Kanton Obwalden wird Steuerparadies – Firmenansiedlungen und private Superreiche als Zielgruppe

12. Dezember 2005

Moment mal. Auf der Rückfahrt vom Hochzeitswochenende (Petra und André) hörte ich im Schweizer Radio folgende Meldung: „Obwalden wird Steuerparadies. Neues Steuergesetz mit 86-Prozent-Mehrheit angenommen. Der Kanton Obwalden wird wie manche seiner Innerschweizer Nachbarkantone zu einem Steuerparadies. Die Stimmberechtigten haben am Sonntag das neue Steuergesetz mit einer Mehrheit von 86 Prozent angenommen. Der Kanton hofft nun auf den Zuzug von Superreichen und kapitalkräftigen Firmen.“

Mit dem neuen Steuergesetz wird Obwalden auf einen Schlag vom Hoch- zum Tiefsteuerkanton. Dank einem Gewinnsteuersatz von 6,6 Prozent zahlen Firmen nun nirgends in der Schweiz weniger Steuern. Auch die Privaten profitieren: Wer bis 70’000 Franken verdient, zahlt künftig acht bis zehn Prozent weniger Steuern. Einkommen bis 300’000 Franken werden um bis zu sechs Prozent entlastet. Noch besser sieht es für die Superreichen aus: Ab einem Einkommen von 300’000 Franken schrumpft der Steuersatz kontinuierlich von 2,35 Prozent auf bis zu 1,0 Prozent. Anstatt der sonst üblichen Progression setzt Obwalden auf Degression. Die Vermögenssteuer wird um mindestens 30 Prozent gesenkt. (Quelle bei NZZ)

Der Kanton Zug war bisher der bei Firmen und gut situierten Privaten einer der beliebtesten Kantone. Das liegt am niedrigen Steuersatz, welcher dort zu entrichten ist. Aber der Kanton Zug ist auch der finanzstärkste Kanton in der Schweiz. Das kann man aus einer weiteren Pressemeldung vom 9. November entnehmen:

Zug an der Spitze, Obwalden am Schluss – Auch nach der Neuberechnung gelten weiterhin fünf Kantone als finanzstark. Trotz eines Rückgangs um 3 Indexpunkte auf 224 liegt Zug weiterhin klar an der Spitze. Basel-Stadt folgt mit 173 (+7). Genf (152/-3) hat Zürich (147/-10) vom 3. auf den 4. Platz verdrängt. Rang 5 hält weiterhin Nidwalden (128/-1). Die Gruppe der Mittelstarken umfasst neu 15 statt 14 Kantone. Bern (68/+10) und Neuenburg (63/+7) sind neu dabei, Graubünden (58/- 5) ist in die Gruppe der Finanzschwachen abgestiegen. Zu dieser gehören noch 6 statt 7 Kantone. Die rote Laterne trägt wiederum Obwalden mit unverändert 30 Indexpunkten. (Quelle bei NZZ)

Nun wirft sich mir eine Frage auf: „Wenn der Kanton Obwalden die Steuern senkt, um die Ansiedlung von Firmen und reicheren Privatpersonen zu fördern und durch die dadurch resultierenden Steuereinnahmen die Finanzkraft des Kantons zu erhöhen, warum werden dann in Deutschland grossflächig, kontinuierlich alle möglichen Steuern (z.B.: 19% Mehrwertsteuer) erhöht und zusätzliche Abgaben (Diskussion über Autobahngebühr für private Kraftfahrzeuge etc.) geschaffen? Möchte die neue Rot/Schwarze Regierung die Firmen aus dem Land vertreiben und gut situierte Privatpersonen animieren ins Ausland zu gehen?“

Interessante Schlussfolgerung, odrrr?


Das Fest vor dem Fest: Hochzeit von Petra und André in Lech am Arlberg

12. Dezember 2005

Dieses Wochenende war die Hochzeit von Petra und André. Und ich hatte die Ehre daran teilzunehmen. Gefeiert wurde mit Familie und engen Freunden in Lech am Arlberg. Diesmal hatte ich Schneeketten dabei (Danke Rudie!), aber ich hab sie nicht gebraucht. Das Wetter war weltklasse. Stahlblauer Himmel, Sonnenschein und eine märchenhafte Schneelandschaft. Meine Digi-Cam hatte ich natürlich dabei und die Bilder sind nun online.

Märchenhaftes Lech am Arlberg

Die Hochzeit sollte eigentlich schon am 2. September 2005 statt finden. Aber der Regen, welcher zwischen dem 20. und 22. August eine Flut auslöste und zu Verwüstungen in der ganzen Alpenregion sorgte, hatte die Anreise unmöglich gemacht. Nicht, weil es Lech selbst so schlimm getroffen hätte –  der Regen hatte damals einfach 1,5 km der Zugangsstrasse weg geschwemmt. Somit war Lech damals komplett von von der Umwelt abgeschnitten. Daraufhin wurde die Hochzeit auf den 10. Dezember verschoben.

Die Hochzeit sollte eigentlich schon am 2. September 2005 statt finden. Aber der Regen, welcher zwischen dem 20. und 22. August eine Flut auslöste und zu , hatte die Anreise unmöglich gemacht. Nicht, weil es Lech selbst so schlimm getroffen hätte –  der Regen hatte damals einfach 1,5 km der Zugangsstrasse weg geschwemmt. Somit war Lech damals komplett von von der Umwelt abgeschnitten. Daraufhin wurde die Hochzeit auf den 10. Dezember verschoben.Eigentlich wollte ich schon am Freitag anreisen und das komplette Wochenende in Lech verbringen. Aber da ich ab Montag einen (englischen) Kurs halte und noch am Freitag Unterlagen übersetzen musste, war es mir erst möglich am Samstag loszufahren. In Zürich war es (wie üblich) hochneblig. Erst ab St. Gallen rissen die Wolken auf und die Sonne kam langsam durch. Ab Au war der Himmel stahlblau und die Sonne schien. Die schneebedeckten Berge sahen im nachmittäglichen Licht einfach weltklasse aus. In Dornbirn tankte ich nochmals und besorgte mir die Eintrittskarte für (die Autobahn) Österreich – das „Bickerl“. Dann gings auf die Autobahn Richtung Innsbruck. Kurz vor dem Arlbergtunnel verliess ich die Autobahn und es ging richtig aufwärts. Wenig Verkehr und trockene Strasse liessen die Anreise zusammen mit der schönen Aussicht zu einem Genuss werden. Zwischendurch rief ich bei André an, weil ich nicht wusste, wo das Fest-Hotel ist. Er versuchte es mir zu erklären, aber es wirkte bei mir irgendwie nicht. (siehe unten)

Ich war wirklich zum ersten Mal in Lech am Arlberg. Nicht zu fassen. Gar nicht weit weg von Zürich (um die 200 km) und scheinbar ein richtig tolles Skigebiet zusammen mit Zürs. Lech liegt auf 1450 m und Zürs sogar auf 1716 m. Also es geht richtig steil und kurvig den Pass hinauf. „Das sollte man auch im Sommer mit dem Töff nutzen…“ dachte ich mehrmals an diesem Wochenende. Um 16 Uhr traf ich in Lech ein. Dort herschte reges Skifahrer-Chaos: Skifahrer stolperten wegen der globigen Skistiefel mit geschulterten Skiern und wild pendelnden Skistöcken über die Strasse, Skibusse füllten sich oder spuckten das Skivolk an den nur schwer zu identifizierenden Haltestellen aus, in den Schneebars sassen sich aufwärmende (Apré-)Skifahrer und nahmen einen Jagatee oder hochprozentigeres – nur wo war das Hotel Austria? Also fuhr ich fast bis zum Ende des Ortes Lech. An jeder Kreuzung stehen Unmengen von Wegweisern zu Hotels und Pensionen, welche in sämtliche Himmelsrichtungen zeigen, aber das „Hotel Austria“ war nicht dabei – oder ich hab es übersehen. Ich kam am Gemeindeamt vorbei. „André hatte mir doch erzählt, dass er gegen 15:30 Uhr standesamtlich heiraten würde..“ ich überlegt kurz und parkte vor dem Standesamt. Natürlich geschlossen. Als ich mich wieder zum Auto gehen wollte, kam mir eine Dame entgegen. Sie öffnete die Gemeindeamttür und fragte, ob ich jemanden suchen würde. Ich erkundigte mich, ob eine Hochzeit anstehen würde – standesamtliche Trauung. Nein, sie glaube eher nicht. Aber ich könnte gerne mal nachsehen. Sie zeigte mir den Weg, und das Trauungszimmer war leer. Danke vielmals. Ich stieg ins Auto und fuhr wieder zum Ortseingang zurück. Dort befindet sich eine Tankstelle. Na denn frage ich halt da mal. Ich nahm ein „Twix“ aus dem Regal, zwei Euro aus dem Geldbeutel und fragte ganz freundlich nach dem „Hotel Austria“. In gestochen scharfem Ostgotisch (sorry, ostdeutscher Dialekt, 😉 ) wurde mit mitgeteilt, dass ich zurück in den Ort, nach dem Dorfladen links abbiegen, über die Brücke und dann würde ich das Hotel sehen. Also wendete ich wieder und befolgte die Anweisungen. Auf der anderen Bergbachseite angekommen sah ich dann tatsächlich das „Hotel Austria“! Nur – es war auf der anderen Bergbachseite. 😦 Also wieder umdrehen und über enge, schneebedeckte Strässchen erreichte ich schliesslich das Hotel. Ich öffnete die Autotür und es war saukalt (etwa Minus 10 Grad). Also ab ins Hotel – Blumenstrauss und DigiCam-Tasche nahm ich mit.

In der Lobby traf ich auf André und Detlef. Detlef bereitete gerade die Location für die Hochzeitsfoto-Innenaufnahmen vor. Detlef und seine nette Lebensgefährtin Jolanda sind professionelle Hobbyfotografen. Die beiden schossen unzählige, weltklasse Bilder vom Brautpaar und den Gästen auf den verschiedenen Locations – und eben auch im Hotel. Langsam aber sicher muss ich mir dann doch mal eine andere DigiCam besorgen, odrrr? Und noch viel, viel üben.

Hochzeitsfoto

Im ersten Stock hielten sich die Hochzeitsgäste (etwa 80 Personen) in der Lounge auf. Es wurde Prosecco, Wein und diverse andere Getränke angeboten. Gegen 18 Uhr wurde das Abendessen aufgefahren. Ein Buffet mit verschiedensten Salaten und der Hauptgang inkl. süsser Nachspeise hätte mindestens vier Sterne verdient. Zwischenzeitlich hatte die Band ihre Anlage aufgebaut. Nach einem Tusch wurde die Hochzeitstorte angeschnitten.

Hochzeitstorte

Nach der Torte musste dann Bewegung her: Die Band spielte auf und das Brautpaar tanzte den Hochzeitswalzer. Anschliessend war die Tanzfläche eröffnet und mit Hits quer durch alle Richtungen und Jahrzehnte wurde abgetanzt.

Abtanzen bis in den Morgen
Zwischenzeitlich wurde dann, wie zufällig, die Braut entführt. Ein paar Häuser weiter ging es in eine gemütliche, urige Beiz. Die Zeit verging viel zu schnell und um halb zwei morgens musste die Band nach mehrmaliger Zugabe aufhören. (Es hatten sich doch tatsächlich Hotelgäste über die „laute Musik“ beschwert 😉 ). Gegen halb drei löste sich die Runde auf und die letzten Gäste zogen sich in die Gemächer zurück. Alle? Nein, nicht alle. Ein paar widerstandsfähige Gallier – äh 2 Zürcher und ein Bayer, samt einheimischem Führer (Martin) – gingen noch eine Station weiter, da diese Station direkt auf dem Nachhauseweg lag. Das Teil nennt sich „Archiv“ und ist eher ein grösserer Kellerraum mit Bar, ein paar Beleuchtungskörpern und einer mittleren Soundanlage. Tanzen ist nur schwer möglich – nicht weil es so viel Leute hatte – sondern weil es scheinbar keine Tanzfläche gibt. Nach einem Bier waren wir auch wieder draussen in der Kälte, durchstapften die den Schnee bei einer Abkürzung zur Pension „Cafe Fritz„, stiegen über einen halbhohen Zaun und freute uns auf die Wärme des Zimmers. Ach ja, das „Cafe Fritz“ ist eine tolle Location für den nächsten ET-Skiausflug (Reminder Caro).

Morgens schlief ich etwas aus und war der letzte beim Frühstücken (wie üblich). Gegen Mittag fuhr ich dann nochmal zum „Hotel Austria“ – mittlerweile kannte ich den Weg ja. Dort sass man noch bei einem „Langen Braunen“ zusammen und diskutierte, verabschiedete und erholte man sich. Gegen 16 Uhr verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg zurück nach Zürich. Das Wetter war den ganzen Tag tadellos. In Zürich kam ich kurz vor 19 Uhr an, lud bei der Firma noch die für die Schulung benötigten Sachen ins Auto und fuhr nach Hause.

Liebe Petra, lieber André! Ich wünsche Euch von Herzen das Beste für Euer gemeinsames Leben. Möge in Euerem Herzen immer die Sonne scheinen, auch wenn das Leben draussen mal kalt sein sollte. Herzlichsten Dank für die Einladung und das tolle Wochenende! 🙂 Es hat wirklich alles gepasst – so wie auch bei Euch beiden alles passt, odrrrr?

Meine Bilder von der Hochzeit gibt es HIER (click-it)

 PS: Herzlichsten Dank an Babs für die nette Bekanntschaft und den schönen Abend. 🙂 Lieber Gruss nach „Unterösterreich“ 😉


Papstbesuch steht: Wird Benedikt XVI. in Regensburg wohnen?

8. Dezember 2005

Deutschland steht Kopf. Bayern flippt aus. Was passiert dann erst in Regensburg? Papst Benedikt XVI. kommt vom 10. bis 15. September 2006 nach Bayern. Das teilte der Münchner Erzbischof und Kardinal Friedrich Wetter am Donnerstag mit. Auf dem Programm stehen laut Wetter München, Regensburg und der Altötting. Na das sollte man sich als nichtkonservativer katholischer Erdenbürger nicht entgehen lassen. In den Medien wird schon rege spekuliert, wo der Papst die jeweiligen heiligen Messen abhalten wird. In München steht das Olympiastadion im Gespräch. In Altötting wird man den Platz um die Wallfahrtskirche nehmen. Aber in Regensburg? Der Dom würde aus allen Nähten platzen und die Bänke würden bei EBAY höhere Preise erzielen, als die Tickets für Robbie Williams oder sicherlich ein Vielfaches eines Tickets für die Fussball-Weltmeisterschaft. Das Jahn-Stadion würde aus Altersschwäche zusammen brechen. Bleibt nur noch die Donau-Arena. Aber die fasst auch grad mal knapp 6000 Betende. Ausserdem nehmen die Medien an, dass Benedikt sicherlich bei seinem Bruder nächtigen wird. Man darf gespannt sein.


Montag: MezzaNotte – Abtanzen im Kaufleuten für People ab 30

6. Dezember 2005

Heute wollte ich eigentlich mal einem meiner Hobbies nachgehen: Extrem-Sofaing. Also Relaxen und vom Weekend erholen 😉 Aber daraus wurde nichts. Nachdem ich Urs gemailt hatte, dass ich am Samstag mit meinem Töff einen kurzen Ausflug gemacht hatte, um die Ventile wieder mal durch zu blasen, rief er mich sofort zurück – Er ist ebenso ein Töff-Fahrer und wir hatten schon mal eine kleine Ausfahrt unternommen. Ausserdem wohnt er im gleichen Ort. Dafür treffen wir uns aber zu wenig, odrrr? 😉 "Bisch eichentli verückt? Bi dem Wetter?" Nein, es war nicht sooo kalt. Es hatte 8 Grad am späten Samstag Nachmittag und es regnete nicht mal. Sogar die Sonne kam kurz raus. Als wir so "dahin-telefonierten" erzählte er mir, dass er Franco getroffen hätte. Dabei hätte Franco erzählt, dass er schon seit einem Jahr verspricht ein Mezzanotte-Evening zu organisieren. Und ob ich heut Lust hätte mit zu gehen. Seine Freundin sei auch dabei und es wäre ganz angenehm im Kaufleuten. "OK!" dachte ich, "wann geht`s los und wie lang planst Du dort zu bleiben?". Urs meinte: "Treffpunkt 21 Uhr und Rückflug gegen 24 Uhr". Alles klar!

Ins "Kaufleuten" wollte ich, wie schon erwähnt, schon länger mal hin. Franco hatte erzählt, dass am Montag dort "die Post abgeht". Ich konnte mir das überhaupt nicht vorstellen. Montag ist mein WE-Nachwehen-Erholungstag. Am Montag ist die Woche noch so lang. Aber andererseits würde ein Uusgang am Montag die Woche versüssen und etwas verkürzen. Mal was anderes, odrr?

Abends rief ich per Natel bei Urs an. Urs sagte zu mich abzuholen. Also machte ich mich kurz ausgefertig und stellte mich um 21 Uhr vor`s Haus. Urs hatte seine nette Freundin Mara dabei – und schon gings über die Badenerstrasse Richtung Innenstadt. Das "Kaufleuten" ist mitten in der Stadt Nähe Bahnhofstrasse. Das Parkhaus ist gleich daneben. Eintritt zur "MezzaNotte" kostet 15 Franken – Garderobe 2 Franken – kommode Preise. Man betritt das grossräumige Foyer und links davon ist der grosse Theatersaal.

Das Kaufleuten verfügt noch über ein tolles Restaurant. Urs erzählte mir, dass man dort für 40 Franken gut essen kann und der Eintritt in den Club ist dann auch schon dabei. Werde ich bei Gelegenheit mal austesten. Der Saal hatte sich bereits gut gefüllt. Im Eingangsbereich ist jeweils rechts und links eine Bar. Dort besorgten wir uns unsere ersten Drinks. Auch hier kommode Preise. Bei der Einrichtung überwiegt gediegenes Rot in schweren Stoffen und rustikalen Möbeln. Die Sitzgelegenheiten sind rar gesäht, aber falls man eine ergattert sicherlich gemütlich. Im Ballsaal selbst sind nochmals an den Seiten mehrere Bars. Also an "Quellen" mangelt es nicht. Lediglich die Soundanlage hat es schwer das Raumvolumen gleichmässig zu beschallen. Aber es ist überhaupt nicht laut, was von so manchem auf der Tanzfläche zum Plausch genutzt wurde. Das Phänomen "mit Drink in der linken und Ziggi in der rechten Hand" auf der Tanzfläche war auch recht selten anzutreffen. Auch sonst geht es sehr gepflegt zu – Rempler beim Tanzen oder beim Wechseln des Standortes eher zufällig. Das Publikum ist wie erwartet durchgängig Ü30 – Das Mädels/Männer-Verhältnis gewinnen klar die Mädels. 🙂

Der DJ legt überwiegend tanzbare Musik aus den 80ern aus sämtlichen Musikrichtungen quer Beet auf. Ein Konzept konnte ich nicht unbedingt erkennen – ausser 80er-Musik aufwärts. Aber die Tanzfläche ist immer gut gefüllt. Nur sollte der liebe DJ nicht durchgängig seine Sammlung an Maxi-LPs spielen. Es dauert einfach mal 3 bis 5 Minuten, bis der eigentliche Song anfängt. 😦 Ausserdem benötigt er/sie offensichtlich besseres Licht am Pult: Ab und zu scheint er die B-Seite der Maxi zu spielen, was für verwirrte Blicke, Wellen von Abwanderern von der Tanzfläche und bei uns mal für eine Tanzpause sorgte. Aber an tanzbaren guten Titeln fehlt es wirklich nicht. 🙂 Wir stellten uns im Ballsaal auf der linken Seite zur ersten Bar. Besser gesagt, wir stellten dort die Drinks ab und legten auf der Tanzfläche los. Je näher die Mitternacht kam, umso mehr füllte sich die Tanzfläche. Trotzdem war immer ausreichend Platz um keinen Ellbogen in den Rücken oder den Huf eines Tänzers auf dem kleinen Zeh zu bekommen. Schade, dass die Zeit so schnell verging. Aber das Kaufleuten sieht mich bestimmt mal wieder. Wertung 🙂 🙂 🙂 🙂 von maximal 5 möglichen.

Veranstaltungstermine im Kaufleuten

Web: www.kaufleuten.com


Sonntag: Das beleuchtete Märchenschloss mit Eisbahn im Innenhof des Landesmuseums Zürich

5. Dezember 2005

Unter dem Motto "Live on Ice" präsentiert der Lichtkünstler Gerry Hofstetter ein Event der besonderen Art, welches mir vom Konzept bis zur Umsetzung extrem gut gefällt. Gestern war ich mit einer sehr netten Begleitung dort. Übrigens: Wenn Sie Zürich zur Weihnachtszeit kennen lernen wollen, dann nehmen Sie Tram oder Bus oder beides.

Wenn Sie Zürich kennen lernen möchte, dann fahren Sie Tram oder Bus! Gestern war einer der verkaufsoffenen Sonntage in der Vorweihnachtszeit. Verkehrstechnisch geht dann mit dem "Individualverkehr" in Zürich – also mit dem Auto – erfahrungsgemäss gar nichts mehr. Für Sonntag 17 Uhr hatte ich mich mit Karin verabredet. Da sie auch gern fotografiert –  was trifft sich da besser, als für den Treffpunkt den Eingang zum Landesmuseum zu wählen. Vom 26. November 2005 bis 2. Januar 2006 gibt es dort das Event "Live on Ice" im Innenhof des Landesmuseums. Ich besorgte mir ein Tagesticket, stieg in Schlieren in den 31er-Bus ein und fuhr ohne Stau, völlig entspannt, an all den Autos vorbei; für Busse und Trams existiert extra eine eigene Spur. Bei der Fahrt im Bus kann man viel über die Zürcher erfahren.

Was ist z.B. momentan IN?

  •  Klapphandies (Natels)
  • SMSen (Ein-Finger-Daumen-Technik-Highspeed)
  • Lautes Telefonieren im Bus (Hoi, bi grad im Bus, bisch scho am Bah`hof? Zwoi Minute, wartsch?"

Ich stieg beim Bahnhof Züri aus. In der Bahnhofstrasse war die Hölle los. Der erste verkaufsoffene Sonntag muss für die Einzelhändler ein absoluter Erfolg sein und nur so Geld in die Safes spülen. Menschen über Menschen tummelten sich in der Bahnhofstrasse. Die neue Weihnachtsbeleuchtung "die längste animierte Effektbeleuchtung in der Schweiz" kam noch nicht so zur Geltung, da es gegen 16 Uhr erst die Dämmerung einsetzte . Die neue computeranimierte LED-Konstruktion hatte 2,6 Millionen Schweizer Franken gekostet. Über Geschmack lässt sich streiten, aber für mich sieht das eher nach einer überdimensionierten hängenden Neonröhren-Kette aus – allerdings scheinen die Neonröhren am Ende ihrer Lebenszeit zu sein: Sie flackern nur noch leicht. Zwei Vorteile hat die neue Weihnachtsbeleuchtung allerdings: a) jeder (samt Stammtisch und Tagespresse) spricht darüber (sehr gute Werbung) b) die Riesen-LED-Stäbe benötigen nur einen winzigen Bruchteil der Energie (Stromkosten), als die vorher verwendete. Und nach über 25 Jahren sollte dann doch mal was "Neues" her.

Zürich Bahnhofstrasse

Da ich noch etwa eine halbe Stunde Zeit bis zu meinem Date mit Karin hatte, schlenderte ich Richtung Bahnhofshalle. Dort ist laut Auskunft der SBB "Der grösste und schönste Indoor-Weihnachtsmarkt Europas" – der 12. Zürcher Christkindlimarkt. Vom 25. November bis zum 24. Dezember findet man dort über 170 Ständli, wo man sich trockenen Fusses gemütlich die tollsten Weihnachtsgeschenke ansehen, probieren und natürlich kaufen kann. Von handgemachten Seidenkrawatten über Naschereien und Glühwein bis zu esoterischen Krimskrams und Swarowski-Baumschmuck für die importierte Blautanne im Wohnzimmer eines Hauses an der Goldküste. Eine riesige Weihnachtstanne mit eben den genannten edlen Kristallen überragt das Szenario. Der Baum wird von mindestens 4 grossen Halogenstrahlern beleuchtet – so erspart man sich bis Weihnachten das Beheizen der Bahnhofshalle. Auch die ganz Kleinen kommen nicht zu kurz: Ein Kinderkarussel und ein Märlizelt locken schon kleinste potentielle Endkunden an.

Unterirdisch durch die Einkaufspassagen im Bahnhof ("Railcity/Shop-Ville" genannt), schlenderte ich dann weiter zum Eingang des Landesmuseums. Dort geht es weiter durch den Torbogen. In tolles blaues Licht getaucht sieht man dann den Innenhof mit der mobilen Eisfläche. Das Konzept ist wirklich "weltklasse": Für die ganze Familie ist etwas geboten. Rechts nach dem Eingang ein "brennend heisse Glühweinstand", links vom Eingang ein Ständli, an dem man neben den heissen Getränken auch Snacks (Bratwurstsemmel etc.) bekommt. Die belebte Eisfläche wird umrahmt von mobilen, stabilen und ganz wichtig beheizten Partyzelten. Die "Antarktis-Bar" ist die Erste auf er linken Seite. Runde Tische, eine lange Bar mit Barhockern und für mich extrem wichtig: Sofas! Mit gemütlicher ruhiger Musik beschallt – grad richtig zum Aufwärmen, längeren Verweilen, Ratschen und Relaxen. Direkt im Anschluss befindet sich ein das "Lindt-Café". Ebenso gemütlich eingerichtet und gesponsert vom bekannten Schokki-Hersteller. Auf der dem Eingang direkt gegenüber liegenden Seite befindet sich ein nobel eingerichtetes Restaurant. Sogar ein Klavierflügel steht darin – also eher etwas für die Upper-Class. Für das normale Fussvolk ist dann auch noch eine Restauration vorhanden. Ich nehme mal an, dass es dort Schweizer-Nationalspeisen, wie z.B. Fundue und Raclette zur Stärkung bzw. zum Aufbau von Abwehrkräften für den Einkaufsmarathon in der Vorweihnachtsphase gibt. Besitzt Mann oder Frau keine eigenen Schlittschuhe, so kann man sich diese für 6 Franken ausleihen und einige Runden auf der Eisfläche drehen.

Live on Ice im Landesmuseum Zürich

Karin hatte trotz des einkaufsoffenen Sonntags einen Parkplatz gefunden und wir besorgten uns erst mal je einen Glühwein. Nachdem wir ein paar Fotos geschossen und noch einen zweiten Glühwein intus hatten, entschlossen wir uns zum Aufwärmen in die "Antarktis-Bar" zu gehen. Zuerst sassen wir "nur" an der Bar, aber kurze Zeit später wurde ein Sofa im Lounge-Bereich frei. Draussen fing es heftig zu Regnen an (oder war es eher eine Schnee-Regen-Mischung). Aber das störte nicht, wir waren im Warmen und hatten genug zu "pläuderlen".

 Landesmuseum Zürich im Winter

Karin wollte sich dann noch die tolle Bahnhofstrassenbeleuchtung ansehen und evtl. fotografieren. So entschlossen wir uns gegen 21 Uhr dorthin zu gehen. Aber es begann wieder zu regnen. Also nahmen wir eine Abkürzung zum nächst gelegenen Lounge-Lokal: Das "Jules Verne" im Turm (11. Stockwerk) der Sternwarte "Urania". Von dort oben hat man einen tollen Blick über die Innenstadt von Zürich. Das "Jules Verne" ist nur über einen Lift erreichbar, der sich im "Restaurant Urania" befindet. Dort nahmen wir noch einen "Apéro" und liessen den schönen Abend locker ausklingen.

Infos/Links:

Eisbahn täglich von 11.30 – 22.00 Uhr
Restaurationen täglich von 11.30 – 24.00 Uhr
Weihnachts Curling täglich von 22.15 – 23.45 Uhr
Eislaufen und Eintritt frei


Samstag: Eine Nacht im Tresor in Winti

5. Dezember 2005

Alesse hatte beim Spagetti-Plausch erzählt, dass er am Samstag in „Winti“ unterwegs ist. Wenn ich Lust hätte, dann könnte ich mitkommen. Klar hatte ich Lust. Also rief ich am Samstag Abend an. Alesse wartete grad auf einen Freund, der ihn abholt. Sie würden dann in die QN-Bar in Effretikon gehen. Treffpunkt also dort. Ich war grad auf dem Weg zurück nach Hause. Ich duschte, zog mich um und machte mich „ausgefertig“, setzte mich ins Auto und fuhr nach Effretikon. Die QN-Bar ist gleich am Ortseingang von Effretikon. Und schon war ich an der Einfahrt vorbei gefahren. Wenden und wieder zurück. Parkplätze gab es noch genug. Steht man vor dem Haus, so befindet sich links die „QN-Lounge“ – eine Smokers-Lounge, wo man gute Zigarren gemütlich rauchen kann. Rechts ist ein feines Speiselokal – das „QN-Restaurant“. Und in der Mitte eben die „QN-Bar“. Eingerichtet im rustikalen, gemütlichen Stil, mit einer langen Bar und viel Holz. Alesse, Martin und Salve waren bereits eingetroffen und hatten sich im hinteren Bereich der Bar in Lehnsesseln nieder gelassen. Ich bestellte mir eine Stange und beobachtete das Treiben um mich herum.

Am Nebentisch sassen zwei Mädels. Scheinbar hörten die Mädels so einige Diskussionen bei uns mit – auf jeden Fall sprachen die beiden dann irgendwann Alesse an. Es ging um Gummibärli, die sonst vorne am Eingang vorhanden sind. Alesse organisierte via Bedienung (eine ganz hüsche Maus) die fehlenden Gummibärli, welche dann mit ausgiebigen Gesprächen geteilt wurden. Man sprach über so manche Mann-Frau-Probleme, zum Beispiel über gemeinsames Kochen und Wohnen, Bettwäsche, Winterreifen etc. 😉

Gegen 23 Uhr hatte Alesse den Treffpunkt bei einer ganz speziellen Lokalität mit zwei weiteren Freunden abgemacht. Somit starteten wir nach Winterthur und suchten uns dort in der Nähe des Bahnhofs einen Parkplatz, was bei 3 Autos anfänglich nicht einfach erschien, aber klappte.

Die „spezielle Lokalität“ war ein „Private Club“ und nennt sich „Tresor„. Nein, auch ich lag mit meiner Vermutung anfänglich falsch, da ich an „etwas verfängliches“ dachte beim Titel „Private Club Tresor“.

Andi und Lorenzo kamen kurze Zeit später und Alesse wies den Weg. Ups, wir waren schon da. Ein unscheinbares Haus gegenüber dem Bahnhof mit einem unscheinbaren Eingang. Eine Stahltür, ein verspiegeltes Schauglas, eine Gegensprechanlage. Alesse griff zum Natel und rief den Besitzer an. Er meinte „hier kommst nur rein, wenn Du Jemanden kennst, der Jemanden kennt.“ Ok, auch gut. Wenige Sekunden öffnete sich die Tür und wir wurden eingelassen. Ich war der einzige der noch nie dort war, also musste ich einen Erfassungsbogen ausfüllen und erhielt eine Guestcard mit aufgeklebtem Barcode. Aufklärung: „Da werden sämtlicher Verzehr drauf gebucht“. Ok 🙂 Wir gingen zum Lift. Dann ging es abwärts – 4 Etagen! Dann wurde mir klar, warum das Lokal „Tresor“ heisst. Alesse führte mich herum. Zwei ehemalige Personenlifte umfunktioniert als Garderobe, links eine sehr gut ausgestattete Bar, darauf folgt eine Kommode gefüllt mit Humidore für edle Zigarren, zwei Ledersitzkombinationen inkl. Glastisch. Das ist die Smokers-Lounge. Eine schwere orginal Tresortür weist den Weg zur Clubhall – der eigentliche Tresor. Die Soundanlage ist erstklassisch – kein Wunder bei der Dämmung im Tresoraum. Gleich bem Eingang links ein Tisch mit Leckereien (Lachs, Schinken, Toast etc.), weitere Lehnsessel, ein Billardtisch und eine Bühne, auf welcher der DJ seinen erhobenen Platz hat. Und der Sound war weltklasse. Wir liessen uns in der Smokers-Lounge auf einer der weissen Ledersitzecken bei Tanja nieder. Tanja war eine Bekannte des Türstehers (aber die Bezeichnung „Türsteher“ stimmt garantiert nicht). Allese und seine Freunde bestellten eine Flasche Rotwein (Rioja) und zogen irgendwann die Zigarren heraus. Ich bestellte ein Heineken und hörte den Diskussionen zu. Autos war das Hauptthema ;-). Der Club füllte sich nur mühsam. Leider hatten wir einen Tag erwischt, der etwas mager war. Aber das machte nichts, denn das Ambiente war weltklasse, der Sound ebenso. Also für mich hat`s gestimmt 🙂 Super Location – Hoffe Alesse nimmt mich wieder mal mit; denn ohne Jemanden zu kennen, der Jemanden kennt, kein Einlass!


Freitag: Luca lädt zum Spagetti-Plausch – und alle wurden satt.

5. Dezember 2005

Luca hatte zum Spagetti-Plausch geladen – und alle kamen. Luca`s Events sind legendär. Schon der letztjährige Fondue-Plausch am Berg war der Hammer. Er hatte sich zwar die kälteste Nach im Jahr ausgesucht, aber den Gästen wurde es nicht kalt. Kein Problem war auch die Kühlung des Weissweins (Wiiswii): Die Flaschen im Brunnen mussten irgendwann mit dem Eispickel befreit werden. Fondue und heisser Tee wärmte uns zusammen mit dem Lagerfeuer enorm auf.

Am Freitag den 2. Dezember hatte Luca wieder zu einer Party geladen. Die Spagetti und speziell die Sosse durfte ich vor Monaten schon mal kosten – und natürlich durfte ich mir dieses Mal das gute Mahl auch nicht entgehen lassen. Mit von der Partie waren Kollegen und Freunde von Luca. Seine nette Freundin Conny war auch dabei. Und der Cafe-Latte schmeckte grandios, auch wenn man den als „echter Italiener“ um die Uhrzeit und noch dazu als „Mann“ angeblich nicht mehr trinkt. Aber i bin a Bayer – host me? Mercy Luca! Es war ein gelungener Abend!

Spagetti-Plausch bei Luca

Spagetti al dente

Spagetti-Plausch bei Luca

Fernando Granados de Mafioso ist extrem vom Rotwein begeistert 😉

Spagetti-Plausch bei Luca

Alesse nimmt noch einen Schlag „Es hed solangs hed!“ Fercho ist immer noch vom Rotwein extrem begeistert 😉

PeterPan „mittermeyert“: „Den einen Ficus pflege ich ohne Ende, ach du lieber Ficus, na wie gehts Dir heute? Und den anderen, da bin ich so richtig fies. Morgens giesse ich den mit eiskaltem Wasser und danach gleich mit kochend heissem… “

Spagettiplausch bei Luca

Conny schaut und Peter kaut. Ja habe die Ehre! 🙂

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Al Bundy kehrt mit seiner „Schrecklich netten Familie“ auf die Mattscheibe zurück

29. November 2005

Zwischen dem 4. November und 17. November konnten die Fans auf der Internetseite von kabel eins aus 50 Episoden ihre 10 Lieblingsfolgen wählen. Die 10 Folgen mit den meisten Stimmen werden dann am Mittwoch den 30.11.2005 ab 21.15 Uhr am Stück ausgestrahlt – laut kabel eins in der "witzigsten TV-Nacht des Jahres".


ET meets Vorderlanersbach – Hüttenzauber am Skiweekend

28. November 2005

Vom 25.11. bis 27.11.2005 hatte Caro das ET-Skiweekend organisiert. Es ging nach Vorderlanersbach im Zillertal. Es waren 43 ET-ler dabei. Das Wetter versprach nichts Gutes: Drei Tiefdruckgebiete sollten während des Wochenendes von Nordwesten her Richtung Alpen ziehen. Enorme Schneemengen und niedrige Temperaturen bis 16 Grad minus wurden von den Wetterpropheten versprochen. Somit war ich eher auf Relaxen, als auf Boarding eingestellt. Den Montag hatte ich mir noch frei genommen, denn ich wollte meine Mam an diesem Tag besuchen. Sie verbringt momentan einen Kuraufenthalt am Ammersee. Ich hatte versprochen ihr einen Laptop mit zu bringen, damit sie Schwänke aus ihrem Leben niederschreiben kann. Rainer hatte in meinen alten Laptop in Rekordzeit eine neue Festplatte eingebaut und den Laptop neu aufgesetzt. Besten Dank an dieser Stelle. Somit wollte ich von Freitag-Abend bis Montag-Morgen im Zillertal bleiben, um dann am Montag-Vormittag gemütlich ohne Rückreisestressverkehr über München weiter zum Ammersee und dann anschliessend Nachmittags zurück nach Züri fahren.

Die Anreise:
Gegen 16 Uhr startete ich bei einsetzendem Schneefall Richtung Österreich. Gegen allen Erwartungen kam es weder auf der Autobahn Regensburg-Holledau, noch auf der Münchner-, auch nicht auf der Salzburger-Autobahn zu stauähnlichen Erscheinungen. Es schneite auch nur mal kurz bei Regensburg. Man kam somit recht gut voran. Der beiderseits vierspurige Streckenführung zwischen Erding und der Verzweigung München-Nord wird gehirntechnisch von den Autofahrern immer noch nicht logisch verarbeitet (ganz links ganz viele Autos – ganz rechts gar keine). Somit konnte ich genüsslich rechts vorbei ziehen, da ich ja auf die Salzburger-Autobahn zusteuerte. Bis zum Inntal-Dreieck kam ich ebenfalls locker durch. Aber es scheint nicht nur eine geographische Grenze zwischen Bayern und Österreich zu geben, sondern auch eine meteorologische; denn genau bei Kufstein schneite es heftig. Die LKWs auf der rechten Spur fuhren nur noch 60 km/h – die linke Spur war durchgehend schneebedeckt. Ich hatte schon eine böse Vorahnung, denn nach Mayrhofen geht es relativ steil hinauf nach Finkenberg. Und da muss man rauf, wenn man weiter nach Vorderlanersbach möchte – da ist nämlich unser Hotel. Es schneite durchgängig und die mit Schneeketten versehenen Fahrzeuge häuften sich, je näher ich Mayrhofen kam. Gegen meinen Erwartungen kam ich recht flott das erste Stück nach Finkenberg hinauf. In einer Kurve stand ein Kleinbus und 2 Leute montierten die Schneeketten. Na toll. Ortsschild „Finkenberg“ und vor mir sah ich eine Serie Bremslichter.
Der Unfall Teil 1:
Ohoh! Kommt da schon einer nicht mehr weiter? Nur nicht stehenbleiben! Ich bremste, stand dann und dachte „Hier komm ich nie mehr weg“. Ich stieg aus und ging den Strasse an den stehenden Autos hinauf. Nein es war kein Auto, welches bergaufwärts nicht mehr weiter kam, sondern ein Ski-Taxi, welches bergab zu schnell war und mit dem rechten Vorderreifen auf einer kurzen Leitplanke hing (Presseartikel HIER – ganz unten). Ein LKW mit Kranaufbau war grad dabei den Kleinbus von der Leitplanke zu heben. Ich schlitterte zu Fuss zurück zum Auto. Herbert stand 4 Fahrzeuge vor mir, Bogdan nur zwei. Der Stau löste sich wieder auf und ich war an der Reihe mit „Gasgeben“. Wider meinen Befürchtungen kam ich sogar weg. Zwar langsam, aber stetig. An der Finkenberger Post kam ich noch vorbei, aber vor der nächsten Kurve ging fast nix mehr. Die Räder hinten drehten mehr und mehr durch. Ich lenkte rechts ein und stellte mich auf den Parkplatz vor dem „Finkennest“ – einer Apre-Ski-Bar. Ich rief Herbert an – er war mittlerweile im Hotel angekommen, aber er kam dort wegen der Schneeverhältnisse nicht mehr weg. So besorgte ich mir über die Hotelrezeption ein Ski-Taxi. Es kam 20 Minuten nach meinem Anruf bei mir an. Ich lud die Skiklamotten um und das Taxi kletterte die Strasse nach Vorderlanersbach hinauf – mit Ketten.
Das Hotel:
Das Garni-Hotel „Testerhof“ ist  nagelneu – wurde in 2004 fertig gestellt. Das sogar mit intelligenter Gebäudeautomation basierend auf KNX/EIB (allerdings GIRA) ausgestattete Haus ist mit allem versehen, was man sich so wünscht: Wellnessbereich mit Aussen- und Innenbad (Whirlpool, Dampfbad, Sauna, Solarium), Frühstücksraum (inkl. Webcams – Gruss an den Datenschutz), Tennishalle und Kegelbahn, sowie „Spielhölle“ und Bar. An der Rezeption bekam ich meine Schlüsselkarte und schleppte meine Klamotten rauf ins Zimmer. Cristiano – mein Zimmerkollege – war noch nicht angekommen. Die Zimmer sind grosszügig und mit einem modernem Bad ausgestattet. Sogar ein GIRA-Radio sorgt für Musik früh morgens. Wertung für den Testerhof: Empfehlenswert.
Das Restaurant:
Caro hatte in der Mail geschrieben, dass man sich gegen 20 Uhr im Restaurant trifft, nur wo ist das denn überhaupt. Hotelrestaurant? Fehlanzeige – logisch bei einem Garni-Hotel. Ich fragte den Rezeptionisten, welcher scheinbar schon öfter gefragt worden war „Wo ist das Restaurant“. Er erklärte mir den Weg „einfach bergauf – am Tuxerhof links und dann sieht man das Lokal schon“ und ich stapfte durch den Schnee los. Die Beschreibung des Weges half mir aber nicht weiter. Den Tuxerhof fand ich (klar mitten im Ort), aber „Das Lokal“ nicht. Anruf bei Herbert. Er hatte 30 Minuten lang den ganzen Ort abgelaufen, bis er „Das Lokal“ schliesslich fand. Der Weg dorthin war nicht das Problem – eher, dass „Das Lokal“ tatsächlich dann „Das Lokal“ hiess. Endlich angekommen. Mein Hänger-am-Berg hatte sich schon herum gesprochen und ich wurde mit einem „Hellau“ empfangen. Es waren schon etwa 20 Kollegen dort, das Essen wurde aufgetragen. Die von mir vorgeschlagenen „Nicht über die Arbeit sprechen“-Regeln (Link1 /Link2) zeigten Wirkung: An meinem Tisch wurden etwa 5 Runden Marille ausgegeben. Martin machte sich einen Scherz daraus jeden der neu ankam und sich setzte zu fragen „Was hast heut den ganzen Tag gemacht?“. Der Angesprochene erzählte irgendwas vom Büro und schon „war er fällig“ für eine neue Runde. Markus rief dann bei mir an – er hing auch am Berg fest, und zwar 100m weiter oben wie ich. Beim zweiten Anruf erzählte er dann, dass er weiter fahren kann, aber die Beifahrer hätte er aussteigen lassen – Frontantriebler. So standen Francesca, Astrid und Jakob also in Finkenberg und warteten auf Abholung – bei Schneefall und Kälte – wurden dann aber bald von Florian abgeholt.

Das Lokal“ war scheinbar auf die Menge von 40 Personen gleichzeitig nicht eingestellt. Der Menüpreis für ein „3-Gänge-Menü“ war zwar günstig, aber die Organisation und „Prozesse“ sollten noch etwas optimiert werden. Da die Chefin die Getränke „zentral“ auf einem Schmierzettel mit Strichliste notierte, gestaltete sich die finale Abrechnung chaotisch – es blieben 12 Marille und 3 Weizen unbezahlt übrig. Soweit ich weiss, muss doch nun auch in Österreich jedes Gericht oder Getränk „boniert“ – also in die Kasse getippt – werden. Das geschah soweit ich beobachten konnte nie. Gruss an die Steuerfahndung. Ich gab den Tipp doch am nächsten Tag Zettel pro Person zu verteilen, worauf derjenige dann seine Getränke aufschreiben kann. Das half auch nichts; denn am nächsten Tag kam es wieder zu einer Unstimmigkeit bei der Abrechnung: 1 Wasser, 2 Viertel Wein und ein Eis fehlten angeblich. Marginal, wenn man bedenkt, dass über 40 Personen üppig Getränke zu sich nahmen und schliesslich auch bezahlten. Diesen Kolateralschaden kann man getrost als Überschank bezeichnen, noch dazu, wenn mutmasslich überhaupt nichts boniert wurde. Auch zeigte eine Recherche am nächsten Morgen auf, dass die fehlenden Getränke an den Tischen doch bezahlt wurden, was wiederum die Vermutung unterstreicht, dass doppelt „gestrichelt“ wurde. Trotzdem führte dies am Vorabend zum Rauswurf der zuletzt Verbliebenen, weil diese verständlicherweise nicht noch Mal für die chaotische Abrechnung der Betreiber aufkommen wollten. Hierbei kam es zu hitzigen Diskussionen zwischen „den Kunden“ und „dem Dienstleister“, wobei letzterer sicherlich ein paar Kurse in „Kundenpflege“ und „Verkaufstechnik“ besuchen sollte. Somit kann die Wertung für „Das Lokal“ nur „ungenügend“ lauten. Nach dem allerletzten Lokal traf sich der harte Kern noch in der Bar des Hotels bei der Kegelbahn. Dort wurde dann der samstägliche Ski-Tag bzw. Wellness-Tag geplant.
Der Samstag-Morgen:
Das erste Mal wurde ich wach, als Cristiano sich für den Ski-Tag bereit machte. Ein Blick durch das Fenster (Schneefall und grauer Himmel) überredete mich aber das warme Bett dem grauen Wetter vorzuziehen. Gegen 10 Uhr rappelte ich mich auf und ein Duschgang brachte mich wieder zurück ins Leben. Eine Etage tiefer war der Frühstücksraum. Carsten und Caro, sowie die Familie Anders sassen noch beim Frühstück, wobei Caro mit Laptop bewaffnet die Abrechnungen für die Teilnehmer erstellte. Erste Ereignisse wurden diskutiert. Ein Thema waren die Abrechnungsfehler aus „Das Lokal„, dann waren die ersten Meldungen vom Berg eingetroffen (Starker Wind sorgt für kostenloses Gesichtspeeling, Neuschnee wird verweht, Eisplatte führt zur Schulterknochensplitterung, Wolken-Nebel lässt Buckel und Täler auf der Piste nicht erkennen, -15°C am Berg verursachen Absenkung der Körpertemperatur im Gesichtsbereich beim Sesselliftfahren), und nebenbei war ein Bewegungsmelder im Flur des 2. Stocks am Freitag Abend auf mysteriöse Weise scheinbar für eine optische Untersuchung abhanden gekommen. Letzteres sorgte beim Hotel-Chef für Verstimmung. Die Berg-Wettersituation bei mir für ein ausführliches Frühstück.
Der Samstag-Nachmittag:
Obwohl es durchgehend schneite, hatte sich die Strassensituation verbessert. Nach dem Frühstück fuhr mich Carsten zu meinem Auto in Finkenberg. Da der Räumdienst ganze Arbeit geleistet hatte und offensichtlich tatsächlich „tonnenweise“ Salz verwendete, war der Weg für mich frei das Auto auch zum Hotel – zumindest in die Nähe zu bringen. Auf dem Weg dorthin tankte ich noch in der neuen Tankstelle zwischen Finkenberg und Vorderlanersbach. Hierbei traf ich auf eine echte Traumfrau hinter dem Tresen. Durch den Flirtversuch kam es zu einem längeren Tankstopp und Carsten musste etwas länger warten. Dabei erfuhr ich von der extrem netten Lady, wo man am Samstag Abend ausgehen konnte: Die Bar hiess „Pfiff“ und befindet sich direkt im Hotel „Tuxerhof“.
Gegen 14 Uhr stellten sich Carsten, Caro und ich an die Bushaltestelle, um noch auf den Berg zu kommen. Allerdings ohne Ski bzw. Board, da wir nur vor hatten auf die Schirmbar bei der Mittelstation zu fahren. Dort hatten sich schon einige der Teilnehmer versammelt, um sich mit Vodka-Feige, Glühwein, Weizen und Lumumba aufzuwärmen.
Die Meldungen vom Berg waren nicht untertrieben. Auf der Mittelstation schneite es und es war neblig. Noch viel mehr Nebel hatte es in der Schirmbar – bis ich die Brille abnahm. Die übliche Gute-Ski-Laune-Musik dröhnte aus den Lautsprechern und scheinbar hatten schon die Mehrzahl der Anwesenden Skifahrern mehr Zeit in der Ski-Bar verbracht als auf der Ski-Piste. Die drei Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun, um den Bestellungen einigermassen nachzukommen. Die Stimmung unter den ET-lern war ausgelassen. Nach und nach kamen immer mehr in die Schirmbar und wärmten sich bei alpländischen Traditionsgetränken.

Gegen 16 Uhr wurde die letzte Runde bestellt und man bewegte sich Richtung Gondelbahn. Unten im Tal warteten wir auf den Skibus. Es hatte immer noch nicht zu schneien aufgehört.

Wir fuhren zurück ins Hotel und vereinbarten einen Treffpunkt in der Hotellobby um 20 Uhr, um zum schon oben bewerteten Restaurant „Das Lokal“ zum Abendessen zu gehen.
Der Samstag-Abend:
Zum Restaurant „Das Lokal“ kein weiterer Kommentar mehr. Nur soviel: Das Essen war für mich ausreichend, aber so mancher anderer hätte gern etwas mehr auf dem Teller gehabt. Viele der Weekend-Teilnehmer waren von den Strapazen am Berg gezeichnet und nach dem Essen schlug bei diesen die Müdigkeit zu. Markus z.B. sass mit verschränkten Armen leicht ausgestreckt an seinem Tisch und versuchte die Augen offen zu halten. Bald darauf verabschiedete er sich mit dem Ziel sich ins Bett zu legen. Gegen 23 Uhr ging ich mit Ralph in das wenige Meter entfernte „Pfiff“ – die Bar im Tuxerhof. Von Aussen ist der Lokalität nicht anzusehen, dass sich im Erdgeschoss so eine gemütliche American-Bar im Stile eines „Rock-Cafe`s“ befindet. Und – oh Überraschung – Markus befand sich mit einigen anderen Kollegen. Martina und Astrid waren auch anwesend. Die Musik im „Pfiff“ reichte von Fetenhits bis Rock-Classics – wenn nur der DJ nicht immer mitsingen würde, dann wäre es noch viel angenehmer. Auch hier hatten die Bedienungen an der grossen, fast das Lokal füllenden, Bar alle Hände voll zu tun die Bestellungen einigermassen abzuarbeiten. Nach und nach kamen auch die restlichen ET-ler bis auf wenige Ausnahmen herein. Herbert schaute nur mal kurz nach seinem Sohn, der sich mit Peter (Sohn von Renate) gut amüsierte. Peter stellte fest, dass die Krankenschwester, welche seine Schultersplitterung behandelt hatte, auch unter den Gästen war. Stefan, Cristiano und ich fotografierten die lustige Truppe und das Umfeld. Franziska, Astrid, Martina, Florian und Bogdan tanzten, soweit der verbleibende Platz im Gedränge rund um die Bar dies zuliessen.

Gegen 1 Uhr verliessen wir das Lokal. Nur Renate nebst Sohn verblieben noch. Renate hatte zwischenzeitlich ihre Jacke verloren. Darin befanden sich neben Handy und sämtlichen Schlüsseln auch die Rechnungen für die Behandlung von Peter. Die Jacke tauchte dann aber am nächsten Tag wieder auf.
Der Sonntag-Morgen:
Ich hatte an der Rezeption gefragt, ob ich noch eine Nacht verlängern könnte. Leider war dies nicht möglich – es wurde eine 80-köpfige Reisegruppe erwartet und das Hotel war vollkommen ausgebucht. Sicherlich hätte ich in einer anderen Pension im Dorf etwas anderes finden können, aber so plante ich schon im späten Vormittag das Zillertal zu verlassen, um dann Mam am Ammersee zu besuchen. So kann ich noch Abends in Züri sein und am Montag – an meinem freien Tag – Besorgungen erledigen. Ich ging gegen 8 Uhr zum Frühstücken und es schneite immer noch. Die Strassenverhältnisse hatten sich wieder verschlechtert. Da wir wegen der nachfolgenden Reisegruppe spätestens um 10 Uhr die Zimmer geräumt haben mussten, war es erforderlich mit dem Auto zur Talstation des Zillertaler Gletschers zu fahren. Daran war aber wegen der noch nicht geräumten Strasse zumindest von meiner Seite her nicht zu denken. Die meisten der Kollegen wollten aber zumindest am Sonntag noch Richtig Skifahren und hofften auf etwas besseres Wetter während des Tages. Ich frühstückte ausführlich und lud dann anschliessend meine Sachen ins Auto. Dieses hatte ich nicht im Hotelhof geparkt, sondern auf der Strasse, um nicht bei der Auffahrt über die Brücke hängen zu bleiben. Das Auto war 15cm mit Schnee bedeckt – soviel hatte es über einen halben Tag geschneit. Nach dem Abkehren des Autos und Verladen der Habseeligkeiten, ging ich noch auf einen Kaffee in den Frühstücksraum. Und das Wetter fing doch noch an sich aufzuklaren. Langsam entstanden kleine Lücken in der Wolkendecke.
Der Unfall Teil 2:
Gegen 12 Uhr verliess ich das Hotel und fuhr Richtung Finkenberg. Ganz langsam und vorsichtig. Vor mir staute es sich – Ursache: In der ersten Kurve in Finkenberg war ein VW-Beatle bergab auf die andere Strassenseite gerutscht und genau frontal gegen einen entgegenkommenden Reisebus geprallt. Der Schaden hielt sich wegen der geringen Geschwindigkeit in Grenzen. Die Skitouristen aus dem Reisebus waren bereits ausgestiegen und einige verkürzten sich die Wartezeit mit einer halben Bier (leider konnte ich kein kurioses Foto davon schiessen). Der Verkehr auf der Gegenseite hatte sich schon massiv gestaut, weil auch ein Regionalbus nicht mehr an der Unfallstelle bzw. der engen Kurve vorbei fahren konnte. Man(n) lernt daraus: Ohne Ketten nicht mehr in den Ski-Urlaub – auch Winterreifen haben ihre Grenzen.
Der Sonntag-Nachmittag:
Je weiter ich aus dem Zillertal heraus kam, um so schöner wurde das Wetter. Schon seit Mayrhofen war die Strasse schneefrei. Nur mein Scheibenwischer (Benz-Mono) hatte vom Salz etwas Schaden genommen. Beim Rasthof Inntal wurde dieser mit Molybdänspray behandelt, was ihn wieder in ruckelfreie Bewegung brachte. Ab München war der Himmel stahlblau, wolkenlos und einem tadellosen sonnigem Sonntag stand nichts mehr im Weg. Gegen 1 Uhr traf ich in der Kurklinik bei Mam ein. Ich zeigte Mam, wie man mit dem Laptop umgeht – bisher schrieb sie an einem Desktop. Anschliessend machten wir uns per Auto bei schönstem Wetter auf den Weg nach Landsberg am Lech zum dortigen Weihnachtsmarkt. Die Parkplatzsuche gestaltete sich schwierig, weil zu den Besuchern des Weihnachtsmarktes auch noch Einkaufswahnsinnige den verkaufsoffenen Sonntag nutzen wollten. Zufällig fanden wir aber doch noch einen Parkplatz und schlenderten durch den Weihnachtsmarkt. Wir besorgten uns zwischendurch einen Glühwein. Im Gegensatz zum Regensburger Weihnachtsmarkt (Webcam) gibt es deutlich weniger Rucksackträger, aber dafür mehr Kinderwagenschieber. Somit sollte man sich gepolsterte hohe Schuhe anziehen, um Achillesfersenverletzungen vorzubeugen. Gegen 6 Uhr verliessen wir Landsberg am Lech und den Christkindlmarkt und fuhren zurück zum Ammersee. Im Ort nahmen Mam und ich noch eine Schale Kaffee und anschliessend startete ich Richtung Züri durch.
Der Sonntag-Abend:
Der sonntägliche Rückreiseverkehr war üppig, aber nicht stockend. Somit kam ich gut voran. Allerdings freue ich mich schon auf die Fertigstellung der letzten beiden Teilstücke der Lindauer-Autobahn; denn dann kann man endlich durchgängig fahren ohne die perlschweinähnlichen Langsamfahrten in den noch nicht fertigen Streckenabschnitte. An der Grenzstation St. Margrethen wurde ich nun schon zum zweiten Mal hintereinander kontrolliert. Das letzte Mal wurde nur überprüft, „ob was vorliegt“. Diesmal verlangte der liebe Grenzer, dass ich die Heckklappe öffne, gruschte dann in meiner Sporttasche mit den Schuhen herum, fand kurzzeitig freudig erregt meine angebrochene Stange Gauloises (och.. nur 2 Schachteln drin), dann die ausgedruckte Mail von Caro mit der Beschreibung des Ski-Weekends (welche er erfolglos für eine Rechnung hielt) und liess dann von weiteren investigativen Forschungen ab. Ich zuckte mit den Schultern und entgegnete „Ich war nur im Ski-Urlaub“. Langsam hab ich da eine Vermutung begründet auf wachsende Unähnlichkeit zwischen Passfoto und Realität. Gegen 21 Uhr traf ich in Züri ein. Ich schleppte meine Ski-Utensilien wieder in die Wohnung und knallte mich auf das Sofa. Ich war müde – obwohl ich keinen Meter auf dem Brett stand – tja, man wird älter 😉 Und schliesslich hatte ich eine Drei-Länder-Tour hinter mir – inkl. Hüttenzauber.


2 Schiedsrichterfehler entscheiden Spiel – FC Thun verliert gegen Arsenal London in UEFA Championsleague mit 0:1

22. November 2005

Also das war ein mieses Spiel – des Schiedsrichters! Der FC Thun kämpft 90 Minuten und spielt sogar über 50 Minuten mit einem Mann weniger. Zuerst verwehrt der Schiri nach einem Freistoss ein korrekt erzieltes Tor der Thuner und in der 88. Minute gibt es einen Strafstoss für Arsenal, den er nicht gegeben hätte – erst nach Rückfrage beim Linienrichter.

Über Schiedsrichterfehlentscheidungen wurde in der Vergangenheit ja viel diskutiert – meist ungerechtfertigt, aber diesmal war es für mich wirklich offensichtlich. Der Treffer nach dem Freistoss hätte zählen müssen. Der Linienrichter stand genau richtig und der Thuner Spieler gut einen halben Meter eben nicht im Abseits. Gut, der Schiedsrichter hat keine Fernsehwiederholung, aber dafür zwei Linienrichter. Und eben der hob die Fahne.

Die absolute Krönung war aber die Strafraumszene in der 88. Minute. Klar gibt es einen sog. „Körpereinsatz“. Der Arsenalspieler ist natürlich auch nicht dumm und die Herren trainieren das natürlich. Nur auf diese schwache Finte fiel der Schiedsrichter, der in unmittelbarer Nähe stand vorerst nicht rein. Aber der 2. Linienrichter hob die Fahne. Erst nachdem der Schiedsrichter auf den Linienrichter aufmerksam gemacht wurde, zeigte er erst dem vermeintlichen Übeltäter „gelb“ und gab dann den Strafstoss. Es war nichts, wirklich nichts. So ist dem FC Thun nach einer klasse Leistung nicht nur die Möglichkei auf Platz 2 verwehrt worden – und somit die Sensation – sondern auch noch 250 000 Euro für das verdiente 0:0. Und das 2 Minuten vor Ende der Partie. Nun kommt es auf das letzte Spiel an, bei dem der FC Thun gewinnen muss, um wenigstens am UEFA-Cup teilnehmen zu können. Wenn es einen Fussballgott gibt, dann muss er bei diesem Spiel gerecht sein.