Gabriele Pauli – Austritt aus der CSU?

23. November 2007

Nach der Arbeit fuhr ich gegen 20 Uhr ins Lokal „In der Ey“. Vorher hatte ich Mike angerufen und ihn daran erinnert, dass wir uns heute mit Tom ein Sperlix-Treffen vereinbart hatten. Das Lokal war gut gefüllt. Im Restaurationsbereich war jeder Tisch besetzt. Ich setzte mich an die Bar und nahm die Zeitung „Tagesanzeiger“ neben mir aus dem Regal, um etwas darin zu blättern.

„Es flimmert wieder an der Bahnhofstrasse„. Die kultige Weihnachtsbeleuchtung brennt seit 16 Uhr über den Köpfen der Weihnachtshopper. „Weihnachtshopper“ ein neues Modewort für gestresste Shopper auf der Suche nach dem perfekten Geschenk für die Lieben. „Heisst es Weihnacht-Shopper oder Weihnachts-Hopper?“ grüble ich kurz.

Wie jedes Jahr werde ich sicherlich am letzten Tag auf die Suche gehen. Weihnachten? Traditionell steht das Abendessen bei Mam (Schlesischer Kartoffelsalat und Bratwürstl mit Zwiebel und Senf) auf dem Terminplan. Anschliessend ein absolutes Muss: Weihnachtsparty im Zap. 

„England-Trainer muss gehen“  Das war zu erwarten. Nach dem verdienten Sieg der Kroatier gestern ist „Football not coming home“, sondern „Ohne England fahr’n wir zur EM“ angesagt.

„Hagelsturm Kolumbiens Hauptstadt Bogotá versinkt im Eis.“ Das wird Fernando G. de la Catastrophos sicher interessieren. Und: Hoffentlich streuen die jetzt dort nicht mit „Schnee“.

„Grosser Ansturm auf Radar-Internetseite“ Zwei Informatikstudenten zeigen auf einer Realtime-Landkarte sämtlich Flugbewegungen rund um Zürich. Durch den hohen Zuspruch der Internetnutzer musste die Anwendung auf einen leistungsfähigeren Server umziehen und ist wieder online.

Im Politikteil ein Bild von Gabriele Pauli. (Leider finde ich den Artikel nicht online). „Gabriele Pauli verlässt die CSU“. Das war zu erwarten. Nachdem Beckstein Huber nicht auf sie zugegangen seien, um ein Gespräch zu suchen kündigt sie im Lifestyle-Magazin „Vanity Fair“ ihren Austritt an. Ihre Zukunft lässt sie noch offen. Entweder tritt sie einer anderen Partei bei oder gründet gleich selbst eine. „Wie mag die dann heissen? CPU (Christliche Pauli Union)? ESP (Ehe-Sharing-Partei)?“ Schade ist der Austritt alle mal. Denn die Frau brachte etwas Farbe in die CSU. Nicht nur wegen der roten Haare und de Töff-Hobby, sondern wegen ihrer für bayerische Verhältnisse revolutionären Gedanken. Welche sie auch noch offen im Wahlprogramm aussprach.

Tja, Querdenker haben es schwer. Die Erde ist eine Scheibe. Und die Sonne kreist darum herum. Nun geht es für Pauli ab in die Bedeutungslosigkeit? Ein rotes Sternchen fällt über den Tellerrand. Der Dollar verfällt auch zusehens. Um über 35% seit dem Antritt von George. Die Immobilienkriese trägt zusätzlich zu den Ängsten auf dem Börsenmarkt bei. Der Goldpreis steigt dafür stetig. Wie auch der Ölpreis. Wenn das Weihnachtsgeschäft in den USA zusammen mit den Arbeitsmarktzahlen auch noch schlecht ausfällt, dann (ich schaue in die Glaskugel) kommt eine Wirtschaftsrezession. Ganz langsam. 2008 wird ein interessantes Jahr. Auch für Gabriele Pauli.

 Mike Fashion VictimTom und Peter

Mike kommt kurze Zeit später zur Tür herein. Um halb Neun trifft Tom ein. Wir plaudern, lachen und blödeln. Essen „Schnipo“ und trinken „Turbinenbräu-Bier“. Mike flirtet nebenbei mit einer Lady am Nebentisch. Bis er feststellt, dass sie schwanger ist. Tom erzählt von seinen Zug-Reise-Abenteuern nach München und zurück, Zugabteilen ohne Licht, quängelnden Kindern und verspäteten Zügen. Begutachten Mike’s Outfit und outen ihn als Fashion-Victim. Wir lachen über Stangenglasböden-Brillengläser und Tatoos am Ende des Rückens, sowie Anzugträger ohne Socken, aber mit Kindersärgen am Fuss. Noch ein Monat, dann kommt das Christkind.


Video des Tages – „Prinzesschen“ von Lafee

22. November 2007

Auf der Originalseite von Dailymotion ist sogar der Text ins Französiche übersetzt.


Der Knigge Swiss-Edition – Zürichdeutsch lernen leicht gemacht

21. November 2007

Wie im Knigge „Swiss-Edition“ (Teil 1) unter Punkt 3 erwähnte, unterscheidet sich das Hochdeutsch stark vom Dialekt „Schwiizertüütsch“. Einer der vielen Dialekte in der Schweiz ist das „Züridütsch“. Auf der Suche nach Tondokumenten stolperte ich über die Website der „Stiftung Pro-Zurituutsch„. Die Stiftung beschreibt ihren Zweck folgendermassen:

Die Stiftung bezweckt die Unterstützung und Förderung literarischer Produktion (eigenständige Werke und Übersetzungen) im Züricher Dialekt. Insbesondere wird die vom Stifter bevorzugte Schreibweise „Zurituutsch“ gefördert. Die Förderung kann in verschiedenster Art erfolgen. Durch die Publikation von Dialekttexten soll das „Zurituutsch“ der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Das Ziel der Website:

Zürichdeutsch ist eine in der Schweiz gesprochene Alemannische (d.h. Süd–Deutsche) Sprache. Hier können Sie sich Beispiele in dieser Sprache anhören, herunterladen und bestellen, mehr über den Aufbau von Zürichdeutsch erfahren und die Aussprache von Zürichdeutsch lernen.

Mit Bedacht hat man auf dieser Website die Einleitung auch auf Hochdeutsch beschrieben; denn auf „Zurituutsch“ geschrieben, sieht das dann so aus:

Ouf em PodCast cha me jétz lose, làse ound lade: verschideni Gsprèuhch i Form vo Abhandlige, en Pricht, béràits e Chourzgschicht ound es séll na méé gèè. Nou schnàll en Klick ound ouhslàse.

In der Sammlung der Hörbeispiele sind bereits einige Podcasts zusammen gekommen. Parallel kann man den Zurituutschen Text lesen. Zum Beispiel Gedichte („De Fruëlig schwygt“, „De Màntsch“, „Zwài Chind ound es Zàmesétzspyl“, „Seuïlisprint“), eine Geschichte („‚S Globaal Eukouméénisch Konzyl“) und Essays und Übersetzungen. Wer also Zurituutsch lernen möchte ist hier bei der richtigen Adresse.

Weitere Links:


Gynofit TV-Spot – Gegen Trockenheit in der Werbewelt

21. November 2007

Direkt im Anschluss an die Sportsendung auf SFzwei, in welcher wir gerade noch die Zusammenfassung des EM-Vorbereitungsspiels „Schweiz – Nigeria“ sahen, kam der Werbespot des Jahres: Gynofit Vaginalgels – jetzt auch als Waschlotion für die tägliche Frische.

Mike und ich sahen uns entgeistert an und brachen in schallendes Gelächter aus. Nein, Sorry! Die Hauptdarstellerin klärte uns auf, dass „über 70% der Frauen (manchmal) über Jucken, Brennen und Trockenheit im vaginalen Bereich leiden„.  Aber das ist nun vorbei! „Denn Dank Gynofit können sich die Frauen nun selbst helfen!“ Denn Hilfe naht: „Wir Fachfrauen beraten Sie gerne!“ Und man gibt sich solidarisch: „Für Frauen von Frauen!„.  Aber ganz so solidarisch sieht das nicht für das andere Geschlecht aus. Denn der (traurige) Nebendarsteller am Ende des TV-Spots sorgt für den finalen Kracher: „Wiedermal nur für Frauen….“

Also wir konnten uns kaum halten vor Lachen. Diese Wortwahl, dieser Satzbau, diese Tragik und diese Situations-Komik! Alles in einem kurzen Werbefilm. Genial! Bitte liebe Werbemacher: Mehr davon!


EM2008 Vorbereitung Schweiz gegen Nigeria in Zürich – Das Tor

21. November 2007

Leider in einer ganz schlechten Qualität, da direkt vom Fernseher abgefilmt: Das Tor der Nigerianer in der 79. Minute zum 0:1 – dem Endstand. Die vom ehemailigen Trainer der Deutschen Nationalmannschaft Berti Vogts trainierten Nigerianer hatten nur wenige richtige Torchancen. Trafen aber ein Mal mehr.


Der Knigge Swiss-Edition (Teil 2) – Anleitung für die Schweiz

20. November 2007

Hier der zweite Teil des Versuchs einen „Knigge Swiss-Edition“ zu gestalten. Im ersten Teil kommentierte ich die ersten fünf Punkte aus einer Diskussion. Die Themen sind teils etwas ausführlicher und teils etwas kürzer. Je nachdem wie viel Erklärungsaufwand ich für angemessen halte. Manchen Punkt beschreibe ich mit Beispielen aus meinen persönlichen Erfahrungen – natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern. Hier also die zweiten 5 Knigge-Themen für die Anleitung für die Schweiz:

  1. „In Deutschland ist das billiger“
    Erinnern Sie sich noch an die „Vor-Euro-Zeiten“? Vor einem Urlaub wechselte man D-Mark in eine Fremdwährung und erhielt eine Umrechnungstabelle dazu. Am Urlaubsort angekommen rechnete man/frau sofort alles was einem unter die Finger oder Augen kam in die „heimische Währung“ um. In Italien kostete der Sprit schon mal 2 Mark oder mehr – damals. Boah! Die Pizza dafür „nur“ 8 Mark. Schmeckte aber irgendwie nicht so wie in Deutschland. Aber das Umrechnen im Urlaub in Euro-fremden Ländern und der Preisvergleich ist üblich und legitim. Schliesslich möchte man/frau ja einen Vergleich haben.
    Erst am letzten Wochenende traf ich eine hübsche Studentin im „Uusgang“ an der Theke. Wir plauderten bei einem Bier und lernten uns kennen. Sie sei Studentin aus Köln und für eine Woche in Zürich. Boah! Ist das teuer hier! Am Tag zuvor sei Sie im „Club Hive“ gewesen. Dort hätte schon der Eintritt 25 Franken gekostet! Tja, so ist das halt. Oder auf Schweizerdeutsch „Es is so!“. Dafür bekommt man üblicherweise auch mehr Club fürs Geld. Wir trafen uns übrigens im „Provitreff“ und dort kostete der Eintritt zur Party „Herbstzeitlosen“ gerade 10 Franken. Hier bekommt man mehr Szene fürs Geld. Es geht halt auch anders in Zürich.
    In der Anfangsphase in Zürich vergleicht man zwangsläufig preislich alles. Und trifft tatsächlich auf vieles, was teuerer ist. Zum Beispiel das Essen im Restaurant im „Dörfli“ ist deutlich teuerer. Oder das Haareschneiden beim Frisör (Coiffeur) beläuft sich auf etwa 50 Franken. Lebensmittel im Migros oder Coop sind im Schnitt trotz „Aldisierung“ noch um die 30-50% teuerer als in Deutschland. Nicht zuletzt deshalb fahren viele Zürcher einmal im Monat über die Grenze und erledigen dort ihre grossen Einkäufe.
    Es geht aber um den Vergleich und das diskutieren darüber. In Deutschland ist nämlich tatsächlich nicht alles billiger als in der Schweiz. Benzin ist deutlich billiger (im Schnitt um die 30 Cent). Auch beim Gebrauchtwagenkauf musste ich im März feststellen, dass Autos in der Schweiz günstiger sind, als in Deutschland (inklusive Mehrwertsteuerrückerstattung) und darüber hinaus eine bessere Ausstattung besitzen.
    Irgendwann nach etwa drei bis sechs Monaten war mir ein eventuell bestehender Preisunterschied fast egal. Wahrscheinlich überwog der Genussfaktor dem Sparfaktor. Wenn ich zum Einkaufen ging, dann nahm ich einfach das mit, was ich brauchte. Egal. Wenn ich im Ausgang war, dann bestellte ich mir das zu essen und zu trinken, auf was ich gerade Lust hatte. Egal. Es muss sich ja schliesslich lohnen. Hier spart man und hier zahlt man mehr. Was soll’s.
    Und: Irgendwann fielen mir die Preisvergleich-Diskussionen negativ auf, wenn ich Besuch aus Deutschland hatte. Und ich wurde nicht müde dies zu erklären. Genau so muss es dem Schweizer gehen, wenn er diese Diskussion um das liebe Geld und dem Preisunterschied beiwohnt. Es fällt negativ auf – unterbewusst.
    Tipp: Vermeiden Sie Preisdiskussionen in Anwesenheit von Schweizern zum Thema „Die Schweiz ist ja sooo teuer“. Es trifft nämlich nicht überall zu. Ausserdem bekommen Sie meist mehr für Ihr Geld. Die Qualität der Ware ist spitzenklasse. Der Service einwandfrei. Gönnen Sie sich auch mal was Spezielles. Sie arbeiten und wohnen in einem der landschaftlich schönsten Ländern der Welt. Und nicht zuletzt ist Zürich zum 6. Mal in Folge zur „Stadt mit der höchsten Lebensqualität“ gewählt worden. Natürlich dürfen Sie weiterhin zu Hause einkaufen, wenn Sie unter den „gesetzlichen Limiten“ zur Einfuhr bleiben.
  2. „Zu schnell wirkt hektisch und unfreundlich“
    Kurz zur „Sprache“: Sollte es ihn bei einem Gespräch auffallen, dass sich nach ihrem Satz bis zur Antwort eine längere (ungewöhnliche) Pause entsteht, so haben Sie viel zu schnell gesprochen. Oder noch schlimmer: Sie haben in Ihrem „dütschen Dialekt“ viel zu schnell gesprochen. Das ist dann für den Schweizer so, wie wenn Ihnen jemand in einer Sprache antwortet, welche Sie nur bruchstückhaft beherrschen. Sie versuchen dann aus dem was Sie bruchstückhaft übersetzt haben und heraushören den Sinn zusammen zu reimen. Dazu kommt dann noch der Faktor Zeit. Hektik wirkt unfreundlich.
    Tipp: Sprechen Sie angemessen langsam und hochdeutsch, falls Sie noch nicht über die sprachliche Fähigkeit verfügen perfekt den Schweizer Dialekt zu beherrschen. Und das dauert lang. Ausserdem: Beherrschen Sie sich bei der Lautstärke. Hochdeutsch klingt eh schon hart genug. Man sollte dies nicht noch durch erhöhte Lautstärke verstärken.
  3. „Die Begrüssung und der Gruss zum Mittag“
    „Guten Tag“ und „Tschüss“ gewöhnen Sie sich gleich mal ab. Genauso wie sonstige dialektische Aussprüche wie „Tach“ oder „MoinMoin“. Bayerisches (Habe die Ehre) oder Österreichisches (Servus) wird geduldet, da offensichtlich bei den Bergvölkern ein gewisser Zusammenhalt zu spüren ist. „Servus“ und „Habe die Ehre“ sollten aber nur unter Freunden und guten Bekannten angewendet werden. Im Berufsleben eher weniger anwenden.
    Zum Mittag: In Deutschen Betrieben hat sich das „Mahlzeit“ als der Ausspruch zur Mittagszeit eingebürgert. „Mahlzeit“ heisst in der Schweiz „En Guate“.
    Tipp: Versuchen Sie sich das „Grüäzi“ dialektmässig von den Kollegen „abzuhören“. Meist hört man nur ein kurzes „Zii“. Das hat aber nichts mit dem Niesen zu tun. Also anschliessend „Gesundheit“ zu sagen wäre doppelt falsch. Das heisst nämlich „Santé“.
    In Zürich heisst die Begrüssung kurz und knapp „Guate Morge!“. Sonst grüsst man sich mit „Grüäzi“ (kurz „Zi“). Ist die Sonne untergegangen nennt es sich „Guate Abig!“
    Verabschiedet wird übrigens mit „Wiedaluage!“
  4. „Das Auto ist ein Statussymbol“
    „Deutschland – Land der Autofahrer?“. Vergessen Sie das ganz schnell. Das muss eine Medienente sein. Obwohl in der Schweiz das Durchschnittsalter eines Fahrzeugs 8 Jahre beträgt, fahren auf Schweizer Strassen selten Fahrzeuge, welche älter als 3 Jahre sind. Das widerspricht sich? Nein, nicht wirklich. Auf der einen Seite sind die meisten Autos „geleast“ und die Verträge laufen nach 3 Jahren aus. Auf der anderen Seite ist die Oldtimerquote nirgends so hoch, wie in der Schweiz.
    Bei den Fahrzeugen sind deutsche Fabrikate hoch angesehen und verstärken den Statuseffekt. Speziell BMW ist in meinem Umfeld aktuell der Renner. Da in Regensburg ein BMW-Werk steht und die BMW-Dichte in Regensburg extrem hoch ist, wollte ich weder in Regensburg noch in Zürich diese Marke fahren. Ich mach eigentlich nie das, was „alle“ machen. Meine Fahrzeug-Wahl ist regelmässigen Bloglesern ja bekannt.
    Was sofort auffällt, wenn man über die Grenze fährt, ist die Hochglanzpolitur auf den Autos. Irgendwie scheint man hier ein Mittel gefunden zu haben, was Staub und Dreck sofort abstösst. Nein, natürlich nicht. Hier scheint das Klischee der Schweizer Sauberkeit voll zuzutreffen. Es wird geputzt und gewienert und gesaugt was das Zeug hält – speziell am Samstag vormittag.
    Der Trend geht übrigens zum Zweitauto. In der Schweiz ist es einfach; denn es gibt die praktischen „Wechselschilder“. Das heisst: Mit einen Paar Nummernschilder dürfen abwechselnd zwei Fahrzeuge gefahren werden. Das Schönwetterwochenendauto steht in der Garage, wenn mit dem dezenten Viel-PS-Alltagsauto unter der Woche gefahren wird. Am Wochenende einfach die Schilder von dem einen auf das andere Auto wechseln und eine kleine Ausfahrt machen.
    Von wegen „In der Schweiz darf man nur 120 fahren. Warum braucht’s da viele PS?“. Die Standardfrage der Besuchsgäste. Tja, es ist halt alles anders in der Schweiz. Man braucht schon über 200 PS, um angenehm über die Bergstrassen zu tuckern. Aber die PS müssen sauber dezent verpackt sein. Meist erkennt man die überdimensionale Motorstärke nur an den Auspuffrohren und den breiten „Finke“ (= Pneus, Reifen).
    Kommt dann die Sonne am Wochenende heraus, dann erkennt man in Zürich sofort, dass die Cabrio-Dichte extrem hoch ist. Nur die edelsten und neuesten, sowie die kultigsten dachlosen Edelmetall-Karossen dürfen dann Frischluft schnuppern und den Vergaser wieder richtig durchlüften.
    Tipp: Besorgen Sie sich schnellstmöglich einen neueren fahrbaren Untersatz. Es muss ja nicht gleich ein Neuwagen sein. Autohändler gibt es an jeder Ecke. Mit einem alten eventuell verbeulten oder ungepflegten Auto sinkt Ihr Status ohne Ende. Es sei denn Sie erhalten einen Firmenwagen. Die Schweizer Lieblingsfarben bei den Autos sind „schwarz“ und „silber“. Lederausstattung muss sein. Auch wird selten ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe gefahren. Automatik ist hier die beste Wahl. Es sei denn Sie fahren einen Sportwagen. Navigationssystem wird dringend empfohlen. Ich habe mich noch nie so oft verfahren, wie hier in der Schweiz. Der Tempomat sollte zur Serienausstattung gehören. Und: Unter 200 PS brauchen Sie gar nicht erst anzufangen.
  5. „Die Uhr ist Aushängeschild der Persönlichkeit“
    Anfänglich trug ich gar keine Uhr. Im täglichen Berufsleben ist man eigentlich von Uhren umgeben. Der Radiowecker am Morgen, der Computer besitzt unten rechts eine Uhr, am Telefon auf dem Schreibtisch zeigt das Display die Uhrzeit, im Auto neben dem Drehzahlmesser befindet sich eine Digitaluhr. Man ist von Uhren umgeben. Dann sprach mich ein Kunde darauf an und meinte, es die Schweiz sei doch ein Uhrenland. Es wäre angemessen eine Uhr zu tragen – am besten eine Schweizer Uhr. Gut, ich besorgte mir eine Swatch-Watch – einen Chronometer. Sie werden es nicht glauben, wie oft ein Tischnachbar (fast) unbemerkt auf meine Uhr schaut, um den Hersteller zu erkennen. Speziell die Schweizer Frauen legen offensichtlich grossen Wert darauf und fragen schon mal gerne nach der Uhrzeit, nur um das Fabrikat der Marke zu erkennen. Es wird auch mal gerne nach dem Handgelenk gegriffen, nur um zu sehen, was man da für eine tolle Uhr am Arm trägt.
    Tipp: Am besten kaufen Sie sich vom ersten Gehalt (oder von der Summe der ersten drei Gehälter) eine Uhr der folgenden Marken ohne Wertung: IWC (z.B. „Fliegeruhr Spitfire„), Omega (z.B. „Speedmaster„), RADO (z.B. „Ceramica„), TAG Heuer (z.B. „Carrera„), Swatch (z.B. „Retrogate„). Rolex ist zwar auch eine Schweizer Uhrenmarke, jedoch habe ich noch keine am Handgelenk eines Schweizers in meinem Umfeld gesehen. Kreuzen Sie auf keinen Fall irgendwo mit einer „Plastik-Uhr“ auf – es sei denn es steht Swatch darauf.

Events in Regensburg – 12 Stunden Programm zum „Weltkulturerbe – Fest“

19. November 2007

Am 24. November wird die offizielle Urkunde von Dr. Mechtild Rössler, Mitarbeiterin am Welterbezentrum der Unesco, an Oberbürgermeister Hans Schaidinger überreicht. Und dieses Ereignis wird in der ganzen Stadt mit einer großen Welterbe-Party gefeiert.

So gibt es zum Beispiel ein mittelalterliches Spectaculum und Mittelalterfest mit Handwerkern, Händlern, Gauklern und Musik in den Runtingersälen, Unesco-Welterbeführungen und Führungen der Stadtmaus über den ganzen Tag verteilt, ein Erlebnis-Planspiel im Salzstadel, der mit verschiedenen Ständen, einer Stadtrallye und Aktionen bespielt wird. Improvisationstheater, eine Wirtschaftsausstellung oder szenische Lesungen runden das Angebot im Salzstadel ab. Ab 22.30 Uhr gibt es dann ein großes Abschlussfeuerwerk für den Welterbe-Tag auf der Steinernen Brücke. Und das Beste: Bis auf ganz wenige Ausnahmen sind alle Angebote kostenlos.

Im Internet unter der Adresse www.regensburg.de ist das gesamte Programm für die Welterbe-Party einsehbar. Kostenlose Eintrittskarten für die Stadtführungen und die Pralinen-Degustation sowie Menü-Tickets für den „Kulinarischen Brückenschlag“ in der Wurstkuchl sind in der Tourist Information am Alten Rathaus (Führungen der Regensburg Tourismus GmbH) und bei der Stadtmaus (Stadtmaus-Führungen, Degustation und Menü) erhältlich. Die Anzahl der Tickets pro Person ist auf maximal fünf beschränkt.

Quelle „Donau-Post“


Die Schweiz erklärt – Was ist eine „Degu-Station“

18. November 2007

Eine Tramstation oder Krankenstation kennt ja jeder. Fährt man in der Schweiz durch die Lande, so trifft man ab und zu auf Schilder, welche eine „Degustation“ ankündigen. An einer Tramstation hält die Tram und man kann dann zu- oder aussteigen. In einer Krankenstation steigt man weniger gerne als Kranker zu – lieber steigt man als Gesunder wieder aus. Was ist aber eine „Degu-Station“? Wer steigt da ein? Oder aus? Was ist überhaupt ein „Degu“? In Wikipedia findet sich folgender Eintrag (Auszug):

Der Degu oder Gewöhnliche Degu (Octodon degus) ist eine Nagetierart aus der Gattung der Strauchratten innerhalb der Familie der Trugratten (Octodontidae). In jüngerer Zeit ist er auch in Europa als Heimtier beliebt geworden. Degus sind etwas kleiner als Ratten, mit denen sie trotz geringer Ähnlichkeit immer wieder verwechselt werden. Die Größe der Tiere schwankt erheblich, was auf die Herkunft von Vorfahren aus unterschiedlichen Populationen zurückgeführt wird. Sie sind meist agouti-farben („wildfarben“), selten gibt es Mutanten mit blaugrauem, silbernen, weiß-geschecktem oder sandfarbigem Fell. Degus stammen aus Chile. Man findet sie dort an der Küste, im Wald und in der Hochebene bis in etwa 1200m Höhe. Auch auf der Isla Mocha, die vor der Küste Chiles liegt, wurden Degus gefunden.

Wie das kleine possierliche Tierchen aussieht? Hierzu ein Link auf die Bilder-Suche bei Google: Degu-Fotos. Ah, jetzt, ja! Jetzt ist alles klar. An der „Degu-Station“ treffen sich die „Degu„-Liebhaber. Tja, wieder was gelernt. Jetzt ist mir auch klar wieso das Verb „degu-s-tiere-n“ heisst.


19.11.2007 – Der Knigge Swiss-Edition (Teil 1) – Anleitung für die Schweiz

17. November 2007

Die Diskussion in Medien und im Web2.0 betreffend „Die Deutschen in der Schweiz“ in den letzten Monaten warf in mir die Frage auf „Wie passt man sich als Deutscher in der Schweiz am besten an?“. Den Stein des Anstosses gab einmal eine Kommentar auf den Beitrag „NZZ-Artikel: (Die Deutschen) Jetzt gehen sie wieder“ und die aktuelle Diskussion bei Jens-Rainer’s „Blogwiese“ zum Thema „Die Schweiz ist kein Ausland – Denken alle Deutschen so?“

Gibt es kulturelle Unterschiede? Existieren Gewohnheiten oder charakterliche Eigenschaften „der Deutschen“, welche bei „den Schweizern“ nicht so gut ankommen? Könnte man daraus eine Art „Knigge für die Schweiz für Deutsche Migranten“ erstellen? Na, denn schau mer mal. Hier also der erste Teil des „Schweizer Knigge“. Oder eher der Versuch einen solchen zu gestalten.

Auf meine Frage im Beitrag von Jens-Rainer postete er vorerst „Die fünf Fettnäpfchen, in die Sie als Deutscher in der Schweiz nicht hineintappen sollten„, welche ich kurz zusammenfassen und kommentieren möchte:

  1. „Am Telefon nicht in die Luft gehen“
    Eigentlich sollte man niemals in die Luft gehen. Weder am Telefon, noch in persönlichen Gesprächen. Schon gar nicht öffentlich. Laute Auseinandersetzungen oder gar verbale Streitigkeiten habe ich noch nie erlebt.
    Tipp: Bleiben Sie ruhig. Wenn eine Besprechung lange dauert, oder ein Kollege das Thema ausführlichst umschreibt, dann hören Sie sich den Vortrag auch an. Vermeiden Sie es den Redner im Redefluss zu unterbrechen. Wenn Sie glauben, dass der Redner seinen Vortrag beendet hat, so warten Sie noch etwas; denn es kann durchaus sein, dass er nur einen kurze Pause macht. Schwierigkeiten werden immer bilateral geregelt und gelöst.
  2. „Alle Inlaut-I’s in Zür-i-ch vermeiden“
    Ja, das stimmt! In Zürich ist das tatsächlich so. Es gibt keinen Einwohner in Zürich, der sich „Zür-i-cher“ nennt oder eine in Zürich geborene Lady, die dann „Zür-i-cherin“ heissen würde. Richtig ist: „Zürcher“ oder „Zürcherin“. Das Nationalgericht der „Zürcher“ ist nicht etwa „Züricher Geschnetzeltes“, sondern „Zürcher-Gschnetzelts“. Nur beim See macht man eine Ausnahme: Der See wird nicht „Zürich-See“ genannt, sondern „Zürisee“.
    Bei einem Städtchen direkt an der Grenze zu Zürich gibt es einen weiteren Sonderfall: Die Einwohner von Schlieren heissen „Schlieremerinnen und Schlieremer“! Der Name des bekanntesten Schweizer Kinderchores ist nicht zuletzt „Schlieremer Chind„, der dieses Jahr sein 50. bestehen feiern durfte.
    Tipp: Beachten Sie die Sprechweise und Eigenheiten. Machen Sie sich nicht darüber lustig. „Es is so“ 🙂
  3. „Sie meinen, Emil’s Schwiizdertüütsch gut zu verstehen?“
    Von meinen Kollegen bekam ich 2002 bei der Abschiedsparty den Klassiker unter den Schweizer Filmen geschenkt:
     Der Film „Die Schweizermacher“ aus dem Jahr 1982 mit Emil Steinberger, Walo Lüönd und Wolfgang Stendar nimmt die Schweizer Einbürgerungspraxis mächtig aufs Korn. Die DVD enthält zwei Sprachversionen: Deutsch und „Schwiizerdütsch“ mit Untertiteln. Wählt man „Deutsch“, so sprechen die Schauspieler in der uns „Deutschen“ leicht verständlichen „Schwiizerdütschen“ Sprache. Dadurch, im täglichen Leben und speziell in der Arbeit glaubte ich so „ich verstehe ja ganz viel von der Landessprache“. Bis ich zum ersten Apéro eingeladen wurde. Da stellte ich fest, dass die Leute untereinander ganz anders sprechen. Erst wenn ich angesprochen wurde, „schaltete“ der Redner auf „sein Hochdeutsch“ um. Es dauerte locker 6 Monate, bis ich das „Umschalten“ als unnötig empfand und die Beteiligten – etwa in einer Besprechung – bat, doch im Dialekt weiter zu sprechen.
    Tipp: Die Schweizer geben sich grosse Mühe Hochdeutsch zu sprechen. Also erkennen Sie diese Leistung entsprechend an. Sobald Sie einer Diskussion unter Schweizern recht gut folgen können und auch Schweizeigene Wörter wie „Bünzli“, „Cheib“, „Siech“, „Gopf“ oder „vöörige Schoggi“, sowie „I gang go poschte“ verstehen, können Sie getrost mitplaudern – und den Film auf original Schwiizerdütsch ansehen. Wenn Sie Emil Steinberger im Dialekt hören möchten, so besuchen Sie eine der Lesungen.
  4. „Eine Tür zufallen lassen, wenn in 15 Metern Entfernung noch ein Schweizer naht“
    Na ganz so extrem ist das nun nicht zu sehen. 15 Meter ist etwas übertrieben. Generell gilt es allerdings als unhöflich, wenn man ohne über die Schulter zu schauen eine Tür zufallen lässt.
    Tipp: Sie haben die Zeit sich zu vergewissern, ob direkt hinter Ihnen noch jemand durch die selbe Tür möchte. Auch beim Lift gilt es als üblich eine sich schliessende Tür durch einen Knopfdruck wieder zu öffnen, wenn noch ein Kollege mitfahren möchte. Selbiges gilt für Bus- (Cars) und Tram-Türen.
  5. „Was für ein hübscher Dialekt hier in der Schweiz“
    Wie schon unter Punkt 3 erwähnt, gibt es einen grossen Unterschied zwischen dem Standarddeutsch der Schweizer und dem Dialekt in der Deutschsprachigen Schweiz. „Den Dialekt“ gibt es eigentlich nicht. Es gibt, wie in Deutschland, teils massive regionale Unterschiede. Man braucht teilweise nur eine Kantonsgrenze zu überschreiten und schon spricht es sich anders. Zürcher sprechen anders, als Aargauer und Thurgauer ganz anders als Rheintaler. Das Interessante daran ist allerdings, dass Schwiizerdütsch der Sammelbegriff für diejenigen alemannischen Dialekte ist, die in der Schweiz gesprochen werden.
    Tipp: Lassen Sie sich bei den ersten Erkundungen der Schweizer schönen Gegend und bei den unvermeidlichen Begegnungen mit „Eingeborenen“ niemals zum Satz „Was für ein hübscher Dialekt hier in der Schweiz“ hinreissen. Es mag ja „hübsch“ erscheinen, wenn sich das „ch“ in der Aussprache, wie die Auswirkung einer chronischen Kehlkopfentzündung anhört. Aber was sagen dann erst die Sachsen? Gewöhnen Sie sich die typische Schweizer Gelassenheit an. „Es is so!“

Ergänzung: Einen kleinen Überblick über die sprachlichen Unterschiede in der Schweiz gibt die Website Dialekt.ch mit eindrucksvollen Tondokumente zum Anhören.

Hier gehts weiter mit der 6.


Pech gehabt – Falsch geparkt

17. November 2007

Pech gehabt

Ursprünglich hochgeladen von PeterPanCH

Wieder wurde mir von einem Informanten ein geheimes Foto zugespielt. Tatort Regensburg. Typischer Fall von „Dumm gelaufen„. Eingeweihte werden wissen wo der Pechvogel dummerweise sein Fahrzeug abgestellt hat. Offensichtlich wurde Rückwärtsgang und 1. Gang verwechselt. Wie das Fahrzeug aus der misslichen Lage befreit wurde, ist mir nicht bekannt. Aber es war sicher der Lacher des Tages.