20.05.2010 – Webradios: Housetime.fm

21. Mai 2010

Höre ich gerade: http://housetime.radio.de/


20.05.2010 – Elektroautos, Wärmepumpen, Stromlücke und Stromengpass

21. Mai 2010

Laut einer Medienmitteilung der Axpo droht der Schweiz ab 2015 ein sog. „Stromengpass“. Zum einen laufen Lieferverträge mit Frankreich 2015 aus und zum anderen sollen drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke 2020 – Mühleberg und Beznau I und II – altershalber vom Netz gehen. Zum anderen hätten sich die Prognosen für die Versorgung verschlechtert. Hingegen sind Umweltschutzverbände der Meinung, dass die Schweiz bis 2050 ihren Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien beziehen könnte. (Quelle drs.ch)

Das Bundesamt für Energie ist übrigens der selben Meinung, wie die Axpo, dass der Schweiz bis 2015 eine „Stromlücke“ drohe; denn bis 2025 erreichen sämtliche fünf Kernkraftwerke der Schweiz ihr altersbedingtes Ende. Die Schweiz produziert (und verkauft) 40% ihres Stroms aus diesen fünf Kernkraftwerken. Nun laufen 2015 die Versorgungsverträge mit Frankreich aus und durch die grösser werdende Energieknappheit in Europa (durch den stetig wachsenden Bedarf) würde sich die Versorgungslücke erhöhen.

Der Stromverbrauch steigt durch Energieeffizienz-Massnahmen: Das klingt widersprüchlich? Nein, keineswegs; denn die aus „Umweltgründen“ von Ölheizung auf Wärmepumpen umgerüsteten oder neu ausgestatteten Häuser beziehen nun kräftig Strom zum Heizen und für das Warmwasser. Zwar benötigen Wärmepumpen nur ein Drittel zum Heizen als vergleichbare Ölheizungen, aber das verfügbare Stromkontingent wird durch die erhöhte Anzahl von Wärmepumpen deutlich geschmälert.

Hinzu kommen die (Werbe-)Massnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstosses im Verkehr, der durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas) verursacht wird. Vollkommen im Trend, weil „sauber und leise“ ist das „Elektroauto“. Zwar benötigt es an der „Verbraucherstelle“ (Auto) keine fossilen Brennstoffe, aber irgendwoher muss der Strom für den Antrieb ja kommen. Je mehr Elektroautos in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen, umso höher wird der Gesamtstrombedarf, die Stromlücke und mit Sicherheit der Strompreis.
(Kommentar: Das selbe Theater hatten wir bei der flächendeckenden Einführung der Dieselfahrzeuge im Privatbereich nach der ersten und zweiten Ölkrise in den 80er-Jahren).

Atomkraftwerkkritiker und Umweltverbände plädieren auf die konsequente Nutzung von Energie-Effizienzmässnahmen, Energiesparen und die Förderung von erneuerbaren Energien, wie Wind, Wasser, Erdwärme, Biogas und Sonnenenergie. Nur fehlt in der Schweiz neben dem politischen und privatem Willen, die Fläche, der Wind, die Sonne und die Förderungsbereitschaft durch Politik und Wirtschaft. Ausserdem werden die Pump-Wasserkraftwerke ausschliesslich dazu genutzt in Spitzenzeiten teueren Strom an die Nachbarländer zu verkaufen und so die Rendite der Stromkonzerne zu erhöhen. (Quelle drs.ch) Eigene Nutzung? Fehlanzeige.

Ein Rechenbeispiel, wie sich die Elektroautos auf den Strombedarf auswirken würden, finden sie in einem Artikel aus dem Jahre 2007:

17.03.2007 – Was wäre wenn alle Autos in der Schweiz ab 2010 mit Strom laufen würden?


19.05.2010 – Thailändische Regierung verhängt nächtliche Ausgangssperre für Bangkok

19. Mai 2010

Wir sind gerade von einem Ausflug an die Südspitze von Koh Chang zurück gekommen. Nach dem Duschen schaltete Nanee den Fernseher ein, um sich über die aktuelle Situation in Bangkok zu informieren. Ihr Eltern hätten sie schon mindestens 10x angerufen, da sie wissen, dass wir eventuell diese Tage in Bangkok verbringen könnten – was aber nicht ist. Wir sind in Koh Chang! Das einzige was für mich gefährlich ist: Die Sonne! Ich hab mir an den Armen einen Sonnenbrand geholt. Mal sehen, wie er sich heute Nacht entwickelt.

ABER: Zur Lage in Bangkok und immer aktuell (siehe unten)

Ein Regierungssprecher teilte soeben in Englischer Sprache mit, dass heute Abend ab 20 Uhr bis morgen Früh 6 Uhr eine AUSGANGSSPERRE (Curfew) für Bangkok ausgesprochen wird – zum ersten Mal in der Geschichte Thailands. Ausserdem wird das Fernsehprogramm auf sämtlichen zur Verfügung stehenden Fernsehsendern gleichgeschaltet, damit jeder immer über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden ist.


Lad Prao Live Webcam Bangkok 18:40 Uhr
Weitere Webcam HIER

Aktuelle Verkehrssituation in Bangkok MIT Webcams HIER

Man solle sich als Thailänder möglichst nur in dringendsten Fällen auf die Strasse begeben. Darüber hinaus werde speziell für die Sicherheit der ausländischen Bürger und Reisenden gesorgt. Wenn Urlauber in dieser heutigen Nacht (19.05. auf 20.05.) von 20 Uhr bis 6 Uhr Ortszeit in Bangkok unterwegs sein müssten (wegen Transfer etc.), so sind auf jeden Fall REISEPASS und TICKETS griffbereit zu halten, damit die Abfertigung an den Strassensperren zügig von Statten gehen können. Es bestehe kein Grund zur Sorge. Die Transferrouten seien speziell abgesichert. Die Truppen und Volunteers würden heute Nacht überall in Bangkok Poste beziehen und Strassenkontrollen durchführen.

Die Situation eskalierte heute am frühen Morgen gegen 6 Uhr, als Regierungstruppen mit gepanzerten Fahrzeugen und Baggern die Barrikaden rund um das Konsularviertel Silom beseitigten. Dabei sei es vereinzelt zu Schusswechseln und Molotowwürfen gekommen. Der itialienischer Photojournalist Fabio Polenghi aus Milano kam dabei ums Leben. Die Redshirt-Demonstranten hätten Reifenbarrikaden entzündet, worauf das Militär vorrückte. Bei einer gezielten Operation seien vier leitende Führer der Redshirts festgenommen worden.

Daraufhin zündeten versprengte Demonstranden Teile des Einkaufszentrums CENTRAL WORLD PLAZA an und behinderten die Rettungskräfte und anrückenden Feuerwehren das Feuer zu löschen. Die Sendestation des Fernsehsenders HSTV Thai TV Color Ch3 im MALONEEN TOWER (3199 Maleenon Tower, Rama-4 Road, Klongtoey, Bangkok) wurde von den Redshirts gestürmt, besetzt und teilweise in Brand gesetzt – aktuell sendet er nicht – Mattscheibe. Während der Maloneen Tower brannte, wurden über die Helikopterplattform Menschen gerettet. In einigen Gebäuden und Strassenzügen fällt der Strom ganz oder teilweise aus.

Ebenso betroffen ist die THAI STOCK EXCHANGE im selben Viertel. Das Gebäude wurde gestürmt und angezündet. Auch das Areal rund um den Lumpini Park (Nightmarket) steht teilweise in Flammen. Darüber hinaus existieren Bericht von mindestens 5 weiteren nördliche Provinzen neben Bangkok. Dort wurden zeitgleich mehrere Gebäude der Regierung gestürmt, besetzt und beschädigt. 7/11-Geschäfte und Bankfilialen in Bangkok sind dem Redshirt-Feldzug zum Opfer gefallen.

Wärend es in den Urlaubsgebieten sehr ruhig zugeht und nichts von den fernen Ausschreitungen zu spüren ist, kann von Ruhe in Bangkok leider nicht mehr gesprochen werden – zumindest ist jetzt unsicherer, als bis heute Morgen, als man noch wusste, wo sich die Redshirt-Demonstranden aufhalten. Ausserdem fehlen ihnen nun die Führer, die regulierend eingreifen könnten und der Mob regiert. Oder es handelt sich um eine von langer Hand eingefädelte und geplante Aktion nach dem Motto: „Wenn wir gefangen werden, dann stehen 10x so viele auf!“. Das wird sich noch zeigen. 

Gerade wird berichtet, dass die THAI STOCK EXCHANGE und ALLE BANKEN in THAILAND am Donnerstag und am Freitag schliessen werden.

Ich werde versuchen die aktuellen Ereignisse zeitnah hier zu ergänzen.

18:25 Uhr: Es wird von mindestens 20 brennenden Gebäuden in Bangkok gesprochen. Das Fernsehbild zeigt menschenleere Strassen und nur vereinzelt Fahrzeuge.

Update 20.05.2010: In Bangkok scheint weitgehend Ruhe eingekehrt zu sein. Recht eindrucksvolle Bilder zeigt der Tagesanzeiger in einer Online-Serie. Das grösste Einkaufszentrum Thailands (das zweitgrösste Süd-Ost-Asiens) – das Central World Plaza – ist komplett ausgebrannt. Der Lumpinipark gleicht einem ehemaligem Schlachtfeld. Die Rama IV-Road ist von abgebrannten Reifenstapeln in Mitleidenschaft gezogen und von Müll übersäht.

Die Ausgangssperre für Bangkok wurde mittlerweile bis Samstag (Quelle) auf weitere 23 Provinzen ausgedehnt (Quelle). Insgesamt wurden seit Beginn der Proteste Mitte März 82 Menschen – darunter ein italienischer Photojournalist – getötet und rund 1800 verletzt. 45 51 der 82 Menschen starben bei im Zeitraum der Ausschreitungen.

Update 15:41 Uhr: Die Bankfilialen in Thailand werden am Freitag wieder geöffnet sein, nachdem Beschwerden eintrafen, weil dadurch Zahlungen und Buchungen über Tage nicht mehr durchgeführt werden könnten. Die Tourismusbehörde vermutet mittlerweile einen Verlust im Tourismussektor bis zu 120 Milliarden Baht (120 billion baht in revenue). (Quelle)

Update 21:03 Uhr: Der Bangkok Skytrain und die Subway werden am Freitag 21.05.2010 den Betrieb einstellen. (Quelle)

Kommentar:
Welche Auswirkungen die anhaltenden Unruhen auf die Wirtschaft und den Ruf von Thailand – das Land des Lächelns – haben wird, ist noch unabsehbar. Manche Quellen sprechen bereits von einem Schaden von über 3 Milliarden US-Dollar allein für die Tourismusindustrie, welchee 15% des Bruttosozialproduktes von Thailand ausmacht und woran auch Tausende von Arbeitsplätzen hängen. Auch wenn es in den südlichen Urlaubsgebieten ruhig ung gelassen zugeht, wird sich dies in den Buchungszahlen niederschlagen; denn für die Reiseanbieter ist es ein absolutes Übel Reisende in ein unsicheres Land zu senden bzw. ein unruhiges Reiseland zu empfehlen. Quellen sprechen z.B. von Buchungsrückgängen von über 20% im Vergleich zum Vorjahr, in welchem die Gelbhemden schon einmal den Hauptflughafen Thailands für Tage blockierten. Zuerst der Tsunami und nun politische Zerwürfnisse mit einem noch noch nie dagewesenen aufeinandertreffen von Demonstranden und Militär wird das Land für Jahre im Schockzustand behalten.


18.05.2010 – Der Euro nagt an der 1.40 CHF – Grenze tendenz fallend

19. Mai 2010

Gut, ich bin ja leider nur ein paar Tage weg aus Europa, aber das „nimmt mich schon Wunder“, wie man so schön sagt: Der Euro fällt seit Monaten stetig und beständig, hing gestern an der 1,4er-Marke zum Schweizer Franken fest und nun weiss man auch warum. Griechenland ist Bankrott, Spanien und Portugal  befinden sich an der Grenze zur Zahlungsunfähigkeit. Wundern würde es mich nicht; denn was in diesen EU-Subventionenen so alles angestellt wird (und in ein paar anderen Ländern auch z.B. Schweiz), sprengt das wirtschaftlich Fassbare bei Weitem. (gross oder klein ist die Frage. Auf jeden Fall fallend, da Punkt).

Aber um es klar fortzuführen: Der Schweizer Franken vollführte seit Dezember 2009 eine Wertsteigerung im Vergleich zum Euro von 7.4 %.

Monat CHF Kurs Euro
Dez 09 SFr. 10’000.00 1.5125 6’611.57 €
Feb 10 SFr. 10’000.00 1.4478 6’907.03 €
Mai 10 SFr. 10’000.00 1.4005 7’140.31 €
       
  Veränderung 7.40%  
       

18.05.2010 – Wetter für Koh Chang: Am Tag sonnig – Abends Gewitterregen

18. Mai 2010

Heute schafften wir es fast: Das Frühstück. Aber wir kamen nur um 20 Minuten zu spät. Auch hier in Koh Chang hätten wir gleich das Zimmer ohne Frühstück – wie sonst – buchen sollen. Gerade hatten wir einen Stromausfall im Resort. Aber vielleicht komme ich später noch darauf zurück. Heute schnappten wir uns auf jeden Fall einen dieser „schwulen Roller“, um die Gegend zu erkunden und: Fuhren prompt im Dauerregen zurück.

Es ist wirklich nicht viel los in Koh Chang. Klar, es ist Nebensaison. Aber heute sah ich den Strand und den Resort samt Umgebung das erste Mal bei Sonnenlicht. Entweder kühlen die anderen Urlauber ihre Haut im klimatisierten Zimmer oder es sind wirklich nur ganz wenige am Strand oder auf der Strasse unterwegs. Kein Vergleich auf jeden Fall mit dem Koh Samui, das ich so kenne. Aber das war ja auch schon auf Koh Lanta letzten Herbst, in Khao Lak oder dieses Mal erneut in Koh Samet der Fall. Deutlich entspannter Urlaub machen.

Nanee und ich frühstückten also gegen 11 Uhr im strahlenden Sonnenschein. Vom Gewitter heute gegen 4 Uhr in der Früh war bis auf ein paar Wolken über den Bergen nichts mehr zu sehen. Es hatte Ebbe – wir sagen: „The Sea has gone to Europe“. Und so hätte man gut 50 Meter über den brennend heissen weissen Strand laufen müssen, um endlich ins badewannen-warme Meerwasser zu kommen.

Eigentlich frühstücke ich ja sonst wenig: 2 Tassen Kaffee bringen den Bootvorgang in Wallung und die Zigarette lässt die Augen aufpoppen, damit die Finger die Tastatur finden beim ersten Einloggen am Morgen. Zeit für einen belegten Toast bleibt da nicht. Aber im Urlaub kann man sich ja richtig Zeit lassen. Hunger hatte ich trotzdem nicht. Ich orderte „Kaffee lon“ (oder so ähnlich), was „heisser Kaffee“ heisst und wenig später kam auch die Tasse. An Ameisen im Zucker gewöhnt man sich. Aufregen lohnt nicht. Cool down. Relax. Take it easy. The nighttrain is commin…

Natürlich orderte Nanee etwas Vegetarisches – Gemüse-Nudelsuppe-Extrascharf. Sie meint ja immer, dass sie scharf verträgt – mehr als ich. Gut, geniessbar ist die scharfe Suppe ja, aber man glaubt, dass man in ein glühendes Kohlestück gebissen hat. Wasser hilft nix. Auch Nanee bläst aus allen Öffnungen und die Augen werden leicht wässerig. Auf die Frage: „Is it hot?“ kommt oft die Antwort: „It could be worse!“ Also es könnte noch schlimmer kommen. Eigentlich spürt man anschliessend nach dem Probieren erst mal gar nix mehr. Die Zutaten in der Suppe, wie Nudeln oder Gemüsestücke können dann nur noch anhand der Konsistenz unterschieden werden. Schmecken? Scharf!

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Gut, da ich in den letzten Tagen etwas mehr zugeschlagen hatte bei den Mahlzeiten und meine Messediät (Würstl und Bier) nicht mehr aufrecht erhalten konnte, entsann ich mich der frischen Früchte direkt vom Baum und orderte einen gemischten Früchteteller. Und wie schön der hergerichtet war! Mangos, Ananas (wenn hier einer Ananass macht!) und sonstige frische Naschereien! Dazu gab es Kaffee und Zigarette! Genug gesund.

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Da genau nach dem Frühstück die Putzladies in unserer Villa weilten, schlenderten wir ein wenig den Meerwasser-losen Strand auf heissem Sand entlang. Beim Resort neben uns sah ich eine Schaukel aufgehängt. Nicht wie sonst so irgendwie in 4 Meter Höhe. Nein. Das Seil war irgendwo so über 10 Meter an einem Ast befestigt. Kurz überlegt man da als „Ingenör“, wie man das so machen würde: Kran, Hebebühne, Ausrichten, Wasserwage, Sicherung wegen Sand, Stopper, Absperrungen usw.

Aber in Thailand geht das sicher viel relaxter: Ein Thai hatte mit einem Salzstück im Baumloch einen wilden Affen gefangen, mit Thaiwiskeybetäubt, dressiert und gefügig gemacht, worauf dieser über Nacht versuchte sich zu erhängen, sich aber wegen Vollrausch in der Höhe bzw. Länge verschätzte. So kam das Seil auf den Baumast (nicht Bau-Mast) in über 10 Meter Höhe. Und gerade heute hing eine Holzplatte als Schaukel daran. Zufälle gibt’s…

Aber bei solchen Gedanken übersieht man fast den Blick für’s Wesentliche: Vollkommen locker lief ein noch blasser Mann durch das Bild in der linken Hand ein Buch vor das Gesicht haltend.. Ja, er lief lesend durch das Szenario. Gut, dass ich immer die Kamera dabei habe, sonst glaubt mir das keiner. Aber egal. Irgendwann waren die Bilder geschossen, Nanee hatte ausgeschaukelt und wir konnten die beiden beleibten Urlauber hinter uns mit unserem gemütlichen Aufbruch beruhigen, weil diese schon Angst um ihre mit Handtüchern reservierten Liegen hatten, die zwischen Schaukel und Palme standen.

Es war „Highnoon“, was meist um 12 Uhr vorkommt. Will heissen: Es ist heiss! Wir sehnten uns nach Dusche und Klimaanlage – und ich nach Kaffee. Also setzte ich den Wasserkocher in Gang und folgte Nanee auf die Terrasse, die dort schön fein säuberlich gerade ihre frisch gewaschenen Bras (Was ist die Mehrzahl von Bra?) zum Trocknen aufhing, was sich gleich zweimal rächen sollte. Einmal rächte es sich an mir, weil Nanee die Balkontür hinter sich geschlossen hatte und ich mit kleiner Wucht dagegen lief. Ja, auch in Thailand können die Putzen Fenster blank putzen. Zum zweiten Rächen komme ich später. Gut, ich zog die Tür auf und Nanee lachte. Tja. Kommt noch.

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Während ich mich setzte, ging Nanee wieder in die Villa. Ich schob die Tür wieder zu, schliesslich tut sich eine Klimaanlage alleine ja recht schwer das gesamte Klima auf Koh Chang in den Griff zu bekommen. Es reicht ja unsere Villa. Ich betrachtete den Strand vor mir und griff zur Zigarettenschachtel, als es hinter mir wieder krachte. Diesmal war es Nanee, die mit einem „Oh nooooo!“ und der vorher gefüllten Kaffeetasse gegen die geschlossene Terrassentür gelaufen war. Der Rest des Kaffee’s lief nun über die Scheibe. Wir beide lachten! Dumm gelaufen!

So gegen 15 Uhr entschlossen wir uns einen Scooter auszuleihen. Ich mag die Dinger nicht. Ein richtiges Motorrad hat den Motor nicht unter dem Hintern, sondern zwischen den Vorderläufen. Ausserdem sitzt Nanee nicht richtig darauf hinter mir. Erst wenn es regnet, kommt sie auf Körperschluss und hält sich anständig fest an mir. So, wie sie es sonst macht, denkt Mann man hätte aufrecht sitzende Prinzessin auf dem Sozius, die einen an den Oberschenkel greift – aber nur mit einer Hand; denn in der anderen hält Frau das Schminktäschchen (ohne Schminksachen, sondern mit Mobiltelefon und Geldbeutel gefüllt).  Beim Bremsen rutscht die Prinzessin dann aber mit dem Schminktäschchen an meinem Rücken abstemmend so nah auf, dass ich auf der Spitze des „schwulen“ Scootersitzes sitze. Man kann sagen, was man will, nix hilft „hold please“ heisst bei uns mittlerweile „bitte festhalten“, es muss erst regnen, dazu später.

Also gingen wir zur Rezeption des „Coconut Beach Resort“ und bekamen problemlos einen Scooter für 200 Baht am Tag – schön muss er nicht sein, war er nicht. Und ich bekam einen grünen Nachttopf als Helm. Grad „Grün“! Meine Lieblingsfarbe. Den Helm band ich gleich hinten an den Griff des Scooters (zum Wegwerfen). Nanee machte mich auf die Pflicht zum Helmtragen aufmerksam, ich deutete auf die vorbeifahrenden Scooterfahrer ohne Helm und fertig diskutiert – smile. „May i drive“ war ihre Frage lächelnd. Nein, ich sitzte nicht als Sozius auf einem schwulen Roller. Wir setzten das Gefährt in Gang (Automatik) und los ging es – dachten wir. Dass der Tank bei geliehenen Scootern eh immer leer ist, war ich gewohnt, aber bereits in der zweiten Kurve turnte Nanee ungewöhnlich heftig auf dem Sozius herum und drängte mich zum Anhalten: „No Ail in the Tile!“ was „Keine Luft im Heckreifen ohne „r““ ausgesprochen bedeutet.

Kurze Diskussion, wer zurück fährt und dass wir ja nicht zu Zweit fahren können, weil wir sind ja Platt auch zu Zweit hierher gefahren, erübrigte ich mit einem schnellen Schwung vom dämlichen Scooter und ich liess Nanee zurück zum Tauschen des fahrbaren Untersatzes zum Resort fahren. Ich schaute mich in der Doppel-S-Kurve um und fand, dass da erst einmal „Nichts“ war ausser Urwald und zwei Hütten. Aus einer winkte mich eine schon etwas ältere Thai an und deutete auf den Fuhrpark mit schwulen Rollern. Nein, ich hatte schon einen mit plattem Reifen, den ich jetzt grad nicht fahre.

So wendete ich mich der anderen Hütte auf meiner Seite zu und sah, was ich eigentlich im Urlaub in Thailand vollkommen verabscheuen würde – sonst: Eine „teutsche“ Fahne hing am Eck der Terrasse am Dach und auf einem Werbeschild pries man typische Deutsche Hamburger auf der rrrrechten Strassenseite an. Was zur Hölle soll denn jemand wie ich grad typisch Deutsches wollen in Thailand? Schweinebraten? Heinecken (blöd häh)? Kaffee!! Überredet! Zuerst legte ich den grünen Helm am Eingang am Boden ab, worauf ich verwunderte Blicke der Bedienungen erntete. Normalerweise zieht man die Schuhe aus beim Betreten eines Thaihauses, ich legte untypisch den Helm auf den Boden – als Erkennungsmerkmal, wenn Nanee mit dem unplatten Scooter vorbei kommt. Logisch oder?

Ich setzte mich auf einen der Bambushocker, lehnte mich an und wär fast vom Hocker gefallen, war ja klar. Dann orderte ich einen Kaffee-lon, packte die Zigarretten aus und wartete – auf den Kaffee, der zuerst kam und auf Nanee, die den Helm sah, lachte und anhielt. Sie orderte einen Ananas-Shake und gab mir den Scooterschlüssel. Ich blickte zum Scooter „You got Ail?“ und bekam die Antwort: „Yes, but old and no full!“ Wir verständigen uns mittlerweile mit einer eigenen Sprache, welche ans Englische angelehnt ist – fast blind und meist ohne „r“. Der dämliche Roller hatte zwar Luft, war aber alt und Tank leer. Ob wir heute noch wegkommen?

Wir kamen, und zwar gewaltig. Und wie gewohnt nicht an das zuerst geplante Ziel, sondern entgegengesetzt. So fuhren wir also nochmal am Resort vorbei und weiter Richtung Süden – zum Restaurant am Ende der Galaxis – nein, Insel. Die Strassen sind als Neuwertig zu bezeichnen. Keine Löcher, nur leichte Kanten an den Brücken der Klongs. Der Verkehr tritt wenn dann nur vereinzelt auf. Wenn man ein gescheites Töff hätte, könnte man so richtig Cruisen. Die Landschaft ist abwechslungsreich: Hütten wechseln sich mit 7/11-Läden, Restaurants und Resorteinfahrten ab. Ab und zu ein Palmenwald aufgeheitert durch eine Aussicht auf der rechten Seite auf das Meer und links Elefanten. Elefanten?

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Gut, die Insel gehört zum Naturschutzgebiet. Somit dürfen gerne Elefanten auftreten als Aussicht. Aber bei diesen handelte es sich um dressierte bzw. „unfreie“; denn an ihnen wurde Tourismus zelebriert: Man und Frau kann mit ihnen durch den Dschungel reiten hoch zu Ross. Nur leider grad keine Touristen da. Deshalb weiden die Elefanten auf der Weide und reiben sich an Palmen. Dann fuhren wir weiter auf der sich windenden Strasse durch Ortschaften, die alle gleich auszusehen scheinen. Nur die Namen wechseln und dann wird es bergig. Oben am Pass hat es zwar ein Restaurant „The Cliff View“, wie sonst, doch es hat geschlossen.

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Wir fahren weiter und erreichen (fast) das Ende der Strasse im Süden: Bang Bao. Dabei soll es sich um ein Fischerdorf handeln, dessen Häuser direkt auf einem Pier errichtet sind. Besser waren; denn nun handelt es sich zwar immer noch um Häuser auf dem Pier, doch man lebt dort weniger, sondern betreibt freudig Handel mit allem möglichen Touristen-Mitbringseln, Restaurants, Ausflugsreisebüros und Tauchbasen. Aber es hat noch den ein oder anderen Lichtblick, abseits der ausgetrampelten Touri-Pfade, wenn man den Blick von den Mitbringseln abwenden kann.

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Beim Fotografieren bemerke ich, dass sich uns ein ausgewachsenes Gewitter nähert. Und wenig später schnappe ich mir beim ersten Windstoss die Hand von Nanee und gehe den Pier mit ihr zurück in ein Restaurant mit Aussicht und Stabilität – zumindest augenscheinlich. Sie meinte, dass wir jetzt doch noch schnell fahren könnten, um dem Regen zu entkommen. Ich deutete nur Richtung Wolkenfront, Wassertropfen auf dem Meer und sie griff zur Speisenkarte. Und dann blitzte, donnerte und schüttete es wie aus Eimern. Wir genossen gut geschützt das Abendessen. Und warteten, dass es irgenwann mal aufhört zu regnen.

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Und warteten, und warteten und es hörte nicht auf. Zwar schwächte sich die Unwettersituation ab, aber es regnete stetig schön gemütlich weiter. Wir beschlossen dann doch gegen 20 Uhr aufzubrechen – im Regen. Die Läden hatten eh fast alle bereits geschlossen. Im tropisch warmen Regen. Ich holte den Scooter und Nanee ging noch kurz im 7/11 das Nötigste einkaufen. Dann brachen wir auf und fuhren gut 40 Minuten gemütlich und vorsichtig über teils erleuchtete, teils dunkle und kurvige Strassen zurück zum Resort. Nanee hatte bei Regen die richtige Soziushaltung – endlich.

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Also zum Wetter: Am Tag meist sonnig und trocken bei Temperaturen um die 38 Grad. Kurz vor Sonnenuntergang (18 Uhr) sollte man sich ein trockenes Plätzchen suchen – aber kalt wird es nicht – nur nass.


17.05.2010 – Welcome to Nanee Adventure Tours oder „Going Koh Chang“

18. Mai 2010

Zuerst zu den Reisewarnungen für Bangkok oder Thailand. Die Schweizer Botschafterin in Bangkok liess heute mitteilen, dass das Schweizer Konsulat wegen der Unruhen geschlossen werde. Sie rate auch von nicht dringlichen Reisen nach Bangkok und Thailand ab. Es seien auch nicht mehr viele Schweizer in Bangkok. Gleichzeitig betonte Frau Christine Schraner Burgener, dass ein Transfer über den Flughafen Bangkok in anschliessende Feriendestinationen vollkommen problemlos möglich sei. Siehe auch Reisehinweise des EDA.

Das Schweizer Konsulat liegt an der „Wireless Road“ direkt in der Nähe des abgesperrten Viertels. Das Militär lässt niemanden mehr in die Absperrungen hinein. Somit ist es unmöglich zum Konsulat zu gelangen. Rund um das abgesperrte Viertel läuft in Bangkok alles seinen gewohnten Gang. Bangkok ist riesig und kaum einen Strassenzug weiter merkt man nichts – nein – nicht ganz: Das Militär und die Polizei haben ihre Präsenz verstärkt aus Sicherheitsgründen. Zum Beispiel sind die Haupteinfallsstrassen rund um Bangkok Polizeikontrollen sporadisch zu erkennen. Dies soll verhindern, dass weitere Redshirts nach Bangkok kommen oder Materiallieferungen stattfinden (Reifen zum Anzünden oder Benzin für eventuelle „Cocktails“). Es wird aber nicht, wie in den bekannten amerikanischen Spielfilmen, jedes Auto und die Insassen gefilzt mit „Don’t move. Stand still. Hands on the Car. Spread your Feet!“ Vergesst das – Alles geht ganz locker und wir sind problemlos aus Bangkok raus und kommen auch ganz locker wieder zu unserem Hotel nach Sukhumvit.

Koh_Samed_Beach
Koh_Samed_Restaurant

Aber zurück zum Urlaub. Ja, wir machen vollkommen entspannt Urlaub in Thailand. Gestern (ich schreibe am 18. den Artikel für den 17. Mai) brachen wir gegen 14 Uhr von Koh Samed auf. Wir setzten mit dem Speedboot nach  Ban Phe über. Anschliessend fanden wir ein Shutteltaxi, das uns nach Chantaburi brachte. In der belebten Innenstadt stiegen wir am grossen Markt um in ein weiteres Taxi, das uns in die Nähe des Pier nach Koh Chang fuhr. Dort erlebten wir einen richtig schönen tropischen Gewitterregen. Anschliessend setzten wir gemütlich mit der Fähre nach Koh Chang über.

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Koh_Chang_Landesteg

Allerdings verpassten wir das Taxi und eigentlich hatten wir noch nicht einmal ein Zimmer reserviert. Macht nichts; denn Nanee fungierte als Travelagency und telefonierte ein paar mal. Dann erzählte sie mir, dass uns der Bruder einer Freundin von ihr vom Pier abholen würde. Er fuhr uns zu einem Resort (Coconut Beach Resort) gleich in der Nähe seines Ladens, den er mit seiner Frau führt. Der Rezeptionist zeigte uns die Zimmer und Villen in verschiedenen Kategorien und Preisklassen und wir entschieden uns für die „Superior Beach Villa“ direkt am Strand, welche für gerade 2200 Baht in der Nebensaison inkl. Frühstück (*smile* Wann frühstücken wir eigenlich mal?) zu haben war.

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Nach dem Einchecken gingen wir gleich nebenan im Restaurant am Strand etwas Essen und genossen noch etwas den schönen Abend am Meer. Es ist aussergewöhnlich ruhig, trotz Nebensaison und Ausschreitungen in Bangkok. Der Resort eignet sich hervorragend für Pärchen und Familien. Es hat einen schönen Pool und der Strand ist grosszügig breit und läuft ganz flach ins Meer.

Wegen der Schliessung der Botschaft, welche wir am Freitag aufsuchen wollten, bleiben wir länger auf Koh Chang – wahrscheinlich bis Samstag oder Sonntag. So haben wir auch genügend Zeit uns die schöne Abwechslungsreiche Insel näher anzusehen. Die Insel ist gross genug, um sich 14 Tage abwechslungsreich zu vergnügen. Es hat Berge und der Nationalpark lädt zum Besuch ein. Taucher finden sicherlich auch schöne Plätze rund um die Insel oder auf einer der nahen Inseln rund herum. Wir werden uns einen Scooter mieten und anschliessend etwas in der Gegend herumfahren.

Koh Chang – oder Elefanteninsel – liegt etwa 300 Kilometer von Bangkok in südlicher Richtung direkt bei Kambodga im Golf von Thailand. Man erreicht Koh Chang bequem in einer Stunde über den Flughafen in Trat mit Bangkok Airlines oder mit den Shuttlebussen (dauert „etwas länger“). Die Insel ist 30 Kilometer lang und an der breitetsten Stelle 14 Kilometer breit. Die Vegetation ist üppig und das Klima angenehm – auch für Europäer. Es hat Berge, die von suptropischen Regenwäldern bedeckt sind! Der höchste Punkt ist der Khao Jom Peasat mit 744 Metern. Insgesamt gehören 52 kleinere Inseln zu Koh Chang, wobei die grössten zwei ebenso über Resorts verfügen: Koh Mood und Koh Maak. Strom hat die Insel übrigens seit dem Jahr 2000 🙂

Reisebericht und weitere Informationen zu Koh Chang


15.05.2010 – Relaxing on Koh Samed

15. Mai 2010

Am Mittwoch den 12.05.2010 verliessen wir das „Le Fenix“ in Bangkok ursprünglich mit dem Ziel den Busbahnhof an der Siegessäule (Victory Monument) anzusteuern und von dort aus den Bus nach Ban Phe zu nehmen. Allerdings schlug uns der Taxifahrer auf dem Weg dorthin einen annehmbaren Preis vor und so entschlossen wir uns gleich mit dem Taxi klimatisiert und ohne Stress dorthin zu fahren.
Von Ban Phe nimmt man dann üblicherweise eines der Transferboote und setzt nach Koh Samed über. Nanee und ich unterscheiden uns nicht nur in der Nationalität und der Sprache, sondern auch im Charakter. Wobei ich betonen möchte, dass dies durchaus erfrischend ist und wir uns so ergänzen. Wir haben viele Gemeinsamkeiten – schlafen z.B. gerne lange aus und lieben das ruhige und relaxte Leben (zumindest in der Freizeit) – aber eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale ist, dass ich eher „alles“ durchgeplant haben möchte (auch in den Ferien) und Nanee eher die spontane und „Planlose“ ist. Wobei „planlos“ nicht negativ ist.
Ein Beispiel: Als ich das erste Mal mit Nanee Ferien machte, wollte ich sämltiche Reisedetails im voraus planen – die ganzen drei Wochen. Hierfür rief ich sie vorher mehrmals an und fragte sie, wann wir wo wie lange wohl sein würden. Ich dachte ich brauche die Daten, um die Reise bis ins kleinste samt Hotels und Flüge und Mietwagen zu planen. Aber sie meinte nur: „Just come to Bangkok. For the rest – we will see.“ Stimmte auch. Wir hatten schöne Ferien und Nanee übernahm die gesamte Reiseplanung, als wir uns in Bangkok trafen. //

Koh Samed by you.

Umgekehrt wäre es ja auch unzweckmässig, wenn mich Nanee in der Schweiz besucht und sie von Thailand aus sämtliche Reisedetails in der Schweiz planen müsste. Ich wüsste ja etwas besser Bescheid und würde anhand der von ihr gewünschten Eckpunkte mögliche Destinationen für sie planen. Diese „Planungserwartung“ von mir hatte sich innerhalb der letzten 2-3 Jahre mit Nanee auf das Nötigste reduziert. Für die Reise nach Koh Samed buchten wir kein Hotel, keinen Bus, kein Taxi, wir wussten nicht einmal wie lange wir bleiben.
Nanee telefonierte am Morgen und organisierte die Reise, den Bus (wann und wo), die Fähre (wann Abfahrt) und so weiter – auch das Hotel (Vong Deuan Resort). So sassen wir im Taxi und fuhren vom „Le Fenix“ ab. Dann meinte der Taxifahrer er könnte  uns direkt zum Pier in Ban Phe fahren (2000 Baht). Wir machten einen Tankstopp in Patthaya und mir fiel ein, dass es dort einen Rennkurs gibt. Ich fragt, wo der sei und der Taxifahrer meinte, es wären gerade mal 2 Minuten und es läge direkt an der Hauptstrasse. Der „Bira Circuit“ ist etwas grösser als der Rennkurs in Mallorca. Aber leider war an diesem Tag überhaupt nichts los. Die Rennen (Tourenwagen und Supercar) würden erst nächsten Monat (Juni) hier abgehalten.
Somit schoss ich nur ein paar Fotos vorm Rennkurs und der Boxengasse und wir setzten unsere Reise nach Ban Phe fort. Gegen halb Drei Uhr trafen wir am Pier ein. Da die nächste Fähre aber erst um 17:30 Uhr nach Samed übersetzte, entschlossen wir uns ein Schnellboot (1500 Baht) zu nehmen. Dieses holte uns wenig später ab und wir sausten über die See hinüber zur Insel. Der Manager vom Resort „Vong Deuan“ kannte uns noch vom letzten Mal und wir bekamen den gleichen schönen Pavillon, wie das letzte Mal. es ist fast nichts los auf der Insel. Ganz wenig Touristen (Falangs) – lediglich am Wochenende (wie heute) kommen Gäste meist Thailändischer Herkunft – vermutlich aus Bangkok und Umgebung – um ein paar Tage auszuspannen.
Der Strand ist wirklich noch weiss und das Meer schön sauber und lädt zum Tauchen und Schnorcheln ein. Gestern liehen wir uns einen Roller aus und erkundeten die Insel vom Festland her. Es hat keine Strassen im eigentlichen Sinne, sondern lediglich Feldwege. Wenn es regnen sollte, so sollte man sich eher nicht mit dem Roller bewegen. Die Insel ist für die Erkundung zur See gedacht. Mann nimmt sich ein Schnellboot und fährt herum, fährt mit den Routenschiffen oder nimmt an den überall zu buchenden Ausflügen teil. Wir fuhren an die Nordspitze zum Viewpoint, kehrten dann um und fuhren zum Hauptort, um etwas einzukaufen.
Dann drehten wir um und fuhren wieder zum Resort. Nein, wir hielten unterwegs an einem der vielen Restaurants direkt am Meer und genossen beim Abendessen den Sonnenuntergang, der diesmal Gewitterwolken im Hintergrund erleuchten liess. Das Klima ist derzeit – wir haben die Heisswetterperiode – dementsprechend warm. Von wegen Thailänder halten mehr Hitze aus, wie Europäer. Klimatisiert oder mit etwas Meeresbriese ist es erträglich. Steht die Luft, so kann das Termomenter leicht über 40 Grad gehen. Das Wasser in Ufernähe ist dann auch keine Erfrischung mehr. Eher eine warme Badewanne. Nur wenn etwas Wind geht, ist es erträglich.
Somit hält man sich eigentlich nur morgens bis etwa 11 Uhr und ab Nachmittag – etwa ab 15 Uhr – ausserhalb auf. Manchmal ist es richtig düppig, wenn in der Luft Gewitter hängen. Aber erholsam ist auf jeden Fall die hohe Luftfeuchtigkeit. So richtig erholsam.
Nanee lässt sich gerade massieren. Später bin ich dann vielleicht dran. Eigentlich mag ich es nicht, wenn jemand eine ganz Stunde an mir herum knetet. Die Internetverbindung ist übrigens mies. Laufend bricht diese ab. Diesen Artikel hab ich vier Mal angefangen bzw. weiter geschrieben. Mühsam.

09.05.2010 – Meeting Muay and Shopping in Bangkok

10. Mai 2010

Heute trafen wir uns mit Muay im Central Plaza Rama 2 in Bangkok. Zuerst gingen wir freundlich etwa 4 Stunden einkaufen, nein, zuerst etwas Essen „Hot Pot“ zum Selberkochen, und dann gab es Dauershopping. Sonntag ist der einzige freie Tag für Stadt-Thailänder. Was tut man, wenn es draussen heiss ist? Man überbrückt die Zeit in einem sauber herunter gekühlten Einkaufszentrum – dementsprechend war das „Besuchsaufkommen“. Verschiedene Shops nutzen die Gunst der Stunde für Sonderangebote oder Räumungsverkäufe. Je, schnell erkannt: Am Sonntag haben die Läden geöffnet, war ja klar oder?

Muay_01

Leider ist der Lärmpegel im Einkaufszentrum entsprechend. Durch Ansagen, jeder Shop möchte noch selbst auf sich aufmerksam machen, Musik über Grossleinwand in einem der „Tempel-Wandel-Hallen“ – irgendwann hat man genug – nur raus hier. Zum Glück gibt es gegenüber einen Park mit See, der auch noch ein Restaurant besitzt: „The Park“ – findiger Name. Gegen 17 Uhr sitzt man dort noch alleine, weil die Sonne eine geschätzte Direkteinstrahlungstemperatur von über 60 Grad besitzt, gehen eigentlich die Wenigsten zu Fuss ohne Schirm durch den Park zum Restaurant. Im Schatten ist es mit etwas Wind erträglich. Somit genehmigten wir uns ein paar kühle Getränke und etwas gesundes zum Naschen.

Muay_02

Kaum senkt sich die Sonne über den Horizont, so belebt sich der Park und das Restaurant zusehens. Eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Spaziergänger, Kinder tollen herum, Jogger laufen die exakt 1000 Meter um den See, eine Aerobic-Gruppe tänzelt nach Ansage, die Temperatur wieder erträglich, wobei die beiden Mädels mehr litten als ich – komischerweise.

Die Bilder sind übrigens für Dich Mike! Muay vermisst Dich – extrem. But don’t worry. Alles wird gut. Just a question of Time.


08.05.2010 – Bangkok im Mai – Up and Away!

8. Mai 2010

So schnell hatte ich noch nie gepackt! In einer Rekordzeit von 45 Minuten hatte ich meine 7 Sachen zusammen. Was war geschehen? Am Donnerstag fuhr ich erst um Mitternacht von Altdorf nach Jonen zurück. Wie der Teufel es will, stand ich bereits in Flüelen im Stau: Wegen eines Schwertransporters war die Axenstrasse gesperrt worden. Als die beiden überbreiten LKWs durch waren konnte es weiter gehen. Gegen 1 Uhr morgens zu Hause angekommen, sortierte ich die wichtigen Reiseutensilien zusammen: Pass, Ticket, Kreditkarte, Digitalkamera. Gegen 2:30 Uhr ging ich ins Bett, nicht ohne vorher den Wecker auf 8 Uhr zu stellen.

Flüelen_Donnerstag_01

Als ich aufwachte, schaute ich auf den Wecker „Ach, kurz vor 8 Uhr, dann kann ich ja noch etwas Natzen (bayerisch für Mümmenln).“ Mike kam wenig später herein und meinte, ob ich schon gepackt hätte. Diesmal noch nicht. Wie auch. Eigentlich wollte ich in den letzten Tagen vor dem Urlaub die letzten Dinge für die Arbeit erledigen. Denkste! Am Montag kam ein Grossprojekt, was bis Donnerstag kalkuliert sein musste. Ergo: Planung komplett über den Haufen geworfen und jeden Tag wurde es spät. Bin ich ja mittlerweile gewohnt, oder auch nicht.

Thailand_Freitag_01

Also raffte ich mich auf, trat auf den Wecker und blickte auf die Armbanduhr: 10:30 Uhr!! Um 15 Uhr geht der Flieger. Also um 14 Uhr steht Einchecken an, also 13 Uhr Abfahrt, also 2 Stunden 30 Zeit zum Herrichten und Packen! Unter der Dusche sortierte ich meine bereits gebooteten Hirnzellen und versuchte nachzuvollziehen, wieso der Wecker mich um 8 weckte, es aber bereits 10:30 Uhr sei. Beim Zähneputzen fiel es mir ein: Ich hatte die Weckzeit gestellt, aber nicht die Uhrzeit – die blieb auf 0:00 Uhr als ich das Teil einsteckte! Genau 2:30 Stunden fehlten!

Thailand_Freitag_02

Nach dem ersten Kaffee öffneten sich auch meine Augen wieder und der Motor begann zu brummen: Was brauch ich eigentlich „alles“? Die wichtigen Dinge lagen ja „bereits“ am Tisch. Also nahm ich den mittleren Koffer und packte die Zweitwichtigen Dinge ein: Ladegeräte für die Natel, Digicam etc. 3 Hemden, 5 T-Shirts in den Standardfarben Schwarz und Weiss, eine Jeans, die Turnschuhe, das Waschzeug. Pause: Zigarette, Kaffee, Überlegen: Was noch? Mit dem Blick auf den Aschenbecher „Klar, zwei Schachteln Zigaretten!“ Fertig! 12:45 Uhr.

Mike fährt mich zum Airport, bevor er sich in die absolut entgegengesetzte Richtung nach Bern aufmacht. Er muss am Freitag am späten Nachmittag noch ein Projekt fertig machen. Super Sache! Andere gehen Freitag Mittag ins Wochenende, andere machen sich auf einen langen Freitag Nachmittag gefasst. Wieder andere setzen sich in den Flieger.

Ich hatte nicht mal Zeit das Ticket näher anzusehen. Also merkte ich erst am Freitag morgen (nachdem ich von der Arbeit nach Hause kam), dass ich mit AirBerlin via Düsseldorf fliege. Na toll! Chickenstall-Class mit Umsteigen. Mike lieferte mich am Zürich Airport ab und ich checkte ohne langes Anstehen sofort direkt ein. Der Flieger nach Düsseldorf war noch recht voll. Aber der Flieger nach Bangkok war locker gefüllt. Offensichtlich hatten sich die meisten Urlauber durch die „Unruhen“ in Bangkok einschüchtern lassen und den Urlaub storniert.

Thailand_Freitag_03

Dass die Unruhen nur örtlich begrenzt waren und seit Donnerstag gänzlich zum Erliegen kamen, weil der Premierminister vorgezogene Neuwahlen angeboten hatte und die Redshirts daraufhin abzogen, verschaffte mir einen Fensterplatz und viel viel Platz zum Ausbreiten. Der Flieger war wirklich nur leicht gefüllt. In der Mittelreihe des A330 machte es sich ein Reisender auf 5 Sitzen breit. Und das zog sich durch den ganzen Flieger. Nur ich hatte wieder „Glück“, weil direkt hinter mir ein älteres Ehepaar sass und der Ehegatte schiefte die ganze Flugdauer wegen einer satten Erkältung.

Thailand_Freitag_04

Aber zurück zum Umsteigen in Düsseldorf. Kein Vergleich mit dem Zürcher Airport! Schmuddelig und dämlich. Wir landeten um 16:15 Uhr und um 16:30 ging der Anschlussflug nach Bangkok. Nur, dass wir im A-Bereich landeten und der Weiterflug im C-Bereich weiterging. Also spurten, um noch rechzeitig zum Einchecken zu kommen. Da war dann noch die nochmalige Passkontrolle mit einer Witzfigur als Zöllner; denn er meinte bei der Kontrolle: „Ja, Herr Sperlich. Ich würde mir an Ihrer Stelle Bundeseigentum (den Pass) nicht mit einem Gepäckaufkleber kaputt machen lassen.“. Ich hatte keine Zeit, um irgendwas zu erwiedern. Ich meinte nur: „Aber sonst ist alles in Ordnung“. Der Zöllner nickte und drückte mir das Dokument wieder in die Hand. Der Gepäckaufkleber hängt schon seit Jahren im Pass. Zieht man den ab, so besteht die Gefahr, dass die Seite ganz reisst. Aber der eingeschweisste Teil zum Scannen ist ja voll in Ordnung. Wollte sich wieder ein Schengengeschädigter Zöllner nach der Masche „Herr Lehrer, ich weiss was!“ Wichtig machen.

Am Gate C47 angekommen, weil so stand es auf meinem Ticket, prangte jedoch eine andere Destination über der dem Gate: „Monastir“. Wo bitte ist der Flug nach Bangkok? Die Ladies von LTU wussten es nicht. Dämlich! „Ja, wir sind nicht von AirBerlin! (Weiss ich auch!) Da müssen Sie schon auf die Anzeigen schauen, wenn sich das was geändert hat!“ Hatte ich auch schon! Beim Aussteigen im Bereich A, bevor ich in den Bereich C gesprintet bin und von dem eigenartigen Zöllner wegen Bundeseigentum, das ich bezahlt habe, angemacht wurde! Der Song „Destination Unknown“ sollte mich darfür ab diesem Zeitpunkt durch den Tag begleiten als Ohrwurm. Also eine Anzeigetafel suchen und nochmal nachsehen: „Gate 45“! Ja – Nein! Das ist ja direkt neben C47! Kein Wunder, dass die LTU-Ladies das NICHT wissen konnten. Vor mir waren bestimmt noch 50 weitere am „geänderten“ Schalter direkt neben C45. Service? Nein Danke! Zonk, LTU sieht mich nicht mehr.

Thailand_Samstag_01

Also setzte ich mich etwas in Distanz, aber in Sichtweite zu Gate 45 auf einen der „bequemen“ tropengetesteten und wüstenerprobten Ganzmetallsitzgelegenheiten. Als sich kurz nach 17 Uhr noch nichts tat am Gate, schlenderte ich beherzten Schrittes zum „Raucheraquarium“ in unmittelbarer Nähe. Es gibt schöne „SmokerLounches“ (Zürich), hässliche (Düsseldorf) und es gibt grässliche (Bangkok). Ich weiss auch nicht, aber irgendwie bekommt man es nicht hin auch für die „bösen“ Raucher, die ja auch Steuern zahlen und Tickets kaufen annehmbare und gemütliche „Lounches“ zu gestalten mit einer Klimaanlage, die funktioniert, z.B. wie in Zürich. Wir sind schon verwöhnt, oder?

Schliesslich kam dann doch die Durchsage, dass der Flug AB 7150 nach Bangkok nun einsteigefertig sei (was immer das auch heissen soll). Und es kam die immer gleich sinnlose Ansage, dass bitte erst die Sitzreihen 30 bis 45 einsteigen sollten; denn sobald das Gate offen ist, stehen durchgängi ALLE, bis auf wenige Ausnahmen auf und stellen sich ins Gedränge vor dem Gate, weil der Flieger ja sonst ohne sie geht. Und vergisst dabei den Laptop mitzunehmen, wie die Dame gegenüber von mir. Ja klar! Aber was soll’s. Dann trage ich ihn halt hinterher. Früher hat man ein Taschentuch fallen lassen, um sich kennezulernen. Heute lässt man den Laptop liegen. Aber sonst hab ich (jetzt) Zeit und warte. Meist eh zu wenig lang, weil man sieht sich ja im Finger wieder; denn dort stehen die Passagiere schon wieder an, um ü überhaupt in den Flieger zu kommen.

Thailand_Samstag_02

Und dann blockieren die Liftansteher den ganzen Rest, weil der oder die Reisende sich genüsslich Zeit nimmt, um die sperrigen Handgepäckstücke in der Klappe zu verstauen, dann wird sich ausgezogen und zusammengelegt und das Kleidungsstück kommt auch noch in die Klappe. Die restliche Schlange wartet. Ist ja nicht möglich jemanden vorbei zu lassen. Aber der Flieger war ja dieses Mal nur locker gefüllt. Die überwiegende Anzahl der Sitzplätze blieb leer. Ich richtete mich ein und genoss den Flug in der Chickenstall-Class. Die AirBerlin-Mädels und -Jungs waren freundlich und zuvorkommend. Nur die Zudecken fluserten ohne Ende. Mein Hemd und meine Hose war über und über mit blauen Fluserl bedeckt; so dass ich diese Kleidungsstücke als erstes in Bangkok zum Waschen gab.

Nach 11 Stunden ruhigem Flug (bis auf den Dauerschniefer hinter mir) landeten wir sanft bei 36 Grad und ungeheuerer Luftfeuchtigkeit in Bangkok. Das Visum und die Immigrationprozedur ist mittlerweile Gewohnheit und mein Koffer kam auch direkt im Anschluss an die Einreiseformalitäten. Als ich draussen im Smokerbereich noch schlaftrunken vor mich hin grübelte, welche Uhrzeit nun herrscht, kam eine SMS von Nanee: Ich solle nicht ins „Le Fenix“, sondern ins „Avana Hotel“, weil das näher am Airport wäre. Oh nein, ich mag das Avana nicht. Die Rezeptösen sind so unflexibel, das Hotel ist verhältnismässig abgelegen, es ist nix los, die Zimmer sind mit „einfach“ noch recht übertituliert und die Aussicht auf ein Fabrikgelände „extrem prickelnd“. Na gut, was soll’s. Taxi beordert und ab ins „Hotel Avana“, wenn es die Liebe so wünscht.

Schon auf der Taxifahrt hatte ich ein leicht angesäuertes Gefühl in der Magengegend. Und es bestätigten sich meine Vermutungen. In jedem Hotel der Welt legt man Pass und Kreditkarte auf den Tresen und bekommt ruckzuck ein Zimmer. Im „Avana Hotel“ darf man Cash hinlegen im Voraus plus Deposit 1000 Baht! Für was? Dafür, dass man in kaputten Zimmern mit lauten Klimanlagen eventuell was „kaputt“ macht? Schon war ich stinkig und ich hatte noch nicht mal geduscht. Nachdem ich im Zimmer war, kam der nächste Streich. „Geh ma doch ins Restaurant und trinken wir was“ sagte ich zu mir und meinem Körper. Ich fuhr mit dem gebrechlichen Lift in den 2. Stock und setzte mich auf die Terrasse zwischen dem Restaurant und dem Pool mit direktem Fabrikanschluss. Und dann wartete ich. Und wartete. Und wartete noch eine Zigarette lang. Man möchte ja nicht gleich unhöflich sein. Es liefen Bedienungen emsig herum und putzten irgendwas und räumten irgendwas auf, aber keiner wollte eine Bestellung aufnehmen. Zonk 2. Sehr unüblich, aber im „Avana Hotel“ eher gewöhnlich der Fall.

Als ich dann doch einen Bediener heranwinkte und einen Kaffee und einen Mangosaft bestellte, schaute er mich mit grossen Augen an. „In one or two cups?“. Wie meinen? Schon mal Kaffee mit Mangosaft mit Milch und Zucker getrunken? Nein, natürlich in einer Tasse und im Glas! „Coffee hot?“ Ja, bitte und den Mangosaft kalt. Er dackelte davon und kam wenig später gaaaanz langsam mit dem Tablett und den beiden „Drinks“ ballancierend zurück. „Hoffentlich schafft er es bis zu meinem Tisch, bevor beides lauwarm ist“, dachte ich und sehnte mich nach dem „Le Fenix“ – schon das zweite Mal wegen der Rezeptöse.

Dann versuchte ich mich zu entspannen. Bis das Natel „pingte“. Silvio hatte geantwortet. Ich rief ihn an und fragte, was denn heute Abend in Bangkok geboten sei. Er und Nikki würden heute auf die Party ins „Nest“ kommen, ob wir uns dort treffen könnten. Aha! Das „Nest“! Das ist die Dachbar vom „Le Fenix“, also doch falsch gebucht. Aber das könnte man ja ändern. Das „Avana Hotel“ ging mir eh voll auf den „Keks“, schon bevor ich ausgepackt hatte. Also beschloss ich kurz entschlossen gleich wieder auszuchecken und ins „Le Fenix“ umzuziehen. Was ja nicht schwer sein konnte, weil ich eben noch nichts angefasst hatte oder ausgepackt.

Also bezahlte ich meine zwei Drinks und schlenderte zur Rezeptöse. Ich machte ihr klar, dass ich gleich wieder auschecke und nur noch meine Sachen hole. Sie wollte den Schlüssel. Aha, und wie komme ich an meine Klamotten? Sie gab ihn mir zurück. Ich grinste mir eines, holte meinen Koffer und verlangte meine Vorauskasse samt Deposito zurück. Ich war schon gefasst darauf, dass man „etwas“ davon zurückbehalten würde, weil ich ja eine Stunde im Restaurant sass und das Zimmer nicht noch schmuddeliger machte. Und so war es dann auch. „We charge you for one night. This makes 1500 Baht“. Egal, was soll’s nur raus hier. Das Taxi wurde mir gratis organisiert – die Fahrt zahlte ich natürlich.

Nach nur 165 Baht kam ich im „Le Fenix“ an. Der Parkplatzwächter lächelte, der Kofferkuli lächelte, ich legte Pass und Kreditkarte hin, bekam von einer netten Lady ein sauberes Zimmer, in gemütlicher Atmosphäre, mit kostenlosem WLAN (im Avana kostet das extra), so wie es sich gehört. Da darf auch das Zimmer etwas mehr kosten. Dafür bin ich mitten im Sukhumvit – in der dirkten Umgebung von Q-Bar, Bed-and-Supper-Club und direkt im Haus ist das „Nest“, wo es heute eine Samstags-Party mit guter Musik geben wird. Silvio schickte mir noch eine SMS, dass er mich um 20 Uhr zum Dinner abholt. Tja, und Nanee trifft erst morgen früh ein. Dann hab ich ja heute noch „sturmfrei“!


04.05.2010 – Richtig fotografieren? Wie geht das? Empfohlene Artikel von aus der Feder von Ken Rockwell

5. Mai 2010

Eher aus der „Tastatur“ von Ken Rockwell. Wenn man etwas über Nikon oder fotografieren im Web sucht, so stösst man früher oder später die Website von Ken Rockwell – seines Zeichens Profifilmer und -Fotograf seit Jahrzehnten. Und er gibt sein Wissen seit Jahrzehnten an die Internetgemeinde extrem ausführlich und mit Witz und Humor weiter. Jeder von uns kennt jemanden oder hat schon mal jemanden getroffen, der seine niegelnagelneue Highend-Digitalkamera samt ausführlichstem Equipment bei Anlässen präsentiert, wie ein Prestigeobjekt. Fragt man dann, wie oft er diese nutzt und zu was die ganzen Schalter sind, kann er keine Auskunft geben. Auch bei den vielen Objektiven weiss er nur, dass das eine für weit entfernte Objekte und das andere für Makroaufnahmen zu verwenden ist.

Wie fing mein Zuneigung zur Fotografie an? Ja, erraten: Ich war noch recht klein, als ich meine erste Kamera von „Oma“ geschenkt bekam. Muss ein Erbstück gewesen sein, welches sie beim „Jud“ in Amberg für kleines Geld erstanden hatte. In einer Ledertasche eingepackt und mit Schnappverschlüssen zu öffnen befand sich eine kleine Blechkamera mit seitlich am Objektiv angebrachten Auslöser. Das Fabrikat weiss ich nicht mehr. Aber ich kann mich noch an die Würfelblitze erinnern. Und dass man sie mit einem Hebel aufziehen musste. Die Filmrollen und das Entwickeln der Bilder war damals noch teuer. Aber ich durfte immer drauflos knipsen, bis der Film „alle“ war.

Ich kann mich noch an Schulausflüge erinnern oder generell an Ausflüge. Dort knipste ich vor mich hin alles was mir gefiel. Wandertage oder Ferien – die Kamera hatte ich immer dabei. Dies zog sich dann über die Jahre hindurch bis zur ersten selbst ersparten Kompakt-Spiegelreflex – ich glaub es war eine Olympus. Auch die erste digitale Kamera war eine Olympus im Hosentaschenformat. Die Hosentaschen wetzten sich durch die Ecken immer aus und die Farbe am Plastik ging ab. Es musste immer eine Kamera für den täglichen Gebrauch sein.

Ich kann mich sicherlich nicht messen mit den ambitionierten Hobbyisten dieses Planeten. Aber es macht einfach Spass immer eine Kamera dabei zu haben und alles zu fotografieren, was mir gefällt. Oft sind es die einfachen Dinge. Oft muss ich in der Stimmung sein. Es ist eine art der Erholung vom täglichen angespannt sein. Man fängt Augenblicke ein, die so nicht wieder kommen. Man bekommt auch einen ganz anderen Blick auf die Umwelt durch den Blick durch die Kamera. Es sind oft die kleinen Dinge – oft die kuriosen Begebenheiten – die man beim Vorbeigehen oder Vorbeifahren nicht sofort erkennt, aber ohne Kamera schnell vergessen werden. Diese abzulichten, das macht Spass.

Hier also meine highly recommended articles für alle angehende ambitionierten Hobbyfotografen – und alle die es werden wollen:

Wenn Du das gelesen hast, geh raus und schiesse die „blaue Stunde“. Und bedenke: Es ist nicht die Kamera, die gute Bilder schiesst…. Also geh‘ raus mit welcher Kamera auch immer und schiesse, bis die Optik schmilzt. Auf alles was sich bewegt oder auch nicht. Viel Spass!