13.10.2026 – Als die Kanaren aus Armut auswanderten


An die grosse Auswanderungswelle erinnert heute das Monument „Mirador del Emigranten“ mit Blick auf die dereinst vom Vulkanausbruch verschüttet Bucht von Garachico. Die Figur trägt einen Koffer, wo das Herz sonst sitzt ist ein grosses Loch. Dieses symbolisiert das auf der Insel zurückgebliebene Herz.

KANAREN EINST UND JETZT
„SO DUMM WIE EIN INSELBEWOHNER“ – DIE VERGESSENE SEITE DER KANARISCHEN AUSWANDERUNG

Heute gelten die Kanaren als Urlaubsparadies. Doch über Jahrhunderte waren Armut, Dürren und fehlende Zukunftsperspektiven für viele Inselbewohner bittere Realität. Hunderttausende suchten ihr Glück jenseits des Atlantiks, vor allem in Kuba, Venezuela und Uruguay.

Wir kennen die Geschichten der Indianos, jener Auswanderer, die wohlhabend zurückkehrten und prächtige Häuser errichteten. Doch für viele andere verlief die Geschichte ganz anders.

ALS KANARIER MENSCHEN ZWEITER KLASSE WAREN

In Kuba wurden kanarische Einwanderer mit abwertenden Redewendungen wie «Eres más bruto que un isleño» verspottet. Man hielt sie für ungebildete, sture Bauern. In Teilen der Karibik bezeichnete man sie als blancos de orilla – Weisse am Rande der Gesellschaft.

Viele arbeiteten unter härtesten Bedingungen auf Tabak- und Zuckerrohrplantagen. Im 19. Jahrhundert gerieten Auswanderer durch sogenannte Contratas, Arbeitsverträge zur Finanzierung ihrer Überfahrt, in jahrelange Abhängigkeit von Plantagenbesitzern.

MIT GEISTERSCHIFFEN NACH VENEZUELA

Nach dem Spanischen Bürgerkrieg flohen erneut Tausende Kanarier vor Armut und Perspektivlosigkeit. Zwischen 1948 und 1951 überquerten viele auf kleinen, überfüllten Segelschiffen heimlich den Atlantik.

Diese Veleros Fantasma, Geisterschiffe, waren häufig kaum seetüchtig. Die Überfahrt dauerte Wochen. Wer Venezuela erreichte, musste mit Festnahme und Internierung rechnen.

EINE GESCHICHTE, DIE WIR NICHT VERGESSEN SOLLTEN

Die kanarische Auswanderung hat bis heute tiefe Spuren hinterlassen. Venezuela wird auf den Inseln nicht zufällig als die «achte Insel» bezeichnet.

Und die Geschichte erinnert uns an etwas, das angesichts der heutigen Flüchtlingsboote leicht vergessen geht:

Vor nicht allzu langer Zeit waren es die Kanarier, die auf überfüllten Booten den Atlantik überquerten, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sahen.

Link zur ganzen Geschichte: https://tenerifeessential.com/2026/10/11/er-ist-so-stur-wie-ein-inselbewohner-die-vergessene-seite-der-kanarischen/

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