Frage an Radio Eriwan – Im Prinzip ja, aber…

20. Januar 2006

Frage an Radio Eriwan: "Stimmt es, dass ein sozialistischer Betriebsleiter einen sozialistischen Betrieb leiten kann?"
Antwort: "Im Prinzip ja, aber haben Sie schon mal einen Zitronenfalter gesehen, der Zitronen falten kann?"

Frage an Radio Eriwan: "Stimmt es, daß Stalin Witze über sich sammelt?"
Antwort: "Im Prinzip ja, aber zuerst sammelt er die Witzeerzähler."

Frage an Radio Eriwan: "Darf ein kleiner Parteifunktionär einen großen Parteifunktionär kritisieren?"
Antwort: "Im Prinzip ja, aber es wäre echt schade um den kleinen Parteifunktionär…"

In Jugendjahren fiel mir ein vergilbtes kleines Büchlein in die Hände "Radio Eriwan antwortet". Ich las es an und es gefiel mir. Verstanden habe ich damals noch nicht alles, aber ich lachte mich trotzdem kringelig. Es geht vordergründig um einen russischen Radiosender, dem politische Fragen gestellt werden. Durch die Zweideutigkeit der Frage, fällt es nicht schwer eine zweideutige Antwort zu geben. Die Fragestellung ist immer gleich – die Antwort beginnt auch immer mit "Im Prinzip ja, aber…".

Heute erinnere ich mich in manchen Situationen immer noch an dieses Büchlein und die Art der Antworten. Und deren Situationen gibt es viele…

Frage an Radio Eriwan: "Kann ich eine Steckdose mit diesem Aufbau betreiben?"
Antwort: "Im Prinzip ja, aber testen Sie vorher mit feuchten Fingern, ob tatsächlich Strom drauf ist…" – möchte man da sagen. Aber:
Antwort: "Nein, niemals! Denn das ist lebensgefährlich und grob fahrlässig!"


Frauen und Macht – Anspruch oder Widerspruch

18. Januar 2006

Sokrates sagte schon: "Eine Frau, gleichgestellt, wird überlegen". Immer mehr Frauen drängen in "Männerberufe" und dort in Führungspositionen – und das ist gut so. Angie Merkel ist Bundeskanzlerin. Die Siemens AG Österreich hat seit Dezember eine Frau das sagen: Vorstandsvorsitzende ist Brigitte Ederer. Prof. Dr. Rita Süssmuth, mittlerweile Bundestagspräsidentin a.D., sagte einmal "Nur tote Fische schwimmen immer mit dem Strom". So wird etwa Jasmin Staiblin Länderchefin von ABB Schweiz und Catherine Buisson hat die Leitung der Schweizer Vertretung des US-Pharmariesen Pfizer übernommen. Eine besondere Herausforderung steht nun der Britin Inga Kristine Beale bevor. Sie wird Chefin des krisengeschüttelten Rückversicherers Converium. Scheinbar setzen sich die "soft skills" immer mehr durch.


Zigarettenpreise sollen sinken – BAG hält dagegen – Aufkleber zum Download

17. Januar 2006

Philip Morris senkt als erster die Zigarettenpreise. Um ganze 50 Rappen pro Päckli. BAG und Finanzdirektion im „Knatsch“. Das sind die Schlagzeilen der Medien von heute.

Das „Päckli Ziggis“ kostet in der Schweiz derzeit um die 6 Franken. Seit der letzten Steuererhöhung im Jahre 2004 ist die Anzahl der Raucher deutlich gesunken – im letzten Jahr wurden geschätzte 10 Prozent weniger Marken-Glimmstengel verkauft. Aber auch die Nochraucher kaufen immer mehr ihren „Stoff“ bei Discountern wie Denner, Coop, oder (neu) Aldi. Bei letzteren sind die Billigzigaretten rund ein Viertel günstiger als Markenprodukte. Nun setzt Philip Morris ein Zeichen: Bis zu 50 Rappen möchte der Zigarettenhersteller das Päckchen mit 20 Zigaretten verbilligen und sieht den Grund eben bei den Harddiscountern. Ausserdem fördere die Hochpreispolitik den illegalen Schmuggel im grossen Stil. Den Raucher freut es – das BAG (Bundesamt für Gesundheit) ärgert es. Denn durch diese Ankündigung wird nach Meinung des BAG die Prävention untergraben. Das Amt plädiert wenig überraschend hingegen für eine weitere Preiserhöhung. Man darf also gespannt sein.

Wem übrigens die trauerflorumrandeten Warnhinweise zu wenig eindringlich sind, der kann sich hier ein PDF-File herunter laden. Denn als ich eines Tages in einer Tankstelle die wirklich hässlichen Überzieher für die Zigarettenschachteln sah, welche doch tatsächlich zum Kauf angeboten wurden, da hab ich mich hingesetzt und so alles aufgeschrieben, was mir so witziges in den Sinn kam.

Diesen ersten „Wurf“ an Zigarettenetiketten stelle ich allen Rauchern und Nichtrauchern hiermit zum Download zur Verfügung. Einfach ausdrucken, ausschneiden und auf die Zigarettenschachtel aufkleben. Es sind so viele Sprüche geworden, dass man für jeden Tag des Monats eine Schachtel bekleben kann (oder 2 oder 3, aber dann wird’s wirklich ungesund). Die Etiketten passen für die „Small-Packs“ und für die „Big-Packs“; und zwar wie die Faust aufs Auge auf die schwarz umrandete Fläche.

 


Lachnummer – FIFA setzt Eröffnungsfeier zur Fussballweltmeisterschaft 2006 ab

14. Januar 2006

Wie soeben im RTL-Nachtjournal berichtet, hat die FIFA beschlossen die offizielle Eröffnungsfeier zur Fussball-WM 2006 abzusagen. Die Begründung hierfür „Der Rasen wird zu sehr belastet und könnte irreperabel leiden.“ Es wird aus Pressekreisen jedoch ebenso vermutet, dass Andé Heller zu langweilig und zu teuer kommen würde. Auch mangelndes Interesse des zahlungsfähigen Publikums sei eine Ursache; denn es wurden bisher zu wenig Eintrittskarten verkauft von Preisen von 100-750 Euro. Die Enttäuschung ist schon heute unter den 13000 freiwilligen Mitwirkenden riesengross, welche schon seit Mai für die Eröffnung proben. Bleibt es bei der Entscheidung der FIFA, so wurden von der Fussballorganisation bisher 25 Millionen in den Sand gesetzt. Zahlt das dann der Steuerzahler?


Raser bescheren den Kantonen ein fröhliches Jahr – dank mehr Radarfallen.

27. Dezember 2005

Schon im Artikel "Die Schweiz ist tierfreundlich – Man baut an allen Ecken Starenkästen" hatte ich mich über meine Verwunderung geäussert, dass allein in Zürich an jeder Kreuzung und Weggabelung ein Blitzkasten steht. Das fiel mir damals schon bei meiner ersten Fahrt durch Zürich auf – nein, ich wurde selbst nicht geblitzt. Aber bei der Kreuzung Badenestrasse Richtung See hatte es vor mir einen erwischt. Der Fahrer muss heute noch ein Blitztrauma haben und sich unter dem Tisch verstecken. Selbst wenn man nur ein Weihnachts-Erinnerungs-Foto von ihm auf der Weihnachtsfeier schiessen möchte. Sylvester wird für ihn ganz schlimm 😉

Dann kam "Der dümmste Autofahrer Europas – In der Schweiz 4 Mal geblitzt (in 97 Sekunden)" vom 14.11.2005. Wirklich das Highlight in diesem Jahr. Der Kauz konnte einfach nicht glauben, dass bei einer gelb blinkende Ampel geblitzt wird. Na klar: Wegen überhöhter Geschwindigkeit halt!

Und heute schreibt der Tagesanzeiger "Mehr Radarfallen, mehr Geld".  Die Kantone haben im Vergleich zum Vorjahr bis zu 60 Prozent Mehreinnahmen allein durch die Starenkästen! Thurgau zum Beispiel: Die Gelder aus den "Einnahmen aus Bussen durch überhöhte Geschwindigkeit" sind von 4,4 Mio auf  7,7 Mio CHF gestiegen. "Pech" hatten einige andere Kantone, weil die geplanten starr installierten oder mobil genutzte Tempomessgeräte "zu spät" oder gar nicht eingesetzt werden konnten. Der Kanton Bern hatte letztes Jahr 9,5 Mio CHF eingenommen. Die budgetierten 11,8 Mio CHF werden aber um 2,5 Mio CHF übertroffen. Besser ist der Kanton Nidwalden dran. Allein durch die Eröffnung des Kirchwaldtunnels an der A2 und der "Tempokamera" stiegen die Einnahmen von 1 Mio CHF auf 2,7 Mio CHF!

Der Kanton Schwyz hat fünf neue Radarfallen installiert und erwartet für 2006 Einnahmen in Höhe von 6,4 Mio CHF (4 Mio in 2005). In Basel-Stadt wurden 2004 nur 14 Mio CHF eingenommen, konnte die Bussen für 2005 aber auf 16,7 Mio CHF steigern und rechnet für 2006 fest mit 16 Mio CHF. Basel-Land möchte erstmals eine «Abschnittsgeschwindigkeitskontrollanlage» im Belchentunnel der A2 einsetzen. Der Genehmigung liegt aber noch nicht vor.

Nur Zürich und Genf konnten die Einnahmen auch durch mehr Radarfallen nicht erhöhen. In Zürich lagen die Einnahmen für 2005 bei 25 Millionen Franken und beim Spitzenreiter Genf bei 40 Millionen.


Wort des Jahres 2005 aus Deutschland, Schweiz und Österreich

17. Dezember 2005

Alle Jahre wieder wird in den Ländern das "Wort des Jahres" erkoren. In Deutschland ist dies 2005 "Bundeskanzlerin", in der Schweiz "Aldisierung" und in Österreich "Schweige-Kanzler". In den USA fiel die Wahl auf "Podcast".

Deutschland: Wort des Jahres 2005 – "Bundeskanzlerin"

Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden kürte das Wort "Bundeskanzlerin" am Freitag zum Wort des Jahres 2005. Noch vor wenigen Jahrzehnten wäre eine Frau an der Spitze der Regierung als "Bundeskanzler" bezeichnet worden, begründeten die Sprachwissenschaftler ihre Entscheidung. Spätestens seit Beginn des Wahlkampfes, der mit dem Sieg Merkels endete, habe sich die Bezeichnung "Bundeskanzlerin" etabliert.
An zweiter Stelle folgt in dem Ranking die "Bild"-Schlagzeile "Wir sind Papst" zur Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Nachfolger von Papst Johannes Paul II. Diese einprägsame Wendung habe selbst im Ausland ein Echo gefunden, hieß es.
Auf Platz drei, vier und fünf lagen die Wörter "Tsunami", "Heuschrecken" und "Gammelfleisch". (Quelle)

Schweiz: Wort des Jahres 2005 – "Aldisierung"

Die Entscheidung ist gefallen: Aus 2500 Vorschlägen hat sich die Jury "Schweizer Wort des Jahres 2005" für "Aldisierung" entschieden. "Aldisierung" steht als Synonym für die hohe Erwartungshaltung unserer Gesellschaft an alles Neue aus dem Ausland. Ein gesellschaftlicher Trend weg vom traditionell schweizerischen Qualitätsbewusstsein hin zum Billigpreis als einzigem Kriterium wird festgestellt. Aus der Sicht der Jury sollten dabei sowohl die Chancen als auch die Gefahren hinterfragt werden.
Zum "Unwort des Jahres 2005" wurde in der Schweiz «erlebnisorientierte Fans» gewählt, der Satz des Jahres lautet: «Deutschland, wir kommen!». Weitere wichtige Wörter des Jahres 2005 in der deutschsprachigen Schweiz sind "Rivalitätsprinzip", "Nulltoleranz", "Stallpflicht", "Barrage" und "Tsunami".

Rätoromanische Wort des Jahres 2005 – "Porta Alpina"

Dieses Jahr wurde wieder das "Rätoromanische Wort des Jahres" bestimmt. "Porta Alpina", die Bezeichnung für das Projekt eines unterirdischen Bahnhofs im Gotthard-Basistunnel bei Sedrun im Bündner Oberland, ist das rätoromanische Wort des Jahres 2005. Eine fünfköpfige Jury traf die Wahl aus über 1000 Vorschlägen.

  • Kategorie “Wörter, die 2005 am meisten bewegt haben‿: Porta Alpina
  • Kategorie “Schönstes romanisches Wort 2005‿: Arcunar (speichern)
  • Keine Nomination in der Kategorie “Hässlichstes romanisches Wort 2005‿

Österreich: Wort des Jahres 2005 – "Schweige-Kanzler"

Der Begriff "Schweige-Kanzler", mit dem Wolfgang Schüssel (V) immer wieder vor allem von Seiten der Opposition tituliert wurde, löst heuer die "Pensionsharmonisierung" – das Wort des Jahres 2004 – ab. Es thematisiere einen "Widerspruch zwischen den Erwartungen, die an ein zentrales politisches Amt gestellt werden und dem zuweilen gegenläufigen Eindruck, der in der Öffentlichkeit hinsichtlich der zurückhaltenden Mitteilungsbereitschaft seitens des Regierungschefs zu manchen aktuellen politischen Fragen entstanden ist", hieß es in der Jury-Begründung.
Zum Unwort des Jahres wurde das in sich widersprüchliche Wort "Negativzuwanderung" gewählt und beim Ausspruch des Jahres wurde ein legendärer Satz neu entstaubt: "Österreich ist frei". (Quelle)

Die USA wählte dieses Jahr "Podcast" als Wort des Jahres 2005. Die Wortschöpfung "Podcast", zusammengesetzt aus "iPod" und "Broadcast" hat die Redaktion des New Oxford American Dictionary zum Wort des Jahres 2005 in den USA gekürt. Die Bezeichnung für das neue Medium hat sich dabei gegen die Konkurrenz von "bird flu" und "IED" (improvised electronic device) durchgesetzt. Als Begründung zog die Redaktion die rasche Karriere des Wortes heran. Während Anfang 2005 der Begriff noch relativ obskur erschien, hat sich Podcasting mittlerweile zu einem der heißesten Mediatrends entwickelt. Schon vor einem Jahr war das Wörterbuch bewogen, "Podcast" in sein Online-Verzeichnis aufzunehmen, hatte damals aber wegen der zu geringen Verbreitung des Begriffs noch darauf verzichtet. (Quelle)


EU und Schweiz: Keine Einigung im Streit um Steuerprivilegien der Kantone

15. Dezember 2005

In der Schweiz dürfen die Kantone jeweils eigene Steuersätze (Steuerfuss) für Private und Unternehmen festlegen. Bei dem Streit zwischen der EU und der Schweiz beim Thema Freihandelsabkommen geht es aber um spezielle Unternehmen: Holdings.

Diese geniessen offensichtlich noch bessere Steuerkonditionen; denn die EU-Kommission sieht in den Privilegien, welche verschiedene Kantone in der Schweiz nicht operationell tätigen Holdings gewähren, als staatliche Beihilfen, welche den Wettbewerb verfälschten und damit nicht vereinbar sind mit dem Freihandelsabkommen. (Quelle)


Blick.ch meldet: Ab Montag sind wir 6,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten

15. Dezember 2005

Das nationale französische Institut für Bevölkerungsstudien (Ined) hat errechnet, dass es statistisch gesehen am Montag soweit sein müsste: Die Erde hat dann 6,5 Milliarden Einwohner. Die höchste Wahrscheinlichkeit, dass dieser Jubiläumserdenbürger in Asien geboren wird ist am höchsten (57%), gefolgt von Afrika (27%). Jeden Tag werden 365 000 Babies geboren. Es wird geschätzt, dass spätestens im Jahr 2050 dann 8,0 Milliarden Erdlinge auf unserem Planeten leben werden. (Quelle)