Sind Fische tatsächlich dumm? Oder halten die Menschen sie nur dafür? Fische gelten gemeinhin als stumme, ausdruckslose Wesen ohne Gedächtnis, Gefühle oder sogar ohne Schmerzempfinden. Dabei entdeckt die Wissenschaft immer neue, erstaunliche Eigenschaften und Fähigkeiten der Wasserbewohner.
So verfügen sie anscheinend über ein reges Sozialleben, große Anpassungsfähigkeit und echte Emotionen. „Fische – Schlauer als gedacht?“ ist eine humorvolle und lehrreiche Entdeckungsreise durch die wundersame Wasserwelt, vom Goldfischglas im Wohnzimmer über exotische Korallenriffe bis in die türkisblauen Lagunen von Moorea. Die Dokumentation hinterfragt dabei auch ganz allgemein das Verhältnis des Menschen zur Intelligenz der Tiere.
Heute besuchte ich eine Terraristik und Aquaristik Messe in Glattbrugg. Trotz strömenden Regen und nur 13 Grad standen etwa 100 Personen vor dem Eingang an, um sich Registrieren zu lassen. Die grosse Halle war bereits sehr gut gefüllt und an Corona Mindestabstände war nicht zu denken. Innen bestand Mundschutzpflicht, aber die Viren wissen das ja nicht.
Die Menschen standen trotz strömenden Regen brav an.
Nach 10 CHF Eintritt und Kontrolle der Registrierung stellte ich allerdings fest, dass es sich innerhalb der Halle komplett um Terrarien drehte. Es wimmelt von Kriech- und Krabbeltieren an allen Tischen. Sogar tiefgefrorene Mäuse konnte man erstehen – für Schlangen. Nur Pascal hatte ein paar Becken dabei und war heftig mit dem Verkauf der darin befindlichen Fische beschäftigt.
So war keine Zeit zum Plaudern. Also drehte ich eine schnelle Runde und bleib bei einem grossen Stand mit allerlei Wurzeln hängen. Ich wählte drei verschieden grosse Wurzeln aus, bezahlte und verschwand nach kurzer Zeit wieder aus der Halle.
Der Plan war ja ursprünglich ein paar Pflanzen zu besorgen. Auch könnte ich Armano Garnelen brauchen für das neue „HighSoilTank“ Projekt. Aber ich hatte zumindest Wurzeln. Und mit Pascal kann ich mich auch mal außerhalb der Reihe treffen.
Die Wurzeln gingen zuerst in der Badewanne heiss duschen und verblieben dort für eine Stunde.
Nun hat das „HighSoilBecken“ nun eine grosse Wurzel. Auch das „Whitesands“ bekam eine weitere Wurzel, die ich noch mit einem Stein beschwerte. Eine Wurzel liegt auf Reserve, sollte ich das Säulenbecken noch reaktivieren.
Dem „Fensterbankbecken“ geht es übrigens blendend. Die Pflanzen wachsen ohne Ende – teils aus dem Becken hinaus. Der kleine AquaEl Micro bewegt leicht das Wasser. Die Temperatur wird mit Heizstab über 20 Grad gehalten, was aktuell ja nötig ist.
Hier ein Video vom aktuellen Stand des „Fensterbankbeckens“. Es ist nun einen Monat in Betrieb. Die Pflanzen wachsen teils zum Becken oben heraus. Den leeren Filter werde ich durch einen kleinen AquaEl MicroPlus ersetzen, damit etwas Strömung erzeugt wird. Ausserdem ist ein Pärchen Honigguramis eingezogen.
Verrückte Idee? Nein, eher nicht. „Aquaponic“ nennt sich eine Methode, in welcher man mit Aquarienfischen bzw. deren Ausscheidungen Salate und Tomaten zum wachsen bringt. „Urban Farmers“ in Basel praktizieren diese Methoden im grossen Massstab und MIGROS verkauft das Gemüse nun im MPARC in Basel. „Aquaponic“ verbindet Aquakultur (Aufzucht von Fischen) mit der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur
Schon die Azteken verbanden Hydroponik, Landwirtschaft im Wasser, mit Fischerei. In „Chinampas„, schwimmenden Gärten, kultivierten sie Mais, Bohnen, Tomaten in seichten Seegebieten. Auch in Asien hat die Technik eine lange Tradition. Schon vor 1000 Jahren verbanden Chinesen Reisfelder mit Fischbecken. Die derzeitige Renaissance des Prinzips erreicht auch die Industriestaaten: Das Unternehmen „Sweetwater Organics“ in Milwaukee etwa kultiviert 80 000 Barsche und Tilapia in einer alten Fabrik und produziert wöchentlich über 70 Kilogramm Gemüse. In Berlin ist für 2013 der Bau einer 1800-Quadratmeter-Anlage geplant, die pro Jahr 35 Tonnen Gemüse und elf Tonnen Fisch produzieren soll. Nach einem Patent des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei soll sie mit zwei entkoppelten Wasserkreisläufen arbeiten, die bei pH-Wert und Nährstoffen jeweils für Fisch oder Gemüse optimiert sind.
Gerade auf einen sehr interessanten Artikel auf „DATZ – Die Aquarien- und Terrarienzeitschrift“ gefunden:
„Thailand gehört zu den wichtigsten Produktions- und Exportländern für Aquarienfische. Fische haben sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Über 3000 meist kleine Familienbetriebe leben von der Fischzucht. Das Directorate of Fisheries betreut, unterstützt und reguliert die Branche.
Aquarienfische haben ein hohes Wertpotenzial. Das Geschäft mit den kleinen bunten Fischen, die weltweit in vielen Millionen Aquarien gehalten werden, ist lukrativer, als mancher vermutet. Wie lohnend es ist, lässt sich jedoch nur erahnen, denn Produktion und Export sind unzureichend erfasst. Die „Sensoren“ und Daten, mit denen Zoll und andere Behörden die Warenbewegungen bei Fischen registrieren, sind eher auf Essbares, also Filets, Tiefkühlprodukte und Convenience, ausgerichtet als auf lebende Fischchen, die in Plastikbeuteln schwimmen.“
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