seinem Kollegen. Er hätte hier einen neuen Porsche Boxster, warum der Kollege mich nicht gleich aufgehalten hätte. Ich schaue Mike verwundert an – Mike schaut mich mit hochgezogener Stirn fragend an. Der Platzanweiser meint, ich solle umdrehen, der Kollege würde mich einweisen. Also zurück zum Eingang. Tatsächlich, da steht direkt vor dem Eingang des „Bolero“ an einer Rampe der Kollege-Platzanweiser. Er nimmt eine Pylone von einem leeren Parkplatz und weist mich an rückwärts einzuparken. Dann entschuldigt er sich vielmals bei mir, dass er mich nicht gesehen hätte und ich solle doch bitte das nächste Mal gleich an Zahlhäuschen Bescheid geben. Man hätte immer eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen reserviert – direkt vor dem Eingang. Mike schaut mich immer noch fragend an – ich versteh’s auch nicht und zucke verlegen mit den Schultern. Neben meinem Boxster steht noch ein weiterer 911er und dahinter noch ein Boxster. Ok, dann gibt man sich scheinbar hier echt Mühe. Vallet-Parking kommt demnächst noch? Cool! 😉
Die Treppe zum Eingang frage ich Mike leise „Soll ich mit dem Schlüssel am Membereingang winken oder gehen wir zum Gästeeingang?“. Mike lacht. Wir gehen zum Gästeeingang. Und ich falle fast über das Drehkreuz. Es hält mich nämlich auf. Mike deutet auf die Ampel über der Tür. Diese steht auf „Warten“. Kurz darauf öffnet ein Security kritisch blickend die Tür. Wir bezahlen 20 CHF pro Person und bekommen einen „unsichtbaren“ Stempel. Vorteilhaft, da man sich mit der üblichen schwarzen oder blauen Stempelfarbe das Hemd und/oder die Jeans versaut.
Im vorderen Bereich des „Bolero“ befindet sich die Garderobe und eine schöne Loungezone mit Clubsesseln und vielen Kerzen, welche die Szenerie in ein warmes Licht tauchen. Die Musik kommt standesgemäss aus JBL-Boxen. Ein DJ versteckt sich neben der langen Bar und legt gemütliche House-Musik auf. Wir steuern den Mainfloor an. Interessanterweise dröhnt dort R&B-Musik aus den Lautsprechern. Der Mainfloor ist gut besucht. Kurz hinter der Kontrolle – der unsichtbare Stempel – stauen sich die Gäste. Wir biegen gleich rechts ab und steigen die Treppe zum „Platz zur guten Aussicht mit Quelle“ im 1. Stock an. Mike findet einen Platz direkt mit Blick zur Tanzfläche – ich stelle mich an der Bar an und bestelle zwei „Heinecken“.
Kurz darauf geht die Party los. House-Musik ist angesagt. Auf einem Podest in der Mitte der Tanzfläche räkeln sich die leuchtend grün bekleidete Damen – auch auf der Bühne beim DJ. Wir geniessen die Musik und gehen unserer Lieblingstätigkeit nach „Beobachten und Kommentieren“. Gegen 3 Uhr morgens treten wir den Rückzug an. Langsam schlägt wieder die Müdigkeit vom anstrengenden Wochenende durch.
Rimini Bar
Am Schanzengraben
8002 Zürich
Tel: +41 44 211 95 94 www.rimini.ch
Ich komme zu gar nichts mehr hier im Blog-Tagebuch. Mike ist seit Freitag in Zürich und wir sind eigentlich nur unterwegs. Samstag fuhren wir ins Rheintal nach Altstätten – natürlich liessen wir uns Zeit und genossen das Wetter. Es ging zur RHEMA zum Auftritt von Trashdeluxe. Da ging schon die Post ab. Anschliessend feierten wir mit Benno, Fredy und Lippi auf der grössten Regionalmesse ab bis in die Morgenstunden. Hammermässig! Die Pix kommen noch!
Heute morgen ging es gleich recht früh (10 Uhr) wieder los. Wir trafen uns mit Fercho beim Mövenpick im Sihltal. Mit zwei SLK und einem Boxster ging es zur Ausfahrt Richtung Luzern, Brüningpass, Brienz, Thun und zurück über das Entlebuch. Gegen 19 Uhr kamen wir wieder in Zürich ein und schlossen den Abend mit einem gemütlichen Mahl „In der Ey“ ab.
Und hier das Video von der Ausfahrt – wir sind wirklich fast nur gefahren:
Nachdem wir das Bandwerkzeug im Tourbus verstaut hatten, wanderten wir durch die Zeltgassen immer dem Sound nach. Mike und ich konnten unseren Augen nicht trauen. So etwas wäre in Regensburg unmöglich. Ab 22 Uhr wird auf der „Dult“ die Musik abgedreht. Hier auf der RHEMA ist das ganz anders. Hier geht die Party um diese Zeit erst so richtig los! Vom Eingang her strömten Unmengen von Leuten auf das Messegelände. Aus den drei Partyzelten dröhnte die Musik, dass es eine reine Pracht war.
Wir genehmigten uns zuerst ein Bier im „Verbindungszelt“. Das lag genau in der Mitte der Partyzelte. Wir setzten uns auf an einen Biertisch und beobachteten die herumlaufenden Menschenmengen. Dann teilten wir uns auf, um Ursula zu suchen.
Früher traf man sich auf den Dorffesten – heute trifft man sich auf der RHEMA! Drei riesige Partyzelte! Jedes um die 1000 Quadratmeter. In jedem mindestens 10 Bars! Der Alkoholkonsum muss enorm sein. Mike konnte keine Bierpipeline finden, aber irgendwo musste eine vergraben sein.
Ich nahm mir das Partyzelt vor, welches wie ein dreimastiges Zirkuszelt aufgebaut war. Es ist aber vollkommen unmöglich hier jemanden zu finden.
Dann kam Fredy auf die geniale Idee im „Saloon“ nachzusehen. Dort wird Rockmusik gespielt. Ja, welch ein Zufall! Ursula und der Rest der Gang waren dort tatsächlich auf der Terrasse.
Eigentlich wollten Benno, Fredy und Lippi schon gegen Mitternacht gehen. Aber ich konnte die Drei noch auf ein Verlängerungsbier überreden. Ja, und wie die das Leben eben so spielt, blieben die Jungs noch bis um 1:30 Uhr. Ich trank schon das dritte Cola – als Fahrer muss man clean bleiben. Ich hasse Cola! Das nächste Mal übernachten wir wieder in einem der „Promille-Zimmer“, welche Lippi und Fredy parat halten. Und der nächste Gig von „Trashdeluxe“ kommt bestimmt. Soviel ist sicher! Es hat riesig Spass gemacht!