Freitag 23.06.2006. Das dritte und entscheidende Spiel in Gruppe G. Schweiz geben Korea. Korea muss gewinnen um ins Achtelfinale zu kommen. Der Schweiz reicht ein Unentschieden. Gegen 20 Uhr sattelte ich mein Töff und fuhr in die Zürcher Innenstadt. Zwischen Bellevue und Opernhaus war eine Arena aufgebaut. Ich bog in den Uto-Quai ab und parkte die BMW am Zürisee beim Molino Frascati. Dann schlenderte ich an der Seepromenade zurück Richtung Opernhaus. Am Restaurant Pumpstation sammelten sich einige Fans vor einem Flatscreen. Das Wetter war traumhaft schön. Überall an der Seepromenade sassen Fans mit Schweizer Shirts und freuten sich auf das Spiel. Der Vorplatz des Restaurant Belcanto am Theaterplatz war vollkommen überfüllt. Einer der Securities entschuldigte sich freundlich, dass er keine weiteren Personen – also mich – mehr einlassen könnte. Die Arena auf der Sechselütnwiese war ebenfalls vollkommen überfüllt. Die nicht mehr eingelassenen Fans standen rund um die Arena. Ich ging weiter am Café Odeon vorbei und bog dann in die Torgasse ab und über die Oberdorfstrasse ging ich Richtung Grossmünsterplatz.

Das Vorspiel beginnt in der Zürcher Innenstadt. Die Blaskapelle Albisrieden gibt ein Konzert. Schliesslich landete ich am Rosenplatz und schaute in der Bar-Lounge Nachtflug vorbei. Die Lokalität war schon recht gut gefüllt. Auf einer Grossleinwand lief gerade der Vorbericht zum Spiel.
Die Bar Nachtflug ist bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt. Die Spannung steigt. Anstoss!
Das 1:0 für die Schweiz. Der Jubel kennt keine Grenzen.
Ole Ole Schwiizer Nati! Wir fahren nach Berlin! Das 2:0 für die Schweiz. Alex Frei hat den Ball ins Tor befördert.
Der Schlusspfiff! Schweiz bezwingt Korea mit 2:0 und ist damit die den 1. Platz in der Gruppe vor Frankreich erreicht. Von wegen "Frauen interessieren sich nicht für Fussball!" Dass dies nicht zutreffen kann und nur ein wildes Gerücht ist, merkt man unter anderem, wenn es um den Torschrei geht.
Und dann wird der Begeisterung freien Lauf gelassen. Auf dem Weg über den Limmat-Quai Richtung sind nur noch jubelnde und feiernde Fans zu sehen.
Spontan formiert sich ein Autokorso, der sich hupend, singend und lärmend durch die Innenstadt bewegt.
Am Bellevue geht verkehrstechnisch nichts mehr. Fröhlicher Ausnahmezustand.
Schweizer Fans – Schweizer Fahnen.
Am Bellevue treffen sich die Fanmassen. Auf dem Dach der Tramhaltestelle tanzen und singen die Schwiizer-Nati-Fans.
Eine Reporterin von Radio NRJ versucht beim hohen Umgebungspegel ein Interview zu führen.
Die fantasievollsten Fans am Bellevue.
Der Autokorso schlängelt sich durch den Bellevue. Feiernde Fans wohin man blickt.
Anmerkung zu den Pressemeldungen (Ausschreitungen)
Allerdings kann ich die Deeskalationsstrategie der Polizei nicht ganz verstehen. Es wurde Tränengas eingesetzt. Eine vollkommen überzogene Massnahme der Polizei (meine Meinung). So erscheint die fröhliche und friedliche Feier der Fans in einem negativen Licht, was für die Presse und sicherlich im Anschluss für Politiker ein gefundenes Fressen sein wird. Einige Fans feierten auf dem Dach einer Tramhaltestelle. Als ein Polizeiwagen anrückte, verliessen alle Fans bis auf 3 bis 4 das Dach. Diese wurden dann freundlich aber nachdrücklich davon überzeugt das Dach zu verlassen. Dabei flogen dann Bierdosen und Plastikflaschen von ein paar ganz Dämlichen Richtung Polizei. Die Fangemeinde empfand die "Räumung des Tramhaltestellendaches" nicht als Sicherheitsmassnahme der Polizei, sondern als Provokation und pfiff die Beamten aus. Als der Polizist von einer Flasche getroffen wurde, setzte ein anderer Tränengasgeschosse ein. Die Fans (etwa 1000) stoben panikartig auseinander und verliessen die in Gasnebel gehüllten Tramhaltestelle Bellevue. Unbeteiligte Fans bekamen Reizungen an den Augen und wuschen sich diese dann am Brunnen beim Bellevue. Das unprofessionelle Verhalten der Polizei sorgte also zu dieser Eskalation. Die Strassen wurden nicht wegen der "Krawalle" gesperrt, sondern weil es eben bei 5000 feiernden Fans am Bellevue weder für Trams noch für Busse noch für Autos ein durchkommen gab. Es wäre im Interesse und der Sicherheit der Fans viel zu riskant gewesen den normalen Verkehr freizugeben. Aber es kann ja durchaus sein, dass ich am Bellevue die Ausschreitungen, um die es ging gar nicht mitbekommen habe, odrrr?




















So schön das Fest und der Sieg auch war, ein paar saudämliche Jugendliche lernen es einfach nie. Besoffen meinen sie, sie seien die Grössten und könnten sich alles erlauben. Fremdes Eigentum kaputt machen. Was erlauben Struuunz. Mich wunderts dann immer wieder, wieso die Polizei immer nur ein paar wenige festnimmt (in diesem Fall 1). Und niemand muss für den Sachschaden resp den Polzeieinsatz bezahlen. Wieso nehmen sie nicht einfach alle fest und verdonnern diese in einem Altersheim oder ähnliches den Schaden abzuarbeiten oder in den Knast gehen. Schade, wirklich schade. Darum muss es wohl oder übel irgend einmal ein Hooligan Gesetz geben, in welchem auch andere dämliche Demonstranten erfasst sind.
In diesem Sinne Hopp Schwiiz
Hi Roger..
mit einigen Polizisten (Gandarmen) in Zivil hätte man sauberer aus der Angelegenheit rauskommen können, meiner Meinung nach. Mir kamen die wenigen anwesenden Polizisten etwas überfordert vor. Es war von vornherein abzusehen, dass es zu Freunden- oder Trauer-Szenen kommen würde bei diesem Spiel (je nachdem ob die Schweiz gewinnt oder verliert). Somit wäre die Angelegenheit planbar gewesen. Die durchfahrenden Fahrzeuge wurden teilweise beschädigt – bei einem das Dach eingedrückt, weil ein ganz intelligenter Knabe draufsteigen und rumhüpfen musste. Da wird sich die Versicherung freuen. Also meiner Meinung war die Zürcher Polizei mit diesem Anlass überfordert.
Gruss
PeterPan