21.05.2025 – Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Das ungleiche Paar. 1530. Wittenberg

21. Mai 2025

Der verliebte Greis wird Opfer einer jungen Frau. Durchtrieben blickt sie zum Betrachter und macht ihn zum Komplizen. Das Thema des „Ungleichen Paares“ wurde in vielen Varianten dargestellt. Es ermahnte den Betrachter zur Beherrschung seiner Triebe.

Das Thema der „Buhlschaft“ erfreute sich seit dem 15. Jahrh. großer Beliebtheit; eine andere Quelle des „ungleichen Paares“ bildete die variationsreiche Darstellung des „Liebesnarren“, wie er in Liebesgärten und Freudenhäusern sich findet. Auch Hans Baldung Grien behandelte z.B. das Thema: (1) Kupferstich 1507 (vgl. Matthias Mende: Hans Baldung Grien. Das graphische Werk. Vollständiger Bildkatalog der Einzelholzschnitte, Buchillustrationen und Kupferstiche. Unterschneidheim 1978, Nr. 547 und Abb.), (2) Gemälde 1527 und 1528 (Liverpool, Walker Art Gallery, und Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle; vgl. von der Osten 1983: Baldung, Kat.Nr. 61, 62, Tf. 133, 134). Cranach hat dem Thema des ungleichen Paares eine Vielzahl von Varianten abgewonnen, im Ausnahmefall auch die liebestolle Alte mit dem jungen Burschen gemalt (Budapest, Museum der bildenden Künste, Inv. Nr. 137; vgl. Friedländer u. Rosenberg 1932, Nr. 131; 1979, Nr. 154 jeweils mit Abb.). Gm 218 liegt allerdings eine konkrete Anekdote, überliefert als Deckfarbenmalerei mit der Darstellung des sog. Tucherschen Münzorakels zugrunde (Bild und Text im Pfinzingschen Geschlechterbuch aus den Jahren um 1620, Bl. 11 (Frhr. v. Hallersche Familienstiftung, Pfinzing-Archiv GB 437, Nürnberg-Großgründlach; s. auch: Georg Frhr. v. Kreß: Aus einem Pfinzing’schen Geschlechtsbuche. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bd. 4, 1882, S. 212-214 und weitere Lit.-Angaben bei Löcher 1997, S. 142). Dementsprechend gibt das Oettingen-Wallersteinische Grundbuch das ungleiche Paar als Darstellung des Bürgermeisters Tucher von Nürnberg und seiner Magd aus. Es heißt dort, die Verwandschaft hätte das Bild ihm zum Spott malen lassen und damit erreicht, daß er die Magd heiratet.

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