Er wankte verschlafen frühmorgens in den Bahnhof, durchschritt taumelnd die Halle „Ich bin sicher zu spät“ dachte er und lief eiligen Schrittes weiter. Als er die Treppen hinauf zum Bahnsteig hastete, war der Zug schon eingefahren und die Passanten beeilten sich zuzusteigen. Er erreichte gerade noch die sich schliessende Tür und schlängelte sich hinein. Dann liess er sich auf einen Sitz fallen und lehnte sich zurück. Kurz darauf schlummerte er ein.
Sanft wurde er geweckt – er spürte eine Hand auf seiner Schulter und blickte erschrocken in die Augen einer Fahrkartenkontrolleurin. Er griff in die hintere Hosentasche und zog sein Billet heraus, reichte es der jungen Dame und lehnte sich zurück. „Sie sind im falschen Zug!“ Plötzlich war er wach! Er sah aus dem Fenster und musterte die langsam vorbei ziehende Landschaft. Nein, er war hier tatsächlich falsch. Das da draussen sieht nicht nach der Region Zug aus. „Wo wollten Sie denn hin?“ fragte die junge Dame mit einem leichten Lächeln. „Nach Zug mit dem Zug“ entgegneter er und verkniff sich „ich mache eine Winterthur und möchte dorthin Davos am schönsten ist„.

„Durch Zug sind wir schon gefahren, Sie müssen in Luzern aussteigen und dann Zürich zurück!“ Er schaute auf die Uhr und merkte, dass er zu spät zum Termin kommen würde. „Ich stelle Ihnen ein Billet für eine Irrtümliche Zugsfahrt aus„. Er nickte stumm, nahm das Billet und bezahlte es.







Peter, bist Du der „er“ ? 🙂
Hi Christa..
Arbeitskollegen von mir standen gestern nach Mittag zusammen und amüsierten sich köstlich. Da ich von Hause aus neugierig bin, gesellte ich mich zu ihnen, um zu erfahren um was es sich drehte. Ein Kollege hielt das Billet in der Hand. Ich las es und er erzählte mir die Geschichte dazu.
Da ich noch nie etwas von einem Billet für „Irrtümliche Zugsfahrten“ gehört oder gelesen hatte, hab ich es eingescannt, damit ich es hier reinstellen kann. Natürlich mit der (etwas abgewandelten) Geschiche aus der Schweiz.
Sowas kenne ich aus „dem grossen Kanton“ eben nicht.
Lieber Gruss
Peter
Irrfahrten ahoi.
Der Arme.
Auch so kann man die Schweiz besichtigen. Und immer lächeln bitte.
😉